Public Viewing oder die Rückkehr der Leichenbeschauer

Da selbsternannte Sprachbewahrer im Allgemeinen kein großes Interesse an sprachlichen Tatsachen haben, dafür aber umso lieber auf den immer gleichen, meistens dutzendfach widerlegten Irrmeinungen herumreiten, war es unvermeidlich, dass mit der Fußballweltmeisterschaft auch der Mythos von der öffentlichen Aufbahrung von Leichen durch die Zeitungslandschaft getrieben würde. Das nämlich, so erfahren wir dieser Tage zum Beispiel aus der Kölnischen Rundschau und der Frankfurter Rundschau, sei die eigentliche Bedeutung des Wortes Public Viewing.

Ich habe bereits vor zwei Jahren — zur Europameisterschaft — im Bremer Sprachblog darauf hingewiesen, dass das nicht stimmt, und dass public viewing im Englischen im Prinzip genau das bedeutet, was man erwarten würde, wenn man die Wörter public und viewing zu einem Kompositum zusammensetzt: das öffentliche Angucken von allem Möglichen.

Aber genutzt hat es eben nichts. Der Beitrag ist zwar inzwischen gut fünfzehntausend Mal aufgerufen worden, aber Sprachbewahrer waren unter den Lesern offensichtlich schwach vertreten.

Nun greifen dankenswerterweise andere meinen Beitrag auf. Stefan Wallasch zitiert ihn auf 11FREUNDE.de und zeigt außerdem, wie man sich, wenn man mir nicht glauben will, mit einer schnellen Google-Suche selbst davon überzeugen kann, dass öffentliche Aufbahrungen von Leichen für die Verwendung des Wortes public viewing keine herausragende Rolle spielt.

Wenn 11 FREUNDE es nicht schafft, den Mythos damit ein für alle Mal zu Grabe zu tragen, dann weiß ich nicht, woran ich überhaupt noch glauben soll. Auf jeden Fall wird es dann auch in der Amorphen Welt des Julius H. nicht gelingen, einem Blog, das selbsterklärter und unverdienterweise Mitglied des ehrenwerten Clubs der erfolglosen Blogger ist, dafür aber ebenfalls auf meinen alten Beitrag verlinkt und sehr treffende Google-Belege anführt. Denn in den Kommentaren zum dortigen Beitrag wendet der angehende Anglist Fidepus ein, dass Google ja nicht repräsentativ sein müsse und dass man hier entsprechende Korpora (also große elektronisch lesbare Sammlungen repräsentativ zusammengestellter authentischer Texte) heranziehen müsse.

Was bei Fidepus wissenschaftliche Neugier ist, könnte von Sprachnörglern allzu leicht als fadenscheinige Entschuldigung verwendet werden, die Mär von der Leichenbeschau unberührt von Tatsachen weiter zu verbreiten. Deshalb sage ich es hier noch einmal in aller Klarheit: Diese Google-Suchen sind allesamt repräsentativ.

Im British National Corpus, dem mit 100 Millionen Wörtern größten repräsentativen Korpus des Britischen Englisch, finden sich genau zwölf Treffer für public viewing, und kein einziger davon bezieht sich auf die öffentliche Aufbahrung einer Leiche. Die Treffer beziehen sich, wie erwartet, auf die öffentliche Besichtigung von Räumlichkeiten und Gärten, Kunstwerken und anderen Ausstellungsstücken, Filmen und Dokumenten, und in einem Fall einem lebendigen, dafür aber unbekleideten Körper. Fußballspiele sind nicht dabei, aber das liegt daran, dass das Korpus aus den 1990ern stammt und Fußball damals noch nicht auf Großleinwänden übertragen wurde.

Daraus will ich gar nicht schließen, dass sich Public Viewing nicht auch mal auf das öffentliche Besichtigen einer Leiche beziehen könnte. Aber die Behauptung, dass der Begriff sich „eigentlich“ oder „ursprünglich“ oder „für englische Muttersprachler“ an erster Stelle auf eine Leichenbeschau bezieht, ist schlicht und einfach Unsinn. Das hat irgendein sprachlicher Feingeist mal aus der Wikipedia abgeschrieben, und alle anderen schreiben es jetzt bis in alle Ewigkeit voneinander ab (die Wikipedia hat es, ich habe schon vor zwei Jahren darauf hingewiesen, längst korrigiert).

[Nachtrag: Eine Fortsetzung findet sich hier.]

 

 

Amorphe Welt (2010) Public Viewing, Die Amorphe Welt des Julius H., 10. Juni 2010 [Link]

Heyltjes, Lars (2010) Deutschlaaand, Deutschlaaand! Kölnische Rundschau (rundschau-online.de), 9. Juni 2010. [Link]

Stefanowitsch, Anatol (2010) Public Viewing, Bremer Sprachblog, 8. Juni 2008 [Link]

Stillbauer, Thomas (2010) Peinlich Viewing, FR-online.de, 10. Juni 2010 [Link]

Wallasch, Stefan (2010) Rudelbildung, öffentlich. 11FREUNDE.de, 8. Juni 2010. [Link]

© 2010, Anatol Stefanowitsch

Anatol Stefanowitsch

Nach Umwegen über Politologie und Volkswirtschaftslehre habe ich Englische Sprachwissenschaft und Sprachlehrforschung an der Universität Hamburg studiert und danach an der Rice University in Houston, Texas in Allgemeiner Sprachwissenschaft promoviert. Von 2002 bis 2010 war ich Professor für Englische Sprachwissenschaft an der Universität Bremen, im August 2010 habe ich einen Ruf auf eine Professur für anglistische Sprachwissenschaft an der Universität Hamburg angenommen. Mein wichtigstes Forschungsgebiet ist die korpuslinguistische Untersuchung der Grammatik des Englischen und Deutschen aus der Perspektive der Konstruktionsgrammatik.

32 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Leichen*be*schauer?

    Ich kann die Aussage des Textes zwar auch beim wiederholten Mal gut nachvollziehen, allerdings nicht die verwendeten deutschen Begriffe.

    Eine öffentliche Aufbahrung ist für mich eine Leichenschau – und für die Leute, die zu einer Leichenschau kommen, kenne ich keinen eigenen Namen.

    Eine Leichenbeschau ist dagegen das, was Pathologen und verwandte Berufe machen; und wenn sie sowas machen, dann sind sie Leichenbeschauer.

    Vielleicht ist dieser gefühlte Unterschied auch meiner Eigenschaft als Österreicher geschuldet, ich finde jedenfalls das *be* irritierend.

  2. Wörterbücher?

    Mir reicht in diesem Zusammenhang eigentlich schon, dass die üblichen Verdächtigen – z.B. Journalisten – nicht einmal wissen, wie der eine oder andere Blick in eine Handvoll Wörterbücher helfen könnte. Gut, viele Leser/Zuschauer haben sich daran gewöhnt, dass Recherche nicht einmal mehr auf niedrigstem Niveau stattfindet.

    Collins, 5th ed: laying out; lying in state [public viewing taucht als eigenständiger Begriff gar nicht auf]

    Longman DCE, 2003: lay out [gibt kein public viewing]

    New Oxford Thesaurus, 1st ed, 2000: verzichtet komplett

    NSOED, 1993: lay out; lying in state [public viewing taucht nicht als eigenständiger Begriff auf]

    Alleine daraus lässt sich erkennen, wie weit die Kombo public+viewing von Leichenaufbahrung entfernt ist; ich sehe es auch nicht als Kompositum.

  3. Leichen(be)schau

    @ Andreas
    Nach einer zugegeben schnellen Recherche im Netz gibt es beide Begriffe, Leichenschau und Leichenbeschau; letzteres offenbar als die offiziellen Begriffe in .at und .ch, während ersteres in .de offiziell ist. Das Fremdwort dafür ist Autopsie: Die Untersuchung einer Leiche mit dem Ziel, die Todesursache zu ermitteln.

    Etwas anderes ist die Aufbahrung. Die findet vor der Beisetzung bzw. Einäscherung statt; das umgebende Wortfeld scheint mir nicht sehr differenziert zu sein („Du kannst sie am Tag vorher nochmal sehen“).

  4. Wikipedia??

    Hmm… Wenn ich dem Link in die aktuelle Version des Wikipedia-Artikels folge, lese ich dort:
    „Die ursprüngliche englische Bedeutung ist allerdings öffentliche Aufbahrung[1].“
    Die Fußnote verweist auf eine BBC-Leserbriefseite, auf der ich folgendes finde:
    „Nobody told the Germans obviously that this means a public viewing of a corpse in many English speaking countries.“

    Was stimmt denn jetzt?

  5. @Stefan

    Ihr Zitat stammt aus der aktuellen Entwurfsversion des Artikels, der in der Tat ein Rückschritt wäre. Die derzeitige gesichtete Version stellt die Bedeutung besser dar.

  6. Herr Stefanowitsch weiß, was die englische Sprache betrifft, mal wieder alles besser als englische Muttersprachler: http://nothingforungood.com/…the-public-viewing/

    Falls das nicht reicht, habe ich einem amerikanischen Freund folgende E-Mail geschrieben:

    „Hey, [Name entfernt], could you tell me what „public viewing“ is?“

    So lautete seine Antwort:

    „Generically speaking, it just means an event or location that is designated for viewing by the general public, like an exhibition or landmark. But more often [!] it specifically refers to the public viewing of a body, as opposed to a private funeral or memorial service. Deceased heads of state are often given public viewings.“

  7. A. Nonym

    Aber da liefern Sie die Begründung ja schon mit: Ihr amerikanischer Muttersprachler hat genau die Unterscheidung gemacht, die es uns erlaubt, ‚public viewing‘ eben auch in der Bedeutung des „Rudelguckens“ zu verwenden. Es gibt eine allgemeine („generally speaking“) und eine engere („specifically“) Bedeutung. Wir haben die allgemeinere Bedeutung übernommen um einen spezifischeren, wenn auch von der spezifischeren „Urbedeutung“ abweichenden Kontext, zu bennen. Dass englische Muttersprachler den Begriff nicht in dem Sinne verwenden, wie wir mag auch daran liegen, dass es sich bei der Entlehnung um eine relativ abrupte Wortschöpfung handelt, und/oder daran, dass „Rudelgucken“ in den dortigen Ländern weniger praktiziert wird bzw. eine deutsche „Erfindung“ sein mag.

    Ähnliche Prozesse laufen auch anders herum ab; ‚gestalt‘ hat im Englischen eine sehr viel engere Bedeutung, als im Deutschen, in welchem ‚Gestalt‘ die engere englische Bedeutung mit einschließt. Und das ist nur ein Beispiel (siehe auch ‚abseil‘, ‚angst‘). Lehnwörter behalten in den seltensten Fällen ihre Ursprungsbedeutung (vermutlich mit Ausnahme technischer Begriffe, da ihre Gegenstände irgendwie „universal“ sind).

    Ich finde ‚public viewing‘ ja auch nicht besonders hübsch, aber mir hat bisher noch niemand eine ähnlich griffige Bezeichnung anbieten können: Alternativen wie „Rudelgucken“ klingen zwar irgendwie lustig, aber eben auch ein wenig „be“lustigend. Ähnlich neutrale „Entsprechungen“ wie ‚öffentliche Aufführung‘ sind eben auch nicht synonym, weil darunter Vorführungen jeder Art gemeint sein können, z.B. Lesungen, Kinovorführungen etc.

  8. Ein simples Missverständnis

    Mir scheint hier ein ganz simples Missverständnis vorzuliegen. In meinem ersten Kommentar deutete ich bereits an, dass ich ‚public viewing‘ nicht für ein Kompositum halte, sondern eine einfache NP – ‚public‘ modifiziert hier ‚viewing‘, es entsteht kein eigenständiger Begriff wie ‚doghouse‘ oder ‚white collar‘.

    In der englischen Wikipedia gibt es einen Eintrag ‚public viewing area‘, eine Bezeichnung für Bereiche von normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Örtlichkeiten, die zur Besichtigung für eben jene Öffentlichkeit geöffnet werden. Außerdem taucht ‚public viewing‘ regelmäßig in Artikeln zu toten US-Präsidenten auf.

    Wenn Staatsoberhäupter sterben ist es in vielen Ländern, u.a. den US, üblich, eine Totenwache zu halten [egal, ob der Präsident katholisch war oder nicht], dabei wird dann oft zwischen unterschieden nach den Tagen, an denen jeder am offenen Sarg vorbei darf, und Tagen, in denen nur die Familie und enge Freunde oder offizielle Besucher vorbeischauen dürfen. Das ‚public viewing‘ bezeichnet also auch hier nicht etwa die Aufbahrung an sich, die weiterhin ‚lying in state‘, ‚layed out‘ oder ‚wake‘ heißt*.

    Jede Art gemeinsamen öffentlichen Anschauens ist ‚public viewing‘, da kann der Betrachtungsgegenstand tot sein, leben, Tier, Pflanze, Mineral sein, es spielt keine Rolle für die Bedeutung der NP. Mit Sicherheit ist die Behauptung, es hieße ursprünglich ‚öffentliche Leichenaufbahrung‘ schlicht falsch. Das ist im günstigsten Fall eine Nebenbedeutung jüngeren Datums.

    *Zumindest die Anglisten und Literaturwissenschaftler sollten sich mit ‚Wake‘ eigentlich auskennen …

  9. @DaveA

    Does that mean that you would consider any other use of the term absurd? E.g. uses referring to the public exposition of a work of art?

  10. alles richtig, aber

    warum in Gottes Namen kreieren wir englische Wortschöpfungen streiten uns anschliessend darüber wie ein englischer Muttersprachler diese versteht, anstatt unsere eigene Sprache kreativ zu nutzen?? Massenglotzen, Rudelgucken,…irgendwas seriöses wird sich ja wohl auch finden.

  11. Inwiefern sind Massenglotzen und Rudelgucken seriös?
    Beide Begriffe haben doch eine abfällige Konnatation

  12. Sehr geehrter Herr Abramovitsch,
    Sprache ist das, was gesprochen wird. Und das, was verstanden wird. Nicht, was in irgendwelchen Wörterbüchern gefunden und misinterpretiert wird. Wie z.B. von Dierk, der als Definition ‚lying out in state‘ zitiert. Und damit versucht, die Definition Aufbahrung zu dementieren.

    But *what* do you lay out in state? Well, a dead body.

    Vielleicht hilft diese Erklärung, die ich als Kommentar auf http://transblawg.eu/…in-Schein-Anglizismus.html gepostet habe. Zumindest habe ich *versucht* zu erklären, warum *viewing* nicht das richtige Wort in Verbindung mit dem Anschauen z.B. eines Fußballspiels ist:

    (…) while Anatol Stefanowitsch would be right in claiming that something doesn’t have to be a dead body to be viewed publicly, I do not believe that you can ‚view‘ a football match.

    A viewing gives you the chance to *look at* something, to catch a glimpse of it, to see it with your own eyes.

    A match, or a movie, you *watch*. The whole length of it, usually. It’s a show, with a beginning and an end.

    So therefore the match, or the movie, or the TV show, is *screened‘.

    Why is it so difficult to accept that a native speaker would *not* have called the public screening a public viewing if he’d been asked?

    Mfg, ‚Gillian L‘

  13. Wenn ich die Ausführungen von Gillian L richtig verstanden habe, ist „screening“ das, was die Fernsehanstalten in diesem Zusammenhang betreiben. Oder täusche ich mich da?

  14. Trust me; we say public viewing.

    Es sind nicht nur die sogenannten „Sprachnörgler“, die gegen Denglish aufmucken. Ob ein Begriff tatsächlich die gleiche Bedeutung auf englisch hat (wie “meeting”, “to go”, “shop”, “baby” usw.) oder nicht, ist vielen Denglsich-Gegnern egal. Als Englischmuttersprachler finde ich Jam-Session, Party on three Floors, Team, Know-how, Image, Sixpack usw. einfach langweilig, ein schäbiger Ersatz für eigenständiges Denken und Kreativität in der eigenen Sprache.

    Es ist keine Kunst, ein Wort im Deutsch-Englisch-Wörterbuch nachzuschlagen oder einen modernen Begriff aus dem Urlaub in New York zurück nach Hause mitzubringen. Mein zweijähriger Sohn kann auch (leider) manchmal wie ich schimpfen. „Neologisms“, „portmanteaus“, „spoonerisms“, „sniglets“, ausländischer Einfluss usw. machen englisch dynamisch und interessant. Bloße Nachmachung nicht. Ich mag die deutsche Sprache genau wegen ihrer Flexibilität. Schade, dass so viele Deutsche lieber den Abkürzungsweg zu “cool” nehmen wollen.

    Und „Public Viewing“ ruft doch bei mir Bilder von den öffentlichen Aufbahrungen von Lenin, Reagan und Jackson hervor wie bei den NBC-Leuten in Washington: http://www.nbcwashington.com/news/local-beat/Public-Viewing-Held-for-State-Trooper-Killed-96685889.html (Nummer vier bei Google unter den ersten drei deutschverwandten Ergebnissen für “public viewing”) und Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Death_and_state_funeral_of_Ronald_Reagan#Public_viewing).

  15. Ihr Mythos ist der Mythos

    Es sind nicht nur die sogenannten „Sprachnörgler“, die gegen Denglish aufmucken. Ob ein Begriff tatsächlich die gleiche Bedeutung auf englisch hat (wie “meeting”, “to go”, “shop”, “baby” usw.) oder nicht, ist vielen Denglsich-Gegnern egal. Als Englischmuttersprachler finde ich Jam-Session, Party on three Floors, Team, Know-how, Image, Sixpack usw. einfach langweilig, ein schäbiger Ersatz für eigenständiges Denken und Kreativität in der eigenen Sprache.

    Es ist keine Kunst, ein Wort im Deutsch-Englisch-Wörterbuch nachzuschlagen oder einen modernen Begriff aus dem Urlaub in New York zurück nach Hause mitzubringen. Mein zweijähriger Sohn kann auch (leider) manchmal wie ich schimpfen. „Neologisms“, „portmanteaus“, „spoonerisms“, „sniglets“, ausländischer Einfluss usw. machen englisch dynamisch und interessant. Bloße Nachmachung nicht. Ich mag die deutsche Sprache genau wegen ihrer Flexibilität. Schade, dass so viele Deutsche lieber den Abkürzungsweg zu “cool” nehmen wollen.

    Nur in nicht englischsprechenden Ländern entstehen solche Themen: „Public Viewing“ ruft doch bei mir Bilder von den öffentlichen Aufbahrungen von Lenin, Reagan und Jackson hervor wie bei den NBC-Leuten in Washington (“Public Viewing Held for State Trooper Killed”) und Wikipedia (“Death and state funeral of Ronal Reagan – Public viewing”).

  16. @Chris

    Sie wiederholen hier nur Behauptungen, die entweder trivial und unstrittig oder im Verlauf der Diskussion längst widerlegt worden sind. Warum verschwenden Sie Ihre wertvolle Lebenseit auf so etwas?

  17. @ Der echte Chris

    Shopworn quips and unfounded claims don’t help. Which of my statements have been refuted? Which are trivial? The ones that hit a nerve? I waste my valuable time with the topic because I’ve been subjected to it daily in my professional and personal life for ten years now. The minute I no longer have to hear and read German is the minute I lose interest in it. Until then, I can’t help but confront the phenomenon just as I can’t help but gawk at an accident on the highway or pore over Internet pictures of star-nosed moles after the kids are in bed: it’s repulsive and fascinating simultaneously. So you can either offer something thoughful or continue wasting your valuable time with someone who’s wasting his valuable time.

  18. @Chris

    Shopworn quips and unfounded claims don’t help.

    Says the man whose entire comment is one big shopworn quip.

    Which of my statements have been refuted? Which are trivial?

    Your statement that public viewing can refer to public displays of dead bodies or coffins is trivial. None of the articles here or on Bremer Sprachblog have called this into question. The point was that public viewing has a range of other meanings, and that point has been amply supported with evidence.

    Your statement that loan words are a shabby replacement for original thinking has been refuted countless times here and on Bremer Sprachblog, so why don’t you educate yourself before you make trivial and sweeping claims.

    Your claim that English loan words enter the German language because people get them from dictionaries or bring them home from a vacation in New York is completely absurd and shows that you are talking out of your ass.

    The minute I no longer have to hear and read German is the minute I lose interest in it.

    Says the man who claimed the following two days ago:

    Ich mag die deutsche Sprache genau wegen ihrer Flexibilität.

    So tell me again, why exactly should anyone take you seriously?

    Go gawk at an accident, idiot.

  19. Der Fakt, dass ein Wort in einer fremden Sprache in einem bestimmten Zusammenhang verwendet werden KANN bedeutet nicht, dass wir ihn in unserer Sprache ebenfalls verwenden müssen.

    Die direkte Übersetzung „Öffentliche Betrachtung“ findet im Deutschen nicht viel Verwendung. Der Begriff „Öffentliche Anhörung“ findet dagegen Verwendung und bezeichnet in der Regel, wenn auch nicht ausschließlich die Gegenüberstellung von Meinungen vor einem Gremium…

    Wenn ich mir vorstelle eines Tages in einem nicht deutschsprachigen Land auf den deutschen Begriff „Öffentliche Anhörung“ als Bezeichnung für eine öffentliche übertragung eines Radioprogramms zu stoßen… Ich sähe drei Krittikpunkte:
    1. Es wäre anzunehmen dass sich ein Wort in der Landessprache finden lässt.

    2. Der Begriff ist in der Deutschen Sprache in diesem Zusammenhang nicht gebräuchlich.

    3. Auch wenn der Begriff diese Bedeutung haben kann ist die Assoziazion des Begriffs eine völlig andere.

    Das bedeutet nicht dass ich Anglizismen prinzipiell verurteile.
    Wörter fremder Sprachen können eine Sprache sehr bereichern wenn es für die spezifische Bedeutung des Wortes kein passendes Equivalent gibt… oder Kann hier jemand Equivalente finden, die die volle Bedeutung der Worte „teenager“, „okay“, „date“ oder auch „cool“ erfassen?

    Andererseits gibt es dinge die völlig unnötig sind zu ersetzen, da sie in unserer Sprache bereits existieren…
    Oder hat jemand ertsthaft Probleme mich zu verstehen, wenn ich von einer öffentlichen Übertragung oder Großbildübertragung eines Fußballspiels rede?
    Nicht nur ist der englische Begriff überflüssig, er ist auchnoch, wenn nicht völlig falsch, dann zumindest in diesem Zusammenhang nicht gebräuchlich.

  20. Ach was, wenn der nicht gebräuchlich wäre, dann würden wir die ganze Diskussion doch gar nicht führen.

  21. @ Der echte Chris

    This has rapidly descended to garden-variety Internet palaver, though I am impressed you could cram into one post subjectivist fallacies, appeals to authority, ad hominem and, inevitably, invectives, the last resort of a…. With that you’ve almost exhausted the arsenal of the frustrated blog-forum habitue (inexplicably omitting the raspberry-giving emoticon; that thing is gold, man!). While making it hard to take you seriously, it also reveals you’re taking me quite seriously, indeed, this being our third date ’n‘ all.

    You can’t „refute“ the opinion that Denglish reflects a lack of creativity etc. any more than you can refute the opinion that its use does to German what Disneyland does to European architecture: lends it a cartoonish quality. Shoehorning a dynamic social phenomenon into a social science might give you the impression you’ve defined and contained it, but this is an insidious deterrent of genuine understanding. By its nature social science comes late to the party, while the party has moved on. And citing the pajama press to shore up an argument is, pardon my redundancy, a shoddy surrogate for direct experience. I’ll explain:

    As a teacher and copywriter I have had regular access to large groups of German native speakers across the German social spectrum for a decade. Due to my amused but deep curiosity about Denglish, it has been a perennial topic in both planned curricula and spontaneous chitchat as well as an integral part of writing copy in advertisements, commercials, brochures, web sites etc. The results of my interviews, conversations and work roughly can be summed up thus:

    – Denglish is a popular adaptation to the overwhelming pervasiveness of American and British pop culture in German media.

    – Denglish is itself a tool for embellishing or intentionally obfuscating – or both – otherwise banal rhetoric with decorative, though hollow, loan-word replacements. („Kaffee zum Mitnehmen ist langweilig,“ confided a colleague. „Mit ‚to go‘ denkt man an ‚Sex and the City‘.“)

    – Denglish is a tool to convey the impression that the speaker/writer is educated, modern and sophisticated. For that reason the branches of business, public relations and advertising – all short on substance and long on image – are riddled with it.

    – Denglish is used in science and technology as a result of American dominance in those fields, often leading to confusion and counterproductive simplifications as bemoaned by many scientists and researchers on both sides of the language barrier.

    In short, Denglish is superficial, a context-less, smoke-and-mirrors device which, in my experience, does far more harm than good to communication (and let’s not even begin with grammar and spelling, e.g. babies vs ‚Babys‘, apostrophes, hyphens etc.) Sure, you can say ‚Public Viewing‘ until you go cross-eyed, but most Germans don’t understand this is not the most common meaning of the term, just as they don’t know that ‚Peeling,‘ ‚Smoking,‘ ‚Happy-End,‘ ‚Open-Air‘ etc. don’t have the same English meaning, if any at all.

    You clearly have a different opinion, and I’m sure you’ll express it as best you can in a flurry of flustered calumny and links to esoteric blog entries – of which, by the way, there are plenty to support all sides. I’ll address your previous statements before you do:

    „Says the man whose entire comment is one big shopworn quip.“ Ah, the I-know-you-are-but-what-am-I defense, guaranteed to bring even the most potty-trained three-year-old to tears.

    „Your statement that public viewing can refer to public displays…“ Dealt with in this post.

    „Your statement that loan words are a shabby replacement…“ Dealt with in this post.

    „Your claim that English loan words enter the German language…“ NOW you’re on to something, DeC; I was, in fact, talking out of my ass. It is an example of hyperbole, used here to illustrate how language lessons and unbalanced exposure to English e.g. holidays abroad, mass and pop media, perpetuate and accelerate the already unchecked influx of Denglish vocabulary. Again, you take me too seriously.

    „Says the man who claimed the following two days ago…“ Sez da man, sez da man: I apologize for not clarifying my distinction between German and Denglish. Here I meant ‚Neudeutsch‘.

    „So tell me again, why exactly should anyone take you seriously?“ I’m not sure. Perhaps because my interest in the origins, development and use of Denglish are genuine. My current opinions may be harsh, but they are informed and flexible.

    „Go gawk at an accident, idiot.“ It’s a shame you’ve stooped to such yokelish tactics; we might have had the exchange I was looking for. Instead, I don’t think anyone will protest if I stop here; any further and we’ll need lawyers and stenographers.

    Lebe wohl,

    Chris
    :-p~

    PS – @Coach: Ich schließe mich an.

  22. „Umgangssprachgebrauch“

    …ähnlich wie „Leichenschmaus“ oder bei uns am Niederhein „Raue“ haben die benutzten Worte in Regionen unterschiedliche Bedeutung, freundlichen Gruß

  23. Halbwahrheit – na ja, höchstens Viertel

    Hier scheint jemand genauso verbohrt bissig und borniert zu sein wie die Sprachbewahrer und Realitäten einfach auszublenden. Wer auf den Seiten der BBC nach „public viewing“ sucht wird über Leichen nicht Fußballer stolpern – Rudelgucken findet als „public viewing“ in England nicht statt. Und wer sich die erfolgreichen Romane von Janet Evanovich im Original durchliest, wird feststellen, dass die Mutter der Protagonistin Stefanie Plum kein Fußballfan ist, sondern als Katastrophentourist von einem „public viewing“ zum nächsten wandert, um sich Leichen anzusehen.
    Aber ist schon schön, dass hier mit einem Mythos aufgeräumt wird…

  24. @Markus Schröder

    Das sind die ersten zehn Treffer für public viewing auf den Webseiten der BBC (ohne Foren und Leserbriefe und ohne Komposita wie public viewing area):

    First public viewing of Halo 3: ODST

    Public viewing for ferry movies

    Michael Jackson’s family confirm there will be no public or private viewing of the singer’s body at his Neverland ranch.

    In northern Kenya, Mandera town authories ban public viewing of local pay TV

    Mourners will pay their respects to guitar pioneer Les Paul at a public viewing before his hometown burial on Friday…

    Royal Bank of Scotland is to open its collection of art to public viewing.

    Mrs Sharp recalls hearing that the wills of deceased people are available for public viewing.

    For instance, if the site/service is not immediately ready for public viewing, this could be used to inform users of the launch date.

    Katharina organised the first live web broadcast and public viewing of an opera from Bayreuth this year.

    Some 12000 people viewed the installation on the first day of public viewing.

    Von diesen zehn Treffern beziehen sich zwei auf Leichen, zwei auf Kunstwerke, je einer auf einen Film, ein Fernsehprogramm, eine Oper und ein Computerspiel, einer auf ein Testament und einer auf eine Webseite. Mit anderen Worten: Das Wort wird auf den Seiten des BBC ungefähr so verwendet, wie ich es in meiner repräsentativen Analyse britischer Webseiten im Folgebeitrag zu diesem Artikel schon herausgefunden hatte.

    Sie können also gerne weiter an dem Mythos von der öffentlichen Aufbahrung festhalten, ich folge der Evidenz, so wie ich es in dieser ganzen, langsam etwas langweiligen Diskussion von Anfang an getan habe.

  25. Public viewing bei der BBC

    Hm, bei mir spuckt die Suche leicht was anderes aus, warum weiss ich jetzt nicht (habe meine Suche von news.bbc.co.uk gestartet, ausserdem wohne ich in England wodurch ich eventuell durch geotargeting andere results bekomme). Allerdings ist ein interessanter Punkt dass sich der Link mit dem Fernsehprogramm zum grossen Teil auf Fussball bezieht.

    Doch ich kann noch besser, naemlich den zweiten Absatz hier:

    „The British Beer and Pub Association expected nearly four million fans to head to pubs and big screens were set up across the UK for public viewing.“

    Der naechste bitte…

  26. @Achim

    Das hätte ich dazusagen sollen: Ich habe über Google.de gesucht, die Ergebnisse weichen natürlich von denen der BBC-eigenen Suche oder der über andere nationale Googles ab.

    The British Beer and Pub Association expected nearly four million fans to head to pubs and big screens were set up across the UK for public viewing.

    Aber meine Oma kannte mal nen Engländer und der hat das Wort NIE so benutzt! Und außerdem ist das kein Beweis, nur weil das auf einer Webseite steht, das ist bestimmt ein Fehler! Und außerdem beweist das nur, dass jetzt auch schon die Engländer Denglisch sprechen! Und außerdem kannte meine Oma mal nen Engländer, der — habe ich das schon gesagt? — der hat das Wort NIE so benutzt…

  27. Wie Welt ist ein Dorf

    Wenn ich mal einklinken darf:

    Unsere Welt wird doch immer kleiner. Durch das Fortschreiten der Technik können wir in Echtzeit mit der ganzen Welt kommunizieren. Da ist es doch ganz klar, dass sich die Sprachen mischen (werden). In ein bis zwei Generationen wird sich da keiner mehr dran stören.

    LG
    Christina

  28. Genau, schafft „Publik Viewing“ ab, das ist ein Leichenbeschau. Und höert auf „Sake“ zu sagen, das ist im Japanischen das Wort für Alkohol (auch Wodka ist Sake, DER Reiswein heißt Nihonshuu). Und wo wir schon dabei sind, Visite bezeichnet im Französischen jede Art von Besuch, nicht nur den Arzt, Tohuwabou ist im hebräischen „wüst und leer“ (also das Gegenteil von Durcheinander – wo nichts ist, kann nichts durcheinander sein), „fit“ ist eher sowas wie geeignet/fähig im Englischen, nicht „trainiert“, „trainieren“, bzw. „to train“ heißt jemanden erziehen, abrichten – nicht üben…..und klug kommt ursprünglich von einem Wort für mutig.

    Also: redet.richtig.Leute!

  29. public viewing

    Im Englischen bedeutet „public viewing“ – öffentliches Anschauen, Institutionen, Unversitäten, Firmen, laden zum „public viewing“ ein. Im Deutschen bedeutet es sinngemaß „Tag der oeffenen Tür!

    Im Amerikanischen bedeutet „public viewing“ beim Coroner. auch „öffentliche Leichenschau“ Ein Coroner ist im anglo-amerikanischen Rechtskreis ein Untersuchungsbeamter, der bei zweifelhafter oder unnatürlicher Todesursache oder in Katastrophenfällen in einem rechtsförmlichen Verfahren die Identität des oder der Toten und die Todesursache feststellt.

    Hier, ich habe im Internet gleich den Hinweis auf öffentliche Leichenschau gefunden:
    http://dict.leo.org/…=&search=public+viewing

    Public viewing (amerik.) –  Ausstellung eines aufgebahrten Leichnams