Blogspektrogramm Nr. 9

BlogspektrogrammIm Texttheater gibt es jetzt das Blogspektrogramm Nr. 9 mit dem Besten, was die Sprachblogs im Dezember zu bieten hatten. Mit dabei sind die üblichen Verdächtigen — aber leider auch nur die üblichen Verdächtigen. Es geht um Konditionalsätze, um einen versteckten Dativ, der zur Abwechslung wirklich mal eines Genitivs Tod war, um spartenspezifische Varianten der Redewendung Hals- und Beinbruch, um das Wort des Jahres und — unvermeidlich — um den Anglizismus des Jahres. Vom Wortliebhaber bis zur Grammatikfanatikerin ist also wieder einmal für alle etwas dabei.

Nach neun Ausgaben vom Blogspektrogramm ist es vielleicht Zeit, die Institution selbst einmal zu hinterfragen: Die deutsche Sprachblog-Szene ist zwar sehr lebendig, aber auch sehr klein, was dazu führt, dass es für halbwegs regelmäßige Leser/innen im Blogspektrogramm vermutlich oft nur wenig neues zu entdecken gibt. Wir haben intern schon des Öfteren überlegt, ob und wie sich das ändern ließe, und sind unter anderem auf folgende Lösungen gestoßen:

  1. Thematische Ausweitung a) auf nicht-sprachwissenschaftliche Sprachblogs, also z.B. solche von Lektor/innen, Übersetzer/innen, usw; oder b) auf nicht-sprachliche Wissenschaftsblogs verwandter Disziplinen (z.B. Literaturwissenschaft, Übersetzungswissenschaft, Philosophie oder Psychologie)
  2. Ausweitung auf nicht-deutschsprachige sprachwissenschaftliche Sprachblogs.

Ich frage deshalb hier einfach mal die Sprachlog-Leser/innen: Wie sehen Sie das? Welche der Lösungen gefallen Ihnen (oder auch nicht)? Haben Sie zusätzliche Vorschläge, wie man das Blogspektrogramm noch spannender und nützlicher machen kann?

Zum Blogspektrogramm Nr. 9 im Texttheater

Die alten Ausgaben des Blogspektrogramms finden Sie hier:

Anatol Stefanowitsch

Nach Umwegen über Politologie und Volkswirtschaftslehre habe ich Englische Sprachwissenschaft und Sprachlehrforschung an der Universität Hamburg studiert und danach an der Rice University in Houston, Texas in Allgemeiner Sprachwissenschaft promoviert. Von 2002 bis 2010 war ich Professor für Englische Sprachwissenschaft an der Universität Bremen, im August 2010 habe ich einen Ruf auf eine Professur für anglistische Sprachwissenschaft an der Universität Hamburg angenommen. Mein wichtigstes Forschungsgebiet ist die korpuslinguistische Untersuchung der Grammatik des Englischen und Deutschen aus der Perspektive der Konstruktionsgrammatik.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nicht so wie vorgeschlagen

    Beiträge von Übersetzern sind bestimmt hoch spannend (also von 1 teilweise a) und teilweise b). – genauso wie der Blick über den deutschen Tellerrand, also 2.

    Für mich persönlich war der Lit.teil meines Studiums z.T. Quälerei. Dagegen sind die Teile des Philosophiebetriebs, die sich mit Sprache beschäftigen, als gelegentliches über den Tellerrand blicken auch mal ganz nett.

    Insgesamt bin ich aber mit dem Status Quo recht zufrieden: Ich lese nur ein Sprachlog, weil sonst mein RSS nur noch ungelesenes enthält; mit dem Spektogramm bekomme ich ein regelmäßiges Update „was die anderen machen“ – mir reicht das.
    Eventuell mal die lieben Kollegen an den Versitäten anstubsen, ob sie nicht auch mal aktiver veröffentlichen wollen? Oftmals ist es doch nur die erste Hürde, wie richte ich mir den Blog ein, was gibt es rechtlich zu beachten usw. Ich will damit sagen: am liebsten wäre mir eine Ausweitung der Kampfzone innerhalb der Linguistik am liebsten, gibt ja genug Sprachen, die da so untersucht werden, da kämen dann so manche Traditionen zusammen.

  2. Fremdsprachige Blogbeiträge gerne, Literaturwissenschaft interessiert mich nicht die Bohne.

  3. Mir persönlich wäre eine Ausweitung auf nicht-deutschsprachige Blogs lieber. (Sprach-)Philosophie und Literaturwissenschaft neigen dazu, bei mir Aggressionen auszulösen.

  4. Gut so, wie es ist

    Ich schließe mich MCBuhl an: Damit ich mit dem Blog-lesen überhaupt noch hinterherkomme, schaffe ich als ehemaliger Bremer-Sprachblog-Leser von den Sprachblogs einzig das Sprachlog zu verfolgen. Ich nutze daher das Blogspektrogramm dazu, mich zumindest einmal im Monat bei Schplock, Lexikographieblog etc. umzusehen. Ich freue mich immer über das neue Blogspektrogramm.

  5. Die (schwammigen) Kulturwissenschaften?

    Spannend wäre ja auch ein Blick in Richtung Kulturwissenschaften (auch gerne englischsprachig) – bin mir nur leider nicht im Klaren darüber, ob die aktuelle Bloglandschaft so etwas hergibt. Als Studentin der Kulturwissenschaften finde ich aber Zusammenhänge zwischen kulturellen Phänomenen und Sprache durchaus interessant, gerade was Aspekte der Rezeption, Tradierung und auch Steuerung von kulturellen „Normen“ angeht, was ja auch diese ganze Thematik von Sprach- und damit vermeintlicher „Kultur-Pflege“ nicht unwesentlich berührt.