Sonderangebote vom Hohen List

vier super-Teleskope abzugeben: Anlässlich der Auflösung der professionellen Sternwarte auf dem Hohen List (siehe Weblink) sind folgende Teleskope abzugeben:

  • ein Astrograph mit Leitrohr und Sucher, Zeiss-Optik, Baujahr 1925
  • ein 60 cm-Ritchey-Chrétien-Spiegelteleskope mit Sucher (1986)
  • ein 1 m Cassegrain-Spiegelteleskop von Rademakers/ Askania (1965): es war seinerzeit einige Jahre lang das größte Teleskop der BRD
  • Bonner Doppelrefraktor (30/36 cm Öffnung) mit Sucher von Steinheil/ Repsold (1899)

Nähere Infos und BILDER in der PDF-Datei, die hier angefügt ist:

Teleskope Hoher List.pdf

Interessierte sollten sich bitte direkt beim Autor dieses Dokuments melden, Michael Geffert in Bonn: ich habe keine weiteren Infos hierzu, sondern verbreite nur die Nachricht.

  • Veröffentlicht in: News
Susanne M. Hoffmann

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" [abgewandelt: John Miles, http://www.youtube.com/watch?v=egwARrX1ik8 ] Die Autorin studierte im Doppelstudium Physik und Wissenschaftsgeschichte und anschl. Medienwissenschaften, Physikdidaktik & Philosophische Anthropologie als Promotionsstudium. Sie ist seit 1998 freiberuflich als Astronomin und zeitweise auch als Dozentin für Physik tätig. Derzeit erforscht sie die Wurzeln der abendländischen Astronomie. Aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Frühere Arbeitsschwerpunkte waren * in Astrophysik: Stellarphysik; Mikrogravitationslinsen & Exoplaneten (1. Diplomarbeit); * in Technik- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (2. Diplomarbeit). * in Astronomie- und Physikdidaktik: Aufbau und Entwicklung einer überregionalen außerschulischen naturwissenschaftlichen Jugendarbeit in Deutschland und im Rahmen des internationalen Jugendaustausches [Mitbegründerin des Astronom. Sommerlagers (ASL), VdS-Jugendreferentin, Initiatorin und Gründerin der VEGA e.V., Begründerin der Berliner SpaceCamps, Gründerin von Astronomie+Raumfahrt-Austauschprogrammen mit Russland und Kasachstan, Zusammenstellung von Lehreinheiten online auf www.exopla.net , historische Methoden zur Vermessung der Welt nachvollziehbar auf Schulniveau] und gleichzeitig in Philosophie/ Medienwissenschaft: Lingua sine Limitibus - Sprachen der Populärdidaktik und transkulturelle Kommunikation (bildliche Sprachen und Visualisierungen, Astronomiekarawanen in Mauretanien, Hotelsternwarte in Portugal). * während Abitur und 2x Doppelstudium finanzierte sie sich als Freiberuflerin [siehe www.urania-uhura.de] durch Popularisierung der Wissenschaften in vielen Medien. In Zusammenarbeit mit einem Reiseveranstalter erhielt sie 2006 einen Tourismuspreis. Aktuell erforscht sie durch Analyse von Gestirnlisten in Keilschrift und Altgriechisch durch computergestützte Datenanalyse die Zusammenhänge der babylonischen mathematischen Astronomie mit der hellenistischen Astronomie.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Öffentlichkeit

    Ist dieses rein beschreibende pdf eigentlich für die Öffentlichkeit freigegeben? Da findet sich weder eine Erklärung noch einen Ansprechpartner in Form eine (Email)Adresse. Auch die Uni Bonn hat keinerlei öffentlichen Aufruf versendet. Nach dem, was da zu mir durchgedrungen ist, soll das nicht so sein. Herr Geffert wird sich freuen, wenn er jetzt mit Anfragen zugemailt wird. Man sollte sich vorab vielleicht einmal versichern, statt die Nachricht blind zu verbreiten…

    Skeptische Grüße, Torsten

  2. @Thorsten

    Keine Ahnung, ob das pdf für die Öffentlichkeit „freigegeben“ ist (aber welchen Sinn sollt es wohl machen, wenn nicht?) – die Nachricht an sich ist öffentlich, spätestens seit dem letzten Interstellarum-Newsletter:

    http://www.oculum.de/…/100/90/3/193.cu1ex.asp#10

    Dort steht auch der richtige Ansprechpartner von der Uni Bonn für Anfragen (in der Mail, die IS hier zitiert, ist Michael Geffert als Ansprechpartner nur für technische Details genannt.)

  3. Nachtrag

    Im Übrigen finde ich es beschämend, dass hier eine geschichtsträchtige, noch dazu wirklich schön gelegene Sternwarte auseinandergerissen wird, anstatt sie einer neuen astronomischen Nutzung zuzuführen, wie verschiedentlich gefordert. Ein bisschen von dem Geld, dass anderswo sinnlos versekt wird, und wir hätten in Deutschland ein wunderbares naturwissenschaftliches Bildungszentrum gehabt. Aber sowas interessiert hierzuland ja eh kein Schw…, dann lieber zig Millionen in schwachsinnige Vergnügungsparke pumpen.

  4. Michael Geffert hatte schon 2006 und 2010 zwei verschiedene Konzepte zur Weiterführung des HL veröffentlicht. http://www.astro.uni-bonn.de/…_Ersteskonzept.pdf und http://www.astro.uni-bonn.de/…t2010_Konzept.pdf. Das war in der deutschen Astronomie inkl. Amateure bekannt. Es war also genug Zeit, sich hier aufzustellen und ein Bildungszentrum oder was immer aufzubauen. Die Frage lautet also für wen ist das beschämend?

  5. Kein Entweder – Oder

    Der erste von Kommentator Torsten verlinkte Artikel spricht von didaktischen Aufganbenstellungen. Der zweite Link funktioniert leider nicht. Von einer astronomischen Aufgabenstellung wird dort nicht mehr ausgegangen, offenbar ist die Ausstattung dafür bereits zu sehr veraltet. Das Problem, das von Herrn Geffert angesprochen wird, ist der bauliche Zustand und offenbar ein erheblicher Wartungsstau an den Gebäuden, der beträchtliche Investitionen erforderlich machen wird. Das schreckt natürlich potenzielle Geldgeber ab.

    Die Aufrechnung gegen andere Projekte halte ich für wenig abgebracht. Das Problem ist doch wohl, dass niemand bereit ist, die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen zu finanzieren. Das kann man doch aber nicht gegen Vergügungsparks aufrechnen. Nicht nur deshalb, weil das eine reichlich moralinsaure Argumentation ist – wer bestimmt denn, wofür sich die Leute gefälligst zu interessieren haben – sondern auch, weil wir beides haben können, naturwissenschaftliche Bildung und Vergnügungsparks.

    Wir müssen es nur wollen. Dass die Bundesrepublik so arm sei, dass man sich zwischen Bildung und anderen Dingen entscheiden muss, halte ich für ein Gerücht. Ähgnliche Argumente bekommt man übrigens auch gern im Zusammenhang mit der Großforschung zu hören, da finde ich es besonders ärgerlich.

    Vom Observatorium Hoher List – und ja, ich finde auch, dass es ausgesprochen schön gelegen und interessant ist – höre ich heute zum ersten Mal. Besonders intensiv scheint das Thema in der Szene nicht gerade diskutiert worden zu sein. An Vergnügungsparks wird das eher nicht liegen.

    Man kann nicht jedes alte Forschungsinstitut bewahren. Die, die keine Fürsprecher haben, fallen eben hinten ‚runter. Ob zu Recht oder zu Unrecht.

  6. „Vom Observatorium Hoher List […] höre ich heute zum ersten Mal“ – das liegt natürlich an Ort (die Angelegenheit ist zwischen Bonn und Daun durchaus ein Thema) und Zeit: Noch in den 1980-er Jahren waren die Teleskope der Sternwarte beliebt, um neue Instrumente zu testen, die später an ‚richtigen‘ Sternwarten installiert wurden. Und für die studentische Ausbildung war die vielseitige Sternwarte geradezu Kult. Noch immer bemühen sich einzelne Politiker – überwiehend in RP – um eine Erhaltung der Anlage als Ganzer, aber die Teleskope werden wohl in alle Winde verstreut werden. Oder, wenn sie keiner haben will, verschrottet – diese Option steht tatsächlich auch im Raum …

  7. Der zweite Link hat den Punkt am Ende mitgenommen. Punkt im Browser löschen und es geht.

    Daniel hat die wissenschaftlichen Folgen implizit angedeutet:

    „Noch in den 1980-er Jahren waren die Teleskope der Sternwarte beliebt, um neue Instrumente zu testen, die später an ‚richtigen‘ Sternwarten installiert wurden.“ Auch heute müssen Messinstrumente ausprobiert werden bevor sie an die großen Sternwarten gehen. Dazu braucht es ein Teleskop, welches diese Instrumente beim Test auch tragen können. Und da die Forschungserfolge weitgehend den Ingenieuren zu verdanken sind, ist diese Entwicklung fatal.

    „Und für die studentische Ausbildung war die vielseitige Sternwarte geradezu Kult.“ Nicht nur Kult sondern eben auch praktische Ausbildungsstätte für instrumentell orientierte Studenten.

    In Wirklichkeit fehlen die „Treiber“ für solch eine Sternwarte. Wenn sie aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr als wichtig wahrgenommen wird, ist sie dort eben raus. Und für eine andere Weiterverwendung hat sich nun einmal niemand massiv eingesetzt. Die Idee einer Schulsternwarte oder eines Schullandheims mit Wissenschaftspark war eine reale Option. Dazu bedarf es aber nicht nur Geld sondern auch die administrative Begeisterung, also Leute, die das zu ihrem Vollzeithobby machen. Die Politik ist für sowas völlig ungeeignet.

  8. @Torsten

    Vielen Dank für den Hinweis. Auf die Sache mit dem Punkthätte ich auch selbst kommen können. Der Vergleich zwischen den Weiter-Nutzungsvorschlägen 2006 und 2010 zeigt, dass von den ursprünglichen Ideen eigentlich nur das des Schullandheims mit angeschlossenem Observatorium im Rennen ist. Bei einer Nutzung als Tagungsstätte wären die Anpassungskosten zu hoch. Dann stellt sich auch die Frage, ob es wirklich ausreichend Tagungen mit wissenschaftlichem Hintergrund gibt, damit sich eine solche Einrichtung trägt.

    Mir ist allerdings nicht klar, wieso die Unterbringung von Schulklassen dann als unproblematisch betrachtet wird (dazu seien nur Umbauten an den sanitären Anlagen erforderlich). Vielleicht stellt ein Schullandheim geringere Anforderungen an den persönlichen Komfort als eine Tagungsstätte, aber auch eine Schulklasse muss verpflegt werden.

    Ich sähe da auch die Möglichkeit der Einrichtung eines Astronomiehotels für Spechtler aus lichtverschmutzten Ballungsgebieten.

    Aber das zentrale Problem ist doch wohl in allen Fällen – und ich vermute, genau deswegen wird sich kein Investor finden – der über die Jahre akkumulierte Investitionsstau und die resultierenden baulichen Mängel, wahrscheinlich einhergehend mit einem erheblichen finanziellen Risiko.

  9. Diskussionen

    Ich freue mich über die Dikussion meiner Vorschläge, vielen Dank!
    Nur zur Klarstellung: Der Beschluss, das Observatorium zu schließen, ist unabhängig von mir gefällt worden. Meine Liste der Teleskope war ursprünglich nur als Orientierung für unsere Verwaltung gedacht. Eine ausführlichere Liste mit weiteren Informationen ist in Arbeit. Da der letzte Observatoriumsleiter keine entsprechenden Unterlagen hinterlassen hat, muss ich jetzt mühsam aus den Unterlagen versuchen, die Infos zu ermitteln.

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