Deutsche Wissenschaft auf Twitter III

94 Prozent Zuwachs sagt die Jahresbilanz jener twitternden deutschen Forschungseinrichtungen – und –medien, die ich am 13.6.2011 erstmals erhoben hatte. Ein Jahr, und aus rund 93.000 Followern wurden 181.000. Das kann sich sehen lassen! Offenbar fühlten sich zudem viele animiert, es ebenfalls mit den Social Media zu versuchen. So habe ich dank zahlreicher Hinweise viele Hochschulen, Universitäten neu aufgenommen. Mit ihnen macht die ‚Summe’ der Follower deutscher Wissenschaftsportale auf Twitter – bei der es sicher viele Mehrfachleser gibt – 243.000 aus.

Vergangene Woche habe ich also genau nach einem Jahr neuerlich Followerzahlen erfasst. Im Grunde bestätigt die neue Erhebung den Trend der Halbjahresbilanz. Wieder verzeichnen naturgemäß jene den größten Zuwachs, die zuvor die geringste treue Anhängerschaft hatten (etwa die Zeitschrift Sterne und Weltraum hat ihre Twitter-Leserschaft fast verdreifacht und Gehirn & Geist hat eine Zuwachsrate von 2,7 vorzuweisen).

Wieder brilliert die Max-Planck-Gesellschaft sicher nicht zuletzt dank ihrer konsequenten Twitter-Präsenz. Sie hat um den Faktor 3,3 zugelegt.

Der Vergleich am Ende mit großen, renommierten internationalen ‚Science Celebrity‘-Accounts etwa des CERN oder des Scientific American zeigt im Schnitt für deutsche wie internationale Seiten vergleichbare Steigerungsraten. In absoluten Zahlen bedeutet das jedoch alleine etwa für den Scientific American einen Zuwachs, der dem aller deutschen Accounts gemeinsam entspricht.

Ab hier lasse ich die Zahlen sprechen. Hinter jeder Zahl steckt ein Account. Es lohnt sich einzelne Accounts anzusehen, um zu verstehen, weshalb sie so gut oder weniger gut sind!


 

 

Follower Stand   13.06.11   07.01.11   13.06.12   7.12/7.11
                 
Wissenschafts-Medien   58.260   93.191   121.511   209 %
Wissenschaftliche Social Media   5.239   6.517   7.797   149 %
Wiss. Organisationen – Stiftungen   8.382   11.802   14.656   175 %
Forschungsgemeinschaften, -institute   12.826   17.780   22.506   175 %
Universitäten-Fachhochschulen   8.205   11.463   14.706   179 %
       
Summe   92.912   140.753   181.176    
                 
Prozent   100   151   193    

 

Die einzelnen Gruppen im Detail

Wissenschafts-Medien                
    Follower Stand   13.06.11   07.01.11   13.06.12
Bayerischer Rundfunk Wissen (1)   @BR_Wissen   1187   1556   1890
Deutsche Welle /SciTech   @dw_scitech   862   1189   1447
Deutsche Welle /Wissenschaft   @dw_wissenschaft   1274   1805   2390
Deutschlandfunk Forschung Aktuell   @DLF_Forschung   1159   1852   2535
DRadio Wissen   @DRadioWissen   5065   7680   10260
FAZ Wissen   @FAZ_Wissen   3472   4960   6397
FOCUS Wissen   @focuswissen   769   866   960
Fraunhofer Umsicht   @UMSICHT           372
Gehirn&Geist   @GundG   677   1218   1850
InnoVisions (Fraunhofer IuK)   @InnoVisions   581   854   1008
Sketpiker   @skeptiker_de   780   1130   1406
Spektrum   @spektrum   2366   3310   4093
Spiegel Wissenschaft   @SPIEGEL_Wissen   30.053   52.763   68.737
Sterne und Weltraum   @Sterne_Weltraum   570   1161   1673
SZ Wissen   @SZ_Wissen   3681   4842   6072
Welt Wissen   @WELT_Wissen   1250   1608   2358
Zeit Online Wissen   @zeitonline_wis   4514   6397   8435
                 
Summe       58260   93.191   121.883

Insgesamt schafften die Medien eine gute Verdopplung ihrer Followerzahlen gegenüber dem Vorjahr. Das Gros der Medien-Tweets bezieht sich auf aktuelle Meldungen ihrer eigenen Websiten mit entsprechenden Links.

Den größten Zuwachs verzeichnet Sterne und Weltraum mit einer Zuwachsrate von 2,9, die ihren Vorjahresstand somit fast verdreifacht haben (hier sieht man, dass Anfangen sich lohnt!), gefolgt von der Gehirn & Geist mit einer Zuwachsrate von 2,73.

 

Wissenschaftliche Social Media                
    Follower Stand   13.06.11   07.01.11   13.06.12
DFG Science TV   @dfgsciencetv   710   965   1232
Hypotheses   @de.hypotheses       238*
Scienceblogs.de   @ScienceBlogs_de   2125   2744   3327
ScienceStage Berlin   @sciencestage   1627   1723   1830
Scilogs   @scilogs   777   1085   1408
                 
Summe       5239   6517   7797

Ähnlich den klassischen Medien verweisen auch diese wissenschaftlichen Netzwerke hauptsächlich auf Artikel, Blogs, Podcasts oder Events aus den eigenen Reihen. Allerdings spielen die Köpfe hinter diesen Twitter-Accounts souveräner mit der Vernetzungskarte. Deshalb retweeten sie durchaus auch mal die Konkurrenz oder verweisen auf einiges außerhalb des eigenen Tellerrands.

Während die Scienceblogs mit gut 3300 weiterhin die Spitze bilden, haben die Scilogs prozentual am meisten dazugewonnen – sie haben 81 Prozent des Standes vom Vorjahr nochmals obendrauf gelegt.

 

Wissenschaftliche Organisationen/Stiftungen                
    Follower Stand   13.06.11   07.01.11   13.06.12
DAAD   @DAAD_Bonn   4375   6122   7520
DIW   @DIW_Berlin   343   645   932
DKFZ (1)   @DKFZ   202   346   483
Einstein Stiftung   Einstein_Berlin           40
Gerda Henkel Stiftung   @PortalLISA           325
Haus d. Wissenschaft   @hdw_bs   385   493   629
Humboldt Stiftung   @AvHStiftung           466
Lindau Nobel Laureate Meetings   @lindaunobel   1165   1632   1824
Stifterverband   @stifterverband   1019   1324   1651
Wissenschaft im Dialog   @wissimdialog   614   806   951
Wissenschaftsjahr   @w_jahr   279   434   666

Auffallend viel twittert derzeit die Humboldt Stiftung – über Veranstaltungen, Forschungspreise, Gastaufenthalte oder einfach einmal eine Aussage des Bundespräsidenten – die natürlich einer Pressemitteilung des Hauses entstammt.

Der Stifterverband gibt sich da offener und verweist etwa auf Blogeinträge auf hypotheses.org und macht sich bei Hausmeldungen frei wie dieses Beispiel zeigt: „Ja, es gibt auch exzellente Lehrer in den Rechtswissenschaften, z.B. Julian Krüper“ wird getwittetert mit dem Verweis auf die Pressemitteilung, deren Originaltitel dagegen dröge lautet ‚Ars legendi-Fakultätenpreis Rechtswissenschaften‚. Das ist twittergerecht aufbereitet.

Insgesamt ergibt sich für Organisationen und Stiftungen ein Zuwachs von 75 Prozent (bereinigt um die neu erfassten). Die Nase vorn hat hier der DIW mit einem Zuwachs von 172 Prozent gegenüber 2011. Am schwächsten steigerte sich WID mit nur 55 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahr.

 

Forschungsgemeinschaften / Institute                
    Follower Stand   13.06.11   07.01.11   13.06.12
Deutsches Historisches Institut Paris   @dhiparis           191
DLR   @DLR_de   4634   6239   7435
ESA Deutschland   @esa_de           6024
FIZ Karlsruhe   @fiznews       132   168
Fraunhofer Presse   @Fraunhofer   3977   4915   5786
Fraunhofer Umsicht   @UMSICHT           372
Gesis Leinbniz Sozwiss   @gesis_org   154   272   461
Helmholtz   @helmholtz_de   723   1056   1334
Leibniz Gemeinschaft   @LeibnizWGL   415   676   979
Max Planck Society   @maxplanckpress   868   2227   3743
Max Planck-Innovation   @MP_Innovation   1913   2149   2476
Technologiepark Adlershof (1)   @Technologiepark   142   246   292

Twitter als wichtiger Kanal der öffentlichen Kommunikation wird von vielen deutschen wissenschaftlichen Organisationen und Instituten offenbar noch immer unterschätzt. Insgesamt weisen die Daten einen bereinigten Zuwachs von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.  Eine satte Belohnung für die sehr guten Aktivitäten gab es ein weiteres Mal für die Max-Planck-Gesellschaft mit einem Faktor 3,3 an Followern gegenüber dem Vorjahr. Sie twittern als Society natürlich auch immer wieder auf englisch. Das erweitert die potenzielle Gefolgschaft.

Parallel sind jedoch die Followerzahlen der Max-Planck-Innovation, die als Brückenglied zwischen MPG und Industrie angesiedelt ist, am wenigsten gewachsen. Nur 29 Prozent mehr als vor einem Jahr, obwohl ausschließlich englisch gezwitschert wird.

 

Universitäten/Fachhochschulen auf Twitter                
    Follower Stand   13.06.11   07.01.11   13.06.12
AStA FU Berlin   @astafu       848   947
AStA Uni Hamburg   @AStA_UHH       1036   1155
EBS Universität Wiesbaden   @EBSuniversitaet       315   564
Fachhochschule Brandenburg   @FH_Brandenburg           116
Fachhochschule Erfurt   @FH_Erfurt           1087
Fachhochschule Lübeck   @fhluebeck           148
Fachhochschule Nordhausen   @FHNordhausen           81
Fachhochschule Schmalkalden   @FH_Schmalkalden           380
Fachhochschule Stralsund   @FH_Stralsund           537
Fachhochschule Westküste Heide   @FH_Westkueste           30
Fernuniversität Hagen   @fernunihagen           1912
Friedrich-Schiller-Universität Jena   @FSU_Jena       1132   1419
Goethe-Universität Frankfurt   @goetheuni       1632   2125
HAW Hamburg   @HAW_Hamburg           711
Hochschule Anhalt   @HSAnhalt           726
Hochschule Bremen   @HS_Bremen           234
Hochschule Harz Wernigerode   @HS_Harz           531
Hochschule Karlsruhe   @HsKANews           1006
Hochschule Magdeburg-Stendal   @hs_magdeburg           929
Hochschule Mittweida   @hsmw           484
Hochschule Osnabrück   @HochschuleOS           768
Hochschule Wismar   @HSWismarPresse           189
Hochschule Zittau/Görlitz   @HochschuleZiGr           186
Humboldt Universität Berlin   @HumboldtUni   585   994   1407
Jacobs University Bremen   @jacobs_bremen           645
KIT Karlsruhe   @KITKarlsruhe   1136   1770   2516
Leibniz Uni Hannover   @UniHannover           1345
Ludwig-Maximilians Universität München   @LMU_Muenchen       1747   2389
Philipps-Universität Marburg   @Uni_MR       292   522
Ruhr-Universität Bochum   @ruhrunibochum       1425   1856
Theologische Hochschule Friedensau   @thhfriedensau           187
TU Braunschweig   @tuBraunschweig           985
TU Chemnitz   @_TU_Chemnitz           771
TU Clausthal   @tuc_tweet           51
TU Dresden   @tudresden_de           1533
TU Ilmenau   @TU_Ilmenau       1212   1486
TU München   @TU_Muenchen   1966   2906   3640
Univeristät Münster   @WWU_Muenster       3590   4216
Universität Bayreuth   @Uni_Bayreuth       988   629
Universität Bayreuth   @unibt       495   1202
Universität Bielefeld   @uniaktuell       1129   1378
Universität Bonn   @UniBonn       2610   3141
Universität Bremen   @UniBremen           520
Universität Erfurt   @uniEF       1158   1398
Universität Göttingen   @uniGoettingen           1759
Universität Halle   @UniHalle       1880   2233
Universität Hamburg   @unihh   1924   2615   3364
Universität Kassel   @presseunikassel       999   1306
Universität Köln   @UniCologne   2594   3178   3779
Universität Konstanz   @unikonstanz       438   705
Universität Leipzig   @UniLeipzig       258   593
Universität Leipzig Presse   @UniLeipzigPress           155
Universität Lübeck   @UniLuebeck           66
Universität Magdeburg   @OVGUpresse           652
Universität Mainz   @uni_mainz       1366   1781
Universität Mainz   @uni_mainz_event       370   528
Universität Osnabrück   @UniOsnabrueck           366
Universität Rostock   @unirostock       145   242
Universität Potsdam   @unipotsdam         232
Universität Trier   @TrierUni       93   263
Universität Tübingen   @uni_tue       1147   1567
Universität Witten/Herdecke   @uniwitten       716   846
Zeppelin Universität Friedrichshafen   @uni_zeppelin       192   223

Auf meinen Zwischenstandsbericht vom Januar hin, gingen zahlreiche Hinweise auf weitere Hochschul- und Universitätsseiten ein, die ich bis dato noch nicht gelistet hatte. Deshalb ist diese Liste nun besonders in ihrem Umfang gewachsen. Einige dieser Universitäten oder Hochschulen haben tatsächlich erst vor kurzem zu twittern begonnen haben. Und manchen möchte man gleich die Hand reichen. So vertwittert die Universität Potsdam munter alle möglichen Vorlesungen, Vorträge, Kolloquien (21.06.2012 16:15 Uhr Vortrag „Erfahrungen und Überlegungen zur Internationalisierung der Lehrerbildung“ // 20.06.2012 17:30 Antrittsvorlesung „Aus Naturkatastrophen lernen: Von der Schadenserfahrung zum vorsorgenden Handeln“). Das ist sehr langweilig, habt ihr denn kein Vorlesungsverzeichnis?

Dagegen liest sich dieser Retweet ganz anders: ‚RT @Staufen_biel_de: #Uni-Diskussion über #WorkLifeBalance: „Wenn du Tolles erreichen willst, musst du reinhauen.“ ‚ Er stammt von der Universität Münster mit bereits 4216 Followern. Damit sind zwei Dinge getan: 1. Retweets bauen Beziehungen auf. 2. Es gibt den Mut, auch einmal anderes zu zwitschern.

Insgesamt ergab sich gegenüber den im Vorjahr erfassten Universitäten ein Plus von 79 Prozent. Allen voran die Humboldt Universität mit 140 Prozent Zuwachs. Die Universität Köln dagegen konnte sich nur mehr um 46 Prozent steigern, zählt aber insgesamt weit mehr Follower. Dies lässt die Frage aufkommen, wann bei Universitäten womöglich kaum mehr weiterer Zuwachs zu erwarten ist?

Bei den erst im Januar erfassten Universitäten sticht die Universität Trier heraus. Sie hat klein angefangen und 182 Prozent zugelegt.

 

Vergleich international zentraler Seiten                
    Follower Stand   13.06.11   07.01.11   13.06.2012
Ars Technica   @arstechnica   196.780   284.045   359.924
Cell (1)   @CellPressNews   4130   6176   8153
CERN   @CERN   312.742   431.916   548.242
Eurekalert AAAS (1)   @EurekalertAAAS   3511   5057   7679
Faculty of 1000   @F1000   3829   5319   6903
GuardianScienceBlogs   @guardiansciblog   3393   4884   6887
NASA Astronauts   @NASA_Astronauts   107.277   123.024   137.282
National Academies   @NASciences   4180   5712   7088
Nature Network   @NatNetNews   1729   2498   3000
Nature News&Comment   @NatureNews   186.472   292.766   365.606
Natureblogs   @NatureBlogs   1681   3029   4769
New Scientist   @newscientist   306.763   447.582   570.049
Nobelprize.org   @Nobelprize_org   12.530   20.816   23.271
PLoS   @PLoS   8691   12.841   17.216
ResearchBlogging.org   @ResearchBlogs   3305   4657   5776
Science Magazine   @sciencemagazine   19.655   33.695   56.145
Scienceblogging.org   @scienceblogging   1311   1850   2291
Scientific American   @sciam   197.967   292.079   373.857
Scitable by Nature Education   @Scitable   1898   2146   3134
Wiley Life Science Blog   @WiSciBlog   20.359   19.797   19.671

Trotz der bereits sehr großen Anhängerschaften, ist international weiterhin Wachstum angesagt. Im vergangenen Jahr um 81 Prozent! Besonders stark gewachsen ist das Science Magazine von gut 19.500 auf gut 56.100 Follower. Ein Zuwachs von 185 Prozent. Also auch nach oben ist noch viel Luft! Und selbst Größen wie der Scientific American legten nochmals 89 Prozent zu.

Die beiden Spitzenreiter in absoluten Zahlen, das CERN und der New Scientist legten in Prozentzahlen mit 75 bzw. 85 Prozent deutlich weniger zu als der Rest. Aber in absoluten Zahlen sind das natürlich horrende Zuwächse. Der New Scientist hat derzeit übrigens die Nase vorn. Man darf gespannt sein, ob auch der deutschsprachige im Spiegel Verlag ab Jahresende erscheinende New Scientist so aktiv in der Social Media Welt sein wird. Ein Blog gibt es immerhin schon, das jedoch bis auf den ersten (Pflicht?-)Beitrag noch weiter nichts enthält.

 


 

Auch diese Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hinweise auf weitere Seiten nehme ich gerne entgegen. So suche ich beispielsweise immer noch nach dem zentralen Account der FU Berlin.

Ich habe außerdem auf meinem Account entsprechende Listen angelegt, denen jeder leicht folgen kann:

Dt. Hochschulen

Dt. Forschungsgesellschaften

Dt. Forschungszentren

Dt. Universitäten

Dt. Wissenschaftsmedien

Dt. wiss. Institutionen

Dt. wiss. Social Media

Dt. wiss. Stiftungen

 

*nachträglich eingefügt am 21.6.

 


 

Ergänzungen nach Hinweisen

21.6. Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung @WZB 398 Follower

21.6. Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz @DFKI 993 Follower

21.6. Dresden forscht @dresden_forscht 1016 Follower

22.6. Planet Wissen @planetwissen 928 Follower

 

Veröffentlicht von

Beatrice Lugger ist Diplom-Chemikerin mit Schwerpunkt Ökologische Chemie. Neugierde und die Freude daran, Wissen zu vermitteln, machten aus ihr eine Wissenschaftsjournalistin. Sie absolvierte Praktika bei der ,Süddeutschen Zeitung' und ,Natur', volontierte bei der ,Politischen Ökologie' und blieb dort ein paar Jahre als Redakteurin. Seither ist sie freie Wissenschaftsjournalistin und schreibt für diverse deutsche Medien. Sie war am Aufbau von netdoktor.de beteiligt, hat die deutschen ScienceBlogs.de als Managing Editor gestartet und ist seit 2008 Associated Social Media Manager der Lindauer Nobelpreisträgertagung, seit 2012 des Nobel Week Dialogue und seit 2013 des Heidelberg Laureate Forum. Kommunikation über Wissenschaft, deren neue Erkenntnisse, Wert und Rolle in der Gesellschaft, kann aus ihrer Sicht über viele Wege gefördert werden, von Open Access bis hin zu Dialogen von Forschern mit Bürgern auf Augenhöhe. Seit 2012 ist sie stellvertretende Wissenschaftliche Direktorin des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation, NaWik. Sie twittert als @BLugger.

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ob das gut ist?

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob es gut und notwendig ist, dass alle PR-Abteilungen ihre Pressemitteilungen zusätzlich auf Twitter promoten. Wenn die gut sind, verbreiten sie sich auch so.

    Ich nutze Twitter für den persönlichen Austausch unter Menschen. Accounts, die nur Links auf ihre Pressemitteilungen posten, folge ich nicht.

    Natürlich stören all diese Angebote auch nicht. Wer die Werbung möchte, kann sie abonnieren, ist tu es nicht. Aber die eigentliche Stärke Twitters ist es, persönliche Empfehlungen auszutauschen und mit den Autor_innen persönlich in Kontakt zu treten. Bei den hier aufgelisteten Institutionen steht hinter den Accounts aber nicht der Autor, die Autorin sondern eine anonyme PR-Abteilung, die von den Inhalten oft keine Ahnung hat.

  2. PR-Mitteilungen vertwittern

    @Joachim – Das ist genau der Punkt. Twitter einfach nur als einen weiteren One-Way Kommunikationskanal zu nutzen, ist die am wenigsten zielführende Methode. Da hat man Social Media noch nicht wirklich verstanden. Dialog und Interaktion sind gefragt.

  3. Twitter

    … kann als eine Art Lautsprecher [1] verstanden werden, so wie im seinerzeitigen bundesdeutschen Fernsehen (vor 1984, das Staatsfernsehen ist gemeint) eher am Rande wissenschaftsnahe Meldungen erfolgten oder wie das im Ostblock geschah (dort hat man wirklich Lautsprecher in Dörfern und Städten aufgestellt, die werden teilweise heute noch genutzt).

    Das Medium Twitter, gerade auch wegen seiner Kurzangebundenheit muss hier nicht ungünstig wirken, auch wenn dieser Einwand: ‚Bei den hier aufgelisteten Institutionen steht hinter den Accounts aber nicht der Autor, die Autorin sondern eine anonyme PR-Abteilung, die von den Inhalten oft keine Ahnung hat.‘ zutrifft.

    Das Web ist schon eher für den Austausch da, weniger für die Verlautbarung.

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1] zu beachten auch die max. Nachrichtenlänge von 140 Zeichen, Humorvolle wittern einen noch größeren Erfolg bei 80 und weniger Zeichen

  4. Rankings bitte mit Vorsicht „genießen“

    Leider verzerren rein quantitative Rankings (und zwar sogar diejenigen, die noch komplexere Algorithmen anwenden wie etwa die WissensWerkstatt oder auch die automatisierten Rankings bei Pluralog) die tatsächliche Sachlage meist so stark, dass wir sowohl in unseren Beratungen und Schulungen als auch im Masterstudiengang explizit davon abraten, auf Basis solcher Rankings irgendwelche Entscheidungen zu treffen.
    Sogar weitaus ausgefeiltere Metriken für die [sic] „Reichweite“ sozialer Medien in der Wissenschaft sind im Ausland bereits mit Pauken und Trompeten gescheitert, wie etwa der „PeerIndex“.
    Einerseits sind natürlich alle Versuche, die Kommunikationswirkung in den neuen Medien messbar zu machen, allein schon deshalb zu begrüßen, um mehr Transparenz und Problembewusstsein hinsichtlich des Medienwaldels in die Academia zu tragen. Allerdings sehen wir die Herausforderung definitiv nicht in der Vollständigkeit der Auflistung, sondern in der Methodik der Erfassung und Interpretation der Daten. Echte Kommunikationsaudits, die halbwegs eine Standortbestimmung im Wettbewerb erlauben, lassen sich in diesem Fall weder berechnen noch automatisieren, sondern dauern pro Hochschule meist mehrere Tage oder sogar Wochen.
    Es stellt sich sogar die Frage, ob solche Rankings nicht eher ein Zerrbild widergeben, das mehr Verwirrung als Orientierung stiftet. Im Falle von Pluralog bezeichnen es böse Zungen sogar als Desinformation, in ein und derselben Kategorie undifferenziert die Kommunikation großer Universitäten mit der kleiner Hochschulen, Berufsakademien oder außeruniversitären Einrichtungen zu vergleichen, noch dazu über alle Disziplinen und Regionen hinweg.
    Allein schon aus ganz nüchterner, empirischer Sicht stellen viele der gerne kommunizierten Zahlen genau das Gegenteil der tatsächlichen Sachlage dar. Zum Beispiel die Behauptung, dass „46,5 % aller deutschen Hochschulen Twitter [sic] nutzen“, wie dies kürzlich von der FH Aalen verbreitet wurde. Wenn überhaupt, könnte man sagen, dass knapp die Hälfte sich irgendwann einmal einen mehr oder minder offiziellen Testaccount angelegt hat. Ob und falls ja was darüber mit welcher Professionalität vermittelt wurde bzw. wird, ist aber doch die eigentlich entscheidende Frage. Alle Daten, die uns aus der Onlineforschung vorliegen, zeigen vielmehr übereinstimmend, dass Microblogging das mit weitem Abstand am meisten abgelehnte Medium der Wissenschaftskommunikation ist. Unsere eigenen Studien zum Beispiel ergeben eine bemerkenswerte Ablehnungsquote von 80,5 %. Etliche Tiefeninterviews mit Institutsleitern, Pressesprechern, Professoren und Kolleg(innen) aus Wissenschaftsmanagement und Mittelbau bestätigten dies uneingeschränkt.
    Ähnlich bei Facebook: Von den rund 300 auf besagter Plattform irgendwie in Erscheinung tretenden Institutionen hat noch nicht einmal jede zehnte eine Facebook-typische Aktivität entwickelt.
    Ergo: Nett anzuschauen, ok, aber bitte nicht ernst nehmen diese Rankings.

  5. Dies ist kein Ranking

    Hallo Alex, hier liegt offenbar ein Missverständnis vor. Ich habe explizit kein Ranking gemacht, um genau solche Verzerrungen zu vermeiden. Deshalb sind die einzelnen Rubriken in sich auch alphabetisch und somit weder quantitativ im aktuellen Stand noch quantitativ im Zuwachs gelistet. Ich habe sogar extra die Zuwachsraten der einzelnen Accounts nicht gesamt gelistet, um so etwas zu vermeiden.

    Einzelne der Twitter-Accounts fallen jedoch tatsächlich entweder durch ihre besonders gute oder manchmal auch weniger gute Aktivität auf – und dies schlägt sich durchaus in Zahlen nieder. Einzelne dieser habe ich deshalb im Text herausgepickt und Leserfreundlich in den Tabellen markiert. Du kannst meine Listen als kostenlosen Service betrachten.
    Leider ist es wohl wirklich so, dass gegenüber Blogging wie Microblogging in Deutschland immer noch Skepsis und Ablehnung herrschen. Dies ist aber natürlich kein Argument dagegen.

    Nur nochmals betont: Dies hier ist KEIN Ranking! Und das sieht man auch;-)

  6. No Ranking indeed

    No sweat, Beatrice, mein Kommentar bezog sich eher allgemein auf den vermeintlichen Nutzen solcher Listen, und die konkrete Kritik an den Rankings zielt in der Tat mehr auf die oben erwähnten Listen von Pluragraph u.a.m. — im Grunde genommen kenne ich keine einzige Metrik, die quantitativ eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage der Messbarkeit der Kommunikationswirkung gibt, noch dazu im wissenschaftlichen Umfeld. Beim gerade genannten Ranking (dessen Link ich besser hier nicht poste, sonst bin ich’s am Ende gar gewesen, der dafür geworben hat) steht die TU München auf Platz 2 und die FU Berlin auf Platz 279 — was soll das nun einem Berliner Sozialwissenschaftler sagen, dessen Fachrichtung in München noch nicht einmal existiert. 😉 Alles total Banane…

  7. Bananen-rankings

    Hey, ich werde ’sweat Beatrice‘ genannt. Dafür habe ich aber auch eine Menge getan;-)) Nun denn herrscht fürderhin Einigkeit. Wir alle wissen doch, wie sehr erst der Blick ins Detail – und sicher auch unsere professionelle Verfolgung der Szene über Jahre – zwar nicht messbare, aber doch sehr verlässliche Aussagen zulässt. So und jetzt gibt’s was Süßes (nur für mich!).

  8. ’sweat Beatrice‘

    Es ist sicher ein langer, harter Weg, bis frau es sich verdient hat, ‚Schweiß-Beatrice‘ genannt werden.

  9. zum Wesen von Aggregationen und Rankings

    Wer sowas schreibt – ‚Die beiden Spitzenreiter in absoluten Zahlen, das CERN und der New Scientist legten in Prozentzahlen mit 75 bzw. 85 Prozent deutlich weniger zu als der Rest. Aber in absoluten Zahlen sind das natürlich horrende Zuwächse.‘ – bezieht sich natürlich weniger auf die alphabetische oder Institutionen zugeordnete Darstellung tabellarischer Daten als auf die Quantifizierung.

    Aggregationen sind immer tabellarisch darstellbar und die Sortierung bestimmt letztlich deren Wesen. Sollte an Hand einer Dimension sortiert werden, in der Regel absteigend, spricht man von einem Ranking.

    Rankings müssen – abweichend von der üblichen Sicht – nicht Wertungen transportieren, sondern transportieren „nur“ Mengenangaben – bezogen auf eine meist numerische Dimension.

    Das aber nur ganz nebenbei,
    MFG
    Dr. Webbaer (der das Wesen des Twitter-Dienstes weiter oben versucht hat zu erfassen/zu erläutern)

  10. Zuwächse

    Natürlich greife ich einzelne Punkte heraus und erläutere diese. Es wäre auch dumm zu sagen, dass mich Zahlen nicht interessierten, wenn ich ein Posting voller Zahlen mache, weil sie mich interessieren. Wie gesagt, bringt immer erst der Blick in die jeweiligen Accounts mehr Wissenswertes an den Tag.

  11. letzte Ziffern abgeschnitten

    Hallo Beatrice, vielen Dank für die Mühe! In der Tabelle der Hochschulen scheint mir in der Spalte der aktuellen Werte die jeweils letzte Ziffer abgeschnitten zu sein. Das nur als kurzer Hinweis. Viele Grüße, Henning

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