Klimaerwärmungspause: einige Diagramme vs. deutlich weniger als tausend Worte

Es gibt Themen der Wissenschaftskommunikation, da bin ich echt ratlos. Die Temperaturkurve (Oberflächentemperaturen) und wie sie in einer Reihe von Medienberichten beschrieben wird ist so ein Thema. Ich hatte mir die Temperaturdaten Ende 2013 einmal selbst angesehen – in diesem Blogbeitrag hier finden sich meine Grafiken, die Skripte meiner Plots, und alle Informationen über die Tests (Extrapolationen, Variabilität) etc. die ich als interessierter Laie mit den Temperaturkurven angestellt hatte. (Der ausführliche Warnhinweis, dass ich bei diesem Thema eben kein Fachmann bin, ist dort auch näher ausgeführt.)

Hier ist eine Reprise – diesmal mit zwei Jahren mehr, aber im wesentlichen den gleichen Aussagen. Die Daten stammen von der NASA; sie enthalten die globalen Mittelwerte für die Temperatur nahe der Erdoberfläche (Land und Ozean). Die entsprechenden NASA-Daten sind hier abrufbar und eine ältere Version davon wird in dieser Pressemitteilung beschrieben.  Ich habe eine Version der Textdatei, die ich minimal verändert habe (Kommentarzeichen # vor den Nicht-Daten-Zeilen und dem unvollständigen Eintrag für 1880 eingefügt) hier als GLB.Ts+dSST-2015-v2 abgelegt. Wenn wir diese Daten einfach nur plotten, für jedes Jahr die mittlere Temperatur in diesem Jahr, sieht das so aus (Grafik erstellt mit dem Skript simple-t-plot-v2):

temp-plot

Ganz unabhängig von irgendwelchem Wissen um Modelle und physikalische Hintergründe: Das ist eine längerfristige Entwicklung, überlagert mit kürzerfristigen Schwankungen. Der einfachste Weg, die Schwankungen zu unterdrücken und die längerfristige Entwicklung sichtbar zu machen ist, Mittelwerte zu bilden. (Für jedes Jahr wird dabei der Mittelwert einschließlich der n Jahre davor und n Jahre danach eingesetzt, insgesamt 2n+1 Werte.) Hier ist das für unterschiedlich lange Mittelungszeiträume durchgeführt (Skript averaged-t-plots-v2), erst für Mittelwertbildung über 3 Jahre:

temp-plot-avg03

Da ist das kürzerfristige Hin- und Herschwanken aber immer noch deutlich zu sehen; gehen wir mal weiter nach oben mit den Mittelungszeiträumen, hier 7 Jahre:

temp-plot-avg07

Und so weiter:

temp-plot-avg09

temp-plot-avg11

Meine Frage: Wenn man keine solche Kurve zeigt, wie beschreibt man dann mit Worten angemessen, was da vor sich geht?

Ich komme darauf, weil ich in letzter Zeit immer einmal wieder Formulierungen gelesen habe, bei denen ich dachte: Nee, das gibt ein falsches Bild; wenn ich solche Beschreibung in Worten höre, dann denke ich an etwas ganz anderes als das, was die Diagramme zeigen.

In diesem SPIEGEL Online-Artikel beispielsweise steht

Obwohl sich der Treibhauseffekt verstärkt hat, ist die Luft nach Jahrzehnten der Erwärmung seit Beginn des Jahrtausends kaum mehr wärmer geworden. Forscher haben Dutzende Theorien für die Pause der Erwärmung geliefert, die sich teils widersprechen.

Da schaue ich auf die Kurven oben und denke: Wo ist da im langfristigen Trend (und darum geht es beim Klimawandel schließlich) etwas, das man ehrlicherweise als Pause bezeichnen kann? Bei der Mittlung über bis zu 7 Jahre sieht man in der Tat ein Abflachen am Ende, aber da sind schließlich auch noch die Reste der kürzerfristigen Schwankungen sichtbar. Wenn gerade dort, wo der Einfluss der kürzerfristigen Schwankungen nicht mehr sichtbar ist, auch die vermeintliche Pause aufhört – wie kann man dann ohne zusätzliche Qualifikationen von einer Pause reden? Vielleicht ist die Pause da, vielleicht auch nicht.

Oder was ist mit

In den Jahren nach 2000 haben sich die Lufttemperaturen nicht weiter erhöht.

wie es in diesem FAZ-Beitrag steht? Natürlich haben sich die Lufttemperaturen seit 2000 zwischenzeitlich erhöht. Und zwischendurch wieder erniedrigt. Und dann wieder erhöht. Und so weiter. Weil da eben eine Überlagerung von Schwankungen und längerfristigen Trends vorlag, die völlig unter den Tisch fällt, wenn man solche verkürzten Formulierungen verwendet. Und dabei bin ich noch gar nicht darauf eingegangen, welchen Einfluss das Rekordjahr 1998 auf die Mittelungskurven hat – auch das muss man irgendwie wiedergeben, wenn man mit Worten angemessen beschreiben will, was da vorgeht.

Ich habe noch in keinem Falle so deutlich wie in diesem hier gesehen, welchen Vorsprung Leser haben, die einfache Diagramme lesen können. Und wie irreführend Vereinfachungen sind, in denen eine solche Entwicklung – Schwankungen plus längerfristige Trends – auf einen oder zwei Sätze nebenbei heruntergebrochen wird. Ein Diagramm sagt, wenn es gut aufgearbeitet und für den Leser verständlich ist, in der Tat mehr als tausend Worte. Brauchen wir mehr Diagramme? Bessere Diagramm-Lesegewohnheiten? Ein vorsichtigeres Vorgehen, wenn es darum geht, Diagrammeigenschaften wie die hier beschriebenen in einigen Worten zusammenzufassen? Ich habe auf diese Fragen auch keine gute Antwort. Aber immer einmal wieder Bauchgrimmen, wenn ich allzu verkürzte Formulierungen zur Klimawandelpause höre oder lese, die sich nicht recht mit dem vertragen, was ich in den Diagrammen sehe.

 

 

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online [http://www.einstein-online.info]. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie [http://www.haus-der-astronomie.de] leitet, ein neues Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

47 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es gibt Klimaskeptiker, die werden steif und fest behaupten, dass sie in ihren Diagrammen am Ende eine Stagnation sehen. Und wenn Sie es nicht glauben, dann kommen sie mit anderen Diagrammen, wo man es „deutlicher“ sieht, und sie kommen mit Rohdaten, mit Artikeln etc., die alle „belegen“, dass es eine Stagnation gebe.

    Der SPIEGEL, genau genommen sein Autor Axel Bojanowski, ist seit langem bekannt, dass er den Klimawandel relativiert und die Klimatologen als verwirrte und zerstrittene Deppen darstellt. In jüngster Zeit scheint er etwas vorsichtiger geworden zu sein, mit vorsichtigem Optimismus kann man vielleicht von einem Lernprozess sprechen.

    „Ich habe noch in keinem Falle so deutlich wie in diesem hier gesehen, welchen Vorsprung Leser haben, die einfache Diagramme lesen können.“

    Angesichts der Erfolge der Propaganda, die von einem harten Kern von Klimaskeptikern verbreitet wird, hat dieser Vorsprung wohl keine große Wirkung.

    • Zu Axel Bojanowski: Das erinnert mich an die allgemeinere Debatte um Wissenschaftsjournalismus, in der ja eigentlich so gut wie alle Beteiligten einig waren, dass Journalisten nicht einfach „Erklärbären“ oder Sprachrohre für die Wissenschaft sein, sondern der Wissenschaft kritisch auf die Finger schauen sollen. Genau so dürfte Bojanowski das verstehen, was der da macht. Ich finde das, was das von Seiten Rahmstorf & Co. an Kritik nach sich gezogen hat (beim nächsten Beitrag ist ja ein Link) in weiten Teilen durchaus nachvollziehbar, und habe ja in diesem und im Vorgängerartikel durchaus kritisiert, wie die Temperaturkurven meiner Meinung nach irreführend präsentiert werden. Für mich ist das einfach einmal mehr ein Grund dafür, dass Wissenschaftsjournalismus mit Bloggern und mit der Wissenschaft stärker interagieren muss (wie schon in meinem letzten Blogbeitrag ausgeführt) – und zwar ist das gerade für einen selbstbewussten, kritischen Wissenschaftsjournalismus wichtig.

  2. 1) Wenn Sie eine Temperaturdifferenz von nur 1,4 Grad über eine ganze Graphik spreizen, dann bekommen Sie immer eine beeindruckende optische Kurve. Dies ist allgemein bekannt, da viele Menschen mit solchen Graphikprogrammmen arbeiten. Solche manipulativen Graphiken allein sind daher nicht besonders sinnvoll, da der größere Bezug fehlt. Im Laufe der Erdgeschichte gab es schon öfter Kalt-/Wärmephasen

    2) Die Diskussion einer möglichen Klimerwärmung ist für den Normalbürger völlig unineressant, da die Wissenschaft hierbei völlig versagt:
    2a) Die wichtigste Einflußgröße auf das Klima sind die Anzahl der Menschen auf der Erde – aber ausgerechnet die Bevölkerungszahl ist kaum ein Thema. => eine Klima-Diskussion, ohne ausgerechnet den wichtigsten Einflussfaktor zu berücksichtigen, ist völlig sinnlos. Hierzu braucht man nicht einmal ´Fachmann´ zu sein.
    2b) Wissenschaftler liefern Klimadaten, aber halten sich sonst in der Diskussion zurück => dadurch wirken sie völlig unglaubwürdig. Jeder Normalbürger sagt sich: ´Diese Wissenschaftler haben auch Kinder/Enkel – und obwohl sie über Spezialwissen verfügen, engagieren sie sich nicht für Gegenmaßnahmen.Also scheint das Thema nicht besonders wichtig zu sein – Wieso soll ausgerechnet ich mich mit Verhaltensweisen gegen Klimaerwärmung beschäftigen; ich bin doch kein Spezialist.´
    Das ist ein Teufelskreis, weil sich niemand für zuständig fühlt.

    • 1) Halte ich aus den folgenden Gründen für falsch: Die bloße Zahl „nur 1,4 Grad“ sagt noch gar nichts, insbesondere nicht, ob das „nur“ gerechtfertigt ist. Am wichtigsten ist für mich bei der Grafik der (ganz und gar nicht selbstverständliche) Umstand, dass es die kürzerfristigen Schwankungen und die längerfristigen Trends gibt. So etwas bekommt man keineswegs „immer“, wenn man Daten plottet, sondern das ist eine wichtige Aussage über die Eigenschaften des Systems, die man betrachtet. Und die Zahl selbst wird für mich vor allem dadurch beeindruckend, dass sie eben als langfristiger Trend übrig bleibt. Naiv als Physiker gesprochen: Da sich die Zahl auf das Gesamtsystem bezieht, kommt da im Zusammenspiel von Wärmekapazität und Temperaturdifferenz eine ziemlich beachtliche Zunahme an Energie heraus, die man nicht einfach so abtun sollte.

      2) Hm, offenbar wird unsere Diskussion dadurch erschwert, dass wir auf unterschiedlichen Planeten leben. Ich jedenfalls finde in den Medien andauernd Artikel, in denen Klimawandel und Bevölkerungswachstum verknüpft sind. Keine Diskussion über Klimaschutzziele, in denen nicht auf das Problem der sich rasch industrialisierenden bevölkerungsreichen Länder hingewiesen wird, die jetzt auch ein faires Stück vom Kuchen haben wollen. Und ich lese da auch immer wieder von Klimawissenschaftlern, die sich stark an der Diskussion beteiligen. Insofern kann ich die harschen Worte Ihres Punktes 2) ganz und gar nicht nachvollziehen.

    • @KRichard

      „1) Wenn Sie eine Temperaturdifferenz von nur 1,4 Grad über eine ganze Graphik spreizen, dann bekommen Sie immer eine beeindruckende optische Kurve. (…). Im Laufe der Erdgeschichte gab es schon öfter Kalt-/Wärmephasen.“

      Dem Klimaskeptiker ist kein Einwand zu dämlich. Klimawandel gab’s schon immer …

      Nein, nicht die Wissenschaft hat versagt, die Politik und die Gesellschaft versagt. Auf die Bevölkerungszunahme in den Entwicklungsländern haben wir relativ wenig Einfluss, umgekehrt ist der CO2-Ausstoß der Industrie- und Schwellenländer relevanter als der Beitrag der Entwicklungsländer.

      • @Markus @Paul: Ich streite überhaupt nicht ab, dass sich das menschliche Verhalten auf das Klima auswirkt. Mit meinem Beitrag wollte ich nur deutlich darauf aufmerksam machen, wieso dieses Thema niemanden ernsthaft interessiert – auch wenn es jede Menge Diskussionen/Beiträge zum Thema gibt.
        Ein einfacher Taschenrechner reicht aus, um die Problematik mit Zahlen zu verdeutlichen:
        1) von aktuell 7 Mrd wird die Erdbevölkerung bis 2050 auf ca. 9 Mrd. ansteigen – das ist eine Zunahme von 28,6 %. Trotzdem ist diese Bevölkerungszunahme kein zentrales Schwerpunktthema in der öffentlichen Diskussion – Hinweise allein reichen nicht.
        2) Wenn man den Verbrauch an Ressourcen z.B. Rohstoffe, Ackerfläche) dabei nur auf dem aktuellen Stand halten will, dann müsste jeder Mensch seinen Bedarf um 22 % reduzieren (7/9=0,78). Sie werden niemand finden, der/die dazu bereit ist.

        Diskussionen sind recht nett und schön, aber wenn sie beim wixhtigsten Parameter (Bevölkerungszahl) zu keiner Verhaltensänderung führen, dann sind sie auch recht sinnlos.

        • Ich habe nicht den Eindruck, dass das Thema niemanden ernsthaft interessiert. Siehe die entsprechenden Umfragen, die erste, die mir jetzt beim Googlen über den Weg lief war diese hier bei Kindern zwischen 6 und 12 Jahren. Und was den Leuten so allgemein Sorgen macht, findet ja durchaus auch in der Politik Gehör (und würde das vermutlich selbst dann, wenn es den Politiker/innen selbst nicht auch Sorgen machen würde).

          Der Knackpunkt ist in der Tat: Wie gehen wir mit dem Klimawandel um, wenn er große Einschränkungen für jeden Einzelnen bedeutet? Aber selbst das dürfte für die meisten kein Grund sein, den Klimawandel einfach abzutun, aber es heißt natürlich, dass da gesellschaftlich schwierige Diskussionen auf uns zu kommen – denn, ganz klar: Wenn’s ans eigene Einschränken geht, dann sehen viele Menschen auch Fragen wie die zum Klimawandel in einem anderen Licht.

          Insofern sind die Diskussionen sicher nicht einfach, aber sinnlos sind sie meiner Meinung nach überhaupt nicht. Wie auch immer die Abwägungen und praktischen Maßnahmen aussehen – ein allgemeines Bewusstsein für die Klimawandel-Probleme dürfte darin eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen.

          • Die Bevölkerungszahl ist der wichtigste Einflussfaktor für Ressourcenverbrauch bzw. Klimawandel. Aber bis heute gibt es keinen einzigen offiziell diskutierten Plan, wie man die Zahl der Menschen auf der Erde rasch und deutlich verringern könnte.
            Ich gehe davon aus, dass es einen derartigen Plan auch in absehbarer Zeit nicht geben wird; weil die große Mehrheit des Bevölkerung eine staatlich reglementierte Geburtenkontrolle entschieden ablehnen wird.
            Dies bedeutet: eventuelle klimafreundliche Einsparungen im Konsumverhalten werden bereits nach kurzer Zeit durch die größere Anzahl von Menschen wieder zunichte gemacht.
            Außerdem dürfen wir nicht vergessen,dass unsere derzeitige Weltordnung extrem ungerecht ist: D.h. wir müssen den Bewohnern wenig entwickelter Länder das Recht einräumen, dass sie den gleichen Lebensstandard haben dürfen wie wir, in den Industrieländern.

          • “ Wie gehen wir mit dem Klimawandel um, wenn er große Einschränkungen für jeden Einzelnen bedeutet?“ Indien, China und Afrika werden sich sicher nicht einschränken um damit den Klimawandel zu dämpfen.

            Das ist überhaupt eines der wichtigsten Probleme des Klimawandels: Er ist ein globales Phänomen, es kann aber nicht überall die gleiche Antwort darauf geben. Das wird zwar im UNFCC-Prozess bereits berücksichtigt, bleibt aber ein Hauptproblem.

            Heute besteht vor allem hier im Westen die Tendenz, das Problem mit Konsumkritik oder der Losung Kapitalismus versus Klima (Naomi Klein) anzugehen. Für mich zeigt das, wie wenig auch die Menschen hier im Westen fähig sind in anderen als den vertrauten Kategorien zu denken. Eine vertraute Kategorie ist eben die Ideologische, eine andere Ebene, die hier im Westen gern angesprochen wird ist die Schuldfrage. Die Schuldfrage wird aber auch gern von den Entwicklungsländern dazu benutzt sich selber von Massnahmen auszunehmen oder um Entschädigungsforderungen zu stellen.

            Letztlich sind das alles recht unfruchtbare Herangehensweisen. Die Tatsache, dass Industrie, Energieproduktion und Mobilität für den Grossteil der Treibhausgase verantwortlich sind, zeigt aber einen Weg zu Treibhausgasreduktionen auf, wohl den einzig gangbaren Weg: Industrie, Energieproduktion und Mobilität müssen auf Prozesse umgestellt werden, die kaum noch CO2 ausscheiden. Weniger Energie, Mobilität und Industrie einsetzen ist dagegen keine global anwendbare Lösung, denn die armen Länder und die Schwellenländer gehen genau in die umgekehrte Richtung.

          • Der Knackpunkt ist in der Tat: Wie gehen wir mit dem Klimawandel um, wenn er große Einschränkungen für jeden Einzelnen bedeutet?

            Man sollte die Frage einmal aus einer andern Perspektive betrachten. Warum verrichten wir unsere Notdurft nicht wie früher auf der Straße? Es schränkt doch unsere Freiheit ein und ein WC kostet viel Geld! Ist es nur die Schizophrenie oder die Gewohnheit des Bewusstseins, dass man manche Dinge als selbstverständlich akzeptiert und andere Dinge, die eigentlich genauso selbstverständlich sein müssten, mit Vehemenz ablehnt, vorzugsweise mit diesen beiden Argumenten? Ist es eine Einschränkung unternehmerischer Freiheit, wenn Grenzwerte für Umweltschutz, Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz zu beachten sind, wenn Vorschriften für die Abfallentsorgung einzuhalten sind, die den Konsumenten obendrein Geld kosten? Warum werden Maßnahmen zum Schutz der Atmosphäre, die auch unsere Atemluft ist, mit derartiger Aggressivität abgelehnt, während gleichartige und einschneidendere Maßnahmen in anderen Bereichen längst akzeptiert sind? Das ist rational nicht zu verstehen.

          • Wie einfach ist es auf CO2-Emissionen zu verzichten? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Es gibt Leute, die das für einfach halten und die das Problem allein in der Profitgier der Industrie sehen.
            Man könnten die Frage vielleicht an konkreten Beispielen durchspielen. Nehmen wir China, welches von 2000 bis 2010 seinen Stromproduktion fast verdoppelt hat – und das vor allem mit dem Zubau von Kohlekraftwerken. Hätte China auf diese Kohlekraftwerke verzichten können? Was wäre die Alternative? Verzicht auf einen so gewaltigen Ausbau der Stromproduktion oder Streckung des Zeitraumes in dem das realisiert wird? Oder wäre ein solches Wachstum auch mit alternativen Energien möglich gewesen?

            Fragen über Fragen. Und es gibt nur wenige Leute, die diese Fragen zufriedenstellend beantworten können. Meinungen gibt es viele, Wissen aber nur wenig. Es ist überhaupt erstaunlich wie klein das Wissen über ökonomische oder soziale Zusammenhänge ist. Auf diesen Gebieten wird munter behauptet, aber kaum gewusst.

    • Ad 2a): Im letzten IPCC-Bericht der Arbeitsgruppe 3 wurden die Treiber der Erwärmung analysiert, Kapitel 5.3.1.1. Es wurde nach den Treibern Bevölkerungswachstum, BNP pro Kopf, Energieintensität pro Einheit BNP und CO2-Intensität pro Einheit Energie aufgeschlüsselt.

      Haupttreiber ist klar BNP pro Kopf – also das Wirtschaftswachstum. Dann erst kommt das Bevölkerungswachstum. Die Energieintensität hat etwas abgenommen, aber bei weitem nicht genug, um Wirtschafts- oder Bevölkerungswachstum zu kompensieren. Die CO2-Intensität hat in den letzten drei Jahren sogar wieder zugenommen, weil mehr Braunkohle verfeuert wird.

  3. Die Klimaforschung wird außerhalb der Fachöffentlichkeit nun mal durch Verlautbarungen des IPCCs repräsentiert. Wenn das IPCC sagt, es gibt eine Erwärmungspause, dann ist das für die normalen Leute Realität. Sowas passiert, wenn sich eine etwas naive Wissenschaft politisieren lässt.

    • Die Wissenschaft dient hauptsächlich der Bewältigung, Erleichterung und Verschönerung des Lebens. Die Politik gestaltet die Lebenswelt durch die Bereitstellung einer Infrastruktur, durch die Schaffung von Gerechtigkeit mittels Gesetzen, durch Gewährleistung von Freiheit und Sicherheit für das Tun der Menschen. Es ist nicht die Aufgabe der Wissenschaftler, Politik zu machen und es ist nicht die Bedingung für Politiker, Wissenschaft zu verstehen.

      Also braucht man Institutionen für die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik, für die Umsetzung wissenschaftlicher und technologischer Erkenntnis in Politik. Das ist in der modernen und komplizierten Welt von heute viel wichtiger als noch vor einem Jahrhundert. Deshalb wurden Fachbehörden eingeführt wie das Umweltbundesamt, wie Gesundheitsämter, Baubehörden, Behörden für Naturschutz, Jugendschutz, usw., auf Bundesebene wie auf kommunaler Ebene. Auch das IPCC ist genau eine solche notwendige Behörde, auf internationaler Ebene der UNO, denn die Atmosphäre gehört wie die Ozeane der ganzen Menschheit.

    • Die Aussage, die Klimaforschung werde außerhalb der Fachöffentlichkeit durch „Verlautbarungen des IPCCs repräsentiert“ halte ich für falsch. Außerhalb der Fachöffentlichkeit wird die Klimaforschung vor allem durch das repräsentiert, was die allgemeine Öffentlichkeit in den Medien (klassisch und neu) darüber liest. Das dürfte auch für die „Erwärmungspause“ und das gelten, was sich die Menschen darunter vorstellen. Daher meine Fragen oben im Artikel, was da bei der verbalen Beschreibung für Eindrücke entstehen – im IPCC-Report findet man ja durchaus die entsprechenden Diagramme.

  4. Ja, die Welt ist überbevölkert, das ist allgemein bekannt.
    Von jenen, die das Bevölkerungswachstums als Hauptgrund für den Klimawandel anführen, habe ich aber noch keinen Vorschlag gehört, wie man das Problem lösen könnte. Die Bevölkerung in den Industrieländer schrumpft.
    Grundsätzlich gilt: Populationen, die wohlhabend werden, erreichen auch eine niedrigere Reproduktionsrate, oft unterhalb der Bestandserhaltung. Der CO2-Ausstoß pro Kopf steigt aber wegen des höheren Lebensstandards.
    Das Bevölkerungswachstum zu stoppen ist ja eine gute Idee, aber wie wollen Sie die betroffenen Staaten und ihre Bewohner dazu bringen?
    China ist ein interessante Beispiel, wo man es versucht hat, mit diktatorischen Maßnahmen, die massiv in die Grundrechte eingreifen. Trotzdem steigt der CO2-Ausstoß jetzt, weil das Land sich industrialisiert und ein (noch kleiner) Teil der Bevölkerung von der Industrialisierung mit einem höheren Lebensstandard profitiert.
    Man kann es auch so formulieren. Welches Recht wiegt schwerer? Das Recht auf Nachkommen oder das Recht auf ein Leben im Luxus, gemessen am Weltniveau? Es ist einfacher, von anderen zu verlangen, auf Kinder zu verzichten, als seinen eigenen „Luxus“ herunterzufahren.

    • Ja, Ein Bewohner Bangladeshs setzt pro Jahr 300 Kilogramm CO2 frei, ein Europäer aber 8000 Kilogramm (im Jahr 2009). 25 Mal mehr. Selbst eine Halbierung der Weltbevölkerung in den nächsten 50 würde die CO2-Emissionen nicht per se reduzieren, wenn gleichzeitig die verbleibenden Menschen zum Wohlstand Europas, oder auch nur schon Chinas, aufschliessen.
      Es gibt nur eine realistische Lösung für das CO2-Problem: Alle technischen Prozesse, die CO2 entstehen lassen, müssen aufgegeben und durch Alternativen ersetzt werden.

  5. Auch für viele Klimawissenschaftler – nicht nur für die Medien – erwärmte sich bis vor Kurzem die Erde von Jahr zu Jahr mehr und mehr und demensprechend gab es dann plötzlich eine Klimapause. Selbst viele Klimawissenschaftler vergassen also, dass 30 Jahre wohl die klimarelevante (Mindest-)Zeitspanne ist, die den Langfristtrend von der natürlichen Variabilität trennt. Die Erwartungshaltung, das Klima ändere sich sehr schnell, erklärt gut, warum im 4. Sachstandsbericht des Weltklimarats ein weitgehendes Abschmelzen der Himalaya-Gletscher bis 2035 vorausgesagt wurde und das keinem der vielen sachkundigen Leser vor der Veröffentlichung auffiel. Wenn jede Woche ein neuer Artikel über die bereits eingetretenen Klimaveränderungen und den allgemein schnellen Klimawandel erscheint, dann muss man sich nicht wundern, wenn auch gestandene Klimawissenschaftler plötzlich in medial relevanten – also sehr kurzen – Zeitspannen denken.

    Hier verbirgt sich ein tieferes Problem, dem kein Mensch entgehen kann: Nur Dinge, die unseren näheren Zeithorizont (die nächsten 20 oder so Jahre) beeinflussen, betrachten wir als drängend und aktuell. Unterbewusst geht es allen so, bewusst geäussert wurde diese Ansicht aber beispielsweise im Economist in Bezug auf den vorausgesagten Kollaps des westantarktischen Eisschildes:

    Dr Joughin’s models predict that once the loss of ice from the Thwaites glacier really gets going, it may be enough to raise sea levels by a further 1mm a year by itself. But they also predict that this will not start to happen for at least another 200 years—and perhaps much longer than that. Bad news, then, but not quite a collapse—or at least, not on human timescales.

    Was kann die Wissenschaftskommunikation daraus lernen? Wenig, wenn es nur um das Vermitteln von Sachverhalten geht, viel aber, wenn die Kommunikation auch einen Appelcharakter hat, wenn die Berichte über den Klimawandel die Leute also aufrütteln wollen und sollen und man eine Änderung der Einstellung erwartet. Angesichts der Tatsache, dass der Klimawandel sich über einen Zeitraum hinwegzieht, der die Lebensspanne mehrere Menschenleben umfasst, wäre die richtige Antwort eben nicht ein Klimaaktivismus, sondern ein Langfristplan. In meinen Augen wäre es die logische Konsequenz nach der Rio-Konferenz 1992 gewesen einen globalen Forschungsplan anzustossen mit dem Ziel andere Energiequellen als Erdöl, Erdgas und Kohle bereitzustellen. Statt dessen wurden schon damals eine Klimarahmenkonvention aufgegleist, die die Verantwortung für Massnahmen an die Mitglieder der UNO delegierte. Es war jedoch voraussehbar, dass solche Massnahmen für kaum ein Mitgliedsland hohe Priorität haben würden, denn Politik denkt in Wahlperioden und nicht in den für das Klima relevanten Zeiträumen von 30 und mehr Jahren. Eine Intensivierung der Forschungsanstrengungen wäre aber schon dazumal möglich gewesen, denn Forschung ist nicht so stark von der momentanen politischen Stimmung abhängig. Das CERN beispielsweise arbeitet seit mehr als 50 Jahren fast ungestört von der Politik .

    • Nee, ich denke, der entscheidende Punkt ist gerade ein anderer. Klar ist auch unter den Klimaforschern vom „hiatus“ oder einer Verlangsamung die Rede. Für mich ist der Knackpunkt: Wenn jemand solche Worte in einem Kontext benutzt (Fachöffentlichkeit), in dem im wesentlichen jeder auch die dazu gehörigen Diagramme gesehen hat und weiß, was mit dem Wort gemeint ist und was nicht, ist das etwas ganz anderes als entsprechende Formulierungen in der öffentlichen Diskussion zu verwenden, wo die zugehörigen Diagramme eben nicht (oder weitgehend nicht) bekannt sind, und bei den Zuhörer/innen nicht vorausgesetzt werden können.

      • Viele Klimawissenschaftler äussern sich auch in der Öffentlichkeit, nicht nur in der (Zitat)„Fachöffentlichkeit“
        Zum Klimahiatus schrieb Hans von Storch in der Wirtschaftswoche:

        Wirtschaftswoche: Wie lange müsste der Stopp der Erderwärmung anhalten, damit Sie ins Grübeln kommen?
        Hans von Storch: Wenn die Phase weitere zehn Jahre andauern würde, würde ich die These hinterfragen, dass die Treibhausgase wesentliche Ursache für die Erderwärmung sind. Es war ein Fehler, nicht abzuschätzen und zu sagen, wie lange die Stagnation sein kann, ohne inkonsistent zur Erklärung der klimatischen Erwärmung zu werden.

        Ähnlich äussert er sich übrigens auch in Nur die Temperaturen pausieren auf Spektrum.de
        Übrigens warnt Hans von Storch einerseits im Artikel vor voreiligen Schlüssen, andererseits spricht er selbst davon, nur schon 10 weitere Jahre Klimahiatus sprächen gegen eine entscheidende Rolle von CO2 bei der Klimaerwärmung. Wenn man aber die Diagramme anschaut, müsste man sich fragen, wie Hans von Storch darauf kommt, zumal es auch einen Hiatus von 1940 bis fast 1980 gab (nun Diagramme allein helfen vielleicht nicht weiter, wie ich weiter unten zeige).

        Im übrigen scheinen sie mir selbst einen neuen Mythos zu schaffen, den des aussagekräfitgen Diagramms nämlich. Doch Diagramme zeigen nur einen bestimmten Aspekt des modellierten Gebiets und der naheliegende Schluss, eine Kurve müsse sich – korrekte Mittelung über relevante Zeiträume vorausgesetzt -, fortsetzen ist nicht selten falsch. In Bezug auf die Oberflächentemperaturen gilt beispielsweise, dass mit steigenden CO2-Konzentrationen die Länge von zu erwartenden Klimapausen kürzer werden. Eine derart lange Klimapause wie zwischen 1940 und 1975 ist beispielsweise heute nicht mehr zu erwarten. So etwas erkennt man im Diagramm nicht.

        • Als Beleg für „viele Klimawissenschaftler“ dann Hans von Storch zu nehmen, den ja z.B. Stefan Rahmstorf deutlich allgemeiner für seine öffentlichen Aussagen kritisiert, ist nicht ganz so glücklich.

          Ebenso wenig übrigens, wie mir Diagrammfetischismus zu unterstellen. Ich will ja insbesondere nicht allgemein Worte und Ergänzungen durch Diagramme ersetzen. Aber um bestimmte Aussagen zu kommunizieren, sind sie nun einmal besser geeignet als Worte.

  6. KRichard: „Aber bis heute gibt es keinen einzigen offiziell diskutierten Plan, wie man die Zahl der Menschen auf der Erde rasch und deutlich verringern könnte.“

    Ich verstehe Ihre Argumentation überhaupt nicht: Wie soll das denn gehen, „rasch“?
    Sterilisierung unter einer totalitären Diktatur? Genozid, Krieg?
    Bevölkerungsentwicklung vollzieht sich langsam, ebenso alle menschenrechtskonformen bevölkerungspolitischen Maßnahmen.

    Aufgrund der Ein-Kind-Politik überaltert China jetzt, wegen selektiver Abtreibung gibt es einen Männerüberschuss, die keine Frau finden können. Wenn man noch schneller bremst, werden die sozialen Folgen noch gravierender.
    Kurzfristig hilft nur, runter mit dem CO2-Ausstoß.

  7. Bei diesem Vergleich Tempteraturkurven versus textliche Beschreibung geht es letztlich um die Zeiträume, die man als relevant für einen permanenten Anstieg der Temperatur betrachtet. Der Vorteil der Temperaturkurve gegenüber einer Beschreibung liegt darin, dass sie auch die jährlichen Schwankungen wiedergibt, womit man auch ein Mass dafür erhält wie eine angemessene Glättung auszusehen hat und wieviel Jahre man abwarten muss bis man von einem persistenten Temperaturanstieg sprechen kann. Das macht aber Texte wie folgenden nicht falsch

    Obwohl sich der Treibhauseffekt verstärkt hat, ist die Luft nach Jahrzehnten der Erwärmung seit Beginn des Jahrtausends kaum mehr wärmer geworden. Forscher haben Dutzende Theorien für die Pause der Erwärmung geliefert, die sich teils widersprechen.

    sondern lässt danach fragen ob der Begriff „Pause der Erwärmung“ angemessen ist. Die Beschreibung hat aber implizit eine Berechtigung für den Begriff „Pause“ eingebaut, indem erwähnt oder behauptet wird, Forscher hätten Dutzende Theorien für den Grund der „Pause“ aufgestellt. Hier ist die eigentliche Manipulation des Lesers festzumachen. Es wird ihm nämlich gesagt
    1) Die „Pause“ von 15 Jahren beschäftigt die Forscher. Folgerung: Die Pause gibt es auch für die Forscher
    2) Die Forscher haben Dutzende von Theorien aufgestellt. Folgerung: Die Forscher sind sich nicht einig. Sie sind sich nur über die Pause aber nicht über die Ursache einig (könnte es an fehlender Aussagekraft der Klimawissenschaft liegen?)

    Eine weniger manipulative Beschreibung würde frühere „Pausen“ erwähnen und zudem darauf hinweisen, in welche Richtung die verschiedenen Theorien gehen. Entscheidend ist nämlich, dass fast alle Theorien zur „Pause“ sich mit verschiedenen Formen der natürlichen Klimavariabilität als Ursache beschäftigen und nur wenige behaupten, die „Pause“ bedeute, unsere Einschätzung der Rolle der Treibhausgase sei falsch.

    Hier noch ein Link zu einem aktuellen Real-Climate-Artikel, der sich ebenfalls mit der „Pause“ beschäftigt., wobei aber schon der Titel den Begriff „Pause“ in Frage stellt.
    Climate Oscillations and the Global Warming Faux Pause stimmt zwar dem Fakt zu, dass in den letzten 15 Jahren die Oberflächentemperaturen nicht gestiegen sind, lehnt aber den Begriff Pause ab. Und zwar nicht allein deswegen weil 15 Jahre eine zu kurze Zeit seien um von Pause zu sprechen („It is true that Earth’s surface warmed a bit less than models predicted“), sondern vor allem, weil es bezüglich Wirkung der Treibhausgase keine Pause gegeben habe, sondern „that internal climate variability instead partially offset global warming“. Oder zugespitzt: Die Erwärmung hielt/hält an, wird aber durch natürlich im Klimasystem vorkommende, momentan negative Temperaturschwankungen ausgelöscht.

    Schaut man sich dann die Einflüsse der natürlichen Klimaoszillationen auf die Temperaturen an, fällt einem auf, wie langperiodisch gewisse Oszillationen sind. Zudem scheinen sie sich zu Temperaturabweichungen von bis zu 0.2 oder gar 0.3 Grad aufsummieren zu können. Der Artikel folgert deshalb, dass ein Zurückschwingen der Oszillationen zu ausgeprägten Erwärmungen führen könnte, mithin zu Temperaturanstiegen die sogar jene in den 1990er Jahren übersteigen könnten.

    Fazit: Die meisten Forscher erklären die Klimapause mit der natürlichen Klimavariabilität. Wer von den Ursachen her denkt, spricht deshalb nicht mehr von Pause sondern von Maskierung der Erwärmung durch Klimaoszillationen, Klimaoszillationen, die bald schon in die andere Richtung gehen können.

  8. Solche recht subtilen Manipulationen, wie sie Herr Holzherr gerade aufgezeigt hat, sind typisch für Axel Bojanowski, man findet sie immer wieder.

  9. Na ja einige Fragen bleiben da doch offen.
    Woher kommt der durchaus deutliche Temperaturabfall zwischen 1880 und 1910.
    Woher der steile Anstieg zwischen 1910 und 1940, die Industialisierung war damals mit der heutigen noch nicht vergleichbar.
    Auch die Kontinuität zwischen 1940 und 1970 paßt da nicht dazu.
    Ich will nicht sagen dass die Industrialisierung nicht eine Rollke spielt. Aber auf festen Füßen kann diese ganze Klimageschichte auch nicht stehen.

  10. Gibt meines Wissens aber auch Studien dass die CO2 Konzentration der Erwärmung hinterher läuft.
    Aus den verlinkten Grafiken ist nicht unbedingt zu erkennen was vorher war.

    • Das ist zutreffend, wenn es zuvor eine deutliche und anhaltende Erwärmung über mehrere Jahrhunderte gegeben hatte. Das war aber nicht der Fall in den letzten 8000 Jahren. Zuerst wurde der Anstieg des CO2 beobachtet seit der Industrialisierung, dann erst kam die allmähliche Erwärmung, etappenweise. Seither steigt die CO2-Konzentration immer weiter an und verstärkt entsprechend die Wirkung.

  11. Ich denke das Hauptproblem besteht darin, dass die Diagramme (hauptsächlich von Klimaskeptikern) falsch gelesen werden. In vielen Diskussion ist mir aufgefallen, dass globale Temperaturkurven wie Börsenkurse interpretiert werden, es wird einfach eine Chartanalyse gemacht und man gelangt zu Aussagen wie z.B.:
    Von 1998 bis 2013 ist der Temperatur-„Index“ gefallen, wenn man in einen analog aussehenden Aktienkurs investiert hätte, hätte man reales Geld verloren, also hat die Erwärmung ausgesetzt oder eine „Seitwärtsbewegung“ (Börsenvokabular!) gemacht.

    Eine solche Interpretation ist aber aus mehreren Gründen falsch:
    1. Aktien geben genau den Wert des Unternehmens an. Wärme und Temperatur sind aber zwei verschiedene Dinge. Die Klimaerwärmung kann vortschreiten ohne dass die Temperatur steigt: wegen Latenter Wärme (Schmelzen von Eis), Wärmeströmen in den Ozeanen, etc. – Die globale Temperatur ist höchstens ein Indiz für die Klimaerwärmung, die eigentliche Erwärmungs-Messung müsste aber korrekterweise am Atmosphärenrand über die Wärmestrahlungsbilanz erfolgen.

    2. Wenn man Aktien zu einem gegebenen Kurs kauft/verkauft, dann ist der Wert fest. Der Temperatur-Index hingegen ist eine statische Grösse, die aus mehreren Gründen nicht die globale Mitteltemperatur wiedergibt: (i) ist der Offset unbekannt (was Klimaskeptiker wegen der Börsen-Analogie überhaupt nicht verstehen), (ii) gibt es ein statistisches Rauschen wegen der begrenzten Anzahl an Messstationen und (iii) ist die Abdeckung der Erde durch Messstationen alles andere als gleichmässig (die Pole sind z.B. kaum abgedeckt). Aussagen wie „die globale Temperatur war zum Zeitpunkt x grösser als zum Zeitpunkt y“ sind also mit grosser Unsicherheit behaftet. Bei Börsenkursen hingegen sind sie eindeutig.

    3. Die Börsen-Methoden wie z.B. Chart-Analysen sind nicht auf die Tempertaturkurve anwendbar.Bei Börsenkursen hat ein Mittelwert keine Aussagekraft. Was zählt ist nur der Wert zu dem gekauft/verkauft wurde. Bei statistischen Daten aber muss man zu wissenschaftlichen Methoden wie der Regressionsanalyse und Standardabweichungen greifen. Hier zählt nicht der genaue Wert zu einem Zeitpunkt, sondern nur der statistische Mittelwert.

    • +1°C bedeutet 1) +2m Erhöhung des Meeresspiegels 2) Verschiebung von Klimazonen 3) Mehr Wettterextreme (Hitzetage, Starkregen etc)

      Eine Oberflächentemperaturerhöhung der Erde um 1°C könnte die landwirtschaftlichen Eträge weltweit gleich lassen oder sie sogar leicht erhöhen. Es ist aber mit einer Verschiebung der optimalen Anbauzonen zu rechnen (Weizen, Reis und Maisanbaugebiete wandern), wobei in einzelnen Ländern sich das Klima auch so stark ändern kann, dass die landwirtschaftlichen Erträge stark sinken.

      Der Meeresspiegelanstieg um 2m (nach 1°C-Temperaturerhöhung) wird sich über deutlich mehr als 100 Jahre hinziehen. Schon dieser Anstieg würde viele, auch und gerade grosse Küstenstädte gefährden.

      Doch zweifellos kann sich die Menschheit an die veränderten Umstände infolge eines weltweiten Temperaturanstieg von 1°C anpassen.
      Je stärker die Temperaturen aber steigen (+3 oder +4°C) desto mehr Anpassung ist nötig und umso mehr Länder erleiden eine Verschlechterung ihres Klimas.

      Letztlich werden Kohle, Öl und Erdgas sowieso knapp was dann den Verzicht auf diese Energierohstoffe erzwingt. Anstatt darauf zu warten ist es wohl gescheiter, schon heute nach Alternativen zu suchen.

    • Können Sie garantieren, dass es bei 1° Erwärmung bleibt? Mit Sicherheit werden es mehr als 2° in den nächsten Jahrzehnten, das ist abzusehen, denn der Anstieg der Teibhausgase geht unvermindert weiter. Wärmeres Ozeanwasser ist Futter für Hurricans, Taifune und sintflutartige Regenfälle. Rund um das Mittelmeer werden sie jetzt schon immer häufiger, mit schweren Schäden. Anderswo gibt es Dürren oder Waldbrände. Problematisch ist vor allem die Schnelligkeit der Erwärmung, weshalb Anpassungen der Natur kaum möglich sind. Ernten sind innerhalb von Stunden zerstört, Anpassungen dauern viele Jahre und verursachen hohe Kosten. Über die Jahre werden die Vorräte landwirtschaftlicher Produkte durch Ernteausfälle immer knapper und die Preise immer höher. Dass die globale Erwärmung Vorteile bringt, das ist ein Kindermärchen für naive Leute.

      • (Zitat)„die globale Erwärmung Vorteile bringt, das ist ein Kindermärchen“
        Nun, Global gemittelt könnte es durchaus sein, dass in einer wärmeren Welt das landwirtschaftliche Potenzial sogar zunimmt, zumal mehr Land in mittleren und hohen Breiten liegt als um den Äquator herum.

        Nur nützt der Durchschnitt den wenigsten, genauso wie es nicht angenehm sein muss wenn der Körper im Durchschnitt 20° warm ist, aber die Füsse erfrieren und der Kopf gegrillt wird.
        Heute gilt: In Ländern wie Indien, Bangladesh oder China ist die Natur recht fruchtbar und es leben dort auf viele Menschen während in Gebieten wie der Sahara oder der Tundra kaum Menschen leben. Wenn sich nun Klimazonen so verschieben, dass viele Menschen dann dort leben, wo die landwirtschaftlichen Erträge gering sind (und umgekehrt), dann kann das Probleme machen, selbst wenn im Durchschnitt die Eträge steigen.

  12. @Martin Holzherr: Wie einfach ist es auf CO2-Emissionen zu verzichten?

    Welcher Klimaforscher hat verlangt, dass CO2-Emissionen vollständig vermieden werden müssten? Es geht darum die Schwergewichte der CO2-Emissionen zu reduzieren, so schnell und so weit wie ökonomisch zumutbar ist. Das ist unterschiedlich von Land zu Land, das ist keine Frage. Es muss nicht von heute auf morgen geschehen, aber man muss möglichst heute noch anfangen damit, umso verträglicher sind die Maßnahmen. Man hat aufwändige Kläranlagen und Kanalisationen gebaut, warum soll Gleichartiges zur Reduzierung von CO2-Emissionen nicht möglich sein? Allein der Wille fehlt, statt dessen ergeht man sich in sinnlosen Abwehrkämpfen, die alles nur teurer machen. Nebenbei bietet CO2 verschiedene Nutzungsmöglichkeiten.

    • Der WBGU empfiehlt daher [um die 2Celsius Limite einzuhalten], die CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern bis spätestens 2070 auf Null zu senken. Damit ist die Frage „Welcher Klimaforscher hat verlangt, dass CO2-Emissionen vollständig vermieden werden müssten?“ klar beantwortet. Es sind die Mitglieder (vorwiegend Wissenschaftler) des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung zu den Globalen Umweltveränderungen.

      Die 2Celsius Limite wurde übrigens kurz nach dem Umweltgipfel in Rio aufgestellt. Seither, also seit den 1990er Jahren sind die CO2-Emissionen um 40% gestiegen. Damals war China bezüglich CO2-Emissionen noch ein Nobody heute ist es Nummer 1. bis 2019 wird Indien voraussichtlich gleich viel CO2 ausstossen wie die Europäische Union. Es bleibt nur noch Afrika, welches heute nur sehr wenig CO2 emittiert. Doch auch das kann sich ändern. Vor diesem Hintergrund wäre es schon ein Wunder, wenn die CO2-Emissionen bis 2030 ihren Peak erreicht hätten. Das ist nämlich der spätest mögliche Zeitpunkt für den Peak, bei dem das 2 Grad-Ziel noch erreichbar ist.

    • Noch in diesem Jahrhundert müssen die CO2 Emissionen vollständig eingestellt werden. Dies ergibt sich aus dem Budgetansatz. Der Budgetansatz besagt, dass die Menschheit vom Beginn der Industrialisierung an maximal 1500 Gigatonnen CO2 emittieren darf um eine Erwärmung von weniger als 2Celsius zu bewirken. In welchem Zeitraum diese CO2 emittiert wird spielt dabei keine Rolle. Daraus ergibt sich sofort, dass die Menschheit ab dem Zeitpunkt an dem sie 1500 Gigatonnen CO2 emittiert hat, überhaupt kein weiteres CO2 mehr emittieren darf. Hätte die Menschheit schon früher begonnen, die CO2 Emissionen zu reduzieren hätte sie erst im Jahr 2100 vollständig damit aufhören müssen, Treibhausgase zu emittieren. Da sie das nicht gezan hat muss jetzt schon im Jahr 2070 Schluss sein.

    • 97% der Klimawissenschaftler verlangen, dass die CO2-Emissionen vollständig vermieden werden. Es sind alle, die dem IPCC-Konsens über die Wirkung der Treibhausgase und die Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre, dem Ozean und der Biosphäre zustimmen.

      Dass sie, Herr Anton Reutlinger die rhetorische Frage stellen „Welcher Klimaforscher hat verlangt, dass CO2-Emissionen vollständig vermieden werden „ zeugt davon, dass sie sich noch nie ernsthaft mit den Thesen der Klimawissenschaftler und dem IPCC-Berichten befasst haben. Trotzdem haben sie eine dezidierte Meinung zu dem, was zu tun ist. Die Stossrichtung der klimapolitischen Forderungen passt wahrscheinlich zu ihren poltiisch/weltanschaulichen Grundüberzeugungen und die verlangten Massnahmen ordnen sie wohl im Kapitel Konsumkritik ein. Im Rahmen der Konsumkritik wird vor Überkonsum jeder Art geraten und allgemein zu mehr Bescheidenheit geraten. Eine andere verbreitete Haltung ist die des Neomalthesianismus, also des Glaubens, dass der Mensch seine Lebensgrundlagen durch Überpopulation und zu grossen Ressourcenverbrauch gefährdet. Es gibt Leute, die ihre Zustimmung zu geforderten Klimaschutzmassnahmen in diese Kategorie einordnen.

      Doch es gibt leider nur wenige Leute, auch nur wenige unter den Gebildeten, die sich wirklich auf die Thesen der Klimawissenschaftler eingelassen haben und sich damit auseinandergesetzt haben. Da sind sie also in guter Gesellschaft.

      Damit sind wir wieder beim Thema Wissenschaftskommunikation. Mir scheint es klar, dass das gleiche gilt wie für den übrigen Journalismus und die Wissensvermittlung generell.Die meisten Menschen fühlen sich gern in ihrer Meinung bestätigt. Abweichende Aussagen werden oft gar nicht wahrgenommen. Das scheint mir eine wichtige Herausforderung für den Journalismus und die Wissensvermittlung generell.

      • Bevor Sie derart losplärren, sollten Sie Ihre eigenen Quellen gründlicher lesen. Dort heißt es: Die CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern sollten bis 2070 auf Null gesenkt werden. Eine vollständige Vermeidung von CO2-Emissionen wäre vollkommen unrealistisch.

        • Doch. Alles technisch erzeugte CO2 soll/muss vermieden werden.
          Selbstverständlich dürfen sie und darf ihr Haushund auch weiterhin CO2 ausatmen. Das ist aber auch schon alles. Technisch erzeugtes CO2 stammt aus Öl, Kohle und Erdgas.
          Wer den Budgetansatz vertritt, plädiert für den baldigen vollkommenen Verzicht auf Kohle, Öl und Erdgas. So ist es.

          • Ergänzung: Auch bei der Zementherstellung entsteht technisch erzeugtes CO2, also CO2 das sich ausserhalb eines natürlichen Kreislaufs befindet. Somit gilt: Auch die Zementherstellung muss umgestellt werden um das 2° Celsius Ziel zu erreichen.

            Wie steht es übrigens mit Biomasse als Ersatz für Kohle, Erdgas und Erdöl. Theoreitsch ist Biomasse Teil des natürlichen CO2-Kreislaufs und damit CO2-neutral. Praktisch geht die Nutzung von Biomasse oft mit einer Entwaldung einher, so dass mindestens initial keine CO2-Neutralität herrscht. Biomasse kann zudem nur einen kleinen Teil der Energie bereitstellen, der heute technisch genutzt wird, einfach, weil es zuwenig Biomasse gibt – mindestens in den dicht bevölkerten Ländern. In Deutschland kann Biomasse beispielsweise weniger als 10% der Energie bereitstellen.

  13. Die Diskussionen hier sind jetzt schon sehr weit vom ursprünglichen, deutlich eingegrenzteren Thema abgekommen. Dafür ist hier aus meiner Sicht nicht der richtige Ort – der Blogbeitrag selbst hat sich ja sehr bewusst nur mit einem Teilaspekt beschäftigt, den ich direkt selbst nachvollzogen habe.

  14. Nun, eine Fieberkurve hat im allgemeinen den Zweck, über die Notwendigkeit und Eignung von Maßnahmen zur Fiebersenkung nachzudenken. Andernfalls wäre sie nur Selbstzweck oder Wandschmuck. Für die „Klimaalarmisten“ ist die Fieberkurve und die Diagnose klar, ebenso die erfolgversprechende Therapie. Die „Klimazweifler“ dagegen leugnen die Richtigkeit der Fieberkurve generell, um die Diagnose und erst recht die Therapie zu umgehen. Diese Gruppe lässt sich auch von statistischen Kunststücken oder Spitzfindigkeiten nicht beeindrucken. Hier können nur die Psychologen noch Erklärungen liefern.

    Zum Vergleich ein aktuelles Beispiel aus China, das ich eben bei Spiegel-online gefunden habe:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/china-umwelt-doku-entfacht-diskussion-um-luftverschmutzung-a-1021421.html

  15. Chartanalyse ist keine besonders leistungsfähige aber sehr lukrative Methode um die Zukunft voraus zu sagen, die Börsengurus beweisen das seit langer Zeit. Aus den Charts kann man wenig über Ursachen ermittel und speziell nichts über die CO2-Sensitivität der Temperatur. Aber im richtigen Maßstab sind sie ein geeignetes Mittel um Stimmung zu machen Geld in die Klimaindustrie zu pumpen.

    • Nach meiner, sicher ganz speziellen Meinung wurden nur höchstens Prozente aus der -zig Billionen Carbon-Branche sehr zweckmäßig umverteilt. Und die kämpft, auch mit viel Geld, dass ihr Anteil möglichst langsam sinkt!

      Seien wir doch froh, dass es nur eine Pause der Erwärmung gibt, so wie es das Zickzack der Kurven zeigt. Beteilige ich mich jetzt an der Kurvendiskussion, dann käme bestimmt so eine Aussage, es ist doch nur ein Seitwärtsbewegung und zwar auf sehr hohem Niveau, darin eingebettet auch weiterer Rekordjahre, auch nach 1998. Wäre der Anstieg bis 1998 zwischenzeitlich etwas moderater, gewesen, bei immer noch dem selben Trend, dann gäbe es u.U. diese sog. Pause gar nicht. Ich stell‘ mir gerade die Diskussionen vor, wir hätten tatsächlich auch einen zwischenzeitlichen, echten Rückgang gehabt. Was jederzeit durchaus noch möglich ist!

      Kurvendiskussion ist natürlich auch,:
      jede dieser vergangenen Beulen und Dellen zu erklären, das können wir aber nicht exakt. Um wie viel schwieriger ist es dann, das auch noch für die Zukunft zu tun?
      dieses Zick und Zack zu bewerten! Hinter einem jeden globalen Zehntel Grad stecken sicher abschätzbare, immense Energiemengen. Diese können nun einmal bekanntlich nicht verschwinden, unsere Sonne flackert auch nicht so immens, die Abstrahlungskonstanz der Erde wird alles andere als so zackig sein. Dann ist es doch durchaus sehr naheliegend, dass die globale, jährlich mehr oder wenig gemittelte Durchschnittstemperatur ein guter statistischer Anhaltswert für eine Klimaentwicklungsdarstellung ist. Aber vielleicht fehlen dafür doch noch, durchaus sehr wesentliche Parameter? Ob wir dann aber auch eine Seitwärtsbewegung hätten, das überlasse ich, grübel, Nathan, dem Weißen ;-).

      Was wir auch, speziell quantitativ immer noch nur sehr vage können, das sind solche Pulsationen, wie profan und exemplarisch El Nino, und andere Oszillationen zu prognostizieren, geschweige denn exakt deren Funktionsweise zu kennen. Also deren konkreten Einfluss auf diese Kurve.

      Wenn da einer, und noch einer mit seiner Hypothese kommt, und solange Kurven übereinander schiebt, bis er meint, eine Deckungsgleichheit entdeckt zu haben…? Hm.
      Meine ketzerische Frage also, diskutieren wir überhaupt über die richtige Kurve ;-)?
      Das mit der Forschungsintensivierung, das kann ich selbstverständlich nur befürworten. Und das auch dann, wenn ich keine anthropogene Klimaveränderung sicher annehmen würde. Man kann so ein Atmosphärenexperiment nicht einfach ablaufen lassen, bis vielleicht ein unumkehrbarer Kipppunkt überschritten ist.
      An einer Durchsetzung wirklich belegter Fakten dann aber, kann man Zweifel haben, leider!
      Meine 1000 Worte vs. ein(iger) Diagramm(e) ;-).

  16. Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin kein Wissenschaftler, interessiere mich aber und soll gut logisch denken können;-)
    In der Schule habe ich schon die Wirkung der Vulkane auf das Wetter kennengelernt. Und ich beobachte sie seit einigen Jahren, auch wissenschaftliche Berichte im Zusammenhang mit dem Klimawandel.
    Grob überschlagen werfen Sie an einem Jahr mehr schädlichen Schwefel in die Luft als wir in Europa in einem Jahr je in die Luft schicken können,
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bardarbunga-vulkan-auf-island-spuckt-schwefelgas-a-1003025.html
    Das Problem was ich sehe, ist, dass die Vulkane durch eine Klimaerwärmung mehr speien, da der Schneepropfen auf einem Vulkan eher schmilzt, der Schmutz in der Luft und die Klimaerwärmung also stetig zunimmt, somit jedoch das Wetter wieder kälter „scheint“, da der Vulkan diese Macht hat, es kälter werden zu lassen.
    Wir sind relativ machtlos, ob nun die Kühe pupsen oder nicht, oder ob ich FCKW freihes Haarspray nehme, wir stoppen es eh nicht. Sondern wir sollten die Vulkane mehr beobachten.
    Dieses wird nicht genug mit in Betracht gezogen.
    Mit freundlichem Gruß