Design ist gut für Physik

Unsere neuste Sciloggerin, Daniela Leitner, ist Designerin und bloggt über Physik. Passt das zusammen? Sollen wir uns von einer Designerin Physik erklären lassen oder sind da unverzeihliche Fehler zu erwarten? Ich wollte mehr wissen, habe mir ein paar Ausschnitte ihrer Arbeit angesehen und bin begeistert.

In den Kommentaren zu Danielas Einstiegsartikel äußerten sich Leser besorgt, der Dopplereffekt könne falsch erklärt sein. Entferntes Licht ist rotverschoben? Licht, dass sich von uns entfernt, können wir sehen? Keine Sorge, diese unscharfen Formulierungen finden sich in dem Buchprojekt Als das Licht laufen lernte nicht. Gemeint ist natürlich, dass Licht von einem sich entfernenden Objekt, wenn es unser Auge erreicht, zum Roten verschoben ist. Dass Licht von weit entfernten Galaxien ins Rote verschoben ist. So ist es richtig und so steht es in der Buchreihe.

Aber sachlich richtige Literatur gibt es wie Sand am Meer. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal. Dass die Buchreihe einen Designpreis – nämlich den Red Dot Award – gewonnen hat, schon eher. Wer mich ein bisschen kennt weiß, dass ich die Farbe Rosa mag. Sehr viel Rosa findet man im hinteren Teil des Buchs, wo es um die frühen Momente des Universums geht. Das Kapitel zum einfachen Dopplereffekt durch Bewegung ist dagegen in hellem Blau gehalten. Auch in der Farbgebung der Seiten findet man die Rotverschiebung, denn die hinteren Kapitel beschreiben zeitlich und räumlich weiter entfernte Phänomene.

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„Durch den Strahlungsvorhang, der sich 380.000 Jahre hinter dem Urknall befindet, kann man nicht blicken.“ Original Bildunterschrift. Fotographie 54

Vor etwa 13,6 Milliarden Jahren entstand die kosmische Hintergrundstrahlung. Daniela Leitner erzählt ein paar Anekdoten zur spannenden Entdeckung dieser Strahlung, dann kommt sie auf die harten Fakten zu sprechen. Das Universum war anfangs ein für Licht undurchlässiges Plasma aus geladenen Teilchen. Licht wurde ständig absorbiert und konnte sich nicht frei ausbreiten. Erst nach 380 Jahrtausenden wurde das Universum hinreichend kühl und licht, dass sich die Strahlung frei ausbreiten konnte. Daniela Leitner benutzt hier das Bild des Vorhangs, durch den man nicht ohne weiteres hindurchsehen kann.

Das Licht entstand schon hinter dem Vorhang, es scheint durch, aber man kann Objekte hinter dem Vorhang nicht klar sehen. Dieses Bild ist auch deshalb so passend, weil Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den geringen Variationen in der Infrarot-Hintergrundstrahlung tatsächlich Schlüsse ziehen können, was vor dem Zeitpunkt geschah, als das Universum durchsichtig wurde. Man kann Schemen durch den Vorhang erkennen.

Ein gutes Bild oder eine gute Analogie rechtfertigt ebenfalls noch nicht den Kauf einer Buchreihe*. Man könnte sich fragen, ob nicht eine Physikerin oder ein Physiker die geeignetere Person wäre, diese Bilder an den Leser, die Leserin zu bringen. Der eigentliche Vorteil dieses Buches gegenüber anderen, die ich gesehen habe, ist einfach das Design. Es ist ein anderer Zugang zur Populärwissenschaft. Nicht der über Text, wie ich es in meinen Websites und meinem Blog mache, nicht der über Comics oder Skizzen. Es ist ein Zugang über gefällige Bilder und schöner Zusammenstellung von Text, Grafik und Foto.

Als das Licht laufen lernte scheint mir sowas wie ein Bildband der Physik zu sein. Ich lese gerne über Schonen, wo ich 5 Jahre gelebt habe. Ich lese darüber Romane, ich habe über die Geschichte gelesen und ich habe mich über Sehenswürdigkeiten informiert. Aber manchmal nehme ich mir gerne den Bildband mit Luftbildern vor und lasse mich inspirieren. Die Lücke des Bildbands für Physik kann die die vorgestellte Buchreihe füllen. Dazu müsste sie aber als gedruckte Büchreihe vorliegen. PDF-Dokumente und matte ausdrucke in A4 erfüllen einfach nicht dieselbe Funktion wie das Blättern in einem Hochglanz-Buch. Ich hoffe sehr, dass diese Buchreihe bald herauskommen wird.+

Anmerkungen:

*Leider ist diese Buchreihe ohnehin noch nicht zu erwerben.

+Wer diesen Text jetzt als zu werberisch empfindet sei versichert, dass ich kein finanzielles Interesse an der Buchreihe habe. (Außer vielleicht das, die Buchreihe auch bezahlen zu können.) Ich finde die Idee nur einfach sehr gut.

Joachim Schulz

Veröffentlicht von

www.quantenwelt.de/

Joachim Schulz ist Gruppenleiter für Probenumgebung an der European XFEL GmbH in Schenefeld bei Hamburg. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann in der Quantenoptik, in der er die Wechselwirkung einzelner Atome mit Laserfeldern untersucht hat. Sie führte ihn unter anderem zur Atomphysik mit Synchrotronstrahlung und Clusterphysik mit Freie-Elektronen Lasern. Vier Jahre hat er am Centre for Free-Electron Laser Science (CFEL) in Hamburg Experimente zur kohärenten Röntgenbeugung an Biomolekülen geplant, aufgebaut und durchgeführt. In seiner Freizeit schreibt er zum Beispiel hier im Blog oder an seiner Homepage "Joachims Quantenwelt".

21 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Bücher sind out: Retina-Display?

    Bücher kaufe ich nicht mehr, die folgende Aussage ist deshalb problematisch: „Die Lücke des Bildbands für Physik kann die die vorgestellte Buchreihe füllen. Dazu müsste sie aber als gedruckte Büchreihe vorliegen. PDF-Dokumente und matte ausdrucke in A4 erfüllen einfach nicht dieselbe Funktion wie das Blättern in einem Hochglanz-Buch.“

    Wenn es noch einen Qualitäts-Unterschied zwischen Display und gedrucktem Buch gibt, dann müssen einfach die Displays besser werden.

  2. Kosmologische Rotverschiebung != Doppler

    Sie und nicht Daniela Leitner scheinen den Begriff Dopplerverschiebung mit der kosmologischen Rotverschiebung durcheinanderzubringen. Dopplereffkt und Rotverschiebung durch Raumexpansion sind nämlich nicht das Gleiche. Das Wort „Doppler“ kommt übrigens in den Kommentaren auch gar nicht vor.
    Sie schreiben: „In den Kommentaren zu Danielas Einstiegsartikel äußerten sich Leser besorgt, der Dopplereffekt könne falsch erklärt sein. Entferntes Licht ist rotverschoben? Licht, dass sich von uns entfernt, können wir sehen? Keine Sorge, diese unscharfen Formulierungen finden sich in dem Buchprojekt Als das Licht laufen lernte nicht. Gemeint ist natürlich, dass Licht von einem sich entfernenden Objekt, wenn es unser Auge erreicht, zum Roten verschoben ist

    Doch die sich von uns entferndenen fernen Galaxien entfernen sich nicht aufgrund einer Eigenbewegung, sonder aufgrund der Raumexpansion. Eigenbewegung bewirkt den Dopplereffekt, Expansion die kosmische Rotverschiebung. Beides ist nicht identisch. Die Wikipedia – sogar die deutschsprachige – erklärt dies in Rotverschiebung#Kosmologische_Rotverschiebung übrigens hervorragend.

  3. @ Martin Holzherr

    Ich hätte eine kurze Frage: Ist es aber nicht so, dass sich Galaxien auch grundsätzlich aufgrund der gegenseitigen gravitativen Wirkung bewegen und nicht nur wegen der Expansion des Raums auseinander treiben?

    Andromeda beispielsweise bewegt sich ja auf uns zu. Dies liegt daran, dass die Gravitation uns im Laufe der Zeit immer weiter zusammenbringt. Für uns verschiebt sich Andromeda deshalb ins Blaue. Auf der anderen Seite, von einer anderen Galaxie beispielsweise betrachtet, die zufällig genau „gegenüber“ liegt, wird Andromeda hingegen ins Rote verschoben, da sich die Galaxien in diesem Fall vom „Betrachter“ entfernen. Und dann müsste dies tatsächlich der Doppler-Effelt sein, der für die Rotverschiebung sorgt.

    Allein die Filamentbildung zeigt doch, dass sich alle Objekte im Universum auch gegenseitig bedingen. Wäre nur die Expansion für scheinbare Bewegungen verantwortlich, dann müsste alles schön gleichmäßig verteilt sein und es hätten sich niemals Sterne, Planeten oder Galaxien bilden können.

  4. @Daniela Leitner: Expansion + Bewegung

    Sie haben natürlich absolut recht, dass kosomologische Expansion und normale Relativbewegung zugleich vorkommen können.

    Und der Andromedanebel liegt ja praktisch vor unserer Haustür und bewegt sich auf uns zu – etwas was für enterntere Objekte übrigens gar nicht möglich ist, denn der Einfluss der Expansion wächst sehr schnell mit zunehmendem Abstand und sehr weit entfernte Objekte können sich sogar schneller als mit Lichtgeschwindigkeit von uns „wegexpandieren“. Schneller als Lichtgeschwindigkeit zeigt übrigens auch, dass Raumexpansion und Relativbewegung etwas ziemlich anderes sind, denn eine Relativbewegung kann höchstens Lichgeschwindigkeit relativ zu einem Beobachter erreichen.

    Der zunehmende Expansionseffekt mit zunehmender Distanz ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass wir nur einen Teil unseres Universums überhaupt „sehen“ können – möglicherweise nur einen kleinen Teil.

  5. noch eine Frage @ Martin Holzherr

    In diesem Zusammenhang habe ich mich schon oft gefragt:
    Wurde eigentlich schon einmal beobachtet, dass ein Objekt, das quasi am Rande des beobachtbaren Universums lag, mit der Zeit plötzlich verschwand, weil es sich durch die Expansion des Raums, womöglich zusammen mit gravitativer Wirkung von „außerhalb“, evtl. nun im nicht mehr beobachtbaren Raum befindet? Dies wäre ja sogar ein kleiner Hinweis darauf, dass es außerhalb unseres (beobachtbaren) Universums weitergeht.

  6. @Martin Holzherr: Koordinatenabhängig

    „Doch die sich von uns entferndenen fernen Galaxien entfernen sich nicht aufgrund einer Eigenbewegung, sonder aufgrund der Raumexpansion.“

    Das ist koordinatenabhängig. Es ist durchaus im Rahmen der allgemeinen Relativitätstheorie erlaubt, ein Koordinatensystem zu erstellen, in dem die Rotverschiebung als Dopplerverschiebung beschrieben werden kann.

  7. Esel sein, Sack, oder Ockhams Knüppel

    Martin Holzherr schrieb (06.07.2012, 12:13):
    > dass Raumexpansion und Relativbewegung etwas ziemlich anderes sind

    Woraus sollte sich ein Unterschied überhaupt ergeben? —
    Liegt denn nicht der selbe Begriff „Abstand“ (zwischen je zwei Beteiligten) zugrunde?

    (D.h. des Maßes, auf dass offenbar in den Ausssagen
    > […] wächst sehr schnell mit zunehmendem Abstand […]
    oder
    > […] sehr weit entfernte Objekte […]
    oder
    > […] liegt ja praktisch vor unserer Haustür […]
    Bezug genommen wurde.)

    Bzw. vom ganz ausdrücklich koordinatenfrei/physikalischen Standpunkt her gefragt:
    Liegt denn nicht der selbe Begriff von „Abstands-Verhältnissen“ (zwischen je drei Beteiligten) zugrunde?

    Und darauf aufbauend, wird nicht auch die selbe Definition der Messgröße
    Geschwindigkeit“ (geeigneter Beteiligter gegenüber einander) benutzt;
    sowohl um damit „Relativbewegung“ zu quantifizieren, als auch „Expansion„?

    (D.h. des Maßes, in dessen Wertebereich u.a. der Wert
    > Lichtgeschwindigkeit
    liegt, der leicht für Vergleiche heranzuziehen ist.)

  8. @Daniela

    Kurz gesagt: Nein, das geht nicht. Das Objekt mit der stärksten kosmologischen Rotverschiebung ist die Hintergrundstrahlung, also der „Plasma-Vorhang“.

    Weil das Universum dynamisch ist, ist die weiteste Galaxie, die man noch sehen kann, eben nicht 13,6 Milionen Lichtjahre weit entfernt, sondern war zu der Zeit, als sie entstanden ist, deutlich dichter dran, so dass sie selbst bei zusätzlicher Geschwindigkeitskomponente von uns weg noch sichtbar bliebe.

    Aber all das ist schwer zu beschreiben, weil Konzepte wie Gleichzeitigkeit und Abstand in der dynamischen Raumzeit der Kosmologie unterschiedlich definiert werden können.

  9. Kosm. Rotverschiebung nach A.Müller

    @Joachim Schulz.
    Andreas Müller weckt in seinem Astro-Lexikon Zweifel daran, dass eine simple Koordinationstransformation Relativbewegungen und Expansion zum gleichen macht :
    „Es wäre nun völlig falsch die kosmologischen Rotverschiebungen zu benutzen, um kosmische Fluchtgeschwindigkeiten von weit entfernten Galaxien auszurechnen. Dass das keinen Sinn macht, erkennt man schnell daran, dass für weit entfernte Systeme diese Fluchtgeschwindigkeit die nach Einstein nicht überschreitbare Vakuumlichtgeschwindigkeit übersteigt. Solche Rechnungen machen keinen Sinn, zumal ein Geschwindigkeitsbegriff für ein sich ausdehnendes Raumzeitgitter von zweifelhaftem Wert wäre. „

  10. Andreas Müllers Eintrag zu Doppler+Rot..

    Andreas Müllers Eintrag zum Dopplereffekt und zur Rotverschiebung weckt Zweifel daran, dass eine simple Koordinatentransformation beides – Dopplererffekt und Rotverschiebung – zum Gleichen macht. Er erklärt jedoch, dass die ART die kosmologische Rotverschiebung erklärt (ob das aber letztlich die gleich Formel ist kann ich nicht aus dem Eintrag entnehmen)
    „Die Rotverschiebung involviert eine Reihe von Missverständnissen. Die oben erläuterte Doppler-Rotverschiebung darf auf gar keinen Fall mit der kosmologischen Rotverschiebung verwechselt werden! Hintergrund ist, dass die Rotverschiebung als Verschiebung im Spektrum ganz unterschiedliche physikalische Ursachen haben kann. Bei der Doppler-Rotverschiebung ist die Ursache eine Bewegung, genauer gesagt eine Relativbewegung, die zu einer Entfernung zwischen Emitter und Beobachter führt. Es gibt aber noch zwei weitere Formen der Rotverschiebung, die nur mit Einsteins ART zu verstehen sind. Da ist zunächst die kosmologische Rotverschiebung. Sie beruht darauf, dass sich eine Raumzeit ausdehnt. Genau das geschieht mit unserem Universum: der ganze Raum (präzise: die Raumzeit) expandiert, so dass auch die darin enthaltenen Lichtwellen auseinander gezogen werden. Das geschieht beispielsweise mit der kosmischen Hintergrundstrahlung seitdem sie sich in der Rekombinationsepoche (vor gut 13 Mrd. Jahren) ausbreitet. Entsprechend entfernen sich auch die Galaxien voneinander, weil sich das Universum immer mehr vergrößert – das geschieht sogar beschleunigt, weil die Dunkle Energie den Kosmos auseinander treibt. „

  11. @Martin Holzherr

    Vielen Dank. Ich denke wir sollten es im Rahmen dieser Diskussion dabei belassen, dass die beiden Effekte verwandt aber nicht identisch sind. Das hätte ich im Beitrag näher erläutern können, aber man lässt Dinge weg, wenn man einen Blogbeitrag mit einer gewissen Botschaft im Kopf formuliert.

  12. Licht: Ein Foliant im Büchergestellt

    „Als das Licht laufen lernte“ scheint tatsächlich ein tolles Buchprojekt zu sein.

    Mich erinnert es an Folianten über Kunstepochen. Früher hatten Kulturbeflissene solche opulenten Werke in ihrer privaten Bibliotheken und allfällige Besucher versenkten sich in die grossformatigen Bilder. Man konnte ganze regnerische Sonntags-Nachmittage damit verbringen.

    Auch übers Klima gibt’s solch einen Folianten, Mensch! Klima

    Irgendwie scheint mir die Hoch-Zeit für solche Werke aber vorbei. Heute würde man solches Material viel eher zu einem Film verarbeiten. Andererseits hat der Film den Nachteil, dass man zuwenig Zeit zum Nachdenken findet, wenn die Bilder unnerbittlich an einem vorbeilaufen.

  13. So?

    Joachim schrieb (06.07.2012, 13:32):
    > [@Frank Wappler] Nein

    Nein — Was?

    Und falls Martin Holzherr, an den ich oben (06.07.2012, 13:31) Fragen richtete, tatsächlich (per 06.07.2012, 12:13) versucht hat, mit der Formulierung „schneller als“ Werte in Beziehung zu setzen und vergleichbar erscheinen zu lassen, die gar nicht kommensurabel sind, dann sollte er besser selber dazu Stellung nehmen.

    Joachim schrieb (06.07.2012, 14:06):
    > […] weil Konzepte wie Gleichzeitigkeit und Abstand in der dynamischen Raumzeit der Kosmologie unterschiedlich definiert werden können.

    Angesicht der Einsteinschen Maxime:

    Ein Begriff [bzw. Konzept] existiert für den Physiker erst [… in Form einer] Methode […], nach welcher im vorliegenden Fall aus Experimenten entschieden werden kann [welcher Messwert zutraf.] Es bedarf also einer solchen Definition

    wäre „Kosmologie“ demnach kein Teilbereich der (angewandten) Physik.

    (Und vielleicht ist das ja wirklich alles, was es für Physiker (allerdings auch für Nichtphysiker! (möglicherweise aber außer Kosmologen)) zum Thema „Kosmologie“ zu verstehen gibt.
    Unabhängig davon sind und bleiben geometrische Beziehungen zwischen Galaxien, Sternen, Planeten, usw. für Physiker (und mittelbar sogar für Nichtphysiker!) natürlich verständlich und interessant.)

  14. Expansion erklärt von Sci. America

    Im Spektrum der Wissenschaft 11/10 wurden Fragen um die Raumexpansion und die damit verbundenen Phänome gut erklärt. Hier ein Dokument, das wahrscheinlich der entsprechenden Scientific American Ausgab entspricht: MISCONCEPTIONS
    ABOUT THE BIG BANG

    Es enthält folgende Fragen:
    – WHAT KIND OF EXPLOSION WAS THE BIG
    BANG? : Keine Explosion, sondern immer noch andauernde Expansion des Raumes
    – CAN GALAXIES RECEDE FASTER THAN LIGHT? : Ja, ab der Hubble-Distanz entfernen sie sich schneller als Licht
    – CAN WE SEE GALAXIES RECEDING FASTER THAN LIGHT? : Ja, weil sich die Expansionrate erhöht und die Hubble-Distanz grösser wird („überlichtschnelle“ Photonen werden schlieslich langsamer als Licht)
    – WHY IS THERE A COSMIC REDSHIFT? : Wegen der Streckung der Lichtwellen
    – HOW LARGE IS THE OBSERVABLE UNIVERSE? : Der Radius ist grösser als 14 Milliarden Jahre, wegen der Raumexpansion
    – DO OBJECTS INSIDE THE UNIVERSE EXPAND, TOO? : Nein, die Lokale Gruppe hält zusammen, weil die Gravitation gegen die Expansion „gewinnt“.

  15. Misconceptions

    Die deutsche Fassung des SciAm ‚Miconceptions‘ Artikels von Davis and Lineweaver erschien im SdW 5/2005 unter dem Titel [Der Urknall – Mythos und Wahrheit].

    Im übrigen erklären Davis und Lineweaver keineswegs, warum sich cosmic redshift in einer nicht-expandierenden Region überhaupt beobachten lassen sollte. Deren Box. „WHY IS THERE A COSMIC REDSHIFT?“, wäre zwar okay für eine Robertson-Walker Welt, nicht aber in Nähe von Brooklyn, wo, wie die Autoren selbst betonen, nichts expandiert. Wäre ja vielleicht mal eine Herausforderung für den einen oder die andere, das besser zu machen.

  16. Redshift, Doppler,universe leaks energy?

    Die kosmische Rotverschiebung kann – wie Joachim Schulz gesagt hat – als Dopplerverschiebung interpretiert werden, wenn (ja das grosse WENN)
    – der Beobachter die „richtige“ relative Geschwindigkeit der wegexpandierenden Galaxie in die Rechnung einfliessen lässt
    — um die „richtige“ relative Geschwindigkeit zu erhalten muss man die Verbindungstrajektorie Objekt-Beobachter nicht in Raumkoordinaten, sondern in Raumzeit-Begriffen erfassen
    — ferner muss man die Objektgeschwindigkeit zum Zeitpunkt der Lichtemission mit der Geschwindigkeit des Beobachters wenn er das Licht empfängt vergleichen
    => man erhält so die „richtige“ relative Geschwindigkeit und muss sie nur noch in die entsprechenden Formeln der allgemeinen Relativitätstheorie einsetzen um damit die Rotverschiebung in Form einer (relativistisch korrekten) Dopplerverschiebung zu erhalten.

    Ist ja irgendwie beruhigend. Könnte man das nicht, hätte man tatsächlich Schwierigkeiten mit verschiedenen Abstands- und Geschwindigkeitsbegriffen. So ist beispielsweise die Bezeichnung „überlichtschnelle Expansion“ problematisch ohne den passenden Massstab für eine solche Expansionsgeschwindigkeit.

    Das obige habe ich dem Dokument Is the Universe
    Leaking Energy?
    von Tamara M. Davis entnommen.

    Das Hauptthema des Artikels von Tamara M. Davis ist die scheinbare Verletzung des Energieerhaltungssatzes auf kosmischer Ebene: Die Rotverschiebung von Licht deutet auf einen Energieverlust des Lichts hin, denn die Farbe des Lichts korrespondiert mit seiner Energie.

    Nun ja, schon Emmy Noether wusste, dass der Energieerhaltungssatz eine Konsequenz einer Zeitsymmetrie ist: Experimente müssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten das gleiche Resultat ergeben. Also nicht so schön, dass das Licht Energie verliert – aber irgendwie zu verkraften.

    Doch – und nun kommt der Clou – obwohl wir eine kosmische Rotverschiebung beobachten verliert das Licht trotzdem keine Energie, denn wenn wir die kosmische Rotverschiebung als spezielle Form der Dopplerverschiebung betrachten – was wir ja wie oben gesagt dank ART dürfen – dann ist die Rotverschiebung nur ein Problem des Beobachters.

    Alles in Butter also. Nichts ist aus den Fugen, selbst das Universum hält sich an die Erwartungen und wir können unseren Schlaf der Glückseligen im besten aller Universen ungestört fortsetzen.

    Und trotzdem scheint das Universum als Ganzes etwas über unserem irdischen Alltag zu stehen, denn man kann dem Universum nicht ohne weiteres einen Energieinhalt zuordnen – weil dieser Begriff für das Universum als Ganzes keinen Sinn macht.

  17. Physik ist Design ist Physik ist…

    Ich freue mich auf diese Buchreihe…
    Als Maler und vom hobby-Physiker, der nun
    doch anfängt zu studieren..später und jetzt
    ist zeit….( ich will den WARPANTRIEB oder was immer noch erleben..und habe da
    so 1000+1 Idee..)(wann wird pHYSIK mit etwas h-u-m-o-r betrieben…?)
    GRENZEN gibt es NICHT und werden nur von denen gelegt, die sich aus welchen GRÜNDEN auch immer davor fürchten, einen NUTZEN davon haben, oder mit zu wenig VERSTAND gesegnet sind..oder…
    mal an LEONARDO denken, ja der ,nicht der
    aus HOLLYWOOD, und warum den WRIGHTS plötzlich etwas aufgefallen ist.
    Würden wir unsere offenen Systeme und mentalen Fähigkeiten nicht mit Tunnelblick und notwendigem Focus versehen, könnten wir all das erfassen, an dem wir vorbei rennen….
    UND diese BUCHREIHE inspiriert..
    kann es sein, das meine später FIRMA…neron-inter-sphere den atomaten Mesh für die retinale cortex-verscheibung im raumdimensioanlen Sichtbereich einer Blindenbrille an den jeweiligen TRÄGER anpasst, oder auch wie ein sub-metaphsisches teilchen eine gewollte Konvergenz mit Nanoteilchen eingeht um diese kurzfristig zu stuern, um ein Umweltproblem ( Plastik in den Meeren) effizent zu lösen… kann es sein, das ich ein BILD von PICASSO erstmals bei mir zuhause sehe, obwohl es nie da war…kann es sein das mich die Unglaublichkeit von parallel existierenden Universen zum ersten mal berührt, weil wir diese erstmals technisch erfassbar machen können?

    1492 war es an der ZEIT, das wir uns langsam aus dem MITELALTER bewegt haben..
    sind wir uns dessen sicher?
    ODER ist es nur eine Verscheibung des Lebens und Denkdesigns, die uns zwar eine weite Schicklichkeit eines I-pads geben, aber noch lange nicht den NUTZEN einer BIBLIOTHEK, deren WISSEN verschwindet.. nicht nur weil dieses zugänglich wäre sondern aus bequemen vergesssen wollens weil halt…

    erlebe ich also noch DEN EVENTHORIZONT..den AUFSCHREI der WISSENSCHAFT-EN und ALL des MENTALEN GEISTES..der uns inne wohnt oder nur
    GURKENGLASGESCHAU?

    ich bin einer von denen, der MEHR WISSEN WILL und die UNBEQUEMEREN FRAGEN stellt… sich selber undder PHYSIK.

    so luft holen bevor ich kollabiere…
    (man verzeihe Schreibfehler..die auf einer virtuellen tastatur, die an einem cray hängt der einen mac quält..der einige i7 pcs nerft die etwas in maya rendern das…eine bildidee ist..das davon ausgeht das Licht ab einem bestimmten Winkel…)

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