Woran glauben? Ein BR-Film zum Blog

Noch immer hat die deutschsprachige Blogosphäre den Ruf, von tendenziell religions-, frauen- und familienfeindlichen Typen dominiert zu sein. Entsprechend mutig und gut fand ich die Idee eines Autorinnen-Teams des Bayerischen Rundfunks (BR) um Christiane Miethge, mit einem Blog, Filmen und einem (mir noch nicht vorliegenden) Buch einen Online-Dialog zu „Woran glauben?“ auf den Weg zu bringen. Entsprechend stand ich für Interviews, Anregungen und Diskussionen gerne zur Verfügung und habe mit Freude beobachtet, wie das Konzept die üblichen Trollereien und verächtlichen Mini-Shitstorms überstand und aufging. Es ist letztlich ein gutes Beispiel dafür geworden, wie sich klassische und neue Medien, Berichts- und Dialogformate sinnvoll verzahnen lassen – und kommt heute Abend im Fernsehen!
http://youtu.be/EWfZk6KiisY

Bayerisches Fernsehen

Samstag, 1. November 2014, 19.00 Uhr

Woran glauben?

Dokumentation von Eva Achinger, Christiane Miethge

 

Woran glauben? – Glaube muss nicht religiös sein

Nach einem Jahr Diskussion im Netz: Glauben mit und ohne Gott

 

Woran glauben die Menschen heutzutage? Ein Jahr wurde diese Frage im Internet auf dem BR-Blog www.woranglauben.de diskutiert. Über 10.000 User haben mitgemacht, Hunderte ihr Glaubensbekenntnis geschickt. Aus der Flut der Kommentare haben die BR-Autorinnen Christiane Miethge und Eva Achinger vier große Glaubenslinien herausgefiltert – mit Unterstützung des CRED-O-Mat, einem wissenschaftlichen Test für Glaubensfragen. Jeweils einen Vertreter eines Glaubenstypen haben sie mit der Kamera für ihre Dokumentation begleitet, die am Samstag, 1. November 2014 um 19.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird.

Mit der Frage, woran die Menschen heute noch glauben, fing alles an. Und weil man nicht alle einzeln dazu befragen kann, gingen die beiden Autorinnen Eva Achinger und Christiane Miethge dorthin, wo schon fast alle sind, ins Netz. Mitte 2013 starteten sie den BR-Blog www.woranglauben.de.

Da Glaube heute sehr persönlich ist, mussten die beiden einen Weg finden, die vielen individuellen Glaubensformen zu bündeln. Eine wissenschaftliche Analyse der Kommentare sollte dabei helfen, und so entwickelte Tatjana Schnell von der Universität Innsbruck den CRED-O-MAT. Er half Kategorien zu bilden und gibt den Usern gleichzeitig Rückmeldung, woran sie bewusst oder unbewusst glauben: Liebe, Freiheit, Natur, Gott – denn, so die Definition dahinter: Glaube muss nichts mit Religion zu tun haben, er ist ein sinnstiftendes Vertrauen in eine Überzeugung.

Das Ergebnis des CRED-O-MAT waren vier Glaubensrichtungen, vier Arten zu glauben. In der Dokumentation „Woran glauben?“ werden diese jeweils von einem Blogleser repräsentiert.

Maria aus Kaufbeuren – die Religiöse

Maria studiert Theologie, glaubt an einen christlichen Gott. Nur mit der Kirche kann sie wenig anfangen. Ihr fehlt der Bezug zu ihrem normalen Leben. Ein prominentes Thema auf dem Blog.

Julia aus Diedorf bei Augsburg – die spirituelle Atheistin

Glauben geht auch oben ohne, also ohne Gott. Das erzählt Julia. Erstaunlich, denn Julia war früher einmal Nonne.

Christian aus Seeg – der Wissenschaftsgläubige

Für Christian ist Glaube ein Krückstock des Geistes. Er möchte die Welt rational erfassen und ist deshalb auf der Suche nach mehr Wissen.

Franziska aus Schlehdorf – die Spirituelle

Franziska hat schon früh ihre Mutter verloren. Dann, vor zwei Jahren, starb auch der Bruder. Und doch spürt sie ihre Anwesenheit. Sie glaubt an Seelen, Kräfte und an eine höhere Wahrheit, die man nicht in Büchern, wohl aber in sich selbst finden kann.

Ein Buch als Ergänzung

Während der Aufarbeitung der zahlreichen und oft sehr persönlichen und berührenden Geschichten der Leser wurde klar, dass es viel zu viel für einen einzigen Film sind. Im Buch zum Projekt, das unter dem Titel „Mit ohne Gott? Sieben Einsichten, woran man alles glauben kann“ erschienen ist (Gütersloher Verlag) finden all jene Platz, die im Film nicht vorkommen. Eingeordnet werden sie durch die persönlichen Gedanken und Überlegungen der beiden Autorinnen, die am Schluss des Projektes sich einig sind: Die Menschen glauben nach wie vor, nur die Institution Kirche muss sich Sorgen machen.

Ich werde es auch anschauen und bin gespannt, was da geworden ist. 🙂

Michael Blume

Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das innere Weltmodell eines jedes Menschen ist doch nur eine Arbeitshypothese, die dazu verwendet wird, um die hereinkommenden Sinneseindrücke irgendwie zu ordnen.

    Ob es überhaupt eine Aussenwelt gibt, welcher Art diese Aussenwelt ist, und ob es in dieser Aussenwelt überhaupt andere Bewusstseine gibt, das alles können wir gar nicht wissen.

    Die hereinkommenden Sinneseindrücke können ja auch aus dem eigenen Gehirn stammen, was man am Träumen beobachten kann. Daher können wir gar nicht wissen. ob wir nicht gerade jetzt träumen.

    Was die Art dieser möglicherweise existierenden Aussenwelt ist, das sieht man an den völlig verwirrenden Messergebnissen der Quantenmechanik, bei denen unser Hausverstand total versagt. Kein Wunder, dass es Quantenmechanik-Leugner gibt.

    Um jedoch unangenehme Sinneseindrücke zu vermeiden, sind die Menschen gezwungen, ihre Arbeitshypothese über die Welt sowohl zu glauben, als auch ständig zu verbessern.

    Ich glaube bis auf Widerruf, dass ich jetzt nicht träume, dass es eine quantenmechanische Aussenwelt gibt, und dass es in dieser Aussenwelt andere Bewusstseine gibt. Das ist doch ein nützliches Glaubensbekenntnis.

    Ich halte auch den schonenden Umgang mit anderen Bewusstseinen für günstig, genau so, wie es die „Goldene Regel“ empfiehlt. Falls es die anderen Bewusstseine gar nicht gibt, dann schadet das nicht.

    • @ Herr Bednarik:
      Sehr gut angemerkt…

      Das innere Weltmodell eines jedes Menschen ist doch nur eine Arbeitshypothese, die dazu verwendet wird, um die hereinkommenden Sinneseindrücke irgendwie zu ordnen.

      Ob es überhaupt eine Aussenwelt gibt, welcher Art diese Aussenwelt ist, und ob es in dieser Aussenwelt überhaupt andere Bewusstseine gibt, das alles können wir gar nicht wissen.

      Die hereinkommenden Sinneseindrücke können ja auch aus dem eigenen Gehirn stammen, was man am Träumen beobachten kann. Daher können wir gar nicht wissen. ob wir nicht gerade jetzt träumen.

      Ihr Kommentatorenfreund arbeitet ähnlich (und spaßeshalber) beispielsweise mit Hypothesen wie, dass ein Wesen, das sich langweilt, vielleicht auf einer langen Reise ist oder zu generieren oder zu gesunden hat, sich diese Welt nur vorstellt und es außer einer (auch: für Unterhaltungszwecke) generierten bestimmten einzelnen Persönlichkeit nichts gibt.

      Philip K. Dick beispielsweise hat mit ähnlichen Ideen oder Hypothesen Millionen gemacht.

      Bringt aber nüscht erkenntnistheoretisch, sofern die Erkenntnis als n:m-Beziehung zwischen Subjekten und Sachen/Sachverhalten verstanden wird. Auch mit der Tegmark-Hypothese ist i.p. Erkenntnis kein Honig zu saugen.

      Die Grundlagen des Konstruktivismus könnten aber bei derartigen unfalsifizierbaren Gedankenexperimenten deutlich werden, korrekt.

      MFG
      Dr. W (der sich demnächst von Ihnen wieder mehr Sacharbeit wünscht)

      • Hallo Dr. Webbaer,

        um unangenehme Sinneseindrücke zu vermeiden, sind die Menschen gezwungen, ihre Arbeitshypothese über die Welt sowohl zu glauben, als auch ständig zu verbessern.

        Eine Erkenntnis als Beziehung zwischen Subjekten und Sachen oder Sachverhalten ist natürlich nur dann evolutionär nützlich, wenn sie nicht im Traum, sondern in der Interaktion mit der Aussenwelt gewonnen wird, falls es überhaupt eine Evolution gibt.

        Für den normalen Hausverstand genügt ein Weltmodell aus Euklidischem Raum, Newtonscher Physik, und klassischer Kausalität.

        Bei genaueren Betrachtungen in der Quantenmechanik zeigt sich dann, dass die Teilchen vor ihren Wechselwirkungen überhaupt gar keine Eigenschaften haben, und nicht etwa unbekannte Eigenschaften haben.

        Dazu kommt noch, das sich zwei miteinander verschränkte Teilchen zwar völlig unvorhersehbar verhalten, aber beide dabei das völlig gleiche Verhalten zeigen, ganz gleich, wie weit sie voneinander entfernt sind.

        Schon bei einfachen Interferometer-Experimenten zeigt sich, dass die Teilchen davon beeinflusst werden, was auf jenen Wegen liegt, die sie gar nicht gegangen sein können, eben weil etwas im Wege liegt.

        Man kann sogar einzelne Biomoleküle wie das Porphyrin unzerstört gleichzeitig durch zwei Spalten fliegen lassen, und dann mit sich selbst zur Interferenz bringen.

        Die in unserer Umgebung sehr häufigen Teilchen mit halbzahligem Spin muss man zwei mal vollständig um 360 Winkelgrade umdrehen, damit sie genauso wie vorher reagieren, was natürlich einige geometrische Fragen aufwirft. Eimal um 360 Winkelgrade umdrehen liefert ein anderes Verhalten.

        Der Makrokosmos besteht höchstens zu fünf Prozent aus Teilchen, die wir kennen, auch wenn sich diese verrückt verhalten, während wir 95 Prozent der Teilchen überhaupt nicht kennen.

        Unter solchen Vorbedingungen glaube ich, dass es voreilig ist, sich bereits jetzt auf einen bestimmten Glauben festzulegen.

        Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

        • @ Herr Bednarik :
          Erst einmal nur hierzu etwas angemerkt:

          (…) um unangenehme Sinneseindrücke zu vermeiden, sind die Menschen gezwungen, ihre Arbeitshypothese über die Welt sowohl zu glauben, als auch ständig zu verbessern.

          Eine Erkenntnis als Beziehung zwischen Subjekten und Sachen oder Sachverhalten ist natürlich nur dann evolutionär nützlich, wenn sie nicht im Traum, sondern in der Interaktion mit der Aussenwelt gewonnen wird, falls es überhaupt eine Evolution gibt.

          Der Forderung des ersten Absatzes Ihrer Nachricht wird hier nicht zugestimmt, Philosophen zumindest sind weitgehend schmerzfrei bzw. gegen ‚unangenehme‘ Ideen weitgehend abgefeimt.

          Die Forderung, Erkenntnis als n:m-Beziehungen zwischen (ggf. imaginären oder fiktiven) Subjekten und (ggf. imaginären oder fiktiven) Sachen und Sachverhalten zu verwalten, soll eigentlich gegen (per se unfalsifizierbare) Überlegungen, wie von Ihnen und Dr. W vorgenommen, abfeimen, egal wie diese Welt wirklich Bestand hat.

          Das alternative Konzept des Wissens wäre natürlich durch diese Überlegungen angreifbar.

          MFG
          Dr. W

          • Hallo Dr. Webbaer,

            auch wenn die Philosophen weitgehend schmerzfrei sind, können sie zum Beispiel nicht durch Betonmauern gehen.

            Das zwingt auch die Philosophen zu der Arbeitshypothese, dass es schwer durchdringbare Betonmauern gibt.

            Die harte Realität tritt oft als schmerzhaftes oder zumindest mechanisch-geometrisches Hindernis auf.

            Dafür sind die Teilchen mit halbzahligem Spin verantwortlich, und das Pauli-Prinzip für Fermionen. Das sind die Teilchen, die erst nach zweimaligem Umdrehen wieder gleich reagieren.

            Hingegen klirren zwei Laserschwerter nicht im Kampf, sondern sie gehen glatt gegenseitig durch einander hindurch, weil sie aus Teilchen mit ganzzahligem Spin bestehen, die sich als Bosonen viel verträglicher verhalten.

            Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

          • @ Karl Bednarik 4. 11.2014 7:05: Hart oder weich also eine Frage des Spins. Grund um Spin-Doctor zu werden? Den Dingen den richtigen Dreh geben, das ändert die Wahrnehmung, vielleicht aber noch viel mehr.

          • @ Bednarik :
            Sofern es von Ihnen ernst gemeint war:

            Dafür sind die Teilchen mit halbzahligem Spin verantwortlich, und das Pauli-Prinzip für Fermionen. Das sind die Teilchen, die erst nach zweimaligem Umdrehen wieder gleich reagieren.

            …wurden Sie gerade spezifisch und physikalisch, leider kann Ihr Kommentatorenfreund, der sich ein wenig philosophisch bemüht, hier mangels Kenntnis nicht folgen.

            Vermutlich erläutern Sie hier umfangreich.

            MFG
            Dr. W

          • Hallo Dr. Webbaer,

            diese Diskussion hat das Thema, woran man glauben kann, und ich wollte beim Thema bleiben.

            Man kann zum Beispiel daran glauben, dass es das eigene Bewusstsein gibt, dass es Sinneseindrücke gibt, dass man Aktivitäten setzen kann, und dass es eine mehr oder weniger regelmässige Rückkopplung zwischen den Aktivitäten und den Sinneseindrücken gibt.

            Auf dieser Rückkopplung beruht unsere Arbeitshypothese über eine Aussenwelt, an deren Existenz man ebenfalls glauben kann.

            An dieser Stelle ist es schwer zu unterscheiden, ob diese Verhaltensweise philosophisch, psychologisch, biologisch, empirisch, oder physikalisch ist.

            Ob man jetzt sagt, es ist die Gravitation, oder die Liebe der Erdgöttin, in jedem Falle fallen Gegenstände häufig hinunter.

            Auch die Fallgesetze wie zum Beispiel „v=gt“ oder „s=(g/2)t^2“ sind keineswegs die Ursache des freien Falles, sondern sie beschreiben ihn nur.

            Ich glaube, dass die Erde keine Ahnung von unseren Fallgesetzen hat, und den freien Fall vermutlich durch iterative Integration erzeugt.

            Ganz allgemein glaube ich, dass die Aussenwelt aus sehr vielen sehr kleinen Teilchen besteht, die aus ihren Wechselwirkungen in ihrem gegenwärtigen Zustand ihren zukünftigen Zustand im nächsten sehr kleinen Zeitabschnitt ermitteln.

            Am anschaulichsten sind die menschlichen Sammelbegriffe „Druck“ oder „Temperatur“ die in der realen Welt von vielen kleinen Teilchen erzeugt werden, und die keine Ahnung von den menschlichen Gasgesetzen haben.

            Ob man das jetzt iterative Integration, zellulärer Automat, oder Universum nennt, das sind menschliche Begriffe für immer das gleiche Objekt.

            Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

          • @ Herr Bednarik :

            Ganz allgemein glaube ich, dass die Aussenwelt aus sehr vielen sehr kleinen Teilchen besteht, die aus ihren Wechselwirkungen in ihrem gegenwärtigen Zustand ihren zukünftigen Zustand im nächsten sehr kleinen Zeitabschnitt ermitteln.

            Offen gestanden glaubt dies Ihr Kommentatorenfreund auch, wobei seine Begründung aber dahin geht, dass die Erkenntnis (vs. Konzepte des Wissens; die aufklärerische zeitgenössische Naturwissenschaftlichkeit verifiziert demzufolge auch nicht mehr, sondern lädt ganz bevorzugt zur Falsifikation ein, behandelt die Theoretik oder Sichtenbildung als provisorisch – d.h. , sie ist konstruktivistisch und um die Erkenntnis bemüht unterwegs) konzeptuell bestmöglich begründet wird, philosophisch wie gedankenexperimentell (rein derart ist die Physik(lehre) natürlich nicht unterwegs, bestimmte Phänomene legen es physikalisch nahe, dass die Welt ‚aus sehr vielen sehr kleinen Teilchen besteht‘).

            Letztlich wäre man hier bei der o.g. per se unfalsifizierbaren Tegmark-Hypothese, die soz. im konstruktivistischen Sinne abrundet und keiner physikalischen Kenntnis bedarf.

            MFG
            Dr. W

          • Hallo Dr. Webbaer,

            sehen heisst glauben, und seit einiger Zeit können wir diese kleinen Teilchen nicht nur sehen, sondern auch einzeln anfassen und gezielt hin- und herschieben.

            http://www.deutsches-museum.de/sammlungen/meisterwerke/meisterwerke-ii/rastertunnelmikroskop/

            Und sogar einzelne Moleküle zusammenstöpseln.

            http://www.physics.uci.edu/~wilsonho/N0100.htm

            Oder einzelne Elektronen einsperren.

            http://gabrielse.physics.harvard.edu/gabrielse/papers/1986/Review.pdf

            Die Welt zu beschreiben ist möglich, die Welt zu erklären ist viel schwieriger. Ein Beispiel dazu:

            Die Festigkeit von Holz stammt hauptsächlich von Cellulosefasern.
            Die Cellulosefasern bestehen aus Glucosemolekülen.
            Die Glucosemoleküle bestehen aus Kohlenstoff-, Sauerstoff-, und Wasserstoff-Atomen.
            Die Atome bestehen aus Elektronen und Atomkernen.
            Die Atomkerne bestehen aus Protonen und Neutronen.
            Die Protonen und Neutronen bestehen aus up- und down-Quarks.
            Na, ja, die Elektronen und die up- und down-Quarks, die sind dann eben einfach da.

            Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

  2. Hallo,
    auch wenn mein Kommentar vielleicht ein wenig Offtopic ist (er bezieht sich nur auf den ersten Satz):
    Wie kommt man auf die Idee, dass die deutsche Blogosphäre frauen- und familienfeindlich ist? Meinem Empfinden (als ziemlich aktiver Blogkonsument) nach würde ich das absolute Gegenteil behaupten, und das ist ja auch gut so. Ich habe den Eindruck, dass Blogs unter allen Publikationsarten (im Schnitt) am progressivsten sind. Auch die von Männern betriebenen Blogs sind würde ich im Durchschnitt als eher feministisch ansehen. Das Gegenteil dazu wären wohl eher die Kommentarbereiche bei Online-Nachrichtenseiten…

    Oder stecke ich da nur in meiner Filterblase?

    • Sie könnten die Antwort hierauf…

      Wie kommt man auf die Idee, dass die deutsche Blogosphäre frauen- und familienfeindlich ist?
      (…)
      Ich habe den Eindruck, dass Blogs unter allen Publikationsarten (im Schnitt) am progressivsten sind.

      …schon selbst gegeben haben, wenn Sie ‚progressiv‘ als Kode für ’neomarxistisch‘ verstehen.

      HTH
      Dr. W

    • Michael Blume

      @Earthshaker

      Teils – teils. Unter Blogosphäre werden ja nicht nur die Blogbeiträge selbst, sondern auch die Diskussionen dazu verstanden. Und da gab – und gibt – es das Phänomen einer bestimmten Diskussionskultur, die leider bis heute zu einer deutlich geringeren Beteiligung von Frauen geführt hat, auch z.B. bei kooperativen Projekten wie Wikipedia. Vgl. hier:
      http://www.zeit.de/digital/internet/2011-02/internet-frauen-maenner

      Interessanterweise brachten sich Frauen aber stärker z.B. bei Twitter und Facebook ein, so dass der Begriff von „verschiedenen Zimmern im virtuellen Haus“ entstand. Hier ein Artikel dazu, v.a. S. 9:
      http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/WildbeuterWebBlume.pdf

      Freue mich über Ihr Interesse, herzlich willkommen!

  3. Der Webbaer glaubt an das Sapere Aude und nachfolgende Ideen, Werte & Systeme der Aufklärung, an das Gute im Menschen (vs. Bären) lustigerweise,
    MFG
    Dr. W

    • Ergänzend:
      Soviel könnte vielleicht vorab verraten werden, Christian, der wie folgt in der Ansage notiert worden ist:
      ‚Christian aus Seeg – der Wissenschaftsgläubige
      Für Christian ist Glaube ein Krückstock des Geistes. Er möchte die Welt rational erfassen und ist deshalb auf der Suche nach mehr Wissen.‘

      …wird es nicht bringen, denn hier liegt der Szientismus auf der Schaufel.

      Es ist schade, dass derart notiert werden muss, wenn Esoteriker, Szientisten gehören leider dazu, die aufklärerische und wissenschaftsnahe Seite zu vertreten haben.
      Es geht im aufklärerischen Sinne um Erkenntnis (vs. Wissen).

      MFG
      Dr. W (der hier am ehesten noch bei Julia, der ’spirituellen Atheistin‘ günstige Nachricht erwartet, aber nicht ernsthaft)

  4. „Noch immer hat die deutschsprachige Blogosphäre den Ruf, von tendenziell religions-, frauen- und familienfeindlichen Typen dominiert zu sein.“

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Sicher ist, dass es nichts frauenfeindlicheres gibt als die Religion (gemeinsamer Ursprung von Judentum, „Christentum“ und Islam)

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