Zeichnen im beginners’ course

22. September 2016, 9 Uhr morgens, die Sonne lächelt uns hell von der Hügelkuppe entgegen und verheißt ein angenehmes Erwachen im Antlitz ihrer wärmenden Strahlen. Erwartungsvoll öffnen sich die Türen des 2004er VW Busses und wir sehen uns einem harten Realitätscheck gegenüber: Es ist kalt und zwar richtig. Die Pullies werden wieder angezogen und das erprobte Grabungsbesteck aus dem Wagen geholt. Unsere wissenshungrigen Archäologen bereiten sich auf einen weiteren Grabungstag vor, abgehärtet durch die hart verdiente, dreitägige Praxiserfahrung. Doch etwas ist anders. Unser kleiner Bagger brummt leise im ersten Gang vor sich hin und das sonst so bestimmende Klirren und Stampfen der Schippen vermag kaum das Gekicher der Mädchengruppe Stelle 2 zu übertönen; eine ungewohnte Stille schreit förmlich über die sonst so belebte Birkenlichtung.

Es ist Zeichentag.

Wer gräbt der findet und wer findet, der muss dokumentieren. Und so begibt es sich, dass sowohl an Fundstelle 1, sowie Stelle 2, heute die ersten Zeichenblätter ausgegeben und fleißig ausgefüllt werden. Wie bei allen wissenschaftlichen Methoden will auch das archäologische Zeichnen erst einmal gelernt sein, in diesem Fall vornehmlich in 2er Gruppen und unter ständigem Zurateziehen unserer Grabungsleitung. Und während die Sonne unsere frierenden Glieder doch langsam aufzuwärmen beginnt (20°C Ende September, warum nicht jedes Jahr?), nehmen unsere Sondagen langsam auch auf dem Papier Form an. So bleiben am heutigen Tag zwar weitere Kleinfunde größtenteils aus, die Versiertheit im wissenschaftlichen Arbeiten nimmt jedoch zu. Die nächsten Grabungstage bringen dann hoffentlich wieder viele Funde zu Tage, schließlich warten noch zwei sehr vielversprechende Befunde darauf, erweitert zu werden. Vielleicht sind dann auch endlich einmal ein paar Knochen dabei. Wir bleiben gespannt.

Robert

Messen....ok, wie war das mit den magischen Händen?

Messen….ok, wie war das mit den magischen Händen?

Dorian, sind deine Hände vielleicht magisch? Irgendwie will die Libelle nicht!

Dorian, sind deine Hände vielleicht magisch? Irgendwie will die Libelle nicht!

Fachsimpeln übers...Messen?

Fachsimpeln übers…Messen?

Wie war das nochmal mit dem Maßstab?

Wie war das nochmal mit dem Maßstab?

Sieht schon ziemlich professionell aus!

Sieht schon ziemlich professionell aus!

Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Dozentin an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

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