Ehrlichkeit in der Wissenschaft: Mein Epilog

Bloggewitter Ehrlichkeit in der WissenschaftBei unserem Bloggewitter stand die Kritik der Wissenschaft an Guttenbergs Plagiat und am Umgang der Politik damit im Mittelpunkt — verständlich, da hier Wissenschaftler/innen schreiben. Am Rande ist aber auch Kritik an der Wissenschaft selbst geäußert worden: Carsten Könneker findet, dass die Plagiatsaffäre ein „schlechtes Licht auf die Wissenschaft“ wirft und einen „Selbstreinigungsprozess“ nötig hat, und Michael Blume wirft „Akademikern und Wissenschaftlern“ eine „selbstgerechte Gruppendynamik“ vor und behauptet, dass „wir“ (Wissenschaftler) „erst den Fall eines Minister zu Guttenberg gebraucht [hätten], um Ehrlichkeit in der Wissenschaft als dringendes Thema zu entdecken“.

Vor allem über Blumes Beitrag habe ich mich geärgert, da er (wie allzu oft) aus unbewiesenen und unbeweisbaren Behauptungen besteht, vermischt mit ein paar abstrusen (ja, abstrusen, nicht absurden) Gedanken zu Querverbindungen zwischen Ehebruch und wissenschaftlichem Betrug und zur angeblichen „Versuchung“ der Wissenschaftler/innen, „uns selbst für die besseren Menschen zu halten“. Aber ich habe mir fürs neue Jahr vorgenommen, mich weniger zu ärgern und mehr zuzuhören, und ich möchte deshalb — und weil ich sowieso angekündigt hatte, mich mit der Hilflosigkeit der Wissenschaft zu befassen, der Beitrag, den ich eigentlich vorbereitet hatte, durch Guttenbergs Rücktritt aber widerlegt ist — meine Überlegungen dazu teilen, an welcher Stelle die Wissenschaft möglicherweise tatsächlich zu milde mit Plagiaten umgeht, und warum.

Eins ist zunächst klar: Plagiate und Datenfälschung sind in der Wissenschaft eine Todsünde, und waren das auch immer. Wer ein Plagiat begeht — und ich meine ein Plagiat, nicht einen einzelnen, versehentlich zu nah an einem versehentlich nicht erwähnten Original formulierten Absatz — der ist wissenschaftlich erledigt. Wer gefälschte Daten veröffentlicht — und ich meine gefälschte Daten, nicht Daten, die durch Messfehler oder unvorsichtige Anpassungen an statistische Modelle verfälscht oder verzerrt worden sind — der ist wissenschaftlich erledigt. Ich grenze hier Plagiate und gefälschte Daten ganz bewusst von Fehlern ab, denn Fehler — fahrlässige, nachlässige oder durch Wunschdenken verursachte — sind in der Wissenschaft natürlich unvermeidlich. Wem sie unterlaufen, dessen Arbeiten werden von den Kolleg/innen öffentlich zerpflückt. Das erträgt man, daraus lernt man, und solange einem solche Fehler nicht ständig unterlaufen, trägt sie einem normalerweise niemand nach. In dieser Hinsicht ist Wissenschaft inhärent als selbstkorrigierender Prozess angelegt, in diesem Punkt kann ich nur Elmar Diedrichs zustimmen (trotz meiner Antwort hier, siehe auch seine Antwort auf meine Antwort).

Aber wer plagiiert und/oder Daten fälscht, dessen Karriere als Wissenschaftler ist vorbei (ob er seine Stelle verliert, hängt von arbeitsrechtlichen Fragen ab, die mit dem Wissenschaftsbetrieb wenig zu tun haben und deshalb uninteressant sind). Die Schwere der Strafe für derartiges Fehlverhalten ist dabei tendenziell umso höher, je weiter oben auf der akademischen Karriereleiter sich der Betrüger befindet, einfach, weil es umso mehr zu verlieren gibt, je weiter man bereits gekommen war.

Aber dort, wo wir den Grundstein für diese wissenschaftliche Ehrlichkeit legen müssten — bei den Studierenden — gehen wir trotz des Eindrucks, der in der öffentlichen Diskussion um Guttenberg entstanden sein mag, mit Plagiaten sehr milde um, und wenn Blume uns Wissenschaftler/innen an dieser Stelle einen Vorwurf gemacht hätte, müsste man ihm Recht geben. Der Sturm der Entrüstung, der sich gegen Guttenberg gerichtet hat, bleibt angesichst studentischer Plagiate meistens aus.

Jeder und jedem mit ein paar Jahren universitärer Lehrerfahrung wird der der/des Studierende/n X bekannt vorkommen (es ist ein authentischer, in den Details aus Datenschutzgründen verfremdeter Fall, wobei auch die Verfremdungen aus der eigenen Erfahrung stammen). X fiel bei mir zum erstenmal durch einen Betrugsversuch auf, als er/sie in der Klausur zur Einführung in die Sprachwissenschaft alle Antworten wortwörtlich bei einer Kommilitonin abgeschrieben hatte, die einen Tisch weiter saß. Von mir konfrontiert, stritt X alle Vorwürfe ab (bezeichnete sie allerdings nicht als „abstrus“ sondern als „gemein“) und beschuldigte dann die betreffende Kommilitonin des Abschreibens. X hatte beim Abschreiben allerdings Fehler gemacht, aus denen klar hervorging, wer hier von wem abgeschrieben hatte (Plionem statt Phonem ist mir in Erinnerung geblieben).

Gleich im darauffolgenden Semester reichte X gemeinsam mit einem Kommilitonen eine Arbeit ein, die die beiden zuvor bei Hausarbeiten.de erworben hatten. Sie hatten sogar daran gedacht, das Pronomen ich durch wir zu ersetzen, aber leider vergessen, die Flexionsformen der Verben und die anderen Formen des Pronomens (mein, mir, mich) anzupassen. In der Arbeit standen deshalb Sätze wie Wir werde zeigen…, Wir komme damit zu den Ergebnissen…, Wir habe mich in dieser Arbeit mit der Frage beschäftigt…, die mich ohne große Anstrengung auf die richtige Fährte brachten (wenn es doch nur immer so einfach wäre).

Zwei Semester später hat X mir dann eine sehr geschickte Guttenbergsche Zitatekollage von vorgelegt, die mir nur durch einige Stilbrüche als solche aufgefallen ist — an einer Stelle waren Leserrezensionen von Amazon.de verarbeitet, die so gar nicht zu dem Stil von William Labovs „Language in the Inner City“ passen wollten, aus dem der darauffolgende Absatz stammte — und deren Quellen ich in GuttenPlag-Manier durch stundenlanges Googeln zusammentragen musste.

Danach habe ich X einige Jahre nicht gesehen, aber kurz vor dem Examen reichre er/sie dann eine Arbeit zu einem Seminar nach, dass ich einige Jahre zuvor unterrichtet hatte. Diese Arbeit war ein plagiatorischer Rückschritt, sie war aus zwei über Grin.de verkäuflichen Arbeiten zusammengesetzt und die einzige Eigenleistung bestand darin, einige Tabellen aus dem Original durch Excel-erzeugte Grafiken zu ersetzen (allerdings unter der falschen Annahme, dass man Prozentzahlen, die spaltenweise errechnet worden sind, zeilenweise addieren könne).

Inzwischen hat X sein/ihr Studium abgeschlossen, hat aber zum Glück keine Karriere im Schuldienst gewählt, wozu sein/ihr Examen ihn/sie aber durchaus berechtigt hätte.

Hätte ich diesen wiederholten Betrugsversuchen nicht einen Riegel vorschieben und eine Fortfühung von X’s Studium verhindern müssen? Auf jeden Fall. Ein Verteidigungsminister darf nicht anders behandelt werden als Andere, aber die Anderen dürfen natürlich auch nicht anders behandelt werden als ein Verteidigungsminister.

Hätte ich X an einer Fortsetzung des Studiums hindern können? Nein. Mir waren die Hände gebunden. Ich konnte nichts dafür. Es lag nicht in meiner Macht. Denn die schmutzige Wahrheit ist die: Plagiate werden nicht bestraft. Mir ist keine deutsche Universität bekannt, an der ein studentisches Plagiat unterhalb der Abschlussarbeit zu irgendeiner Strafmaßnahme, geschweige denn zu einer Exmatrikulation führt.

Die Bayreuther Promotionsordnung ist hier nicht untypisch, weder für Promotionsordnungen, noch für Prüfungsordnungen allgemein — ein nachgewiesenes Plagiat ist ein Täuschungsversuch, der zum Nichtbestehen der Prüfung führt. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Ein Plagiat hat also dieselben Konsequenzen wie eine ungenügende Prüfungsleistung, überführte Betrüger/innen werden nicht anders behandelt, als ehrliche Studierende, die trotz bester Absichten und Bemühungen nicht das erforderliche Mindestniveau erreicht haben.

Und während das Nichtbestehen einer Prüfung im Falle der Promotion vielleicht Strafe genug ist, da damit im Normalfall viele Jahre Arbeit und oft auch ein Lebensentwurf zunichte gemacht werden, ist es bei einer Hausarbeit, für die man vielleicht ein paar Wochen gebraucht hat, höchstens noch für eine milde Irritation. Vor allem, wenn man eben keine paar Wochen gebraucht hat, weil man die Arbeit einfach zusammengeklaut oder einfach komplett aus dem Internet heruntergeladen hat.

Ich habe X natürlich jedes Mal durchfallen lassen, aber irgendwo anders ist er/sie entweder mit entsprechenden Plagiaten durchgekommen, oder andere haben ihn/sie erfolgreich zu ehrlicher Arbeit bewegen können.

Was hätte ich sonst tun können? Nun, manchmal drohen wir den Studierenden mit einer Anzeige wegen Urheberrechtsverletzungen, um die Schwere des Vergehens zu betonen. Aber ich habe den dumpfen Verdacht, dass das eine weitgehend leere Drohung ist, da die Universität im Normalfall nicht der Rechteinhaber ist. Außerdem haben die Universitäten schlicht kein Geld, um wegen einer plagiierten Hausarbeit vor Gericht zu ziehen, selbst, wenn es ihnen gelänge, den tatsächlichen Rechteinhaber mit ins Boot zu holen.

Manchmal gab es auch Überlegungen, eine „schwarze Liste“ mit erwischten Plagiator/innen zu führen, sodass wenigstens unter den Lehrenden bekannt wäre, auf wen man besonders aufpassen müsste. Aber stundenlange Diskussionen ergaben meist ein gemischtes Stimmungsbild, bei dem die Hälfte meiner Kolleg/innen dieses Vorgehen für einer Universität unwürdig befand und die andere Hälfte Bedenken hatte, dass wir damit gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen könnten (und wenn man sich den Irrsin ansieht, den Datenschutzbeauftragte verzapfen, hatten sie damit wahrscheinlich recht).

Theoretisch hätte ich mich vielleicht auch spätestens nach dem zweiten Betrugsversuch für befangen erklären und weigern können, weitere Prüfungsleistungen von X abzunehmen. Aber das geht, wenn überhaupt, nur, wenn die Studierenden die Prüfung dann bei jemand anders ablegen können, und es gab in meiner bisherigen Laufbahn leider viele Semester, in denen schlicht niemand anders zur Verfügung stand.

Nein, institutionell können Lehrende an Universitäten wenig Hilfe beim Umgang mit Plagiator/innen erwarten. Das ändert sich langsam, manche Universitäten beginnen, unabhängige Kommissionen einzurichten, an die die Lehrenden Plagiatsfälle verweisen können, an anderen Unis werden ertappte Studierende ins Dekanat zitiert. Aber auch Kommissionen und Dekanate können am Ende zumindest derzeit faktisch nur den Täuschungsversuch feststellen und mit Anzeigen wegen Urheberrechtsverletzung drohen (etwas anders sieht es bei Abschlussarbeiten aus, hier gibt es inzwischen mancherorts strengere gesetzliche Regelungen).

Das eigentliche Wunder für mich ist deshalb, dass Studierende so selten Plagiate begehen. Ich schätze, dass nicht mehr als eine von dreißig Arbeiten, die bei mir eingereicht werden, ein Plagiat ist, und davon besteht die Hälfte aus relativ milden, aus Unwissen und Unvorsichtigkeit begangenen Fehlern (die ich trotzdem durch Nicht-Bestehen sanktioniere). Das liegt vielleicht daran, dass ich bisher fast ausschließlich Hausarbeitsthemen vergebe, die eine eigene empirische Studie beinhalten und die sich deshalb zum Plagiieren nicht so leicht anbieten, wie Arbeiten, die aus Literaturübersichten zu Standardthemen bestehen. Systematische Überprüfungen können schon einmal einen Anteil von 25 Prozent plagiierter Arbeiten ergeben.

Da ich an Wunder nicht glaube, möchte ich zum Abschluss eine Vermutung äußern, warum Plagiate relativ gesehen so selten sind. Wir haben nämlich eine Waffe gegen Plagiate, und das sind wir selbst. Unsere offen dargestellte menschliche und professionelle Enttäuschung gegenüber Studierenden, die wir ausführlich beraten haben und die uns dann ein Plagiat vorlegen. Unsere klar kommunizierte Entrüstung über einen Verstoß gegen das akademische Ehrverständnis. Und nicht zuletzt unseren Ärger darüber, dass man uns für dumm genug hält, einen Betrug nicht zu bemerken. Nicht alle Studierenden lassen sich von diesen Dingen beeinflussen — X war meine Enttäuschung, meine Entrüstung, und meine Fassungslosigkeit gegenüber der ständig wiederholten Betrugsversuche offensichtlich völlig egal. Aber die Mehrheit der Studierenden versteht den wissenschaftlichen Verhaltenskodex und ist bereit, sich daran zu halten.

Mit Blick auf diejenigen, für die das nicht gilt, war der Fall Guttenberg am Ende ein Geschenk an die Wissenschaft — er kann als Beispiel dafür dienen, wie Ernst dieser Verhaltenskodex am Ende doch zu nehmen ist.

Nach Umwegen über Politologie und Volkswirtschaftslehre habe ich Englische Sprachwissenschaft und Sprachlehrforschung an der Universität Hamburg studiert und danach an der Rice University in Houston, Texas in Allgemeiner Sprachwissenschaft promoviert. Von 2002 bis 2010 war ich Professor für Englische Sprachwissenschaft an der Universität Bremen, im August 2010 habe ich einen Ruf auf eine Professur für anglistische Sprachwissenschaft an der Universität Hamburg angenommen. Mein wichtigstes Forschungsgebiet ist die korpuslinguistische Untersuchung der Grammatik des Englischen und Deutschen aus der Perspektive der Konstruktionsgrammatik.

21 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eitelkeit

    Das ist vermutlich von Fach zu fach unterschiedlich, ebenso wie die alltäglichen Anforderungen an Arbeiten. Manche Fächer laden eher dazu ein, zu plagiieren – nein, ich nenne keine, da das nur eine Vermutung ist -, andere weniger. Das hängt sicherlich auch mit der Art des Wissens und der Wissensvermittlung zusammen, je freier ein Fach ist, dsto weniger Plagiate würde ich vermuten.

    Grundsätzlich gehe ich allerdings für alle Fächer davon aus, dass die Studierenden sie gewählt haben, weil sie selbst etwas beitragen wollen. Wer Philosophie oder eine der Geisteswissenschaften studiert, möchte seine Einschätzung gelesen sehen; dasselbe gilt aus meiner Erfahrung bei den Sozialwissenschaften. Auch unter den Lehramtsstudenten dürfte der überwiegende Teil daran Interesse haben die eigenen Ideen weiterzugeben.

    Wissenschaftler sind doch eher Menschen mit Mitteilungsbedürfnis, für publish or perish eine tiefere als nur eine ökonomische Bedeutung hat.

    Hm … eigentlich ein interessantes Forschungsgebiet für angehende Soziologieprofessoren.

  2. > Mir ist keine deutsche Universität bekannt, an der ein studentisches Plagiat unterhalb der Abschlussarbeit zu irgendeiner Strafmaßnahme, geschweige denn zu einer Exmatrikulation führt.

    Die Modalität ist hier wichtig. Es gibt durchaus Universitäten, die im Rahmen irgendwelcher Ethikrichtlinien darauf hinweisen, dass auch eine plagiierte Seminararbeit zur Exmatrikulation *führen kann*.
    Aber das ist viel zu viel Verwaltungsaufwand. Ich hab’s in einem dreisten Fall versucht, und auer ein paar ermahnenden Worten vom Lehrstuhlinhaber an die betreffende Person ist nichts unternommen worden.

  3. suz

    Das hat mich in den vergangenen Wochen auch etwas irritiert: Der Eindruck, der entstand, also dass Studierende schon bei kleineren Vergehen exmatrikuliert würden. Ich dachte deshalb daran, dass das von Uni zu Uni verschieden ist und dass meiner Uni/Fakultät da lediglich das Durchfallenlassen zur Verfügung steht. (Als Magisterstudentin musste ich ja noch nicht einmal diese Erklärung an die Hausarbeit anhängen.)

    Die Uni in Australien war da schon weiter: da wurde rigoros exmatrikuliert. Punkt.

  4. Eine Waffe gegen Plagiate

    Ich glaube auch nicht, dass es allzuviele Studenten sind, die betrügen (wollen).
    Schließlich haben die meisten doch ein Fach gewählt, das sie interessiert und das sie lieben. In „sein“ Fach ist man doch gern bereit, Arbeit und Mühe zu stecken.
    Natürlich kann es passieren, dass der eine oder andere Student unter Zeitdruck gerät, überfordert ist oder nur am eigenen Fortkommen interessiert ist und deshalb auf dumme Gedanken kommt, aber dafür gibt es ja die Strafen. Und die sollte man auch, wie Sie es anscheinend tun, durchziehen. Aus seinen Fehlern lernt man bekanntlich am besten. Das wird auch zu Guttenberg noch lernen, da bin ich mir sicher.

    So leicht wie man heutzutage über das Netz Plagiate verfertigen kann, so leicht dürfte doch auch die Überprüfung der Arbeiten über entsprechende Programme sein. Es sei denn, der Dozent, Hochschullehrer oder Doktorvater kann damit nicht umgehen, ist zu faul, nicht auf dem Stand der Forschung, kennt die einschlägige Literatur nicht oder hat gar vom Thema selbt keinen blassen Schimmer. Ansonsten ist ein platter Betrug eigentlich kaum möglich. Ich befürchte fast, auf den Doktorvater von zu Guttenberg treffen mehrere der Punkte zu.

    Darüber hinaus könnte das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden ein Problem sein, nämlich dann, wenn dasselbe ein zu enges ist. Als Doktorvater zum Beispiel wäre ich alles andere als ein (gnädiger) Papa. Ich hielte auf jeden Fall Abstand zu meinen Doktoranden, um meine Objektivität zu wahren. Von der umsichgreifenden Duzerei schon an Schulen zwischen Lehrern und Schülern, aber auch an Universitäten zwischen Professoren und Studenten, von der ich hörte, halte ich auch deshalb rein gar nichts. Auch zu gute Benotungen sind ein Übel, vielleicht ein größeres als eine Zensur niedriger.
    Dem sind natürlich auf unseren Hochschulen und Universitäten viel eher als an unseren Schule Tür und Tor geöffnet, die immerhin das Regulativ von Klassenverband, Lehrplänen, Eltern, Schulaufsicht usw. haben, während erstgenannte sich in der Lehre viel freier, vielleicht in mancher Hinsicht zu frei, bewegen können. Diese Freiheit, es sich auf seinem Lehrstuhl auch bequem machen zu können, verhindert in dem einen oder anderen Fall vielleicht auch ein adäquates und gerechtes Verhalten bei der Prüfung und der Benotung der Arbeiten und Leistungen von Studenten. Damit meine ich nicht die übliche Schwankungsbreite bei der Beurteilung von Arbeiten, sondern das, was darüber hinaus geht. Deshalb hat ein zu Guttenberg vielleicht hat eine Ausnahmegenehmigung zum Promotionverfahren, den Doktortitel zu leicht, zu hoch benotet und auf jeden Fall ungeprüft zugesprochen bekommen. Man stelle sich das einmal vergleichsweise an einer Schule beim Abitur vor: Da hat ein Schüler nicht die Ziele erreicht, wird jedoch per Ausnahmegenehmigung zum Abitur zugelassen, schreibt in der schriftlichen Prüfung vom Nachbar wortwörtlich ab, wird anschließend mündlich geprüft und erhält als Abschlussnote ein Sehrgut! Unmöglich, da schon die Klassenkonferenz (oder heißt es Lehrerkonferenz?) die Ausnahmegenehmigung nicht erteilt hätte, andere Schüler dasselbe Recht und die dieselbe gute Benotung für sich eingefordert hätten oder spätestens in der mündliche Prüfung der Schüler durch peinliches Nichtwissen aufgefallen wäre.

    Auch die persöliche Verantwortung der Hochschullehrer ist demnach sehr hoch, und der muss er auch nachkommen.

  5. @Dierk

    Manche Fächer laden eher dazu ein, zu plagiieren – nein, ich nenne keine, da das nur eine Vermutung ist -, andere weniger.

    Ja, das ist wohl so. Zum einen ist da die Wertigkeit der Arbeit. In einer spezifischen Disziplin machen beispielsweise fast drei Viertel der Studierenden eine Doktorarbeit, und zwar schon während des eigentlichen Studiums. Diese Doktorarbeit ist allerdings von Anspruch und Umfang her eher mit einer Studienarbeit in einem anderen Fach zu vergleichen.

    Wissenschaftlich weniger schwer wiegend, aber in großen Stückzahlen anfallend: Wenn da nicht genau geprüft wird, wen würde es wundern? Ich will den Absolventen dieser Disziplin gar nichts unterstellen, aber die Gelegenheit ist hier eher gegeben als in manchem anderen Fach und Gelegenheit macht bekanntlich …

    In anderen Fächern ist weitgehende Plagiarisierung manchmal hochgradig nichttrivial.

    Bei meinen Studienarbeiten und meiner Diplomarbeit war es beispielsweise so, dass die eigentliche Arbeit in der mathematischen Beschreibung eines spezifischen, für eine bestimmte technische Anwendung wichtigen Sachverhalts, in der Programmerstellung und in der Anwendung dieses Programms zum Ausrechnen der Werte, die man wissen wollte, lag. Die Arbeit auf Papier war dann nur die Zusammenfassung desssen, was ich gemacht hatte und die Auflistung der Ergebnisse.

    Selbst wenn ich das hätte plagiarisieren wollen – woher? Falls es das Material überhaupt gab – wahrscheinlich nicht, das war ein jedes mal ein ziemlich eng umschriebenes Problem – das Finden wäre wahrscheinlich schwieriger gewesen als die Arbeit gleich selbst zu machen. Abgesehen davon warteten leute auf die Ergebnisse, die a.) damit arbeiten wollten und b.) sich in der Materie auskannten. Wenn ich versucht hätte, denen ein X für ein U vorzumachen, wären die mir gleich dahinter gekommen.

    Einiges der Aufgabe konnte ich nicht lösen. Teilweise lag das an mir, teilweise an der mangelnden Zeit und teilweise daran, dass es halt Anforderungen gibt, die man schnell mal hinschreibt, die sich aber einer Lösung hartnäckig widersetzen. Was sollte ich machen? Zu den Punkten musste ich die Hosen ‚runterlassen. Das war aber weniger schwer wiegend, als wenn ich versucht hätte, zu tricksen.

    Zu Anatol Stefanowitschs letztem Absatz:

    […] war der Fall Guttenberg am Ende ein Geschenk an die Wissenschaft — er kann als Beispiel dafür dienen, wie Ernst dieser Verhaltenskodex am Ende doch zu nehmen ist.

    Der amerikanische Volksmund kleidet diesen Sachverhalt gewohnt treffsicher und prägnant in folgendes Bonmot:

    Nobody is completely useless – he can always serve as a bad example.

  6. Glaubwürdigkeit

    Ich habe hier bei SciLogs schon mehrmals auf wissenschaftlichen Pfusch hingewiesen: am Beispiel der sogenannten ´Nahtod-Erlebnisse´; welche bisher überwiegend einseitig nur als subjektive/objektive Sterbeerlebnisse betrachtet werden – seit 35 Jahren.
    2008 wurde, sogar mit Unterstützung der UN, die ´The AWARE Study´ gestartet bei welcher untersucht werden soll, was mit dem menschlichen Bewusstsein beim Sterben geschieht – Diese Studie ist schon vom Ansatz her falsch. (Ich habe dieses Beispiel gewählt um zu zeigen, dass der Pfusch bis heute andauert.)

    Trotz Hinweis auf Pfusch wird dieses Thema ignoriert. Wie soll Wissenschaft glaubwürdig sein – wenn solche Hinweise nicht ernst genommen werden. Letztes Jahr waren es 35 Jahre – heuer sind wir im 36. Jahr.

    Vermutlich wird jetzt der eine oder andere Leser denken: Jetzt nervt er schon wieder mit diesem Thema – was soll das.
    Nun – bei falscher Grundannahme werden auch andere Thematiken falsch betrachtet: z.B. das Thema der Spiegelung/Spiegelneuronen (seit ca. 15 Jahren).

  7. summa cum laude

    Nun ja, dass teilweise die Mittel gegen Studenten fehlen mag ärgerlich sein, aber das ist ein Mangel, den man in der Zukunft noch recht einfach heilen kann. Man kann eigentlich davon ausgehen, dass Probleme erst etwas vor sich hin köcheln müssen, um als solche erkannt und gebannt zu werden. Wenn tatsächlich die Exmatrikulation in solchen Fällen droht, würde sich das Problem schnell erledigen.

    Was mich eher nachdenklich macht ist das „summa cum laude“, was für die Arbeit von zwei Gutachtern vergeben wurde. GuttenPlag hat in seinem 2. Zwischenbericht festgestellt, dass fast 50% der Zeile Plagiate sind. Sagt das noch nicht aus, wie viel dann überhaupt noch vom Autor stammt, da ja auch noch korrekt übernommene Zitate hinzukommen.
    Wie kann es passieren, dass die Gutachter eine solch massive Schummelei als „außergewöhnlich Hervorragend“ bewerten konnten. Heute morgen habe ich ein Interview des Zweitgutachters Prof. Dr. jur. Rudolf Streinz gelesen. Nachdenklich machte mich folgendes:

    […]
    SPIEGEL ONLINE: Trotzdem waren Sie von der Bewertung des Erstgutachters beeinflusst. Sollten Zweitgutachter die Arbeit nicht grundsätzlich unabhängig bewerten?

    Streinz: Wenn das eine allgemeingültige Anforderung würde, könnten Sie kaum mehr Zweitgutachter finden. Sie müssten sich immer voll in den Stoff einarbeiten, das kostet immens viel Zeit, die kaum jemand hat. Aber es ist ein Problem, klar.
    […]
    http://www.spiegel.de/…ruf/0,1518,748574,00.html

    Übersetzt heißt das doch, dass der Zweitgutachter praktisch nur ein Feigenblatt ist, der im Zweifelsfall überhaupt keine Ahnung von der Materie hat, die er begutachten soll. Eigentlich müssten die Gutachter so ausgewählt sein, dass sie den Stand der Forschung zum Thema kennen, die sie begutachten. Ansonsten kann doch nicht ernsthaft ein Doktortitel erteilt werden. Für mich hat der Zeitgutachter die Arbeit doch überhaupt nicht begutachten können, da er bei der zu begutachtenden Materie nicht kompetent genug ist.

    Ich kann noch eher verstehen, dass der Betreuer der Promotion nicht voll im Thema ist, da es zu weit vom eigenen Forschungsgengenstand entfernt ist. Aber genau dann erwarte ich doch, dass der Zweitgutachter zu 100% in der Materie steckt und ein solches Plagiat auf den ersten Blick erkennt. Selbst wenn er die Stellen nicht als Plagiate erkennen konnte, so hätte er doch zumindest herausfinden müssen, dass die Promotion keinen besonders neuen Ansatz zur Wissenschaft liefert, sondern nur das bisher bekannte zusammenfasst.

    Hier ist das erheblich größere Problem: Denn wer kontrolliert die Kontrolleure? Wer sucht einen Zweitgutachter aus und wer muss mit Konsequenzen rechnen, wenn hier geschlampt wird? Meiner Meinung nach hätte der Zweitgutachter niemals ein Gutachten abgeben dürfen und außerdem hätte er nicht als Zweitgutachter in Betracht kommen dürfen. Das Problem halte ich für erheblich schwerwiegender und auch schwieriger zu lösen. Aber wenn man es nicht löst, kann die Qualität der Promotionen nicht den Standards entsprechen, da die Bewertung viel zu oberflächlich vorgenommen wird.

  8. Randerscheinung

    Michael Blumes Beitrag ist in der Tat ärgerlich. Er zitiert zustimmend:
    „Ein Drittel der Forscher bekannte sich dann schuldig, in mindestens einem Fall innerhalb der zurückliegenden drei Jahre die Regeln akademischer Redlichkeit gebrochen zu haben. Es sei an der Zeit, diese Zustände nicht länger zu verharmlosen, …“

    Na und? Wahrscheinlich liegt die wirkliche Zahl um einiges über einem Drittel. Würde man nach Verstößen gegen die Verkehrsregeln fragen, kämen selbstverständlich weit höhere Zahlen heraus, an die 100 % vermutlich. Wäre das ein Grund, „diese Zustände nicht weiter zu verharmlosen“? Ganz sicher nicht. Beträfe das Ergebnis der Studie schwere Verstöße, vergleichbar dem Fall Guttenberg, wäre das etwas anderes. Aber die sind selten.

    „Am Sonntag meldete sich dann der erste Autor, der in den Arbeiten von Professoren (!) unzitierte Entnahmen von seinen eigenen Texten gefunden habe.“ Ja, das habe ich auch schon gefunden – ein einziges Mal in Jahrzehnten.

    An den Universitäten liegt vieles im Argen. Man muß wohl sagen: So schlimm wie seit ein paar Jahren ging es möglicherweise nie zu, kaum mehr etwas erinnert an das, was mit „Universität“ einst gemeint war. Aber das, was Sie hier ansprechen, ist, so sehr es die Öffentlichkeit erregt – nicht erst sein dem Fall Guttenberg, auch da haben Sie Unrecht – ist eine Marginalie, die vom Wichtigen ablenkt.

  9. @Ludwig Trepl

    Das von Ihnen genannte Zitat ist noch nicht einmal aus besagtem Nature-Paper selbst entnommen, auf das es sich angeblich beziehen soll. Da wir nur jemand zitiert, der – beliebig vage – aus einem Paper in Nature zitiert haben will. Zusammen mit der allgemein gehaltenen, schwammigen Formulierung – was hat das schon für eine Aussagekraft?
    Ähnliches gilt für die dort vorgenommenene Nennung eines Spiegel-Artikels, in dem es um einen Doktor-Macher-Ring geht, der Doktor-Titel, vorwiegend in der Medizin verkaufte. Wenn schon der Spiegel zitiert wird, warum dann nicht wenigstens auch die Folgeartikel, in denen die Zerschlagung des Rings und die Maßnahmen auch der akademischen Welt beschrieben werden?

    Wirklich ärgerlich ist, dass die Verleumdung der gesamten Wissenschaft mit solchen pauschalen Behauptungen billigend in Kauf genommen wird; die Belege sind mehr als wacklig – was soll denn beispielsweise die als Argument angeführte Tatsache, dass per Google Ghost-Writer gefunden werden können, belegen?

  10. Entschuldigung

    Ich muß mich entschuldigen: in dem letzten Ansatz meines Kommentars steht „das, was Sie ansprechen …“. – Mit „Sie“ ist Blume gemeint, der Satz ist keine Kritik an Anatol Stefanowitsch.

  11. kein Betreff

    Da haben die Linken wieder zugeschlagen und unseren besten Mann von hinten gemeuchelt. Welch eine Sauerei von den Universitäten, die zum Sturm auf zu Guttenberg geblasen haben. Entlasst alle Professoren und macht Universitäten dicht, die vor Linken überquellen, wie beispielsweise in Bremen. Für die linke Brut darf kein Steuergeld mehr gezahlt werden. Mit mir nicht! Ich wähle immer schon CDU und das ist gut so, weil die gut sind. Zu Guttenberg muss wieder her, unser allerbester Mann. Was hat er denn Schlimmes getan? Ein bisschen geschummelt. Na und? Haben Sie etwa noch nie geschummelt, Herr Stefanowitsch?

  12. @ Hartmut Möckel:

    Sie machen mir Spaß! Normalerweise sind es doch gerade die C-Parteien, die auf Anstand, Moral und Ehrlichkeit bestehen. Und gemeuchelt” hat sich zu Guttenberg ganz alleine – er hat ohe Zutun irgendeiner linken Brut oder königsmordender Professoren ganz selbständig “ein bisschen geschummelt” und ist dabei erwischt worden. Irgendjemandem muss hier ziemlich die Brille verrutscht sein,Herr Möckel.

  13. @Hartmut Möckel

    „Was hat er denn Schlimmes getan? Ein bisschen geschummelt. Na und? Haben Sie etwa noch nie geschummelt, Herr Stefanowitsch?“

    Au Weia, Herr Möckel, da haben Sie sich aber ins Knie geschossen. Was hat er denn Schlimmes getan? Ein bisschen geklaut- Na und? Haben Sie noch nie geklaut, sind noch nie schwarzgefahren? – Wenn Sie es anders nicht begreifen: Ein Doktortitel macht, auf’s Leben umgerechnet, im Schnitt einige Hunderttausend Euro aus. Die ergaunert man sich, wenn man sich einen Doktortitel ergaunert.

    Nebenbei: Mit ihrer Einschätzung, daß es an der Universität Bremen von Linken nur so wimmelt, sind Sie etwa drei Jahrzehnte hinter der Zeit zurück. Bremen ist, so wie auch beispielsweise die FU Berlin, heute stramm neoliberal.

  14. Zu @Klausi Eine Waffe gegen Plagiate

    Ich bin nahezu in allen Punkten anderer Meinung, will aber nur einen ansprechen. Sie schreiben:
    „So leicht wie man heutzutage über das Netz Plagiate verfertigen kann, so leicht dürfte doch auch die Überprüfung der Arbeiten über entsprechende Programme sein. Es sei denn, der Dozent, Hochschullehrer oder Doktorvater kann damit nicht umgehen, ist zu faul, nicht auf dem Stand der Forschung, kennt die einschlägige Literatur nicht oder hat gar vom Thema selbt keinen blassen Schimmer.“

    Sie vergessen das bei weitem Wichtigste: Der Doktorvater verzichtet einfach deshalb auf die Überprüfung, weil er dem Doktoranden vertraut. Stellen Sie sich vor: ein Betrieb oder eine Arbeitsgruppe mit 10 oder 20 Mitarbeitern, die sich jahrelang kennen. Das ist etwa die Situation an den allermeisten Lehrstühlen. Und nun erzählt einer der Kollegen einem anderen oder dem Chef etwas. Und ohne jeden Verdacht beginnt dieser, bevor er ihm glaubt, den Kollegen mit allen verfügbaren technischen Mitteln zu durchleuchten, wie einen Kriminellen, gegen der er mit Grund grundsätzlich mißtrauisch ist.

    Das ist die Haltung typischer Innenminister, vor allem der CDU/CSU. In so einer Atmosphäre möchte ich nicht leben und arbeiten. Die paar wenigen Betrüger, die einem durch die Lappen gehen, wenn man nicht wie besagte Unions-Innenminister auf das Leninsche Prinzip „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ setzt, nehme ich gerne in Kauf.

    Ihr Fehler kommt, vermute ich, daher: Sie wissen einfach nicht, wie es beim Schreiben von Doktorarbeiten zugeht. Das sieht man daran, daß Sie „Dozent“ und „Doktorvater“ in einem Atemzug nennen. Das anonyme Geschäft des Schreibens und Korrigierens von Studentenarbeiten in Massenfächern hat überhaupt nichts mit dem Leben der Arbeitsgruppen zu tun, in denen Doktorarbeiten heute normalerweise entstehen. Es mag Ausnahmen geben am Rande des Wissenschaftsbetriebs, z. B. bei den Juristen, aber das sind eben Ausnahmen.

  15. Dokumentation

    Chefredakteur Herr Doktor Könnecker hat mit dem Start des Bloggewitters ´Ehrlichkeit in der Wissenschaft´ auf die Bedeutung hoher Qualitätsansprüche in der Wissenschaften hingewiesen.

    Dem kann man zustimmen.

    Leider dokumentiere ich aber seit einem Jahr, dass diese Qualitäts-Ansprüche bei SciLogs irgendwie nicht vorhanden sind.
    Meinem Hinweis, dass die sogenannten ´Nahtod-Erlebnisse´ nach einer einheitlichen und somit systematischen Struktur ablaufen, erfolgte keine nennenswerte Reaktion. Die bereits im Buch ´Leben nach dem Tod´(1975) erkennbare Strukturen wären einer wissenschaftlichen Forschung zugänglich – diese Analyse der Ablaufstrukturen ist aber bisher nicht erfolgt: das ist Pfusch.

    Wissenschaftler und Chefredakteur mit hohen Qualitätsansprüchen hätten diesem Hinweis nachgehen müssen!!!

    (Dass ich selbst ein Erklärungsmodell vorstellte (vereinfachte Kurzfassung unter: http://www.spektrumverlag.de/artikel/1058259) spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Wenn das Modell nicht gefällt, muss man ein besseres entwickeln.)

    Die Argumentation ´man sei für dieses Thema nicht kompetent´ zählt nicht – denn auch die Doktorarbeit des Herrn zu Guttenberg war für Sie völlig belanglos.
    Allerdings hat er niemand geschädigt außer sich selbst und seinem Ruf.
    Wenn aber Forschungs-, Diplom- bzw. Magisterarbeiten zu einem Thema erstellt werden, dessen Basis noch nicht einmal richtig erforscht ist – dann entsteht dadurch großer volkswirtschaftlicher Schaden. (Bei der bisher größten Untersuchung in Deutschland wurden 2044 Menschen interviewt; Literatur dazu: Hubert Knoblauch, Berichte aus dem Jenseits)

  16. @KRichard

    Es gäbe so viel zu Ihrem Kommentar zu sagen. Ich wähle die Schulvariante:

    Thema verfehlt, setzen, 6!

    Was soll dieses Gebrumme über ihr Steckenpferd hier? Was hat das mit dem Qualitätsbegriff in der Wissenschaft zu tun? Wieso sind Blogs – die, auch wenn sie wissenschaftliche Themen behandeln, NICHT zu den wissenschaftlichen Veröffentlichungen im engeren Sinne gehören – von schlechter Qualität, nu r weil sie Ihr Steckenpferd [oder das von anderen] nicht verfolgen wollen?

    Machen Sie es doch, wie ich: eröffnen Sie Ihr eigenes Blog bei einem der zahlreichen Blog-Anbieter oder mit eigene Software-Installation. Dort dürfen Sie dann schreiben was Sie wollen und wie Sie wollen. Sollte sich Ihr Thema dabei als relevant herausstellen, wird es sicher von anderen aufgegriffen. Über die erfundene Krebsgefahr durch niedrigenergiehaltige elektromagnetische Strahlen schreiben ja auch genug D… .

  17. Außerdem haben die Universitäten schlicht kein Geld, um wegen einer plagiierten Hausarbeit vor Gericht zu ziehen, selbst, wenn es ihnen gelänge, den tatsächlichen Rechteinhaber mit ins Boot zu holen.

    — Sind Sie sicher? Selbstständige, auch Einzelkämpfer mit bescheidenem Einkommen, schaffen so was, weil sie es manchmal müssen. Ein, zwei Musterprozesse, und dann würde ein Abmahnschreiben vom Uni-Justiziar ausreichen. Unis haben so viel Macht – und so wenig Mumm.

  18. @Dierk: Spektrum der Wissenschaft

    Spektrum der Wissenschaft bringt bis August eine Serie ´Die größten Rätsel der Philosophie´. In der April-Ausgabe kommt ein Beitrag von Tobias Schlicht zum Thema ´Bewusstsein´.
    Ich empfehle Ihnen diesen Beitrag – und dabei besonders darauf zu achten, was er über das Abspeichern/Erinnern von Erfahrungen schreibt. (Ich bin auch schon neugierig.)

    Denn: einer der wichtigsten Gründe für das Entstehen von Bewusstsein ist es, dass unsere Erfahrungen in der zeitlichen Gegenwartsform abgespeichert und erinnert werden. Wer diesen Punkt außer acht läßt, wird das Rätsel ´Bewusstsein´ nie lösen können.

    (Die zeitliche Gegenwartsform von gespeicherten/erinnerten Erfahrungen hätte man durch Analyse von Nahtod-Erfahrungen problemlos nachweisen können – seit 1975.)

  19. Ermittlungen eingestellt

    Gegen Zahlung von 20.000 Euro
    Ermittlungen gegen Guttenberg eingestellt

    http://www.rp-online.de/…g-eingestellt-1.2613107

    Der gute Guttenberg soll die paar Mark angeblich schon überwiesen haben.