Nehmt euch doch einfach ernst

Im Stern ist eine Umfrage zum Thema Was denken die Deutschen wirklich? erschienen. Im Artikel dazu heißt es, „Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) teilt die Meinung, dass in Deutschland nicht alles gesagt werden darf, was man wirklich meint – weil ansonsten Nachteile entstehen könnten.“ Es hat mich sehr erstaunt, dass das nur so wenige glauben, denn es scheint mir selbstverständlich. Erstens war es schon immer so und zweitens möchte ich es gar nicht anders haben.

Die Rede ist hier nicht von Gesprächen unter Freunden hinter vorgehaltener Hand, sondern von öffentlichen, meist schriftlichen Äußerungen. Wenn ich öffentlich irgendwelche Geheimnisse verrate, Menschen oder Menschengruppen beleidige oder einfach nur Unsinn rede, ist es eine selbstverständliche Konsequenz, dass mir Nachteile entstehen können. In der Debatte zu Sozialen Medien habe ich ein Beispiel genannt: Ich kann in diesem Blog keine interna von Kollaborationspartnern ausplaudern, die diese noch veröffentlichen wollen. Im schlimmsten Fall könnte sowas zur Kündigung führen.

Dinge, die in Deutschland und anderswo gesagt werden, können arbeitsrechtliche, privatrechtliche oder gar strafrechtliche Konsequenzen haben. Aber wir müssen gar nicht so weit gehen. Ein Nachteil kann auch die verlorene Reputation sein. Es wird in diesem Zusammenhang viel über Political Correctness diskutiert. Mein Ansatz dazu ist: Wenn ich es vermeiden kann, andere Menschen zu beleidigen, dann tu ich das. Andere gehen das anders an und haben sich bei ihren Publikum gerade durch Verletzung von Formen der Political Correctness eine Reputation erarbeitet.

Wir Autoren wollen, dass unsere Texte eine Wirkung entfalten. Könnte ich alles sagen, ohne dass für mich Vor- oder Nachteile erwachsen, so könnte ich es auch lassen. Ja, es gibt eine Schere im Kopf. Selbstzensur. Bevor ich einen Text schreibe, denke ich nach. Manches formuliere ich um bis ich glaube, dass das dabei herauskommt, was ich ausdrücken möchte. Manche Aussage verbiete ich mir, weil sie mir nach Nachdenken falsch erscheint. Manche Aussagen verkneife ich mir selbst wenn ich sie für richtig halte, weil ich die Konsequenzen nicht tragen möchte.

Ich wundere mich über Leute, Comedians zum Beispiel, die bewusst provozieren und sich dann über die Resonanz wundern. Nehmen die sich denn selbst gar nicht ernst? Oder ist das Aufbauschen von Kritik zu einem Shitstorm und die Selbstdarstellung als Opfer eines Mobs Teil der Selbstvermarktung?

 

Joachim Schulz

Veröffentlicht von

www.quantenwelt.de/

Joachim Schulz ist Gruppenleiter für Probenumgebung an der European XFEL GmbH in Schenefeld bei Hamburg. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann in der Quantenoptik, in der er die Wechselwirkung einzelner Atome mit Laserfeldern untersucht hat. Sie führte ihn unter anderem zur Atomphysik mit Synchrotronstrahlung und Clusterphysik mit Freie-Elektronen Lasern. Vier Jahre hat er am Centre for Free-Electron Laser Science (CFEL) in Hamburg Experimente zur kohärenten Röntgenbeugung an Biomolekülen geplant, aufgebaut und durchgeführt. In seiner Freizeit schreibt er zum Beispiel hier im Blog oder an seiner Homepage "Joachims Quantenwelt".

69 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es gibt öffentliche Platformen wo auch Befindlichkeiten und Grundhaltungen zum Ausdruck kommen. In dieser Situation kann schon das Gefühl der Tabuisierung oder der Unoffenheit entstehen, wenn man mit negativen Reaktionen rechnen muss, nur weil man sagt, was man denkt, fühlt oder weil man sich zu einer Grundeinstellung bekennt.
    Wenn die Grundüberzeugung stark von der jeweiligen Kollektivmeinung abweicht, kann das beim Kollektiv unter Umständen schon als Beleidigung aufgefasst werden. Doch deshalb die Grundüberzeugung zu verheimlichen ist auch nicht unbedingt das Wahre. Nehmen wir einmal an, ein Lehrer befinde sich in einer Umgebung in der alle vehement (grüne) Gentechnik ablehnen und wo auch die Lehrmittel die Gefährlichkeit dieser Technologie vermitteln. Wenn er anderer Überzeugung ist, wo und wie kann er diese Überzeugung äussern? Falls eine Atmosphäre herrscht, in der man eine solche begründete Anders-Meinung nicht mehr äussern darf, einfach weil sie dem Konsens widerspricht, dann scheint mir das schon grundsätzlich schlecht.

    Die Frage Was denken die Deutschen wirklich? passt auch zu dem was ich gerade geschreiben habe. Denn hier geht es ja darum, ob man sich zu einer Meinunge bekennen darf oder nicht. Wenn man sich nicht zu einer leicht vom Kollektivkonsens abweichenden Meinung bekennen darf, dann kann man auch gar nicht über diese Meinung diskutieren, dann wird diese Meinung in den Untergrund verdrängt und tabuisiert. Das bedeutet dann auch, dass die Öffentlichkeit nicht einmal weiss, was es für Meinungen und Haltungen gibt, weil nur noch Meinungen an die Obefläche kommen, die die Eigen- oder Gruppenzensur passiert haben.

    • Joachim Schulz

      Ja genau. Was gesagt werden darf und was nicht hängt sehr stark von der Gruppe ab, in der wir uns aufhalten. Das ist aber weder ein neues noch ein besonders deutsches Problem. Das ist Grundwissen Soziologie.

      • Ja genau.Aber: Was gesagt werden darf hängt auch von der Offenheit/Toleranz der Kultur ab.In Grossbritannien herrscht traditionell eine grosse Äusserungsfreiheit (dort ist sogar Holocaust-Leugnen kein Straftatbestand), in den USA dagegen hat sie mit der Political Correctness stark abgenommen. Political Correctness wird zudem in den USA bei allen Volksgruppen – auch den Minoritäten – als Problem wahrgenommen wie der NYT-Artikel Trump, Obama and the Assault on Political Correctness offenbart.

        Over all, 68 percent agreed that political correctness was a big problem, including 62 percent of self-identified Democrats, 68 percent of independents and 81 percent of Republicans. These views cut across racial lines. Seventy-two percent of whites and 61 percent of nonwhites (mostly African-American and Hispanic) describe political correctness as a big problem. A Rasmussen poll in August found that 71 percent of 1,000 adults surveyed agreed with the statement that political correctness was “a problem in America today.”

        Barack Obama hat auf eine wichtige Konsequenz von politischer Korrektheit hingewiesen: Sie kann zu Filterblasen führen, zu Echoräumen, in denen alle auch nur etwas abweichenden Sichten nicht mehr vorkommen, weil sie gar nie geäussert werden dürfen:

        I’ve heard of some college campuses where they don’t want to have a guest speaker who is too conservative. Or they don’t want to read a book if it has language that is offensive to African-Americans, or somehow sends a demeaning signal towards women. And I’ve got to tell you, I don’t agree with that either. I don’t agree that you, when you become students at colleges, have to be coddled and protected from different points of views.

    • @ Herr Holzherr :

      Das bedeutet dann auch, dass die Öffentlichkeit nicht einmal weiss, was es für Meinungen und Haltungen gibt, weil nur noch Meinungen an die Obe[r]fläche kommen, die die Eigen- oder Gruppenzensur passiert haben.

      Glücklicherweise gibt es seit einiger Zeit nunmehr im Web Medien, die sich zen(su)riendem Zugriff entziehen.
      Nicht unlustig vielleicht in diesem Zusammenhang auch bundesdeutsche Vorhaben dieser Art. [1]


      Der Schreiber dieser Zeilen kennt und schätzt Herrn Dr. Schulz, muss abär ergänzen, dass es in aufklärerischen Gesellschaftssystemen einen Unterschied zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung nicht geben darf.

      Klar, wer bspw. bei der Jungen Freiheit, „PI“, der Jungen Welt, dem Muslim-Markt und was es da sonst noch gibt (bei der NPD kennt sich der Schreiber dieser Zeilen nicht aus), reinschaut, wird womöglich ein wenig blass gucken, wobei die JF noch vglw. seriös zu sein scheint, aber das muss ausgehalten („toleriert“) werden, sofern es nicht direkt systemfeindlich ist und nicht zu Gewalt oder Gesetzesverstößen aufruft.
      Dieses Aushalten ist ein wesentliches Leistungsmerkmal aufklärerischer Systeme.


      Insofern weiß der Schreiber dieser Zeilen auch nicht so recht etwas mit dem hier vorliegenden Text anzufangen.

      MFG
      Dr. Webbaer (der sich nun einstweilen und vermutlich auch für längere Zeit wieder auszuklinken hat)

      [1]
      http://www.zeit.de/digital/internet/2015-12/facebook-heiko-maas-hetze-hasskommentare (‚Facebook, Twitter und Google‘ etc. – außerhalb des Rechtswegs, alles auf dieser bundesdeutschen „Hass-Schiene“, also auf Grund einer Fernpsychologisierung, von der niemand weiß, was sie taugt)

      • Joachim Schulz

        Aber meine Herren, es wird doch ausgehalten!
        Ich bin der letzte, der strengere Gesetze fordern würde. Ich wehre mich nur gegen Stimmen, die meinen, eine Meinungsäußerung dürfe keine negativen Folgen für den Autor haben. Was folgt denn daraus? Dürfen Autoren nur noch profitieren? Sollen sie komplett ignoriert werden?

        Bei jedem Text tolerant zu sagen, „Vielleicht meinte er es ja ganz anders.“, „Aber sonst ist er doch ein lieber Kerl.“, hieße, den Autoren nicht ernst nehmen, ihm die Zurechnungsfähigkeit abzusprechen. Und das können wir doch nicht wollen.

        Wer aus seinen Texten persönliche Konsequenzen meiden möchte, dem bleiben noch die Pseudonymität. Damit lässt sich eine Reputation aufbauen ohne dass sie ins Privatleben durchschlagen kann. Oder die Anonymität, in der aber dann jeder Text für sich stehen muss.

        Ich bleibe dabei: Wer namentlich publiziert muss profitieren dürfen, ihm können aber auch Nachteile erwachsen. Das muss ausgehalten werden.

        • Lieber Herr Dr. Schulz,
          Sie sind schon richtig verstanden worden, Sie plädieren nicht für eine weitere rechtliche Einschränkung der freien Meinungsäußerung in der BRD, sondern dafür, dass es bestimmte Konsequenzen geben darf (die bspw. die berufliche Tätigkeit betreffen).
          Und hier setzte Gegenrede ein. Die sogenannte politische Richtigkeit ist eine nicht zentral organisierte, sondern soziodynamische Form der Zensur. Statt Zensur ginge auch Repression.
          Diese Repression greift bei bestimmten Themen. Sie ist vor etwa 25 Jahren beginnend von politisch linken Kräften eingeführt und durchgesetzt worden.
          Mal ganz praktisch ein Beispiel:
          Sie üben Islamkritk und treffen vielleicht in ihrem Text nicht immer den richtigen Ton, was sind die absehbaren Folgen?
          1.) Sie können mit Drohungen aus dem sogenannten islamistischen Spektrum rechnen. (Polizeischutz?!)
          2.) Es setzt Strafanzeigen. (Rechtsbeistand kann gleich bestellt werden.)
          3.) Die bundesdeutsche sogenannte Antifa oder ähnliche Gruppierungen werden auf Sie aufmerksam und kündigen „Besuche“ an, vielleicht im dafür offen gepflegten Bereich bei „Linksunten Indymedia“. (Polizeischutz?!)
          4.) Und besonders bitter: Es findet sich ein „breites Bündnis“ gesellschaftlicher Kräfte, die nicht politisch links stehen müssen, sondern auch bürgerlicher Kräfte, bspw. Kirchen, Gewerkschaften, Stiftungen und Wissenschaftler, die Ihnen ganz absehbar so richtig einen reintreten werden, was u.a. auch persönliche Konsequenzen für Sie bedeuten kann bis muss.
          Sie plädieren mit Ihrem WebLog-Eintrag (den der Schreiber dieser Zeilen – keine Übertreibung! – so oder so ähnlich als Meinungsäußerung schon zigfach gelesen hat) für (4), nehmen Sie bitte die Gegenargumente zur Kenntnis und denken Sie noch mal drüber nach.
          MFG
          Dr. Webbaer

          • „Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) teilt die Meinung, dass in Deutschland nicht alles gesagt werden darf, was man wirklich meint – weil ansonsten Nachteile entstehen könnten.“ Es hat mich sehr erstaunt, dass das nur so wenige glauben, denn es scheint mir selbstverständlich. Erstens war es schon immer so und zweitens möchte ich es gar nicht anders haben.

            Aja, also hier liegt der Mops [1] begraben.
            Es war natürlich nicht immer so in der BRD. Die sogenannte politische Richtigkeit gibt es seit ca. 25 Jahren. Zuvor gab es den Ethos, dass fast alles i.p. Verlautbarung persänlicher Meinung geht, was nicht verfassungsfeindlich ist und nicht zu Rechtsbruch aufruft, Ausnahme: Antisemitisches.

            [1]
            ‚Mops‘ = ‚möglicher Klops‘, landschaftlich, lautmalerisch und nett gemeint

  2. Unter der Garantie der Meinungs- und Redefreiheit scheinen erstaunlich viele Leute auch die Garantie zu verstehen, dass jeder die eigene Meinung sag- und klaglos hinnehmen müsste. Aber Meinungen zu Meinungen und daraus sich ergebende Konsequenzen gehören eben auch dazu. Mit allen Vor- und Nachteilen, die das im Einzelfall hat und bringt.
    Insbesondere erstaunt mich immer wieder, wie dünnhäutig Vertreter radikaler Standpunkte auf die, kaum verwunderlich, radikale Ablehnung reagiern…

    • Die eigene Meinung gehört auch zur Identität eines Menschen. Wer seine Meinung äussert erhebt damit nicht automatisch den Anspruch auf Wahrheit und Richtigkeit (ausser vielleicht in Deutschland), sondern er offenbart den Anderen einen Aspekt seiner Persönlichkeit. Toleranz gegenüber anderen Meinungen meint in seiner psychologisch sinnvollen Interpretation, dass man den anderen nicht ablehnt nur weil er eine andere Meinung hat – selbst wenn diese Meinung vermeintliche Essentialien betrifft.

  3. Es wird in diesem Zusammenhang viel über Political Correctness diskutiert. Mein Ansatz dazu ist: Wenn ich es vermeiden kann, andere Menschen zu beleidigen, dann tu ich das.

    Interessanter Punkt, Herr Dr. Schulz, Anregung:
    Es soll zuvörderst zwischen einer rechtlich relevanten Beleidigung und Aussagen unterschieden werden, die rechtlich irrelevant personenspezifisch Beleidigtsein auslösen (könnten).

    Wenn keine strafrechtliche Relevanz vorliegt, liegt im rechtlichen Sinne auch keine Beleidigung vor, sondern schlimmstenfalls grob ordinäre Meinung.
    Und natürlich geht es bei den seit ca. 25 Jahren geübten [1] Diskursen um bestimmte Meinung, auch um bestimmte politische Meinung, die als inkorrekt oder falsch eingeschätzt wird, die „ausgegrenzt“ werden soll, wie viele meinen, und die nicht verlautbart werden soll.

    Auch weil niemand genau weiß, wen wann und warum etwas beleidigt, sollte, gerade auch bundesdeutsch, mehr Offenheit gewagt werden, was Meinungen betrifft, die politisch inkorrekt oder falsch sind oder falsch sein könnten – wenn sich welche auf den Schlips getreten fühlen.
    Finden’S net? [2]

    MFG
    Dr. Webbaer (der insofern streng gegen diese Schicht plädiert, die Politische Richtigkeit genannt wird, sie als demokratie-feindlich einschätzt oder zumindest als den Ideen und Werten der Aufklärung entgegen gesetzt; die Platinum Rule (das Fachwort, gerne dbzgl. recherchieren, ist untauglich))

    [1]
    Zum ersten Mal hat der Schreiber dieser Zeilen aus dem Mund von Bill Clinton vom Konzept der Politischen Richtigkeit gehört und der Eindruck war (erst einmal): gut.
    Es ist dann aber schnell gemerkt worden, dass nicht Sachnähe angestrebt worden ist von den diesbezüglich Konzeptionierenden, sondern Tabuisierung.

    [2]
    Nur mal so zum Vergleich angemerkt:
    Das, was in der BRD heutzutage zur sozialen Ausgrenzung von Aussagenden führen kann, ist bereits in Nachbarländern der BRD Usus, übrigens auch unter Sozialdemokraten, also unter moderaten Kollektivisten.

    • Hier ein ergänzender Text zu Zizek’s Video wo man liest:

      Žižek decries political correctness for two main reasons. First, that it’s entirely and transparently fake, an artificial cover enforced by totalitarian social pressures. Second, that political correctness manifests itself as a form of behavior control rather than a collective effort to remedy the problems it ostensibly seeks to address. Racial and social harmony cannot sprout from this sort of situation. In fact, Žižek argues that political correctness gets in the way of mutual understanding.

      Oder verkürzt: Political Correctness als Minderheitenschutz ist eine behavioristische Antwort auf ein Problem, das eigentlich gegenseitiges Verständnis einfordern würde – Verständnis, das nur in der Auseinandersetzung mit dem jeweils anderen und dem eigenen Bild vom Anderen zustande kommen kann.

  4. „Ich wundere mich über Leute, Comedians zum Beispiel, die bewusst provozieren und sich dann über die Resonanz wundern.“

    Ernsthaft, wundern??? Ich konnte über diesen heuchlerisch-verlogenen Populismus / dieses Surfen auf dem Zeitgeist noch nie lachen, besonders die „gesellschaftskritischen“ / politischen Satiriker sind eine echte Seuche!!!

  5. Zitat.“Comedians .. die bewusst provozieren und sich dann über die Resonnanz wundern“.
    Ein Komiker/Narr kann sich in der Tradition der Hofnarren sehen, die einmal insitutionellen Charaker hatten und Narrenfreiheit genossen womit sie ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen üben durften.
    Warum gab es die Institution des Hofnarren, der Narrenfreiheit hatte? Wohl weil Hofnarren in einer von oben kontrollierten Welt nötig waren um den völligen Realitätsverlust der damaligen Herrscher zu verhindern. Heute könnten Hofnarren wiederum nötig werden um dem Realitätsverlust etwas entgegenzusetzen, der durch soziale Instrumente wie die Poltical Correctness entsteht.

    • Hofnarren dienen auch heute noch einzig der Konfusion in Überproduktion von Kommunikationsmüll und Schuld- und Sündenbocksuche, damit die Hierarchie des geistigen Stillstandes seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ (Evolutionssprung!) auch weiter wie gewohnt funktioniert, bis zum SCHEINBAR unabänderlichen Ende im nun „freiheitlichen“ Wettbewerb um … – Nur heute, im Zeitalter der „Aufklärung“ zu Konsum- und Profitautismus, ist der Hofnarr auch nur ein glücklicher Sklave der stumpfsinnigen Bildung zu Suppenkaspermentalität!!! 😉

  6. Political Correctness will Harmonie über Vermeidung von Provokationen erreichen. Die Folge: Plötzlich sieht der Korrektheits-Streber überall Provokationen. Potenziell Provozierte müssen dann mittels Triggerwarnungen davor bewahrt werden. Genau das passiert heute in Stanford und an anderen Ivy-Leage-US-Unis, wo Dozenten inzwischen verpflichtet sind, Studentinnen mit Triggerwarnungen vor allfälligen anstössigen Inhalte ihrer Vorlesungen zu warnen. Zu einer Vorlesung über Ovids „Metamorphosen“ steht an der Sahltür dann der Vermerk, der Text enthalte, frauenfeindliche, gewalttätige Passagen etwa die Vergewaltigung Ledas durch Zeus in Schwanengestalt. Diese Warnpflicht betrifft alles was unangenehme, emotionale Reaktionen wie Erinnerungen an sexuelle Gewalt, religiöse Verfolgung oder Rassismus wachrufen könnte. Diese Dozenten-Pflicht Triggerwarnungen anzuschlagen ist Teil einer Sprachpolitik an vielen US-Universitäten, die eine bedinungslose politische Korrektheit bei Campus-Konversationen und Lehrplänen einfordern mit dem Ziel, Worte, Ideen und Themen, die Unbehagen bereiten können oder die als „Mikroagressionen“ aufgefasst werden können, zu eliminieren. Kontrolliert und implementiert wird dies über Meldungen von Studenten und Studentenvertretern, die bei der Universitätsverwaltung Bedenken zur Thematik von Seminaren, Veranstaltungen oder zum Gebaren von Kommilitionen oder Dozenten einreichen können. Die Verwaltung kann dann mit Verboten, der Pflicht zu Triggerwarnungen oder Strafen reagieren.Um Mikroaggressionen entgegenzutreten gibt es auf vielen US-Unis inzwischen Sexual Task Forces, die über den Campus patrouilleren um Sprache und Veranstaltungen auf rassistische, sexistische oder andere diskriminierende Äusserungen hin zu überwachen. Es werden auch regelmässig Berichte, und Befünde über das Verhalten von Kommilitonen und Lehrpersonal angelegt.
    Zu den Sprach- und Kommunikationsregelungen gehören auch viele Grundsätze wie der, Studentinnen nicht nach Herkunft oder Geburtsort zu fragen, weil das die Botschaft vermittle „Du bist keine richtige Amerikanerin“ (Frage: wollen alle Menschen „richtige“ US-Bürger sein?), In die gleiche Richtung geht die Empfehlung, Asiaten nicht nach der Lösung eines Matheproblems zu fragen, weil dies das Klischee vom Asiaten als Mathefreak zementiere. Konkret wirkt sich das so aus, dass kürzlich einem Dozenten eines Harvard-Jura-Workshops über häusliche Gewalt nahegelegt wurde, das Wort verletzen zu meiden. Viele Studenten (und Studentinnen) sind inzwischen auf diese Sprachpolitik getrimmt. Es ist nichts ungewöhnliches, dass Studentinnen den Hörsal verlassen, wenn etwa ein Dozent über Nouvelle-Vague-Filme sagt. „eigentilich ist ihr Masochismustraum eine umgekehrte Kastrationsphantasie“. Mit dem Verlassen des Hörsaals (unter dem Klatschen einiger Kommilitonen) demonstrieren diese Studentinnen ihr Missfallen an der provokanten, ihr Wohlbefinden störenden Formulierung.
    Im Rahmen dieser Political Correctness-Bewegung wurden dann auch Bücher wie Mark Twains „Die Abentuer des Hucleberry Finn“ als rassistisch angefeindet oder Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ als antisemitsch angeprangert.

    Meine Meinung dazu: Natürlich soll man über den Antisemitismus von Shakespeares „Kaufman von Venedig“ diskutieren – nichts würde ich lieber machen. Doch wenn es bedeutet, dass solche Werke auf den Index gesetzt werden oder kritische Stellen für Studentenausgaben neu und politsch korrekt editiert werden, dann geht man in die falsche Richtung, nämlich in die Richtung einer Nanny-Welt, die Richtung einer poltisch korrekt editieren Welt (Thought-Editing?) Und überhaupt: Man beschäftigt sich dann nicht mehr mit der Welt da draussen oder nur schon dem Stoff, sondern mit Befindlichkeiten. Es ist eine Illusion mit politischer Korrektheit könne man eine heile Welt beschwören.
    Die hier besprochene politisch korrekte Sprache, wie sie in die US-Unis Einzug hält wird von PC-überzeugten Studentinnen oft damit begründet, es gehe darum einer Welt von Rassismus, Sexismus und des Cybermobbings zu entfliehen. Die PC-Sprache und Haltung soll auch einen Multikulturalismus ermöglichen, in dem jeder unbehelligt bleibt und wo die kulturellen Besonderheiten nicht angesprochen werden (sofern sie nicht gegen den Codex verstossen). Die Unterschiede von Rasse, Religion und Sexualität sollen in einer neutralen, wertfreien Sprache respektiert werden, einer Sprache in denen Rasse, Religion und Sexualität gar nicht vorkommen, weil alle Wörter, die damit zusammenhängen „unrein“ sind und vermieden werden müssen.

    • Hier ein Beispiel (eines von vielen) zu den Programmen, die in US-Unis inzwischen Standard sind. Task force report details recommendations for halting sexual misconduct

      Solche Task Forces wollen zuerst einmal Studentinnen schützen, was sicher richtig ist. Doch typischerweise gehören dazu auch Kurse und Verhalstensanweisungen und in diesen Kursen geht es um weit mehr als das primäre Ziel. Man liest beispielsweise:

      Implement various educational experiences for students that reflect their evolving developmental needs during the course of their college experience, including a required course for all first-year students that explores issues of student well-being and safety, with an emphasis on building positive relationships and preventing sexual misconduct and alcohol misuse;

    • Die Unterschiede von Rasse, Religion und Sexualität sollen in einer neutralen, wertfreien Sprache respektiert werden, einer Sprache in denen Rasse, Religion und Sexualität gar nicht vorkommen, weil alle Wörter, die damit zusammenhängen „unrein“ sind und vermieden werden müssen.

      Sie sitzen da einem Missverständnis der Politischen Richtigkeit auf, Herr Holzherr, diese ist nicht nett gemeint und es geht nicht darum Provokationen zu vermeiden.
      Auch ähneln diejenigen, die die obigen Unterschiede nur scheinbar negieren wollen, den „echten“ Rassisten und Sexisten dadurch, dass sie geradezu besessen sind von den möglichen Unterscheidungsmerkmalen Rasse und Geschlecht, wobei so gut wie jede Aussage von ihnen daraufhin geprüft wird, ob sie rassistisch oder sexistisch sein könnte und diese Prüfung auf Grund ungeeigneter Definitionen [1] oft falsch positiv ausfällt.

      MFG
      Dr. Webbaer

      [1]
      Der Schreiber dieser Zeilen hatte einige Debatten mit „Politisch Korrekten“ und dort wird erfahrungsgemäß und anscheinend: regelmäßig mit inkohärenten Rassismus- und Sexismus-Definitionen gearbeitet.
      Spaßeshalber an dieser Stelle mal eine kohärente Rassismus-Definition webverwiesen:
      ‚Racism is usually defined as views, practices and actions reflecting the belief that humanity is divided into distinct biological groups called races and that members of a certain race share certain attributes which make that group as a whole less desirable, more desirable, inferior or superior.‘ (Quelle: ehemals e-sprachige Wikipedia, mittlerweile waren aber die Neomarxisten (für andere: Politisch Korrekte) schon dran und haben’s geändert, schade)

    • Vielleicht ist die USA die Hauptbühne der Political Correctness, weil der Puritanismus in den USA früher das Leben durchdrang und dieser Puritanismus sich jetzt als Political Correctness reinkarniert (eine Form des (immateriellen) Vampirismus?)
      Warum Puritanismus? Weil es zum (selbstgefälligen) Moralismus passt, der mit der Political Correctness oft verbunden ist und der sich in den PC-Exzessen auslebt, welche die Ivy-Leage Universitäten in den USA heute heimsuchen.Es passt sogar der folgende Passus aus der deutschprachigen Wikipedia dazu:

      Der Ausdruck Puritanismus wird heute gelegentlich als Synonym für „Moralismus“ verwendet und besonders im amerikanischen Sprachgebrauch auch für etwas, was „kalt, blutleer, kleingeistig, selbstverleugnend, heuchlerisch und nachtragend“ erscheint

      Kalt und blutleer ist die aseptische Sprache, zu der die US-Unis Studenten und Dozentinnen verdammen. Heuchlerisch und nachtragend ist das System in dem das ganze stattfindet. Die Patrouillen von Sittenwächtern (PC-Wächtern) und das Denunzinantentum machen für mich solche Unis zu Spiegelbildern von solchen geheimbündlerischen Orden wie Opus Dei wo gegenseitige Bespitzelung und Denunziation der Ordensmitglieder zum Alltag gehört.

  7. Political Correctness will Harmonie über Vermeidung von Provokationen erreichen.

    Variante:
    Political Correctness will die Diskurshoheit bestimmter politischer Meinung durchsetzen.
    (‚Provoziert‘ wird natürlich auch von „politisch Korrekten“ weiterhin, so wird bspw. der politische Gegner gerne als rechtsextrem oder direkt als Nazi bezeichnet, was ja eine unglaubliche Provokation und Beleidigung darstellt.)

  8. Wo ist das Problem, wenn man bestimmte Themenvisionen nicht ansprechen kann? Das es eine fertige und unanfechtbare a priori-Version gibt, die verhindert, dass man über andere Versionen gar nicht sprechen darf, und daraufhin kommt kein Disukurs zustande, der notwendig ist, um eine akzeble/öffentlichkeitsgerechte Version entstehen lassen könnte. Dazu sind immer alle Menschen nötig – nicht nur ein Teil (diejenigen, die zuerst kritik an der apriori-Version leisten wollen, aber nicht die richtigen Worte finden).
    Aus dieser Situation entstehen dann Protesthaltungen (und entsprechende Wahlen am Ende der Entwicklung).

    Ich zum Beispiel habe eine ähnliche Situation seit Jahren an mir erkannt. Ich habe ein Problem, welches ich mit meinem Umfeld nicht ausreichend besprechen kann. Dazu reicht auch das Internet nicht aus. Die Folge davon war, dassich in einer Protesthaltung meinen Frust über unausgesprochenes sublimiere (etwa auch in der Ablehnung von massiver Zuwanderung. wie sie jüngst geschah – und auch gegen die positiven Haltungen dazu). Aber diese Protzesthaltung geht noch viel weiter/breiter durch mein Leben. Und das ist alles nicht gut – und unfair mir gegenüber, dass man einige Dinge, die mich beschäftigen, NICHT WISSEN/HÖREN WILL! Wie sie es so einfach im ersten Absatz sagen.

    Die Protesthaltung der konservativen (wie sie und solche, die alles so lassen wollen, wie es ist) ist somit vor meiner Protesthaltung eingetreten. Nur dass sie also solche gar nicht erkann wird, weil sie derzeitig noch alternativlos sei – also die Normalität, die nicht kaputt gemacht werden will/soll.

    Als ich ihren ersten Absatz gestern gelesen habe, habe ich gedacht, „ja, klar, ist bei mir auch so! – würde ich unterschreiben!“ Aber diese Haltung ist zu selbstgerecht – das ist Normalität auf Kosten anderer Menschen und ihrer Probleme.

    • @ demolog :

      Ihr Kommentatorenkollege kennt Sie ja schon länger und weiß auch (oder: dennoch) nicht, wie Sie im Politischen einzuordnen sind, sofern Sie überhaupt diesbezüglich eingeordnet werden wollen, Sie scheinen ja eher ein -mit Verlaub- „nonkonformer Jonnie“ zu sein, abär in einem Punkt stimmt Ihr Kommentatorenkollege umfänglich zu:
      Es kann nicht sein, dass im öffentlichen Diskurs bestimmte Meinung vorsortiert wird und nicht zur Austragung gelangt. – Fast egal, wie sie beschaffen ist [1], und vielleicht auch „ottographisch“ leidet.

      MFG
      Dr. Webbaer

      [1]
      Die üblichen und ursprünglichen (aufklärerischen) Grenzen der Freiheit der Meinungsäußerung * bestehen (erst einmal) darin, dass Aufrufe zur Gewaltanwendung nicht gehen und etwas weitergehend auch keine Aufrufe zu Gesetzesverstößen – der Rest ist verhandelbar.
      Antisemitismus und weitergehend Rassismus müssen auch nicht sein.
      Sexismus auch nicht, aber hier hört es auch schon langsam auf, oder?

      *
      Ja, dem Schreibär dieser Zeilen ist bekannt, dass es sich hier und an dieser Stelle bei den Scilogs.de um eine Inhalteeinheit handelt, die dem freien Willen Dr. Joachim Schulz unterliegt und nicht bei „Moderation“ behauptet werden kann, dass allgemein die Freiheit der Meinungsäußerung gefährdet wäre.
      Ganz am Rande notiert: Dr. W ist Dr. S-Fan, es gab hier außerordentlich viel Interessantes zu lesen, insbesondere fiel hier eine tiefgehende Bildung auf (wobei natürlich bestimmte und eher kleinere Auseinandersetzungen möglich blieben).

      • Was die mediale Öffentlichkeit angeht, bin ich voll auf der Linie der NZZ als tendenziell sehr objektive Berichterstatter. Ich bin nicht für eine Art „jede Meinung ist uns wichtig und soll veröffentlicht werden“, sondern es soll objektiv berichtet werden. Was „Meinungen“ über die Vorfälle ausschliesst. Meinungen bilden sich in der Rezeption dieser objektiven Berichte. Es ist also nicht die Aufgabe der Medien, Meinungen zu veröffentlichen. Da stimmen sie sicher zu. Und die NZZ ist darin auf weitem Feld die einzige, die mir das Gefühl gibt, dass sie das erfüllt. Auch, wenn sie deswegen etwas steif wirkt.

        Das Schreiben „über“ Meinungen ist da dann noch was anderes.

        Sie können mich nicht einordnen?

        Da hab ich zuweilen selbst Probleme. Ich orientiere mich daher eben gerade nicht an die üblichen politischen Hemisphären. Das ist mir zu einfach gestrickt.

      • Das Problem sehe ich nicht orthograFisch. Sondern inhaltlich. Denn seine Empfindungen zu einer Sache in Worte zu fassen und daraus eine erfüllend informierende „Version/Vision“ zu machen, ist im Neuland (neben der gültigen a-priori-Version) ohne Unterstützung (oder hinreichender Bildung) nicht möglich.

        Wer die Rechtschreibung eines Gegenübers stereotyp aufs Korn nimmt, hat keine Lust auf den Inhalt einzugehen. Die Rechtsschreibung ist dabei der Strohmann, der affektiv den Ausweg aus unangenehmen Diskurs erschliesst. Kritik an Rechtsschreibung ist also: ad hominem und entspricht daher nicht erwünschter Diskurskultur.

        Im Postscript sind sie dann ja auf dem Allgemeinplatz abgerutscht. Da lohnt es vielleicht nicht weiter drauf einzugehen.
        Wobei, Aufruf zu Gesetzesverstoß: Da gäbe es für mich reichlich wahrscheinlich unkritische Versionen, weil auch Gesetze im Detail nicht „perfekt“ und unfehlbar sind. (sie werden ja durch Meinungen, wie ihre, erst dazu beschwohren – zur unfehlbarkeit) Da bleibt manchmal nichts anderes übrig, als dagegen zu verstoßen, um etwa den „Ernstfall“ vor Gericht zu bekommen.

        Ach so:

        Zum Thema „Aufruf zu gewalt“.

        Der Pegida-Galgen… war der denn wirklich so skandallös? Ich habe mir da nämlich sofort den Vergleich mit politischem Kabarett gemacht und festgestellt: So ein Galgen ist dort standart, aber ganz und gar nicht skandallös.
        Darf also ein „Niemand“ auf der Strasse keinen Galgen mit der Aufschrift „Merkel“ in die Kamera halten, aber ein stadtbekannter Kabarettist/Comedian darf das tun (unabhängig davon, ob das je genau so stattfand – denn es könnte ohne große Verrenkungen stattfinden)? Da streiten sich die Geister. Und solche, die desgleichen nur flach aufbringen (können oder nur wollen).

        So „eindeutig“ sind (ihre) Allgemeinplätze eben doch nicht!

  9. Bei Comedians tritt doch das Problem nur in ganz extremen Fällen auf. Jene besitzen doch wegen der „kultivierung“ dieser Kunst, Narrenfreiheit – oder?

    Natürlich ist Selbstvermarktung ein Faktor. Oder einfach nur leichte „unterhaltung“ – leicht deswegen, weil man weiß, wenn ein Thema auf bestimmte Weise angesprochen wird, dass sich die „Öffentlichkeit“ dann eine Zeit lang damit beschäftigt. Unterhaltung ganz banal und „billig“. Der „simmulierte Skandal“. um Traffic und Klicks zu erzeugen und eben zu unterhalten.

    Commedy! Da hatte ich aber jüngst auch eine interressante Szene im Sinn:

    Der Pegida-Galgen für Merkel auf der Demonstration. Das war ein Skandal. Wenn der aber in einer Commedy-Aufführung zu sehen gewesen wäre, gäbs nur ein paar Schnäuzer und ablehnende Wertungen.

    Für mich war der Galgen in der Öffentlichkeit gute Commedy, die von Kultivierung zeugt. (weil man ja ansonsten Merkel auch tatsächlich aufhängen könnte, anstatt nur anzudeuten).

    Ich habe damals sofort den vergleich mit politischem Kabarett gemacht. Vielleicht kann man so eine künstliche Aufregung/ einen künstlichen Skandal enttarnen? Immer den Vergleich mit Kabarett machen.

    • An der Reaktion auf den Galgen kann man auch die Souveränität der aufgeregten erkennen. Ist doch so, das, wer nicht über sich selbst lachen kann, in der Situation wenig Souverän ist? Man kann also sagen, dass der Staat tatsächlich in ernster Weise unter Druck geriet – damals, als die Massenzuwanderung fahrt aufnahm!? Zumindest auf einem falschem Fuß erwischt wurde.

      Ich vermute ja sowieso eine Art Verschwörung an der Explosion der Wandernden. 3 Winter harten sie in Lagern aus – aber der vierte drohende Winter war zuviel? Nene, da ist irgendwas virales geglückt. Es gab ein Heilsversprechen und die Leute sind darauf angesprungen. Und nun ist es ein Selbstläufer.
      Und aus dieser Perspektive gesehen kommt einen der Sinn dieser Flucht auch ganz anders vor Augen.

      Aber naja, der Zug ist eh abgefahren und die Probleme müssen gelöst werden.

  10. Insgesamt, der Schreiber dieser Zeilen hat die für ihn erst einmal standardisiert gewirkt habende Stellungnahme des werten Inhaltegebers noch ein wenig sacken lassen, ärgern tun letztlich hauptsächlich zwei Punkte:
    1.) Der Verweis auf die sogenannte Politische Richtigkeit (die aus verschiedenen Gründen sehr problematisch ist) wird nicht benötigt.
    Stattdessen hätte auf den guten alten Anstand verwiesen werden können, was deutlich konsensueller gewesen wäre.
    2.) Das Missverstehen der Rolle der Kunst: Comedians, Kabarettisten und Satiriker, um nur einige dieser „Provokateure“ zu nennen, der Karnevalist soll an dieser Stelle nicht vergessen werden, müssen provozieren (wörtlich: ‚hervorrufen‘, metaph. : angreifen und beleidigen).
    Dies ist die ihnen vorgesehene Aufgabe; es ist auch rechtlich vorgesehen, dass hier Sonderregelungen gelten, was die Ehrpusseligkeit Einzelner und die von Gruppen betrifft, die in diesem Zusammenhang selbst bundesdeutsch nicht mehr, wie von einigen gewohnt, geschützt wird, wegen „Kunstfreiheit“.

    Denn Provokation, am besten: verständige, und Polemik allgemein sind wichtige Inspiration politischer Debatten.
    (Dass das Kabarett und ähnliche Humorarbeit traditionell politisch links steht und womöglich auch zu stehen hat, ist dem Schreiber dieser Zeilen bekannt, der bundesdeutsche Karneval stand stattdessen oft politisch rechts, war konservativ oder liberal (gar anarchistisch), mittlerweile hat sich hier wohl etwas getan.
    Der Schreiber dieser Zeilen hat mit einigem Unwohlsein bspw. die Abfuhr von Percy Hoven, a.k.a. Dr. Alfons Proebstl registriert, der wohl konservatives („rechtes“) Kabarett betrieb.
    Ihr müsst da womöglich ein wenig aufpassen…)

    • Joachim Schulz

      Sie missverstehen mich noch immer, werter Inhaltenehmer,
      ad 1) Es war durchaus meine Absicht, hier ein wenig Leute wie Sie zu provozieren. Konsens ist langweilig.

      ad 2) Ich schätze Kunstfreiheit sehr und finde es gut, wenn Comedians provozieren. Sie müssen dann aber auch das Echo auszuhalten bereit sein. Denn die Meinungsäußerungsfreiheit gilt für alle. Oder, wie ich es mal auf Twitter formulierte: „Satire darf alles, auch kritisiert werden.“

      • @ Herr Dr. Schulz :

        Sie missverstehen mich noch immer […]

        Na hoffentlich!

        Ansonsten geht es natürlich um Konsequenzen von Meinung – und hier sind Sie eigentlich kaum misszuverstehen, wenn Sie es OK finden, wenn es auf bestimmte politische Meinung bestimmte Konsequenzen setzt.
        Anscheinend: weil dies möglich ist.

        Weil es sich aber um eine kulturelle Frage des Umgangs miteinander handelt, sollte es diese Konsequenzen eben nicht geben oder setzen, sollten andere kulturelle Standards bereit stehen, Hint: die Schweiz ist nicht fern und auch bspw. unter unseren slawischen Freunden gibt es diese unsägliche Repression, die von einigen politische Richtigkeit genannt wird, nicht.


        Wobei Ihnen Ihr Kommentatorenfreund abär auch nicht auf die Nerven gehen will, großartige Arbeit im Physikalischen und Philosophischen btw, soweit dies so hier eingeschätzt werden kann, natürlich nur.

        MFG
        Dr. Webbaer (der nun aber wirklich… – An anderer Stelle war das Sich-Ausklinken ja schon angekündigt, ganz ernsthaft: es haben sich dann aber doch Freiräume ergeben, sorry für die falsche Ankündigung)

  11. Zitat:
    „Ein Nachteil kann auch die verlorene Reputation sein. Es wird in diesem Zusammenhang viel über Political Correctness diskutiert.“

    -> Wenn, wie in der vergangenen Zeit, nicht nur die Kritik am Maulkorb, sondern auch derselbe sich selbst entrissen und die Kommunikation von allen „guten Geistern“ verlassen, dann ist davon auszugehen, dass auf Reputation „geschissen“ wird. Der Bruch fand statt und die Front ist aufgebaut.
    Der Appell an ein Miteinander auf Augenhöhe und mit Respekt ist damit zwar verständlich, aber zu spät.

    Das nur zur Problematik der sogenannten „Hasskommentare“; der Kommentar/Kommunikationskultur, wie sie zur Zeit bemängelt wird.
    Diejenigen, die noch bemängeln, man könne nicht alles öffentlich sagen, stehen noch vor diesem Bruch (sind aber schon auf dem Weg dahin).
    Die Frage bleibt dann aber bestehen: Was war schiefgelaufen, wenn der Maulkorb bemängelt wird oder sich derselbe nicht mehr aufgesetzt wird?
    Es sind die unausgesprochenen Detailfragen, die wegen Nichtbearbeitung ungelöst am Glauben an die Gesellschaft nagen, wenn die moderne Hochkultur verspricht, das man über die Dinge reden muß und wird – das dann aber nicht eintritt.

    • Hasskommentare in öffentlichen Medien sind nicht tolerierbar. Politcal Correctness aber ist etwas ganz anderes. Jeder weiss was Hass ist, nur wenige wissen typischerweise was Poltical Correct ist. Es ist sogar typisch, dass (fast) jeder einmal ins Fettnäpfchen trifft und er darauf aufmerksam gemacht wird nicht politisch korrekt zu sein (Beispiel: Hei, du hast in deiner Ansprache nur die Frauen erwähnt, das ist doch diskriminierend gegenüber den Männern, etc).
      Mit Political Correctness eng verbunden ist Sprachkontrolle, Sprachhygiene und eine ständige Unsicherheit ob man nun korrekt ist oder doch nicht. Genau so wie der religiös Gläubige nie ganz weiss, ob er Gott gefällig ist oder nicht.

      • Hasskommentare in öffentlichen Medien sind nicht tolerierbar.

        Definiere ‚Hasskommentar‘, define ‚Hate Speech‘!

        A: Weil Fern-Psychologisierung leider leider unmöglich ist, liegt bei der angeblichen Feststellung von Hass bezogen auf andere und allgemein von Hate Speech in der Regel eine Projektion politisch Meinender vor.

        Die Idee, dass diese Projektion ausreichen könnte, die Verlautbarung von Meinung einzuschränken, ist hochgradig illiberal.

        Es ist auch nicht so, dass ‚jeder weiß was Hass‘ ist, es ist nicht einmal möglich eigene Emotion zuverlässig einem Gefühl zuzuordnen, das Hass genannt wird.
        Machen Sie eine Probe aufs Exempel: Hassen Sie den Nationalsozialismus oder hassen Sie Adolf Hitler?

        Falls Sie sich hier unsicher sind, müssen Sie nicht beunruhigt sein, Sie wären dann nur näher bei anderen, die Emotionen sinnhafterweise privatim bearbeiten und das Genannte schlicht (streng) ablehnen. [1]

        Sie sind, werter Herr Holzherr, Ihrem Kommentatorenfreund schon mehrfach als guter Denker aufgefallen.

        Machen Sie sich vielleicht mal locker und vertrauen mehr dem Logos und weniger der Umgebung und der Emotion,
        MFG
        Dr. Webbaer

        [1]
        Der Anstand gebot übrigens sehr lange Zeit pers. Emotion nicht hoch zu stellen, nicht in irgendeiner Art und Weise gesellschaftlich zu erheben, gar geheim zu halten. – Der Schreiber dieser Zeilen hat derartige Versuche von Besorgten erstmalig ca. 1978 öffentlich beobachtet, als bundesdeutsche Ökologisten ihre Aufstellung begannen.
        Wobei er natürlich bei derartiger Sich-Herausstellung hochgradig skeptisch und ablehnend zu bleibe hatte.

        • Alles was auf Vernichtung oder Schädigung einer Person abzielt, entspringt meist Hass. Hass hat nicht Ideen sondern Personen als Feind.

          Wenn man genauer hinschaut entdeckt man aber, dass Hass auf allen politischen Seiten gepflegt wird – letztlich sogar im Lager der politisch Korrekten. Scheinbar kann Hass für die meisten gut sein, wenn er sich gegen die „Richtigen“ richtet.

          • Alles was auf Vernichtung oder Schädigung einer Person abzielt, entspringt meist Hass.

            Überhaupt nicht.

            Wenn bspw. Akif Pirinçci (der erkennbar libertär ist) als Autor auf Grund eines böswillig verbreiteten Falsch-Zitats sozusagen ausgemerzt worden ist bundesdeutsch, dann liegt das nicht an Emotionen politisch linker Kräfte, sondern am ‚Bestrafe einen, erziehe hundert.‘ (Mao).

            Lassen Sie am besten die Finger von Psychologisierung und so, dies ist im Politisch-Sittlichen keine passende Kategorie,

          • Doch: Hass spielt in der Politik eine wichtige Rolle und wer das System hasst, hasst auch ihre Vertreter. Das gilt gleichermassen für die (extrem) Rechte wie die (extrem) Linke. Sogar Grundsätze wie „Bestrafe einen, erziehe hundert“ würden ohne Hass nicht funktionieren.

          • Es hat halt ein bestimmtes Niveau sich in der Öffentlichkeit zu fragen, wer wen hasst, es ist etwas für die anderen, spekulativ und direkt der Sacharbeit abträglich.

          • ‚Hasskommentare‘ werden festgestellt, um Aussagende um diskreditieren, ihre Feststellung ist ein spekulatives Ad-Hominem, ein bösartiger persönlicher Angriff.
            Sozialpsychologisch die Menge zu betrachten, um die Funktionsweise der sogenannten Politischen Richtigkeit zu beschreiben, kommt ohne individueller Psychologisierung aus; hier liegt der Unterschied.

            Aber egal, Sie kritisieren allgemein und richtigerweise fehlerhafte Konzepte und nehmen sie gleichzeitig in Teilen an, ist Ihnen diese Angewohnheit selbst schon aufgefallen?

          • Zitat: Hasskommentare‘ werden festgestellt, um Aussagende um diskreditieren. Aufrufe zum Mord und schwere Beleidigungen gehören auch zur Kategorie Hasskommentare und solche Dinge werden richtigerweise strafrechtlich verfolgt.
            Klar kann man auch Kritik abwehren, indem man die Kritik als Hasskommentar outet. Zudem gibt es einige, die sich praktisch nur starke emotional in die Debattte einbringen können. Wenn sie zu meinen Sätzen Hasskommentare in öffentlichen Medien sind nicht tolerierbar. …Alles was auf Vernichtung oder Schädigung einer Person abzielt, entspringt meist Hass. Hass hat nicht Ideen sondern Personen als Feind. (Sätzem die ganze Diskussion ausgelöst haben) schreiben (Zitat): ‚Hasskommentare‘ werden festgestellt, um Aussagende um diskreditieren, ihre Feststellung ist ein spekulatives Ad-Hominem, ein bösartiger persönlicher Angriff. so begehen sie gleich zwei Fehler. Fehler die da wären
            1) Sie generalisieren wo es nichts zu generalisieren gibt, denn gewisse Hasskommentare sind strafrechtlich verfolgbar. Es gibt natürlich auch emotional gefärbte Kommentare oder gar nur Behauptungen gegenüber Kollektiven oder Religionen (z.B. Der Islam hasst uns), die als Hasskommentare diskreditiert werden, wie sie schreiben. Gegenwertig werden „Hasskommentare“ von Facebook und Google teilweise systematisch entfernt, was ich grundsätzlich richtig und sogar nötig finde, wenn es auch heikel ist eine Grenze zu ziehen ab der ein Hasskommentar vorliegt.
            2) Mit ihrer Behauptung ihre Feststellung ist ein spekulatives Ad-Hominem, ein bösartiger persönlicher Angriff begehen sie einen Kategorienfehler, denn ich habe mich nur gegen das Kollektiv der Hasskommentierer gewandt nicht aber persönlich gegen einen bestimmten Hasskommentierer.

          • Meine Fresse, lieber Herr Holzherr, der Webbaer hat’s doch jetzt mehrfach versucht zu erklären, ein letzter Versuch hierzu:

            Klar kann man auch Kritik abwehren, indem man die Kritik als Hasskommentar outet.

            Genau dies ist in der Regel ein schwerwiegender Faux­pas und sollte vermieden werden (Ausnahme natürlich: Wenn Kritik, dann vielleicht auch in Anführungszeichen Kritik, also „Kritik“, Hass eindeutig ausdrückt („Ich hasse“, „Wir hassen…“) und / oder eindeutig promoviert („Es soll gehasst werden…“), dann ist es manchmal auch Volksverhetzung) und es liegt Psychologisierung vor wie in der Regel auch ein Argumentum ad populum, eine Sich-Verabschiedung aus dem Diskurs (mit einer bestimmten Person oder einer bestimmten Gruppe, die diskreditiert worden ist).
            Dies ist eben ganz schlecht.

            Und dann gibt es natürlich noch die politische Komponente, Meinung soll unter Unterstellung von Hass unter Umgehung des wichtigen Grundrechts auf freie Meinungsäußerung eingehegt oder verboten, bestimmten politischen Machtverhältnissen unterworfen werden.
            Herr Maas ist unter dem Schutzmantel von Frau Dr. Merkel hier sehr originell, er geht mit politischem Druck Privatunternehmen (!) an, unter Ausschluss des Rechtsweges eine Art Vorzensur zu betreiben, sogar E-Mails sollen bereits von Privatunternehmen „wegen falschen Inhalts“ nicht zugestellt worden sein…
            Wobei hier auch mit der Unterstellung von Hass verargumentiert wird, Hass ginge ja schließlich nicht, wobei so die bereits jahrzehntelang in der BRD auf „neomarxistischem“ Wege irritierte Menge am besten um Zustimmung gebeten werden kann. Eine durchaus nachvollziehbare Verargumentierung einer extralegalen und direkt aufklärungsfeindlichen Maßnahme, die die Menge eben gut anspricht.

            MFG
            Dr. Webbaer

          • Ich meine, dass man auch Ideen hassen kann. Das diese Ideen dfann von Menschen vertreten werden, ist dabei dann in der Folge verhehrend für das ad hominem-Syndrom mit den bekannten Folgen, die gemeint sind.

            Und Hass kann sich auch sehr subtil äußern. Da kann man politisch korrekt seinen Hass ausdrücken und aber dabei leugnen, dass man (es/jemand) „hasst“. Ich finde, genau dann wird es ganz deutlich – ebenso deutlich, wie es gleich wörtlich in üblicher Umgangssprache hinzuschreiben oder zu sagen.
            Gerade in der Öffentlichkeits Deutschlands ist politisch korrektes Hassen zur Zeit in Mode (Dunkeldeutschland und so).
            Wissen sie, wer derzeit astrein politisch korrekt in der Öffentlichkeit auftritt?

            Das ist der Putin. Auch wenn es hier den meisten gar nicht recht sein kann, rennt der allen anderen derzeit den Rang in politischer Korrektness ab. Das ist tatsächlich auch langsam unheimlich.

          • Ist folgendes ein Hasskommentar (Zitat SPON): „Wenn die Afrikaner uns überrennen, ist das anscheinend gut. Gut für die Ausrottung der eigenen Rasse. Der Suizid ist von mir nicht gewollt“.
            Dieser Kommentar wurde laut SPON von einem Bäcker gepostet, worauf ihm der Auftrag als Brotlieferant des Leibnitz-Gymnasiums gekündigt wurde.

            Nach meiner Definition sind Hasskommentare gegen Personen gerichtet und drücken den Wunsch aus diese gehassten Personen zu vernichten oder ihnen zu schaden. Im oben zitierten Fall allerdings wird der Hass allenfalls indirekt ausgedrückt. Dominiert ist der Kommentar von Ängsten (wegen einer angeblichen Invasion von Afrikanern).
            Frage an die anderen sci-logs-Kommentatoren: Wie stuft ihr diesen Kommentar ein?

          • @ Herr Holzherr :

            Sie sind doch auch sonst nicht i.p. Einschätzung intellektuell-kognitiv sparsam, dbzgl. ein Sparschwein; warum gehen Sie nicht selbst einmal in Vorleistung und beschreiben selbst, was dort geschrieben steht, wie Sie zur Psychologisierung ‚Hass‘ gelangten und was sich exegetisch I.E. noch aus dieser [1] Nachricht ergibt?


            Vielleicht ist Ihnen dies nicht ganz klar, aber Sie fordern Kommentatoren-kollegen und -freunde dazu auf im Sinne einer hypothetischen Frage oder Loaded Question mitzuschicken, zu kommentieren, wobei dann idF sozusagen der Gag drohen könnte, dass das zitierte Subjekt noch „etwas ganz anderes gesagt“ oder geschrieben haben könnte oder der NPD angehört.
            Lassen Sie bitte die Finger von solchen Experimenten.

            MFG
            Dr. Webbaer

            [1]
            ‚Wenn die Afrikaner uns überrennen, ist das anscheinend gut. Gut für die Ausrottung der eigenen Rasse. Der Suizid ist von mir nicht gewollt[.]‘

            PS: Huch! – So müsste es besser ausschauen.

          • @Webbaer:Nochmal: Ist der verlinkte Kommentar im Kontext des SPON-Artikels ein Hasskommentar. Das war die Frage.

            Meine Meinung: Der Kommentar ist an der Grenze zu einem Hasskommentar. Dass der Bäcker daraufhin seinen Auftrag beim Leibniz-Gymnasium verlor würde gemäss dem Geist dieses Beitrags Nehmt euch doch einfach ernst von Joachim Schulz wohl als selbstverschuldet beurteilt werden.

            Ich sehe aber ein Problem: Wenn man solche Ängste wie sie der Bäcker herausschreibt, nicht mehr äussern darf, dann treibt das diese Ängste in den Untergrund. Es ist unwahrscheinlich, dass die Ängste von allein oder einfach deswegen, weil sie nicht geäussert werden dürfen, verschwinden. Andererseits sind solche Äusserungen bereits problematisch, wenn sie öffentlich gepostet werden. Denn eine Reaktion darauf könnten tatsächlich Hass sein. Ein grenzwertiger Fall also.

          • @ Herr Holzherr :

            Ihr Kommentatorenfreund definiert einen so genannten Hasskommentar als einen Kommentar, der (explizit) [1] Hass ausdrückt und / oder (explizit) zu Hass aufruft.
            In diesem Sinne liegt natürlich kein Hasskommentar vor, es könnte noch geprüft werden, ob ein „Hasskommentar“ vorliegt, zu beachten: die Anführungszeichen, einer der sittlich niedrig ist:

            Wenn die Afrikaner uns überrennen, ist das anscheinend gut. Gut für die Ausrottung der eigenen Rasse. Der Suizid ist von mir nicht gewollt[.]

            Was heißt das oder vielleicht besser: Was unterstellt das? :
            ‚Wenn die Afrikaner uns überrennen, ist das anscheinend gut.‘
            Was meint hier ‚Ausrottung der eigenen Rasse‘? Stört Sie der Rassenbegriff? (Den verwendet der Schreiber dieser Zeilen nie proaktiv, sondern nur reaktiv: hält nichts von ihm, außer Abstand. Der Rassenbegriff ist bspw. Teil bundesdeutscher und US-amerikanischer Gesetzgebung, er wird gerade auch für sogenannte Affirmative Action (USA), Positive Diskriminierung (UK) und Antidiskriminierungs- bzw. Gleichstellungsgesetze benötigt (BRD), wie auch für die rechtliche Handhabung von „Volksverhetzung“.) [2]
            ‚Suizide‘, im übertragenden Sinne wohl grobe politische Fehlentscheidung mit unangenehm(st)en Folgen für das Volk oder die Bevölkerung, will der Schreiber dieser Zeilen auch nicht – ist auch insofern auf Dr. Angela Dorothea Merkel schlecht zu sprechen, wobei seine anfängliche Sympathie abär bereits 2009 beginnend erloschen ist.

            Könnte es sein, dass der Bäcker einfach mal so mit „in Stimme des Volkes“ sein persönliches Unbehagen und seine Wut ausgedrückt hat, was diese Politik der offenen Grenzen und der Zuwanderung von Millionen Arabern betrifft?

            MFG
            Dr. Webbaer

            [1]
            Im Unterstellen von Subtexten, Ideen und Psyche anderer sind Webbaeren nicht sehr gut, weil oft falsch liegend, wenn sie dbzgl. vermuten.

            [2]
            Die Anführungszeichen werden mittlerweile benötigt, weil die ursprüngliche Idee, nämlich dass das Volk nicht verhetzt werden soll, hinter die Idee, dass bestimmte Aussagen nicht getroffen werden sollen, bundesdeutsch sukzessive zurückgestellt worden ist.

          • @Webbaer: Im Prinzip Zustimmung. Nicht der Begriff „Rasse“ ist das Problem dieses Kommentars, sondern das Extremszenario, das hier entworfen wird: Die Auslöschung der eignene „Rasse“ durch die uns überrennenden Afrikaner. Von solchen extremen Ängsten ist es nicht mehr weit zu extremen Reaktionen wozu auch Hass und noch Schlimmeres gehört. Ein solcher Kommentar kann andere, die ähnlich denken, zu unverantwortlichen Handlungen veranlassen.

            Der Kommentator, der diese Angst ausdrückt, ist tatsächlich nicht völlig allein mit dieser Angst. Im Magazin Cicero sagte Peter Sloterdijk etwas mit ähnlicher Stossrichtung:

            „Die deutsche Regierung hat sich in einem Akt des Souveränitätsverzichts der Überrollung preisgegeben“, sagte Sloterdijk, „diese Abdankung geht Tag und Nacht weiter“.
            ….
            Es gibt schließlich keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung.

            Ins gleiche Horn blasen Botho Strauss und Rüdiger Safranski. Beide sprechen von der „Flüchtlingsflut“.

            Während man Botho Strauss, Rüdiger Safranski und Sloterdijk noch auf der konservativen Seite einreihen kann, womit dann ihre Bedenken für viele schon erklärt wären, wird das schwieriger mit Figuren wie Monika Maron, die schreibt: „Sie [die Regierenden] erklären ihre Handlungsohnmacht (angesichts der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge, t.s.) mit Gesetzen, an die sich außer Deutschland niemand hält, weil keines der Gesetze, auf die sie sich berufen, ein Volk zum kollektiven Selbstmord verpflichtet.“

            Rational betrachtet sind das Überreaktionen, denn es ist nicht anzunehmen, dass Deutschland Jahr für Jahr Millionen von Flüchtlingen aufnimmt, selbst wenn sich zeigt, dass das nicht bewältigbar ist. Angela Merkel ist eine Realpolitikerin. Sie passt ihre Politik von Jahr zu Jahr, ja von Monat zu Monat an die realen Verhältnisse an.
            Warum dann diese Ängste? Weil es instinktive Ängste sind, Ängste, die mit Macht aus dem [eigenen] Untergrund auftauchen und das Bewusstsein dieser Bedenkenträger fluten.

          • Lieber Herr Holzherr,
            dass der Islam, der ja am besten als totalitäres und die Vernunft explizit ablehnendes Herrschaftssystem verstanden werden kann, das dann zuvörderst als Nicht-Religion i.p. Herrschaft mit dem aktuell gegebenen aufklärerischen System konkurriert, ihm direkt entgegensteht, auch auf eine lange Kriminalgeschichte verweisen kann, könnte klar sein.

            Das hier ‚Auslöschung‘ des bisher Gewohnten denkbar und somit möglich wird: dito.

            Dass der Bäcker irgendwie eine von den in der BRD Herrschenden beabsichtigte Handlung und in Folge gar eine rassisch definierte ins Auge gefasst hat, war erkennbar daneben. – Wobei dem Schreiber dieser Zeilen, der das Volk oder die Bevölkerung ein wenig kennt, sehr unklar ist, ob er so gemeint hat, wie interpretiert werden könnte.
            Vermutlich hat er dies gar nicht so gemeint – wobei es aber auch hier vglw. köstlich ist, wie die sogenannte Politische Richtigkeit dem Volk das Maul zu verbieten in der Lage ist. [1]

            MFG
            Dr. Webbaer

            [1]
            Ganz am Rande notiert:
            Wäre der Webbaer nicht ausgebildet und vielleicht konservativ („rechts“) und vielleicht auch nur eine Spur unverständiger, wäre er absehbarerweise längst „erlegt“ worden – und es täten personenspezifische * Sperre hier wie auch anderswo auf ihm lasten.

            *
            Es wird in der Regel hier so kommentiert, dass auf Grund der webeigenen Übertragungsparameter eine Art Identikation oder Autorisierungs-Substitut vorliegt.
            Sollte sich bestimmte islamisch motivierte Übung häufen, wird dies natürlich beizeiten abgestellt.

          • PS hierzu:
            ‚Weil es instinktive Ängste sind (…)‘
            Negativ, das sind vernunftsgebundene Einschätzungen, die gerade auch Kinder- und Enkel-Habende zumindest gelegentlich vornehmen.

            Sie sind da womöglich wieder auf diese „Psychologisierungsschiene“ hineingefallen.

          • @Dr.Webbaer zu Kommentar 23623Der Bäcker sagt nichts zum Islam. Das tun nur Sie. Hier noch einmal sein Kommentar: „Wenn die Afrikaner uns überrennen, ist das anscheinend gut. Gut für die Ausrottung der eigenen Rasse. Der Suizid ist von mir nicht gewollt“.
            Ich habe ihnen schon immer zugestimmt, dass der Kommentar nicht rassistisch ist, sondern vo r allem übersteigerte Ängste ausdrückt, Ängste die auch von Autoren wie Safranski, Sloterdjik, Monika Maron und Botho Strauss ganz ähnlich geäussert wurden.
            Sie haben das jedoch nicht zur Kenntnis genommen. Dass sie in diesem Zusammenhang vom Islam sprechen obwohl er nicht erwähnt wurde, zeigt, dass sie der Islam und sein Einfluss auf die Lebensverhältnisse hier so sehr beschäftigt, dass sie den Islam auch dort sehen, wo er gar nicht erwähnt wird.

          • Meine Fresse, Herr Holzherr:

            Dass sie in diesem Zusammenhang vom Islam sprechen obwohl er nicht erwähnt wurde, zeigt, dass sie der Islam und sein Einfluss auf die Lebensverhältnisse hier so sehr beschäftigt, dass sie den Islam auch dort sehen, wo er gar nicht erwähnt wird.

            Es hat kein normaler Mensch Angst vor dem Afrikaner, sondern nur vor dem genannten Glauben und seinen Vertretern.
            Meinen’S der Bäcker hat was gegen Afrikaner? Gegen Araber, Schwarze oder gegen Buren?

          • PS und nun wirklich abschließend – der Schreiber dieser Zeilen hat’s ja vorhergesehen, dass am Schluss über sich selbst geredet wird, bei diesem blöden kleinen Experiment:
            Es zwei Möglichkeiten, (1) der Bäcker hat den Islam gemeint oder (2) Afrikaner (welche dann nicht so wichtig, vielleicht Schwarze).
            (1) würde passen, der Islam ist seinem Wesen nach genozidal und hat dies auch regelmäßig beweisen können, (2) wäre ungewöhnlich, Ihr älterer Kommentatorenfreund kann sich bspw. nicht erinnern zu bundesdeutschen Zeiten, als die NPD stark war und auch noch vglw. offen reden durfte je gehört zu haben, dass Schwarze oder „Afrikaner“ als genozidal befürchtet worden sind.

          • @Dr.Webbaer: Im (instinktgesteuerten) Unterbewussten gibt es keine Angst vor dem Islam, wohl aber eine Angst vor (der „moderne“ Ausdruck) Masseneinwanderung, vor dem Überrannt und Heimatlos in der eigenen Heimat werden. In meiner Bekanntschaft habe ich solche Ängste selbst schon gehört. Der Bäcker, aber auch die von mir genannten Autoren haben letztlich nichts anderes gemacht als dieser atavistischen Urangst Ausdruck zu geben.

          • @ Dr. Webbaer
            25. März 2016 11:06 #comment-23636

            Hm, dann war die „Schnacksel-Thematik“ gar nicht auf Zuwanderer bezogen? (Die da vor Kurzem in den Medien durchlief?)

            Soso, …

        • @ Dr. Webbaer
          21. März 2016 12:26
          comment-23607

          Zitat:
          [1]
          Der Anstand gebot übrigens sehr lange Zeit pers. Emotion nicht hoch zu stellen, nicht in irgendeiner Art und Weise gesellschaftlich zu erheben, gar geheim zu halten. – Der Schreiber dieser Zeilen hat derartige Versuche von Besorgten erstmalig ca. 1978 öffentlich beobachtet, als bundesdeutsche Ökologisten ihre Aufstellung begannen.
          Wobei er natürlich bei derartiger Sich-Herausstellung hochgradig skeptisch und ablehnend zu bleibe hatte.

          -> Mit Emotionen aufeinander loszugehen, hat Folgen für das Sozialgefüge (und hier unbestätigt durch die Wissenschaft auch im Schwarmgefüge) und hat auch als Bedingung, dass man überhaupt emotional reagieren kann. Ich kenne Menschen, die sind nämlich um alles in der Welt nicht auf die Palme zu bringen. Null Emotionen.

          Dazu etwas Popkultur:
          Star Trek Voyager:
          Seven of Nine erklärte mal, das Drohnen nicht in Erregung gebracht werden könnten. Sie regiertren nicht auf spitzfindiges ad hominem (weil sie keine Individuen mehr sind… ist die pointenhafte Erklärung zur Geschichte der Borg).

          Da tun sich für mich fast zwingende Schlüsse auf – zuweilen auch zu ihnen… Herr Webbääär.

          Ich meine, es ist keine große Kunst, keine Emotionen zu zeigen, wenn man derer gar nicht mehr fähig ist, zu empfinden. Dann macht man nur das Beste aus seiner Lage – ist aber kein brauchbares Vorbild für seine (meist jüngeren) Mitmenschen.

          Korrekt?

          Man kann eben nicht sagen: Ist doch einfach nicht affektiv auf Spitzfindigkeiten anderer zu reagieren, wenn man sowieo keine Emotionen/Affekte darauf mehr verspühren kann!

          Jaja, das Leben ist im Alter Scheixxe…. ich beginne es gerade selbst zu erfahren.

          Das meint dann auch, dass die Adenauer-Generation (diejenige, vor der 68´ger Generation) durch die Entnazivizierung eben keine Emotionen mehr empfinden konnte. Die 68´ger Generation dann die erste Generation gewesen war, die eigendlich „normal“ und unversehrt in die Welt hineinwuchs.

          So sehe ich das. Sie auch?

  12. Wer nicht politisch korrekt ist riskiert seinen Job wie Philipp Roths Buch Der menschliche Makel demonstriert. Die Schlüsselszene dort ist folgende:

    Als der allgemein geschätzte jüdische Altphilologe [Coleman Silk] und frühere Dekan seine akademische Laufbahn mit Lehrveranstaltungen ausklingen lassen wollte, unterlief ihm eine folgenschwere Äußerung, in der er zwei regelmäßig nicht anwesende Teilnehmerinnen am Seminar ironisch als „dunkle Gestalten, die das Seminarlicht scheuen“ bezeichnete. Die Silk unbekannten Studentinnen waren Schwarze, und seine Wortwahl wurde ihm als Rassismus ausgelegt. Die folgenden Anhörungen und inneruniversitären Machtkämpfe führten zur entnervten Aufgabe seiner Professur und, wie er glaubt in einem kausalen Zusammenhang stehend, zum Tod seiner Frau Iris durch einen Schlaganfall.

    • Was für ein Domino-Effekt – der Schlaganfall seiner Frau.
      Tja, es gibt Themen, bei denen darf man nicht schief in der Öffentlichkeit anecken.

      Man könnte nämlich auch gut zusammendichten, dass Westerwelles Schicksal eine Folge seiner Unterstützung des freidrehenden Neoliberalismusses ist. Oder/und auch noch seiner besonderen sexuellen Orientierung. Da ist mir nämlich neulich auch einer begegnet, der Schwul ist und ebenso Öffentlichkeits-süchtig und nun an einerunheilbaren Krebserkrankung leidet und … sich auch noch öffentlich von der Welt verabschiedet hat – so als Symptom seiner Erkrankung (die Sucht zur Öffentlichkeit). Er berichtet, dass ihm sein Arzt nicht einmal mehr bis Ostern gibt.

      Tja, sicher wissen kann man es nicht…

  13. @
    Dr. Webbaer
    23. März 2016 1:51
    | Permalink

    Hass auf Ideen kann ja nun mal gar nicht sinnhafterweise verboten werden.

    -> Und mit Hass auf Mitmenschen soll das gehen? Verbieten? So per Gesetz?

    „Es ist Gesetz (Paragraf XY 3435349): ihr sollt euch Lieben! (und nicht hassen)“

    Schenkelklopfer…

    • @ demolog :

      Nun, Hass [1] auf Personen wird schon mal sinnhafterweise rechtlich verboten, und wenn dieser Gewaltaufrufe oder Aufrufe zu Gesetzesverstößen impliziert aus allgemeiner Sicht auch zwingend.

      Hass [1] auf Ideen sollte nicht verboten werden, auch wenn dies gelegentlich geschieht, die BRD war hier womöglich (wieder einmal) Vorreiter – es sei denn er beinhaltet wiederum Gewaltaufrufe oder Aufrufe zu Gesetzesverstößen.

      Das mit den Gewaltaufrufen oder Aufrufen zu Gesetzesverstößen ist übrigens allgemeiner Konsens, dass dies nicht gehen darf (in aufklärerischen Gesellschaftssystemen), was die grundsätzliche und sehr wichtige Gewährleistung der freien Meinungsäußerung betrifft, der Rest ist Verhandlungssache, ist aber aus liberaler Sicht ausgesprochen sparsam zu behandeln. [2]

      MFG
      Dr. Webbaer

      [1]
      Wenn da ‚Hass‘ steht, dann ist auch Hass gemeint, der direkt und unmissverständlich von Rednern angezeigt worden ist, sogenannte „Hasskommentare“ (oder sog. „Hate Speech“), die keinen Hass ausdrücken, sondern Meinung, die nicht immer gut ankommt, gerade bei den jeweils politisch Herrschenden nicht, sind ausdrücklich nicht gemeint.

      [2]
      Ausnahme: der sogenannte Verteidigungsfall, der auch bspw. BRD-grundgesetzlich vorgesehen ist, hier geht es dann sozusagen um die nackte Haut und der Rechtsstaat wird im Sinne der Selbsterhaltung sozusagen zwingend zurückgefahren.
      Witzigerweise ist der „V-Fall“ in Anbetracht des zunehmenden islamischen Terrorismus‘ denkbar geworden.

      • Wie heisst denn da der Wortlaut im Gesetz, wo da der Hass auf Menschen verboten wird? Ich empfinde ein solches Verbot wie als ob jemand das Scheinen der Sonne verböte…! Wo Symphatien sind, findet sich auch das Gegenteil ein – ist wie ein Naturgesetz – leider.

        Wenn sie meinen, hier wäre nur die Äußerung dieses expliziten Hasses auf Menschen gemeint, und nicht der Hass selbst, dann läuft das wieder nur das Problem hinaus, dass man in D nicht „alles sagen“ darf. Im Resultat Scheinheiligkeit und somit die/eine dünne Schicht des Gutmenschentums / falsche Welt.

        Gewaltaufrufe hatte ich noch nicht auf dem Radar. Ich kann auch meinen Hass kundtun, ohne Konsequenzen zu fordern. („Das kann doch wohl nicht wahr sein…“ – etwa so)

          • PS:
            Auch dieses Geeignet-Sein, igitt – im Nachgeschriebenen soll auch noch kurz der Gag mit den ‚Teilen der Bevölkerung‘ hervorgehoben werden, der bspw. politisch Linken weiterhin ermöglichen sollte gegen das Volk oder gegen die Deutschen oder gegen die sog. Mehrheitsgesellschaft zu polemisieren, auch mit Hass. (Old Webbaer war seinerzeit, als diese Einschränkung / Formulierung entwickelt worden ist, vielleicht: vor 20 Jahren, in der BRD.)

          • Der Hinweis leuchtet ein. Nur meine Intention war eben der Hass als eigenständiges Vergehen und nicht die Äußerung hetzender als Anzeichen von Hass.
            Weil auch trügerisch. Politiker (oder Personen, mit entsprechenden Fähigkeiten) können hetzen, ohnen zu hassen.

            Und insgesamt geht es im Strafgesetz bei § 130 Volksverhetzung mehr um das Vergehen an der Öffentlichkeit.
            Jedermann/Frau kann ganz insgeheim hassen, ohne dass öffentlich äußern zu müssen.
            Der Hass wäre trotzdem da. Und Gründe, um seinem Hassobjekt Schaden oder Umstände zuzufügen, gibt es auch abseits emotionaler Ausbrüche genug.

            Also kann man Hass/Hassen nicht gesetzlich verbieten.

            Ärgerlich allermeist, weil dafür für den Staat genug getan wurde. Nicht aber für das Individuum, welches an subtilem Hass zu leiden hat und kaum Möglichkeiten, diesen Auswirkungen zu entgehen oder diese vor ein Gericht zu bekommen.

          • Sie, oldman Dr W., sind heute nicht mehr in D?

            Das mit „Teile der Bevölkerung“ und der Ermöglichung, das Linke auf ebensolche weiterhin rumhacken können, versteh ich nicht. Müsste doch auch verboten sein (wenn über das/irgendein Maß).

          • @ demolog :

            Das mit dem in bundesdeutsche Rechtspflege eingegossenen Hass -der Schreiber dieser Zeilen möchte an dieser Stelle kurz dem hiesigen werten Inhaltegeber für seine Geduld danken, die Ausführungen hier und an anderer Stelle sind eher nebensächlich und nur indirekt die Sache berührend, einem „Nehmt Euch doch einfach ernst!“ wie einem „Seid nett zueinander!“ kann der Schreiber dieser Zeilen jederzeit zustimmen- ist eine Psychologisierung anderer und wenn nicht explizit und klar erkennbar Hass kommuniziert wird, „Ich hasse“, „Es soll gehasst werden“, so in der Art, muss bis darf nicht anderen Hass unterstellt werden und sie ihrer Persönlichkeitsrechte beraubt werden, die auch die wichtige Freiheit der Meinungsäußerung meinen.

            Hass an sich ist schon problematisch, wer hasst, ist (nicht nur etymologisch) ein Feind und ein Feind ist gefährlich, denn Gewaltanwendung und Aufrufe zu dieser liegen in der Luft und sollen vermutlich nur abgeschwächt als Hass kommuniziert werden, nicht direkt zum Ausruf gelangen, denn Aufrufe zur Gewalt und zu Gesetzesverstößen gehen in aufklärerischen Gesellschaftssystemen „nun mal gar nicht“.

            Hass gegen Personen könnte sinnhafterweise verboten werden, wenn er klar geäußert wird, ischt aber ein schwieriger Topic, aus liberaler Sicht wäre auch dieser auszuhalten, wenn er gegen Personen gerichtet ist.
            Allerdings ist der Schreiber dieser Zeilen hier vglw. locker, insofern, wenn’s denn besonders gewünscht wird: dann auch Aufrufe zur Feindschaft gegen bestimmte Hassaufrufe verbieten!
            Am besten aber nur dann, wenn in diesem Zusammenhang auch Gewaltakte festgestellt worden sind oder: als notwendiges Kriterium.

            Wenn aber aus Hass auf politische Systeme sozusagen im Dreieck gesprungen wird, auf aufklärerische Gesellschaftssysteme, muss dies ganz klar ausgehalten werden.
            Hier verwischen leider zurzeit in der BRD die üblichen Grenzen und Normen.

            MFG
            Dr. Webbaer (der sich nun zu diesem Thema definitiv ausklinkt, aber noch reinschaut, wenn reagiert wird – zu sagen und zu schreiben gibt es aber nichts mehr, an dieser Stelle und (nur) den Schreiber dieser Zeilen meinend)

  14. @ Dr. Webbaer
    29. März 2016 17:52
    http://scilogs.spektrum.de/quantenwelt/nehmt-euch-doch-einfach-ernst/#comment-23651

    -> Was ungünstig das Urteil des Gerichts in Den Hag heute…

    O-Ton Arte Journal (TV):

    „Hassreden sind keine Verbrechen!“ Der Angeklakte wurde in allen Punkten freigesprochen.

    Wie also kommen die Herren und Damen da raus?

    Zeit-online:
    „Serbien: UN-Tribunal spricht Nationalisten Vojislav Šešelj frei“
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-03/vojislav-seselj-serbien-un-tribunal-den-haag-urteil

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