Gedanken eines syrischen Masterstudenten in Deutschland

Vor zwei Wochen war ich inmitten der klügsten Mathematiker und Informatiker des Planeten. 200 Nachwuchswissenschaftler trafen zusammen mit den Fields-, Abel-, Turing- und Nevanlinnapreisträgern. Sie stammten aus 50 Nationen und waren zum Heidelberg Laureate Forum (HLF15) angereist, um sich auszutauschen über ihre Forschung und Karrierewege. Ich habe über sechs Tage von Morgens bis Abends mit Deutschen, Ägyptern, Pakistanern, Amerikanern oder Chinesen Vorträge gehört – und vor allem viel diskutiert. Ein interdisziplinäres und interkulturelles Treffen bei dem gegenseitige Wertschätzung und Respekt der Kulturen eine Selbstverständlichkeit sind.

Ich fühle mich sehr wohl in einem solchen Mix aus Menschen aus aller Herren Länder. Ich finde es spannend auch Nuancen der Kulturunterschiede mitzubekommen, wenn etwa zwei Damen aus Vietnam das „stille Wasser“ am Tisch einfach nicht still genug ist; oder zu beobachten, wie ein Amerikaner selbstverständlich am Tisch die Hände zum Gebet faltet, sich kurz in sich versenkt und erst dann isst. Etwas, das es in meiner Schulzeit noch gab, aber aus der deutschen Kultur komplett verschwunden scheint. Es interessiert mich, wie ein Kongolese als Mathematiker seinen Weg nach Südafrika gefunden hat und wie die Forschungsbedingungen dort sind (angeblich grandios).

Mitten in diese Atmosphäre des interkulturellen Miteinanders traf die Nachricht des grausamen LKW-Dramas in Österreich direkt vor unserer Haustüre, bei dem dutzende Menschen* jämmerlich erstickt sind. Ich konnte nur fast kindlich naiv und fassungslos fragen: Wie kann so etwas passieren?

Dann ist es mit der Naivität aber ganz schnell vorbei. Wir sollten uns schlau machen über die Menschen, die sich Hilfe suchend auf den Weg machen. Zuhören. Verstehen. Helfen.

Unter den Teilnehmern des HLF15 war der Mathematiker George Krait, Syrer, und seit einem Semester Masterstudent an der TU Kaiserslautern. Ein Stipendium des Katholischen Akademischen Ausländer Dienstes (KAAD) hat ihm im November 2014 den Weg nach Deutschland ermöglicht – mit dem Studentenvisum, aber ohne seine Familie.

Ich habe George nun gebeten, mir seine Sicht und seine Einschätzung zu schildern. Und ich danke George sehr für seine offenen Worte, die ich Original auf Englisch stehen lassen möchte.

 

George Kait

George Krait, Mathematiker, #hlf15-Teilnehmer, Masterstudent an der TU Kaiserslautern, Syrer – Bild von George Kait

 

If you live in a country, where the victims are just numbers, if the ways of death are various around you and all of the dead people are very close to you and your family, if you are not a part of the war and you do not support any side, in spite of that you lost your home, your job and maybe family members, then is there any solution other than leaving?

Nobody is happy to be a refugee, but many people are obliged to be, so, after more than four years of a cruel war, it is normal and expectable to see hundreds of thousands of Syrians escaping and searching for peace and safety.

It is a paradox that, in the beginning of the Syrian conflict, many countries were very generous in providing weapons to the sides of fight, but now very few countries offered help to the victims of that conflict. Also, the serious efforts to stop the Syrian tragedy started ONLY when negative consequences hit Syria’s neighborhood and some superpowers. Otherwise, nobody is in a hurry to stop the war.

On the other hand, it is not a solution to keep waiting for more and more refugees. They come in huge numbers and need a lot of care and money. The majority of the hosting countries do not have enough resources for that also, the danger of terrorism  and ISIS fans, who might be hidden among real refugees and the peaceful people.

I think that the least expensive solution is to impose a ceasefire and oblige all sides to stop the war. It is possible, since the most of the factors of Syria’s conflict are external and under the control of superpowers. Peace will be achieved only if the world honestly wants to rescue Syria (and consequently to rescue many other countries). Any other solution or suggestion is useless and limited.“

Das sind sehr klare Worte. Ich bin skeptisch, was seinen Lösungsvorschlag anbelangt: „Peace will be achieved only if the world honestly wants to rescue Syria (and consequently to rescue many other countries)“. Die Aussage ist natürlich richtig. Nur wenn alle das wirklich wollen, geht es. Doch genau, das bleibt problematisch.

Mein Sohn hat dieser Tage erzählt, wie seine Klassenkameraden und er im Unterricht Zeitungen der 1950er und 1960er gelesen haben. Er meinte: „Damals waren die Zeitungen auch voll von Kriegsberichten, Flüchtlingen, Lagern.“ Der Traum vom allgegenwärtigen Frieden in dieser Welt, ist schon lange nur ein Traum. In der Realität sind die Nationen, die in Frieden leben, permanent aufgerufen, Flüchtlinge aufzunehmen, sich um sie zu kümmern, ihnen eine neue Heimat und Arbeit zu bieten. Ich fühle mich wohl unter Menschen verschiedener Nationen. Gerne länger als eine Woche! Willkommen in Deutschland!

iStock : Jacartoon; Spektrum der Wissenschaft

© iStock : Jacartoon; Spektrum der Wissenschaft

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*Heute ist uns die traurige Zahl von 71 Toten bekannt.

Beatrice Lugger

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Beatrice Lugger ist Diplom-Chemikerin mit Schwerpunkt Ökologische Chemie. Neugierde und die Freude daran, Wissen zu vermitteln, machten aus ihr eine Wissenschaftsjournalistin. Sie absolvierte Praktika bei der ,Süddeutschen Zeitung' und ,Natur', volontierte bei der ,Politischen Ökologie' und blieb dort ein paar Jahre als Redakteurin. Seither ist sie freie Wissenschaftsjournalistin und schreibt für diverse deutsche Medien. Sie war am Aufbau von netdoktor.de beteiligt, hat die deutschen ScienceBlogs.de als Managing Editor gestartet und ist seit 2008 Associated Social Media Manager der Lindauer Nobelpreisträgertagung, seit 2012 des Nobel Week Dialogue und seit 2013 des Heidelberg Laureate Forum. Kommunikation über Wissenschaft, deren neue Erkenntnisse, Wert und Rolle in der Gesellschaft, kann aus ihrer Sicht über viele Wege gefördert werden, von Open Access bis hin zu Dialogen von Forschern mit Bürgern auf Augenhöhe. Seit 2012 ist sie stellvertretende Wissenschaftliche Direktorin des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation, NaWik. Sie twittert als @BLugger.

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Klingt einleuchtend. Schön ist ja die trockene Bemerkung, wie großzügig der Rest der Welt bei den Waffenlieferungen war. Da hat sich ja gerade Deutschland nicht sooo sehr mit Ruhm bekleckert..

  2. Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. unter Umständen gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung der Beschaffenheit des Willens seinen freien Willen verliert. Es ist gut, dass es einen technischen Fortschritt gibt (z. B. Computer). Aber die Technologie darf nur dann weiterentwickelt werden, wenn dadurch die Gefahren nicht größer werden als sie schon sind. Es ist z. B. unter den gegebenen Umständen falsch, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Es ist sinnvoll, Faktor-X-Technologien (z. B. 0,3-Liter-Einsitzer-Autos, Linsermethode gegen Krampfadern) zu fördern. Die Verkehrsprobleme werden wesentlich reduziert, wenn fast jeder Mensch mit einem Motorrad o. ä. fährt, anstatt mit einem (Fünfsitzer-)Auto. Man sollte in einer Region mit mildem Winter leben. Dies hat u. a. den Vorteil, dass man in einem Gartenhäuschen wohnen kann, anstatt in einem teuren Haus. Man sollte sich teilweise von Wildfrüchten ernähren.
    Die Natur ist Gott, wobei es Dinge in der Natur gibt, die dem Menschen ewig verborgen sind. Ein Mensch kommt Gott näher, wenn er zunächst u. a. seine Willenskraft und Liebe vergrößert. Und sich dann z. B. mit Ereignisdeutung (gemäß C. G. Jung) und mystischen Erfahrungen (gemäß M. Porète) beschäftigt. Sehr viele (aber nicht alle) esoterische Verfahren sind gefährlich, z. B. ist Hypnose gefährlich.

  3. Kriege wie der in Syrien, wo sich zwei Systeme/zwei religiöse und ethnische Gruppen gegenüberstehen, können sehr lange dauern, zumal wenn es von aussen externe Unterstützung für beide Seiten gibt. Früher hätten wohl die USA eingegriffen und dem Krieg den Stempel aufgedrückt. Doch Obama und weite Teile der US-Bevölkerung wollen sich nach den Erfahrungen im Irak zurückhalten und nicht einmischen. Doch ohne zum Teil auch gewaltsame Einmischung können wohl viele Kriege, Spannungsherde und Gewaltregime nicht beendet oder auch nur unter Kontrolle gebracht werden. Eine friedliche Zivilgesellschaft in der weitgehende Sicherheit garantiert ist setzt – wie wir alle wissen -, ein Gewaltmonopol beim Staat und seinen Organen (Polizei, etc) voraus. Zwischen- und überstaatlich gibt es jedoch keine Instanz, die für Ordnung und Gewalteindämmung zwischen den Staaten sorgen kann. Am ehesten würde diese Rolle der UNO zufallen. Doch da die UNO nur gerade die Exekutivgewalt hat, die ihr von den Mitgliedsstaaten zugestanden wird, ist die UNO recht hilflos gegenüber kriegerischen Entwicklungen. Und auch die Regionalkräfte um Syrien herum, also die Türkei, Europa und die arabische Union wirken recht rat- und hilflos. Von Europa ist – wie die jüngere Geschichte zeigt- sowieso wenig zu erwarten, waren es doch die USA, die die Jugoslawienkriege unter Kontrolle brachten und nicht etwa Europa, zu welchem die ehemaligen ugoslawischen Gebiete doch wohl gehören.
    Die Aussichten was den Krieg in Syrien angeht sind tatsächlich schlecht. Europa will sich sicherlich nicht einmischen, weder im eigenen noch im allgemeinen Interesse. Russland dagegen scheint eine Chance zu sehen über ein aktiveres Eingreifen in den syrischen Krieg mehr Einfluss in der Region zu gewinnen. Das könnten am Schluss sogar die USA wieder aufs Tapet rufen. Wenn aber fremde Länder ins Kriegsgeschehen eingreifen um primär ihre eigenen Interessen zu wahren und nicht um den Krieg zu beenden, dann könnte das sogar der Beginn einer Intensivierung des Krieges sein. Keine guten Aussichten also. Dass es keine schnelle Lösung und Befriedung in ihrem Land geben wird, wird nun auch den meisten Syrern immer mehr bewusst. Womit ihre Bereitschaft steigt ins Ausland zu gehen und um Asyl in Europa nachzusuchen. Europa kann sicher viele Syrer und auch andere Flüchltinge aufnehmen, doch unbegrenzt viele wohl nicht. Zumal dann nicht, wenn es nicht absehbar ist, wann es wieder so etwas wie eine Normalisierung beim Andrang von Flüchtenden gibt.

    • @ Herr Holzherr :

      Kriege wie der in Syrien, wo sich zwei Systeme/zwei religiöse und ethnische Gruppen gegenüberstehen, können sehr lange dauern, zumal wenn es von aussen externe Unterstützung für beide Seiten gibt. Früher hätten wohl die USA eingegriffen und dem Krieg den Stempel aufgedrückt. Doch Obama und weite Teile der US-Bevölkerung wollen sich nach den Erfahrungen im Irak zurückhalten und nicht einmischen.

      Zustimmung zum ersten Satz des Zitats, zum zweiten und dritten ist vielleicht anzumerken, dass sich die Obama-Administration eingemischt hat indem sie im Rahmen einer großangelegten politischen Konzeption, die vielleicht von ihr als „Frühling“ verstanden worden ist, auf bestimmte politische Kräfte gesetzt hat, die von ihr als gemäßigt eingestuft worden sind.

      Das Vorhaben scheiterte als einerseits Abd al-Fattah as-Sisi der Moslembruderschaft den Saft abgedreht hat und anderseits Teile der unterstützten Kräfte „auf einmal“ dem neu entstandenen Islamischen Staat zuzurechnen waren.

      MFG
      Dr. W

  4. Nach all dem, was ich bisher über den Krieg in Syrien gelesen habe, kann es aus meiner Sicht nur so gehen wie es George Krait es fordert. Die Skepsis kann ich verstehen. Das deutsche Volk, also Sie, hat aber relativ gute Möglichkeiten Einfluss auf die Lage im nahen Osten zu nehmen. Konkret könnte man sich z.B. für die Schließung Rammsteins einsetzen und dafür sorgen, dass in Zukunft friedfertige demokratisch handelnde Regierungen Deutschland regieren (d.h. z.B. keine Teilnahme an Kriegen, bei denen nur „Handelswege“ verteidigt werden).

    • Sie fordern also noch weniger internationales militärisches Engagement von deutscher Seite. Fordern sie gar einen Nato-Austritt? Ein zunehmender Isolationismus Deutschlands bedeutet aber auch weniger Einfluss auf Kriegsherde wie den in Syrien. Am Schluss müssen es wohl wieder die Amis richten.

  5. Ob es der Krieg im Irak oder die massenhafte Zuwanderung von Flüchtlingen ist, es handelt sich um komplexe Probleme, zumal in diesem Fall das eine vom anderen abhängt, inklusive der persönlichen Schicksale. Von daher ist es naiv, zu meinen, es gäbe für sie einfache Lösungen. Jede Lösung, die tragfähig sein soll, setzt die Kompromissbereitschaft der beteiligten und betroffenen Parteien voraus, die ich weder auf Seiten Assads noch auf Seiten der IS-Milizen sehe.

    Persönliche Betroffenheit ist kein geeigneter Ratgeber und keine hinreichende Basis, wenn es um die Lösung komplexer Problemen geht. Naive Philanthropie löst keine Probleme, sie nur schafft weitere, die zu den bestehenden hinzukommen.
    Es ist auch müßig, nach Schuldigen oder Verantwortlichen zu suchen, denn in aller Regel gilt, dass jeder Entscheidung, die getroffen wurde und wird und jedem Handeln Einzelner wie der Regierenden persönliche, wirtschaftliche und nationale Interessen zugrunde liegen. Und hier werden die Dinge ebenfalls wieder komplex.

    Der eigene Blickwinkel ist, weil er subjektiv ist, notwendigerweise eingeschränkt. Deshalb sind Vorschläge, was getan werden soll oder müsste, nutzlos, da sie nicht alle Faktoren berücksichtigen, die man aber kennen müsste, um entscheiden oder auch nur raten zu können. Das Wissen um diese Beschränkung verpflichtet deshalb m. E. dazu, sich kundig zu machen, um mit der Wirklichkeit im Rahmen des Möglichen angemessen umgehen zu können. Und diese Wirklichkeit sieht bei uns derzeit so aus:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2480124/Ein-Staat—zwei-Welten%253F#/beitrag/video/2480124/Ein-Staat—zwei-Welten%3F

    (Bin gespannt, ob sich’s wer anschaut)

    Willkommen in der Realität!

    • Beatrice Lugger

      Ich finde persönliche Eindrücke sind wichtig und können verstehen helfen! Dies ist natürlich „nur“ einer. Je breiter die Vielfalt der persönlichen Eindrücke desto besser.

      • Nichts gegen persönliche Eindrücke. In 25 Jahren sozialpädagogischer Tätigkeit habe ich jede Menge davon gewonnen. Aufgrund dieser Erfahrung sehe ich bei aller Empathie die Notwendigkeit, sich nicht von seinen Emotionen überwältigen zu lassen,da man sonst den Überblick verliert und zu vernunftmäßigem Urteilen nicht mehr fähig ist.

    • Ich stimme dem Beitrag in weiten Teilen zu aber von sich „kundig machen“ zu reden und danach eine halbstündigen Unterhaltungsdoku aus dem ZDF als „Wirklichkeit“ zu präsentieren, ist doch albern. Die Geschichten von Rechts und Links sind gleichermaßen narzisstisch: die einen brüsten sich als pragmatische Fürsprecher DER WAHRHEIT, die anderen zeigen Hilfspakete auf ihrem Instagrammaccount.
      In einer modernen Leistungsgesellschaft lösen Kriegsflüchtlinge existentielle Krisen aus, die vor allem diskursiv bewältigt werden müssen (siehe Merkels „Ozeanien befand sich schon immer im Krieg mit Eurasien“ Rhetorik). Fakten an sich ergeben keine Realität, es sind die Filter, die aus den Fakten ein Bild konstruieren. Auf welchen Filter wir uns am Ende einigen, steht noch aus.

      • „eine halbstündigen Unterhaltungsdoku“

        Wenn Sie das als Unterhaltungsdoku sehen, haben Sie nicht viel verstanden. Es geht auch nicht um Wahrheit (wurde das irgendwo gesagt?), sondern um Integrationsbereitschaft. Laut einer N24-Umfrage erwarten 96 % der Deutschen, dass zur Integration auch die Akzeptanz des Grundgesetzes gehört. Die Frage ist, womit zu rechnen ist, wenn sich bei uns eine Parallelgesellschaft etablieren sollte, die unsere Verfassung ablehnt und eigene Normen setzt.
        Unter diesen Voraussetzungen anzunehmen, dass wir uns dann noch in einer Situation befinden, in der wir auf einen Filter „einigen“ könnten, ist eine naive Vorstellung.

    • Vielen Dank für den Link! Die Dokumentation kannte ich noch nicht. Und ich finde sie angenehm sachlich und differenziert.

      Back to topic: Herr Krait wirkt doch sehr naiv in seiner Meinung. Es soll einfach Frieden ausgehandelt werden? Wenn das mal so einfach wäre.

      Im Gegensatz zu den meisten anderen Kriegen in den letzten Jahrzehnten sehe ich nicht, wie man den IS durch Verhandlungen (ohne Waffengewalt) zum Einstellen der Kriegshandlung führen könnte. Grund dafür sind vor allem zwei Dinge:

      1. Das primäre Ziel des IS ist keine territoriale oder rechtliche Forderung. Das primäre Ziel ist das Vernichten aller Ungläubigen. Das sieht man auch daran, was in den von dem IS eroberten Gebieten passiert. Bei einer solchen Forderung gibt es kein Entgegenkommen und somit auch keine gemeinsame Verhandlungsbasis.

      2. Das noch viel schlimmer Problem liegt darin, dass ihr Machtanspruch ideologisch/religiös bedingt ist. Gegen Ideologie kann man nicht rational argumentieren. Es gibt leider in diesem Stadium keine Möglichkeit mehr, einen großen Teil der IS-Anhänger vom gegenteiligen Standpunkt zu überzeugen.

      Falls Sie anderer Meinung sind, versuchen Sie mal einen Homöopathie-Anhänger, einen Impfgegner oder einen Verschwörungstheoretiker von dem Gegenteil zu überzeugen. Es gibt sogar Studien darüber, dass (belegbare) Gegenargumente eine Meinung eher stärken, als dieser entgegenzuwirken.

  6. I think that the least expensive solution is to impose a ceasefire and oblige all sides to stop the war.

    Es gälte hier womöglich eine Hudna mit dem Islamischen Staat zu verhandeln, allerdings betreibt der Islamische Staat Takfirismus und mit „Takfiri“, also bspw. mit Schiiten, die Assad jr. folgen, ist laut islamischer oder vom Islamischen Staat geübter „Jurisprudenz“ (das Fachwort) keine Hudba möglich.

    Insgesamt dürften Verhandlungen mit dem Islamischen Staat generell schwierig sein, dezent ausgedrückt.

    MFG
    Dr. W

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