Verstrahlte SMS-Kürzel [Wiederabdruck]

Wiederabdruck aus dem Bremer SprachblogDie Ergebnisse der Auslese 2009 sind da, und das Bremer Sprachblog ist unter den Gewinnern. Der Beitrag „Verstrahlte SMS-Kürzel“ wurden von der Jury sogar als einer von zwei „absoluten Favoriten“ ausgewählt. Das freut mich natürlich unglaublich, denn Anerkennung ist das Beste, was einem als Wissenschaftsblogger passieren kann. Die anderen Sieger gehören für mich zu den Wegweisern der deutschen Wissenschaftsbloglandschaft und zur täglichen Lektüre und ich bin stolz darauf, mich in ihrer Gesellschaft wiederzufinden. Zur Feier des Tages möchte ich den Beitrag hier noch einmal „abdrucken“.

Seit ein paar Tagen geistert eine Pressemeldung der Ärztekammer für Wien durch die deutschsprachige Presselandschaft, in der eindringlich davor gewarnt wird, Kindern die Nutzung von Mobiltelefonen zu erlauben.

Zunächst geht es der Kammer um Strahlenbelastung:

Rechtzeitig zu Schulbeginn mahnt die Wiener Ärztekammer einen verantwortungsvollen Gebrauch von Handys insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ein. Noch immer werde die Gefahr der Handystrahlung in Österreich nicht wirklich ernst genommen. Gerade bei Kindern aber müsse man auf eine mögliche gesundheitliche Gefährdung im Umgang mit Mobilfunk achten und dürfe die Risiken der Handy-Nutzung nicht unterschätzen… [AEKWIEN.at 2009]

Dass eine Ärztekammer vor Strahlenschäden warnt, leuchtet ein — zumindest, wenn von Handys tatsächlich eine entsprechende Gefahr ausgehen sollte. Aber der nächste Absatz ließ mich bei der Lektüre stutzen:

Immer mehr Kinder in Österreich besitzen ein Handy. Dabei wird oft auf die Gefahren vergessen, die ein solcher Umgang mit sich bringen kann. „Abgesehen von möglichen negativen medizinischen Langzeitfolgen sind das vor allem Schulden, Sprachverfall und Kommunikationsdefizite“, betont der Präsident der Ärztekammer für Wien, Walter Dorner. Erst vor Kurzem hat eine australische Studie ergeben, dass die intensive Handy-Nutzung das noch in Entwicklung befindliche Gehirn von Kindern verändern kann. Typische SMS-Abkürzungen sowie ein häufiger Gebrauch der Texterkennung verleiteten dazu, zwar schneller zu denken und zu kommunizieren, aber gleichzeitig auch mehr Fehler zu machen – und sich nicht weiter daran zu stören. Dies wiederum könne zu Veränderungen von Denkmustern und Hirnstrukturen führen, so die Autoren der Studie. [AEKWIEN.at 2009]

Die Behauptung, SMS-Kürzel und automatische Texterkennung („T9“) könnten die Gehirnentwicklung negativ beeinflussen, hat mich natürlich näher interessiert und so schickte ich am Freitagnachmittag eine E-Mail an den Pressesprecher der Wiener Ärztekammer und bat um genauere Angaben zu dieser Studie. Am nächsten Morgen fand ich statt dieser Angaben gleich die Studie selbst in meinem Postfach vor.

Für diese schnelle und professionelle Reaktion möchte ich mich hier noch einmal ausdrücklich bedanken, aber trotzdem kann ich die Wiener Ärztekammer nicht ungeschoren davonkommen lassen. Denn die Studie rechtfertigt deren oben zitierte Behauptung in keinster Weise — nicht in Bezug auf die Gefahr der Handystrahlung und nicht in Bezug auf die SMS-Kürzel. Nicht einmal annähernd.

Die Autoren der Studie (Abramson et al. 2009) verteilten zunächst Fragebögen an 497 australische Schüler in denen sie danach fragten

  1. wieviele Mobiltelefonate die Schüler pro Woche führen,
  2. wieviele SMS sie pro Woche schreiben und empfangen, und
  3. seit wievielen Jahren sie überhaupt ein Mobiltelefon nutzen.

Fast zwei Drittel der befragten Schüler (nämlich 317) beantworteten diese Fragen vollständig (ein guter Rücklauf für einen Fragebogen). Diese Schüler mussten dann acht Aufgaben lösen, die unterschiedliche kognitive (geistige) Fähigkeiten abtesten sollten. Dabei wurde jeweils die Reaktionsgeschwindigkeit und die Zahl der richtigen Lösungen gemessen. Ich beschreibe diese Aufgaben hier so ausführlich, wie die Studie es zulässt (wen das langweilt, der kann die Liste überspringen, der Rest des Beitrags ist im Prinzip auch ohne sie verständlich):

  1. Einfache Reaktion auf einen Stimulus. Auf einem Bildschirm erschien ein Stimulus — vermutlich eine abstrakte Form, die Studie sagt dazu nichts Genaueres –, auf den die Schüler mit einem Tastendruck reagieren sollten.
  2. Reaktion auf zwei unterschiedliche Stimuli. Auf einem Bildschirm erschienen zwei unterschiedliche Stimuli, auf die die Schüler jeweils reagieren sollten, in dem sie eine passende Taste drückten.
  3. Arbeitsgedächtnis, einfache Aufgabe. Die Schüler sollten sich eine „Informationseinheit“ merken, sie mit einer anderen Einheit vergleichen, dann die erste Einheit vergessen und sich die zweite merken. Die Studie sagt nichts dazu, worum es sich bei diesen Einheiten handelte: Es dürfte sich um Wörter, Zahlen oder möglicherweise Spielkarten (siehe unten) gehandelt haben.
  4. Arbeitsgedächtnis, zweifache Aufgabe. Die Schüler sollten sich erst eine Informationseinheit merken, dann eine zweite, dann die erste mit einer dritten vergleichen, dann die zweite Einheit vergessen und sich die erste und dritte merken.
  5. Einfaches Lernen. Den Schülern wurde eine Reihe von Spielkarten gezeigt und sie sollten durch einen Tastendruck mitteilen, ob sie glaubten, die jeweilige Karte in der Serie vorher schon gesehen zu haben.
  6. Assoziatives Lernen. Die Schüler mussten sich Assoziationen zwischen zwei Spielkarten merken.
  7. Verfolgen und Vorhersagen von Bewegungen. Die Schüler sollten den Pfad einer Spielkarte verfolgen und vorhersagen, wo sie sich hinbewegen würde.
  8. Stroop-Test. Die Schüler sollten Farbwörter lesen, die entweder in einer neutralen Farbe oder in einer dem Wort widersprechenden Farbe auf einem Bildschirm erschienen. Der Stroop-Test ist ein Klassiker unter den psychometrischen Verfahren.

Die Wissenschaftler suchten dann nach Zusammenhängen zwischen den Leistungen der Schüler bei der Bearbeitung dieser Aufgaben und den drei Aspekten der Handynutzung, die sie zuvor in den Fragebögen abgefragt hatten. Dabei kam heraus, dass es grundsätzlich keinen Zusammenhang zwischen der Dauer der Handynutzung und die Reaktionsgeschwindigkeit oder die Anzahl der richtigen Reaktionen bei der Bearbeitung der Aufgaben gab. Die Schüler, die schon seit Jahren ein Handy nutzten, waren weder schneller noch langsamer als diejenigen, die dies erst seit kurzem tun.

Bei den anderen beiden Aspekten der Handynutzung, also der Häufigkeit von Telefonaten und dem Versenden und empfangen von SMS waren die Ergebnisse durchwachsen. Ich habe sie in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

TEST HÄUFIGKEIT VON TELEFONATEN HÄUFIGKEIT VON SMS ANMERKUNGEN
Reaktion (Einfach) Kein Effekt Kein Effekt  
Reaktion (Auswahl) Kein Effekt Kein Effekt  
Arbeitsgedächtnis (Einfach) Mehr Fehler Mehr Fehler Nur bei hohem Wert für SMS und Telefonie
Arbeitsgedächtnis (Doppelt) Mehr Fehler Mehr Fehler Bei hohem Wert für SMS oder Telefonie
Einfaches Lernen Schneller Schneller Bei hohem Wert für SMS oder Telefonie oder Kombination.
Assoziationslernen Schneller
Mehr Fehler
Mehr Fehler Bei hohem Wert für SMS oder Telefonie oder Kombination.
Bewegungsvorhersage Kein Effekt Kein Effekt  
Stroop-Test Langsamer Kein Effekt  

Zunächst gab es also bei einer Reihe von Aufgaben überhaupt keinen Zusammenhang zwischen Handynutzung und Aufgabenbewältigung: weder bei den beiden Reaktionsaufgaben noch bei der Vorhersage von Bewegungen schnitten Schüler mit intensiver Handynutzung anders ab als Schüler, die selten mobil telefonierten oder SMS verschickten.

Für die beiden Lernaufgaben hatten für sich genommen weder die Häufigkeit von Telefongesprächen noch die Häufigkeit des Versendens und Empfangens von Textnachrichten einen Einfluss auf die Aufgabenbewältigung, wohl aber die Kombination von beidem. Die Schüler, die sowohl häufig telefonierten als auch viele Textnachrichten austauschten, reagierten schneller und machten mehr Fehler als alle anderen.

Bei den Assoziationsaufgaben schließlich hatten die intensive Nutzung von Mobiltelefonie oder Textnachrichten einen Einfluss auf die Leistung der Schüler, dieser Einfluss wurde verstärkt wenn beides häufig genutzt wurde. Auch hier waren die Intensivnutzer schneller und fehlerfreudiger.

Die Wissenschaftler führen die beiden Faktoren „Geschwindigkeit“ und „Anzahl der Fehler“ zunächst auf eine Disposition zurück, die sie als „impulsive Persönlichkeit“ bezeichnen. Sie gehen, durchaus nachvollziehbar, davon aus, dass impulsive Menschen antworten, bevor sie sich ihrer Sache sicher sind: Das führt zu einer schnelleren Reaktionszeit aber auch zu mehr Fehlern.

Die Autoren weisen dann sehr deutlich darauf hin, dass ihre Studie keine Antwort darauf geben kann, ob dieses impulsive Verhalten eine Folge oder eine Ursache der intensiven Handynutzung ist. Es ist theoretisch denkbar, dass häufiges mobiles Telefonieren und Texten uns impulsiver macht, aber es könnte ebensogut sein, dass impulsivere Menschen ihr Handy intensiver nutzen.

Gehen wir zunächst einmal davon aus, dass die intensive Handynutzung die Ursache für das impulsive Antwortverhalten war. Dann bleibt eine zweite offene Frage: ist dafür die Handystrahlung verantwortlich, oder tatsächlich die SMS-Kürzel und die Texterkennung, vor der die Wiener Ärztekammer so eindringlich warnt?

Die Autoren der Studie glauben nicht an die Strahlung als Ursache für das impulsive Verhalten. Sie argumentieren dabei wie folgt: Den elektromagnetischen Feldern, die ein Handy erzeugt, ist das Gehirn nur beim Telefonieren ausgesetzt — beim Schreiben von Textnachrichten halten wir unsere Handys zu weit weg von unseren Köpfen, als dass deren relativ schwache Strahlung unser Gehirn erreichen würde. Wenn impulsives Verhalten also durch Strahlung ausgelöst würde, dann müssten die Effekte bei allen Schülern mit einer hohen Anzahl an mobilen Telefongesprächen zu beobachten sein, während die Häufigkeit, mit der sie Textnachrichten verschicken und empfangen, keine Rolle spielen sollte.

Wie wir gesehen haben, hat das Verschicken und Empfangen von Textnachrichten bei den Assoziationsaufgaben aber durchaus einen Einfluss auf das Testverhalten, und auch bei den Lernaufgaben zeigt sich nur dann ein Effekt, wenn nicht nur viel telefoniert sondern auch viel getextet wird. Diese Ergebnisse sind mit einem Einfluss der Handystrahlung auf das Gehirn nicht zu erklären.

Vermutlich zitiert die Wiener Ärztekammer die Studie deshalb auch nicht im Zusammenhang mit ihrer Warnung vor Handystahlen, sondern im Zusammenhang mit „Sprachverfall und Kommunikationsdefiziten“. Wie sieht es aber mit der These aus, dass es irgendeine Eigenschaft der SMS-Nachrichten ist, die für die beobachteten Effekte verantwortlich ist?

Die Autoren der Studie erwähnen diese Möglichkeit nur in einem Nebensatz in Bezug auf die automatische Texterkennung (SMS-Kürzel werden in der ganzen Studie kein einziges Mal erwähnt):

Die Möglichkeit [dass die Handynutzung Ursache des impulsiven Antwortverhaltens ist], wird durch Funktionen [von Handys] nahegelegt, die häufig im Zusammenhang mit SMS verwendet werden, wie etwa die automatische Erkennung von Wörtern, die insgesamt den Nutzer daraufhin trainieren, Geschwindigkeit gegenüber Genauigkeit zu bevorzugen.

[The latter possibility is suggested by functions often used in conjunction with SMS, such as ‘predictive texting’, that in effect, train the user to favour speed over accuracy (S. 7)]

Die Logik dieser Aussage erschließt sich mir nicht und bezeichnenderweise verfolgen die Autoren der Studie diese Theorie auch nicht weiter. Denn das, was die Wissenschaftler so scharfsinnig in Bezug auf die Handystrahlung feststellen, gilt natürlich genauso für SMS-Sprachtechnologien. Wenn das Schreiben und Lesen von Textnachrichten die Ursache für das impulsivere Verhalten intensiver Handynutzer wäre, dann müssten die Effekte bei allen Schülern mit einer hohen Anzahl verschickter und empfangener SMS zu beobachten sein, während die Häufigkeit von Telefongesprächen keine Rolle spielen dürfte. Dies ist aber, wie bereits dargestellt, nicht der Fall.

Es gibt also keinen Aspekt der Handynutzung, der als Ursache für ein impulsives Verhalten herhalten könnte. Damit ist die wahrscheinlichste Erklärung der Ergebnisse die, dass die Kausalität in die entgegengesetzte Richtung geht: impulsivere Persönlichkeiten greifen öfter zum Handy. Das ist ja ohnehin plausibel, denn impulsive Persönlichkeiten folgen grundsätzlich allen ihren Impulsen häufiger (deshalb bezeichnen wir sie ja als impulsiv).

Bleiben die Ergebnisse des Stroop-Tests, die ich noch nicht erwähnt habe. Wir erinnern uns: Schüler, die viel telefonieren aber wenige SMS schreiben, lasen die Wörter langsamer, machten aber nicht mehr oder weniger Fehler als die anderen. Auch das lässt sich kaum als Beweis für einen negativen Einfluss des Handygebrauchs interpretieren. Stattdessen dürfte es wahrscheinlicher sein, dass Schüler mit einer schlechten Lesekompetenz mehr telefonieren als andere, das Schreiben und Lesen von Textnachrichten jedoch vermeiden. Und dass eine schlechte Lesekompetenz zu langsameren Reaktionen beim Stroop-Test führt, ist nicht nur intuitiv plausibel, es ist auch seit langem wissenschaftlich belegt (z.B. West und Stanovich 1978).

Ich will hier keine allgemeine Entwarnung bezüglich möglicher Auswirkungen von Handystrahlen auf die Gehirnentwicklung geben — das liegt zu weit außerhalb meines Kompetenzbereichs. Aber eins kann ich versichern: Die vorliegende Studie enthält keine Evidenz für solche Auswirkungen.

Vor allem aber enthält sie nichts, was uns auch nur andeutungsweise zu der Vermutung anregen könnte, dass die automatische Texterkennung oder gar SMS-Kürzel irgendeinen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns oder der Persönlichkeit von Kindern haben könnten. Wie gesagt erwähnen die Autoren der Studie SMS-Kürzel mit keinem Wort und auch ihr Hinweis zur Texterkennung ist nur ein nebenbei hingeworfener Gedanke, der es zwar gar nicht erst durch den Begutachtungsprozess hätte schaffen sollen, den wissenschaftliche Studien vor ihrer Veröffentlichung durchlaufen, aber der in keiner Weise als Ergebnis der Studie präsentiert wird.

Wer auch immer die Pressemeldung für die Wiener Ärztekammer verfasst hat hat also die Studie nicht aufmerksam gelesen, oder er hat bewusst versucht, bestehende Ressentiments gegenüber SMS-Kürzeln und kommunikationsgestörten Jugendlichen zu nutzen um die Ärztekammer ins Gespräch zu bringen.

Das schnelle und hilfsbereite Verhalten des Pressesprechers deutet darauf hin, dass hier keine böse Absicht im Spiel war. Wenn es sich um eine bewussten Täuschungsversuch handelte, hätte er meine E-Mail ja einfach ignorieren können. Ohne seine Hilfe hätte ich nicht einmal herausfinden können, um welche Studie es sich handelt, hätte also keine Chance gehabt, die Meldung als Zeitungsente zu entlarven. Ich nehme also an, dass der Verfasser der Presseerklärung bei der Lektüre der Studie seinen eigenen Vorurteilen gegen SMS-süchtige, in zerhackten Kürzeln kommunizierende Jugendliche aufgesessen ist und Dinge in die Studie hineingelesen hat. Das ist weniger verwerflich als ein bewusster Täuschungsversuch, aber trotzdem darf es in der öffentlichen Kommunikation eines Vertrauenträgers wie einer Ärztekammer nicht passieren.

 

ABRAMSON,Michael J., Geza P. BENKE, Christina DIMITRIADIS, Imo O. INYANG, Malcolm R. SIM, Rory S. WOLFE und Rodney J. CROFT (2009) Mobile telephone use is associated with changes in cognitive function in young adolescents. Bioelectromagnetics 2009, 1–9. [Abstract, DOI 10.1002/bem.20534]

AEKWIEN.at (2009) Vor Schulbeginn: Warnung vor verantwortungslosem Umgang mit Mobiltelefonie, Pressemitteilung der Ärztekammer für Wien, 6. September 2009 [Link]

WEST, R. F., & STANOVICH, Keith. E. (1978). Automatic contextual facilitation in readers of three ages. Child Development 49, 717-727.

©2009, Anatol Stefanowitsch
Der Beitrag erschien ursprünglich am 14. September 2009 im Bremer Sprachblog.

Anatol Stefanowitsch

Nach Umwegen über Politologie und Volkswirtschaftslehre habe ich Englische Sprachwissenschaft und Sprachlehrforschung an der Universität Hamburg studiert und danach an der Rice University in Houston, Texas in Allgemeiner Sprachwissenschaft promoviert. Von 2002 bis 2010 war ich Professor für Englische Sprachwissenschaft an der Universität Bremen, im August 2010 habe ich einen Ruf auf eine Professur für anglistische Sprachwissenschaft an der Universität Hamburg angenommen. Mein wichtigstes Forschungsgebiet ist die korpuslinguistische Untersuchung der Grammatik des Englischen und Deutschen aus der Perspektive der Konstruktionsgrammatik.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Steigerung

    Interessanter Text – interessant aber auch, dass Sie das kleine Wörtchen „kein“ steigern. In keinster Weise wird zwar gern verwendet – bleibt aber trotzdem falsch 😉

    Gruß aus Bremen
    Timo

  2. @Timo

    Ist es nicht, und das Logik-Argument, das Sie wahrscheinlich anführen würden, zählt auch nicht, da sich natürliche Sprache nicht (nur) nach mathematischer Logik richtet. Versuchen Sie da mal lieber nicht, einen Sprachwissenschaftler zu belehren 😉

    @A.S.: Vielleicht könnte man den Neuanfang in den Wissenslogs ja dazu nutzen, etwas zu den oft bemühten Kategorien „richtig“ und „falsch“ in der Sprache zu schreiben?
    Ach ja, und Glückwunsch zur Auszeichnung.

  3. @D.A.

    da sich natürliche Sprache nicht (nur) nach mathematischer Logik richtet

    Was die Pragmatik angeht: ja, völlig Richtig.

    Was alles andere (vor allem die Syntax) betrifft, würde ich mit solchen Aussagen vorsichtig sein…

  4. Automat. Worterkennung und Genauigkeit

    Die Logik der Studienautoren im zitierten Satz passt nicht zur technischen Wirklichkeit: Wer T9 nutzt (ich z.B.), muss die Orthographie der Wörter genau beachten, sonst findet sie das T9-System nicht! Ungenau kann man nur operieren, wenn man ohne T9 mit heftigen Abkürzungen textet (auch beim E-mail-Schreiben, chatten beliebt).

  5. Wenig erstaunlich

    Wie zu erwarten gewesen ist, kann und wird man wohl auch in Zukunft kaum nachweisen können, dass Handystrahlung wirklich schädlich ist und ob SMS-schreiben sich auf den Spracherwerb oder die Schreibkompetenz auswirkt ist auch nicht zu erkennen, trotzdem eine interessante Studie!

  6. Handynutzungsstudie in der aktuellen G&G

    Auf Seite 47 der aktuellen Ausgabe von Gehirn & Geist führt der Autor der Titelgeschichte „Intelligenz 2.0“, Christian Wolf, die australische Studie als Beleg für die „Schattenseiten der schönen neuen Medienwelt“ an und fasst die Ergebnisse etwas unvollständig zusammen: „Vielleicht fördere die mobile Kommunikation impulsives, weniger kontrolliertes Verhalten, so Abramson.“

    Vielleicht auch nicht. 😉

  7. SMS-Abkürzungen

    Ich bin allergisch auf die “SMS-Abkürzungen”. Die werden nicht nur für das SMS Schreiben, sondern auch in E-Mails und anderen Nachrichten angewendet… Ich habe einen Mitstudenten, der die eigentliche Sprache nicht mehr beherrscht und nutzte diese Form des Schreibens sogar in seiner Essay! Nur ein Beispiel seiner Nachrichten:

    “u wanna grab lunch afta dat ? dat is if i make it to d class!! I gotta go 2 d ATM so kinda usin u as my bait“