Tiefe Löcher….

BLOG: Abenteuer Geschichte – Archäologie unterm Galgen

Geköpft und mit Steinen beschwert – archäologische Spuren von Hinrichtungen und Abwehrzauber in Mittelalter und Neuzeit
Abenteuer Geschichte – Archäologie unterm Galgen
Uwe hat heute nicht nur seine Grabungskoffer mitgebracht, sondern auch 2 Bleche voll leckerem Kuchen - Danke Elke!!
Uwe hat heute nicht nur seine Grabungskoffer mitgebracht, sondern auch 2 Bleche voll leckerem Kuchen – Danke Elke!!
Auch Ritter Thomas kam von seiner Burg, um zu zupacken....
Auch Ritter Thomas kam von seiner Burg, um zu zupacken….
...auch er bracht Köstlichkeiten aus der Burgküche für uns vorbei. Ritterlichen Dank!
…auch er brachte Köstlichkeiten aus der Burgküche für uns vorbei. Ritterlichen Dank!

 

Langsam wird es hektisch auf der Grabung, wir haben nur noch 2 Tage.
Langsam wird es hektisch auf der Grabung, wir haben nur noch 2 Tage.

 

Kaum zu glauben, aber es sind tatsächlich nur noch drei Tage bis alles wieder zu geschaufelt werden muss! Aber anstatt Trübsal zu blasen, graben wir uns umso energischer weiter in die Tiefe. Egal ob Sondage Eins, Zwei oder Vier, heute läuft der Wettbewerb um den tiefsten Schnitt überall. Dabei fallen die Ergebnisse aber unterschiedlich interessant aus. Ulrike wollte in Sondage Vier eigentlich nur das Ausmaß einer Grube nachvollziehen, stieß aber unverhofft auf Schädelfragmente. Direkt daneben graben sich wechselnde Teams dem Erdmittelpunkt entgegen. Durch einen schmalen Schnitt soll ein Profil entstehen, das den Verlauf einer weiteren Grube aufzeigt. Doch die heiß ersehnte helle Schicht will einfach nicht zum Vorschein kommen, die Grube scheint endlos! Der begrenzte Raum fordert außerdem ein hohes Maß an körperlicher Koordination, wenn die Profile heil bleiben sollen…  Da kommt die Unterstützung in Form von Ritter Thomas gerade recht. Dieser hat heute die mittelalterlichen Lederstiefel mit etwas robusterem Schuhwerk ausgetauscht und begibt sich motiviert in die Grube. Er ist es dann auch, der auf die Holzkohle aufmerksam wird, die auf einen Pfosten hindeuten könnte?

Heute werden außerdem die Knochen freigelegt, die sich unter den Wurzeln des nun gefällten Baums  und in dem Schnitt daneben verstecken. Die Anthropologin Jeanette hat ihr Lager in der Garage aufgebaut und untersucht dort die restlichen Knochen. Nach den eisigen Winden und Regenschauern von gestern ist heute auch wieder ideales Zeichenwetter, und so können einige aufgeschobene Projekte beendet werden. Versüßt wird der Tag zusätzlich durch zwei köstliche Bleche Kuchen von Elke, vielen Dank!

 

Ann-Sophie

Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

7 Kommentare

  1. Langsam wird es hektisch auf der Grabung, wir haben nur noch 2 Tage.

    Wieso nur noch 2 Tage? – Das ist doch jetzt die dritte Woche von vieren, oder nicht? – Oder hab ich da irgendwas falsch verstanden?

  2. Ich schätze mal, in zwei Tagen werdet Ihr noch nicht durch sein. Wie ginge das weiter, wenn man dort später weiter gräbt? Würde man die gleichen Stellen wieder abtragen, nur halt viel schneller oder neue Stellen beackern?

  3. Davon mal ab, Ihr könntet auch locker ein halbes Jahr graben. Mir hat das hier richtig Spaß gemacht mitzulesen.

    • “locker ein halbes Jahr graben” – machst Du mit, dann könnten wir uns das Zuschaufeln am Freitag ja noch mal überlegen….?

      Zu Deiner 1. Frage: egal, ob wir den Befund nur erfassen konnten oder komplett geborgen haben – alles, was wir im Boden angetroffen haben, wurde fotografiert, gezeichnet und eingemessen. Das heißt, sollte einmal die Möglichkeit bestehen, an dieser Stelle wieder graben zu können, kann dann gezielt bei den noch im Boden befindlichen Strukturen begonnen werden. Oder anders herum: man könnte Zerstörung durch Baueingriffe vermeiden, da man weiß, wo sensible Bereiche im Boden stecken.
      Und schließlich – wir haben nur den Ausschnitt eines Platzes erfasst, der in der Bronzezeit stark frequentiert und in Mittelalter/Neuzeit ebenfalls großflächig genutzt wurde. Darauf weisen die weitergehenden Strukturen im Boden hin. Demnach wäre bei einem tatsächlichen Neueingriff Tenor die Gesamterschließung des Areals, was bedeutet, dass auch neue Flächen dran wären.

      • Wenn ich zeitlich könnte, würde ich das gerne machen.

        Ich kann mir gut vorstellen wie schwer das zuschippen ist …

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