StarTrek und Kunst als Sprache

Große Meilensteine setzt der neue Film nicht. Wie auch schon der vorherige. „Into the Darkness“, der neueste StarTrek, hatte seine Premiere in Berlin (Europa) sogar schon VOR dem US-Start und die weibliche Hauptdarstellerin, Zoë Saldaña kommt aus der Dominkanischen Rep. … damit hat sich dann aber auch schon dem global-egalitären Gedankengut, hat man den Eindruck. Eine Sequenz vieler Special Effects, die wir schon aus ST I-V kennen, nur jetzt in 3D-Optik und eine Story, die an StarTrek II (1982) mit vertauschten Rollen erinnert. Diesmal ist es Spock, nicht Kirk, der laut „Khan“ brüllt, emotional konterminiert ist und Rache üben will (ST-2, 1982), ist die Enterprise, nicht ihre Besatzung, die aus einem Wolkenmeer auftaucht (einer der wunderbarsten SpecialEffects in ST-4, 1986) und diesmal gibt’s nur einen Tribble, der folglich keinen Trouble macht, sondern als Versuchskaninchen (oder -tribble) und mithin Grundlage für die Errettung von Captain Kirk dient. Da es diesmal Kirk ist, nicht Spock, der sich für die Rettung der Enterprise opfert und quasi-stirbt, und er aber noch im selben Film wiederbelebt wird, bleibt uns ein Cover von ST-3 wohl erspart. Die gute Freundin von Captain Kirk, Dr Carol Marcus ist ja auch schon jetzt vorgestellt und in die Besatzung der Enterprise integriert worden – obwohl diesmal sie die Tochter eines Admirals und Kirk-Mentors (= so gut wie Vater) ist und noch keinen Sohn hat, der von (Admiral) Kirk gezeugt worden sein soll (ST-2)… 

Die neue/ junge Schauspieler-Crew durchlebt die gleichen Sachen offenbar schneller als die alte, die Charaktere werden geformt und sogar der analytische Denker Spock viel emotional gründlicher und natürlicher charakterisiert und so zeichnet der Film die Kulisse für das, was danach kommt – hoffentlich. Er hält sich angeblich strikt an die alte Serie (TOS), nur dass die „alte“ Technik von 1966 (23. Jh.) jetzt etwas fetziger im Licht der Scheinwerfer glänzt. Steuermann Sulu schiebt immer noch einen überdimensionalen Hebel nach oben, um die Geschwindigkeit des Schiffes zu steuern, aber die „Tastaturen“ im Sessel des Captains und im Pult des leitenden Kommunikations-Offiziers Lt. Uhura sind immerhin nicht mehr mit übergroßen bunten Knöpfen à la Halsbonbon bestückt, sondern mit Displays von glatter Oberfläche.

Auch dieser Film ist also immer noch auf der Suche nach sich selbst – und darum muss auch der unsterbliche Leonard Nimoy noch einmal auftreten (obwohl er schon vor Jahren behauptet hat, sich von der aktiven Schauspielerei zurück ziehen zu wollen – aber in manchen Fällen geht sowas einfach nicht, keine Kritik!), um die Staffelstab-Übergabe von der Schauspielergeneration ShatnerNimoyKelley an die neue Generation PineQuintoSaldaña komplett zu machen.

Hier zeigt sich eine der wichtigsten Modernisierungen der alten Sternenreise heute, d.h. im 21.Jh.: Die Männerfreundschaften Kirk-Spock-McCoy spielen zwar immer noch eine tragende Rolle, aber im leitenden Charakter-Trio tritt der Arzt zugunsten des Kommunikationsoffiziers zurück. Nicht aber wegen der Aufgabe dieser Figur unter den Führungsoffizieren – dass Kommunikation mindestens genauso wichtig und kompliziert ist wie Medizin hat vllt nicht jeder verstanden – sondern nur deshalb, weil sie (zufällig) eine Frau ist.

Die einzige Frauenrolle auf der Kommandobrücke, nämlich die Rolle der Lt. Uhura (aus meiner Sicht: the most beautiful woman in space) kann heutzutage nun endlich so dargestellt werden, wie Roddenberry sie sich gewünscht hat: stark, selbstbewusst und trotzdem emotional einfühlsam/ empathisch. Eine richtige Amazone. Uhura kämpft im aktuellen Action-Streifen gemeinsam mit ihrem Freund Spock gegen den Bösewicht und dennoch besteht sie privat auf sehr stereotypisch-weibliche Art auf verbalen Gefühlsäußerungen – wissend, dass sie diese von ihrem Freund vom Planeten Vulkan kaum erwarten darf.

Hier der offizielle Trailer:

Der Trailer sagt bereits alles über den neuen Film: Ein Bösewicht hat’s auf die friedliche Weltbevölkerung abgesehen. Einen Grund gibt’s dafür eigentlich nicht. Vielmehr ist er selbst der Grund dafür, dass ein draufgängerischer, junger Enterprise-Captain, der aus disziplinarischen Gründen sein ausgesprochen früh erhaltenes Kommando (quasi frisch von der Uni vom aufmüpfigen Außenseiter in den Kapitän-Sessel) abgeben musste, nun wieder schlagartig befördert wird. Der besagte Captain rast mit großer Geschwindigkeit durch enge Schluchten („was nicht passt, wird passend gemacht“) und hat sich bereits mit seinem einstigen Prüfer, dem ebenso eigensinnigen, übermenschlich-starken und hochbegabten Halb-Vulkanier Spock angefreundet. Diesmal ist die Entwicklung dieser engen Freundschaft wesentlich überzeugender dargestellt als im ersten Teil, ST-11, aber es bleibt die Erzählung einer hübschen Geschichten über Freundschaft, die zufällig im All spielt. … sozusagen eine moderne Version des Gilgamesch-Epos.

Früher hatte StarTrek aber eine größere Botschaft für die Welt. Früher war es wirkliche Science Fiction, denn es wurde die Raumstation DeepSpace 9 so konstruiert, wie man sich in den 50er bis 70er Jahren eine Raumstation vorstellte: rotierend, um künstliche Schwerkraft durch Fliekraft zu erzeugen. Es wurde das Beamen einfach dargestellt, obwohl es damals nur eine hypothetische Überlegung war und noch nicht mal ansatzweise für Elementarteilchen realisiert und es wurden Zeitreisen und Flüge mit scheinbarer Überlichtgeschwindigkeit gezeigt, die stets physikalisch sinnvolle – wenngleich sehr spekulative/ rein hypothetische – Erklärungen gefunden. Klar – manche Special Effects der StarTrek-Saga sind und bleiben nur künstlerischer Glimmer: aber das wollen wir den Studios einfach mal lassen, denn sie haben ja sonst ganze Arbeit geleistet.

Diesen  Bezug zur wissenschaftlichen Wirklichkeit haben die neuen StarTreks leider verloren. Schon der erste Streifen dieser Film-Mannschaft überzeugte physikalisch nicht wirklich und erinnerte in manchen Szenen eher an die deutsche Serie Raumpatrouille Orion (1966),  in der eine „gelenkte Supernova“ (was immer das ist, siehe Episode 2) auf die Erde zu rast. Einiges davon findet man jetzt auch bei StarTrek – nur eben inzwischen zeitgemäß in Farbe 🙂 … zwar keine Bügelbretter auf der Kommandobrücke, denn man hält sich schon noch an die amerikanische Design-Vorlage, aber die Stilelemente eines Raumschiffs, das aus dem Wasser auftaucht (Enterprise am Anfang des Films), eine Sonne, die wild durchs All rast (im letzten Film), ein Schwarzes Loch, das als „rote Materie“ in einen zuvor angebohrten Planeten gesteckt wird (natürlich fristt das SL nur innerhalb von ca. 1 min den Planeten auf, während es vorher im Raumschiff jahrelang firedlich war und umhergeflogen worden ist: es futtert also erst, wenn der Bösewicht es will) und die Shuttles, die im akt. Film, das Admirals-Schiff im aktuellen Film „entern“ erinnern schon so ein bisserl an die Frogs. Typisch für die neue Generation Filmemacher ist natürlich, dass auch den Bösewichtern eigentlich fast immer eine Motivation gegeben wird – sie werden vermenschlicht und mithin nachvollziehbare Gegner, die unrechtmäßig, aber oft nicht mal in böser Absicht handeln und nicht mehr nur als anonyme Böse (Frogs) stilisiert sind.

 

Eine Botschaft gibt es nicht

Der neue Film steht einfach für sich selbst; er ist ein reines Kunstprodukt und man kann nichts daran ablesen, außer, dass sich unsere Gesellschaft in den letzten 50 Jahren weiterentwickelt hat (z.B. Rolle der Frau, multikulturelle Gesellschaft – und Küsse von einem weißen Mann und einer schwarzen Frau regen heute auch keinen mehr auf wie noch in TOS). Das ist also eine (erfreuliche) Aussage über die Vergangenheit und Gegenwart – aber nicht über die Zukunft.

Der Film ist einfach da, er genügt sich selbst – action-reich wie ein James Bond-Film und teilweise schnulzig wie StarWars … Science Fiction ist das jedenfalls nicht! … sondern nur ein Gemälde in 4D (drei Raum- und eine Zeitdimension, also motion 3d-pictures), der einem Trekkie erzählt, dass in dieser alternativen Zeitlinie, die 2009 eröffnet wurde, immer noch die Charaktere die altbekannten sind und die hübschen schlanken, sportlichen jungen Männer vor der Kamera sich wirklich alle Mühe geben, ihre teilweise schon verstorbenen Vorgänger in gleichen Rollen zu imitieren – was zugegeben keine leichte Aufgabe ist: nicht nur einen fiktiven Charakter zu spielen, sondern ihn mit dem Gestus und Habitus eines anderen Schauspielers zu mimen. wenn man das Kino verlässt, hatte man also sicher ein schönes Film-Erlebnis – aber der Geist von StarTrek (TOS) stellt sich trotzdem nicht ein, denn es wird keine Vision kommuniziert. 🙁

Vielleicht gewinnt Chris Pine wegen der allseits gelobten knallengen Hosen (z.B. hier) einmal den Sexiest Man alive-Award, aber den Douglas S. Morrow Outreach Award (Space Foundation) für Öffentlichkeitsarbeit, den Roddenberry und seine Ehefrau 2002 posthum erhielten, kann man den Roddenberry-Nachfolgern so bestimmt nicht in Aussicht stellen. Großes Kino (denn Sexiness plus Action-Kino funktioniert ja offenbar finanziell super) – aber schade für uns „Kommunikatoren der Wissenschaften“.

Roddenberry war die Botschaft, was technisch alles realistisch möglich ist, für seine Serien derart wichtig, dass er sich permanent durch namhafte Wissenschaftler beraten ließ: Sei es die Plausibilität von Reisen mit (scheinbarer) Überlichtgeschwindigkeit, indem man nicht nur das Raumschiff, sondern auch den Raum um es herum bewegt oder Abkürzungen durch Hyperräume nimmt … oder auch „nur“ das „Beamen“, also transportieren von Dingen durch Um- und Zurückwandeln von Materie in Energie lt. der allseit berühmten Formel E = mc². Roddenberry hätte sowas nicht im Film gezeigt, wenn ihm nicht Wissenschaftler gesagt hätten, dass es theoretisch denkbar sein könnte – wenngleich kein Ingenieur bisher eine Idee davon hat, wie es technisch umsetzbar sein könnte. Die Wissenschaft identifiziert(e) sich so dermaßen mit den Visionen von StarTrek, dass angesehene und populäre Physiker wie Stephen Hawking persönlich in der Serie TNG auftraten und dass umgekehrt das erste echte SpaceShuttle der NASA den Namen „Enterpise“ erhielt: Sowohl bei seiner Einweihnung, als auch bei seiner Verabschiedung in den Museums-Ruhestand waren StarTrek-Ikonen anwesend (Beitrag von DieWelt. und auf Space.com)

Beratung durch echte Wissenschaftler wurde im 20. Jahrhundert durchaus ein gefeiertes Konzept der SciFi – und es begann hier in Berlin (Babelsberg) mit der Fritz Lang_Produktion „Frau im Mond“, bei der der inspirierende Raketenpionier Hermann Oberth die ganze Zeit am Set weilte und seine Vorstellungen von einem Raumflug zu simulieren anwies:

Das ist heute nicht mehr der Fall – zumindest nicht auf der großen Kino-Leinwand. Heute ist stattdessen ein ISS-Kommandant ein Star der Wissenschaft, wenn er kurz vor der Landung ein populäres Weltraum-Lied siegt und es bei YouTube postet.

Don’t give me songs, give me something to sing about

Der Schöpfer von StarTrek, Gene Roddenberry, hatte dereinst Großes im Sinn: Visualisierung von futuristischer Technik UND einer futuristischen (besseren) Gesellschaft. Mit brillanter Beobachtungsgabe für Menschen und neugierigem Nachfragen bei technischen Fachleuten erfand er dazu u.a. sein „Raumschiff Enterprise“, dessen Besatzung „mutig die Wege geht, die niemand zuvor gegangen ist.“ … eine Mission, die man für die aktuellen Macher nicht behaupten kann. 

Die StarTrek-Saga ist natürlich in der Zeit des Wettlaufes zum Mond entstanden, als alle Welt im Weltraum-Fieber war – wenn nicht aus emotionalen, dann wenigstens aus politischen Gründen. Die viel rasantere Entwicklung des Computer-Designs hat damals vllt noch niemand kommen sehen, weshalb die Technik der originalen Enterprise noch sehr grobmechanisch wirkte. So viel also zur Vision von Design-Innovationen … die beschränkte sich auch bei Roddenberry eher darauf, leichtest-mögliche Kleider für die Damen zu entwickeln. Aber abgesehen von der Optik waren die Einsetzung von „Kommunikatoren“ (Handy), Beamern und Replikatoren (in TNG) doch sehr science- & technology-fiktiv.

Philosophie eines Humanisten – Gene Roddenberry (1921-1991)

StarTrek (TOS) wurde zu der Zeit gedreht, als der Kalte Krieg gerade seine heißeste Phase durchmachte und die USA militärisch im Vietnamkrieg operierte (was im eigenen Land bekanntlich nicht auf Gegenliebe stieß). Der Humanist und Querdenker, Roddenberry, aber träumte vom Weltfrieden und entwarf ein Alternativszenario einer internationalen Crew mit einem Asiaten, einem Außerirdischen, einer Afroamerikaner+Frau auf der Kommandobrücke. Friedliche Koexistenz war seine wichtigste Botschaft an die Welt: Leute, wir alle sind verschieden, keiner ist so wie der andere UND das ist ein VORTEIL – wenn jeder seine/ihre eigenen Stärken einbringt, dann werden wir alle zusammen als perfektes Team die Welt (alle Planeten globalgalaktisch als Bild für die Völker der Erde) verwalten, also auf ihr friedvoll zusammenleben. Die Klingonen waren in der Originalserie die Erzfeinde des (amerikanischen) Captain Kirk, da sie ein Symbol für die Sowjetunion waren (daher wurde ja auch die russische Chekov-Figur eingeführt, um die inzwischen friedliche Situation auf der Erde wiederzugeben und daher tritt ja auch Spock 1990 in TNG als Botschafter mit einer Wiedervereinigungsmission von Vulkan und Romulus auf – eine Anspielung natürlich auf Deutschland, ganz im Geiste von Roddenberry).

Nachdem es die SU aktuell nicht mehr gibt, sind die Klingonen auch nicht mehr die Hauptfeinde von Kirk und seiner Crew, sondern man bedient sich modernerweise eines Einzel-Terroristen als Gegner der Kirk-Enterprise im neuen Film (ebenfalls déjà-vu).

Ob man nun die Botschaft unterschreibt oder nicht, ob man also den Weltfrieden für realistisch möglich hält oder nicht, sei erstmal dahin gestellt … aber jedenfalls HATTE Roddenberry eine Botschaft für die Welt. Der neue Film – und die neuen Macher – haben das nicht … so ist eben wieder „nur“ wieder ein futuristisches Action-Abenteuer.

(Set Foto – Quelle: cinema blend, wo man den Film auch evaluieren kann: rate)

StarWars im StarTrek-Universum? … Schade, dass den Tiefsinn der Roddenberry-Kreationen anscheinend weder der neue Produzent J.J. Abrams noch die neuen Hauptdarsteller begriffen haben (oder aufgreifen wollten) – denn auch das Star-Pärchen Saldaña und Quinto erzählen in Interviews unabhängig voneinander und unisono, dass sie eigentlich eher „Generation-Star Wars“ seien und die „Generation-Star Trek“ eigentlich die ihrer Eltern sei (Interviews der Süddeutschen von der Premiere).

Sorry, … meines Erachtens liegt hier ein ganz fundamentales Missverständnis vor: Nicht jede Geschichte, die im Weltraum spielt, ist eine Utopie oder Science Fiction … in Utopien („Un-Orten“, also nicht-lokalisierbaren Plätzen, d.h. Plätzen oder physikalisch ausgedrückt: Raumzeiten, die es (noch) nicht gibt) werden seit der Renaissance (namentlich wird’s immer dem engl. Sozialkritiker Thomas Morus, gest. 1535 zugeschrieben) Szenarien entworfen, wie die menschliche Gesellschaft idealerweise zusammenleben sollte oder könnte. Science Fiction betont – wie der Name sagt – Visionen von Wissenschaft und Technik in solchen alternativen Gesellschaften. So inspirieren sich SciFi und die reale Wissenschaft und Technik gegenseitig und Roddenberrys Schöpfung ist darin ein Meisterwerk. StarWars aber ist nach meinem Verständnis eigentlich hauptsächlich eine epische und/ oder romantische Geschichte, die im Weltraum spielt … und eben nicht wirklich Science Fiction!

In der Tat ist aber die aktuelle Enterprise auf dem Niveau der „Aussage-dahinter“ nur einer Wiederholung von einer Vision, die Gen(ius) Roddenberry bereits in den 1960ern erzählt hat und droht gerade zu einer StarWars-Geschichte im StarTrek-Universum zu verkümmern.

Hoffentlich wird der nächste Film durchdachter … und hoffentlich haben künftige StarTreks auch wieder humanistisch, sozialkritische oder technik-futuristische Botschaften für die Welt! Perfektion erreicht – nach meiner bescheidenen Meinung – die Kunst im Allgemeinen nur dadurch, dass sie als Medium für Botschaften dient. Ein Gemälde, ein Gedicht, ein Film … sagt idealerweise etwas aus. Andernfalls hat es keinen (tieferen) Sinn, sondern ist nur ein Zeitvertreib – und der kann leider nicht ewig leben wie das Werk von Gene Roddenberry: Gerade hatte der Kunstphilosoph Nelson Goodman hatte in Languages of Art (1968) erst in einer Fußnote (Suhrkamp-Ausgabe auf S. 194) gefordert, dass manche Philosophen vielleicht besser daran täten, mit dem Schreiben aufzuhören und stattdessen mit dem Komponieren anzufangen, als die Macher von StarTrek (1966-69) schon eifrig dabei waren: weit voraus der eigenen Zeit! Der neue Film (2013) hinkt leider noch hinterher: er zeigt, was die 60er sich wünschten und inzwischen Gegenwart ist.

Into the Darkness – ein schönes Filmerlebnis, nicht nur für Trekkies, aber im Vergleich zu früher irgendwie inhaltslos. Im „Tango von Science und Fiction“ hat derzeit klar die Science die Führung … mit Videos wie im letzten post beschrieben, die von der echten Wissenschaft-und-(Amateur-)Künstlern direkt kommuniziert werden – und nicht von echten-Künstlern-und-Amateurwissenschaftlern – wird der Wissenschaft und Technik deutlich mehr an Öffentlichkeitsarbeit beigebracht als durch den neuen StarTrek. Ein bißchen schade für die Wissenschaft!

Kleiner Trost: Es gibt ja noch TBBT – solche serien haben für sinnvolle Aussagen offenbar mehr Potential und das Komödiantische dieser SitCom leistet einen hohen Unterhaltungswert und erreicht ein großes Publikum. 🙂 WatchEver-Link

Früher war die Zukunft geistreicher

In diesem Sinn hat der Berliner Zeithistoriker Alexander Geppert nicht Recht: „früher war die Zukunft bunter“ hatte er behauptet. Nein, heute ist die Zukunft immer noch bunt, aber die Gegenwart auch – und früher war die Zukunft geistreicher. Desillusionierend für die Gegenwart … aber es gibt ja stets Hoffnung, denn entgegen mancher antiken Annahme sind die Schicksale ja nicht bereits nach der Schöpfung bestimmt worden, sondern wir sind komplett selbst dafür verantwortlich, die Zukunft zu gestalten. 😉

 

Lit., z.B.:

Rick Sternbach, Michael Okuda: Star Trek – Die Technik der U.S.S. Enterprise, Heel Verlag 1994

J.M. Dillard: Star Trek – Wo bisher noch niemand gewesen ist, Heyne 1994 

Bibliographie bei Google-Books

         
         

Gimmick

Naja, gaaaanz so schlecht ist der Film auch wieder nicht aus didaktischer Sicht. 🙂
Wenigstens sausen uns jetzt nicht mehr die Sterne um die Ohren wie bei einem Microsoft-Bildschirmschoner, sondern das Raumschiff wird der Länge nach in einen blau leuchtenden Hyperraumtunnel gezogen, je mehr es auf fast-Lichtgeschwindigkeit beschleunigt: Natürlich kann man diskutieren, ob man dies realistisch ist (also ob der Hyperraum türkis leuchtet) und ob der Effekt sinnvoll ist, dass das Raumschiff dabei in die Länge gezogen wird (relativistisch mit Längenkontraktion, Zeitdehnung und unter Berücksichtigung der alles zunichte machenden Lichtlaufzeit komplett unverständlich), aber es sieht gut aus und regt zum Nachdenken an: ist doch auch ein schöner Erfolg eines Kunstproduktes. 😉

Siehe: die Hoffnung wächst und gedeiht, selbst wenn der Grund dafür noch so steinig aussehen mag (Abb).

  • Veröffentlicht in: News
Susanne M. Hoffmann

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" [abgewandelt: John Miles, http://www.youtube.com/watch?v=egwARrX1ik8 ] Die Autorin studierte im Doppelstudium Physik und Wissenschaftsgeschichte und anschl. Medienwissenschaften, Physikdidaktik & Philosophische Anthropologie als Promotionsstudium. Sie ist seit 1998 freiberuflich als Astronomin und zeitweise auch als Dozentin für Physik tätig. Derzeit erforscht sie die Wurzeln der abendländischen Astronomie. Aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Frühere Arbeitsschwerpunkte waren * in Astrophysik: Stellarphysik; Mikrogravitationslinsen & Exoplaneten (1. Diplomarbeit); * in Technik- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (2. Diplomarbeit). * in Astronomie- und Physikdidaktik: Aufbau und Entwicklung einer überregionalen außerschulischen naturwissenschaftlichen Jugendarbeit in Deutschland und im Rahmen des internationalen Jugendaustausches [Mitbegründerin des Astronom. Sommerlagers (ASL), VdS-Jugendreferentin, Initiatorin und Gründerin der VEGA e.V., Begründerin der Berliner SpaceCamps, Gründerin von Astronomie+Raumfahrt-Austauschprogrammen mit Russland und Kasachstan, Zusammenstellung von Lehreinheiten online auf www.exopla.net , historische Methoden zur Vermessung der Welt nachvollziehbar auf Schulniveau] und gleichzeitig in Philosophie/ Medienwissenschaft: Lingua sine Limitibus - Sprachen der Populärdidaktik und transkulturelle Kommunikation (bildliche Sprachen und Visualisierungen, Astronomiekarawanen in Mauretanien, Hotelsternwarte in Portugal). * während Abitur und 2x Doppelstudium finanzierte sie sich als Freiberuflerin [siehe www.urania-uhura.de] durch Popularisierung der Wissenschaften in vielen Medien. In Zusammenarbeit mit einem Reiseveranstalter erhielt sie 2006 einen Tourismuspreis. Aktuell erforscht sie durch Analyse von Gestirnlisten in Keilschrift und Altgriechisch durch computergestützte Datenanalyse die Zusammenhänge der babylonischen mathematischen Astronomie mit der hellenistischen Astronomie.

15 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Gute Analyse!

    Ich fand den Film auch etwas enttäuschend. Der neue Kirk ist leider nicht mehr frech und lässig, sondern kommt einfach uncool daher. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine Raumfahrtagentur solch unbeherrschten Typen ihr teures Equipment anvertrauen würde. Selbst sein Tod löste keine Betroffenheit beim Kinopublikum aus. Gerade als er hinter der Glasscheibe dem Strahlentod entgegensah und dem jungen Spock die Tränen runterliefen, da grummelte mein Hintermann etwas von Winnetous Tod und seinem warmen Bruder Old Spockhand. Beim Bösewicht Khan hingegen raunten einige, dass er vom Typ her ein bisschen an Julian Assange erinnern würde. Ich selbst fand den Film mit den vielen Actions-Szenen einfach unglaubwürdig. Da blieb kein Raum zum Träumen, dass es irgendwann mal eine bessere Welt geben könnte, wie das bei den Werken von Gene Roddenberry der Fall war.

  2. Ich teile Euren Schmerz

    Na ja, der Film ist und bleibt ne Star Wars-Story in nem Star Trek-Universum, aber so ein bisschen Botschaft war dann doch: „Auch wenn es verfuehrerisch erscheint, so ist Rache doch kein Weg und wer meint sich zum Wohle aller ueber Recht und Moral hinwegzusetzen (Adm. Marcus) wird zum schlimmsten Alptraum derjenigen, die er eigentlich angibt zu schuetzen.“

    Das war es dann aber auch an Visionen.

    Khan war diesmal ne reine 1 dimensionale Abziehfigur und ueberzeugte gar nicht und Uhura „darf“ mal mitkaempfen? Na, das wage ich mal zu bezweifeln. Sie laeuft zwar mit nem Phaser rum und darf auch mal schiessen, aber erfolgreich ist sie dabei nicht. Im Gegenteil: die meiste Zeit stoesst sie spitze Schreie aus und muss sich von den Herren und zum Schluss von ihrem Freund retten lassen. Und das eine Mal, wo sie mal die Situation selbst in die Hand nehmen darf und die Chance haette eine Situation mit mistrauisch gesinnten Klingonen intelligent zu loesen, laesst Mr. J.J. Abrams ihr das nicht, sondern verwickelt unsere Helden sattdessen in ein strunzlangweiliges Feuergefecht, in dem Uhura keine gute Figur macht.

    Ich finde, dass Uhura in den neuen Filmen eher degradiert wurde. Sie ist jetzt vor allem das Anhaengsel von Spock. Supi! Und wenn Dr. McCoy Dr. Carol Marcus als Schaetzelchen tituliert ist das auch nicht gerade fortschrittlich. Ich kann mich nicht erinnern, dass in TOS Dr. McCoy derart herablassend mit Kolleginnen umgegangen ist. Obwohl er natuerlich schon ein Chauvi war, aber wenigstens ein charmanter.

    Das Ganze ist nett anzuschauen, mehr aber auch nicht, weil da niemand verstanden hat, was den Zauber von ST ausgemacht hat. Und Mr. Abrams hat keinen Schimmer wie Wissenschaft funktioniert, was mensch schon an Lost und v.a. an Fringe sehen kann. So jemand KANN keine vernuenftige Science Fiction machen. Wie auch?

    Der Film ist daher wie Fastfood. Es schmeckt erst mal ganz gut, saettigt aber nicht wirklich und macht auch keinen bleibenden Eindruck.

  3. Star Trek

    oder „Raumschiff Enterprise“ war in den ersten drei Episoden geistreich und explizit humanistisch angelegt.
    Dabei aber auch gerne illusorische Lösungen anstrebend, die in der Praxis die Rübe gekostet hätten.

    Der Schreiber dieser Zeilen hat denn auch den Fortsetzungsfilmen eher schmerzfrei gelauscht und natürlich war früher alles besser, gerade auch der Blick in die Zukunft geistreicher oder „geistreicher“.

    Insgesamt ermöglichen die jeweiligen filmischen Vorträge natürlich eine interessante Rückschau in zeitgenössische Zusammnehänge.

    SciFi ist ohnehin eine unterschätzte Literaturgattung.

    MFG
    Dr. W (der ganz am Rande und eher Terry Pratchett empfehlen würde)

  4. Frauenrolle

    Die Rolle von Uhura sehe ich ähnlich wie @Ludmila. Sie darf zwar ein bisschen mit dem Phaser rumfuchteln und spitze Schreie ausstoßen. Letzteres hat sich der Regisseur anscheinend aus Uraltwestern abgeschaut, aber eine tragende Rolle spielt sie meines Erachtens nicht. Anstatt sich ein blödsinniges Gefecht mit den Klingonen zu liefern hätte man sie auch als diplomatisch erfolgreiche Figur aufbauen können. In gemischten Teams findet man schließlich verschiedene Rollen und Talente. Warum werden Frauen selbst in modernen Filmen immer noch als „Anhängsel“ irgendwelcher Helden und in diesem Fall auch noch als diplomatische UND kämpferische Versager dargestellt? Dazu passt auch, dass sie von Spock „auf sehr stereotypisch-weibliche Art“ eine romantische Liebeserklärung haben möchte, obwohl dieser dazu gar nicht in der Lage ist. Kennt sie ihren Freund so wenig?

  5. Die Rolle der Frau bei Star Trek

    Die Rolle von Uhura sehe ich ähnlich wie @Ludmila. Sie darf zwar ein bisschen mit dem Phaser rumfuchteln und spitze Schreie ausstoßen.

    …unterscheidet sich „ein wenig“ von der bspw. in den Alien-Filmen geübten.

    Frauen tragen Miniröcke, werden von Kirk gelegentlich „angeschnalzt“, es setzt also Bemerkungen, die heute zu aufwendigen Mediationsverfahren und Entlassungen aus Arbeitsverträgen führen könnten, und Frauen lassen sich oft einlullen von charmanten, aber bösen Charakteren.

    Es gibt entgegengesetzt aber auch die kluge Frau, die indirekt gegen die Rassenunterdrückung kämpft, es gibt auch mal einen Kuss zwischen Schwarz und Weiß.

    D.h. man muss die historischen Zusammenhänge sehen, ein aus heutiger Sicht vielleicht gewünschter pädagogisierender Vortrag hätte damals zur Absetzung der Serie führen können.
    Wegen Quote oder Empörung.

    Deutsche Produktionen aus jener Zeit sind auch nicht besser. – Und sozusagen politisch korrekte Filme und Serien sind wiederum entgegengesetzt grausam.

    MFG
    Dr. W (der in der SciFi aber nie das korrekte Frauenbild suchte)

  6. Terry Pratchett

    Herr Weber, Sie haben, wenn Sie Terry Pratchett empfehlen, und das an einer Stelle wo es um Science Fiction und wissenschaftliche Zukunftsbilder geht, wieder einmal überhaupt nichts verstanden. Aber Sie reden natürlich munter drauf los. Sie sind bestimmt auch ein Star-Wars-Seher (und ja, das ist abwertend und beleidigend gemeint).

    Es geht nicht um „früher war irgendwas besser“ sondern um Idealismus. Um Wissenschaftsträume. Nicht um rosa Elefanten für spätpubertierende Nixchecker. Nix Bedeutung. Nix Sinn. [moderiert, SMH]

  7. Star Trek

    war eigentlich gar nicht schlecht, diejenigen, die sich nicht für dieses Kulturprogramm interessieren, dürfen auch gerne woanders kommentieren, bspw. die Donald Duck-Hefte in entsprechenden Foren.

    Pratchett hat auch ScFi gemacht, natürlich noch viel mehr. Die Annahme ist richtig, dass der Schreiber dieser Zeilen bevorzugt die SciFi-Literatur der Sechziger und Siebziger konsumiert hat, wobei auch eine gewisse Sättigung eingetreten ist, so dass es zum hiesigen Rat kam auch Pratchett zu lesen.

    Der Artikel ist übrigens ausführlich und gut.

    MFG
    Dr. W (der also rät nicht die Star Trek-Abnehmer herabzusetzen, zumindest nicht hier)

  8. @Dr Webbaer

    [moderiert, da persönliche Angriffe auf anderen Kommentator; SMH]

    Pratchett ist kein Science Fiction Autor. Und er ist schon gar kein guter Autor. Dass du nicht weißt, was Science Fiction ist, hat man ja jetzt schon verstanden. [moderiert, da persönliche Angriffe auf anderen Kommentator; SMH – Blogs sind dazu da, persönlichen Meinungen zu äußern, aber bitte bleiben Sie diskret gegenüber anderen Menschen mit anderen Meinungen]

  9. Herr Vollhorst

    Pratchett ist kein Science Fiction Autor. Und er ist schon gar kein guter Autor.

    Hier muss Ihnen Ihr Kommentatorenkollege aber widersprechen, Pratchett hat SciFi gemacht und ist ein ausgesprochen verständiger, auch wissenschaftlich und philosophisch gebildeter Autor – der sogar mal werktätig war im herkömmlichen Sinne, was gar nicht schlecht sein muss, auch die Leutz kennend.

    Hmm, ansonsten, also wenn Sie ansonsten noch zu Star Trek und so beitragen möchten, der Schreiber dieser Zeilen hat tausende Stunden verbracht (bevorzugt) die amer. SciFi-Literatur der Sechziger und Siebziger zu lesen, dabei auch ein wenig zu schauen, ja auch Star Trek und Star Wars (nicht so-o gut, aber nette Produktion).
    Fragen Sie ruhig.

    MFG
    Dr. W

  10. Orion

    Hallo Susanne,

    was Orion angeht: Da wurde schon erklärt, was eine gelenkte Supernova ist: Sie ist ein sogenannter Schnellläufer :-))))

    Viele Grüße

    Manfred

  11. bin vorzeitig gegangen!

    Vielen Dank für die Mühen die in diesen kleinen Artikel gesteckt wurden. Wäre ich der Verfasser gewesen, hätte das ganze wahrscheinlich einen „pamphletischeren“ Charakter 🙂 aber glücklicherweise gibt es Menschen die alles aus etwas objektiverer Sicht darstellen können um dadurch evtl. mehr Menschen zu kritischem Denken anzuregen. Was uns heutezutage als „Zerstreuung“ angeboten wird ist leider immer häufiger bar jeden Inhalts. Ich wünsche trotzdem allen Trekkies da draußen noch eine angenehme Nachtruhe!

  12. 1. die Frauenrolle ist echt eine knifflige Angelegenheit – sowohl im realen Leben als auch im Film. Uhura ist jetzt m.E. näher dran an einer echten Hauptfigur als damals in den 60ern, da sie damals teilweise nur als Statistin fungieren durfte.

    Es hat sich vieles zum Positiven verändert seit den 1960ern, das ist gut – aber es gibt auch noch viel zu tun. Nicht nur gesellschaftlich & politisch und vllt auch nicht durch Quoten erreichbar (weiß ich nicht), sondern vor allem in der Erziehung von Menschen-Männchen und -Weibchen und in den Köpfen von uns allen – vllt auch vor allem in unseren eigenen Einstellungen. Ich fühle mich (vllt auch aus Befangenheit?) irgendwie nicht kompetent genug, darüber zu philosophieren und schon gar nicht, die Politik dazu zu gestalten oder eben Filme dazu zu machen oder zu bewerten: das eigene Leben zu meistern ist hier manchmal schon schwierig genug – wohl wissend, dass ich wahrscheinlich auch nicht alles richtig mache – aber was ist denn hier richtig und falsch?

    Da stellen sich so fundamentale Fragen wie: Warum muss eigentlich Uhura erst mit einem der Männer aus der Besatzung eine Liebesbeziehung eingehen, damit sie mit den großen Jungs mitspielen darf? (im realen Leben ist das glücklicherweise nach meiner Erfahrung schon anders: warum geht das nicht im Film?) Andererseits ist es irgendwie auch „menschlich“ (Wortspiel!), dass sich solche Beziehung ergeben kann, insbesondere wenn sie ihren Job gut macht … also, dass sie von irgendwem „angeschnalzt“ wird, wäre ja erstmal nur eine nonverbale Zuneigungsbekundung und dass die heutige reale Lebenswelt dann angeblich mit „Meditation“ droht, ist wahrscheinlich genauso ‚overkill‘: Erfolgreiche Menschen werden geliebt, das ist erstmal noch nichts verwerfliches, sondern im Gegenteil etwas Schönes: man kann sich darüber freuen und wenn die beteiligten Personen zufällig verschiedenen Geschlechts sind und sich daraus etwas mehr als nur Zuneigung entwickelt, dann kann das wohl auch kein Gesetz der Welt verbieten, nehme ich an – wie wollte man auch Gefühle verbieten? Schon oft habe ich im Kollegium beobachtet, dass sich unter Kollegen Paare bildeten – nirgends sonst verbringt man so viel Lebenszeit wie bei der Arbeit…

    In StarTrek-1 hat eine (schöne?) Frau zugunsten ihrer Karriere noch einen Zölibatseid geleistet, um sich also öffentlich für Karriere und gegen emotionale Beziehungen zu entscheiden [habe ich im realen Leben auch dereinst mal – zumindest episodisch – gemacht, denn ich wollte z.B. in philosophischer Anthropologie „Menschen“ als Sujet erforschen/ beobachten/ verstehen und mich folglich von meinem Forschungsgegenstand nicht einlullen lassen]: Ist das wirklich heute – mehr als ein viertel Jahrhundert später noch zeitgemäß???

    Ich habe dazu keine fertige Meinung, sondern stelle es hier einfach mal als Frage in den Raum.

    Zum Film und seiner Darstellung: m.E. müsste sich so eine Beziehung – wenn man sie denn haben will – im Laufe der Zeit ergeben; aber sie sollte m.E. nicht *Voraussetzung* für die Erzählung sein. d.h. die Reihenfolge stimmt im Film nicht: Hollywood ist also seiner Zeit mit StarTrek im Augenblick eher *hinterher* als voraus (wie früher).

    2. Danke an „Dr Webbaer“ (m/w) für die niveauvollen Kommentare und die hohe Kunst, sich nicht von „Vollhorst“ provozieren zu lassen!

    Bitte vermeiden Sie persönliche Angriffe!
    Damit meine ich nicht nur, ob „du“ oder „Sie“, sondern die rüden Beschuldigungen an irgendwen „mal wieder/ nichts verstanden zu haben“. Blogs mit Kommentarfunktion sind dazu da, dass Menschen sich austauschen und damit sie einander (besser) verstehen und kritisch korrekt evaluieren können, müssen und dürfen sie auch Dinge über sich selbst schreiben: gerade, *weil* man annimmt, dass nicht jeder andere Disputant einen persönlich kennt und also korrekt einordnen kann. Die logische Folge ist, dass man diejenigen Infos, die ein kritischer Leser zum Verständnis der Aussagen haben sollte, bereit stellt. Kommentare wie, dass das nicht interessant sei, sind rüpelhaft und gehören nicht hier her. Ohne solche Angaben wäre in der Anonymität des Internets ein geistreiches Diskutieren wohl kaum möglich.

    3. Ganz vielen herzlichen Dank an meine Leser für das Lob zu meinem letzten Kommentar und zu diesem post!

  13. „uhuru“ ist das Wort für „Freiheit“

    Hat also nichts oder zumindest nicht direkt mit Star Trek zu tun: der Blogtitel.

    Nochmals danke für die Rezension, die Scheibe ist gerade auf dem Teller, aber der Schreiber dieser Zeilen zögert noch das Gerät anzustellen.
    Sie sind se-ehr gut informiert über Star Trek.

    MFG
    Dr. W (den kommentarische Gegenrede oder gelegentliches ungünstiges Feedback fast gar nícht stört)

  14. „uhuru“ ist das Wort für „Freiheit“ und hat insofern sehr viel mit StarTrek zu tun: Die schwarze Offizierin auf der Kommandobrücke zu einer Zeit, als in den USA noch Apartheit in den Köpfen war, sollte ein leuchtender Stern für die Freiheit und Gleichstellung der Schwarzen sein. Darum heißt sie ja auch „Nyota Uhura“ (Stern der Freiheit, suahili), was aber bis zu ST-11 nur in Büchern stand und nirgends in irgendwelchen Filmen „belegt“, also festgeschrieben war.

    Wie gesagt: DAMALS hatte StarTrek eben einige Botschaften für die Welt – und zwar nicht nur eine technische, sondern auch eine soziokulturelle.

    Mein Blog … weil Sie darauf anspielten … hat übrigens die „Uhura“ aus einem ähnlichen Grund im Namen: Bei Gründung der kosmologs pendelte ich seit ca zwei Jahren jedes Wintersemester nach Afrika und ich hatte dort ähnliche Aufgaben wie ein Kommunikationsoffizier auf der Kommandobrücke eines Forschungsschiffs: Als Freiberuflerin (also selbstständig) arbeitete ich mit einem Veranstalter zusammen und meine Tätigkeit bestand in sehr viel Französisch-Deutsch übersetzen, Kulturen erklären und Astronomie (Naturkunde & Naturwissenschaft) unterrichten. Ich war als einzige Frau und einzige Weiße sehr gut integriert in das Team meiner männlichen schwarzen Kollegen (hatte ich 2008 auch mal gepostet) … also, die ganze Sache der ST-Uhura irgendwie andersrum [aber – nur prophylaktisch, damit keine Gerüchte entstehen: rumgeknutscht haben wir nicht, denn a) politische Gründe lagen nicht vor, b) die muslimischen Männer sind dort sehr behutsam und c) ich hatte mir bereits ein Zölibat auferlegt (vereinfacht’s einem in Männergesellschaften). 🙂 ]

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