Klartext: Wie wirkt sich die öffentliche Meinung auf die Motivation von Lehrern aus?

Michaela Brohm

Interview mit dem didacta-BildungsTV: Es ging um Motivation und Wertschätzung im Lehrberuf. Zentral war für mich bei diesem Gespräch aber der folgende Gedanke: Unser Bildungssystem braucht eine neue Ausrichtung, die dem derzeit gültigen Paradigma von Effektivität und Effizienz gleichrangig ein zweites an die Seite stellt, welches auf das Wohlbefinden und das damit verbundene kognitive, emotionale und psychosoziale Aufblühen von Schüler/innen und Lehrpersonen abzielt. Denn Bildungsprozesse sind nur begrenzt technologisierbar – vielmehr leben sie durch das wache, offene Bewusstsein in der Interaktion (open-mindedness). Und diese Bewusstseinslage stellt sich nur ein, wenn wir uns „wohl-befinden“. Hier der Link zum Interview.

Michaela Brohm

Michaela Brohm

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Prof. Dr. Michaela Brohm ist Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung sowie Dekanin an der Universität Trier. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Motivation, Positive Psychologie, Leistung und Positive Führung. Im Kern geht es somit um Konzepte, Strategien und Effekte positiver Energetisierung von Mensch und Organisation. Sie ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung (DGPPF).

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  1. „Unser Bildungssystem braucht eine neue Ausrichtung, die dem derzeit gültigen Paradigma von Effektivität und Effizienz gleichrangig ein zweites an die Seite stellt, welches auf das Wohlbefinden und das damit verbundene kognitive, emotionale und psychosoziale Aufblühen von Schüler/innen und Lehrpersonen abzielt.“

    Schön und leichtfertig dahingesagt – aber diese „neue Ausrichtung“ käme einem Umsturz gleich und würde schließlich unsere Rolle als Exportweltmeister und EU-Leader gefährden. Besser wäre es, mehr Druck auf Lehrer und Schüler auszuüben, vielleicht sogar ein verkürztes G7 zu erwägen, um endlich und ein für allemal wegzukommen von dieser ganzen Wohlfühlmentalität.

    Was ist der Mensch? Werkzeug. Dass das nicht immer gemütlich ist, das hat auch unser Bundespräsident in seiner Funktion als Kirchenmann wiederholt dargelegt, wie überhaupt fast die gesamte Regierung aus Christen besteht. Und erst der bedingungslose evangelische Arbeitsethos hat uns zu dem gemacht, was wir sind: Zwar ohne Liebe und freudlos, dafür aber mit der besseren Bilanz als die Anderen, und allein darum geht es, wenn post mortem der Jüngste Tag anbricht und wir Zeugnis darüber ablegen müssen, was wir aus unserem Leben gemacht haben.

  2. „Zwar ohne Liebe und freudlos […]“ Widerspruch!

    Mt 6, 25 „Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?“

    26 „Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. “

    Ps 100 „Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! […] Denn der HERR ist freundlich“

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