Eine Maschine ist gut zu Vögeln

Die ersten Hühner zu Beginn der Schicht gehen noch ganz gut. Dann werden die Arme allerdings schwerer und schwerer – und irgendwann will man den Job einfach nur noch erledigt haben. Hühner packen und dann endlich Feierabend machen – das ist das Ziel. Wenig überraschend: wenn der Umgang mit den Tieren leidet, leiden diese auch. Die „Humane Society of the United States“ plädiert daher für eine Maschine als Alternative.

Zugegeben, ich war kurz irritiert. Da schrieb ich vor einiger Zeit einen längeren Artikel, weshalb Roboter auch in Zukunft keine Tierhalter ersetzen werden und dann lese ich sowas. Jetzt ist der „Chicken Harvester“ kein Roboter, sondern wird von einem Menschen gesteuert, trotzdem: gerade im direkten Kontakt können Menschen ihre Stärken wie Empathie und eine fundierte Kenntnis der Tiere ausspielen und werden Robotern da auch in Zukunft noch eine Weile überlegen sein.

Etwas anders sieht das gegen Ende der Mast aus, wenn die Tiere ausgestallt werden, also den Stall verlassen und zum Schlachthof gebracht werden. Das ist eine rein körperliche Arbeit, die von „Sammel-Teams“ absolviert wird und über längere Zeit sehr anstrengend ist. Während einer einzelnen Schicht hebt ein „Hühner-Sammler“ 5-10 Tonnen Vögel pro Stunde. In Individuen macht das 1000-1500 Tiere. Zu der zweifellos physisch harten Arbeit der Menschen kommt aber noch andere Aspekte, die das Einsammeln problematisch machen.

Über die letzten Jahrzehnte haben wir Geflügelrassen entwickelt, die in kurzer Zeit ein hohes Gewicht erreichen können. Vom Standpunkt der Fütterung aus gesehen ist das super effizient. Leider kann das Skelett der Tiere dem schnellen Wachstum nicht so richtig folgen. Es bräuchte mehr Zeit und ist daher zum Schlacht-Zeitpunkt deutlich fragiler als es sein sollte.
Der physische Zustand der Tiere ist aber nur ein Aspekt des Problems, das letztlich eine Maschine rechtfertigt. Die andere Sache ist die fehlende Beziehung zwischen Geflügel und Tierhalter. Klar, es gibt Ratschläge, dass das Personal während der Mastphase nicht wechseln sollte, um Stress durch fremde Menschen zu vermeiden. Direkter Kontakt zwischen Mensch und Tier ist zu keinem Zeitpunkt vorgesehen (und auch gar nicht ausreichend möglich), weshalb der Tag des Ausstallens die Tiere natürlich stark stresst.

Im HSUS-Report werden eine Reihe von Referenzen angeführt, die die Probleme, welche durch die Kombination des noch nicht ausreichend entwickelten Knochengerüstes und eines unsachgemäßen Umgangs mit den Tieren, belegen. Zusammengefasst erreichen viele Vögel den Schlachthof in schlechtem Zustand – vor allem Knochenbrüche und äußere Verletzungen sind hier zu nennen.
An dieser Stelle kommt jetzt der Chicken Harvester ins Spiel, der gegenüber menschlichen Teams gleich mehrere Vorteile hat. Zum einen ist er eben kein Mensch, zum anderen arbeitet er konstant. Ermüdungserscheinungen sind ausgeschlossen, während die Tiere weniger gestresst und verletzt werden. Der Harvester greift die Tiere mit weichen Gummi-Fingern und führt sie dann in die Kisten, in denen sie dann zum Schlachthof kommen.

Das klingt doch ziemlich interessant, löst der Chicken Harvester dich das Problem ermüdender Arbeiter und dürfte gerade in Gegenden mit hohen Lohnkosten oder fehlenden Arbeitskräften eine weitere interessante Möglichkeit darstellen, um den Stall zu räumen.

Aber natürlich gilt auch hier: keine Vorteile ohne Nachteile. In Versuchen hat sich herausgestellt, dass durch das maschinelle Sammeln mehr tote Tiere am Schlachthof eintreffen. Der Grund ist einfach: es sterben immer mal wieder Tiere, nicht selten an einem Herzinfarkt. „Menschliche Sammler“ erkennen diese und sortieren sie aus (natürlich macht das auch der Tierhalter während der gesamten Mast-Periode). Der Mensch am Steuer des Harvester kann diese nicht erkennen und sammelt sie einfach mit ein. Vielleicht sollte man dann zu Beginn einfach den Stall durchgehen und tote Tiere einsammeln.

Für jene, die sich das noch nicht so richtig vorstellen können, gibt es hier ein Video:

Falls Ihr jetzt also in einem sozialen Netzwerk Eurer Wahl mit Videos belästigt werdet, in denen diese Maschinen als das menschlich Böse gegenüber der armen Kreatur präsentiert wird, wisst Ihr es jetzt besser 😉


Referenzen

Veröffentlicht von

Wissenschafts- und Agrarblogger seit 2009 – eher zufällig, denn als „Stadtkind“ habe ich zur Landwirtschaft keine direkten Berührungspunkte. Erste Artikel über Temple Grandin und ihre Forschungen zum Thema Tierwohl wurden im Blog dann allerdings meiner überwiegend ebenfalls nicht landwirtschaftlichen Leserschaft derart positiv aufgenommen, dass der Entschluss zu einer stärkeren Beschäftigung mit der Landwirtschaft gefallen war. Auch spätere Besuche bei Wiesenhof und darauf folgende Artikel konnten die Stimmung nicht trüben. Seit 2015 schreibe ich auch gelegentlich für das DLG-Blog agrarblogger.de, teile meine Erfahrung in der Kommunikation als Referent und trage nebenbei fleißig weitere Literatur zum Thema Tierwohl zusammen. Auf Twitter bin ich unter twitter.com/roterhai unterwegs.

44 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der „Chicken Harvester“ erinnert mich an den Film „Metropolis“ von Fritz Lang, wo die Arbeiterklasse unter der Stadt an riesigen Maschinen für den Gewinn der Reichen schuftet. Nach einem Unfall überhitzt die Anlage und wird zum alles verschlingenden Moloch. Und während noch Tote und Verletzte abtransportiert werden, rückt schon die nächste Arbeitskolonne vor, um die freigewordenen Plätze wieder zu besetzen.

    • Hallo Mona,

      warum so martialisch? Auch über Twitter bekam ich ähnliche Reaktionen wie schlimm das sei. Dabei gibt es – das habe ich hoffentlich ausreichend erklärt – gute Gründe für die Maschine im Vergleich zu menschlichen Sammlern.

      • @Sören Schewe

        Ich tippe mal solche Kommentare kommen im Wesentlichen von Menschen die Massentierhaltung / Tierhaltung und oder Maschinen als unnatürlich und unethisch ablehnen. Wenn eine solche Ideologie einmal fest geprägt ist, sind auch kleinste Kompromisse abzulehnen.
        Manchmal werden solche Verbesserung auch nur abgelehnt, damit das Feindobjekt nicht besser da steht und damit ein schlechteres Angriffsziel bietet.

        Sehen sie ja sehr gut an den Kommentaren. Der erste ist Vegetarier und lehnt offensichtlich Massentierhaltung ab. Der zweite prangert die kapitalistische Ausbeutung Mittels Maschinen an.
        Mit dem Thema hat das alles nichts zu tun.

        Wenn man am Tierwohl interessiert ist, sollte einem jede Verbesserung für die Tiere wichtig sein. Und somit finde ich die Idee gut. Vielen Dank für den sehr interessanten Artikel.

        • Hi tobmat,

          Mona liest und kommentiert hier schon lange und ich kenne sie als sachliche Diskutantin. Daher fragte ich vorsichtig nach den Gründen für ihre martialische Wortwahl.

        • @tobmat:

          Wir sind hier auf einem Wissenschaftsblog und es ist gute Tradition über verschiedene Aspekte eines Artikels zu diskutieren. Dabei geht es weder darum anderen nach dem Mund zu reden noch sie mit Unterstellungen oder Todschlagargumenten mundtot machen zu wollen. Wissenschaft ist keine Religion, sondern ein sich ständig weiterentwickelnder Prozess. Sie sollten deshalb besser mit Argumenten kontern, anstatt küchenpsychologische Betrachtungen über meine Person anzustellen.

          • „Sie sollten deshalb besser mit Argumenten kontern, anstatt küchenpsychologische Betrachtungen über meine Person anzustellen.“

            Sie verglichen die Maschine mit einer Szene aus einem Film. Dabei sagten sie “ wo die Arbeiterklasse unter der Stadt an riesigen Maschinen für den Gewinn der Reichen schuftet“. Mehr kam gar nicht.

            Als was genau soll man das sonst interpretieren?

            Und wie sollte ich ihr persönliches Empfinden mit Argumenten kontern?
            Über Geschmack (Empfinden) sollte man nicht streiten. Das führt zu nichts.

        • @ tobmat

          Zur Vermeidung von Missverständnissen (was man auch als dass ich mich nicht klarer ausgedrückt habe sehen kann):

          Ja – ich lehne Massentierhaltung ab [gefällt “mir (ganz) persönlich“ nicht]. Der Gedanke dass Maschinen unnatürlich sind ist mir allerdings noch nicht gekommen. Unethisch stimmt in diesem Falle. Ich finde solche Art von (Vogel-) Leben (Lebensinhalt/-qualität) nicht “schön“. Insofern es (für mich) durchaus » mit dem Thema « zu tun hat.

          Mein » nun denn – wie auch immer .. Ich bin da nur „froh“ Vegetarier zu sein .. « ist so zu verstehen dass ich Nichtvegetarier selbstverständlich respektiere (“nun denn – wie auch immer“). Es gibt andere Eigenschaften an uns Menschen bei denen es mir schwer fällt sie zu respektieren. Und ich ich war ja selber lange Zeit Nichtvegetarier. Und: Who knows – vll. werde ich wieder einer. Dass *froh* war nicht (deswegen auch in Anführungszeichen) als dass ich Nichtvegetarier als “unfroh“ (unglücklich, bedauernswert) sehe – od. mir wie auf die Schulter klopfend vorkomme. “Ich (ganz) persönlich“ bin halt “froh“ keinen Beitrag mehr dazu zu leisten dass Tiere so existieren müssen – und arbeite daran andere ungute Eigenschaften an mir ebenfalls zu reduzieren/eliminieren.

          • „Der Gedanke dass Maschinen unnatürlich sind ist mir allerdings noch nicht gekommen.“

            Das war auch nicht auf sie persönlich bezogen. Der Autor hat ja noch mehr Rückmeldungen in anderen Medien bekommen und fast immer ist bei solchen Diskussionen jemand drunter der Maschinen als unnatürlich ablehnt.
            Das sagt jedenfalls meine Erfahrung, die sich just vor einer guten Stunde in einer anderen Diskussion zu einem ganz anderen Thema (aber auch Maschinen) bestätigte.

            „Ich finde solche Art von (Vogel-) Leben (Lebensinhalt/-qualität) nicht “schön“. Insofern es (für mich) durchaus » mit dem Thema « zu tun hat.“

            Das sie froh sind nicht mehr an MAssentierhaltung beteiligt zu sein, hat etwas mit dem Thema (Maschine zur Steigerung des Tierwohls) zu tun?

        • Ich finde es generell ermüdend, wenn eine Diskussion über ein wissenschaftliches Thema gleich von vorneherein emotionalisiert wird. Wahrscheinlich ist alles, was mit landwirtschaftlicher Tierhaltung zu tun hat, ein Aufregerthema, sodass die sachliche Diskussion von vorneherein erschwert wird.

          Was das Tjema mit Gigantomanie, laut Duden der „Sucht, alles ins Riesenhafte, Maßlose zu übersteigern, mit gewaltigen Ausmaßen zu gestalten“ zu tun haben soll, sehe ich nicht. Auch ist mir nicht bekannt, dass es in der Wirtschaft eine generelle Hinwendung zu „kleinen überschaubaren Einheiten“ gäbe, sodass die Landwirtschaft hier eine Ausnahme darstellt. Ist das so? Ich gehe genau wie Sören Schewe davon aus, dass es handfeste ökonomische Gründe für die Bildung landwirtschaftlicher Großbetriebe gibt. Ferner meine ich, dass die hier wirkenden Mechanismen in anderen Bereichen der Wirtschaft ganz genau so gelten. Ich verstehe auch nicht, warum es überthaupt erwähneneswert ist, dass Einzelne eine neuerung als gewöhnungsbedürftig empfinden. Alles, wa sneu ist, bedarf der Gewöhnung. Wäre man scon daran gewöhnt, dann wäre es ja nicht neu.

          Bei aller Aufregung scheinen manche zwei Aspekte zu übersehen, die Sören Schewe explizit genannt hat.

          Erstens spricht sich die „Humane Society of the United States“ für die Einführung dieser Form der Mechanisierung der Landwirtschaft aus. Die HSUS ist eine Tierschutzorganisation, und zwar eine große. Soviel zum Stichwort „Tierwohl“.

          Zweitens: Tierwohl ist wichtig. Aber auch der Mensch ist wichtig. So wie die spezifische Arbeit beschrieben wird, die laut dem Blog-Artikel von Maschinen übernommen werden soll, ist es eine echte Knochenarbeit: Hart, gesundheitsschädigend und repetitiv. Ich sehe durchaus Vorteile, wenn Maschinen in diesem Bereich der Landwirtschaft, wie schon zuvor in vielen anderen Bereichen der Landwirtschaft die übelsten Arbeiten übernehmen, die wahrscheinlich Menschen nur noch ungern machen wollen.

          • Klingt sehr zustimmungsfähig, Herr Khan, allerdings, Hand aufs Herz, haben Sie jetzt wesentliche neue Aspekte dieser kleinen Kommentatorik beigefügt?
            MFG
            Dr. Webbaer (der im Abgang darauf hinweist, dass es im Web, insbesondere in Feedback-Bereichen eine gewisse Folklore gibt, zu beachten vielleicht auch die Überschrift des hier dankenwerterweise beigebrachten ganz bemerkenswerten WebLog-Artikels)

      • Man muss nicht von jeder Neuerung begeistert sein. Wobei man natürlich im Auge behalten muss, dass Hühner, die nicht in Käfigen gehalten werden, vor dem Schlachten erst eingefangen werden müssen. Für sehr große Hühnermastbetriebe bietet sich der „Chicken Harvester“ sicher an. Hühner wie Gemüse zu ernten finden viele Leute jedoch gewöhnungsbedürftig. Während man in anderen Branchen bereits versucht von der Gigantomanie wegzukommen und kleinere, überschaubare Einheiten schafft, passiert in der Landwirtschaft genau das Gegenteil.

        • Eins vorweg: Mastgeflügel wird nie in Käfigen gehalten.

          Es ist schon richtig, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft weitergeht und die Betriebe wachsen lässt. Das hat mehrere Gründe: eine fehlende Nachfolge für den Hof ist sehr verbreitet, weil die Kinder lieber in der Stadt arbeiten. Ein anderer Faktor, der den Strukturwandel fördert, sind Gesetze und Auflagen. Wenn bspw. ein Verbot der Anbindehaltung für Milchkühe gefordert wird, müssen kleinere Betriebe aufgeben, weil sie einen Stall-Neubau nicht finanzieren können. Das hat mit Gigantomanie erstmal nicht viel zu tun.

          Sicher, so eine Maschine, die Hühner erntet, ist gewöhnungsbedürftig – woie so vieles andere in der Landwirtschaft. Ging mir ja nicht anders als ich anfing darüber zu schreiben. Aber irgendwann habe ich meine subjektive Skepsis ohne vernünftige Basis abgestellt und schaue seitdem immer nach den Gründen, weshalb etwas so ist wie es ist. Und auch wenn so eine Maschine „kalt“ wird, ist sie für die Tiere faktisch besser als menschliche Arbeit.

          • @Sören Schewe:

            Du schreibst: „Sicher, so eine Maschine, die Hühner erntet, ist gewöhnungsbedürftig – woie so vieles andere in der Landwirtschaft. Ging mir ja nicht anders als ich anfing darüber zu schreiben. Aber irgendwann habe ich meine subjektive Skepsis ohne vernünftige Basis abgestellt und schaue seitdem immer nach den Gründen, weshalb etwas so ist wie es ist. Und auch wenn so eine Maschine „kalt“ wird, ist sie für die Tiere faktisch besser als menschliche Arbeit.“

            Ich will Deine Anschauungsweise nicht in Zweifel ziehen. Aber solche Dinge müssen auch gesellschaftlich akzeptiert werden und dazu erstellt man Studien. „Ein interessanter Aspekt wird in der Studie von Delezie et al. (2006) angesprochen, die die Akzeptanz von automatischen Einsammelmaschinen für Mastgeflügel in der Bevölkerung untersuchen. Es zeigt sich, dass Personen, die eine hohe Präferenz für Tierwohl haben, auch durch ein ausführliches Video nicht von den Vorteilen der Technologie überzeugt werden können (im Gegensatz zu weniger involvierten Verbrauchern und Verbraucherinnen). Tierschutzbewusste Konsumenten/Konsumentinnen präferieren die persönliche Tierbetreuung, was die Erwartung einer menschlichen Fürsorge auf der einen und ein Misstrauen in allein technologische Lösungen auf der anderen Seite aufzeigt. Brancheninterne Bezeichnungen wie „Chicken Harvester“ tragen sicherlich nicht dazu bei, solche Befürchtungen zu zerstreuen.“

            Quelle (Seite 67): http://www.dafa.de/fileadmin/dam_uploads/images/Fachforen/FF_Nutztiere/WBA-GutachtenNutztierhaltung-2015.pdf

          • Hallo Mona,

            das mag ja sein, dass man das in einer Umfrage/Studie so herausgefunden hat. Aber was folgt daraus? Es geht hier ja nicht um das Ersetzen der Tierhalter durch Maschinen, sondern lediglich um den letzten Tag.

            Sollen wir jetzt etwa lediglich aufgrund eines diffusen Gefühls einiger Verbraucher auf eine wissenschaftlich belegte Verbesserung beim Tierwohl verzichten? Darin kann ja wohl kaum der Sinn einer gesellschaftlichen Akzeptanz bestehen.

          • „Sollen wir jetzt etwa lediglich aufgrund eines diffusen Gefühls einiger Verbraucher auf eine wissenschaftlich belegte Verbesserung beim Tierwohl verzichten? Darin kann ja wohl kaum der Sinn einer gesellschaftlichen Akzeptanz bestehen.“

            Das verlinkte pdf heißt: „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ und beschäftigt sich genau mit diesen Fragen, nämlich wie man tierschutzbewussten Konsumenten die diffusen Ängste nehmen kann. Wenn es beispielsweise heißt: „Brancheninterne Bezeichnungen wie „Chicken Harvester“ tragen sicherlich nicht dazu bei, solche Befürchtungen zu zerstreuen.“, dann sollte man die Maschine eben als „Softgreifer“ oder ähnliches bezeichnen.

          • Zur Info: ich habe das Gutachten letztes Jahr gelesen – komplett.

            Schön, dass Du selbst das Problem erkannt hast. Hier geht es um kommunikative Aspekte, mit denen man arbeiten muss – nicht um das Vermeiden förderlicher Hilfsmittel. Außerdem werden Menschen ja nicht aus sich heraus skeptisch, sondern wurden und werden schon lange über Medien mit Skandal-Gebrüll rund um Massentierhaltung bombardiert. Das prägt natürlich auch.

          • @Sören Schewe:

            „Hier geht es um kommunikative Aspekte, mit denen man arbeiten muss – nicht um das Vermeiden förderlicher Hilfsmittel. Außerdem werden Menschen ja nicht aus sich heraus skeptisch, sondern wurden und werden schon lange über Medien mit Skandal-Gebrüll rund um Massentierhaltung bombardiert. Das prägt natürlich auch.“

            Manchmal schießt allerdings auch die Branche selbst ein Eigentor, wie man an der geschmacklosen WIESENHOF-Werbung mit Atze Schröder sehen kann.
            https://www.youtube.com/watch?v=JJtJPCOS-D4

            Angeblich hat das Unternehmen den umstrittenen Werbespot nach Protesten gelöscht, heute Mittag war er jedoch noch im Netz. Siehe meinen Link oben.
            http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Umstrittene-Reklame-Wiesenhof-entschuldigt-sich,wiesenhof596.html

          • Ich war gestern kaum online, habe die Aufregung nur zwischendurch mitbekommen. Danke Dir fürs Raussuchen.

            Das ist natürlich völlig widerlich, aber selbst ohne den Kontext auch völlig niveaulos. Das kann man unter keinen Umständen gut finden.

          • Ja, momentan ist jeder mit dem Brexit beschäftigt, da ist Werbung eher unwichtig. Für die deutsche Landwirtschaft ist es ein herber Schlag, dass sich Großbritannien, der drittgrößte Nettozahler, aus der EU verabschiedet hat. Da werden wir für die Empfängerländer noch tiefer in die Tasche greifen müssen.

            Die Agrarbranche ist vor allem besorgt über die Auswirkungen auf den Agrarexport. In erster Linie wird deutsches Getreide und Getreideprodukte nach Großbritannien eingeführt. Außerdem kommen über 20 % der britischen Einfuhren an Schweinefleisch aus Deutschland sowie jede Menge Milchprodukte. Man darf gespannt sein, wie sich letzteres auf den ohnehin schon niedrigen Milchpreis auswirkt.

            Leiden werden auch die britischen Landwirte, denn auch sie profitieren von den Fördergeldern aus der EU. Eine im Jahr 2015 veröffentlichte Studie kam sogar zu dem Ergebnis, dass der Brexit für 90% aller Landwirte den Ruin bedeuten könnte.
            http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/11967049/Brexit-is-a-life-or-death-matter-for-Britains-farmers.html

      • ‚Martialisch‘ meint ja kriegerisch, ’sittlich verkommen‘ wäre die Einschätzung Ihres Kommentatorenfreundes, angeleitet so und so womöglich.
        Ansonsten muss die Sache nicht zu hoch gehängt werden, Kommentatorenkollegin ‚Mona‘ hat gelegentlich kollektivistische gefühlige Anfälle.
        Sie ärgert sich wohl schon über sich selbst.
        MFG
        Dr. Webbaer

  2. Ja, nette Maschine, die auch ein freundliches Gesicht zeigt, ein Totes-Huhn-Detektor fehlt vielleicht noch, auch um den Schlachthöfen besser zu servieren.
    MFG
    Dr. Webbaer

  3. Mit ihrer effizienten und ausgeklügelten Art, mit lebenden Objekten umzugehen, erinnert mich die Maschine übrigens eher an unsere Erntegeräte/ ähh, meine Frau Ndnd meint , ihr kennt die aus dem Film „Krieg der Welten“als Dreibeiner..

    lange Rede , kalter Mensch:

    Fazit: Mit ihrem betont reduziertem Design und ihrem geringen Gewicht setzt sie Akzente und erfreut nicht nur Hühner- sondern auch Menschenaugen. Das lebenverachtende Statement gibts als Feature
    obendrauf – der Kauftipp der Woche – ein Muss für jedes Wohnzimmer !

  4. @tobmat:

    „Sie verglichen die Maschine mit einer Szene aus einem Film. (…) Als was genau soll man das sonst interpretieren?“

    Warum fühlen Sie sich überhaupt genötigt zu interpretieren ohne den Film zu kennen. „Metropolis“ ist die Stadt der Zukunft und stammt aus dem Jahr 1927. Fritz Lang kritisiert in seinem Film nicht den Kapitalismus, sondern den sich abzeichnenden Nationalsozialismus mit seiner totalitären Demagogie und seinen gigantischen Bauten und Parteitagsinszenierungen.

    Es ist wirklich kaum zu glauben, was die Beschreibung einer Filmszene für Interpretationen auslösen kann. Der Bärendoktor stellt sogar „kollektivistische gefühlige Anfälle“ bei mir fest. Was immer das auch ist, die Diagnose ist genauso falsch wie sein Doktortitel.

    Aber was soll’s, wechseln wir lieber auf die sachliche Ebene: Auch die Besitzer großer Tiermastanlagen müssen sich an die geltenden Tierschutzgesetze halten. Oft ist das jedoch nicht genug, weil die Verbraucher sich Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren wünschen. Aus diesem Grund gibt es die Initiative „Tierwohl“, an der sich Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Lebensmitteleinzelhandel und Verbraucher beteiligen können. Es bringt also gar nichts einseitige Feinbilder aufzubauen. Sören Schewe schrieb schon einige Male über das Thema „Tierwohl“, dazu müssen Sie nur einige seiner älteren Beiträge lesen.

    • Sorry, Mona, wenn Ihr Kommentarenkollege ein wenig grob war, Ihre Primärnachricht war halt abstoßend. Herr Schewe, den der ‚Bärendoktor (Titel aber echt)‘ auch mal ein wenig abgeklopft hat, ist in der Tat sehr am Tierwohl interessiert und dies auch für viele nachvollziehbar, hat was zu sagen.

    • „Warum fühlen Sie sich überhaupt genötigt zu interpretieren ohne den Film zu kennen. “

      Ich kenne den Film. Ihr Zitat stellte ab auf die Ausbeutung der Arbeiter durch die Reichen und den unmenschlichen Umgang mit den Arbeitern. Mehr gab ihr Kommentar nunmal nicht her.

      Wenn sie etwas anderes ausdrücken wollten, war das aus den 3 Zeilen jedenfalls nicht erkennbar.

      „gibt es die Initiative „Tierwohl““

      Was ist jetzt ihre Aussage im Bezug auf den Artikel?

  5. Hier noch zwei Links zur „Massentierhaltung“ und Tierschutz, die vielleicht helfen, vermeintliche Zusammenhänge zu relativieren? http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landwirtschaft-big-brother-im-schweinestall.d5d4d0ab-331d-4c15-9665-6d3c6429c15d.html und http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Bio-Grosshaendler-kauft-Vogtlands-groessten-Landwirtschaftsbetrieb-artikel9265292.php. Führt die Forderung zur Abschaffung der „Massentierhaltung“ ad absurdum

  6. Vom Huhn zum Poulet geht es scheinbar leichter als vom Rind zum Steak – mit ein Grund wohl, dass Hühnerfleisch pro Kilogramm billiger ist als Rindfleisch oder auch Schweinefleisch. Hühner sind sicher pflegeleichter als Schweine und Rinder und von der Grösse her auch portionengerechter – wer isst schon ein ganzes Rind auf einmal.
    Überhaupt schneiden Hühner als Fleischlieferanten aus Konsumentsicht und Umweltsicht gut ab, wenn man sie mit Schweinen und Rindern vergleicht:
    – 100 gr Hühnerbrust enthält etwa gleich viel Kalorien und Proteine wie 100 gr Schweinschnitzel, kostet aber nur die Hälfte und braucht auch nur die Hälfte an Futterkalorien und ist zudem aus medizinischer Sicht gesünder als Schweine- oder Rindfleisch, denn Studien ergeben immer wieder ein erhöhtes Krebsrisiko durch „rotes“ Fleisch, wobei auch die engere Beziehung von Rindern/Schweinen mit dem Menschen sich eventuelle negativ auswirkt, weil Rinder-/Schweineviren schneller beim Menschen landen als Vogelviren, wobei Rinder-/Schweineviren zwar nicht zu Erkrankungen beim Menschen führen, aber womöglich die Entstehung von Krebs begünstigen.
    Dass Hühner zum Schlachten quasi eingesammelt werden können – wie dieser Beitrag zeigt – passt gut zum Bild der ökonomischen und problemarmen Fleischproduktion, die mit Geflügel möchlich wird.

  7. @ tobmat 22. Juni 16:46

    Um Ihre Frage nicht unbeantwortet zu lassen:

    Diese “Steigerung des Tierwohls“ ist (m.A.n.) nur ein geringeres Übel als der vorherige Zustand. Was man aber (diese Formulierung) auch als Rhetorik (od. auch Wortklauberei) meinerseits sehen kann. Denn ein geringeres Übel ist i.G. dasselbe wie Fortschritt in positive Richtung – reine Ansichtssache.

    Ich hatte ja betont dass es “meine (ganz) persönliche“ Ansicht ist. Und mir insofern gestattet es als “durchaus mit dem Thema zu tun habend“ zu empfinden/assoziieren.

  8. ich hab gestern abend ein wenig zum Googeln begonnen, da ich einen Bericht über den neuesten Roboter aus Südkorea gesehen habe. Hat das zufällig auch jemand gesehen? Gut, er sah eher aus wie ein Ding aus Terminator 3 aber das ist eine andere Geschichte. Ich für meinen Teil bin hier eher skeptisch. Bei mir persönlich stelle ich einem vermehrten Drang fest, wieder selbst einzkaufen zu gehen, etc um wieder mit Menschen in Kontakt zu kommen und die Umgebung zu genießen. Ob der Trend ein Ende hat. Nun, wir werdens sehe … 🙂 Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich nicht verabsäumen, auch die besten Wünsche für das neue Jahr 2017 zu übermitteln 

  9. also immer wenn ich sehe wie man etwa schweine oder hühner in der Massentierhaltung „züchtet“ dann kommt mirdas grauen. Das ist dann auch vergleichbar mit Halal!

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