Stoppt Gewalt im Namen der Religion – Interreligiöser Aufruf gegen die Vertreibung von Christen und gegen die Gewalt im Irak, Syrien, Israel und Gaza

Vor wenigen Tagen hatte ich einen (inzwischen vielfach geteilten) FB-Beitrag auch auf den Blog gestellt, in dem ich darauf aufmerksam zu machen versuchte, dass leider gerade auch das Internet derzeit sehr stark genutzt wird, um Botschaften der Polarisierung und Radikalisierung bis hin zu blanken Falschmeldungen zu verbreiten – mit beobachtbaren Auswirkungen bis in meinen eigenen Freundes- und Bekanntenkreis hinein! So wichtig das Beklagen aber auch sein mag – konstruktive Beiträge zählen noch mehr. Der Nürnberger Religionspädagoge Prof. Johannes Lähnemann hat einen gemeinsamen Aufruf des jordanischen Prinzen El Hassan Bin Talal mit muslimischen, christlichen und jüdischen Religionsgelehrten gegen „Gewalt im Namen der Religion“ und besonders gegen die Vertreibung der Christen und anderer religiöser Minderheiten aus der Region ins Deutsche übersetzt. Diese Übersetzung stelle ich hiermit online – den englischen Originaltext finden Sie auf der Seite von AlMonitor.

StopViolenceBinTalalAl-Monitor2014

Fenster zum Aufruf bei „AlMonitor“, mit Dank für die Genehmigung

Gemeinsamer Appell religiöser Führer gegen Gewaltakte im Namen der Religion

Amman , 24. Juli 2014:

In den vergangenen Tagen haben wir mit Schrecken gelesen, dass Christen aufgefordert wurden, die Stadt Mossul innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Wir haben auch von der Entweihung christlicher heiliger Plätze und deren Symbolen gehört – der Bombardierung von Kirchen und dem Kreuz, das von der St. Ephraims-Kathedrale entfernt wurde, dem Sitz des Syrisch-Orthodoxen Erzbistums in Mossul.

Diese Aktionen sind ein schrecklicher Schandfleck auf der stolzen Tradition des Pluralismus in einer Region, die die Heimat für Chaldäer, Assyrer und anderer Ostkirchen seit mehr als 1.700 Jahren gewesen ist. Tatsächlich hat die durch Gewalt hervorgerufene Zerstörung alle Bevölkerungsteile überflutet, die den Irak ausmachen – Turkmenen, Jesiden, Sunniten und Schiiten und Zehntausende arabischer Familien, die aus der Region entwurzelt wurden in Furcht um ihr Leben. Diese Schrecken erweitern sich täglich und folgen einer brutalen Periode der Kämpfe in Syrien. Gegenwärtig schätzen die Vereinten Nationen, dass jeder dritte Syrer dringend humanitäre Hilfe braucht. Wir können nicht schweigen und tatenlos zuschauen, wie das Leben der am stärksten Verletzbaren, unserer Frauen und Kinder, zerstört wird im Namen der Religion.

Wir sehen auch mit Betroffenheit die fortdauernde Situation in Israel und Gaza, und sind – abgesehen von dem Schrecken dieser Situation – besonders davon gequält, wie der Name der Religion herangezogen wird, um den Mord an unschuldigen Menschen zu rechtfertigen. Statements junger Leute in den sozialen Medien, die das Töten unschuldigen Lebens als „Gebot Gottes“ rechtfertigen, sind ein Zeugnis dafür, wie der Druck eines Lebens unter der Bedrohung von Gewalt die Gedanken und die moralischen Leitvorstellungen nicht nur beim Militär und bei Machtbesessenen, sondern auch bei normalen Zivilisten verschwinden lassen. Wir sollten alles in unserer Macht stehende tun, der Gewalt ein Ende zu setzen gerade dann, wenn die Anlässe dazu täglich auftauchen. Wir sollten jetzt – mehr denn je – das Wort aus Maleachi 2,10 ernst nehmen: „Haben wir nicht alle einen Vater?“

In dieser dunklen Zeit, wo wir Zeugen einer moralischen Krise unvergleichlicher Dimension werden, sollten wir das islamische Konzept haq el hurriya und haq el karama, das Recht auf Freiheit und das Recht auf menschliche Würde, ins Bewusstsein rufen, dessen sich Menschen aller Glaubensformen erfreuen sollten: „Wir erwiesen den Kindern Adams Ehre und trugen sie aufMeer und Land“ (Sure 17,70).

Es wäre angemessen für uns, uns an die Worte von Rabbi Magonet zu erinnern, der den Lobpreis zitiert: „Um aus der Enge zu gelangen, rief ich zu Gott; Gott antwortete mir mit einer tiefer greifenden Vision. Gib dem Ewigen Dank, der gut ist, denn Gottes Liebe ist ‚la-olam’ = ewig: für die ganze Welt.“

Und wir sollten den Erklärungen von seiner Heiligkeit Papst Franziskus zur Situation in Mossul höchste Aufmerksamkeit schenken: „Möge der Gott des Friedens in jedem das authentische Verlangen nach Frieden und Versöhnung wecken. Gewalt kann nicht durch Gewalt überwunden werden. Gewalt wird besiegt durch Frieden!“

Religiöse Führer und ihre Anhänger müssen ihre Kraft gewinnen aus den ethischen Grundsätzen, die den Aufbau unserer Zivilisation ermöglicht haben. Wenn Menschen sich an ihre religiösen Führer wenden, um Rat zu erhalten, dürfen sie nicht rigide Anweisungen erhalten, die aus einer Missinterpretation religiöser Überzeugungen resultieren. Im Gegenteil, sie sollen in der Lage sein, ihre Inspiration aus den klaren ethischen Standards zu erhalten, die sich zeitübergreifend bewährt haben, Standards, die geboren sind aus den zeitlosen Konzepten von Gerechtigkeit, Mitleid, Großzügigkeit und kreativer Fantasie.

In diesem Geist appellieren wir an die Machthaber in Mossul, im mittleren Osten und weltweit, dass die heiligen Räume, sowohl als gottesdienstliche Gebäude als auch in unseren Herzen, nicht zu Orten werden, die uns voneinander trennen. Sie sollten vielmehr Orte des Dialogs und des Austausches werden, so dass wir die Werte der menschlichen Würde und der Solidarität wahrnehmen, denen wir uns alle verpflichten. Nur wenn wir uns miteinander diesem Austausch verpflichten, werden wir in der Lage sein, einander besser zu verstehen.

Es ist Zeit, dass wir jetzt – mehr denn je – die Worte beachten, die uns der Koran mit auf den Weg gibt: „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ (Sure 2,256). Wenn wir diesen Ruf zur Versöhnung ignorieren, werden sich die Einstellungen weiter verhärten, und wir werden Zeugen, wie die Menschen im Irak auseinander gerissen werden – Muslime untereinander und zwischen den Menschen verschiedenen Glaubens in der Region. Wir können nicht zulassen, dass sich diese Tragödie in einem Land vollzieht, das die Heimat einer der ältesten menschlichen Zivilisationen der Welt ist. Wir müssen zurückzahlen, was wir Mesopotamien schulden.

Unterzeichner:

  • HRH Prince El Hassan bin Talal, Founder and Chairman, Royal Institute for Inter-Faith Studies (RIIFS) and Co-Founder & Chairman of the Foundation for Interreligious and Intercultural Research and Dialogue (FIIRD)
  • Mr. Jamal Daniel, Co-founder, Vice President and Trustee, Foundation for Interreligious and Intercultural Research and Dialogue (FIIRD)
  • Chief Rabbi René-Samuel Sirat, Co-Founder & Secretary, Foundation for Interreligious and Intercultural Research and Dialogue (FIIRD)
  • Michael L. Fitzgerald, Board Member, Foundation for Interreligious and Intercultural Research and Dialogue (FIIRD)
  • His Eminence Metropolitan Emmanuel of France (Ecumenical Patriarchate) Board Member, Foundation for Interreligious and Intercultural Research and Dialogue (FIIRD)
  • Dr. William Vendley, Secretary General of Religions for Peace
  • Dr. Ahmed Al Kubaisi, Founder of Scholars Association, Iraq
  • Dr Ahmed Abbadi, Secretary-General of the League of Mohammedan Scholars in Morocco

Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

77 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Gelebter Pluralismus wäre die Lösung für den aktuell vorhandenen Pluralismus in Libanon, Syrien, dem Irak, Palästina und Israel. Doch die Region ist noch nicht so weit. (Fast) Jede Gruppe strebt die absolute Macht an und will die anderen marginalisieren, vertreiben oder eliminieren. Das Minderheitenregime Assads wurde überhaupt erst möglich, weil es den verschiedenen ethnischen Gruppen eine gewisse Sicherheit gegenüber Übergriffen der andern Gruppen gab. Zugleich nützte Assad die Rivalitäten der verschiedenen Gruppen für sich aus. Im Irak ist das Äquivalent von Assad, nämlich Saddam Hussein, inzwischen gestürzt worden, was den Kampf zwischen Sunniten und Shiiten neu „belebte“. Im Irak haben inzwischen die meisten Christen das Land verlassen und die wenigen die übriggeblieben sind werden im neuen ISIS-Staat mit dem Tode bedroht.
    Thomas Friedman, der häufig den Nahen Osten besucht und über seine Einsichten in der New York Times schreibt, meint in Not Just About Us:

    The Middle East is a highly pluralistic region — Shiites, Sunnis, Kurds, Christians, Druze and various tribes — that for centuries was held together from above by iron-fisted colonial powers, kings and dictators. But now that vertical control has broken down, before this pluralistic region has developed any true bottom-up pluralism — a broad ethic of tolerance — that might enable its people to live together as equal citizens, without an iron fist from above.

    For the Arab awakening to have any future, the ideology that is most needed now is the one being promoted least: Pluralism.

    No sustainable progress will be possible, argues Muasher [früherer jordanischer Aussenminister], without the ethic of pluralism permeating all aspects of Arab society — pluralism of thought, pluralism in gender opportunities, pluralism in respect to other religions, pluralism in education, pluralism toward minorities, pluralism of political parties rotating in power and pluralism in the sense of everyone’s right to think differently from the collective.

    • @ Herr Holzherr :

      (Fast) Jede Gruppe strebt die absolute Macht an und will die anderen marginalisieren, vertreiben oder eliminieren.

      Politisch sicherlich richtig oder „richtig“ angemerkt, aber die Veranstaltungslage die Alawiten, Christen und Juden in Syrien betreffend oder auch in anderen einschlägigen Ländern, muss sachlich so nicht korrekt wiedergegeben sein.

      HTH
      Dr. W

      • Als ich in Suleymania, im irakischen Kurdistan war, meinten viele Kurden, sie wollten nicht unbedingt Autonomie, sie seien zufrieden mit ihrem Status als Iraker. Als dann die Unruhen in Bagdad einen neuen Höhepunkt erreichten, meinten die Gleichen, das beste wäre es, Kurdistan mit einer Mauer abzugrenzen. Wenn es keine landesweite Sicherheit mehr gibt, sucht man die Sicherheit in der eigenen Region, in der eigenen Ethnie oder Gruppe. Der Zerfall der staatlichen Ordnung wie er jetzt im Irak, in Lybien und in Syrien festzustellen ist, verstärkt die Abgrenzungstendenzen. Kleine Minderheiten wie die Christen müssen in solch einer rechtlosen Situation gar um ihr Leben fürchten. Alle misstrauen allen, die nicht zur eigenen Gruppe gehören. Unter diesen Umständen wieder Vertrauen aufzubauen ist äusserst schwierig.

        • @Martin Holzherr

          Ich fürchte, mit dieser Einschätzung haben Sie Recht: Vertrauen, der Sicherheit, Kompromisse und Dialog erst ermöglicht, ist kostbar – und schnell zerstört… :-/

  2. Die Religion steht oft im Dienste einer Ideologie, die die eigene Religion gegen andere Glaubensbekenntisse durchsetzen will – und das mit aller nur denkbaren Gewalt.
    Im Artikel Toward a Nonviolent, Pluralistic Middle East sieht man ein Bild mit Demonstranten, die alle ein Plakat hochhalten mit der Inschrift: „ISLAM will dominate the world. Freedom can go to hell“. Ich behaupte die Demonstranten, die für so etwas einstehen, wissen gar nicht was sie tun, was das bedeutet. Die Millionen von Flüchtlingen in Syrien, die Exekutionen im neuen Staatsgebiet der ISIS, der Zerfall des Iraks – all das geht auf fehlende Toleranz und fehlenden Pluralismus zurück.
    Einige Führungsgestalten dieser Region haben dieses Problem inzwischen erkannt. Sogar der irankische Grossajatollah Al Sistani, who supports a state whose laws are fully compatible with Islam while calling for an end to sectarian „hatred and violence.“ It could be noted further that he does not believe an Islamic state to be incompatible with elections and various civil liberties
    Auch ein grosser Teil der Bevölkerung des nahen Ostens ist gegen Gewalt, es gewinnen aber immer wieder die Heissporne und Hassprediger, denn Hass motiviert weit mehr als es der Wille zur Versöhnung tut.

  3. Es ist viel wert, dass es den interreligiösen Dialog gibt, um für den Frieden zu wirken. Vergessen wird aber leider auch, dass nichtreligiöse Menschen sich da wiederfinden können, denn fast alle Religionen, die im Abrahamitischen wurzeln, verstehen es nicht, dass ein Mensch, der einfach nicht glauben kann zu einer ihm angebotenen Religion finden kann. Man kann nicht, wie beim Radio, auf einen Knopf drücken, und nur, weil dir sonst eine Strafe droht, wirst du mit einem Male gläubig. Würden alle Christen, Muslime und Juden es ernst nehmen, dass es, wenn es keinen Zwang im Glauben geben darf, es auch keinen Zwang zum Glauben geben sollte, dann würde man einen Anders=oder Nichtgläubigen nicht mehr verfolgen. Wenn du ein Auge oder eine Hand verloren hast, dann sagt man dir doch auch nicht, du solltest dir schnellstens eine neue Hand oder ein neues Auge zulegen, oder? Und dann wird man auch den verfolgen, der aus Angst um sein Leben die vorgetäuschte Religiosität wie eine Prothese hüten oder verstecken.

    • @Inge Koch

      Dem stimme ich völlig zu – ergänzt um den Hinweis, dass gerade auch in (Ost-)Deutschland zuletzt religiöse Menschen von nichtreligiösen Machthabern über Jahrzehnte hinweg unterdrückt und diskriminiert wurden (und z.B. in China, Nordkorea, Kuba etc. noch werden). Nicht nur Religionen, auch Weltanschauungen können intolerant und totalitär werden.

      Dies macht m.E. den Dialog auch zwischen Religiösen und Nichtreligiösen umso wichtiger. Mit der auch öffentlichen Präsentation von empirisch und evolutionär orientierter Religionswissenschaft versuche ich zu neuen Gesprächsgrundlagen beizutragen – wobei ich mir keine Illusionen mache: Viele ganz Entschiedene auf allen Seiten wollen gar keinen Dialog, sondern Abgrenzung. So sind wir Menschen halt…

      • Dass eine Pfarrerstochter in der DDR Physik studieren, promovieren und für Agitprop zuständig sein konnte ist ein Zeichen dafür dass es eben keine Diskriminierung und Unterdrückung aufgrund von Religion gab.

        Verfolgt wurde wer gegen die Regierung opponiert hat. Ob religiös oder nicht war dabei egal.

        • Es ist überraschend – und dann doch wieder eigentlich nicht -, dass es auch heute noch Stimmen gibt, die die DDR-Diktatur (unter der u.a. auch direkt meine Familie zu leiden hatte) zu verniedlichen und die Diskriminierung von Christen zu leugnen versuchen. Dabei kann man sich überall, selbst auf Wikipedia, dazu längst ausführlich informieren:
          http://de.wikipedia.org/wiki/Christen_und_Kirchen_in_der_DDR

          In einem Punkt will ich Ihnen, @GST, aber Recht geben: Das DDR-Regime fürchtete nicht grundlos die Oppositionskraft des Glaubens bzw. der Kirchen. Die (aus Religiösen & Nichtreligiösen bestehende) Freiheitsbewegung sammelte sich schließlich vor allem auch in den Kirchen – von dort ging die erste freiheitliche und friedliche „Revolution der Kerzen“ auf deutschem Boden aus. 🙂

          • Die Kirchen waren die einzig verfügbaren größeren Räume die man nutzen konnte. Wer glaubt dass der christliche Glaube entscheidend für die Veränderungen in der DDR war belügt sich selbst (und ggf. andere).

            Klar wurden die Kirchen in der DDR diskriminiert, schließlich haben die Kirchen im Westen wesentlich mehr Geld vom Staat bekommen als in der DDR:
            http://www.staatsleistungen.de/184/zahlungen-in-der-ddr-1949-1989

          • @GST

            Ganz genau – und dass es nur den Kirchen gelang (übrigens z.B. auch in Polen u.a.), gegen die staatliche Repression „größere Räume“ (auch des Versammelns, Denkens und Diskutierens) frei zu halten, verweist genau auf das Potential von Religiosität für Vergemeinschaftung und alternative Gesellschaftsentwürfe.

            Übrigens: In den USA haben wir die strikteste Trennung von Religion und Staat, keine Kirchensteuern, keinen staatlichen Religionsunterricht, keine staatlich finanzierten theologischen Fakultäten, keine Staatsverträge und -leistungen etc. Und dennoch (und deswegen!) ist die religiöse Landschaft in den USA sogar besonders lebendig. Falls es Sie interessiert:
            http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/yes-we-believe-religi-se-und-zivilreligi-se-str-mungen-in-den-usa/

            Auf jeden Fall beste Grüße!

          • Herr Blume, lassen Sie mich raten…

            …es ist nur dem Christentum und eifrigen Missionaren zu verdanken, das der Westen nach der Maueröffnung nicht von einer Horde wildgewordener Atheisten überrannt wurde.
            Man hat Ihnen schnell was von „Jesus hat Dich lieb und ist für deine Sünden gestorben“ erzählt, eine Bibel in die Hand gedrückt und die Welt war gerettet.

            So war es doch, oder? Enttäuschen Sie mich bitte nicht…

          • @ Blume @ stephancologne

            Gefällt mir! Ich liebe es, wenn der Schalk nicht ganz vergessen ist. Ich glaube sogar, daß man ohne Smiley auskommt.

    • Einen Zwang zum richtigen Glauben kennen auch die abrahamistischen Religionen nicht, wenn dies in den entsprechenden Sätzen aus den heiligen oder kanonischen Büchern auch oft im Unklaren bleibt. Vielmehr gilt als Antichrist, als Satan, wer falsches Zeugnis ablegt, derjenigen Moslem also, der den Islam aktiv verneint indem er ein anderes Bekenntnis annimmt oder derjenige Christ, der Gott in der Öffentlichkeit verneint, der steht tatsächlich auf der Abschussliste. Wie muss man das interpretieren? Die erste abrahamistische Relgion, das Judentum, vereint Religion, ethnische Zugehörigkeit und Kultur/Gemeinschaft. Man sollte bei dieser Frage mehr an die Gemeinschaft als an den Glauben an Gott denken: Wer gegen die Gemeinschaft agiert, muss ausgestossen werden. Im Islam und teilweise auch im Christentum wurde diese ethnische/gemeinschaftliche Seite des Judentums übernommen.

        • Ich bin der Herr _dein_ Gott. Ich finde die Vorstellung, daß es eine intime Beziehung ist nach wie vor sympathisch. Manche sagen auch, daß es in die Privatsphäre gehört.

          • Das dachte ich auch mal – sehr überzeugt. Ich muß das neu denken. Was rauskommt, steht noch nicht fest.

            @ Blume
            Der Aufruf ist eine notwendige und überaus große Geste, die eine dringende Sorge zum Ausdruck bringt. Das ist auch mutig, sich aus dem Chaos heraus diesem Chaos so zuzuwenden. Leider scheint es nur bis in diesen Blog geschafft zu haben. Übliche Medien ließen nichts von ihm wissen.

            Wenn den Religionen dieser Welt aber etwas am Frieden und Freundschaft in der Welt liegt, fehlt aber noch die eine oder andere!? Ich kann mich am Glauben vieler Menschen sicher mitreißen lassen.

          • „Ich bin der Herr, dein Gott“ ist allerdings die extrem stark verkürzte Version.

          • Zugegeben! Aber schön. Es ist Poesie, Dichtung, Tröstung. Es ist eben keine Wissenschaft -na und? Ist etwa der Quartsextakkord des zweiten Satzes der 7. Sinfonie auf der Eins L. v. Beethovens irgendwie wissenschaftlich relevant? Möglicherweise für Musikwissenschaftler. Für mich als Dödel zählt die Wirkung. Die Wirkung wurde nicht verfehlt -auch Nietzsches Antichrist verfehlte seine Wirkung nicht. Ein Gott muß das aushalten! Wenn nicht -dann kann er mich gern haben!

          • @Hilsebein

            ..wollte mich gerade ausklinken…..
            „Ein Gott muß das aushalten! ….“ ..eine sehr selbstbewusste und auch gesunde Aussage. Und gewiss tut er es! Wie sonst würden Sie so leben und reden können? Und wie sonst könnte er die Liebe sein?

            Solange dies echte Suche ist, ist es sicherlich, so denke und hoffe ich, OK. Aber wenn ein bewusstes ‚ewiges Spiel‘ daraus wird, wird es lieblos und tödlich, weil auch wieder nur eine Variante von Krieg.

  4. Gewalt ist eher ein Tool, ein Mittel zum Zweck. Religionen definieren sich aber eher durch ihre Zwecke und Ziele und weniger durch die Mittel, die sie nutzen. Die Bewertung der Mittel sehe ich eher als eine Frage der Ethik und des Zeitgeistes. Die Feststellung, dass Religion nicht die Ausübung von Gewalt fordert ist damit überflüssig.

    • Religionen definieren sich aber eher durch ihre Zwecke und Ziele und weniger durch die Mittel, die sie nutzen.

      Ausnahmen soll es geben.

      Die Bewertung der Mittel sehe ich eher als eine Frage der Ethik und des Zeitgeistes.

      Nicht im aufklärerischen Sinne.

      HTH
      Dr. W

    • Mord war schon immer Unrecht.
      Das hat nicht im geringsten etwas mit dem Zeitgeist zu tun und widerspricht jeglichem Verständnis von Ethik.
      Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob das Opfer verbrannt wird, im Kerker krepiert, zu Tode gefoltert oder wegen Blasphemie den Kopf verliert.

      • „Mord war schon immer Unrecht“ ist eine Tautologie, denn das Wort Mord beinhaltet eine Wertung. Für Mohammed war die Tötung eines Konvertiten aber kein Mord sondern die Pflicht jedes aufrechten Muslims. Für Mohammed gab es nur sehr wenige Gründe um jemanden vom Leben in den Tod zu befördern. Einer war der Abfall vom Glauben.
        Wenn sie sich an der lustvoll zelebrierten Tötung von Blasphemikern stören, dann haben sie sich selbst einem Glaubenssystem angeschlossen das genau so in der Luft hängt wie überlieferten Religionen.

        • Nette Rabulistik.
          Unterm Strich bleibt allerdings die bittere Realität, das einem Menschen das Leben genommen wurde.

          Und mal ehrlich, da gehöre ich gerne einem (wie Sie es nennen – warum auch immer) Glaubenssystem an, dass den Mord/die Tötung eines Menschen aus rein ideologischen Gründen verurteilt.
          Aber eigentlich nennen es die meisten Vernunft.
          Ist halt nicht jedermanns Sache.

          • Vielleicht fehlt Ihnen die Einsicht, dass Sie nicht so „aufgeklärt“ und „vernünftig“ sind, weil Sie selbst so klug und vernünftig sind, sondern weil Sie das Glück hatten, in eine Gesellschaft hineingeboren worden zu sein, die zu einem relativ aufgeklärten und vernünftigen Umgang miteinander gefunden hat, nach Jahrhunderten blutigster Auseinandersetzungen (z.B. Dreißigjähriger Krieg, I. und. II. Weltkrieg, Nationalsozialismus, Kommunismus).

            Wenn Sie ihre Argumente für so stark halten, hindert Sie keiner daran, die Fundamentalisten dieser Welt aufzuklären und einem humanistischen Atheismus zuzuführen. Wenn Sie Erfolg haben sollten, winkt ja vielleicht der Friedensnobelpreis.

          • Nette Rabulistik.
            Unterm Strich bleibt allerdings die bittere Realität, das einem Menschen das Leben genommen wurde.

            Herr Holzherr hat zumindest hiermit – „Mord war schon immer Unrecht“ ist eine Tautologie, denn das Wort Mord beinhaltet eine Wertung. – schlicht im Gemeinten recht, auch wenn eher ein Pleonasmus vorliegen könnte, ‚Rabulistik‘ aber nicht.

            Und mal ehrlich, da gehöre ich gerne einem (wie Sie es nennen – warum auch immer) Glaubenssystem an, dass den Mord/die Tötung eines Menschen aus rein ideologischen Gründen verurteilt.
            Aber eigentlich nennen es die meisten Vernunft.

            Hier scheint Pazifismus vorzuliegen, wobei dieser zumindest gelegentlich mit der Vernunft kollidiert.

            HTH
            Dr. W

          • @ Dr. Webbaer:
            Ich weiß ehrlich nicht, was jetzt Pazifismus hier zu suchen hat?
            Ich hab kein Problem damit, jemandem auf’s Maul zu hauen, wenn es die Situation erfordert.

            Den Unterschied zwischen Mord aus niederen Beweggründen und einer blutigen Nase kennen Sie?
            Ich hoffe doch sehr.

            @ Paul Stefan

            Wenn Sie sich aan einer „lustvoll zelebrierten Tötung von Blaspehmikern“ nicht stören, gratuliere ich zu ihrem Charakter.
            Den Friedensnobelpreis werden Sie damit zwar nicht gewinnen, aber in einer ideologischen/religiösen Diktatur werden sie bestimmt Karriere machen.

            Zu dem lebe ich in einer Gesellschaft, die es geschafft hat, sich in einem erbitterten Kampf gegen die Religionsgemeinschaften vom klerikalen Muff zu lösen. Dieser Kampf dauert bis heute an.
            Auch ich wurde getauft, in einen katholischen Kindergarten gesteckt, Religionsunterricht – das volle Programm.
            Hat aber nicht gefruchtet.
            Zum Glück hab ich mich meiner Vernunft bedient.
            Die sagt mir nicht nur, dass es falsch ist einem anderen Menschen das Leben zu nehmen, sondern auch (wie bereits erwähnt), dass kein anderes Lebewesen Religion für ein soziales miteinander benötigt.

            Versuchen Sie es mal mit Vernunft. Tut gar nicht weh.
            Und wo sie schonmal dabei sind, denken sie einfach mal darüber nach, dass Sie der Blasphemiker sein könnten.
            Seien sie froh, dass Sie in einer, zum Großteil, säkularen Gesellschaft leben, die ihnen Garantiert, nicht zum brennenden oder kopflosen Blaspehmiker verurteil zu werden.

          • @ stephancologne :
            Also wie bereits geschrieben, hier und Sie zitierend: ‚(…) dass den Mord/die Tötung eines Menschen aus rein ideologischen Gründen verurteilt‘ scheint Pazifismus vorzuliegen.
            Sie dürfen aber gerne noch auflösen.

            MFG
            Dr. W

    • @GST, @itna

      Sieht so aus, als wären Sie beide ein Opfer meiner unten geschilderten Manipulation und gehörten zu denen, die über den Tisch gezogen wurden. Wäre schade, sehr schade. Bibel lesen sollte man richtig lernen. D.h. lesen alleine ist in diesem Fall kein Lesen.

      „The devil can cite scripture for his purpose“ (Shakespeare)
      (Um sein Ziel zu erreichen, zitiert der Teufel sogar aus der Bibel.) Der Spruch ist Ihnen sicher bekannt.

      Ich habe Ihren Link jetzt nicht gecheckt, aber wer mit Ihrer Vorstellung von Religion Bibelzitate zusammenstellt, macht voraussichtlich genau das.

      • Es gab mal eine Zeit, da waren Gott und Teufel gar nicht getrennt gedacht:

        „Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr,
        7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.“ (Jesaja 45,6-7)

        Aber Huhuuuu -ich bin der Leibhaftige! Ich wage es, die Bibel zu zitieren. Nur die gebenedeite Eli vermag die Bibel richtig zu lesen. Soll ich Ihnen jetzt die Füße küssen?

        • @Dietmar Hilsebein

          Schön, dass Sie sich mal wieder melden. Und danke, genau auf das Zitat habe ich ‚gewartet‘, hatte es so schnell nicht parat, sonst hätte ich vielleicht sofort zwei Worte dazu gesagt. Ich für heute muss ich Schluss machen, kann nur noch kurz reagieren. Das Thema wäre außerdem zu umfangreich. Nur das:

          „Es gab mal eine Zeit, da waren Gott und Teufel gar nicht getrennt gedacht:“

          eben gedacht und zwar von Menschen gedacht, in dem Maße wie man Gott seinerzeit aus der menschlich erblindeten Perspektive heraus zu sehen in der Lage war. Und eben noch lange nicht frei von menschlichen Projektionen. Mit dieser unserer Unfähigkeit muss auch ein Gott vorlieb nehmen, wenn er uns die Freiheit lassen will, ihn neu zu finden…. auch um den Preis, dass seine Boten getötet werden, weil sie Gottes Gewaltlosigkeit kompromisslos leben.

          Und weil es sich bei dem Freiwerden von Projektionen – um eine Entwicklung unsererseits handelt, kann man die Bibel nur innerhalb der sich entwickelnden Glaubensgemeinschaft aktuell richtig lesen. Blind sind wir Gott gegenüber – und deshalb auch gegenseitg – immer noch, aber immerhin wissen wir heute z.B., dass es Projektionen gibt, mit denen wir Andere überziehen können und sie auf unsere Vorstellungen von ihnen festnageln, während sie im Grunde völlig anders sind….. ( wie z.B. Ihre Projektion mir gegenüber)
          Um wieviel mehr wird das Gott gegenüber geschehen und zwar ständig, ‚Teufel‘ inklusive.

          Das angebliche Bilderverbot des AT wurde m.E. immer falsch verstanden. Es ging dabei nicht um Gemälde, Statuen, also Kunstwerke etc. sondern um menschliche Projektionen auf Gott.

          Es wird noch dauern, bis wir uns davon wirklich frei machen können.

          • „eben gedacht und zwar von Menschen gedacht“

            Habe ich auch ganz bewußt so geschrieben. Was denn sonst? Ich muß mich ja Ihnen gegenüber nicht ständig wiederholen. Es gibt schlicht nur die perspektivische Sicht sowohl auf die „Welt“ als auch auf das, was in unserem Hirn herumspukt.

          • @Dietmar Hilsebein

            Klar, haben Sie das bewusst so geschrieben. Aber warum betonen Sie das jetzt? Damit ist Ihre Aussage ja nicht schon identisch mit der meinen, auf dass ich dies nicht großartig erwähnen müsste. Ich schrieb:

            „…eben gedacht und zwar von Menschen gedacht, in dem Maße wie man Gott seinerzeit aus der menschlich erblindeten Perspektive heraus zu sehen in der Lage war. Und eben noch lange nicht frei von menschlichen Projektionen.“

            Ich weiß von Ihnen als ‚Nietzschianer‘ 😉 nur, dass es für Sie keinen Gott gibt, dass er sozusagen „in unserem Hirn herumspukt.“ Das dürfte so ziemlich im Gegensatz zu meiner Aussage stehen, dass Gott existiert, dass er aber um der seinsgrundlegenden Freiheit und Liebe willen damit ‚vorlieb nimmt‘, dass wir ihn wegen unserer hausgemachten Blindheit in unserer auf uns zugeschnittenen Wahrnehmungswelt vorerst mit Projektionen überziehen, ehe wir wieder in Freiheit lernen, Ihn zu sehen, wie er ist.

            Oder verstehe ich Ihre Antwort falsch? Vielleicht diesen Satz:

            „Es gibt schlicht nur die perspektivische Sicht sowohl auf die „Welt“ als auch auf das, was in unserem Hirn herumspukt.“

            Na ja, was es „NUR“ gibt, wissen wir doch beide nicht, würde ich mal sagen. Wir kennen Bereiche, Ausschnitte des großen ‚Kuchens‘ unserer Realität. Webbaer würde vielleicht sagen, wir leben in oder kennen nur Schichten. 🙂 Vielleicht meint er damit, was andere, mehr räumlich physikalisch Denkende mit Dimensionen bezeichnen, während er nackt konstruktivistisch denkt. Aber was genau meinen Sie mit „perspektivische Sicht“? Sind wir uns darin näher als es scheint? Perspektivisch ist ja im Prinzip eine Außenaufsicht.

          • @ Eli Schalom

            Ich weiß von Ihnen als ‚Nietzschianer‘ 😉 nur, dass es für Sie keinen Gott gibt, dass er sozusagen „in unserem Hirn herumspukt.“

            Das, was wir über „Gott“ aussagen, ist ein Spuk im Hirn -soweit, so belanglos. Was „Gott“ an sich und für sich ist, darüber können wir nichts wissen. Das betrifft auch die gegenständliche Welt. Dazu kommt noch, daß jeder einzelne unserer Sinne getäuscht und unser Verstand vernebelt sein kann. Anderseits ist ohne unsere Sinnenwelt und ohne unserer Verstandestätigkeit erst recht nichts auszumachen. Was bleibt? Wo zwei oder drei versammelt sind, wird zwar mehr gesehen als wenn nur ein Einzelner aus seiner Perspektive ( Perspektive meint hier die Einnahme eines Standpunktes, der unweigerlich eintritt, da wir verschiedenen Einflüssen unterliegen) auf die Welt schaut. Doch auch da ist es eben die Perspektive einer Gruppe. Auch 10 Mrd. Menschen können nicht wissen, was die Welt oder gar Gott an sich und für sich sind, da wir nun einmal einer Schwabbelmasse unterliegen, welche wir Hirn nennen. Also bleibt uns nur, eine gewisse Bescheidenheit an den Tag zu legen.

          • @ Dietmar Hilsebein

            “ Was „Gott“ an sich und für sich ist, darüber können wir nichts wissen. Das betrifft auch die gegenständliche Welt. (…) Auch 10 Mrd. Menschen können nicht wissen, was die Welt oder gar Gott an sich und für sich sind, da wir nun einmal einer Schwabbelmasse unterliegen, welche wir Hirn nennen.

            Die Schwabbelmasse hat bei mir wohl den Klick ausgelöst:

            Mit dem Stolz des letzten Teils des Zitats (s. Hervorhebung) widersprechen Sie ja doch der Bescheidenheit des ersten Teils und somit auch Ihrem letzten Satz: “ Also bleibt uns nur, eine gewisse Bescheidenheit an den Tag zu legen“

            Die Schwabbelmasse unseres Hirns, hat der Mensch ja nun endlich glücklich erforscht, wir können sie, so glauben wir, mit unserem ‚Wissen‘, unserer Naturwissenschaft erfassen. Das ist unsere Leistung, unsere Herrschaft. Dieser, von uns stolz erkannten Schwabbelmasse zu unterliegen, ist dem menschlichen Stolz doch wahrhaftig lieber, als zuzugeben, dass wir im Grunde dennoch nicht wissen, wem wir unterliegen. Dass wir einer solchen Schwabbelmasse unterliegen, glauben wir gerne zu wissen. Wäre es nicht die weitaus größere Bescheidenheit, zuzugeben, einem Schöpfer zu unterliegen, an den unser Wissen voraussichtlich nie dran kommen kann? Über den wir nie männlich stolz herrschen können? Dessen Hilfe wir dezidiert brauchen, um ins ganze Leben zurück zu finden. War das vielleicht auch Nietzsches Problem?

            “ Wo zwei oder drei versammelt sind,…. „

            Zitieren Sie diese Worte auch mit Absicht? Denn damit leitet Jesus eine seiner zentralen Weisungen ein: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)

            Sie schreiben weiter und antworten mir damit auf meine Frage zur Perspektive:

            Wo also mehrere versammelt sind, „wird zwar mehr gesehen als wenn nur ein Einzelner aus seiner Perspektive ( Perspektive meint hier die Einnahme eines Standpunktes, der unweigerlich eintritt, da wir verschiedenen Einflüssen unterliegen) auf die Welt schaut. Doch auch da ist es eben die Perspektive einer Gruppe.“

            Demnach fehlt Ihnen da die ganz anders gelagerte Erfahrung, die Jesu mit den Worten: „da bin ich mitten unter ihnen“ anspricht. Aber würden sie sie kennen, würden wir hier wohl kaum so diskutieren. Näheres dazu ist jetzt hier und heute zu viel.

            Aber weil es da weit mehr gibt, ist „Das, was wir über „Gott“ aussagen, [ist] [k]ein Spuk im Hirn“ auch nicht im ‚gemeinsamen‘ Hirn.
            Gleichwohl, das sind noch Sternstunden oder besser Sternsekunden……. gleichwohl großartige Aussichten.

            „Es ist eben keine Wissenschaft -na und? „

            Was in unserem Hirn und in unseren Genen „spukt“ ist eben weit mehr als die uns derzeit mögliche, begrenzte Wissenschaft. Soviel Bescheidenheit muss sein.

          • PS:
            In Ergänzung zu dem Satz:

            „Dass wir einer solchen Schwabbelmasse unterliegen, glauben wir gerne zu wissen. Wäre es nicht die weitaus größere Bescheidenheit, zuzugeben, einem Schöpfer zu unterliegen, an den unser Wissen voraussichtlich nie dran kommen kann? Über den wir nie männlich stolz herrschen können?“

            Das fehlte noch:
            an den wir bescheiden glauben müssen, will heißen, für den wir uns glaubend entscheiden müssen, um zu ihm zurück zu finden. Dass wir glauben müssen, um dann zu erfahren und zu sehen, das geht doch gegen so manchen Stolz. Und dann muss die Wissenschaft herhalten, um diesen Stolz zu rechtfertigen….

            Vielleicht sind Sie ja gar nicht so stolz und haben Sich nur von Nietzsche so anstecken lassen. Das ist doch verführerisch, wenn jemand diese Stolzproblematik so knallhart zum Besten gibt. Oder?

          • @ Eli Schalom

            „Die Schwabbelmasse unseres Hirns, hat der Mensch ja nun endlich glücklich erforscht, wir können sie, so glauben wir, mit unserem ‚Wissen‘, unserer Naturwissenschaft erfassen. Das ist unsere Leistung, unsere Herrschaft. Dieser, von uns stolz erkannten Schwabbelmasse zu unterliegen, ist dem menschlichen Stolz doch wahrhaftig lieber, als zuzugeben, dass wir im Grunde dennoch nicht wissen, wem wir unterliegen.“

            Hier unterstellen Sie mir eine Ansicht, die ich nicht vertrete. Ich habe stets zu allen Zeiten der Hirnforschung kritisch gegenübergestanden. Ich bin sogar geneigt zu sagen, daß ich mich meines Hirns bediene, es als Werkzeug gebrauche. Das ist der Rest Metaphysik, den ich mir vorbehalte. Doch auch hier bin ich skeptisch, denn es könnte sein, daß Teile des Hirns über andere Teile reflektieren. Und weil Sie gerade Nietzsche erwähnen. Hier habe ich noch einen schönen Satz von ihm:

            Ich nehme ein paar Skeptiker beiseite, den anständigen Typus in der Geschichte der Philosophie: aber der Rest kennt die ersten Forderungen der intellektuellen Rechtschaffenheit nicht. Sie machen es allesamt wie die Weiblein, alle diese großen Schwärmer und Wundertier, – sie halten die „schönen Gefühle“ bereits für Argumente, den „gehobenen Busen“ für einen Blasebalg der Gottheit, die Überzeugung für ein Kriterium der Wahrheit.

          • @ Eli Schalom

            Bitte antworten Sie darauf nicht mehr. Es ist ohnehin sinnlos. Außerdem hieße das, Herrn Blumes Blog zu mißbrauchen.

          • Ich hätte ohnehin nur so geantwortet:

            🙂

            und gemutmaßt, dass der Nietzschetext ’nur‘ eine kleine emotionale Retourkutsche war. 😉

            aber bzgl. des Blogthemas/Autors haben Sie Recht

      • Sie brauchen nicht auf den Link zu klicken.
        Reicht, wenn Sie sich ihre Bibel durchlesen. Da steht das gleiche drin.

        • Hallo @Stefan aus Köln 😉

          ….nein, das, was ich meine, steht SO(!) nicht in der Bibel. Ich schrieb: „…., wer mit Ihrer Vorstellung von Religion Bibelzitate zusammenstellt,macht voraussichtlich genau das.“

          Ich frage mich, ob das Ihrerseits jetzt reine Polemik ist, oder ob Sie meinen Kommentar einfach nicht verstanden haben, falsch lesen, missverstehen. Im letzteren Fall würde ich versuchen, die Aussage verständlicher zu machen. Für Polemik wird hoffentlich Ihnen wie mir die Zeit zu kostbar sein, nicht zuletzt weil Polemik eine Art Kriegsersatz ist und es hier im Artikel gerade um Gewaltverzicht geht.

          „Ebenso erstaunlich ist, das sich Altruismus ganz ohne strafenden Spannerschöpfer entwickelt.“

          Solch ein Schöpfer ist z.B. eine, wie in meinem obigen Kommentar erwähnte Projektion menschlicher Blindheit, die ein Gott, der die Liebe ist, gerne für uns aushält, bis wir das Rad neu erfunden haben und begreifen, wie dieser Schöpfer wirklich ist.

      • Selbstverständlich sollte man lernen wie die Bibel „richtig“ zu lesen ist, d.h. wie man die unangenehmen Stellen ignoriert oder uminterpretiert.

        Zitiert aus der Einheitsübersetzung (von bibleserver.com, sonst müsste erst zu meinen Eltern und dort auf Papier nachschlagen):

        1 Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land geführt hat, in das du jetzt hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, wenn er dir viele Völker aus dem Weg räumt – Hetiter, Girgaschiter und Amoriter, Kanaaniter und Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, sieben Völker, die zahlreicher und mächtiger sind als du -,
        2 wenn der Herr, dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schlägst, dann sollst du sie der Vernichtung weihen. Du sollst keinen Vertrag mit ihnen schließen, sie nicht verschonen
        3 und dich nicht mit ihnen verschwägern. Deine Tochter gib nicht seinem Sohn und nimm seine Tochter nicht für deinen Sohn!
        4 Wenn er deinen Sohn verleitet, mir nicht mehr nachzufolgen, und sie dann anderen Göttern dienen, wird der Zorn des Herrn gegen euch entbrennen und wird dich unverzüglich vernichten.1
        5 So sollt ihr gegen sie vorgehen: Ihr sollt ihre Altäre niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen und ihre Götterbilder im Feuer verbrennen.
        6 Denn du bist ein Volk, das dem Herrn, deinem Gott, heilig ist. Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt, damit du unter allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das ihm persönlich gehört.

        5. Buch Mose, Kapitel 7, Vers 1-6

        Und jetzt interpretieren Sie das doch bitte mal so dass das ein Aufruf zum Frieden und guter Nachbarschaft unter den Völkern ist und begründen Sie ihre Interpretation.

        Ich lese daraus u.a. (angelehnt an das StGB):
        – Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskrieges
        – Mord bzw. Totschlag bis hin zum Genozid
        – Land- und Hausfriedensbruch
        – Sachbeschädigung

        Aber sicherlich bin ich ja auch nur vom Teufel beeinflußt dass ich auf solche gotteslästerlichen Einfälle komme. Sicherlich geht es in dem zitierten Absatz um einen liebenden und fürsorglichen Gott der allen Menschen ein gute Leben zuteil werden lassen will………………..

        ——————————–

        Herr Blume, Gläubige die ihren Glauben als Grundlage für ein friedliches Zusammenleben bezeichnen oder vorschlagen kann ich ich frühestens dann ernst nehmen wenn sie auch aus ihren religionsstiftenden Büchern diejenigen Passagen entfernen die nicht als Grundlage eines solchen Zusammenlebens dienen können.

        Die Gläubigen können sich hierbei ja an der Wissenschaft orientieren die diejenigen Hypothesen nicht mehr weiterverfolgt und aus den Lehrbüchern streicht von denen sich herausgestellt hat, dass sie als Erklärung der Natu (bzw. Realität) nicht taugen.

        • @GST

          Ihre Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen – nur ist mein wissenschaftliches Erkenntnisinteresse ein anderes! Als Religionswissenschaftler interessiert mich wenig, ob diese oder jene Religionsgemeinschaft Aussagen trifft, die – wie Sie es formuliert haben – als Erklärung der Natu[r] (bzw. Realität) nicht taugen, sondern warum und wie gerade auch jene religiösen Traditionen historisch, sozial und demografisch (und also auch: evolutionär) erfolgreich sind, deren Weltanschauungen wir ggf. nicht teilen. So sind die sehr rationalistischen und wissenschafts-freundlichen Gemeinden der Unitarier in den USA zuletzt stark geschrumpft – jene der Old Order Amish aber haben sich – ganz ohne Mission – nahezu exponentiell ausgebreitet! Ebenso wachsen z.B. im Judentum gerade auch die ultraorthodoxen Strömungen, die sich „weltlicher Bildung“ weitgehend verweigern!

          Und das ist kein neuer Befund: Schon im 19. Jahrhundert sehen wir empirisch, dass besonders „strenge“ Gemeinschaften durchschnittlich deutlich erfolgreicher sind als „liberale“ Gründungen, vgl. hier:
          http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/gebote-rituale-was-nichts-kostet-ist-nichts-wert/

          Ob wir das jeweils gut oder schlecht finden, ist eine andere (eine Bewertungs-)Frage als die, ob wir empirisch nachvollziehbar verstehen, warum und wie das so ist. Wenn Sie diese (also die religionswissenschaftlichen) Fragestellungen auch interessieren – dann sind Sie hier richtig! Wenn Sie eher nur debattieren wollen, ob „Gott existiert“ oder wie man Heilige Schriften auslegt, dann wären Sie m.E. bei den Kolleginnen und Kollegen der Theologie(n) besser aufgehoben.

        • In der christlichen Bibelwissenschaft (und vermutlich auch in der jüdischen, von der ich aber keine Ahnung habe) hat sich schon die historisch-kritische Methode durchgesetzt, wonach der Bibeltext als über längere Zeit historisch entstanden betrachtet wird. Aussagen wie die von Ihnen herausgesuchten werden heute deswegen auch von Theologen als historisch bedingt angesehen.

          Unsere moderne Vorstellung eines „lieben Gottes“ ist historisch gesehen sogar noch jünger und entstand ungefähr seit der Aufklärung.

          In der Zeit, als die von Ihnen in den Büchern Moses genannten Vorschriften entstanden sein sollen, war es eher üblich, die Bevölkerung einer eroberten Stadt zu versklaven und massakrieren, die Stadt und ihre Tempel wurden zerstört, deren Gott hatte sich als machtlos erwiesen.

          Bemerkenswerterweise ist aber über die Juden aus dieser Zeit außerbiblisch fast nichts bekannt, auch keine blutige Landnahme mit Massentötungen von ansässigen Völkern.
          Der jüdische Monotheismus mit seinen göttlichen Allmachtsfantasien gegenüber den „Götzendienern“ ist möglicherweise nur eine identitätsstiftende Kompensation für die Machtlosigkeit der historischen Juden angesichts der tatsächlichen Großmächte dieser Zeit. Das jüdische Volk hatte im Exil Angst, seine Identität zu verlieren. Deswegen sind die Gesetze zu Abgrenzung so streng (retrospektiv von „Moses“ formuliert).

          Siehe Norman Cohn, Cosmos, Chaos and the World to come. The Ancient Roots of Apocalyptic Faith, second edition, 2001, S. 143: The Yahweh-alone movement can be understood as a particularly ingenious response to a situation of permanent insecurity.“

          • Das Judentum vereint Religion und Ethnie, was im TED-Talk Is religion good or bad? (This is a trick question) mit folgendem Beispiel verdeutlicht wird:

            „You ‚re a rabbi, how can you not believe in God?“
            „It’s what so great about being Jewish. You don’t have to believe in a God per se, just in being Jewish“

            Das wird auch auf der Website How can I be Jewish if I don’t believe in God? thematisiert, wo man liest:

            A born Jew is always a Jew, regardless of how committed one is to the faith and practice of Judaism. Being Jewish is an existential definition; it is who you are in your very essence and nothing can ever change that. This is because at your core is a Jewish soul bequeathed to you by your Jewish forbears. It is, to put it in other terms, your spiritual DNA

        • Hallo @GST, weder noch! Ihr Zitat : Dtn 7, 1-6 ist weder ein Aufruf zum Frieden noch einer zum Krieg.

          Sie haben natürlich Recht, rein wörtlich genommen, ist die Stelle nach heutigen Vorstellungen ein Kriegsaufruf. Und ich bin früher, so wie Sie, auch mächtig darüber gestolpert. Ich bin zwar kein Exeget, aber heute weiß ich, dass es kein „Uminterpretieren der unangenehmen Stellen“ ist, wenn ich jetzt sage, dass es weder noch ist. Die Geschichte Israels in der Bibel ist weder eine rein historische Erzählung (nach modernem Verständnis) noch ein reiner Offenbarungstext unmittelbar von Gott.

          Sie ist, ich sag‘ s mal spontan so:

          eine späte – Jahrhunderte später im Exil vorgenommene – Reflexion über sehr frühe Erfahrungen des Volkes Israel auf seinem sehr ungewöhnlichen, von Gott geführten Weg. Dabei wurden die frühen Gottesoffenbarungen mit späteren, wahrlich menschlich herrscherlich projektionsgeladenen Gottesvorstellungen überzogen und eben überhaupt in Menschenkleid gehüllt wiedergegeben. Das war nicht anders möglich und macht uns heute die Probleme. (so gesehen sind diese alten biblischen Texte, so blank für sich genommen, ideal, wenn man den Religionen an den Karren will.)

          Man muss also den ursprünglichen und den zur Zeit der Niederschrift vorherrschenden historischen Kontext zu verstehen versuchen, um an den Kern der damaligen Gottesoffenbarung heran zu kommen. [1] Das heißt vor allem auch, man muss diese Texte auf dem Hintergrund des in der Genesis dargelegten Weltbildes sehen. So etwas macht die Exegese, die dann vor allem außerdem aus der Perspektive der Botschaft Jesu zurück zu schauen vermag.

          Ohne solche Kenntnisse wird man derlei Bibelstellen intuitiv nur verstehen können, indem man den Glauben in der Gemeinschaft der Glaubenden im Laufe des liturgischen Kirchenjahres mitlebt, da sich dort die gemeinsame Erkenntnis Gottes – schon mit einem Fuß in der „Neuen Zeit“ – entwickelt. Sie bleibt nicht stehen.

          Ich persönlich nun, habe zwar auch exegetische Texte gelesen, studiert etc. (man findet übrigens in der Einheitsübersetzung der Bibel auch ausführliche exegetische Einführungen ) aber bei mir kommt noch was hinzu. Ich hatte vor nicht allzulanger Zeit eine persönliche, ganz spezielle, handfeste Erfahrung, durch die ich überraschend neu die Geschichte Israels verstanden habe. Erst da fing ich an, das AT sehr interessiert genauer zu lesen, obwohl ich es bisher im Laufe der Kirchenjahre in den Lesungen der Gottesdienste ja immer wieder gehört hatte. Seit dieser Erfahrung habe ich mit der Geschichte Israels kein Problem mehr.

          Darüber werden Sie – mit ein bisschen Geduld und wenn Sie wirklich daran interressiert sind – demnächst in meinem Buch oder schon vorher auf dem Blog lesen können.

          [1]…aber auch heute müssen wir den Kern aller Offenbarung so extrahieren.

          • @ GST PS noch dazu:

            „Gläubige die ihren Glauben als Grundlage für ein friedliches Zusammenleben bezeichnen oder vorschlagen kann ich frühestens dann ernst nehmen wenn sie auch aus ihren religionsstiftenden Büchern diejenigen Passagen entfernen, die nicht als Grundlage eines solchen Zusammenlebens dienen können.“

            Das habe ich auch schon öfter gedacht, aber es handelt sich ja um Quelltexte. Das kann man nicht machen. Dagegen hätten Sie auch was. Gleichwohl muss ein Weg gefuden werden. Denn – und das ist der Punkt – früher konnte man eben fast nur innerhalb der Glaubensgemeinschaft an die Texte heran und erfuhr in der gemeinsamen Betrachtung auch die Deutung. Heute kann sich jeder fernab des Glaubensgeschehens den Text vornehmen. Wenn man dann von Exegese und historischen Texten nichts weiß, kann das böse Folgen haben.

            …nun denn, mit dem Informationszeitalter müssen eben alle noch lernen richtig umzugehen.

  5. Und was lernen wir daraus?

    Religion vergiftet die Welt.
    Sie ist das größte Übel, welches der Menschheit je widerfahren ist.

    Ingroup/OutgroupBildung–Ausgrenzung,Intoleranz ,Menschenfeindlichkeit–alles hauptsächlich religiös bedingte Ursachen.

    Ab in den Privatbereich mit diesem Humbug und das Leben wäre um einiges einfacher und friedlicher!

    P.S. DDR und Christen: sie träumen wohl, Herr Blume, oder ist es Absicht?
    Die Kirchen hatten mit dem Mauerfall so wenig zu tun wie mit Einführung von §218 oder Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen.
    Aber in 100 Jahren heften diese sich das auch auf ihre Brust, so wie sie heute schon rotzfrech die Menschenrechte als ihre „Erfindung“ kundtun.

    • @itna:

      „Religion vergiftet die Welt.
      Sie ist das größte Übel, welches der Menschheit je widerfahren ist.

      Ingroup/OutgroupBildung–Ausgrenzung,Intoleranz ,Menschenfeindlichkeit–alles hauptsächlich religiös bedingte Ursachen.“

      Ich denke, sie haben eine reichlich naive Vorstellung vom Menschen. Die Aggressivität und Intoleranz bei Gruppenbildung sind in der menschlichen Natur angelegt. Religion wirkt dabei eher als „Dopingmittel“ oder Brandbeschleuniger, genauso wie säkulare Ideologien – Nationalismus, Kommunismus, Faschismus.

      „Ab in den Privatbereich mit diesem Humbug und das Leben wäre um einiges einfacher und friedlicher!“

      Ja, gut, und wie möchten Sie diese Idee jetzt bei den militanten und terroristischen Islamisten durchsetzen?

    • @itna

      Aus der Perspektive der Evolutionsforschung wäre es völlig abseitig, Entstehung und Ausbreitung einer Fähigkeit zu erwarten, die nur und ausschließlich schadet. Und tatsächlich zeigen die Befunde, dass es so auch nicht ist. Es steht Ihnen natürlich frei, bei Ihren (Vor-)Urteilen über Religiosität und Religionen zu verbleiben – für Wissenschaft muss sich niemand interessieren.

      Falls aber doch, so finden Sie hier eine kostenfrei abrufbare Einführung in die Forschungen zum „Homo religiosus“:
      http://www.spektrum.de/alias/religiositaet/homo-religiosus/982255

      Filmisch wurden die Befunde auch z.B. in Quarks & Co. vorgestellt:
      http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/quarks-co-glauben-wissen-evolution/

      Und eine gerne auch zugespitzte Debatte über Nutzen und Schaden von Religion(en) finden Sie z.B. hier:
      http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-empirische-beweislast-der-antitheisten/

      Herzlich willkommen – schauen Sie sich ruhig ein wenig um (und da die Frage am Anfang oft kommt: Nein, ich bin KEIN Theologe, sondern bewusst und entschieden Religionswissenschaftler!). 🙂

      • Erstaunlich, dass ausnahmslos alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten ohne den Schnickschnack aus Morgen-, Abend- und Mittagland auskommen, oder?

        Ebenso erstaunlich ist, das sich Altruismus ganz ohne strafenden Spannerschöpfer entwickelt.
        Hierzu empfehle ich Ihnen folgendes: http://www.perlentaucher.de/buch/daniel-everett/das-gluecklichste-volk.html

        Aber der Oberknaller ist, das der abrahamitische allwissende, allmächtige SchöpferGott ganze 3 Versuche brauchte, um die nun wirklich letzte und ewig wahre Religion unter die Menschen zu bringen. Während er mit dem 2. Versuch noch ordentlich in die Göttertrickkiste mit Dreifaltigkeit, Auferstehung und ’ner schwangeren Jungfrau einen zum besten gegeben hat, reichte beim 3. Anlauf ein Analphabet und Geschäftsmann mit einer Vorliebe für kleine Mädchen.

        Aber letztendlich musste das Christentum durch Aufklärung und Humanismus. Nicht andersrum.

        • @stephancologne

          Auch zu den Fragen von Glück und Sinn gibt es reichlich Daten, Sie könnten z.B. nach dem Artikel „Lehrt nur Not beten?“ auf meiner Homepage greifen.

          Ihrem Coolness-Faktor aber vielleicht eher angemessen könnte dieser kommende Rap zur Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen sein. Der Baba Brinkman ist übrigens selbst erklärter Atheist, im Gegensatz zu schlichteren Geistern aber an echter Wissenschaft interessiert.
          https://www.kickstarter.com/projects/1764913427/the-rap-guide-to-religion-animated-rap-album

          Religion evolves, yo! 🙂

          (PS: Humanismus und Aufklärung entfalteten sich auf Basis einer christlich geprägten sowie jüdisch und islamisch beeinflussten Kultur. Deswegen verwenden wir gerade z.B. lateinische Buchstaben und arabische Ziffern. Und demografisch nachhaltige, nichtreligiöse Hochkulturen sind der Wissenschaft leider nicht bekannt…)

          • Sie wissen aber schon, dass das erschaffen von Wissen etwas anderes ist, als Rest gelöscht.

            Sie wissen aber schon, dass Wissenschaftsblogger mehr als genug Erfahrung mit halbstarken Pöbeleien haben – und dies alle Beteiligten nur noch langweilt? Wenn Sie sich mit dem Thema ernsthaft befasst und einen angemessenen Ton gefunden haben, sind Sie herzlich willkommen. Wenn Sie das nicht schaffen, dann sind Wissenschaftsblogs wohl nicht Ihr Ding. Herzliche Grüße, M.B.

          • Naja, ganz so uneingeschränkt ist Religion aber nicht. Was da evolviert, ist auch schon ein großer Beschiss. Jetzt nicht falsch verstehen. Religion ist gut – aber auch erstens eine Falle für das Subjekt und zweitens leichteste Rechtfertigung für Abgrenzung und dessen schlimme Folgen. Von ergebender Unterwerfung bis fundamentalistischer Übererfüllung – kommt dann Freiheit wenig vor – oder falsch genossen.

            Was wäre denn mit jenen, die nicht mehr lieben können? Warum geht sie verloren?

          • Hallo @Chris

            „Was wäre denn mit jenen, die nicht mehr lieben können? Warum geht sie verloren?“

            Von der Formulierung her bin ich unsicher, wie die Frage gemeint ist. Worauf bezieht sich das „sie“? Ist die Frage : Warum geht die Liebe verloren? Oder liegt die Betonung auf: Was ist mit jenen, die nicht mehr lieben können?

            Was das „nicht mehr lieben können“betrifft, so gibt es das so im Grunde nicht. Denn die Liebe ist kein Gefühl. Lieben ist eine Angelegenheit des Willens. Also müsste die Frage eher lauten: „Was ist mit jenen, die nicht mehr lieben wollen? Und dann ist die Antwort einfach: Wer nicht lieben will, der kann es auch nicht. Er wird aber viele Gelegenheiten bekommen, neu zu wollen.

            Wem dagegen trotz Liebesmüh viel Übles oder ganz was Schreckliches widerfahren ist, sodass er glaubt nicht mehr lieben zu können, dann ist das, wenn er sich in dieser schmerzlichen Situation nicht willentlich gegen die Liebe entschieden hat, nur ein Gefühl, das für das Sein in der Liebe, also den Liebeswillen keine Bedeutung hat. Man bleibt ganz gewiss in der Liebe, solange man in ihr bleiben will. Und dann bekommt man darin auch von innen her Hilfe. Ob Liebe dann konkret gelingt oder gar vom anderen erwidert wird, steht auf einem anderen Blatt. Das ist eine Sache des Lernens und Übens, ändert aber nichts an der Grundhaltung, insofern diese da ist.

            Das ist es ja, was man üben muss: trotz Schmerz Leid, Bosheit in der Liebe bleiben zu wollen. Diese Liebe kommt nicht von selber. Man muss sie wollen. Die Gefühle können uns helfen zu wollen, wie z.B. zwischen Freunden oder in der Familie, aber das tun sie nicht immer. Und gegenüber Fremden müssen wir sie bewusst wollen, üben. Diese Übung des Lieben wollens ist die in jeder Hinsicht gesundeste, geistig und körperlich.

            Die Entscheidung zur Liebe ist – zumindest im Christentum – identisch mit der Entscheidung für Gott und die ist identisch mit Glauben. Entscheidend ist die Entscheidung. 🙂 … und das ihr entsprechende Tun. Dabei werden Sie erfahren, wie Gott Ihnen hilft.

          • Zitat:

            „Denn die Liebe ist kein Gefühl. Lieben ist eine Angelegenheit des Willens“

            -> Danke für den Vortrag. Und das ist natürlich Glaubenssache! Woraus natürlich Erfolg hervorgehen kann. Die Qualität aber, die daraus entsteht, könnte den Anschein erwecken, es ist nicht das Gleiche, was es einst gewesen in seiner subjektiven Empfindung. Wer Liebe nicht Gefühlen zugrunde legt, hat irgendwas daran nicht verstanden. Auf jeden Fall aber ist diese Aussage (auch wegen ihrer Hervorhebung) wohl sicher auch eine dekadente und listige Anmaßung (suggestion zur Vermeidung von Zusammenhängen), wenn man sich vergegenwärtigt, warum und woran es vorher an Liebe mangelte.
            Solches Gewäsch wie dies oben steht sicher auch in der Bibel. Mit solchem und anderen Inhalt darin hat sich jene in ihrer Intention gemessen an der Realität selbst widerlegt, weshalb mir es unmöglich gewesen, eine Bibel ernsthaft zu lesen. Oder anders gesagt: ich habe ernsthafter gelesen, als es vielen lieb sein konnte.

            Die nicht mehr lieben „wollen“, sind dazu gezwungen und verleitet worden. Das mag in diese eine Richtung funktionieren, dass man es nicht mehr „Wollen“ kann. Dauert Jahre. Ich meine hier das willendliche Unterbinden von Gefühlen. Oben meinte ich das unmöglichmachen von Gefühlen per Nervengifte und folgender Neurodegeneration. Aus dieser Grundlage ist es Umgekehrt daher eher unmöglich, weil die Lebenszeit begrenzt und die notwendig bedingte Horizontalvernetzung auf eine falsche Generation trifft. Und jede Wiedererkennung von „Liebe“ wie früher offenbar Einbildung?
            Wie auch immer: Argumente kann man kategorisieren und dann ergibt sich, dass primär einige zählen, aber sekundär die gleichen der Kategorie nicht mehr zählen – oder nicht mehr den gleichen Rang haben (und umgekehrt).

            Ich wollte hier auch keine Antwort für die Lösung des Problems, sondern ein Geständnis über den Schaden und seine Ursachen. Diese Frage ist wie üblich falsch verstanden worden und sich dabei auch noch „ritterlich“ gefühlt.

          • @ Eli Shalom

            Also, auf konspiratives Getuschel bin ich nicht aus. Ich suche nach Antworten auf meine Fragen, die meine Wahrnehmung in meiner Situation notwendigerweise gestellt hat. Und die gehen alle an – also in der Sache sind alle beteiligt.

            Mein über 5 jährigem Idiotenparkour bei sogenannten Fachärzten hat nichts gebracht. Deren „Hirn im Tank“ ist ausgesprochen stabil konditioniert. Die Damen und Herren sind „allwissend“ per Reduktion der Welt auf ihre disziplinäre Bandbreite. Die Kitteltiere sind „verlässlich“ – Götter in weiß eben – mit demokratischem Eid; weil alle gleich gemacht werden – gleich dumm.

            Die andere Perspektive zeigt auf, wié brisant das Thema ist, was es nötig macht, die Öffentlichkeit nicht damit zu belästigen – sie wäre sicher verwirrt.
            Tja, aber wem kann man trauen? Wer sind die Guten? Jeder hält sich für die Lösung. Nachfragen nicht nützlich. Deswegen sind echte Dilettanten da noch die angenehmsten Menschen. Oder der Penner unter der Brücke. Weil der hat aufgegeben und ist ambitionslos – oder berechenbar ambitioniert.
            Du gehörst wahrscheinlich nicht dazu?

            Ich will zweierlei:
            – Meine Krankenakte ist vollgestopft mit Idiotie. Das muß weg / gescheiter …
            – Mein Leben ist unmöglich – vom ersten Tag an. Das gehört gefälligst kompensiert.

        • @ chris

          Ist schon bemerkenswert. Ich frage mich, was Sie erlebt haben und dazu verleitet, meine Aussagen so zu verdrehen. Vermutlich eine komplett andere Weltsicht, über die man sich dann erst mal verständigen müsste und über die Sie wohl lieber an meiner Stelle einen Vortrag gehalten hätten. Aber was hindert Sie?

          Ob ich hätte verhindern können, Ihnen eine Steilvorlage fürs Verdrehen zuliefern, wenn ich etwas genauer geschrieben hätte: „Denn die Liebe ist kein Gefühl. Lieben ist zuerst eine Angelegenheit des Willens“ Wille und Gefühle sind ja stets eng verbunden. Die Gefühle sind ja nichts Eigenständiges. Sie haben immer einen „Wirt“ sozusagen, auf dem sie reiten, eben unseren Geist und Willen. Es gab aber ohnhin noch meinen Satz: „Die Gefühle können uns helfen zu wollen, wie z.B. zwischen Freunden oder in der Familie,“ Oder haben Sie ein gutes Gefühl, wenn Sie sich bemühen, jemandem, den Sie nicht leiden können, etwas Gutes zu tun?

          Ich habe Ihren letzten Satz zu losgelöst vom Rest des Kommentars gelesen. Der war also keine Frage, sondern eher eine Provokation oder ein indirektes Geständnis Ihres fehlenden Glaubens an die Liebe?…. warum auch immer…. Das lässt sich hier kommentatorisch gewiss nicht klären.

          „Die nicht mehr lieben „wollen“, sind dazu gezwungen und verleitet worden.“

          Man kann niemanden zwingen, lieben zu wollen. Zwang ist in beiden Fällen, ob nun jemand lieben will oder nicht, wirkungslos in Bezug auf den Willen, aber ansonsten natürlich übel. Wer lieben will bleibt in der Liebe auch bei äußerem Zwang. Und wer nicht lieben will, bleibt auch außerhalb der Liebe, ob mit oder ohne Zwang.

          „Oben meinte ich das unmöglichmachen von Gefühlen per Nervengifte und folgender Neurodegeneration.“

          Gerade wenn man in diesem Sinne körperlich misshandelt wurde, gar willenlos gemacht wurde, zählt der ursprüngliche Wille und eben keine gewaltsam herbei geführte körperliche Befindlichkeit.

          • Ob ich provozieren wollte? Wohl ja. Aber das ist provoziert.

            tatsächlich rede ich regelmässig mit anderen aneinander vorbei, weil ich wahrscheinlich ein ganz anders Leben führen musste, als eben die Anderen. Das mit dem Vortrag darüber ist aber nicht einfach. Ich schreibe schon über 5 Jahre an den dazu relevanten Details (für mich allein maximal umfassend, aber durchaus auch recht öffentlich). Doch ein belastbares Ergebnis ist mir nicht möglich, da dazu allerhand Grundlagen notwendig sind, die mir nicht zugänglich sind (oder vielleicht zuweilen auch nicht gesichert wissenschaftlich bekannt).

            Und natürlich ist die Unterstützung des gelobten Gesundheitssystems auch völlig nutzlos – so scheints. Fießbanddiagnosen sind nichtssagend und unbrauchbar (in meinem Fall?).

            Also werden wir diese Unterhaltung nicht konstruktiv/produktiv durchführen können. In erster Linie sind wir alle selbst erstmal uns selbst die Lösung und gehen mit dieser auf andere los. Was zugleich auch das Problem ist. Denn so „gleich“ scheinen wir dann doch nicht zu „funktionieren“.

            Ich will aber gern ihren Hinweis auf den Willen zur Liebe glauben. Dieses affirmative und selbstprophezeiende durch den festen Willen geht natürlich immer – zumindest tendenziel besser. Allein die Lösung aber ist es nicht – für die vielen Fragen, die inzwischen entstanden. Wenn man so will, will ich nicht dem Dreck entkommen, solange nicht klar ist, was das für Dreck ist, in dem ich steck (also mal als Methapher). In diesem Sinne mein letzter Absatz des obern Kommentars.

          • Zwang ist wirkungslos? Strukturelle Gewalt ist in diesem deinen Sinne kein Zwang? Was immer man will, muß vom Umfeld geduldet oder erlaubt werden. Noch spezieller betrachtet wird es von diesem Umfeld – soll es überhaupt etwas werden – gar unterstützt werden; selbst wenn es nur in Gedanken sei (worüber sich sofort jeder wundern wird, ob der sonderbaren Bedingung – aber sie ist in meinem Falle Realität. Das lässt darauf schliessen, dass ich tatsächlich keinen intendiert freien Willen besitze, sodass es mir möglich sei, selbstmotiviert produktiv zu sein. Im übrigen ist das Wissen um das Nichtwollen bei vielen viel konkreter entwickelt, als zu wissen, was sie wollen – so auch bei mir, scheinbar.)

          • @ chris

            „Ob ich provozieren wollte? Wohl ja. Aber das ist provoziert.“

            Sie meinen, jemand oder dieses „ganz andere Leben“hat provoziert, dass sie jetzt hier provozieren, und dass Sie

            „tatsächlich [rede ich] regelmässig mit anderen aneinander vorbeireden, weil Sie [ich] wahrscheinlich ein ganz anders Leben führen mussten, als eben die Anderen.“ ?

            ….mit „mussten“ wollen Sie sagen, dass Sie zwar nicht mehr müssen, jetzt aber das „Können“ ein Problem für Sie ist ???

            Wenn ja, dann könnte sein, dass ich in etwa weiß, was Sie mit besagtem „ganz anderem Leben“ meinen. Wenn ich damit richtig liege, ist mir das zwar nur aus der Außenperspektive bekannt, während Sie vermutlich die Innenperspektive erlebt haben. Aber dann haben Sie, wie Sie im nächsten Post erwähnen, eine spezielle Form von struktureller Gewalt erlebt, womit wir in diesem Blogthema zwar nicht ganz falsch lägen. Dennoch würde ich Ihnen dann aber anbieten, die Unterhaltung eventuell auf meinem Blog weiterzuführen. Denn dort können Sie mich auch privat erreichen. Und…

            “ Das mit dem Vortrag darüber ist aber nicht einfach…“
            ….das ließe sich dann vielleicht eher machen. Es sei denn, der hiesige Blogautor hat auch nichts dagegen.

            „Ich will aber gern ihren Hinweis auf den Willen zur Liebe glauben. Dieses affirmative und selbstprophezeiende durch den festen Willen geht natürlich immer – zumindest tendenziel besser“

            Das ist gut, gleichwohl so wie Sie es formulieren, zeigt es schon sofort, dass Sie tatsächlich aus einem „ganz anderen Leben“ heraus sprechen. Zumindest im Vergleich zu dem, wovon ich rede. Von der Allgemeinheit werden etliche dieses wohl auch nicht (mehr?) kennen. Doch von denen werden die Wenigsten die Art Gewalt erfahren haben, die demnach vermutlich Sie erfahren haben und die Sie wohl deshalb nur ‚durch die Blumen‘ erwähnen. Also denen geht‘ s im Gegensatz zu Ihnen relativ gut.

            Dies alles, vorausgesetzt ich vermute richtig und verstehe Sie richtig.

            „Allein die Lösung aber ist es nicht – für die vielen Fragen, die inzwischen entstanden. Wenn man so will, will ich nicht dem Dreck entkommen, solange nicht klar ist, was das für Dreck ist, in dem ich steck (also mal als Methapher). In diesem Sinne mein letzter Absatz des obern Kommentars.“

            … der lautete:

            „Ich wollte hier auch keine Antwort für die Lösung des Problems, sondern ein Geständnis über den Schaden und seine Ursachen. Diese Frage ist wie üblich falsch verstanden worden und sich dabei auch noch „ritterlich“ gefühlt.“

            Dazu die Frage: wer soll hier worüber ein Geständnis ablegen? Und wer soll sich „ritterlich“ gefühlt haben?

            Zu dem „Dreck“: Ich gehe im Gegenteil davon aus, dass Sie erst, wenn Sie dem entkommen sind, werden sagen können, was für eine Sorte es war. Also erst wenn Sie wirklich frei davon sind und ein neues Leben in neuem Geist begonnen haben. Man kann sich ja auch an „Dreck“ gewöhnen und ob solcher Gewöhnung gute Gefühle entwickeln. Dann wird es schwer, neu anzufangen, eben weil die Gefühle erst einmal loslassen müssen. Mithin eine recht nüchterne Angelegenheit.

            Um deshalb noch mal auf Ihre obige Formulierung zurück zu kommen: „….. Dieses affirmative und selbstprophezeiende durch den festen Willen geht natürlich immer – zumindest tendenziel besser“

            ….dieses „affirmative und selbstprophezeiende“ ist von Ihnen wahrscheinlich so gemeint, als wäre es alleine des Menschen Tat, sein Machen, seine Anstrengung, also eine Autosuggestion? Oder? Das meine ich gerade nicht. Was für Sie autosuggestiv ist, ist bei mir auf eine Person als Gegenüber gerichtet. Das ist Vollzug einer Beziehung. Und dieses Gegenüber, das sei mal allseits in aller Deutlichkeit gesagt, ist keine persönlich konstruierte fiktive Gestalt, um es meinem Hirn leichter zu machen, eine effektivere Autosuggestion bewerkstelligen zu können. Es ist absoluter Unsinn, zu glauben, dass selbst gebastelte Götter oder sonstige transzendente Wesen solche Wirkung entfalten könnten.

            Natürlich gibt es auch hilfreiche Autosuggestion. Aber was ich meinte, hat damit nichts zu tun. Weil das Gegenüber nicht sichtbar ist, kann ein Außenstehender die Dinge natürlich verwechseln.

            Die Autosuggestion bleibt innerhalb unserer materiedominanten Wahrnehmungswelt. Der Glaube an die Liebe, der den Willen zur Liebe überhaupt erst ermöglicht, ist vielmehr – wann immer er auch konkret umgesetzt wird (was sich von jetzt auf gleich verändern kann) – wie ein Schlüssel, ist ein Schritt in eine Beziehung, die hinüber reicht in eine reale, ganz andere, eben geistdominante Lebenswelt, die entsprechend eine andere Wahrnehmungswelt mit sich bringt. Hier kann man vielleicht treffenderweise von einer transzendenten Beziehung reden. Beide Wahrnehmungswelten sind einander immanent.

            Das ist jetzt sehr knapp gesagt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Möchte nur verständlich machen, dass es mir nicht um „affirmative und selbstprophezeiende“ Autosuggestion ging. Der Glaube an die Liebe und der Wille zur Liebe öffnet eine ganz reale Türe in eine andere ebenso reale Welt.
            Im Grunde ist das schon mannigfach bewiesen, aber unsere Welt ist eben so genial gebaut, dass man leben kann, ohne dies glauben zu müssen. Unsere Freiheit bleibt eben gewahrt.

          • @ chris zu Ihrem Folgekommentar:

            Gleichwohl wäre es nett, wenn Sie mich korrekt zitieren würden. „Zwang ist wirkungslos? „ Ich schrieb: „wirkungslos in Bezug auf den Willen.“ Natürlich kann man gezwungen werden, etwas zu tun, was man nicht tun will. Das ändert dann aber nichts an unserem Willen. Kann es zwar auch, aber wenn, dann habe ICH meinen Willen geändert und kein anderer.

            „Strukturelle Gewalt ist in diesem deinen Sinne kein Zwang? „

            Nebenbei, beim „Du“ waren wir aber noch nicht. Geht mir etwas zu schnell. Ich kann mit meiner Einschätzung Ihrer Person und Situation völlig daneben liegen, solange Sie sie mir nicht bestätigen. Und dafür müssten wir privat per Blog kontaktieren, wenn Sie hier auf Scilogs weiterhin ‚durch die Blumen‘ sprechen wollen, was, wenn ich richtig vermute, wohl auch klüger wäre. Die Weltsicht betreffende Sachinhalte sind dagegen neutrale ‚Blumen‘, über die man reden kann.

            „Was immer man will, muß vom Umfeld geduldet oder erlaubt werden.“

            Hm,… ein veranlagungsbedingter Machtmensch würde an dieser Stelle wohl eher sagen: „Ich sorge direkt oder indirekt dafür, dass mein Umfeld tut, was immer ich will. Offenbar sind Sie (wie ich) so nicht veranlagt. Doch unabhängig davon, ist das auch wieder so eine Aussage aus einer Lebenswelt ohne den Horizont eines Glaubens an die Liebe. Wo der Glaube an die Liebe die Liebe will, öffnet er, wie oben schon gesagt, die Türe in eine Lebenswelt, durch die losgelöst von mir eine positive Wirkung auch auf meine Umwelt möglich wird. Durch einen Anker in dieser Lebenswelt ist man der Umwelt nie ganz ausgeliefert. Natürlich, in dieser Welt etwas sichtbar Gutes bewirken, kann man nur, wenn es „vom Umfeld geduldet oder erlaubt“ oder besser eben mitgetan- oder getragen wird.

            „Noch spezieller betrachtet wird es von diesem Umfeld – soll es überhaupt etwas werden – gar unterstützt werden; selbst wenn es nur in Gedanken sei (worüber sich sofort jeder wundern wird, ob der sonderbaren Bedingung – aber sie ist in meinem Falle Realität. Das lässt darauf schliessen, dass ich tatsächlich keinen intendiert freien Willen besitze, sodass es mir möglich sei, selbstmotiviert produktiv zu sein. Im übrigen ist das Wissen um das Nichtwollen bei vielen viel konkreter entwickelt, als zu wissen, was sie wollen – so auch bei mir, scheinbar.)“

            So ganz verstehe ich nicht, was Sie damit sagen wollen. Die Bedingung, dass etwas gedanklicher Unterstützung bedarf, wenn es konkret was werden soll, ist doch nicht ungewöhnlich. Das ist m.E. im Gegenteil unerlässlich. Wieso soll das darauf schliessen lassen,… „dass ich [Sie] tatsächlich keinen intendiert freien Willen besitze[n], sodass es mir [Ihnen] möglich sei, selbstmotiviert produktiv zu sein“?

            Hm… Würde sagen, da spricht wieder der veranlagunsgbedingte Nichtmachtmensch. Ein veranlagter Machtmensch erreicht, dass der Andere das denkt, was er von ihm will, dass er es denkt. Das erreicht er besonders leicht bei einem veranlagten Nichtmachtmensch. Der muss eben lernen, seine Gedanken mit dem gleichen Powerniveau des Machtmenschen vorzubringen, auf dass sie gleichwertig wahrgenommen und berücksichtigt werden. Das sagt aber eben nicht, dass Sie „keinen intendiert freien Willen besitzen“. Der ist nur schwächer oder einfach anders, als z.B. bei Machtmenschen

            Und der letzte Satz entspricht ganz den naturwissenschaftlichen Methoden. Auch da wird vom großen ‚Kuchen‘ des Unwissens wesentlich mehr falsifiziert, als das etwas als richtig bewiesen wird. Dass Menschen eher wissen, was sie nicht wollen, als zu wissen, was sie wollen, ist doch nicht ungewöhnlich. Was wir nicht wollen, ist etwas, was wir in der Vergangenheit eben schon begriffen haben, dass wir es nicht wollen sollen oder nicht wollen wollen… 🙂 Was wir aktuell wollen, müssen wir ja erst je herausfinden. Darin sind die Machtmenschen z.B. auch immer schneller ‚auf der Matte’…. weshalb sie aber auch schneller fehl gehen. Hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

            Damit erst mal Schluss. Wenn Michael Blume nichts dagegen hat, können wir von mir aus hier mit Bezug vorrangig auf den Aspekt Gewalt weitermachen. Ansonsten auf meinem oben verlinkten Blog. Der ist aber noch nicht für Suchmaschinen freigegeben. Wird also entsprechend wenig gelesen.

            Falls Sie hier Schluss machen wollen, alles Gute beim Ausstieg aus und identifizieren des „Drecks“.

          • @ chris
            PS:
            Ich schrieb oben im Kommentar:„Dies alles, vorausgesetzt ich vermute richtig und verstehe Sie richtig.“
            Jetzt kommen mir Zweifel, ob Sie die Metapher mit dem „Dreck“ doch ganz anders herum gemeint haben könnten. Etwa: Sie sind schon außerhalb des „Drecks“ und alle Welt um Sie herum ist noch im „Dreck“??? Zu Ihrem Text passen würde das auch. Entdecke nämlich gerade bei einer Recherche einen Kommentar von Ihnen vom letzten Herbst, auf den ich noch als ‚Grenzgängerin‘ kurz geantwortet habe, (und dort tatsächlich im lockeren online – Du) der eher auf diese Variante schließen lässt……es sei denn, bei Ihnen hätte sich inzwischen etwas Grundlegendes geändert. Was mir jetzt aber eher unwahrscheinlich ist.

            Sie schreiben dort unter anderem:„Wir sind also doch Gehirne im Tank…das hat uns aber schon das Höhlengleichnis und Matrix erklärt.“…. und da ist kein Fragezeichen hinter.

            Ich hatte im Kern dieser Äußerung widersprochen:
            „Das „Jenseits“ muß man in Anwendung beim realen subjekt und seinem Bewusstseinsinhalt uminterpretieren. Dieses „Jenseits“ ist dann all dies, was nicht im Bewusstsein des Subjekts als faktisch relevante Bedingung für eine Entscheidungsfindung erscheint – dem Subjekt also (die Relevanz oder überhaupt) nicht bekannt ist.“

            Ihre Antwort darauf, (die meinerseits bislang unbeantwortet ist):
            „Das ist mein voller Ernst. Wo sei das deiner Meinung nach inkonsistent? (oder absurd gar?)“

            In der Theorie schien schon so manches konsistent, was an der Realität dann doch scheiterte, eben weil unsere Lebenswelt viel umfassender ist und Konsistenz folglich nicht allein in der Theorie stecken bleiben darf. Die moderne westliche Wissenschaft baut inzwischen leider dermaßen verkürzend auf vielen materialistisch/ naturalistisch fixierten Theorien von Wissenschaftlern auf, die, so scheint mir, aus ähnlicher Richtung kommen, wie die Ihre.
            Bleibt zu hoffen, dass die Übrigen es packen werden und der Schaden nicht allzu groß und katastrophal wird.

          • @ Eli Shalom

            Also, auf konspiratives Getuschel bin ich nicht aus. Ich suche nach Antworten auf meine Fragen, die meine Wahrnehmung in meiner Situation notwendigerweise gestellt hat. Und die gehen alle an – also in der Sache sind alle beteiligt.

            Mein über 5 jährigem Idiotenparkour bei sogenannten Fachärzten hat nichts gebracht. Deren „Hirn im Tank“ ist ausgesprochen stabil konditioniert. Die Damen und Herren sind „allwissend“ per Reduktion der Welt auf ihre disziplinäre Bandbreite. Die Kitteltiere sind „verlässlich“ – Götter in weiß eben – mit demokratischem Eid; weil alle gleich gemacht werden – gleich dumm.

            Die andere Perspektive zeigt auf, wié brisant das Thema ist, was es nötig macht, die Öffentlichkeit nicht damit zu belästigen – sie wäre sicher verwirrt.
            Tja, aber wem kann man trauen? Wer sind die Guten? Jeder hält sich für die Lösung. Nachfragen nicht nützlich. Deswegen sind echte Dilettanten da noch die angenehmsten Menschen. Oder der Penner unter der Brücke. Weil der hat aufgegeben und ist ambitionslos – oder berechenbar ambitioniert.
            Du gehörst wahrscheinlich nicht dazu?

            Ich will zweierlei:
            – Meine Krankenakte ist vollgestopft mit Idiotie. Das muß weg / gescheiter …
            – Mein Leben ist unmöglich – vom ersten Tag an. Das gehört gefälligst kompensiert.

          • @ chris
            „Also, auf konspiratives Getuschel bin ich nicht aus. „
             
            Nun, dann sollten vor allem Sie nicht so tuscheln und etwas konkreter werden. An dem, was Sie bisher schreiben, kann man nur herumraten. Das einzig Erkennbare ist, dass Sie alle Welt um sich herum, insbesondere die „Götter in weiß“ pauschal schlecht machen.

            Ich suche nach Antworten auf meine Fragen, die meine Wahrnehmung in meiner Situation notwendigerweise gestellt hat. Und die gehen alle an – also in der Sache sind alle beteiligt.“(Hervorhebungen durch mich! – und die sprechen für sich…)

            ….hier im Thema geht es aber um einen Aufruf gegen Gewalt im Namen der Religion. Mag sein, dass Ihre Fragen alle etwas angehen, aber solange sie Ihr Geheimnis bleiben, sind sie schlicht unbeantwortbar und hier als offtopic einzustufen.

  6. Da ich die vorangehenden Kommentare noch nicht gelesen habe, kann es sein, dass schon jemand Ähnliches geschrieben hat. Man kann es aber nicht oft genug und laut genug sagen, damit so wenig Menschen wie möglich sich in diesem Sinne über den Tisch ziehen lassen:

    Wo und wann auch immer es den Gläubigen einer Religion wirklich um Gott, um die Beziehung zu ihm geht, „KANN ES NICHT SEIN“, dass Gläubige Terrorismus hervorbringen. Gott verursacht in einer solchen Gemeinschaft keinen Terrorismus.

    Erstmals sah ich mich in 2001 im Kontext des WTC Crash von New York herausgefordert, mich mit dieser Art Terrorismus auseinander zu setzen. Was wir heute erleben, begann damals. So wie ich seinerzeit geschlussfolgert habe, hört man es heute und überhaupt in den Medien leider selten. Wenn hier aber die Wurzel liegt, sollte es möglichst allen bewusst werden.

    d.h. wenn in einer Religion Terrorismus dennoch aufkommt, waren es Politiker, Herrscher oder sonstige einflussreiche Personen/Gruppen etc. die – selber in Wahrheit ungläubig, auch wenn sie sich als gläubig ausgeben, vermutlich sind es sogar vor allem solche, die vom Glauben abgekommen sind – diesen Terrorismus in den Religionen gezüchtet haben, um politische Ziele zu erreichen oder die Illusion zu verfolgen, Religionen als solche eliminieren zu können, Personen, die die Mittel dazu haben, solche Züchtung unerkannt zu betreiben.

    Die hat jedenfalls NICHTS mit Gott und Glaube und Religion zu tun. Sie hat keinen Ursprung in Gott. Das kann man nicht oft genug und nicht vernehmlich genug immer wieder sagen.

    Dass Politik sich oftmals äußerst fragwürdiger Verbündeter bedient, um strategische Ziele zu erreichen, sollte bekannt sein. Wer in einer sich globalisierenden Weltgemeinschaft die Religionen eliminieren will, um eine globale Herrschaft zu errichten, muss die großen Religionen gegeneinander aufhetzen. Es wird zwar am Ende nicht fruchten, aber zwischenzeitlich verursacht es viel Leid und richtet viel, viel Schaden an. Das Reden über, Proklamieren und somit Beschwören eines „Kampfes der Kulturen“ ist solch ein übles Spiel. Und da gibt es noch viel mehr.

    Die schlimmste Variante möchte ich kurz erwähnen, weil sie in vielen anderen Bereichen angewandt wird und in jeder Hinsicht unbedingt und von jedem erkannt werden sollte, um nicht darauf herein zu fallen:

    Normalerweise hilft man sich gegenseitig zum Guten hin, also Schwächen zu überwinden etc. Hier geschieht das Gegenteil: bestimmte charakterliche Schwächen werden gezielt im Dienste der Gewalt und anderem Üblen gefördert. So wird eben auch die Tatsache, dass sich jeder in das menschheitlich vorhandene Gewaltpotential einklinken und es mit dem eigenen verstärken kann, ausgenutzt und entsprechend schlau mit scheinbar religiösen Argumenten angestachelt.
    Diese Manipulation sollte sich niemand antun. Was aber mitunter nicht gerade leicht ist. Denn wenn z.B. arme Leute in den Krisengebieten für solches Agitieren Geld bekommen, verlangt es viel darauf zu verzichten. Oder wenn sie hilflos solchen Indoktrinationen ausgesetzt sind.

    Ein anderer kritischer Punkt, der leicht übersehen wird, ist, dass auch der Eine oder Andere diese gut gemeinten Aufrufe unbewusst zum Ausleben eigener Gewaltbereitschaft nutzt, eben ohne dies zu merken. Man sieht sich unausgesprochen gerechtfertigt gegen die Gewalttätigen selber Gewalt anwenden zu dürfen und sei es nur verbale Gewalt oder auch nur in Gedanken. Jede Art von so geartetem Gegeneinander heilt nicht, sondern verschärft.

    Solche Aufrufe können, speziell im Internet, auch nach hinten losgehen. Das vor allem dann, wenn ein starker(zahlenmäßig) virtueller Aufruf nicht mit ebenso starker realer Gesinnung und Handeln gedeckt ist. Das scheinbar positive Starke des Aufrufs verstärkt dann die Gewalt, wenn das zahlenmäßige Ungleichgewicht negativ ausfällt in Richtung Gewalt.

    Ich denke, die Folgen ungleicher Verhältnisse zwischen virtueller Kraft und realer Kraft sind noch keineswegs genügend erforscht. Zurzeit herrscht erst mal Euphorik bezüglich der möglichen virtuellen Macht, aber die Ernüchterung wird nicht lange auf sich warten lassen.

    • Sie pullen hier ein „keine wahren Schotten“ Argument.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Kein_wahrer_Schotte

      Bitte beschäftigen Sie sich doch einmal mit logischen Fehlschlüssen bevor sie sich wegen mangelnder Kenntnis dieser lächerlich machen. Eine nette Einführung finden sie hier:
      http://www.ratioblog.de/archive/Fehlschl%FCsse

      Religiös motivierten Terror gab es übrigens auch schon vor 2001.
      Eine kleine Übersicht bezogen auf christlichen Terrorismus finden Sie hier:
      http://en.wikipedia.org/wiki/Christian_terrorism

      Leider sind jegliche Diskussionen mit Gläubigen ihres Formates völlig sinnlos. Selbst wenn man ihnen die Aufrufe zur Krieg und Gewalt ihre eigenen Gottes in der Primärquelle ihres Glaubens (a.k.a. Bibel) aufzeigt werden sie weiter an ihrem zurechtgelogenen Bild eines gütigen und friedfertigen Gottes festhalten.

      • @ GST

        Wenn Sie in Antwort auf den vorangehenden Kommentar vom „keine wahren Schotten“ Argument sprechen, haben sie meine Aussage falsch verstanden. Es geht in keiner Weise um einen logischen Fehlschluss. Aber danke für Ihre Mühe mit den Links.

        Es ging mir um die künstliche Züchtung des Terrors durch ungläubige, politische Interessen und darum, dass deren Ergebnisse nicht in Gott wurzeln können. Gott, das Leben ist Leben und nicht das Leben zerstörenden Terror. Das ist ein Widersinn sondergleichen. Auch dann, wenn hochrangige Generäle mit Gottesgläubigen solchen Missbrauch betreiben. Diese Züchtungen sind äußerst perfide Vorgehensweisen, die letztlich nur einer weltweiten Diktatur zuträglich sein können. Aber so etwas wird nicht gelingen können. Solche Bestrebungen und Praktiken können neue Katastrophen auslösen, ja, was wir eben unbedingt vermeiden sollten, weil der globale Schaden immer irreparabler wird. Aber auf Dauer wird dennoch derlei nicht zum Zuge kommen können.

        Wenn Muslime/Christen etc. ahnungslos zumTerror indoktriniert werden, dann sind sie, wenn sie keine Möglichkeit haben, dem zu entkommen, in ihrer persönlichen Absicht, in ihrem Inneren dennoch wahre Muslime/ Christen etc. Die Verantwortung liegt bei den ‚Züchtern‘.

        „Religiös motivierten Terror gab es übrigens auch schon vor 2001.
        Eine kleine Übersicht bezogen auf christlichen Terrorismus finden Sie hier.“

        Dazu hatte ich keine Aussage gemacht. Ich sagte nur, dass ich persönlich mich ab da (2001) eingehender mit dem Thema befasst habe, wohl weil ich auch erst ab da den zeitlichen Freiraum dafür hatte.

        „Selbst wenn man ihnen die Aufrufe zur Krieg und Gewalt ihre eigenen Gottes in der Primärquelle ihres Glaubens (a.k.a. Bibel) aufzeigt werden sie weiter an ihrem zurechtgelogenen Bild eines gütigen und friedfertigen Gottes festhalten.“

        Mein obiger Kommentar hat Sie hoffentlich überzeugt, das „zurechtgelogene Bild“ zurück zu nehmen und lässt Sie verstehen, warum ich an einem Gott des Friedens festhalte.

        Aber was ist es wirklich, was Sie an einem Gott des Friedens zweifeln lässt? Ist es nicht eher unsere bislang noch arge menschliche Unfähigkeit Frieden herzustellen, geschweige denn im Frieden zu beharren, trotz der Religionen?

        Doch so herum kann man es eben nicht sagen. Wir brauchen halt so lange …und könnten durchaus verkürzen. Die Religionen haben gerade trotz der enormen, evolutionsbedingten, menschheitlichen Widerstände immerhin schon soviel Erfog gehabt, dass Sie hier nun in Frieden so schreiben und reflektieren können und somit zu mehr Frieden beitragen können.

        Seien Sie sicher, wer den Glauben an Gott, die Liebe und folglich auch Freiheit und Gemeinschaft abschaffen will, der schafft auch den Frieden ab. Das Schwierigste bei diesem Glauben an Gott, die Liebe, ist der gegenseitige Glaube an die Liebe im Anderen, eben auch da, wo sie verschütt zu sein scheint. Aber nur so wird Fortschritt werden. Versuchen sie‘ s mal.

        • Zum Thema Aufstachellung zur Gewalt in Gottes Namen…
          Die/ihre vermeidende Theorie klingt schön. Doch Jahrtausende hat man es ebenso gemacht, um das „Zuviel“ an Bevölkerung in ansonsten nutzlosen Kriegen soweit zu dezimieren, damit das Herrschen sich dadurch vereinfachte.

          Die Demokratie wie wir sie kennen, ist auch nur dadurch zu etablieren gewesen – grob gesagt. Solche Veränderungen dauern normalerweise jahrhunderte und sind dann noch immer nicht erfüllend etabliert. Zudem immer wieder reaktionäre Tendenzen auftauchen – als wären sie Naturgesetz.

          • Nicht nur im Namen der Religion wird Gewalt gerechtfertigt und gar zur Gewalt aufgerufen, sondern auch im Namen verschiedener Ideologien. Gemeinsam sind vielen Religionsauffassungen und vielen Ideologien die Vorstellung einer idealen Gesellschaft (der Islam ist die Lösung, die Abschaffung von Privateigentum führt uns ins sozialistische Paradies) und einer idealen Zukunft, der man zum Durchbruch verhelfen muss – wenn nötig mit Gewalt. Ideen, die hinter Ideologien und Religionsauffassungen stehen, haben grosse Kraft, üben einen Sog aus, führen zu Bekehrungen, Bekehrungen und Hinwendungen zur gerechten Sache, zum richtigen Weg. Und tatsächlich kann man Idealvorstellungen und ein von Ideen und einem Glaubenssystem geleitetes Leben nicht wegen dieser unerwünschten Nebenwirkung, nämlich der Kompromisslosigkeit gegenüber Ablenkung und Abweichlern, grundsätzlich verdammen oder als Fehlorientierung abtun.
            Was es dagegen bräuchte, ist bei aller Zielorientierung die Geduld und die Liebe zu den Menschen. Eigentlich steckt dahinter ein Konflikt zwischen Theorie und Praxis. Eine zu starke Theoriefixierung, ein zu starker Glaube an das Richtige, kann einem den Blick für die Nöte und die Bedürfnisse der real existierenden Menschen, der Nachbarn und Andersgläubigen verstellen.

            Zudem: Ist es nicht vielmehr unser menschliches Schicksal, dass wir ein Ziel und ein Ideal nur erahnen, nicht aber zum Voraus kennen können.
            In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nach den Schrecken der Herrschaft der Ideologien in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts, hat sich dies in der Idee der offenen Gesellschaft manifestiert und in der Theorie des kommunikativen Handelns, welche davon ausgeht, dass die unterschiedlichen Lebenswelten unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen nicht des Abschlusses nach aussen bedürfen, sondern sich diese Gruppen vielmehr untereinander verständigen können.
            Doch jetzt – zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich der unbeirrbare Glauben und die unbeirrbare Ideologie bereits wieder zurückgemeldet. Besonders stark in Lebenswelten, die sich in der modernen Welt schlecht zurechtfinden oder die sich als Verlierer sehen. Das lässt sich gut verstehen. So hat laut Wikipedia Ralf Dahrendorf das Poppersche Konzept der offenen Gesellschaft kritisiert, weil (Zitat)„der Poppersche Liberalismus die Notwendigkeit und Bedeutung von sozialen Bindungen (Ligaturen) und Traditionen unterschätze.“ und der deutsche Publizist und Historiker Joachim Fest (Zitat)„vertrat die Ansicht, dass die offene Gesellschaft gemäß ihrer liberalen Grundauffassung nicht in der Lage sei, einen seiner Meinung nach notwendigen Minimalkonsens in Bezug auf Grundwerte herzustellen bzw. zu erhalten“

            Offen sein ist tatsächlich kein einfaches Unterfangen. Einzelne können das gut, aber für eine ganze Gesellschaft ist das schwieriger, denn die Offenheit kann auch zum Identitätsverlust führen, zum Verlust von Privilegien oder auch nur zur Beliebigkeit und dem Unwillen sich überhaupt noch für etwas zu engagieren, weil es nichts gibt, das sich zu Verteidigen lohnt. Wenn die offene Gesellschaft als das momentan Beste gesehen wird, dann müsste man sie verteidigen, was nicht einfach ist. In der Wikipedia liest man dazu:

            “ Stattdessen würde sie wie keine andere Gesellschaftsform auch ihren Gegnern Raum bieten, an der Zerstörung der offenen Gesellschaft zu arbeiten. Gegenüber utopischen Ideologien sei die offene Gesellschaft zudem aufgrund ihrer vermeintlichen „Inhaltsleere“ argumentativ im Nachteil

  7. @ all

    ich muss unbedingt kürzer treten und pausen. Damit bin ich aber nicht aus der Welt. Nur wenn von mir ausgelöste Missverständnisse ausgeräumt werden müssen, werde ich reagieren. Wer zu bisherigen Äußerungen von mir etwas sagen oder fragen möchte, was auf NdG nicht zu den Themen gehört, kann es auf meinem Blog tun. Ich werde nach Möglichkeit antworten. Das fertige Blog/Buch wird aber ohnehin viele Fragen beantworten.

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