Komet Catalina

Am Nordhimmel dreht der Komet C/2013 US10 (Catalina) gerade seine Runde zwischen dem Großen Wagen und dem Polarstern. Sie können ja einmal schauen, ob Sie ihn hier im Bild erkennen:

Sternfeld um Catalina

Sternfeld um Catalina; der Polarstern unten links.

Gestern konnten wir ihn mal im Teleskop erwischen – leider erst nach Mondaufgang und nicht perfekt fokussiert – aber wir möchten zum Nachschauen motivieren.

Catalina im 7" Apochromaten (ED).

Catalina im 7″ Apochromaten (ED).

Mitte der Woche hatte er noch fast 5.7 mag, aber gestern war er laut Stellarium 4.4 mag hell und sollte folglich für Geübte vor Mondaufgang sogar mit bloßem Auge sichtbar. [Was heißt das? Woher bezieht Stellarium seine Daten? – keine Ahnung, Georg Zotti fragen – wir hatten jedenfalls nicht den Eindruck, dass er heller war – aber beobachtet haben wir ihn trotzdem.]

(Ergebnis von Fototest auf unserer Sternwarte.)

(Ergebnis von Fototest auf unserer Sternwarte.)

Susanne M. Hoffmann

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" [abgewandelt: John Miles, http://www.youtube.com/watch?v=egwARrX1ik8 ] Die Autorin studierte im Doppelstudium Physik und Wissenschaftsgeschichte und anschl. Medienwissenschaften, Physikdidaktik & Philosophische Anthropologie als Promotionsstudium. Sie ist seit 1998 freiberuflich als Astronomin und zeitweise auch als Dozentin für Physik tätig. Derzeit erforscht sie die Wurzeln der abendländischen Astronomie. Aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Frühere Arbeitsschwerpunkte waren * in Astrophysik: Stellarphysik; Mikrogravitationslinsen & Exoplaneten (1. Diplomarbeit); * in Technik- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (2. Diplomarbeit). * in Astronomie- und Physikdidaktik: Aufbau und Entwicklung einer überregionalen außerschulischen naturwissenschaftlichen Jugendarbeit in Deutschland und im Rahmen des internationalen Jugendaustausches [Mitbegründerin des Astronom. Sommerlagers (ASL), VdS-Jugendreferentin, Initiatorin und Gründerin der VEGA e.V., Begründerin der Berliner SpaceCamps, Gründerin von Astronomie+Raumfahrt-Austauschprogrammen mit Russland und Kasachstan, Zusammenstellung von Lehreinheiten online auf www.exopla.net , historische Methoden zur Vermessung der Welt nachvollziehbar auf Schulniveau] und gleichzeitig in Philosophie/ Medienwissenschaft: Lingua sine Limitibus - Sprachen der Populärdidaktik und transkulturelle Kommunikation (bildliche Sprachen und Visualisierungen, Astronomiekarawanen in Mauretanien, Hotelsternwarte in Portugal). * während Abitur und 2x Doppelstudium finanzierte sie sich als Freiberuflerin [siehe www.urania-uhura.de] durch Popularisierung der Wissenschaften in vielen Medien. In Zusammenarbeit mit einem Reiseveranstalter erhielt sie 2006 einen Tourismuspreis. Aktuell erforscht sie durch Analyse von Gestirnlisten in Keilschrift und Altgriechisch durch computergestützte Datenanalyse die Zusammenhänge der babylonischen mathematischen Astronomie mit der hellenistischen Astronomie.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Die Angaben von Stellarium basieren auf Daten, die irgendwann bei der letzten Aktualisierung des Programms eingelesen wurden. Ich würde sie nie zur aktuellen Helligkeitsbewertung nehmen. Besser auf echte Beobachtungen zurückgreifen, wie sie z. B. in der CometObs Mailingliste veröffentlicht werden

      https://groups.yahoo.com/neo/groups/CometObs/info

      Da liegt Catalina bei 6,6mag, was auch eher hinkommt…

  1. Also momentan soll Komet Catalina so um 6,5 bis 6,7 mag hell sein. Ein Ausbruch des Kometen müsste doch in der Astrocommunity die Runde machen?

  2. Also ich habe C/2013 US10 Catalina am 28.Dezember zwischen 03:00 und 05:30 Fotografiert, da Stand er noch in der nähe von Arktur und hatte eine Helligkeit von 4.4 – meiner Empfindung nach war er da am Hellsten. Ausbrüche wird’s wohl jetzt nicht mehr geben.
    sternenfreundliche grüße aus Kärnten Österreich.

  3. Sorry, mein Ablesefehler: Stellarium sagt, dass die ABSOLUTE Helligkeit 4.4 mag ist – die scheinbare wird zu ca. 6 mag (heute, d.h. am 1.2. sollen’s 6.2 sein) behauptet. Da war ich in der Eile einfach in der Zeile verrutscht. Entschuldigung!
    Ansonsten ist Stellarium eines der besten Astroprogramme, das ich kenne – insbesonsere für Historiker auch vortrefflich geeignet, weil es eben ein Ludwig-Boltzmann-Institut für Virtuelle Archäologie (Wien) stark für die entsprechenden Zwecke weiterentwickelt wird. Darum schwör ich halt auf Stellarium fürs schnelle Nachgucken von irgendwas – sei es für die Forschung (bevor man selbst rechnet) oder für aktuelle Ereignisse.

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