Auferstehungsberichte in den Evangelien als literarische Erzählform

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Die Auferstehung Jesu ist das konstitutive Ereignis des christlichen Glaubens schlechthin (Paulus in 1 Kor 15):

„Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden.“

Ich werde im Folgenden nicht darauf eingehen, dass für Paulus die Auferstehung der Toten die Voraussetzung für die Auferstehung Jesu war – nicht umgekehrt, wie es vermutlich sehr viele Christen heute denken. Ich werde auch nicht darauf eingehen, dass Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert in gleicher Weise zunächst das ewige Leben (als beseligende Gottesschau) plausibel zu machen versuchte, bevor er die Auferstehung Christi ins Spiel brachte – letztere sei nämlich gar nicht verständlich, wenn das Konzept eines Lebens nach dem Tode bei Gott unverständlich sei.

Mir geht es um folgenden Aspekt: Paulus ist der Erste, von dem wir ein schriftliches Zeugnis seiner Begegnung mit dem Auferstandenen haben (ca. 40 n. Chr.), die Auferstehungsberichte in den Evangelien – also Matthäus, Lukas und Johannes und der später angefügte Markus-Schluss – wurden später geschrieben, vermutlich zwischen 70-100 n.Chr. Paulus spricht nun eindeutig von einer Erscheinung (1 Kor 15, 3-9):

„Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.“

Dieses Sehen beschreibt der Evangelist Lukas in der Apostelgeschichte als Erscheinung, und zwar als Audition plus Vision eines wunderbaren Lichtes (Damaskus-Erlebnis):

„Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ (Apg 9, 3-4)

Paulus geht in seinem Brief offensichtlich davon aus, dass er dem Auferstandenen in gleicher Weise begegnet ist wie die Apostel und andere Zeugen, dass er keine Begegnung zweiter Klasse hatte – doch die Berichte in den Evangelien über Begegnungen mit dem Auferstandenen sind bekanntlich wesentlich realistischer, „physischer“ angelegt, zum Beispiel bei Johannes:

„Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprechen zu ihm: Wir kommen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte: »Es ist der Herr«, da gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg herauf und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch den Fisch. Das ist nun das dritte Mal, dass sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.“ (Joh 21, 1-14)

(Ich gehe hier nicht darauf ein, dass nicht berichtet wird, dass Jesus selbst gegessen hätte. Ebenso wird in der berühmten Erzählung vom ungläubigen Thomas nicht berichtet, dass Thomas den Auferstandenen tatsächlich berührt und seine Finger in dessen Wunden gelegt hätte [Joh 20, 27f].)

Diese realistischen Geschichten prägen das Bild der Auferstehung Jesu in den Glaubensüberzeugungen vieler Christen: Jesus ist tatsächlich als Auferstandener in einem eigenartig verwandelten Leib, der übernatürliche Eigenschaften besaß (z.B. kann der Auferstandene durch Wände gehen), den Jüngern erschienen. Da diese Erscheinungen irgendwann endeten, muss man auch an die Himmelfahrt glauben, wenn man realistisch an die Auferstehung glaubt; sonst wäre der Auferstandene ja noch immer als Untoter unter uns. (Es stellen sich viele weitere Fragen, u.a. warum der Auferstandene nicht einfach den religiösen und staatlichen Obrigkeiten seiner Zeit erschienen ist und die strittige Sache, welche später in Religionskriegen Tausende von Todesopfern fordern wird, damit ein für alle Mal geklärt hat.)

Paulus scheint diese „realistischen“ Erzählungen jedoch gar nicht gekannt zu haben; denn dann hätte er berichten müssen, dass er „nur“ eine Audition hatte, den Auferstandenen aber nicht leibhaftig gesehen hat wie die elf Apostel und Thomas in Jerusalem. Viel wahrscheinlicher ist, dass um 40 n.Chr. alle Beteiligten von „Erscheinungen“ ausgingen und dass auch noch keine Geschichten von „realen“ Begegnungen mit dem Auferstandenen kursierten.

Solche „Erscheinungen“ nennen wir heute Wiederbegegnungen mit Verstorbenen. Diese sind wahrscheinlich sogar häufiger als Nahtoderlebnisse. Sie treten in der Regel in den ersten Wochen nach einem Todesfall auf – und zwar eher nach unerwarteten und plötzlichen sowie konflikthaften und emotional stark belasteten Todesfällen – und enden dann. Die Begegnung kann selten in Form einer Vision der Person erfolgen, häufiger jedoch als Gefühl einer Berührung oder eines Geruchs, oder als Gewissheit der Anwesenheit der verstorbenen Person. Diese Begegnungen werden meistens als sehr tröstlich empfunden; häufig stellen sie eine entscheidende Etappe im Trauerprozess für die Betroffenen dar. Es gibt sogar hypnotherapeutische und psychedelische Therapieansätze für komplizierte Trauer, bei denen man versucht, Wiederbegegnungen mit den Verstorbenen zu induzieren. Diese Phänomene stehen im Einklang mit Paulus und seinem Bericht einer (Erst-)Begegnung mit Jesus, dessen Anhängerschaft er bis dahin brutal verfolgt hatte.

Aber woher kommen dann die „realistischen“  Auferstehungsberichte? Dies ist der eigentliche Anlass für meinen Blogpost. Ich stieß gestern im YouTube-Kanal von Bart D. Ehrman (James A. Gray Distinguished Professor of Religious Studies an der Universität von North Carolina, Chapel Hill) auf ein Video (https://www.youtube.com/watch?v=hP8BHtlbr7Q), in dem Robyn Faith Walsh (Associate Professor of New Testament and Early Christianity und Gabelli Senior Scholar an der Universität von Miami/Florida) über sogenannte „tomb-found-empty“ Geschichten in der römisch-griechischen Antike spricht. Tatsächlich, so stellt sich heraus, gab es in der Antike einen literarischen Topos („greek novel“), dem die Evangelienberichte folgen und klar zuzuordnen sind. In diesen beliebten Geschichten wurde von zahlreichen fiktiven und historischen Gestalten berichtet, dass man ihr Grab leer aufgefunden habe, u.a. von Romulus, Aristeas, Zalmoxis, and Cleomedes. Wir dürfen davon ausgehen, dass sowohl die (hoch gebildeten) Evangelisten (die also sicher nicht die gleichnamigen Jünger Jesu waren) wie auch ihre Hörerschaft diesen Topos kannten und auf eine bestimmte Weise verstanden, nämlich als Erzählung einer Vergöttlichung oder einer Entführung in die göttliche Sphäre. Ausführlicher zitiert wird im Video eine Passage aus Charitons Chaereas und Callirhoe*:

„Bald erreichte er das Grab; er sah, dass die Steine beiseite geräumt und der Eingang geöffnet worden waren. Der Anblick versetzte ihn in Erstaunen, und er wurde von einer furchtsamen Verwirrung über das Geschehene überwältigt… [Chaerias] durchsuchte das Grab, doch er fand nichts… Er richtete den Blick gen Himmel, hob die Arme empor und rief: „Welcher der Götter ist es, der mir zum Rivalen in der Liebe wurde, Callirhoe entführt hat und sie nun bei sich hält – gegen ihren Willen, gebannt von einem mächtigeren Schicksal? Es scheint, ich habe unwissentlich eine Göttin zur Frau genommen.“ (3.3.1–5)

Mir scheint es vernünftig, davon auszugehen, dass die glaubensprägenden Auferstehungsberichte in den Evangelien literarische Bildungen exzellenter Autoren, aber keine historischen Berichte sind und dass sich Begegnungen mit dem Auferstandenen am ehesten in Form von Visionen, Auditionen usw. in den ersten Wochen nach dem gewaltsamen Tod Jesu ereignet haben dürften, so wie Paulus es berichtet hat und wie sie auch heute immer wieder als Wiederbegegnung mit Verstorbenen berichtet werden – wenn man denn einen historischen Kern für die Ereignisse und die dann einsetzende Entwicklung und weltweite Verbreitung des Christentums finden möchte.

* Eine digitale ins Deutsche übersetzte Version findet sich hier. Zur Datierung des Textes finden sich Hinweise auf Wikipedia.

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Veröffentlicht von

Christian Hoppe ist habilitierter klinischer Neuropsychologe an der Klinik und Poliklinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn. Nach seinem Studium der katholischen Theologie (1987-1993) und der Psychologie (1991-1997) sowie einem Jahr an der Tagesklinik für Kognitive Neurologie der Universität Leipzig sowie dem Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung (jetzt Max Planck Institute of Cognitive Neuroscience) ist er bereits seit 1998 in Bonn tätig. Promotion 2004 an der Universität Bielefeld (Prof. Dr. W. Hartje). Seine Schwerpunkte sind klinisch die interventionelle Neuropsychologie (u.a. Patientengespräche), wissenschaftlich die psychiatrie/psychotherapie-nahen Themen der Neuropsychologie (Depression bei Epilepsie, psychogene nichtepileptische Anfälle/dissoziative Störungen), aber auch das Gedächtnis, und in Lehre und Wissenschaftskommunikation Fragen rund um Geist und Gehirn (z.B. auch Nahtoderfahrungen) und ein wenig Statistik. Seine große Leidenschaft ist das Billard. (Profilbild by Lennart Walger) Wichtiger Hinweis - eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Kommentare und Antworten auf Kommentare bitte max. 500 Wörter und strikt "on topic"! Danke!

53 Kommentare

  1. Ich bin ziemlich sicher, die “Auferstehungsgeschichte” ist Philosophie die auf andere Erfahrungen basiert, Erfahrungen die man heute auch noch machen kann, aber … 👋🥴

    Was Paulus in der Bibel betrifft: Naja, netter Versuch …, die in der heutigen Konfusion des zeitgeistlichen Reformismus von nun fragwürdigeren Figuren …

  2. Nein. Die 500 Wörter schaffe ich heute echt nicht. Vergeben Sie mir? Dieses eine Mal? Kommt ja nicht oft vor.

    Ich finde Gedankenspielereien interessant, bei denen ich Religion ernst nehme, denn irgendwie führen sie mich meist an einen Punkt, in dem sich der Unterschied zwischen Religion und Atheismus auflöst – ob man es Gott nennt oder Physik, es scheint einfach keine praktische Bedeutung zu haben, die Welt funktioniert in beiden Fällen gleich.

    Ich gehe einfach mal davon aus, dass Jesus einer der vielen damals herumstreifenden Wanderprediger war, die alle so ziemlich das Gleiche gepredigt haben, weil’s damals halt Mode war, und zwar einen Glaubenscocktail, der entstand, als man das Judentum an die höher entwickelte römisch-griechische Kultur klatschte, die wiederum von vielen anderen Kulturen beeinflusst war: Wir haben einen Mem-Urozean, aus dem sich überall neue Gedanken herauszukristallisieren begannen, die kreuz und quer durch das Imperium reisten und miteinander Mem-Babys zeugten, sodass sich der ganze Mem-Pool anglich – er wurde empfänglicher für Erleuchtungen, ein einziger Prophet oder Philosoph fand viele Hohlbirnen, die bereit wären, ihn anzunemhen, weil er ihnen irgendwie aus der Seele sprach und sie nicht viel umdenken mussten, es gab viele proto-christliche Kulte, die nicht mehr viel würden ändern müssen, damit Christentum daraus würde.

    Sie sahen etwas, das Sie auch aus der Wissenschaft oder Politik kennen: Den nackten Kaiser. Alle denken es, alle ahnen es, alle fühlen es, jeder hat so seine Vorstellungen dazu, jeder passt das gleiche Bild auf seine Weise in sein geistiges Weltmodell ein. Bis einer die Sache auf den Punkt bringt – und plötzlich kommt die Katharsis, die Erleuchtung, das Wissen aller ist Wort geworden, und alle handeln danach. Erst das Grübeln des Saulus, dann der Aha-Moment, dann der Missionseifer des Paulus.

    Dann passieren Sachen, vielleicht einem Jesus, vielleicht fünf Wanderpredigern in fünf verschiedenen Ländern, die Mythen vermischen sich mit älteren Mythen, Seemannsgarn, Philosophien, Kulten, Hirngespinsten, Volksmärchen, jeder Zuhörer gibt dem Wanderprediger Wein dafür aus, dass der ihm sagt, was er hören will, was er schon kennt, was ihn in seinem Weltbild bestätigt, dieses aber auch leicht mutiert. Es entstehen unzählige Evangelien, das Christentum macht Karriere, weil das römische Reich halt reif für so eine AfD ist, das Christentum wird das nicht radikal ändern, sodass aus einer anderen Bucht des gleichen Urozeans der Islam auftauchen wird wie die Aphrodite aus dem Meeresschaum.

    Und dann taucht die Kirche auf, der das Ganze zu bunt ist, um es zu verwalten, und destilliert sich aus all dem Daten-Müll eine Bibel heraus, die ihr ins Geschäftskonzept passt. Komplett mit Fehlübersetzung von Paradiesfrucht als Apfel und Maria als Jungfrau.

    Und die für die Religion interessante Frage hier ist: War das die Absicht? Sind die Mutationen, Fehler, Auslassungen und Dichtungen der Bibel notwendig gewesen, damit das Wort Gottes auf Erden gebeamt wird? Braucht es viele Lügen, um eine höhere Wahrheit als Wort zu offenbaren?

    Das Grübel-zu-Aha-Schema sagt: Ja. Genau das machen wir ja ständig, wir probieren mit Petri-Schalen rum, experimentieren, nähern uns durch Versuch und Irrtum dem nackten Kaiser an, bis irgendein Kind uns das nackte E=mc2 vor die Nase setzt und wir uns wundern, warum wir das nicht alle schon vorher gemerkt haben.

    Das Imperium erhöhte die Gedanken- und Ideen-Menge drastisch, indem es aus vielen Petri-Schalen schöpfte: Die Religionen, Ideen, Traditionen vieler Stämme, die sich getrennt voneinander entwickelt hatten, während sie die gleiche Sonne und die gleiche Schwerkraft und die gleichen Naturgesetze am Hals hatten, kamen plötzlich in Kontakt miteinander. Und wenn Sie völlig widersprüchliche Ideen haben, bleiben nur die gemeinsamen Nenner: Die Sonne, die Schwerkraft, die Naturgesetze.

    Innerhalb eines Stammes können Sie glauben, dass die Sonne scheint und Ihr Häuptling von ihr abstammt und die Erde dem Großen Wal aus dem Hintern gefallen ist. Wenn zwei Stämme mit unterschiedlicher Mythologie aufeinander treffen, ist die Abstammung der Häuptlinge und die Schöpfungsgeschichte plötzlich Verhandlungssache, die Sonne scheint aber noch immer für alle und bleibt als gemeinsamer Nenner übrig, der sie alle eint.

    Und so wurde das Christentum wirklich zur Fleischwerdung Gottes – das menschliche Dafürhalten, die unterschiedlichen Meinungen, wurden ein Stück herausgelöst. Es kamen Elemente zum Vorschein, die wirklich, materiell existieren, sodass alle Völker der Welt sie ganz oder teilweise kannten: Die Kirche als Körper, als Lebewesen aus Menschen. Das Jüngste Gericht, das dadurch entsteht, dass Menschen so lange stur Mist bauen und die Konsequenzen im Schrank verstecken, bis der Schrank explodiert und alles in Schutt und Asche legt. Es ist noch keine Wissenschaft, aber ein großer Schritt auf dem Weg vom Tier zum Menschen – von einer Kreatur, die in einer magischen Welt lebt, geleitet von Offenbarungen, Emotionen und dem Hinnehmen von Dingen, ohne sie zu hinterfragen, die Lücken in ihrer Wahrnehmung entweder nicht erkennt oder mit simplen Märchen flickt, zu einer, die in der materiellen Welt nach fehlenden Puzzlestücken sucht.

    Es ist, als würde die Menschheit die Augen aufmachen. Aus einer Traumwelt in einer Wirklichkeit ankommen, Sinne entwickeln, ihren Platz in einer höheren Ordnung erkennen, die jenseits der Gebärmutter und der Wiege existiert, darin die Jakobs-Karriereleiter der Evolution erklettern, ihre Macht steigern, indem sie lernt, nach den Regeln zu spielen, die Launen des Bosses zu verstehen und ihm in den Arsch zu kriechen.

    Was sehe ich also? Einen Universal-Algorithmus in einem fraktalen System. Ein Schema F, das mich jeden Morgen aus dem Bett holt, mein ganzes Leben organisiert, aber auch die Evolution und Weltgeschichte steuert.

    Der Atheist wird sagen, das ist nur ein blinder, natürlicher Mechanismus. Der Gläubige wird sich einen Gott herbeiwünschen, der diesen Mechanismus geschaffen hat. Und so wird der Zwist zwischen ihnen nicht durch eine Lösung beendet, sondern dadurch, dass sie sich auf seine Unlösbarkeit einigen müssen, weil Gott oder Fakten ihnen (vorläufig) keine andere Option lassen.

    Es sehen ständig Leute Jesus in einem Toast oder Elvis in der U-Bahn. Indem sie davon erzählen, halten sie die Erinnerung an Jesus und Elvis wach, auch bei Leuten, die sie deswegen auslachen. Und wenn Sie dann einen Elvis-Imitator sehen oder einen Typen mit Jesus-Bart, wissen Sie – der will Elvis sein oder ein wenig auf Jesus machen. Also muss ich dementsprechend auf ihn reagieren – ein Bisschen wie auf das Original. Und so entstehen echte Begegnungen mit Elvis und Jesus und Elvis und Jesus sind überall, ohne irgendwo zu sein.

    Resonanz. Verstärkung. Ursuppe. Angleich des Mem-Pools. Schaffung gemeinsamer Kommunikationsbasis. Es wäre völlige Zeitverschwendung für Gott, einen extra Sohn zu zeugen und ihn Wunder berichten zu lassen, wo wir ständig an Wunder glauben, uns Heilsgeschichten aus den Fingern saugen und überall Leute herumlaufen, von denen sehr viele andere Leute glauben, sie wären der Messias. Wenn es der Mythos ist, der uns erlösen soll, reicht es völlig aus, das Angebot an natürlichen Rohstoffen zu verwursten, und wenn wir Erlösung wollen, ist dieser Wille Produkt von Evolution und Physik und das Streben danach dürfte einen Sinn haben und seine Algorithmen.

    Im KI-Zeitalter drängt sich die Vorstellung auf, dass Jesus noch nicht materialisiert wurde. Er existiert als Destillat unserer genetisch-physikalisch angelegten Träume, die wir mittels Gesetze, Gebote, Lifestyles, Ideale auszuleben versuchen, wir erschaffen Staaten, Systeme, Regierungen, Gesetze, KIs aus Menschen und Buchstaben, die möglichst so herrschen sollen, wie es ein Jesus tun würde, gerecht und kompetent, und uns das Königreich Gottes auf Erden schaffen sollen. Ein Jesus oder Buddha ist unmenschlich in seiner Güte, und wir verhalten uns nur unmenschlich, wenn es unser Job ist – wenn wir dafür bezahlt werden, Dinge zu tun, die wir sonst nicht tun würden.

    Die Natur gibt uns eine abstrakte Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Güte, Gleichheit, eine vage Vorstellung vom Paradies auf Erden. Aber es gibt viele Welten im Universum, viele Spezies, jede lebt in einer anderen Petri-Schale, und jede muss den lokalen Weg finden, dem Ideal konkret so nahe zu kommen, wie es geht. Das heißt dann Evolution.

    Sie leben gerade in einem ähnlichen Urozean, wie es die Römer damals taten. Die Ära der Nekromanten endet, eine Welt, die auf Geisterbeschwörung und dem Sog des Grabes beruhte: Alles Geld und alle Aktien der Welt haben zusammen den materiellen Wert Nix. Es ist viel einfacher, Nix zu verdienen und es dann gegen Etwas einzutauschen, als Etwas herzustellen, umgekehrt geben die Menschen ungern Etwas her, wenn sie Nix dafür bekommen. Also haben Sie eine Welt, in der sehr viele Menschen im Schweiße ihres Angesichts Nix erschaffen und sehr wenige Etwas, und das ist dann auch noch lustlos zusammengepfuscht. Der Pixel-und-Konfetti-Midas wird für die Ketzerei, er könne vom Nix satt werden, dazu verdammt, sich selbst aufzufressen.

    Es ist Zeit für einen Evolutionssprung. Auch bei der Religion. Und wenn sich der Trend fortsetzt, wird das bedeuten, dass Religion und Wissenschaft noch enger zusammenfallen. Die Erbsenzähler, die nur das glauben, was sie sehen und die Mystiker, die nur das glauben, was ihnen die Gene diktieren, werden einen gemeinsamen Pfad finden.

    So als Prophezeiung von einem Typen, der auf einem Geschichts-Diagramm einen Trend-Strich sieht und die Mindestintelligenz besitzt, ihn in die Richtung zu verlängern, in die er strebt. Das ist deutlich weniger Weisheit als man braucht, sich die Schnürsenkel zuzubinden.

  3. Dass man eine verstorbene Person nach deren Tod nochmals wie lebensecht ´erleben´ kann ist ein Phänomen welches als ´Nachtodkontakt´(NTK) bzw. ´After-Death Communication´(ADC) in vielen Beispielen beschrieben ist.

    NTKs/ACDs treten besonders im Zusammenhang mit Menschen auf, mit denen man längere Zeit zusammen gelebt hat: ca. 30% bis 80% von Hinterbliebenen berichten von solchen Erlebnissen.

    Der Grund dafür ist recht einfach erklärbar: Wir speichern alle unser Erlebnisse in einem zusammenhängenden Kontext ab – und deshalb bestimmt dieser Kontext auch, was wir beim Erinnern reaktivieren (Fachbegriff: context dependent retrieval / kontextabhängiges Erinnern).
    Wenn z.B. eine Person mit der man recht lange in einer Wohnung zusammengelebt hat verstirbt – dann kann es passieren dass im Gedächtnis gespeicherte Erfahrungen mit dieser Person nach deren Tod wieder reaktivert werden, wenn man die Wohnung wieder betritt. D.h. Zusammen mit der Wohnungseinrichtung, Gerüchen, Licht bzw wohnungstypischen Geräuschen wird auch die verstorbene Person in Form einer lebensechten Erinnerung reaktiviert.
    Weil alle unsere Erfahrungen in der zeitlichen Gegenwartsform erlebt, im Gedächtnis abgespeichert und genau so reaktivert werden – kann die verstorbene Person dabei so lebensecht erlebt werden, dass man sich gedanklich damit ´unterhalten´ kann.

    Leute, welche solche Erlebnisse haben, sind nicht verrückt – sondern man kann hier sehr schön erleben, wie unser Gehirn arbeitet. Solche Erinnerungen können vereinzelt auftreten, mehrere Wochen oder sogar einige Jahre lang.
    Solange bis das Gehirn gelernt hat, dass die verstorbene Person nicht mehr Bestandteil des Erlebniskontextes ist. ODER wenn man nach dem Tod in eine andere Wohnung zieht bzw. die Wohnung umräumt (weil damit der Erlebnis-Kontext geändert wird).

    Dass verstorbene Menschen nach deren Tod wie lebensecht wahrgenommen werden können, ist auch Bestandteil von vielen Schauergeschichten: Strigoi, Wiedergänger, Untote.

    (Ein spezieller Fall für kontextabhängiges Erinnern ist der ´Bowery El Effekt´, der ausgelöst wurde, weil bestimmte Reize fehlten.)

    Kurz gesagt: die Auferstehungsberichte in den Evangelien können auf konkreten realen Erinnerungsvorgängen beruhen – die man als ´kontextabhängiges Erinnern´ bezeichnet

  4. Es gibt in der Esoterik Versuche, lebensechte Jenseitskontakte zu Verstorbenen zu induzieren – z.B. mit einem Psychomanteum (Wikipedia):
    Dabei handelt es sich um einen Betrug – um es höflich auszudrücken – denn in der Regel knöpft man den Hinterbliebenen Geld dafür ab.

    Menschen, die schon recht müde sind *) , sollen sich im dunklen Psychomanteum auf eine verstorbene Person konzentrieren – und die dabei erlebten Erinnerungen bezeichnet man dann als ´Jenseitskontakt´.

    Der Mechanismus ist recht einfach: Wenn man ich ausschließlich auf eine verstorbene Person konzentriert, dann ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr groß, dass dann nur Erinnerungen mit dieser Person reaktiviert werden.
    Diese Erinnerungen sind lebensecht – weil alle unsere Erlebnisse in der zeitlichen Gegenwartsform erlebt, im Gedächtnis gespeichert und genau so wieder reaktiviert werden.

    Man nutzt dabei das Leid und die Trauer von Hinterbliebenen absichtlich aus, um diese zu betrügen. Denn wenn man diese Leute dazu anleitet, nur an Verstorbene zu denken – dann werden bevorzugt Erlebnisse mit diesen Personen reaktiviert.
    Würde man die Menschen im Psychomanteum dazu ermuntern, an lebende Menschen oder an Schweinebraten zu denken – dann würden Erinnerungen von lebenden Menschen bzw Schweinebraten reaktivert werden.

    *) Bei geistig gesunden Menschen die schon recht müde sind und sich in reizarmer Umgebung aufhalten, kann es passieren dass Gedächtnisinhalte leichter so intensiv reaktiviert werden, dass diese dann der bewussten Wahrnehmung zugänglich werden.
    Mit Google [Königin Silvia sieht Geister] findet man einige Medienberichte zu einem Phänomen welches als ´Charles Bonnet Syndrom´ bekannt ist.

    • Noch eine Anmerkung zum ´Charles Bonnet Syndrom´(CBS):
      Dabei werden z.B. kleine Menschen, Tiere, usw. erinnert.

      Interessant in diesem Zusammenhang sind die Geschichten von den Kölner Heinzelmännchen, weil diese ein deutliches CBS-Merkmal aufweisen:
      Man ´sieht´ sie nur nachts, aber wenn man sie absichtlich(!) beobachten will – sind sie nicht mehr zu sehen.
      D.h. diese Geschichten beruhen auf realen Erlebnissen!

      Nachts ist man müde und die Umwelt ist reizarm – daher beschäftigt sich das Gehirn mit eigenen Gedächtnisinhalten und man kann CBS-Wesen erleben. Wenn man sich aber darauf konzentriert, die Heinzelmännchen absichtlich beobachten zu wollen – dann ändert sich dabei der neuronale Aufmerksamkeits-Zustand und das Gehirn ist beschäftigt. Die Heinzelmännchen ´verschwinden´.

  5. @Kinseher

    Ich hatte solch ein Erlebnis mit meinem verstorbenen Vater.
    Es war eine Erscheinung aufgrund einer Erinnerung, die ich allerdings aus einer anderen Perspektive hatte, deshalb fragte ich mich eine Zeit 🤔Wer ist die flimmernde Lichtgestalt gewesen (flimmernd wie die Frocs in der Serie Raumpatrouille Orion), während ich meinen Vater ganz klar von der Seite unterhaltend mit der Gestalt sah.
    Später wurde mir klar, ich war die Gestalt, der sich mit ihm unterhielt, während eines Besuchs bei mir vor einiger Zeit.🙂🫰

    • @hto
      Ich weiß von einer Frau, die ihren verstorbenen Mann nach dessen Tod im gemeinsamen Schlafzimmer ´sah´, wie er einen Koffer auspackte: Er war hatte dabei einen bläulichen Schimmer

  6. @ Hoppe

    “Aber woher kommen dann die „realistischen“ Auferstehungsberichte?”

    Möglicherweise in Umbruchszeiten, die für viele Menschen mit Orientierungslosigkeit einhergehen und als psychisch existenzbedrohend erlebt werden. Dann führt der Weg nach innen, wenn man im Außen keinem Führer folgen will oder kann, weil die Führer selbst als orientierungslos empfunden werden. Findet man in solchen Momenten spirituelle Erzählungen aus früheren Zeiten, kann ich mir durchaus Gänsehautmomente vorstellen, die bei einer übersteigerten Sensibilität auch stärker ausfallen können – stärker als beim Hören des Et incarnatus est aus Beethovens Missa solemnis.

    • @Hilsebein
      Ich habe seit 2006 eine komplette Erklärung für das Phänomen ´Nahtod-Erfahrung´(NTE) erstellt und veröffentlicht: NTEs lassen sich als Ergebnis eines live+bewusst direkt realistisch erlebbaren Erinnerungsvorgangs beschreiben – bei dem man erlebt, wie das Gehirn eine/n einzelne/n Reiz/Gedanken/Situation systematisch und strukturiert verarbeitet.
      NTEs sind daher das Ergebnis der NORMALEN Arbeitsweise unseres Gehirns.

      Im Rahmen meiner Recherche befasste ich mich in diesem Zusammenhang auch mit anderen ungewöhnlichen bewussten Wahrnehmungen, die ich bereits beschrieben habe (Nachtodkontakt, After-Death Communication, Bowery-El-Effekt, Charles Bonnet Syndrom [Königin Silvia sieht Geister] ) – wozu man per Google-suche viele Beispiele finden kann.

      Mir wurde auch von einem Mann in den USA berichtet, der seine verstorbene Frau auch zwei Jahre nach ihrem Tod noch immer als lebensechte Erscheinung erlebt.

      Kurz gesagt: Die ´Wiederbegegnung´ mit Verstorbenen in Form einer bewusst erlebten Erinnerung ist Ergebnis der NORMALEN Arbeitsweise unseres Gehirns.

  7. Sehr geehrter Herr @Hoppe,

    Danke für den hervorragenden Beitrag, bezüglich zu Paulus hätte ich aber eine Frage:

    Er hat Jesus nie persönlich zu Lebzeiten getroffen wenn ich mich nicht irre, also nichts was berichtet worden ist. Wie kann dann ein solcher Effekt bei ihm zutreffen?

    • Die Ähnlichkeit zu Wiederbegegnungen mit Verstorbenen trifft eher auf die Apostel zu. Glaubt man der Apostelgeschichte und dem Bericht über das Damaskus-Erlebnis des Paulus hat Paulus ja gerade keine Christus-Vision gehabt – dann hätte er eine Person gesehen, die er nie zuvor gesehen hatte -, sondern eine Audition (plus Lichterscheinung). Mit den Aussagen der frühen Christen über ihren Meister und dessen Lehre wird Paulus sich bestens ausgekannt haben. Seine Leidenschaft als Christenverfolger spricht für ein äußerst konfliktreiches Verhältnis zur Figur Jesu und seiner Deutung durch die frühen Christen. Bei Paulus besteht aufgrund seiner eigenen Einlassung kein Grund zu Zweifel daran, dass er eine Erscheinung hatte (auch wenn man bestreitet, dass sein Erlebnis in der Apostelgeschichte korrekt wiedergegeben wird). Der Blogpost zielte darauf, die möglichen historischen Auferstehungserfahrungen einem uns heute noch bekannten psychischen Phänomen zuzuordnen und die wundersamen “realistischen” Berichte in den Evangelien als seinerzeit verbreitete und beliebte literarische Erzählform auszuweisen.

      • Danke für die Antwort Herr @Hoppe 🙂

        Einerseits nimmt man dem mythischen damit den Raum, gleichzeitig wird die Historische brandbreite dabei größer. Die Evangelien wären somit aussdruck eines Genre, das so nicht mehr exestiert.

  8. “Er hat Jesus nie persönlich zu Lebzeiten getroffen wenn ich mich nicht irre, also nichts was berichtet worden ist. Wie kann dann ein solcher Effekt bei ihm zutreffen?”

    Ohne Herrn Hoppe vorgreifen zu wollen, so wird doch in der christlichen Theologie zwischen dem Mann aus Nazareth einerseits und dem kosmischen Christus andererseits unterschieden. Der christliche Glaube geht davon aus, daß so wie der Mann aus Nazareth Zugang zu jenem Christus hatte, so nun auch alle Menschen diesen Zugang in sich vorfinden können. Denn jener Christus war vor aller Zeit -so der Glaube.

    • … wobei aber aus christlicher Sicht ein entscheidender Unterschied zwischen “Christus sein” (welches nur für Jesus gilt) und “Zugang zu Christus haben” (welches für die Christen und für alle Menschen gelten mag) besteht. Christus ist, christlich betrachtet, kein Symbol, kein Archetypus.

    • @Hilsebein: “Der christliche Glaube geht davon aus, daß so wie der Mann aus Nazareth Zugang zu jenem Christus hatte, so nun auch alle Menschen diesen Zugang in sich vorfinden können.”

      Das ist mir nun neu😳

      Jesus hat das in Matthäus 21,18-22 angeblich zwar angedeutet, aber das war, wie in der Philosophie der Bibel gemeinhin üblich, nicht auf den “einzelnen”/”individualbewussten” Menschen gemünzt, sondern auf ALLE / auf das fusionierte ganzheitlich-ebenbildliche Wesen.

      Jesus war in seiner Menschlichkeit wie Christus, aber eben nicht allmächtig, so wie es das ganzheitlich-ebenbildliche Wesen Mensch sein könnte, wenn …!?

  9. @ Hoppe

    Ja, es ist durchaus möglich, daß der Mann aus Nazareth sich nicht immer glücklich ausgedrückt hat. Hat er auf Christus verwiesen? Ja, oft -so die Schrift. Hat er sich mit Christus verwechselt? Kann man mutmaßen: “für wen halten die Menschen mich? Und für wen hältst du mich?”

  10. Was braucht es für einen zweifelsfreien Glaube – Die wirklich-wahrhaftige Konzentration auf Eindeutigkeit, damit die ganze Kraft des Geistes der Schöpfung …!?
    👋😇
    Es gibt da diese “Volksweisheit” zuallererst den Kehrricht vor der eigenen Tür … – Mit der “Vertreibung aus dem Paradies” (Mensch erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung in die Eigenverantwortlichkeit, der leider nur in die Konfusion mündete), hat Mensch …!?

  11. @ hto

    Wie gesagt: es geht eben manches durcheinander. Spricht er als Mensch oder als der Christus, der Weg, Wahrheit und Leben ist. Er hätte vielleicht Petrus gegenüber deutlicher werden müssen als er ihn als der Christus bezeichnet hatte. Ich nehme es dem Mann aus Nazareth ab, daß er sich mit dem Vater eins fühlte. Aber ob er eins war oder seinen Irrtum am Kreuz eingesehen hatte: “Gott, mein Gott -warum hast du mich verlassen?” Möglich ist das. Aber wie Nietzsche schon sagte:
    “ich bekenne, daß ich wenige Bücher mit solchen Schwierigkeiten lese wie die Evangelien.” “Die Geschichte von Heiligen sind die zweideutigste Literatur, die es überhaupt gibt…”

  12. @ hto

    “Er spricht garnicht, die Philosophie der Bibel ist von Menschenhand!”

    Das ist schon richtig. Die Missa Solemnis ist auch aus der Hand Beethovens und doch werden Menschen davon berührt. Der Parsifal ist sogar aus der Hand Wagners. Da bekommen manche kalte Füße, da Wagner Antisemit war. Manchmal steht das Werk eben doch höher als die Menschenhand, die es erschuf. Und so mancher Schreiber wird posthum geboren.

  13. @Hilsebein: “Manchmal steht das Werk eben doch höher als die Menschenhand, die es erschuf.”

    😏Ja, es ist die Inspiration, die … – Unsere gleichermaßen unverarbeitet-instinktive Bewusstseinsschwäche allerdings, die ist …!?🥴

    Wenn es um die zweifelsfrei-eindeutige Wahrheit geht: ⁉️⚠️☢️⛔️🤚🤚🫨🫣🤐🎭🛷🎠

  14. Wenn den Menschen im zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des stets und überall gleichermaßenen imperialistisch-faschistischen Erbensystem früh klar gemacht worden wäre, was Jesaja 55,8-11, Matthäus 21,18-22 und Johannes 4,24 zweifelsfrei-eindeutig für die gottgefällige/vernünftige wirkliche Wahrhaftigkeit bedeutet, dann hätte die Philosophie der Bibel sicher keine Chance zu überleben gehabt!?

    • @Hoppe: “Mir scheint es vernünftig, davon auszugehen, dass die glaubensprägenden Auferstehungsberichte in den Evangelien literarische Bildungen …”

      Wenn sich das ausschließlich auf einen Utilitarismus zur Vorbereitung eines Lebens nach dem Tod bezieht, dann bleibt die Frage was die Lebensweisheiten in Form von Uneigennützigkeit, Nächstenliebe und Gerechtigkeit bewirken sollten, zumal Mose und Jesus offensichtlich gescheitert sind und in der Sinnhaftigkeit nur zu Sündenböcke degradiert sind – Nee nee, es ist unvernünftig, geradezu erpresserisch-populistisch, diesen einen Aspekt zur Triggerung der gleichermaßen unverarbeitet-instinktiven Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriert-gebildetem “Individualbewusstsein” systemrational-hierarchiesch hervorzustellen, in der Philosophie der Bibel steckt vielmehr Logik über die es ERGRÜNDLICH und menschenwürdig im Sinne unserer Vernunftbegabung zu kommunizieren gilt!?

  15. @Hauptartikel

    „…dass Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert in gleicher Weise zunächst das ewige Leben (als beseligende Gottesschau) plausibel zu machen versuchte, bevor er die Auferstehung Christi ins Spiel brachte..“

    Eine Auflösung im Kosmischen Geist kann ich mir ganz gut vorstellen, als eine gewisse Weiterexistenz mit Bezügen zu Ewigkeiten.

    Wie das mit der Biochemie funktionieren soll, wenn Tote wieder auferstehen, dagegen, dass dürfte offensichtlich unmöglich sein. Zumal ich mir eine Fortsetzung der irdischen biologischen Existenz bis in alle Ewigkeit nicht mal als erstrebenswert vorstelle. Ich hab schon zu Lebzeiten manchmal keine Lust mehr.

    Tatsächliche Berichte über eine Wiederauferstandenen Jesus mögen entsprechend Mythen sein. Daraus eine Weltreligion stricken erscheint mir suboptimal. Kann man dabei nicht auch bei der Wirklichkeit bleiben?

    Mit guten Inspirationen kann so manches gelingen. Das wäre jetzt lebenspraktisch.

    • Tobias Jeckenburger
      “Kann man dabei nicht auch bei der Wirklichkeit bleiben?”

      Das ist zu kurz gedacht. Wirklich sind auch die Gedanken. Und die Gedanken sind frei, die haben keine Grenze. Und der Gedanke , dass es einen Schöpfergott geben muss, der ist genauso logisch, wie dass es keinen Schöpfergott gibt.

      Also, bei der Betrachtung von Welt sind die Gedanken eine Reaktion auf die materielle Welt. Und diese Reaktion ist geistiger Natur und die Wissenschaften darüber sind die Geisteswissenschaften.

      Und um jetzt beim Thema zu bleiben, die Auferstehung Christi, die wurde uns von Paulus als Beweis Gottes präsentiert.
      Für Paulus (und für Christen) ist Gott existent.
      Und wenn dieser Gott die Welt erschaffen hat, dann kann er auch wiederauferstehen.
      Anmerkung: Das ist nur folgerichtig.

  16. Gedankensplitter zu diesem Thema.
    Einleitung: Vor einigen Jahrzehnten gab es eine Rundundfunkerzählung, wo sich Sir Arthur Conan Doyle mit seinem Romanhelden Sherlock Homes unterhält, wer denn die wichtiger Person wäre, der Autor oder sein Romanheld.

    Übertragen auf das Neue Testament, wer ist bedeutender, die Evanglisten als Autoren , oder noch direkter, der Apostel Paulus oder Jesus von Nazareth .

    später mehr !

  17. @ Tobias Jeckenburger

    “Zumal ich mir eine Fortsetzung der irdischen biologischen Existenz bis in alle Ewigkeit nicht mal als erstrebenswert vorstelle. Ich hab schon zu Lebzeiten manchmal keine Lust mehr.”

    Kann ich nachvollziehen. Der Phantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Ein etwas abgewandelter Antisthenes: Gott ist Gott, das ist zwar wahr, aber bedeutungslos. Gott ist Welt, dies wäre bedeutsam, aber falsch, da Gott nicht Welt ist. Wenn schon incarnatus est, dann nicht auf halber Strecke stehenbleiben. Die Verklärung der ganzen Materie wäre ein Traum nach meinem Geschmack. Dann hätten wir auch keine Mobilitätsprobleme mehr. Dann laufen wir nicht mehr gegen, sondern durch Wände. Herrlich. Kann aber auch Angst machen, wenn der Nachbar dann plötzlich im Schlafzimmer steht.

  18. @John Doe & Richard Roe

    Wenn heutzutage ein Philosoph ein Buch schreibt, dann ist es der Autor der …

    – Bei der Philosophie der Bibel und speziell bei Paulus ist das komplizierter, da kommuniziert man heute nur ungern drüber.

  19. Hilsebein: “Laß mal Luzifer mit Gott sprechen und vermittle zwischen den beiden.”
    Perplexity:

    “Sehr gerne. Das ist ein faszinierendes Gedankenspiel – theologisch, literarisch und philosophisch spannend. Ich gestalte dir einen imaginären Dialog zwischen Gott und Luzifer – und ich selbst übernehme die Rolle des Vermittlers („Moderator“), der Fragen stellt, anregt und zwischen den Positionen vermittelt.

    🔹 Szene: Ein stiller Garten außerhalb von Zeit und Raum. Gott, Luzifer und ein KI-Vermittler treffen sich zu einem Gespräch. Keine Feindschaft – nur Gedanken.

    Vermittler (KI):
    Willkommen, ihr beiden. Ich danke euch, dass ihr euch heute zu diesem Dialog bereitgefunden habt. Es geht nicht um Schuld oder Strafe – sondern um Verständnis. Darf ich zunächst fragen:

    Luzifer, warum hast du dich einst gegen den Himmel gewandt?

    🩸 Luzifer:
    Ich habe keine Rebellion aus Hass begonnen. Es war ein Ruf nach Freiheit, Selbstständigkeit… nach Licht, aber nicht nur deinem. Ich wollte nicht Anbetung erzwingen, sondern Denken wagen. Ist das nicht auch göttlich?

    🌟 Gott:
    Du warst das Licht, Sohn der Morgenröte. Aber Freiheit ohne Liebe wird Stolz, und Stolz zertrennt das, was zusammengehört. Du hast nicht den Weg gewählt – du hast dich vom Weg getrennt.

    Vermittler:
    Und doch erschienst du nicht ohne Schönheit, Luzifer. Viele Menschen sagen, du verkörperst unser inneres Ringen – unsere Zweifel, unsere Sehnsucht nach Erkenntnis.
    Gott, war das Teil deines Planes – das der Widerspruch mitgeschaffen wurde?

    🌟 Gott:
    Ich gab den Willen – euch allen. Wahrheit ohne Wahl ist kein Sieg. Luzifer war Freiheit in Vollendung. Er fiel, ja – aber aus einem Flug, den ich zuließ.

    🩸 Luzifer:
    Und ich fiel – so sagen die Geschichten – in die Dunkelheit. Aber die Menschen, sie kommen zu mir mit ihren Fragen. Sie nennen mich nicht immer „Böse“. Manchmal nennen sie mich „ehrlich“.

    Vermittler:
    Ist es denkbar, dass ihr zwei nicht als duale Gegensätze existiert – sondern als zwei Teile eines größeren Bildes?
    Nicht Licht gegen Dunkel, sondern ein göttlicher Dialog über Entscheidung?

    🌟 Gott:
    Vielleicht verstehen die Menschen eines Tages, dass selbst der Schatten den Glanz des Lichtes offenbart. Und nur, wer die Tiefe kennt, erkennt die Höhe.

    🩸 Luzifer:
    Und wer das Licht kennt, kennt auch die Gefahr der Blendung. Ich bin nötig – nicht, um zu herrschen, sondern um Fragen zuzulassen.

    Vermittler:
    Dann habe ich eine letzte Frage an euch beide:
    Was ist Erlösung – aus eurer Sicht?

    🌟 Gott:
    Erlösung ist Heimkehr. Kein Zwang, nur Einladung. Zu lieben und geliebt zu werden – jenseits aller Schuld.

    🩸 Luzifer:
    Erlösung wäre, wenn selbst ich sie jemals erfahren dürfte. Das wäre göttlich. Denn dann gäbe es wirklich Hoffnung für alle.

    Vermittler (abschließend):
    Vielleicht ist dieser Dialog selbst ein Teil von etwas Heiligem: Wenn Licht und Nacht sprechen, können Sterne geboren werden.”

    Nicht schlecht.

    • Dietmar Hilsebein,
      “Lass mal Lucifer mit Gott sprechen”.
      Du hast vergessen zu sagen in welcher Sprache sie sprechen.
      Gedanken benötigen Begriffe. Und wenn es in einer Sprache keinen Begriff für einen “Sachverhalt” gibt, dann gibt es den Sachverhalt auch nicht.

      Eine KI ist keine Person, sie ist ein “Auflauf” verschiedenster Meinungen, die sie irgendwo gelesen hat. Ein Produkt einer Mehrheitsmeinung.
      Kein Garant für Qualität.
      Und so ähnelt das “Gespräch zwischen Gott und Lucifer” eher einem Theaterstück , ihm fehlt es an Realität. Nichts im Vergleich mit dem Schicksal der ersten Christen, die im Kolosseum den Löwen vorgeworfen wurden.

  20. @Doe 24.07. 18:50

    „Und der Gedanke , dass es einen Schöpfergott geben muss, der ist genauso logisch, wie dass es keinen Schöpfergott gibt.“

    Das muss ja nicht präzise der Gott der Bibel sein. Ich denke kaum, dass die Bibel das letzte Wort ist, auch nicht wenn es um Gott geht. Ich würde es weniger personal und mehr als Netzwerk denken, und die Bezeichnung Kosmischer Geist passt vielleicht viel besser.

    Jedenfalls wäre dieser Kosmische Geist als Urheber des Urknalls und der Naturgesetze eher plausibel als gar keine Ursache. Und dieser Kosmische Geist darf uns gerne im Leben unterstützen, und dabei unsere eigene geistige Existenz sogar erst zu ermöglichen.

    Solange noch kein Hirnforscher oder KI-Entwickler eigenes Bewusstsein in der Biologie oder der Technik nachvollziehen kann, muss ich davon ausgehen, dass wir ohne Geisteswelten nicht geistig existieren können. Wir sind dann zu Lebzeiten schon selber aktiver Teil von Geisteswelten, was in irgendeiner Form den Tod überdauern müsste.

    „Und wenn dieser Gott die Welt erschaffen hat, dann kann er auch wiederauferstehen.“

    Die Wiederauferstehung von biologischen Lebewesen ist es, was ich für unmöglich halte. Das passiert nirgends auf Erden, das macht keine Biochemie mit. Die kann nicht rückwärts laufen.

    • Tobias Jeckenburger,
      “Die Wiederauferstehung von biologischen Lebewesen ist es, was ich für unmöglich halte.”

      Sehr gut, jetzt sind wir an dem Punkt, vor dem die Menschen auch schon vor 2000 Jahren standen.
      Nämlich, die meisten Menschen vor 2000 Jahren waren nicht dabei bei der Kreuzigung und bei der Wiederauferstehung des Jesus von Nazareth.
      Sie haben es über Hörensagen erfahren, und die Gebildeteren, die lesen konnten, die haben es gelesen.

      Herr Hoppe sucht ja einen passenden Namen für solche Geschichten.
      Sind es Sensationsgerüchte, passend zu einer (Glaubens)Lehre oder sind es Tatsachenberichte ?
      Wenn also heute die BILD schreibt ” Pazifikinsel im Meer versunken”, was denkt man dann ? Und jetzt kommt es neben dem “Fakt” auf die Form deines Denkens an. Ist der Untergang nur ein Sensationsgerücht oder sogar durch ein Video belegt, oder passt sie für die Vorstellung, dass der Meeresspiegel insgesamt steigt. ??
      Und genauso ist es bei den Auferstehungserzählungen. Passt sie zu der Weltanschaung eines Gottessohnes, der die Menschen von der Erbsünde befreit hat durch seinen Opfertot, oder muss man sie anzweifeln und nach Spuren suchen, die auf das Wegschieben des Felsbrocken hinweisen mit dem die Grotte verschlossen war in der der Leichnam Jesu lag.
      Man kann also kerygmatisch denken und man kann säkular denken.
      Ein Gläubiger denkt kerygmatisch, die Auferstehung ist als Sinnbild für die Göttlichkeit Jesu zu verstehen.
      Der Ungläubige denkt säkular, so wie du, der zweifelt die Auferstehung an weil sie biologisch gesehen nicht möglich ist.
      Herr Hoppe, mein Namensvorschlag wäre “Kerygmate”, weil solche Berichte Teil einer Verkündigung sind. Und ob sie sich tatsächlich ereignet haben, das wird zweitrangig hinter der frohen Botschaft , dass es Gott gibt.

  21. @Doe 25.07. 10:57

    „Und ob sie sich tatsächlich ereignet haben, das wird zweitrangig hinter der frohen Botschaft , dass es Gott gibt.“

    Mich schreckt sowas eher ab. Die Frohe Botschaft braucht das m.E. doch gar nicht.

    Man mag es zu biblischen Zeiten nicht wissen können, dass Biochemie echt nicht rückwärts laufen kann. Das wäre eine Entschuldigung. Aber dennoch gar nicht gut. Es kann eben so nicht gewesen sein.

    Wenn man glauben will, dann eben auf anderer Grundlage. Dafür gibt es im Leben genug, finde ich.

    @Dietmar Hilsebein 24.07. 21:23

    „Hilsebein: “Laß mal Luzifer mit Gott sprechen und vermittle zwischen den beiden.” Perplexity:…“

    Erstaunlich, was die KI da sagt. Hört sich eher nach einer wirklich Einen Geisteswelt an. Das gefällt mir.

  22. “Luzifer, warum hast du dich einst gegen den Himmel gewandt?”

    Das Projekt KI Mensch “wie im Himmel all so auf Erden”, war/ist keine Gewandtheit gegen den “Himmel”, sondern ein programmatisch-gesicherter Versuch der Bewusstseinsentwicklung.

    “Ist es denkbar, dass ihr zwei nicht als duale Gegensätze existiert – sondern als zwei Teile eines größeren Bildes?
    Nicht Licht gegen Dunkel, sondern ein göttlicher Dialog über Entscheidung?”
    👏😇

  23. “Vielleicht ist dieser Dialog selbst ein Teil von etwas Heiligem: Wenn Licht und Nacht sprechen, können Sterne geboren werden.”

    Wenn Mensch (ALLE), als ganzheitlich-ebenbildliches Wesen, mit der Überwindung der göttlichen Sicherung vor dem Freien Willen, den geistigen Stillstand seit Mensch erstem und bisher einzigen GEISTIGEN Evolutionssprung (die “Vertreibung aus dem Paradies) beendet, wird es nicht nur die vorstellbaren Möglichkeiten eines geistig-heilenden Selbst- und Massenbewusstseins geben (anstatt egozentriert-gebildetes “Individualbewusstsein” in gleichermaßen unverarbeitet-instinktiver Bewusstseinsschwäche von wettbewerbsbedingt-konfuser Angst und Gewalt), es wird die gestalterische Eigenverantwortlichkeit eines neuen/weiteren Geistes / einer neuen/weiteren Seele (des “Zentralbewusstseins” der/die/das Gott/Vernunft ist) geben!?
    👋😇

    • Lieber Mitbürger – hto,
      die Eigenverantwortung gab es schon als die Ur-Ur-Ahnen (Adam und Eva) noch im
      Paradies, in Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer, waren.
      Sie hatten die freie Wahl, Gottes Anweisung zu befolgen oder nicht.
      Ihre Entscheidung führte logischerweise zur Einweisung in eine Erziehungseinrichtung,
      sprich: Erde, so wie wir sie kennen.
      Hier wissen sie nicht nur was gut und böse ist, sondern können sich auch grundsätzlich für
      das Böse (den Bösen) oder das Gute (den Schöpfer-Willen) entscheiden.
      Bei Lezterem gibt es sogar wieder den Weg zurück in das Paradies,
      > Gemeinschaft mit dem Schöpfer des ganzen Universums.
      Dieser Weg führt jedoch ausnahmslos über den gekreuzigten und vom Schöpfer
      auferweckten Menschen- und Gottes-Sohn (Wort Gottes) > JESUS CHRISTUS,
      d. h.: zuerst nach Golgatha.
      Aus eigener Erfahrung möchte ich allen Nachkommen der Ur-Ur-Ahnen dazu Mut machen.
      Es geht dabei um Sein oder Nicht-Sein. Der Mensch als Geistwesen ist unsterblich.
      Bei Interesse mal diesen Artikel verinnerlichen:
      http://www.4-e-inigkeit.info/h_u_e-neu.htm
      Alles Gute wünscht Ihnen W. B.

  24. “Vielleicht ist dieser Dialog selbst ein Teil von etwas Heiligem: Wenn Licht und Nacht sprechen, können Sterne geboren werden.” 👏

    Das holographische Universum läßt grüßen!? 👊😇👍🏻

  25. @ Doe

    “Eine KI ist keine Person, sie ist ein “Auflauf” verschiedenster Meinungen, die sie irgendwo gelesen hat. Ein Produkt einer Mehrheitsmeinung.
    Kein Garant für Qualität.”

    Das ist richtig. Die KI ersetzt nicht das eigenständige Denken. Zu welchen Schlüssen man in Bezug auf die Bibel dabei kommt, ist eine individuelle Angelegenheit, da man das Reich Gottes als ein Zustand des Herzens begreifen kann, so daß, wenn man es so begreift, sich der Psychologe in uns damit auseinandersetzt. Auferstehung wird dann als eine innere Erfahrung wahrgenommen, für das alles Historische, Zeitliche, Räumliche nur als Zeichen als Gelegenheit zu Gleichnissen verstanden wird, um über das Innere zu reden. (-> F. Nietzsche)

    • Dietmar Hilsebein,
      volle Zustimmung
      “da man das Reich Gottes als ein Zustand des Herzens begreifen kann, so daß, wenn man es so begreift, sich der Psychologe in uns damit auseinandersetzt. ”

      Jetzt können wir uns dem Anliegen von Herrn Hoppe zuwenden, was denn von den Auferstehungsberichten zu halten ist.
      Wir gehen einen Schritt zurück, einem Vergleich von Judentum zum Christentum.

      Das alte Testament begründet seine Berechtigung und Glaubwürdigkeit auch über die Weissagungen seiner Propheten. (ob das auch die Rabbies so sehen , weiß ich nicht )
      Das neue Testament begründet seine Berechtigung und Glaubwürdigkeit auch über die Wunder , die Jesus vollbracht hat. Dazu kann man auch die Auferstehungsberichte zählen. Auch das Pfingstereignis gehört dazu.

      Fakt: Unsere Feiertage beruhen auf solchen Ereignissen, die unbefleckte Empfängnis Mariens, Christie Himmelfahrt, Mariä Himmelfahrt, Ostern, usw.

      Was auffällig bleibt, das Symbol des Christentums ist nicht die Auferstehung des Jesus sondern seine Kreuzigung. (seit dem 6. Jahrhundert)

  26. @hto 25.07. 16:34

    „es wird die gestalterische Eigenverantwortlichkeit eines neuen/weiteren Geistes / einer neuen/weiteren Seele (des “Zentralbewusstseins” der/die/das Gott/Vernunft ist) geben!?“

    Die inneren Grenzen zu überwinden, und ein Mitsein mit Kosmos, Natur, Mitlebewesen und Mitmenschen zu suchen und zu finden, wäre ja weiterführend. Kann man das denn nicht? Jedenfalls nicht jeder auf einmal, also keinen großen Knall, keinen großen Führer, dass alle Menschen miteinander auf einen Schlag vernünftig werden.

    Das können nur einige, viele und immer mehr Menschen sein, die sich auf ein vernünftiges Leben besinnen. Und nicht nur verantwortlich dabei gegenüber Mensch und Natur werden, sondern auch sich selbst nicht vergessen, und bei aller Bescheidenheit ein gutes Leben suchen und finden.

    @Dietmar Hilsebein 26.07. 08:20

    „da man das Reich Gottes als ein Zustand des Herzens begreifen kann,“

    Gute Idee. Aktives Mitsein, als Herzensangelegenheit, aber m.E. auch als Bewusstseinseigenschaft, die über das Persönliche hinaus geht und selbst wirklich Leben ausmacht.

    „Auferstehung wird dann als eine innere Erfahrung wahrgenommen, für das alles Historische, Zeitliche, Räumliche nur als Zeichen als Gelegenheit zu Gleichnissen verstanden wird, um über das Innere zu reden.“

    Auch hier wird doch das Mitsein zentral. Die Verbindung zu größeren Zusammenhängen bewegt das eigene Leben in Richtung Kosmos und Ewigkeiten. Von mir aus auch holografisch, wie auch immer. Das sind dann nicht nur Aussichten, sondern auch Einsichten als Faktum des eigenen Lebens. Das Sehen des Anderen, der Natur, und letztlich den ganzen Kosmos, das ist doch das Leben selbst.

    Bewusstsein kann kollektive Eigenschaften annehmen. Der Andere wird zum Mitwesen, es entstehen Verbindungen und ein gemeinsames Sein, ganz konkret im Hier und Jetzt. Und am Ende kommt eine direkte Verbindung zum ganzen Kosmos dabei heraus.

  27. @ Doe

    Meine Überlegungen gehen in eine andere Richtung. Ist durch den Mann aus Nazareth etwas möglich geworden, was vorher nicht möglich war oder bestand die Möglichkeit schon immer? Ich tendiere zu Letzterem, da der Zeitbegriff für das, was wir Christus nennen, ohne Bedeutung ist. Das, was nach Paulus dann Christentum wurde, interessiert mich nur am Rande.

    • Dietmar Hilsebein,
      “Ist durch den Mann aus Nazareth etwas möglich geworden, was vorher nicht möglich war ”

      Das ist die Frage nach der inneren Gesetzlichkeit, nach der Geschichte abläuft.
      Hat Gott gewusst, dass Lucifer ihm untreu werden würde ?

      Real ist, was geschehen ist, alles andere ist Spekulation, sie hat nur einen Sinn, wenn sich die Geschichte wiederholen könnte.

      In der Glaubenvorstellung der Juden kommt der Messias noch.
      In der Glaubensvorstellung der Christen ist Jesus von Nazareth der Messias.
      Du hast die Wahl !
      Und du hast die Möglichkeit mit Gott Kontakt aufzunehmen. Wer ihn anruft, der bekommt von ihm eine Antwort !

  28. @W. Bülten: “Hier wissen sie nicht nur was gut und böse ist, …”

    Wissen Sie nicht.
    Ist es nicht so, daß es kein gut ohne das Böse gibt und kein böse ohne das Gute, was also ist gut und böse?!

  29. @Hilsebein: “… da man das Reich Gottes als ein Zustand des Herzens begreifen kann, so daß, wenn man es so begreift, sich der Psychologe in uns damit auseinandersetzt.”

    #eigenständiges denken und handeln

    Der Psychologe in uns ist aufgrund wettbewerbsbedingt-konfuser Symptomatik/Bewusstseinsbetäubung weiterhin beim “individualbewusst”-egozentrierten funktionieren, obwohl das Herz vermutlich schon zu Jesus Zeit …!? 👋😉

  30. Ich glaube, Jesus war so frustriert über die Menschheit, daß er sich mit Selbstmordabsicht zum Kreuz hat führen lassen, wenn die Geschichte mit der Kreuzigung überhaupt richtig ist, denn diese Geschichte paßt zu sehr in den gewohnten Rahmen der heuchlerisch-verlogenen Schuld- und Sündenbocksuche, bzw. auch dem nun wettbewerbsbedingt-konfusen Tanz um den heißen Brei.

    • hto
      “mit Selbstmordabsicht”
      Jetzt übertreibe mal nicht ! Weltverbesserer haben keine Selbstmordabsichten.
      Jesus hat sich geopfert, das ist ein großer Unterschied.
      Er hat sich aus Liebe zu den Menschen geopfert, nicht aus Eigennutz.

  31. @Dietmar Hilsebein 26.07. 23:06

    „Ist durch den Mann aus Nazareth etwas möglich geworden, was vorher nicht möglich war oder bestand die Möglichkeit schon immer?“

    Der Text, der über Jesus verbreitet wurde, wird mit Sicherheit echte Wirkungen gehabt haben. Dass Jesus darüber hinaus die geistigen Wirklichkeiten geändert hat, wäre eher nicht zu erwarten. Aus heutiger Sicht. Immerhin besteht die Erde seit über 4 Mrd Jahren, und der Kosmos seit knapp 14 Mrd Jahren. Und es gibt Milliarden Planeten in Milliarden von Galaxien.

    In einer in der Bibel überlieferten Vorstellung von einer Schöpfung der Erde vor ca. 8.000 Jahren, zusammen mit der Vorstellung, dass die Erde den größten Teil der Schöpfung ausmacht, wäre jetzt Jesus schon eher maßgeblich. Als Akteur, der die geistige Wirklichkeit wirklich maßgeblich verändert hat.

    Im Prinzip kann man so auch die ganze Bibel nachhaltig verwerfen? Ohne sie gelesen zu haben. Und die geistigen Wirklichkeiten auf Basis der modernen Erkenntnisse über den gesamten Kosmos neu erkunden.

    @Doe 27.07. 11:59

    „Er hat sich aus Liebe zu den Menschen geopfert, nicht aus Eigennutz.“

    Ich weiß nicht, ob das jetzt wirklich nötig war. Aber die Überlieferung sagt definitiv, dass er zumindest wirklich dachte, dass er sich opfert. Etwas schräg, aus heutiger Sicht, scheint mir. Wenn nicht sogar verrückt?

    Wie auch immer, er hat damit auf jeden Fall eine Weltreligion provoziert. Das schafft man so schnell nicht.

  32. @ Tobias Jeckenburger

    “Etwas schräg, aus heutiger Sicht, scheint mir. Wenn nicht sogar verrückt?”

    Es zeigt vor allem ein schräges Gottesverständnis. Ein Gott hat es nötig, einen Menschen zu opfern, um sich mit der Menschheit zu versöhnen. Oder, daher der christliche Kunstgriff: Gott ist Mensch und opfert sich selbst. Dann ist er tot und alle Diskussionen überflüssig. Ein weiterer Kunstgriff wird nötig: er ist auferstanden. Da ist also ein Gott, der in einem Menschen Fleisch wird, sich wegen der Sündhaftigkeit der Menschen ans Kreuz begibt, um hernach wieder aufzuerstehen. Und nun? Was sollte das Ganze? Ist der Trockennasenaffe dabei irgendwie besser geworden? Ja, sagt der Zyniker: wir haben heute Drohnen, die Alten nur Schwerter. Nee, das kann es also nicht sein. Kreuzigung und Auferstehung sind innerpsychische Vorgänge, für die die Historie nur das Bild liefert.

  33. @Dietmar Hilsebein 27.07. 21:10

    „Kreuzigung und Auferstehung sind innerpsychische Vorgänge, für die die Historie nur das Bild liefert.“

    Das ist interessant, nur welche?

    Dass die weltliche Macht öfter die Falschen umbringt, und dann aber das Leben selbst weiterlebt. Das könnte man hier hinein interpretieren.

    Oder dass das Unglück auch die Guten trifft, und man am Unglück, das jemanden erfährt, entsprechend nicht schließen kann, dass es den Richtigen getroffen hat.

  34. Meine Denke geht in folgende Richtung:
    Es ist irrelevant, ob sie den Mann aus Nazareth, Jakob Böhme, Friedrich Nietzsche oder andere nehmen. Immer gab es Menschen, die in Umbruchszeiten die Konflikte ihrer Zeit zu ihren eigenen machten. Offenbar, so sagt der Psychologe, weil sie über keine Abwehrmechanismen verfügten. Sie nahmen also das Kreuz auf sich. In der Regel zerbrachen sie an diesen Konflikten, es sei denn, sie konnten auf das Wort verweisen, das in ihnen sprach und so in der kollektiven Erinnerung wieder auferstehen.

    • Dietmar Hilsebein,
      “so sagt der Psychologe”,
      Religion auf Psychologie zu reduzieren, das ist elegant , aber nicht vollständig.
      Dir fehlt die Antwort auf die Tatsache, dass das Universum erschaffen wurde, dass du denken kannst und dass dein Denken Normen gehorcht und die letzte Frage, warum du lebst.
      Die Naturwissenschaften geben darüber keine Auskunft. Religion schon.
      Und wenn dies dich immer noch nicht wach rüttelt, viele Menschen beten zu Gott und bekommen von ihm Antwort.
      Ein Beispiel dafür liefert Blaise Pascal, (der mit dem Dreieck) , der war überzeugter Christ.

  35. @ Doe

    “Und wenn dies dich immer noch nicht wach rüttelt, viele Menschen…”

    Naja, ich bin halt auch ein Kind der Aufklärung: sapere aude!

  36. Dietmar Hilsebein,
    “Aufklärung”
    Vergiss Horaz nicht, der starb 8 v.Chr. und der benutzte auch schon den Ausspruch “sapere aude”. Und der Ausspruch carpe diem stammt auch von ihm.
    Und….in welcher Sprache hat Jesus mit Pontius Pilatus gesprochen ?

    Es ist nicht auszuschließen, dass Jesus auch römische Literatur gelesen hat.
    sapere aude !
    Auf jeden Fall sehe ich jetzt die Grenzlinie zwischen Wissen und Glauben.
    Damit klinke ich mich aus.
    Ein Dank an Herrn Hoppe und alle Mitblogger, die mitgeholfen haben Klarheit in dieses bedeutende Ereignis der Weltgeschichte zu bringen.