Warum essen Muslime kein Schweinefleisch?

Mit einer neuen Frage vom Radioteam „Zwei auf Eins“ auf RBBeins am morgigen Sonntag geht das Radiofenster auf „Natur des Glaubens“ in eine neue Runde. Dabei kommt die Ausgangsfrage ganz unschuldig daher, hat es aber inhaltlich in sich: Warum essen Muslime eigentlich kein Schweinefleisch?

Inhaltlich spannnend ist die Frage schon deswegen, weil man sie leicht auch umdrehen könnte: Warum essen (die meisten) Christen Schweinefleisch? Denn das Schweinefleischverbot ist keine Neuerung im Koran, sondern geht auf – die Bibel zurück. Dort heißt es:

„Alles, was gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe hat, und wiederkäut unter den Tieren, das sollt ihr essen. […] Und das Schwein, denn es hat gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe, aber es wiederkäut nicht: Unrein soll es euch sein. Von ihrem Fleische sollt ihr nicht essen und ihr Aas nicht anrühren: Unrein sollen sie euch sein.“ (3. Buch Mose 11)

Die meisten christlichen Theologen vertreten heute die Auffassung, dass sich zwar Jesus streng an die jüdischen Speisegebote gehalten habe, diese jedoch mit dem Beschluss des Apostelkonzils in Jerusalem ausgesetzt worden seien:

28 Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: 29 dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl! (Apg 15, 28)

Immer wieder gab und gibt es jedoch auch christliche Prediger, die das Schweinefleischverbot wieder bekräftigen wollen. Hier zum Beispiel Joel Osteen, der seine US-amerikanische Zuhörerschaft mit v.a. gesundheitlichen Argumenten davon zu überzeugen versucht.

Im Koran ist das Schweinefleischverbot schließlich wieder aufgenommen – die islamischen Speisegebote sind weniger streng als die jüdischen, aber eben strenger als die christlichen.

Verboten hat Er euch nur (den Genuss von) natürlich Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Gott angerufen worden ist. Wenn aber jemand (dazu) gezwungen ist, ohne (es) zu begehren und ohne das Maß zu überschreiten, so trifft ihn keine Schuld; wahrlich – Gott ist allverzeihend, barmherzig. (Koran 2,173) 

Welche Gründe wurden und werden nun aber für das Schweinefleischverbot genannt?

Es braucht wohl nicht betont zu werden, dass religiöse Traditionen rational erkundet werden können, aber nicht müssen: Die meisten Glaubenden folgen ihnen schlicht deshalb, weil sie von den überempirischen Akteuren (hier: Gott) her überliefert worden seien und benötigen keine zusätzlichen Argumente.

Da dies aber ein religionswissenschaftler Blog ist, bohren wir natürlich weiter.

Die häufigsten Argumente zum Schweinefleisch beziehen sich auf gesundheitliche Aspekte: Schweine äßen Abfall, Schweinefleisch sei zu fett- oder cholesterinhaltig, es drohten Krankheiten wie Trichinose u.a. Häufig wird dies auch im historischen Kontext betont: Beispielsweise sei Schweinefleisch in den heißen Regionen des Nahen und Mittleren Ostens ohne Kühlschränke schnell verborben. Aus wissenschaftlicher Sicht ist jedoch anzumerken, dass auch anderes Fleisch – wie Rind – Gesundheitsrisiken mit sich bringen kann – und dass sich historische Kontexte ändern. Anzuerkennen ist jedoch, dass religiöse Speisegebote generell zu bewußteren Umgang mit Speisen beitragen und dadurch durchaus gesundheitsfördernd wirken können.

Eine zweite Klasse von Argumenten betont kulturökonomische Aspekte, z.B. nach dem Anthropologen Marvin Harris: So habe der Rückgang der Wälder in der Region dazu geführt, dass zunehmend Getreide an Schweine verfüttert wurde, die im Gegensatz z.B. zu Rindern kein Gras fressen. Schwein und Mensch seien so Nahrungskonkurrenten geworden (man vergleiche die aktuellen Debatten um Energie- gegen Nahrungsmais) und das Schwein schließlich in einigen religiösen Traditionen aus Rücksicht auf die Bedürfnisse von (armen) Menschen verboten worden. Auch hier läge damit freilich nur eine historisch und regional begrenzte Begründung vor.

Eine dritte Klasse von Argumenten weist auf psychologische Konstruktionsbedingungen von Kulturen, zu denen weltweit die Unterscheidung von „Gutem“ und „Schlechtem“ gehört. Und gerade in Bezug auf Speisen – und hier wiederum auf Fleisch – sind wir psychologisch schnell bereit, Emotionen wie Ekel kulturell zu übernehmen. Beispiel gefällig? Obwohl es keine religiöse Begründung dafür gab oder gibt, lehnen die meisten Europäer den Genuss von Hundefleisch intuitiv ab. In China dagegen kann Hund (mit Schwanz) als Tellerspeise gereicht werden. Überprüfen Sie selbst: Was würden Sie – ob religiös oder nicht – bei diesem chinesischen Menü empfinden? Würden Sie zugreifen (ja, es ist Hund)?

Dies führt zu einer vierten Klasse von Argumenten – dem Hinweis auf ethische Aspekte. Demnach würden einige religiöse und kulturelle Traditionen „dem Menschen nahe“ Tiere vor Schlachten und Verzehr schützen wollen – vorwiegend Säugetiere mit erkennbarem Schmerzempfinden wie eben Schweine, Hunde oder Affen.

Die fünfte – und aus meiner Sicht die anderen integrierenden – Argumentationsmuster betonen die evolutionär-gemeinschaftsbildenden Aspekte: Demnach dienten Speisegebote vor allem der Signalisation von religiöser oder kultureller Zugehörigkeit. Sie markierten die Grenzen zwischen (je) „Wir“ und „Die“, die nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme zu überwinden sind. Gerade auch aufwändige Speisegebote gelten als „kostspielige Signale“, mit denen sich Glaubende untereinander ihre verbindliche Zugehörigkeit signalisieren. Auch wer z.B. in eine fremde Stadt reise, werde sich mithin an jene wenden, die die gleichen Speisegebote befolgen – und so religiös begründete Netzwerke des Vertrauens und Verständnisses nach innen, aber auch der Abgrenzung nach außen begründen. Oder wie es ein jüdischer Freund einmal ausdrückte: „Hätten wir nicht unsere Speisegebote gehabt, hätten wir uns in den Mehrheiten aufgelöst wie ein Tropfen Milch im Wasserglas.“ Damit wird auch klar, warum in den o.g. biblischen und koranischen Stellen jeweils der Verzehr von „Götzenopfer“ bzw. „dem, worüber etwas anderes als Gott angerufen wurde“ verboten ist.

Speisegebote wie das Schweine- oder Rindfleischverbot können also gesundheitliche, ökonomische, psychologische und ethische Aspekte aufnehmen, sogar aus diesen entstanden sein. Aber entscheidend ist der gemeinschaftsbildende Aspekt – der ja gerade dann nicht funktionieren würde, wenn alle Traditionen die gleichen Speiseverbote befolgen würden! Genau deshalb werden Speisegebote immer wieder in Abgrenzung zu bestehenden Religionen modifiziert – nur so können sich die neuen Gemeinschaften festigen.

Und wenn Sie glauben, dieses Bedürfnis hätten nur Religiöse, empfehle ich den Besuch einer Veranstaltung von Menschen, die auf Rohkost schwören, Kohlenhydrate, Weißbrot oder Industriezucker ablehnen, McDonalds als Auswuchs des aus ihrer Sicht zu zügelnden „US-Imperialismus“ boykottieren, sich als Vegetarier oder Veganer organisieren u.v.m. Einander relevante Überzeugungen zu signalisieren und sich über diese mit Gleichgesinnten zu verbinden ist Teil unseres Menschseins. Und damit auch Teil unserer religiösen Traditionen.

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Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

43 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ekel

    da ich kein Lebensmittel aus Überzeugung nicht esse (nur kulturell bedingt nicht), wie jetzt die Muslime Schweinefleisch, nimmt es mich Wunder, ob sich Muslime auch so vor Schweinefleisch ekeln, wie ich mich vor Hundefleisch.

  2. Ekel

    Den Ekel gegen Schweinefleisch, das wir hier gerne essen, den gibt’s durchaus unter Moslems. Man kann wohl dies von religiöser Aversion und moralischer Empörung gegen die Schweinefresser kaum scharf unterscheiden. Das verschiebt sich natürlich mit mancher Integration, wenn sie zur Assimilation wird. Darüber kann es dann auch inner-moslemischen Streit geben. Ähnliches gab es zu gewissen Zeiten im Christentum auch.
    Ekel kann sich übrigens auch bei uns wandeln: Vor 100 Jahren noch sei auf deutschen Marktplätzen Rattenfleisch verkauft worden. Und in Kriegs-/Nachkriegszeiten konnte man sich manchen Ekel auch nicht leisten.

  3. Noch ein Aspekt

    Gewisse Essensgebote/Verbote erscheinen mir auch wie ein OPFER: Sieh, Gott, worauf ich verzichte (weil es dir ein Gräuel ist), also wirst du mich doch (durch Nachkommen oder…) belohnen.
    Vgl entsprechendes Fasten vor besonders gefährlichen Aktionen/Krieg (das übrigens auch wiederum seine gesundheitlichen Aspekte hat – wie Verzicht auf übermäßiges Essen vor langen Autofahrten).
    Ja, auch ganz allgemein wissen viele: Ohne Anstrengung kein Erfolg. Deshalb meinen manche: wenn man sich besonders anstrengt (oder sich Schmerzen zufügt oder auf gewisse Genüsse verzichtet), sei der Erfolg schon um einiges sicherer. Und wenn das religiös gewendet wird, dann kann schon wie bei einem Opfer die Erwartung sein, dass Gott sieht: Seht, so gut bin ich, jetzt ist der dran…

  4. @Thomas & Hermann

    Ja, das mit Ekel und intuitiver Empörung ging mir auch so, als ich den Hundeteller sah. Wie kann man nur – diese Chinesen! Da musste die Ratio erst wieder aufholen. Essenstabus sind auch bei Naturreligionen im Bezug z.B. auf Totemtiere belegt und dürften ein altes Mittel gewesen zu sein, um sich gegen die je anderen abzugrenzen.

  5. Vorschrift – und dann?

    Das Nichtessen von Schweinefleisch als Gebot Gottes/Allah ist ja nur die eine Seite. Es geht ja auch um die Schlachtung von erlaubten Tieren. Dazu gab es einen FS-Beitrag, indem ein Jungunternehmer sich bemühte, Produkte unter einem Halal-Siegel „rein, erlaubt“ zusammen zuführen und weltweit zu vermarkten. Dabei geht es ihm u. a. um Kosmetika, die ja Tierprodukte enthalten können.
    Die Nahrung ist auch landestypisch abhängig. Ekel vor bestimmter Nahrung spielt nur solange eine Rolle, wie genug Alternativen vorhanden sind. Im anderen Fall stellt sich das Problem nur kurzzeitig, egal um welches Tier es sich dabei handelt. Als ein Beispiel wird gern das der Aborigines gezeigt, die fingerdicke Maden frisch gefunden auch roh essen.
    Selbst Kanibalismus gab es – denken wir auch an die verfilmte Flugzeugkatastrophe in den Bergen…
    In China hat sich ein Koch Hund bestellt – Andere haben es gekostet – der Unterschied war nicht so groß wie vielleicht gedacht. Im Fernsehen wurde in einem Beitrag über gefragtes Hundefett berichtet. Nach dem Krieg verschwand auch so mancher „Dachhase“ in der Pfanne.
    Selbst bei der zunehmenden Zahl von Naturkatastrophen wird kaum noch einer danach fragen, was er eben gegessen hat. In Indien wird von einer Menschengruppe berichtet, deren regelmäßige Nahrung u. a. aus den zahlreich vorhandenen Ratten besteht.
    Und so funktioniert das System Vorschrift nur solange, wie das Gesamtsystem Menschheit friedlich funktioniert, in „normalen“ Bahnen verläuft.

  6. Schweinefleisch: köstlich

    Also ich mag Schweinefleisch sehr gerne und mir fällt es wirklich schwer zu glauben, dass sich andere davor ekeln, nur aufgrund ihrer Speisege- und verbote. Aber ich muss schon sagen, es gibt dabei wirklich auch sehr skurrile Sachen. Bei streng orthodoxen Juden ist die Küche doppelt eingerichtet, einmal für milchige Produkte und einmal für fleischige Produkte. Das sind schon ziemlich strenge Gesetze.
    Bzgl. Hunde kann ich sagen, dass ich das erstmal auch nicht gern essen würde. Aber das ist wahrscheinlich Gewohnheitssache. Ich habe übrigens gelesen, dass die Chinesen als Delikatesse sehr gerne Schweizer Bernhardiner verspeisen, was die Schweizer, als sie es erfuhren, sehr empörte. Wie es mit deutschen Schäferhunden aussieht, weiß ich leider nicht. Aber in China ist man da nicht so heikel. Da löffelt man auch mal Affenhirne oder isst Schlangen, Würmer oder andere nette Sachen. Bei uns wäre das allerdings unvorstellbar.

  7. @Karl

    Also vor nicht allzu langer Zeit hab ich mal eine Dokumentation über China und dessen Essgewohnheiten. Ich glaub, es lief auf so einem Spartensender vom Ersten.
    Es war wirklich sehr interessant. Und China hat eine sehr reichhaltige und geschichtsträchtige Küche. Faszinierend, kann ich da nur sagen. Aber es gibt auch etwas, was für uns Mitteleuropäer erstmal unglaublich klingt. Beispielsweise gibt es auch heute noch Restaurants, wo man lebendige Affenhirne isst. Ich konnte das gar nicht glauben, aber tatsächlich: Ein Affe wird an einen Stuhl angebunden, er wird dann in den Speisesaal gebracht. Dann wird ihm die Schädeldecke geöffnet. Mittlerweile hat man dazu schon sehr moderne Werkzeuge. Und dann wird von den Gästen direkt mit einem Löffel das Affenhirn verspeist. Fast nicht zu glauben, oder? Na ja, andere Länder, andere Sitten. Es gab allerdings noch eine Sache, auf die ich aber nicht mehr so genau eingehen möchte. So wie man bei uns Hummer zubereitet, so werden in Teilen Ostasiens und auch Chinas Katzen zubereitet. Aber in der Pfanne. O.K., das reicht schon.
    Wie auch immer, China bietet jedenfalls eine sehr abwechslungsreiche und auch außerordentlich gute Küche. Das kann dir jeder Reisende erzählen.

  8. Chinesische Küche

    Karl: „In China ist man da nicht so heikel. Da löffelt man auch mal Affenhirne oder isst Schlangen, Würmer oder andere nette Sachen. Bei uns wäre das allerdings unvorstellbar.“

    Da empfehle ich mal einen Blick in das traditionelle französische Kochbuch ‚Tante Marie‘.

    Stierhoden, Schnecken, Kutteln, Austern, Käse, Froschschenkel – ich kenne genügend Asiaten, die sich vor diesen Speisen ekeln. Und auch der Pfälzer Saumagen oder anderes in Schweinedärme gepreßtes Fleisch und Fett (vulgo: Wurst) ist nicht jedermanns Sache.

    Ist ja auch in Ordnung, solange man aus seinen Vorlieben und Abneigungen keine moralischen Urteile macht.

  9. @Timagoras

    Bei Ihrer Erzählung der Verspeisung lebender Affen fiel mir ein, dass laut jüdischer Überlieferung Gott allen Kindern Noahs – also allen Menschen – Gebote gegeben habe. Alle Menschen, die sich an diese Gebote hielten, könnten Anteil an der kommenden Welt haben, weswegen Juden aktive Mission unter Nichtjuden meist für unnötig halten.

    Eines dieser Gebote bezog sich direkt darauf, nicht vom lebenden Tier zu essen bzw. Tieren nicht unnötiges Leid zuzufügen, vgl.
    http://www.de.chabad.org/…-Anweisungen-Noahs.htm

    Ob es in Zukunft wirklich einmal eine Art globales Weltethos auch in unserem Verhalten ggü. Tieren geben wird? Ich mag es hoffen.

  10. Religion und Geburtenraten

    Danke für den Artikel, der ist Klasse.

    Anbei, schon den Artikel aus Researchblogging gelesen?
    The inevitable rise of Amish machines

    Ausgangspunkt ist folgendes Paper..
    Religion, fertility and genes: a dual inheritance model

  11. @mathias

    Gerne, danke für das nette Feedback!

    Und ja, Razib Khan von GeneExpression schätze ich sehr. Er ist ein bekennender Atheist aber als Genetiker eben auch bereit, wissenschaftliche Befunde zu akzeptieren.

    Hier nochmal der Link für alle, die seine Auswertung der Rowthorn-Studie lesen wollen:
    http://blogs.discovermagazine.com/…ish-machines/

    Und hier meine, ein paar Tage früher: 😉
    How Religiosity is spreading in the gene pool – Robert Rowthorn answering Richard Dawkins

    Und hier eine deutsche Zusammenfassung: 😉
    Vererbte Religion?

    Beste Grüße!

  12. Oder aber …

    … es hat was damit zu tun das ein Schwein ein Allesfresser ist und auch Fleisch ist, und Muslime generell angehalten sind auch Tiere die andere Tiere fressen nicht zu essen.

  13. Kann ich diesen Blog ernst nehmen?

    Zitat: „Die meisten Glaubenden folgen ihnen schlicht deshalb, weil sie von den überempirischen Akteuren (hier: Gott) her überliefert worden seien und benötigen keine zusätzlichen Argumente.
    Da dies aber ein religionswissenschaftler Blog ist, bohren wir natürlich weiter.

    Anzuerkennen ist jedoch, dass religiöse Speisegebote generell zu bewußteren Umgang mit Speisen beitragen und dadurch durchaus gesundheitsfördernd wirken können.“

    Wie kann bitte das befolgen von Geboten die ohne Grund akzeptiert werden zu „bewußterem“ Umgang führen?
    Gar nicht.

    Das Problem mit Religösen und auch „kritischen“ Religiösen ist das sie nach fadenscheinigen Rationalisierungen für ihren Aberglauben suchen.

    Es gibt weder den Gott von Jesus, Abraham noch Mohamed (falls die überhaupt je existierten). Peinlich das die Mehrzahl trotz Schulbildung noch den Quatsch als wertvoll und wichtig akzeptiert.

    • Gott wurde einmal erdacht, um andere Menschen zu manipulieren.Um Reklemente an ihnen durch zu führen.Sie zu unterdrücken.!! Zu verdummen !! Später hat man dann vergessen das man ihn nur erdacht hat,um andere Menschen zu unterdrücken. Das hat sich in manchen Hirnen , da immer wieder wie Mantras wiederholt, es sich wie 1 Stein da fest gelegt hat. Stein statt Hirn.

  14. @Andreas Debus

    Woher nehmen Sie die Sicherheit, dass Evolution und Leben nur auf Rationalität basieren oder basieren sollten?

    Menschen lieben, musizieren, debattieren, riskieren (usw.) auch jenseits jeder reduktiven Rationalität. Und wer nichtrationale Gründe für Kinder anerkennt (z.B. „Kinder sind ein Geschenk und Auftrag Gottes!“) pflanzt sich im Durchschnitt erfolgreicher fort, vgl.
    http://www.blume-religionswissenschaft.de/….html

    Ich kann nicht erkennen, dass sich das Leben selbst bzw. der Evolutionsprozess an ausschließlich rationalen Kriterien orientiert. Woher stammt Ihre Annahme, dass es so sei oder sein sollte?

  15. Pinspire

    Ich stimme dem Ansatz der psychologischen Konstruktionsbedingungen absolut zu. Mich graust der Gedanke an Hund ganz schrecklich… ich habe übrigens das Bild so cool gefunden und es in einer meiner Pinspire-Collections gepinnt (www.pinspire.de). Hier der Link, falls es dich interessiert: http://www.pinspire.de/pin/show/63889

  16. nich so ganz

    mhh, ich habe schon hund gegessen… das machen wir bei mir auf arbeit ständig…. wir werden ja schlecht bezahlt.. naja, und da essen wir schon mal so´n hund.. oder ne katze….. je nach dem…

  17. sechstes Argument

    Es heißt, Mohammed stammte aus einer Nomadenkultur, die traditionell nur Kamele, Rinder und Ziegen hielt und aß.
    Schweine hielten die seßhaften Bauern, die Nichtnomaden, gegen die er sich abgrenzen wollte.

  18. @Leser

    Vielen Dank! Das Problem mit diesem Argument bildet das frühe Israel ab, das agrarisch-seßhaft und mit Tempel versehen dennoch das Verbot von Schweinefleisch praktizierte. Ggg. müsste man also auf den Nomadismus Abrahams als gemeinsamer Wurzel verweisen.

  19. Ein guter Blogbeitrag, danke!

    Danke, dass Sie die Frage mit dem Schweinefleisch so ausführlich und wissenschaftlich dargelegt haben. Die emotionale Seite ist natürlich nicht ganz unwichtig. Das Essen von bestimmten Tieren kann für viele Menschen unvorstellbar sein. Ich habe persönlich auch einige Tiere, die ich nicht essen würde (bspw. Affen, Elefanten, Giraffen, Katzen, Hunde). Andererseits, da ich keine Vegetarierin bin, sehe ich nicht ein, warum ich über andere, die diese Tiere essen, die Nase rümpfen sollte. Tier ist Tier – entweder ich esse Tiere oder ich lasse es. Meine Devise diesbezüglich ist einfach: Solange man mich in Ruhe lässt, lass ich auch andere in Ruhe.
    Ich esse auch gern Schweinefleisch, erkenne aber ohne irgendwelche Fragen, dass Moslems und Juden es nicht tun. Wenn ich einen solchen Menschen bei mir zu Gast habe, ist es selbstverständlich für mich, darauf Rücksicht zu nehmen. Und das ist doch nicht zu viel verlangt, finde ich.

  20. Danke

    Hallo,

    ich wollte mich fuer den Beitrag „Warum essen Muslime kein Schweinefleisch“ bedanken. Die Begruendungen sind umfangreich, klar verstaendlich und mit anschaulichen Beispielen belegt.

    Danke,
    Astrid

  21. Eigentlich ist die Antwort auf die Frage, warum Muslime kein Schweinefleisch essen sehr einfach!
    Wir hier in unserem Kulturkreis kennen zB: C.Darwin und aus diesem Grunde essen wir von Ausnahmen mal abgesehen, kein Affenfleisch – das waere fuer uns so eine Art Kanibalismus. Ausserdem ist ein Schwein bekanntermassen sehr intelligent – mehr, als ein Hund – , und wer moechte schon etwas essen, was inteligenter ist, als er selbst!

  22. Es sind sehr interessante mögliche Gründe für den Schweinefleischverzicht der Muslime dabei.
    @St.Andreas Das würde ich nicht so unterschreiben, dass es uns nur durch die Evolutionstheorie von Darwin davon abhält Hunde oder Affen zu essen. Da müsste es andere Gründe für geben.
    Gruß Olaf

  23. Hallo mein lieben Leute. Gerade heute habe ich mich genau mit diesem Thema auseinandergesetzt.
    Warum kein Schweinefleisch essen? Nicht nur das Mosleme kein Fleisch essen und weil es in der Bibel so steht sind die Gründe dafür. Das Fleisch ist in der Bibel als unrein bezeichnet. Warum? Ihr könnt das selber ausprobieren. Ein Stück schönes Schweineschnitzel dann übergießt Ihr das mit Colalimonade dann eine Zeit lang warten. Das wird Euch in Staunen versetzen. Nicht das sich das Fleisch auflöst. Nein es sind Würmer im Fleisch. Guckt da mal in You Tube. Ich mag keines. mehr.

  24. Hallo,
    aber das geilste seh ich jeden morgen beim Metzger meines Vertrauens, kommen immer die selben 10 türkische Navhbarn von mir und hauen sich schön Schweinefleisch rein, wenn sie alleine sind. Sobald einer dabei ist.Nur Hünnchen Fleisch Bitte…Wir lachen uns immer kaputt, auch mit dem jenigen. Alle wissen voneinander das sie Schweinefleisch essen, aber zusammen nicht, nur alleine. Also soviel dazu!!!! :-p

  25. Ich denke man sollte das jedem selber überlassen was er möchte. Religiöse Speisetraditionen sind anerzogen, sowie im übrigen jedes Scham- oder Ekelgefühl anerzogen ist. Bei uns darf man aus religiöser Sicht auch keine Pferde, Schwäne oder Ratten essen.

  26. In den regionen war wasser oft eine mangelware, mensch und tier wurden nur ueber kleine wasserlaeufe und deren quellen versorgt. wir wissen das ein schwein es liebt sich im wasser zu suhlen und es dadurch nicht mehr trinkbar ist , schafe und ziegen hirten sagten dann das schwein ist dreckig .glaubens fuehrer erzaehlten den ungebildedten, schaft die schweine ab sie sind dreckig und bringen unheil. ich glaube aber auch das es der korn anbau in konkurrenz mit den weideflaechen stand und das ein grund mit war. Krankheiten die enstehen koennen wuerden fuer mich keine rolle spielen . bein schwein sind es die drichinen. bei den wiederkaeuern , salmonella und colie bakterian.

  27. Nein, ich ekele mich nicht vor Hund (als Speise). Es kommt mir nur einfach nicht angemessen vor, dass man ein so empfindsames und liebenswertes Tier für ein schnödes Essen opfert und ich würde mich nur ungern daran beteiligen wollen
    Zu Schweinen und Kühen hat man nicht so eine enge Bindung. Es ist auch nicht schön dass dafür ein Tier sterben musste, aber ich muss zugeben, es fällt dabei leichter, zu abstrahieren und nur das Steak oder Schnitzel zu sehen.
    Einen Ringelschwanz auf dem Teller fände ich aber auch sehr befremdlich.

    Ich ekele mich dagegen vor Tieren, die im Ganzen verspeist werden. Mit Darminhalt, Blutgefäßen, Gräten bzw. Chitinpanzer. Das finde ich ziemlich abstoßend und wundere mich über Leute die „Meeresfrüchte“ essen und kann ekelfaktormäßig keinen Unterschied zwischen Shrimps und Käfern, Heuschrecken oder Würmern empfinden. Mir graust es vor all dem. Warum macht es für viele einen Unterschied ob diese im Meer oder auf dem Land leben? Angeblich sollen auch Kakerlaken schmecken und sehr nahrhaft sein.

  28. Der Artikel selbst war doch mal ganz interessant als Wiederauffrischung.
    Und meine Meinung zu solchen und ähnlichen Dingen ist eh – ja laßt
    doch jedem Volk, jeder Gruppe etc. pp. ihre Gewohnheiten. Sie haben sich
    über lange Zeit entwickelt und dort bewährt.
    Solange nicht daraus abgeleitet wird, daß jeder der nicht auch so verfährt,
    ein minderwertiger Mensch ist und eigentlich ein Spielball der momentan
    stärkeren Gruppe! Dann werd ich krätsch !
    Und ich finde es schon erstaunlich, daß hier viele positive Nebenwirkungen
    bzgl des Themas erwähnt werden, die vlt damit zusammenhängen und die
    wir evtl. noch gar nicht alle erkennen, aber nicht erwähnt wird, daß diese
    offensichtlich nicht davor schützen, auch negativ zu handeln.
    So daß die reichlich vorhandenen Hetzer es leicht haben, ihre Schäfchen
    aufzustacheln zu Gewaltmaßnahmen, wobei eine (und nicht die unwichtigste)
    Begründung das Schweinefleisch-Essen ist – das jedoch wird hier sorgfältigst unter
    dem Deckel gehalten.
    Naja was solls – ich habs selbst schon erlebt, daß man bei Gesprächen (u.a.)
    darüber erstmal verstohlen um sich herum schaute, wer zuhören könnte – soweit
    sind wir schon….

  29. Man muss auch unter Betracht ziehen, dass die Israeliten/Kanaaniter ab der Eisenzeit I (ab 1200 v.Chr.) anfingen, auf Schweinefleisch zu verzichten.

    Wenn ich mich nicht irre, war es auch so teilweise in aramäischen Gebieten.

    Die einzigen, welche in Kanaan noch Schwein verzehrten, waren die Philister, die ihre Nutztiere aus der Ägäis (Kreta?) mitbrachten, und später auch die Bewohner aus dem Nordreich Israel, welche wie bekanntlich „vom Glauben abgefallen sind“.

    Warum aber letztendlich auf Schwein verzichtet wurde, weiß man trotzdem nicht so genau.

    Übrigens: Auch Hunde sind im Islam zum Verzehr verboten, da alle Jagdtiere mit Fangzähnen ebenfalls als unrein gelten.

    Was aber das Phänomen angeht, in der viele Muslime sich vor Schweinefleisch sehr ekeln, finde ich sehr merkwürdig, (übrigens bin ich ebenfalls Moslem).

    Der Verstoß gegen die Speiseverbote sind in der Regel keine „Todsünden“, so verwundert es einen, dass aber viele Muslime aber kein Problem damit haben, in großen Mengen Alkohol zu konsumieren, was aber in der Tat eine große Sünde im Islam ist, zudem um ein vielfaches schädlicher als Schweinefleisch oder sonst was ähnliches!

    Nun hat sich das aber nun mal so kulturell heraus entwickelt, auch wenn es wenig Sinn ergibt, Meiner Meinung nach.

    • Ich habe bei Eberhard Zangger „Ein neuer Kampf um Tria“ folgende Variante gelesen, die mir schlüssig erscheint und sich mit deiner These im Wesentlichen deckt. Nur hier kannten nach Zangger die Kanäer/Israeliten die Schweine noch nicht, sondern hatten erst durch die Philister Kontakt mit ihnen.

      Nach den Verheerungen des Trojanischen Krieges und den nachfolgenden Staatszusammenbrüchen in Griechenland waren viele Griechen und Trojaner auf der Flucht. Der ägyptische Pharao hat diese Menschen an der Küste von Kanaa siedeln lassen. Sie brachten das Schwein aus ihrer Heimat mit. Sie wurden die Philister (die Griechen und Trojaner, nicht die Schweine).
      Die Kanaäer/Israeliten wollten sich von den Philistern abheben, die eine starke kulturelle und technologische Ausstrahlung hatten. Ein Mittel war die Unterscheidung der Essgewohnheiten, die sicher auch zu einer Abschottung der Landwirtschaftstechnologie führen sollte. Dies diente dem Erhalt der kanaäisch-israelitischen Kultur, die durch die Immigration der kulturell und technologisch weiterentwickelten Philister gefährdert war. Die treibende Kraft dahinter waren sicherlich die Priester und weltlichen Herscher, die ihre Macht durch den Philistereinfluss gefährdet sahen.

  30. Ich kann mich noch gut erinnern, dass bei Hausschlachtungen der Fleischbeschauer gerufen werden musste, um das Schweinefleisch auf Trichinen hin zu untersuchen. Bei uns wurde er einmal fündig und das geschlachtete Schwein musste vernichtet werden. Lange Zeit dachte ich, dass die Gefahr der Trichinose der Hauptgrund für die religiöse Ablehnung des Verzehrs von Schweinfleisch ist, jetzt denke ich, dass die Ablehnung einfach kulturell begründet und nur religiös unterstützt ist.
    Seitdem ich gerne reise und bewusst die landesspezifischen Speisen genieße, habe ich meine anerzogenen Ekel-Hürden überwunden. Ich habe in Südamerika gegrillte Meerschweinchen und lebende Ameisen, in Südafrika gebratenes Krokodilfleisch und in China Seidenraupenkokons, Schlangenhaut, gegrillte Skorpione und viele andere leckere Speisen gegessen. Ich wollte gerne auch Hundefleisch und Spinnen probieren, hatte aber dann doch nicht mehr die Zeit, um die Stände auf dem Nachtmarkt in Peking (sehr zu empfehlen) aufzusuchen.
    Viele dieser Speisen sind bei uns mit einem absoluten Tabu belegt. Meine Meinung ist, dass das bei uns vorherrschende Unverständnis über das Nichtesser von Rindern in Indien oder Schweinefleisch in anderen Regionen daher rührt, dass bei uns diese Tiere gegessen werden, bzw. das andere Unverständnis daher kommt, dass in anderen Regionen Tiere gegessen werden, die bei uns als nicht essbar betrachtet werden. Kurz: Unverständnis herrscht über das Essverhalten, das von unserem Essverhalten abweicht. Dass wir in Deutschland ebenfalls den Verzehr von vielen Tieren ablehnen und dabei Ekel empfunden wird, wird als normal betrachtet. Rationale Gründe kann man immer finden, ob sie zutreffen ist eine andere Frage. Dass in China fast alles gegessen wird, wird u.a. darauf zurückgeführt, dass China 20% der Weltbevölkerung stellt aber nur 8% der weltweit nutzbaren landwirtschaftlichen Fläche besitzt.
    Wenn mich jemand fragt, wieso Muslime und Juden kein Schweinfleisch essen, dann sage ich meist: Erkläre einem Chinesen, warum wir in Deutschland Hunde und Katzen füttern und Milliarden Euro dafür ausgeben und sie dann letzten Ende an Altersschwäche sterben lassen ohne sie zu essen, wieso wir die Ameisen im Garten mit Gift töten und sie nicht essen. In den meisten Fällen kommt dann Verständnis für Hindus und Muslime und Juden auf.

  31. 1. Bis 1964 war das Schlachten von Hunden und Katzen in Deutschland erlaubt.
    2. Auch heute noch sind Haus- und Wildschwein, Dachs, Bär und Pferd trichinenuntersuchungspflichtig.
    3. Schweine werden regelmäßig auf Salmonellen untersucht
    4. Rinder werden auf Bandwurmfinnen und Tuberkulose untersucht.
    Es gibt darüber hinaus bei der OIE eine lange Liste von Krankheiten, auf die bei der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung geachtet wird.

  32. Rind oder Schwein. Vegetarisch oder doch Fleisch. Laktosefrei. Glutenfrei. Weizenfrei. Bayern oder Schalke. Audi oder BMW. Offenbar muss der Mensch aus allem eine Religion machen um das „Wir“ und „Die“ zu unterstreichen. Gerade im Bereich der Ernährung gibt es aber mit Veganern, Clean-Eatern etc. mittlerweile jede Menge ebenso seltsamer Ersatzreligionen.

    Mir geht das alles auf den Sack! Man sollte meinen, dass sich aufgeklärte Menschen von abergläubischen und veralteten Bräuchen wie Religion nicht mehr vereinnahmen lassen sollten. Offenbar brauchen viele solche selbst auferlegten Verbote, um Halt im Leben zu finden.

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