Sollten sich „anständige Bürger“ wegen der Überwachung sorgen? – Ein Erfahrungsbericht aus den Schattenkriegen

Wir sollen uns doch bitte nicht so aufregen. Vor ein bisschen Überwachung und ausufernden Sicherheitsbehörden hätten „anständige Bürger“ doch gar nichts zu befürchten. Wir sollten doch laut Sylvia Braun auf FOCUS.de einfach einsehen, dass „es gut ist, bestimmte Daten der User im Netz zu speichern.“ Wenn es beim Fangen von Terroristen und Kriminellen hilft, sollte es uns doch Recht sein! Und es übertreiben halt mal wieder die USA, vielleicht auch Chinesen und Russen – aber wir feinen Europäer doch nicht. So klingt es beschwichtigend in vielen Texten und Gesprächen in diesen Tagen und es ist klar: in wenigen Wochen werden wieder andere Themen die Medien und Politikforen dominieren.
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Manchmal, wenn ich dieses leichtfertige Verspielen unserer Bürgerrechte nicht mehr aushalte, erzähle ich von dem, was ich selbst erlebt habe. Und das will ich, aus Respekt vor dem Mut von Edward Snowden, heute erstmals auch online tun.

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Es geschah im Jahr 2003 – wie inzwischen aufflog, zog damals der NSU auch nach allerlei Hinweisen unbehelligt von Sicherheitsbehörden mordend durch die Republik und den Südwesten und ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg warnte eine Zelle des Ku-Klux-Klans vor einer anstehenden Polizeiaktion. Statt dieser und anderer Extremisten bekam ich das „Vergnügen“ der „Aufmerksamkeit“ von Akteuren, die doch angeblich unsere Sicherheit und Verfassung beschützen.
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Ich war damals Mitte 20 und darf wohl behaupten, so ziemlich das Musterbeispiel eines „anständigen Bürgers“ abgegeben zu haben: Abiturient und Scheffelpreisträger mit blütenweißem Führungszeugnis, aktiv als Orts- und Kreisvorstand der Jungen Union, ehemaliger Jugendgemeinderat sowie gewählter Jung-Stadtrat (CDU) in meiner Heimatstadt Filderstadt. Hinzu kam nach dem freiwillig verlängerten Wehrdienst eine Finanzausbildung mit Auszeichnung („Spitzenazubi“) bei der Landesbank Baden-Württemberg, gefolgt von einem Studienstipendium der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Ich war (und bin) praktizierender Christ in der evangelischen Landeskirche, Gründungsvorsitzender einer interreligiösen Initiative aus Christen, Muslimen und Juden, Magister der Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen, jung verheiratet mit einer Deutsch-Türkin und frisch Vater einer süßen Tochter. Auch, dass ich die Welt nur in rosarot gesehen hätte, lässt sich schlecht behaupten: Die Bilder von den Flugzeugattentaten des 11. September 2001 erreichten mich an der Evangelischen Akademie Bad Boll, in der wir gerade eine Sommerakademie vorbereiteten mit dem Titel: „Christen und Muslime – Gemeinsam Gewalt verhindern“. Und dann hatte ich mit einer Ausarbeitung über „Heimat und Identität“ auch noch einen 3. Preis des Bundesministerium des Inneren gewonnen; die vom damaligen Minister Otto Schily (SPD) unterzeichnete Urkunde bewahre ich bis heute auf.
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Hätte ich noch „anständiger“ sein sollen? Urkunde vom damaligen Bundes-Innenminister Otto Schily (SPD)
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Über diese Auszeichnung hatte der damalige baden-württembergische Staatsminister Dr. Christoph Palmer (CDU) in der „Stuttgarter Zeitung“ gelesen – und so bekam ich einen Anruf seines Büros, ob ich nicht Lust und Zeit hätte, mit dem mir bis dahin persönlich unbekannten Minister einen Kaffee zu trinken. Natürlich hatte ich! Nach einem ausführlichen, intensiven und guten Gespräch kam er zur Sache: Es mache ihm Sorgen, dass es bislang in der Landesverwaltung praktisch nur Islamexperten aus dem Sicherheitsbereich gebe; aber noch keinen zivilgesellschaftlichen Dialog mit der großen, friedliebenden Mehrheit der Muslime. Wann ich denn mit dem Studium fertig sei?
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Und so trat ich also 2003 meine erste, halbe und befristete Stelle an – überglücklich und noch überhaupt nicht ahnend, dass ich damit Interessengruppen in den Weg geraten war, die es gar nicht toll fanden, dass ein „ziviler Grünschnabel“ und „Moslemversteher“ ihre Pfründe bedrohen könnte. Ich war insofern tatsächlich „naiv“, dass ich meinte, jede(r) müsse Dialog, Verständigung und den Abbau von gegenseitigen Vorurteilen und Ängsten doch letztlich gut finden. Nun sollte ich auf die harte Tour lernen, dass ganze Institutionen und Karrieren auch genau von Ängsten leben!
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Während ich also noch völlig ahnungslos meinen Arbeitsbereich aufbaute, begannen „Kollegen“ der Sicherheit schon auf eigene Faust „belastendes“ On- und Offlinematerial (einschließlich eMails) zusammen zu tragen und schließlich Journalisten sowie Oppositionsabgeordnete damit „zu füttern“. Ich weiß bis heute nicht, auf welcher Rechtsgrundlage diese Leute überhaupt gegen einen unbescholtenen Mitarbeiter „ermittelten“ – und dann Auswahlen ihrer „Funde“ auch noch weitergaben! Nun, sie taten es einfach – und eröffneten damit die Jagd.
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Ich werde nie den Anruf eines Journalisten von den „Stuttgarter Nachrichten“ vergessen, in dem mich dieser allen Ernstes fragte, ob ich ihm denn „beweisen“ könne, Christ zu sein – schließlich sei ich „doch mit einer Muslimin verheiratet“. Ob ich nicht zugeben wolle, „heimlich konvertiert“ und in die Landesverwaltung „eingeschleust worden“ zu sein? Ob ich denn „ausschließen könne“, dass ein muslimischer Freund „Mitglied bei Milli Görüs war oder noch ist?“ (War er nie – aber da schlucken Sie erstmal…) Ob meine Frau eigentlich Kopftuch trägt? (Nein. Und wenn?)
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Immerhin: Seitdem kann ich existentiell nachvollziehen, was es für religiöse Minderheiten bedeutet, von Verschwörungstheorien eingedeckt zu werden…
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In einem großen – inzwischen vom Netz genommenen – Artikel mit bedrohlich inszeniertem Foto wurde ich sodann zum „umstrittenen Islamberater“ ernannt, gestützt auf Verfassungsschutzquellen, die sich verächtlich über mein interreligiöses Engagement, meine Magisterarbeit und meine mutmaßliche „Naivität“ im Umgang mit Muslimen ausließen. Auch der Verweis auf meine „türkische Ehefrau“ durfte selbst in „seriösen“ Zeitungen damals nicht fehlen. (Dass auch sie in Deutschland geboren und längst deutsche Staatsbürgerin war, ihr Abi an einem katholischen Gymnasium gemacht hatte etc. interessierte dabei naturgemäß überhaupt nicht. Mit „türkischer Ehefrau“ wurden die entsprechenden Bilder beschworen – und eine Prise Rassismus macht so eine Story ja nur noch würziger. Vergleiche: „Dönermorde“…)
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Weitere Zeitungen wie die rechtsgerichtete „Junge Freiheit“ – Storytitel: „Mit Allah in die Staatskanzlei“ – und die türkisch-kemalistische „Cumhurriyet“ stiegen begeistert ein. Obskure deutsche und türkische „Journalisten“ tauchten auch bei uns daheim auf und boten an, mich zu „beschützen“, wenn ich ihnen nur „mehr Material“ gäbe. Äußerte ich mich nicht, so wurde mir das negativ ausgelegt („…verweigerte jede Auskunft.“). Äußerte ich mich, nicht weniger („…stritt alles ab.“). Wir erhielten Drohanrufe und –mails, so dass wir die Polizei einschalten und eine nichtöffentliche Telefonnummer beantragen mussten. Der Abgeordnete Stephan Braun (SPD) assistierte mit einer Landtagsanfrage zum „Fall Michael B.“, die zur Diskussion meiner Magisterarbeit im Landtag führte.
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Ein „anständiger Bürger“ blickt plötzlich in den Abgrund
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Vielleicht wollen Sie einen Moment innehalten und sich vorstellen, wie (auch) Sie sich gefühlt hätten: als völlig unbescholtener, „anständiger“ Jungbürger, der vielfach belobigt und nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten, nun aber über Nacht zur Jagd freigegeben war. Abgesehen davon, was das emotional und sozial mit einem macht – ich hatte eine Frau, ein kleines Kind und nur eine befristete, halbe Stelle. Familie, Freunde und auch unser damaliger Vermieter fragten, ob ich „in Schwierigkeiten“ sei. Und das war eben nicht nur ich, das waren wir ohne Zweifel. Hätten die selbsternannten Jäger damals Erfolg gehabt, so hätte ich meine Anstellung verloren und wir wären noch dazu ein Leben lang beruflich und öffentlich gebrandmarkt gewesen – ohne jedes faire Gerichtsverfahren, ohne jede rechtsstaatliche Verurteilung und gezeichnet für das gesamte, restliche Leben. Und es war den Jägern völlig egal. Aus ihrer Sicht hatte ich mich für die falschen Themen engagiert, die falsche Frau geheiratet und vor allem das falsche Stellenangebot angenommen. Das reichte schon.
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Doch nach dem ersten Schrecken sammelten sich damals auch couragierte Demokraten. Minister Palmer wollte von mir wissen, ob „sie“ denn noch „etwas finden“ würden – was ich aus Überzeugung verneinen konnte. Dann stellte er sich hinter mich, ebenso wie meine direkten Vorgesetzten, Freundinnen und Freunde aus verschiedenen demokratischen Parteien, aus Kirchen, islamischen und jüdischen Gemeinden, aus der Universität Tübingen und der Bürgerschaft. Das war politisch, aber auch emotional und sozial wichtig – ich geriet trotz allem nicht in Panik (dass ich manche Nacht wach lag und wie es mir und meiner Familie ging, können Sie sich sicher vorstellen). Als die „Jäger“ auch nach intensiven und teilweise abenteuerlichen Recherchen partout nichts „Belastendes“ mehr finden konnten, brach die Sache schließlich in sich zusammen.
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Im Juli 2003 veröffentlichten Staats- und Innenministerium Baden-Württemberg dann eine gemeinsame Freispruch-Erklärung, die freilich von keiner Zeitung jemals wiedergegeben, sondern am Ende „nur“ auf islam.de eingestellt wurde:
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„Als „abwegig und an den Haaren herbeigezogen“ weisen das Staatsministerium und das Innenministerium die Veröffentlichung einer Tageszeitung zur Beschäftigung des Islam-Experten Michael Blume im Staatsministerium zurück. Der Verfasser werfe sogar spekulativ Behauptungen in Frageform auf, für die er jeglichen Beleg schuldig bleibe und erwecke so den falschen Eindruck, als würden seitens des Landes islamistische Bestrebungen toleriert.
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Das vom Verfasser vielfach ins Feld geführte Landesamt für Verfassungsschutz habe zu keinem Zeitpunkt Bedenken gegen die Verfassungstreue von Herrn Blume selbst geltend gemacht: “Weder er noch die von ihm mitinitiierte und -gegründete Christlich-Islamische Gesellschaft – so das Landesamt für Verfassungsschutz – „waren und sind Beobachtungsobjekte.“
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Aufgabenbedingt könne es naturgemäß unterschiedliche Einschätzungen zu Chancen und Risiken des interreligiösen Dialogs im muslimischen Umfeld geben. [Das ist mein Lieblingssatz!, Anm. Blume] Während Herr Blume den Auftrag habe, Politikberatung zu betreiben, sei es Auftrag des Landesamtes für Verfassungsschutz, verfassungsfeindliche Bestrebungen öffentlich aufzudecken und die Bekämpfung von Gefahren zu ermöglichen. Der interreligiöse Dialog müsse ein kritischer Dialog sein. Einerseits sei es zwingende Aufgabe der Politik, durch den interkulturellen und interreligiösen Dialog die Integration von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Daueraufenthaltsrecht in Deutschland zu befördern. Gleichzeitig müsse die Politik aber auch mit Nachdruck darauf achten, dass verfassungsfeindliche Bestrebungen frühzeitig erkannt und unterbunden würden.“
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So weit, so klar. Nach einigen harten Monaten war es einigermaßen überstanden. Zwei hochrangige Kollegen der Sicherheit entschuldigten sich schließlich, wenn auch zähneknirschend. Ob es wenigstens eine interne Aufarbeitung oder Disziplinarmaßnahmen gab, habe ich nie erfahren – ich bezweifele es auch, zumal ich damals selbst noch der Meinung war, hier liege nur ein unglücklicher, bedauerlicher Einzelfall vor. Immerhin: Der (inzwischen leider aus dem Parlament geschiedene) Abgeordnete Braun merkte auch ganz ohne Order von weiter oben, dass er für eine miese Sache eingespannt worden war und suchte das klärende Gespräch – was ich ihm bis heute politisch und auch menschlich hoch anrechne. Kein Wort des Bedauerns und keine Klarstellung gab es dagegen bis heute von den beteiligten Journalisten – für einen eingefleischten Zeitungsleser wie mich war das die vielleicht härteste Enttäuschung. Schade.
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Denn selbstverständlich verschwanden die Anschuldigungen jener Zeit nie wieder ganz aus dem Netz, sondern werden seitdem (seit 10 Jahren!) von Rechtsextremen immer wieder vorgebracht und weiter gesponnen. Auf der rechtsgerichteten Prangerseite „Nürnberg 2.0“ habe ich inzwischen sogar einen eigenen „Steckbrief“, der mir und weiteren Demokratinnen, Wissenschaftlern, Politikerinnen usw. für die Zukunft eindeutig Gewalt androht – dessen Betreiber von den weiter wachsenden Sicherheitsapparaten aber leider, leider irgendwie nie ausfindig gemacht werden konnten.
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Auszeichnung 2.0: Ein „Steckbrief“ auf der rechtsextremen Prangerseite „Nürnberg 2.0“, die Demokratinnen und Demokraten aus Wissenschaft, Politik, Medien und Religionen einzuschüchtern versucht.
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Die Sache ist überstanden – oder!?
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Zehn Jahre sind seit dieser Vorfälle vergangen – aber selbstverständlich sind sie nie vorbei, denn das Internet vergisst nicht. Immer mal wieder werde ich auch heute noch darauf angesprochen, manchmal versucht noch ein Journalist darauf „aufzubauen“ („Islamexperte im Zwielicht“) und manchmal versucht sich, etwa beim Anruf eines Redakteurs zu einem ganz anderen Thema, die existentielle Angst und das Misstrauen jener Monate in mein Leben zurück zu schleichen.
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Daher entschied ich so ab 2004, mich einfach nie wieder einschüchtern zu lassen und gerade auch die Netzwelt nicht den Jägern und Hatern zu überlassen; ich begann zu bloggen und zu schreiben, Freiheiten mit mehr Lust denn je auszufüllen. Beruflich habe ich nicht nur überlebt, sondern unfreiwillig gestählter die Karriere fortsetzen können – inzwischen bin ich Referatsleiter und Landesbeamter im höheren Dienst und arbeite zudem wann immer möglich auch forschend, schreibend und lehrend wissenschaftlich weiter. Gerade der damalige, so plötzliche Blick in den Abgrund hat mich gelehrt, die guten Tage bewusster zu erleben und zu gestalten – man weiß nie, wie viele man noch hat.
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Ich weiger(t)e mich, Leben und Freiheit an die Logik aus dem Ruder laufender Sicherheitsapparate abzugeben, die Bedrohungsszenarien, Terroristen und Extremisten als Existenzberechtigung und Karrieretickets geradezu benötigen. Strukturell ist es schon wegen dieser Interessenskonflikte schwer zu vermeiden, dass sich gerade auch solche Dienste in dubiose Koalitionen verwickeln, Verschwörungstheorien gegen religiöse und ethnische Minderheiten schüren und die vermeintliche „Naivität“ von Dialog- und Demokratieaktiven mehr oder weniger offen verachten. Und selbstverständlich gibt es bewussten und vorbewussten Rassismus auch in Sicherheitsapparaten – dort arbeiten schließlich keine fiktionalen TV-Überhelden, sondern echte Menschen, die noch dazu über Jahre hinweg auf bestimmte Milieus angesetzt werden und dabei Gruppendynamiken und Erfolgsdruck ausgesetzt sind. Menschen mit Skrupeln oder gar Reformer geraten da schnell an den Rand. Wundert Sie denn wirklich noch das rechtsstaatlich dubiose Verfahren gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König, während die bundesweiten NSU-Verflechtungen noch immer nur unzureichend aufgeklärt sind?
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Was wird die Zukunft bringen?
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In allen demokratischen Parteien habe ich über die Jahre Leute kennen gelernt, die sich über diese Entwicklungen wirklich Sorgen machen, andere, die sich von den neuen Möglichkeiten neue Macht versprechen (und noch nicht begreifen, dass auch sie selbst oder ihre Kinder die nächsten Opfer sein können) – und viele, denen das Thema einfach gleichgültig oder zu komplex ist. Die parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste ist in Europa, im Bund und vor allem in den Ländern noch immer schwach bis mager – und was Dienst A aufgrund ärgerlicher Bürgerrechte nicht selbst erledigen kann, lässt sich eben durch Kollegen aus Staat B oder durch „private Unternehmer“ per „Informationsaustausch“ einholen. „Wir“ dürfen z.B. nicht foltern? Dann überlassen wir halt Verdächtige diversen „Verbündeten“, die es dürfen und uns danach an den „Ergebnissen“ beteiligen.
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Das Recht von Nationalstaaten hält kaum mehr stand. Auch wir Deutschen finden es ja mehrheitlich einfach super, gegen Schweizer Recht Steuer-CDs zu kaufen; verdrängend, dass ebenso auch unsere eigenen, intimsten Daten längst „auf dem Markt“ sind. Die „Jäger“ von 2013 haben heute noch unendlich viel mehr Möglichkeiten als es jene von 2003 hatten; und wenn Sie auch noch so eine „anständige Bürgerin“, ein „anständiger Bürger“ sind, so mag sich in Ihren wachsenden Daten schon das blöde Bild, der blöde Text, das peinliche Vergehen oder auch einfach der falsche Kontakt verbergen, den man eines Tages gegen Sie verwenden kann. Dazu wird man bald auch nicht mal mehr eine mehr oder weniger seriöse Zeitungsredaktion anrufen müssen, sondern – wie etwa in Russland schon üblich – einfach ein paar anonyme Blogs „füttern“, Stalker ansetzen und Ihre Reputation und Lebensbezüge aus dem Dunkel heraus angreifen. „Etwas“ bleibt selbst nach einem „Freispruch“ immer hängen, liebe anständige Bürgerinnen und Bürger – auch das kann ich aus eigenem Erleben leider bestätigen…
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Umso mehr wir aber einander und unseren gewählten Abgeordneten misstrauen, umso schwächer wird auch unsere Freiheit, unsere Widerstandskraft und unsere Demokratie. Es ist das große Paradox unserer Zeit, dass gerade der Individualismus unsere Freiheitsrechte untergräbt – denn alleine kann im Zweifel keine(r) wachsenden Apparaten widerstehen. Umso mehr wir uns alle verängstigt auf den Staat verlassen, umso mehr Macht übertragen wir ihm auch.
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Nicht also eine von irgendwo zentral gelenkte Superverschwörung, sondern eine schleichende, rational interessengeleitete Verflechtung von legaler, halb- und illegaler Überwachung samt ständiger Einschüchterung der Öffentlichkeit durch ehren- und hauptamtlich agierende Extremisten (so treffend die heute-show) führen zu einer Angst, die sich in Ihr Leben schleicht und die Sie sich schließlich selbst-zensieren lässt: längst nicht mehr nur in der Türkei, in Russland oder China, sondern längst auch hier, bei uns. Ob und wann wir merken werden, dass wir einmal freier waren?
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Und, nein, diesen Text schrieb eben kein utopischer Anarchist, sondern ein braver, verfassungstreuer Christ und Demokrat – nicht ein sozial isolierter Nerd, sondern ein glücklicher Familienvater – nicht ein beruflich Gescheiteter, sondern ein leitender Beamter – nicht ein fachlicher Dilettant, sondern ein seit Jahrzehnten im Dialog Aktiver und inzwischen mehrfach ausgezeichneter Wissenschaftler. Ich habe damals (fürs Erste) diese Verflechtungen und ihre Methoden knapp überlebt, die inzwischen zu einem Teil unserer gemeinsamen Realität geworden sind. Wenn Ihnen also das nächste Mal irgendjemand erzählt, „anständige Bürger“ hätten von den ausufernden Methoden „der Sicherheit“ doch überhaupt gar nichts zu befürchten und Bürger- und Parlamentsrechte sowie Datenschutz seien langweilige Sonderthemen oder blanker „Täterschutz“, geben Sie ihm oder ihr doch bitte den Link zu diesem Erfahrungsbericht.
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Was getan werden sollte?
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Am liebsten würde ich hier enden – aber will es natürlich nicht bei Klagen belassen. Falls Sie noch interessieren sollte, was denn meines Erachtens getan werden könnte und sollte, so will ich drei Punkte nennen, die ich persönlich für zentral und wirkungsvoll halte. Denn ich glaube trotz allem, dass die Schattenkriege um unsere Bürgerrechte noch nicht völlig verloren sind.
  1. Getrennt werden wir geschlagen. Wir brauchen mehr interkulturellen und internationalen Dialog
Die ausufernden Überwachungen und Maßnahmen werden mit „der Sicherheit“ gerechtfertigt – und zwar gegenseitig. Unter dem Label des „Kampfes gegen den Terrorismus“ (oder auch gegen Steuerhinterziehung, sexuellen Missbrauch, Cybermobbing etc.) verstehen die USA, China, Russland, Israel, die Türkei, arabische Staaten und auch Europa dabei auch je völlig unterschiedliche Gruppen und Aktionen. Des einen Oppositionellen ist des anderen Kriminellen. Umso wichtiger scheint es mir zu sein, dass Demokratinnen und Demokraten aller Länder, Kulturen und Religionen gegenseitige Feindbilder und Verschwörungstheorien überwinden, Extremismen die Stirn bieten und auch darüber sprechen, wie viel Macht und Kompetenzen wir unseren Sicherheitsapparaten eigentlich übertragen wollen. Klar bleibt das eine millionenfache Jahrhundertaufgabe: Aber wenn zwischenmenschliche Dialoge nichts fruchten würden, würden ihre Gegner sie auch nicht immer wieder verächtlich zu machen und zu unterbinden versuchen. Lasst uns miteinander reden, gerade wenn wir uns noch fremd sind – denn getrennt werden wir auf jeden Fall geschlagen!
    2. Abgeordnete können mehr als Stimmvieh sein – stärken wir die Guten!
Gerade auch die internen Zerwürfnisse der Piraten haben gezeigt: Individuen haben auch in der digitalen Welt unterschiedliche Zeitbudgets, Kompetenzen und Interessen. Von potentiell allen gewählte Abgeordnete können eben nicht durch Online-Debatten ersetzt werden; sondern sollten mit ihnen verbunden sein. Gerade auch in der Verteidigung unserer Bürgerrechte, in der Kontrolle und Aufklärung von Staatshandeln gewinnen engagierte Abgeordnete und ihre Mitarbeitenden neue Bedeutung. Niemand muss gleich all ihren anderen Ansichten zustimmen – aber für glaubwürdig aufklärende Abgeordnete wie Sebastian Edathy (SPD), Clemens Binninger (CDU) oder auch hartnäckig „die Sicherheit“ Nervende wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Christian Ströbele (Grüne) bin ich als Demokrat dankbar. Aktive Parlamentarier, Kontrollgremien und Untersuchungsausschüsse sind heute wichtiger denn je. Umso stärker wir auch die entsprechenden Leistungen einzelner Parlamentarierinnen und Parlamentarier über Parteigrenzen hinweg anerkennen und würdigen, umso stärker und unabhängiger können diese auch auftreten. Auch Online-Petitionen an die Parlamente halte ich für sinn- und wirkungsvoll!

3. Unabhängiger, qualitativ hochwertiger Journalismus sollte uns etwas wert sein!

Vielleicht erwarten Sie nach den o.g. Schilderungen von mir wohlfeile Schelte über die „Journaille“. Aber ich halte gerade auch nach diesen Erfahrungen Qualitätsmedien weiterhin für unverzichtbar. Und ich glaube nicht, dass dort grundsätzlich schlechtere oder bessere Menschen arbeiten, sondern dass wir auch hier nach Strukturen fragen müssen. Auch viele Journalistinnen und Journalisten leiden unter zunehmend brutalem Zeit- und Spardruck und sind also auf vorgekochte Infohappen und –quellen mehr denn je angewiesen; da bleibt die eigene Recherche notgedrungen oft auf der Strecke, steht die Überschrift schon am Beginn der Story fest. Wer kann da schon Nein sagen, wenn der „Freund von der Sicherheit“ immer wieder Informationen, Einladungen und auch mal eine „heiße Geschichte“ parat hat? Und wo sich Medien wirtschaftlich gar nicht mehr lohnen, leiden Vielfalt und Wettbewerb – wenn sie nicht gar nur noch als Nebenangebote von Staats- und Multikonzernen „gehalten“ werden, die für ihr Geld dann aber auch „Gegenleistungen“ erwarten.
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Hochwertiger, unabhängiger Journalismus ist in Zeiten der Informationsüberfülle notwendiger denn je; und er darf, ja muss uns durch alte oder neue Bezahlmodelle etwas kosten. Ich sehe nicht ein, warum Sportler und Talkshow-Moderatoren Millionäre werden dürfen, herausragend recherchierende Journalistinnen aber nicht. Auch Whistleblower wie Edward Snowden brauchten stets glaubwürdige, seriös hinterfragende und engagierte Journalisten – und haben sie Gott sei Dank auch (noch) gefunden. Ja, ich wünsche mir natürlich, dass auch Medienschaffende insgesamt fairer mit Menschen umgehen und Fehler, die überall passieren, auch eingestehen oder korrigieren. Aber es liegt gerade auch an uns als Kunden, dafür zu sorgen, dass sich Arbeitsbedingungen in Medien wieder verbessern und sich gute, glaubwürdige Arbeit auch für die Beteiligten lohnt.
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So, das musste ich loswerden. Und jetzt mal schauen, was passiert… Falls Ihr bald nichts mehr von mir hört, wisst Ihr Bescheid! 😉
Michael Blume

Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

332 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wahre Worte – Danke

    Sie geben mir die Worte die ich bisher vergeblich gesucht habe. Auch mir als Fachinformatiker, begegnet immer wieder der Spruch „… ich habe nichts zu verbergen, mir kann nichts passieren.“ Alles, aber wirklich alles kann gegen jeden noch so anständigen Büger verwendet werden. Es kommt immer auch auf den Standpunkt des Gegners an was als „unanständig“ gilt.

    Obwohl ich das weis bewege ich mich in sozialen Netzwerken, betreibe eine eigene Homepage und schreibe meist nur über meine Hobbys (außer jetzt). Allein schon dieser Text könnte mich in den Fokus der „Jäger“ bringen. Ich riskiere das ganz bewusst.

    Niemand ist sicher.

  2. Albert Heller

    Vielen Dank, Herr Heller, für Ihren Mut! Wenn wir Bürgerinnen und Bürger zusammen stehen, können wir den Verächtern unserer Rechte vielleicht noch die Stirn bieten…

  3. starkes Stück

    Ich hoffe, die Konsequenzen für dich als Beamten aus diesem Artikel fallen nicht zu krass aus (du scheinst ja selbst drauf vorbereitet).

    Auf jeden Fall verstehe ich jetzt so manch früheren skeptischen und verteidigenden Artikel besser.

    Danke.

  4. @Marc

    Ja, ich denke auch, dass mich das Erlebte in mancher Hinsicht (zu?) hart gemacht hat. Die Unbekümmertheit verfliegt spätestens, wenn ich erkennen muss, dass dieser Einzelfall so einzel nicht war und ist. Wenn Stimmungen gegen Minderheiten geschürt werden, während wir alle Rechte verlieren. Und wenn sich Leute kritiklos dem Staat ausliefern, ohne die Untiefen sehen zu wollen.

    Wenn wir uns als Gesellschaft an die Vollüberwachung und Einschüchterung gewöhnen, haben wir verloren. Da kämpfe ich lieber mit offenem Visier. Dass es immer leicht würde, hat niemand Glaubwürdiges jemals versprochen.

  5. Alles Spinnerei!

    Man wollte Sie verhindern, da Ihre Magisterarbeit offenbar zeigt, dass Sie Islam und Islamismus rosarot sehen.

    Die Analyse der Kommunikationsdaten hat mit Ihrem Fall demnach gar nichts zu tun — hier get es um Prävention und Aufklärung von Verbrechen.

    Das beides zu vermengen ist unangemessen, der ganze Artikel und die Kommunikation mit Herrn Heller darüber hinaus ein Hinweis darauf, dass Sie unter mindestens leichten Wahnvorstellungen leiden. Mithin Konzepte hegen, die mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen.

  6. @Christian

    Meine Magisterarbeit erhielt Lob, “weil“ sie zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden vermochte. Schon damals.

    Zumindest befand das die Universität Tübingen – und hielt ausdrücklich an dieser Einschätzung fest. Auch im Landtag kam man zu keinem anderen Befund.

    Woher stammt denn Ihre Einschätzung?

  7. Unglaublich

    Das ist echt ein hartes Stück. Nicht nur unglaublich das es so läuft, auch unglaublich, dass Sie nicht den Glauben in das System verloren haben. Sie hatten zum Glück ja noch eine großartige Reputation und ein Netzwerk von ihnen wohlgesonnenen Menschen um sich, aber ich versuche mir vorzustellen, wie schnell man Menschen mit weniger Rückhalt oder Möglichkeiten mundtot oder als sozial untragbar abstempeln kann. Ich werde diese Geschichte in ihrem Sinne weitertragen, falls mir nochmal einer so kommt mit ‚Ich hab ja nichts zu verbergen‘.

  8. Alle Achtung.

    Ich dachte bisher, schau mal freundlich drüber weg, wo der Michael Blume politisch beheimatet ist – mit freundlich nachsichtigem Verständnis von wegen gewisser früher biographischer Erfahrungen. Aber jetzt beleuchtest du etwas, das später ist als diese frühen Erfahrungen. Und da denke ich jetzt – jetzt erst: Ist gut, Michael, dass gerade du gerade in dieser CDU deine politische Verortung gefunden hast. Kann (!) sich auch als gut erweisen für Leute, die sich anders politisch verorten – wenn man nicht bloß die Schablonen sieht, kann man sogar voneinander lernen, miteinander aufpassen.
    Ich denke, allerdings erst sehr spät für mich: es ist am besten in solchen Zusammenhängen, möglichst viele Karten offen auf den Tisch zu legen. Nicht dass jemand denkt – bzw. ungutes Kapital schlägt aus der Unterstellung: Na, was hat er denn noch zu verbergen?

  9. „Spinnerei“ passt ins aktuelle Bild

    @Christian: Zwar fußt der Artikel auf Vorgängen von vor 10 Jahren, aber leider passen die Vorgänge von damals nahezu perfekt in das Bild, das wir in den letzten Tagen vor Augen geführt bekamen: Geheimdienste, die weltweit ungefiltert Informationen sammeln, auswerten, Profile erstellen. Die dazu Unternehmen als Informationslieferanten verpflichten; sogar die Deutsche Post, wie sich jetzt heraus stellt. Und alles im Namen des Schutzes vor Terrorismus oder, vorgeschoben, der vereinfachten Zollabfertigung (Post).

    Es war (angeblich) Benjamin Franklin, der sagte:“Those who would give up essential liberty, to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.“ Nicht nur die Amerikaner, auch der Rest der Welt sollte in sich gehen und über diese Aussage nachdenken.

    Wozu sollen all die Daten und daraus gewonnenen Metadaten dienen, wenn nicht, um die Freiheit Einzelner oder Aller durch (Mikro-)Kontrolle einzuschränken? Wer wird sich noch im Bewusstsein, dass jeder seiner Schritte aufgezeichnet und bei Bedarf gegen ihn verwendet werden kann, wirklich frei bewegen?

    Es wird eine Atmosphäre unterschwelliger Angst entstehen, die alle dazu nötigen wird, sich systemkonform zu verhalten, um Sanktionen zu entgehen. Das Problem dabei ist aber: Habe ich erst einmal genügend Daten über eine Person, kann ich daraus IMMER ein Netz spinnen, in dem sie sich verfängt. Denn zwar sind Daten per se neutral, deren Interpretation hingegen ist es nicht!

    Dies war, wie im obigen Artikel beschrieben, vor 10 Jahren so. Und dies ist heutzutage, da jedes Smartphone täglich dutzende verwertbare Daten liefert, um ein Vielfaches einfacher für jene geworden, die sich die Macht anmaßen, diese Daten zu sammeln und zu interpretieren.

    Der Kampf gegen diesen Datenkraken ist aussichtslos, solange es gelingt, die Mehrheit der Menschen in Unwissenheit und Gleichgültigkeit zu wiegen. Denn dann gleiten sie peu à peu in jene unterschwellige Angst ab, ohne es zu merken. Vielleicht ist es bereits zu spät – die Zeichen mehren sich hierfür. Vielleicht aber auch nicht!

  10. @Marcus

    Vielen Dank! Naja, ich denke, dass Demokratie und Freiheit niemals „sichere Bänke“ sind, sondern in jeder Generation neu und gegen neue Herausforderungen errungen werden müssen. Und immerhin waren ja tatsächlich Demokratinnen und Demokraten aus den verschiedenen Parteien, der Wissenschaft sowie den Kirchen und Religionsgemeinschaften da, als es darauf ankam.

    Einen Stich ins Herz, der sicher zu dem Blogpost beigetragen hat, war aber tatsächlich die Aussage des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König, der ja gerade durch einen ähnlichen Prozess ging: „Doch auch nach dem Aussetzen des Prozesses empfinde er „keine überschäumende Freude“, sagt Lothar König. Zu viele hätten eben nicht die Unterstützung gehabt, die er durch die verschiedenen Soli-Gruppen hatte.“
    http://www.publikative.org/…ar-konig-ausgesetzt/

    Ich denke, das ist der Punkt – die vielen, die verlieren, die aufgeben oder an den Rand gedrängt werden sehen und hören wir u.U. gar nicht. Die einzige Chance scheint es zu sein, nicht länger zu schweigen und publik zu machen, was hier teilweise vor sich geht…

  11. @Hermann

    Lieben Dank auch Dir!

    Ja, ich glaube, das Schlimmste, was jetzt passieren würde, wäre eine Spaltung der Demokraten nach dem Motto: Die Einen sind für, die Anderen gegen Datenschutz und Bürgerrechte. Wenn die Debatte in dieses Fahrwasser geräte, wäre sie verloren.

    Gerade an meinem Beispiel kann man ja sehen, wie virtuos wir da auch gegeneinander ausgespielt werden: Damals wurde (auch) ein Abgeordneter der SPD gegen einen Ministerialen mit CDU-Hintergrund angesetzt. Es glaube doch keiner, dass es nicht genau so auch umgekehrt laufen kann! Auch in den USA verstehen die Sicherheitsapparate virtuos sowohl mit Republikanern wie mit Demokraten „umzugehen“, bis irgendwann ziemlich egal zu sein scheint, wer gerade regiert.

    Politische Meinungsvielfalt ist m.E. unverzichtbar, wichtig und gut! Doch zugleich sollten Demokratinnen und Demokraten quer durch die Parteien nicht so stark aufeinander losgehen, dass die gemeinsamen Werte zerbröseln. Dass die Arbeit des NSU-Bundestagsuntersuchungssausschusses so konstruktiv überparteilich gelaufen ist halte ich z.B. für eine Sternstunde unseres Parlamentes – wenn ich auch glaube, dass noch sehr Vieles und Schockierendes noch nicht aufgeklärt wurde.

  12. Als Atheist und sozial isolierter, erfolgloser Nerd, der auf Utopien total abfährt, bin ich froh auch mal von jemand anderem das zu hören, wovon ich seit Jahren fest überzeugt bin. 😛

    In unserer Gesellschaft fehlt es einfach an Mitgefühl. Intellektuell muss doch jedem klar sein, dass Sprüche wie „kann nur Leuten passieren die es verdient haben“ gar nicht pauschal richtig sein können. Und darauf, das man selbst mit Leuten „die es verdienen“ deswegen noch längst nicht alles machen darf, will ich jetzt gar nicht erst näher eingehen.

    Davon abgesehen glaube ich, dass dieser Sicherheitswahn deswegen so sehr fruchtet, weil die Erklärung/Rechtfertigung dafür eine so kurze ist. Einen Satz zur Wahrung irgendwelcher Sicherheitsinteressen fallen zu lassen, ist einfach, kurz und dürfte für die meisten Zuhörern verständlich sein. Die Erklärung hingegen, warum solche Äußerungen leider viel zu oft kompletter Unsinn und/oder gar eine glatte Lüge sind, lässt sich jedoch nicht einfach mal so in einem kurzen Satz unterbringen.

    Auch dieser Beitrag ist ja ein schönes Beispiel dafür. Er ist relativ lange, jedoch hätte er kaum kürzer sein können ohne wichtiges unerwähnt zu lassen. Primitive Hetze (gegen wen oder was auch immer) hingegen kommt generell mit deutlich weniger Worten aus. Meist reicht eine Art Slogan, der nicht mal ein richtiger Satz sein muss.

    Das beste aus der Zeit zu machen, die man hat, ist dann wohl auch die beste Lektion die man aus sowas ziehen kann, denn auf „Gerechtigkeit“ (oder ähnliches) zu hoffen, dürfte wohl nur all zu oft Zeitverschwendung sein.

    Das Journalisten sich nicht entschuldigen, obwohl sie sich völlig daneben benommen haben (und es sollten), überrascht mich nicht. Konsequenzen ihres Handelns interessieren da eher selten.

    Wünsche alles Gute!

  13. @RC

    Super, danke – genau das wollte ich rüberbringen! 😀

    Denn „der Trick“ besteht ja immer darin, so zu tun, als beträfe es nur „die anderen“: Die Muslime, die Nerds, die Atheisten, die Christdemokraten (etc. pp.). Und wir müssen wohl (wieder?) lernen zu begreifen, dass es Themen und Werte (wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit) gibt, die „uns alle“ betreffen und bei denen wir uns nicht auseinander dividieren lassen dürfen.

    Da das zumindest bei Ihnen wie gemeint auch angekommen ist, kann ich für heute glücklich ins Bett gehen. 🙂

    Danke & eine gute Nacht!

  14. GEZ

    Hochwertiger, unabhängiger Journalismus ist in Zeiten der Informationsüberfülle notwendiger denn je; und er darf, ja muss uns durch alte oder neue Bezahlmodelle etwas kosten.

    Bei der GEZ sind die Tagesschreiber garantiert so ‚unabhängig‘ wie ‚hochwertig‘, darum eben auch nicht kostenfrei.

    MFG
    Dr. W (der Blogs vorzieht)

  15. Respekt!

    Da Sie ja darum bitten, den Bericht zu verbreiten, haben Sie wahrscheinlich nichts dagegen, wenn nächste Woche möglicherweise auch die Nachdenkseiten darauf verlinken, schätze ich mal. Oder?
    Ich beabsichtige jedenfalls, denen eine mail mit dem Link hierher zu schicken.

    Ansonsten haben Sie meinen höchsten Respekt. Ich weis nicht, ob ich so eine Geschichte durchgestanden hätte. Schon gar nicht mit mitte 20. Falls Sie wissen wollen, warum, können sie das hier nachlesen. Das ist eine kurze Zusammenfassung meiner Geschichte, die ich in einem anderen Zusammenhang im Blogforum von Florian Freistetter publiziert habe.

  16. @Hans

    Vielen Dank – die Nachdenkseiten schätze ich sehr und habe mich auch früher schon über Berichte und Links gefreut.

    Den Bericht über den Wert von Religion angesichts existentieller Unsicherheit kann ich nur unterstreichen. In der (evolutionären) Religionswissenschaft sprechen wir von Coping, Terror Management und der Vermeidung von Anomie. Klar habe ich damals viel gebetet, gerade auch nachts. “Not lehrt beten“ ist nicht nur ein Sprichwort, es ist eine zutreffende Beobachtung…

  17. (einschließlich email)

    Das hätte mich schon genauer interessiert. Wieso haben Sie diese Straftat nicht verfolgen lassen?

  18. Mutig!

    Vielen Dank für diesen mutigen Bericht . Ich wünsche weite Verbreitung.

    Ganz ehrlich gesagt: Hätte ich den Artikel nicht bei Michael Blume und den Scilogs, sondern auf einer mir unbekannten Seite eines mir unbekannten Autors gelesen, ich hätte die Geschichte wahrscheinlich als Spinnerei abgetan; ich hätte es nicht für möglich gehalten.

    Ich hätte aber auch den Prozess gegen Lothar König nicht für möglich gehalten.

    Oder die Tatsache, dass unser Verfassungsschutz eine rechte Terrorgruppe jahrelang ignoriert und entwürdigend von „Dönermorden“ spricht.

    Und heute mach ich den Spiegel auf und lese über eine noch engere Zusammenarbeit zwischen BND und NSA, als bisher bekannt – die NSA lieferte u.a. scheinbar Analysetools nach Deutschland, damit auch der BND in großem Stil Internet-Daten auswerten kann. Das Ganze war dann anscheinend so organisiert, dass an den verantwortlichen Politikern nichts hängenbleibt, sollte die illegale Schnüffelei öffentlich werden.

    Hoffentlich lesen Abgeordnete aus allen Parteien Michael Blumes Erfahrungsbericht . Ich werde meinen Bundes – und Landtagsabgeordneten jedenfalls den Link zukommen lassen.

  19. @peter

    Damals habe ich das noch gar nicht überblickt und war dann auch einfach froh, dass es überstanden war, wollte die Geschichte einfach hinter mir lassen. Und ganz abgesehen davon hätte ich mir einen Anwalt, Prozess etc. auch finanziell gar nicht leisten können.

    Wie geschrieben dachte ich vor allem auch, dass es halt nur ein bedauerlicher Einzelfall war, der sicher nicht wieder vorkommen würde – das Wissen um die sonstigen Ereignisse dieser Jahre und seitdem hatten ich und hatten wir noch gar nicht.

  20. @Panagrellus

    Vielen Dank. Und, ja, ich glaube tatsächlich, dass v.a. auch Parlamente und aufklärende Parlamentarier der Schlüssel sind, um unsere Rechte zu verteidigen. Wenn sie sich ihrer eigenen Möglichkeiten bewusst werden.

  21. Blume Michael

    Eine sehr nachdenklich machende und authentisch wirkende Stellungnahme! Helfen wir alle zusammen, um unsere Freiheit zu verteidigen!

  22. @ Blume

    Sie könne mich jetzt für wirr und verrückt halten.

    Aber es gibt Gründe, warum eine solche Strategie und solche Methoden einen Sinn und ihre erwünschte Wirkung haben können.

    Heisst: Dass ihre Erfahrungen keine kaotisch zufällige und emotional oder stereotyp ideologisch „insoirierte“ Dynamik gewesen, sondern eine strategische Methodik darstellen, die zur Zivilisierung und Konditionierung ihres Mentalzustandes und der Positionierung in Gesellschaft dient.

    Behaviorismus eben, der vor aller Bewusstwerdung wirksam ist und somit eine Grundeinstellung des Bewusstseinsinhaltes ermöglicht.

    Was war denn in die Folge dieser Erfahrungen für ihr zukünftiges Leben?

    Grob gesagt eine Demnutshaltung mit gewissen Tendenzen zur Demokratisierung, Rechtsstaat und ethisch/moralischer Fokussierung. Solche Erfahrungen zwingen jeden nachdrücklich, sich in Gesellschaft zu positionieren.

    Die These der Notwendigkeit einer Kriminalitätsquote zur Immunisierung des Subjekts und damit der Gesellchaft gegen Krimminalität und Unrecht. Bei ihnen speziel noch die Nähe zu politischer Institution und die spezielle Disziplin (und aus Gründen, die ihre Frau ungewollt mit ins Spiel bringt), die eine Stabilität ihres Bewusstseins vorraussetzt und also quasi eine „Prüfung“ erfordert, die unweigerlich eine Eskalation hätte auslösen müssen …wenn ihr Karakter (und sonstige Eigenschaften) entsprechend instabil wäre.
    Ausgehend ihrer Schilderungen mag es gut sein, dass sie diese „Prüfung“ bestanden haben.
    Andere nicht und landen auf dem sozialem Abstellgleis/Isolation oder/und in der Psychiatrie.

    Die Intention solcher Methoden geht aus der These der „Demokratisierung“ hervor. Man nehme einen Demokratisierungsgrad als Maß der Tauglichkeit zur Teilnahme und Mitwirkung an jeweiligen gesellschaftlichen Aufgaben an. Der Politikberater hat da schon eine gewisse Hürde zu nehmen – gegenüber einem „schlichten“ Handwerker.

    Der Erfolg ihrer Prüfung (und damit durch die innerte Konditionierung gefestigte Positionierung ihrer Selbstreferenz in Gesellschaft) sei demnach auch darin zu erkennen, dass sie gestern eben diesen Beitrag erstellt/veröffentlicht haben und damit scheinbar für diese „Rechte“ und Weltsichten einstehen und so auch andere Mitmenschen dazu inspirieren.

    Dieses Ereignis (Positionierung und Veröffentlichung des Artikels) ist aus anderer Perspektive also erwünscht „neurotypisch“.

    Daher ist es nicht notwendig, dass sie sich Sorgen machen, dass sie als Beamter etwa einen Schaden dadurch erleiden könnten, dass sie solcherart veröffentlichen.

    Denn es ist einer der Bürgerpflichten, für Recht und Ordnung einzustehen und sie (angemessen) zu verteidigen. Das taten sie durchaus angemessen und erfüllend.

    Die medialen Säuentreiberei (hier gerade Überwachung) ist Bestandteil solcher Prüfungen. Sie locken unangemessene Gedankengüter (und somit die Subjekte) aus den Löchern, was dann dazu führt, dass Überwachung einschlägiger Kanäle und Situationen auf diese stößt und sie dadurch identifiziert werden. Woraufhin dann an diesen Subjekten bei Notwendigkeit eine „Prüfung“ oder gleich behavioristsche „Therapie“ (Konditionierung) durchgeführt wird.
    Das klingt nach sisyphos-arbeit. Sogesehen ist es das auch. Aber heute eben einfachst per moderner Kommunikationskanäle zu leisten.
    Gewisse mentale Grundlagen verhindern auch, dass diese erfahrungenalle Menschen durchmachen müssen – die Kapazitäten und Aufwände daher nicht ganz so utopisch sein müssen, wie in extremen Befürchtungen zu erwarten.

    Da spielen auch Türken eine Rolle in der Methodik – die sich hier scheinbar als virtuelle Feinde oder Freunde darstellen lassen (wobei nicht die Haltung der Türken relevant sei, sondern des „Probanden“ gegenüber jenen – sprich situativ das Sterreotyp gegen die Wirklichkeit gegeneinander ausgesielt werden, damit verbergbare Eigenschaften des Zielobjektes freigelegt werden). Die Schlüsse aus solchen „Prüfungen“ sind vielfältig, weil schon die Grundlagen dazu eine vielzahl an subtiler Bedingungen bereitstellt.

    Ich erinnere gerne an einen Satz, den N. Luhman mal irgendwo hingestellt hat. Vielmehr sich fasziniert und wundernd gefragt hat:

    Wieso die Gesellschaft so [gut,reibungslos] funktioniere!?

    Denn das sei einleuchtend: Der Demokrat,Menschenrechtler und sonstig erwünscht positiv karaktereigenschaftlich Besetzte fällt nicht vom Himmel. Da muß meistens nachgeholfen werden. Und was nicht in der Erziehungsphase in der Familie geschieht, findet spätestens nach dem Auszug aus der Familienumgebung statt – weil das ein wichtiger Zeitpunkt diebezüglich sei.

    Ich an ihrer Stelle würde mir jetzt ein wenig verarscht vorkommen. Aber das Problem sei dabei das gleiche, wie mit der Aussage: Wer nichts zu verbergen hat, kann auch keine Kritik an Überwachung daraus generieren.
    Heisst: Sich verarscht zu fühlen, ist ebenso verdächtig, wie sich gegen umfassende Überwachung zu stellen -freilich jeweils maßgenommen am Duktus der Kritik.

    Anyway… einerseits eine scheinbar funktionale Strategie, aber andererseits darin enthaltene ethisch und moralisch fragwürdige Methoden.

    Wenn,…ja wenn ich denn mit dem ganzen Geschwurbel auch (in etwa) recht hätte. (wozu es einige Hinweise gibt)

  23. @chris

    „…Überwachung) ist Bestandteil solcher Prüfungen. Sie locken unangemessene Gedankengüter (und somit die Subjekte) aus den Löchern,…“

    Demokrastiestärkung als positver aber unbewusster Nebeneffekt naiverer Strategien zu verstehen?
    So kann mans auch sehen. Nicht schlecht, falls ich Sie überhaupt richtig verstanden habe.

  24. Auch von mir ein herzliches Danke!

    Auch mir ging es so, dass Ihr Beitrag erst durch Scilogs meine internen Weltbildfilter passierte. Ich bin zwar nicht passioniert politisch, aber von einem „CDU-Mann und hohen Beamten“ hätte ich einen derart intelligenten, mutigen, offenen, differenzierten und ausdrucksstarken Text nie erwartet. Sie haben also meine Wahrnehmungsgrenzen positiv erweitert, und das tut gut! Und es liegt eine solche Menge kluger Gedanken und Denkanstöße in Ihrem Text, dass ich damit noch eine ganze Weile befasst sein werde. Bitte bleiben Sie so und lassen Sie sich nicht aushebeln oder irremachen, ja?
    Mit den besten Wünschen,
    Ute von Unten

  25. @ Ralph

    Demokratie“stärkung“ geschieht ausschliesslich durch quantitative Bereicherung (also durch Demokratisierung der Subjekte). Vermittlung per kognitiver Inhalte mit Bezug zum Thema sind ohne behavioristische Konditionierung im Subjekt nahezu Gegenstandslos.

    Eine mediale Öffentlichkeit mit einschlägigen Inhalten erzeugt in aller Regelmässigkeit angewendet globale Traumatisierungen, die im Kern behaviosistischer Konditionierung entsprechen.
    Es ist also keine „Stärkung“, sondern eine Widerherstellung demokratischer Strukturen (und erwünscht intendierter/assoziierter Eigenschaften). Demokratie ist entweder, oder ist nicht. Qualitäten seien nicht berücksichtigt.

    Meinungsfreiheit also als Therapie für jeden Einzelnen und zur lokalisierung der „Desintegrierten“.
    Meinungsfreiheit also kein ausgesprochenes/universelles Recht sei, sondern so gesehen „Falle“ für das Subjekt.

    Das ist natürlich arg einseitig interpretiert. Aber die Perspektive entscheidet über die Sichtweise und darin liegende Erkenntnisse.
    Über Freiheiten und Eigenverantwortung braucht man zuweilen also nicht sprechen – sie bestehen nicht. Vor allem „Freiheit“ (oder der Mangel daran) ist allermeist ein überhöhtes Gefühl, aber kein objektiver Zustand.

    Strukturel müsste aber klar geworden sein, was hier mit „Demokratisierung“ gemeint sei.

    Die Herstellung der „Minimalinvasivität“ des Subjekts bezüglich gesellschaftlicher Verhältnisse und Dynamiken. Denn das Subjekt hat nur „eine“ Stimme.
    Und noch nicht mal das ist wirklich bewiesen (angesichts der Frage nach dem „freien“ Willen… und einer Vision von „liquid demokratie).

  26. @Blume

    Das sie Abiturient sein müssen, ist nur logisch, wegen akademischer Ausbildung.

    Dass sie auch noch .. und vor allem in so jungen Jahren ausgiebig mit Preisen und Ämtern (oder zumindest mitgliedmäßig) gewürdigt wurden … ist für mich ungewöhnlich wahrzunehmen.
    Es gibt Gründe, warum ich das alles von jemanden nicht wissen will und die Kenntnis dessen mich dann hoffentlich nicht zu sehr beeindruckt…
    Qualifikation ist in meiner Version davon nicht von Papier und Ämtern abhängig. Wohl aber durchaus von mir in soziologischem Zusammenhang stehend (miss)verstanden. Jedenfalls überinterpretiere ich diese Tatsachen nicht. Würde ergibt sich nicht durch Würdigung.

    trotzdem ..oder gerade auch deswegen:

    Beste Wünsche.

  27. @Ute von Unten

    Vielen Dank für diese Rückmeldung, die mir viel bedeutet. Ich denke, wir Menschen haben immer auch Vorurteile übereinander. Die Frage ist nur, ob wir bereit sind, sie zu überprüfen. Sie haben das getan…

  28. Kathilizismus

    Wie aus dem Beitrag hervorgeht, findet Herr Blume nur toll, was Kathilizismus ist. Er betont nicht umsonst, dass seine Frau eine katholische schule besucht hat. Ansonsten häte er sie wohl verachtet.

    Aus seinen anderen Beiträgen geht ja hervor, dass er den Islam hasst. Also scheint dies nur ein Jammerartikel zu sein, um sich selbst zu bemitleiden.

  29. ANGST – ein Masse an multischizophren gespaltener Wohlstands- wie Gewohnheits-Menschen in „Individualbewußtsein“, läßt sich besser regieren, z.B. in ihrer vermeintlichen Schuld am Klimawandel (zur Zeit durchquert die Erde WIEDER einmal einen Streifen des Spiralnebels unserer Galaxie, was durch somit verstärkte kosmische (Sonnen-)Strahlen eine vom Menschen nicht verursachbare Veränderung bewirkt*) *vereinfachte Erklärung einer wissenschaftlichen Darstellung!

    GEWALT – die USA (und auch unsere Profitler!) zeigen derzeit deutlich, durch Waffenlieferungen / Lieferstopps, Krieg gegen den „Terror“, daß ihnen Chaos und Diktaturen in den Ländern der Perepherie des „freiheitlichen“ Wettbewerbs lieber sind als Fragen, wenn denn logisch keine „Demokratie“ dort funktionieren kann!

    ANGST & GEWALT ergeben zusammen eine hervorragende PARANOIA, die die Konfusion durch Überproduktion von Kommunikationsmüll noch mehr systemrational anheizt – Behördenwahnsinn und …! 🙂

  30. „Brave“ Argumente

    „Es ist das große Paradox unserer Zeit, dass gerade der Individualismus unsere Freiheitsrechte untergräbt – denn alleine kann im Zweifel keine(r) wachsenden Apparaten widerstehen. „

    Teile und herrsche gab es schon immer , früher noch mehr als heute. Der Individualismus ist daran nicht schuld.

    „Und, nein, diesen Text schrieb eben kein utopischer Anarchist, sondern ein braver, verfassungstreuer Christ und Demokrat – nicht ein sozial isolierter Nerd, sondern ein glücklicher Familienvater – nicht ein beruflich Gescheiteter, sondern ein leitender Beamter – nicht ein fachlicher Dilettant, …“

    Der Satz gefällt mir gar nicht.
    Im Umkehrschluß heißt das – wie ich hoffe , versehentlich – daß Anarchisten , Nerds usw. ruhig untergebuttert werden dürfen , selber schuld, hätten sie was Gescheites gelernt.

    Das ist ein alter Fehler der Werteliberalen und Linken , daß sie ihre eigenen Werte häufig damit begründen , daß ja auch Leute so denken würden , die brave Mitbürger sind und der Konspiration quasi unverdächtig .
    Der einzig erfolgversprechende Weg aber ist , zu seinen Werten aus sich selbst heraus zu stehen , scheißegal , ob es sich um einen „Musterknaben “ handelt oder um einen abgerissenen Anarchisten oder irgendwelche anderen Leute.

    Don`t judge a book by its cover.

  31. Meine Hochachtung

    Ich bin zwar von der „anderen“ politischen Seite, i.e. ich bin im Bundesvorstand der Piratenpartei Österreichs und komme eher aus der linken Reichshälfte, aber ich ziehe dennoch voller Hochachtung meinen Hut vor Ihrem Engagement & Ihrem Mut. Was uns trennt, ist der politische Alltag. Was uns vereint, ist die demokratische Realität. Weiter so – Leute wie Sie braucht es auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Politik. Dann wird es uns vielleicht gelingen, die digitale Zukunft positiv zu gestalten

  32. @DH

    Gemeint ist schlicht der Hinweis, dass wir alle in Situationen geraten können, in denen wir Unterstützer brauchen. Wer sich in eine Ichling-Welt eingegraben hat, wird ggf. zur leichteren Beute, wenn es darauf ankommt. Alleine hätte ich die Attacken damals nicht überstanden – und fürchte um jeden und jede, die in einer solchen Situation alleine (gelassen) sind. Vgl. auch das gleiche Resümee von Lothar König.

    Books need other books to stand.

  33. „Rosarot“

    Hallo Herr Blume,

    meine Einschätzung „rosarot“ beruht auf der Lektüre des verlinkten Artikels in der JF. Dort wird angedeutet, dass Sie islamnahe Akteure zu unkritisch betrachtet haben.

    Wenn Sie nun — wie es mir suggeriert wird — zum damaligen Zeitpunkt tatsächlich besser als Mitarbeiter der Geheimdienste zwischen Islam und Islamismus unterscheiden konnten, war es vielleicht richtig, dass die Politik an Ihnen festgehalten hat.

    Davon abgesehen möchte ich noch einmal betonen, dass Ihr Erlebnis kein Argument gegen eine systematische Datenanalyse sein darf, denn Ihre Geschichte deckt sich nicht mit elementaren Vorgängen, die bei Analyse oder gar Überwachung ein oder mehrerer Person geschehen. Bei Ihrer Geschichte dreht es sich um etwas völlig anderes.

    Und ich denke auch nicht, dass uns durch die Dienste Gefahr droht, im Gegenteil, wie ich heute las, verhindern Erkenntnisse ausländischer Sicherheitsorgane Straftaten auch in Deutschland. Die sogenannte Sauerlandgruppe wurde wohl durch derartige Hinweise unschädlich gemacht (vgl. Welt am Sonntag von heute).

    Viele Grüße

  34. ein Kommentar

    Hahahaha, ich habe heute nachmittag den Artikel gelesen – dem ich sehr zustimme – und natürlich die Kommentare. Jetzt gucke ich wieder rein und sehe noch mehr Kommentare. Viele der amüsanten Sorte.

    Ja, das mit der Menschenjagd – ohne auch nur irgendwie zu hinterfragen – das habe ich auch schon erlebt. Und habe mich gefragt, wie das kam. Erklärungen habe ich keine. Erklärungen kann man vielleicht für einzelne Individuen finden (Trauma oder sonst etwas), aber in der Masse? Leute, die niemals mit einem (anständig) geredet haben, geschweige sich denn die Mühe gemacht haben?
    Klar, man kann nicht alles hinterfragen. Es beruht wirklich viel auf Treu und Glauben. Aber bevor man auf jemanden (öffentlich) losgeht oder ihn öffentlich diskreditiert, sollte man schon sehr überlegen. Und nicht nur der Täter, auch dessen Umfeld.

    Und diese widerliche Datensammelei muss ein Ende haben. Kaum einer derjenigen, die so sehr dafür plädieren, wird wohl auch nur annähernd verantwortungsvoll damit umgehen können. Das kann nur in einer Katastrophe enden.
    Wenn einer so pathologisch ist, ganze Völker akribisch überwachen zu wollen (und das auch noch durchzuführen), dann halte ich das für sehr pathologisch.

  35. @Christian

    Wie bei anderen Einschätzungsfragen bin ich sogar der Auffassung, dass es für die Politik zwingend notwendig ist, verschiedene Positionen zu hören – z.B. mehr sicherheits- und mehr dialogorientierte. Genau dieses Argument überzeugte mich ja damals auch beim Ministergespräch. Und selbstverständlich nehme ich für mich selbst auch gar keine Unfehlbarkeit in Anspruch, ebenso wenig, wie ich sie von anderen erwarte.

    Gefährlich wird es m.E. jedoch, wenn aus den Sicherheitsapparaten heraus versucht wird, zivile Stimmen mit rechtsstaatlich fragwürdigen Methoden zu attackieren und faktisch (beruflich) aus dem Weg zu räumen. Hier haben Sicherheitsleute m.E. ihre Kompetenzen nicht nur überschritten, sondern aus Eigeninteresse mißbraucht.

    Selbstverständlich stelle ich ich die Notwendigkeit von Strafverfolgung nicht in Abrede. Ich hätte mir sogar sehr gewünscht, dass die Sicherheitsbehörden damals um 2003 ihre eigentliche Arbeit gemacht und z.B. die NSU-Terroristen gefasst hätten. Auch hier deutet doch einiges darauf hin, dass es gerade nicht an „Daten“ und auch nicht an Manpower mangelte…

    Auch die Boston-Attentäter konnten durch die Datenkraken offenkundig nicht gestoppt werden, während gleichzeitig z.B. Büros der EU-Kommission ausgespäht worden sein sollen.

    Es wäre m.E. also schon sehr, sehr viel gewonnen, wenn sich Sicherheitsbehörden und Geheimdienste glaubwürdig und parlamentarisch kontrolliert auf die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität konzentrieren würden, statt selbst Politik zu machen bzw. auszuforschen.

  36. @ André Igler

    Vielen herzlichen Dank!

    Und ich kann Ihnen nur zustimmen, mehr noch: Ich fände es furchtbar, wenn in einer Demokratie alle Menschen einer Meinung wären oder nur noch einem politischen Lager angehören würden! Demokratie lebt von Vielfalt, von Wettbewerb und durchaus auch von (fairem) Streit!

    Die Frage scheint mir freilich zu sein, ob sich Demokratinnen und Demokraten im Notfall auch aufeinander verlassen können – wenn es darum geht, die gemeinsamen Rechte und Grundlagen zu beschützen. Gerade auch auf Kolleginnen und Kollegen der eigenen und anderen Fraktionen im Filderstädter Stadtrat konnte ich mich damals verlassen.

    Und mich alarmiert das Argument zutiefst, „Anständige“ hätten da doch nichts zu befürchten – denn m.E. läuft dies ja auf eine Spaltung der Bürgergesellschaft hinaus. Und dann verlieren alle, ausnahmslos alle.

    Ich denke, wir müssen uns hin und wieder klar machen: Wenn Ihre Rechte zertrümmert werden, werde auch ich nicht mehr sicher sein – und umgekehrt. Und ich hoffe, dass das auch ein paar Leute erreicht, die bislang gedacht haben, ihnen selbst könnte nie etwas passieren…

  37. @all

    Obwohl ich aus Respekt vor den Diskutanten auf meinem Blog eigentlich immer versuche, auf (sachliche) Kommentare direkt einzugehen, ist dies zeitlich natürlich nur eingeschränkt möglich. Daher bitte ich diejenigen um Entschuldigung, auf die ich nicht antworten konnte oder kann – ich lese aber jeden nicht-beleidigenden Kommentar aufmerksam und denke auch über die vorgebrachten Perspektiven und Argumente nach.

  38. Nur zu Info:

    Florian Freistetter von Scienceblogs.de hat auf diesen Beitrag verlinkt.

    Bei seinem Beitrag gehts um Einflußnahme der Politik auf Wissnschaft.

    Betreffend des Klimawandels (was auch Beispieltehma sei) verstehe ich das nicht ganz. War nicht erst kürzlich davon die Rede, dass Wissenschaft zu politisch wurde – speziel die Klimaforschung?

  39. @Herrn Blume

    Hallo nochmal,

    wenn es tatsächlich einen innewohnenden oder systematischen Missbrauch der erhobenen Daten durch Geheimdienste gäbe, wüssten wir davon. In meinen Augen handelt es sich bei Ihrer Geschichte um einen Einzelfall. Und wären Sicherheitsbehörden immanent „böse“ wüssten wir davon. Unsere Presse ist frei und wird mehrheitlich von Anhängern der Sozialdemokratie und Grünen gemacht, denen ich nicht zutraue, uns tatsächliche und systematische Verfehlungen zu verschweigen oder sie kleinzureden.

    Und zu Boston: Nur weil Datenanalyse nicht jedes sich anbahnende Unglück verhindern helfen kann, sollte man nicht denken, sie sei sinnlos. Im Gegenteil: Die Polizei in manch einer amerikanischen Stadt verzeichnet Präventionserfolge durch Zuhilfenahme einer Software, die tagesaktuell mögliche Verbrechensschwerpunkte berechnet. Zu Beginn ihres Dienstes informieren sich Beamte über den Stand der Analyse und berückichtigen die aufgezeigten Stadteile bei ihren Patroullienfahrten und auch Dienstpausen.

    Nun ja, der Ton in einigen Postings war schon recht paranoid. Es gibt Hollywoodfilme, in denen Geheimdienste alle möglichen Dinge anstellen. Aber das ist pure Fiktion… Die Wirklichkeit ist meist weniger spektakulär und das, was sie real ermöglicht, gar nicht so weitreichend. Beispielsweise lässt sich der Todeszeitpunkt einer Person, anders als jeden Sonntag abend im Ersten suggeriert, nicht genauer als +- 3h bestimmen… Und so gibt es eine Menge Dinge, die Geheimdiensten nie möglich sein wird. Ganz abgesehen davon, dass deren Mitarbeiter Menschen sind. Und so gut wie Niemand ein Intersse hat, eine Existenz zu vernichten. Interesse, unliebsamen oder falschen Einfluss zu verhindern – ja.

    Was mich nochmal zurück zu Ihnen führt: Es ist nicht ganz raus, ob Sie in Ihrer Magisterarbeit nicht doch zu blauäugig waren. Ihre Datenlage war eine ganz andere als die der Profis, mit Sicherheit weniger umfangreich und detailliert. Sehr sehr sehr wohl möglich, dass Sie zu Fehleinschätzungen gekommen sind. Jemanden zu verhindern, der wichtige Personenkreise falsch beraten könnte, halte ich für legitim.

  40. Offener Angriff ist nicht Spionage

    Die Angriffe auf die Person Michael Blume, die hier beschrieben werden haben nicht mit Aushorchen, Datensammlungen und Überwachung der Kommunikation zu tun. Eigentlich sind es ziemlich offene Angriffe, wenn auch nicht unbedingt faire. Soweit das Internet dazugehört könnte man von an den Pranger stellen sprechen.
    Wenn alles verdeckt über Aushorchen aller Kommunikationskanäle gelaufen wäre hätten sie vielleicht von den Verdächtigungen gar nichts mitgekriegt, sondern wären unter irgend einem Vorwand entlassen worden. Weil sie beispielsweise mit der falschen Person Kontakt hatten. 
    Die Snowden-Affäre ist etwas anderes. Hier geht es um Spionage und um Versuche der Totalüberwachung. Dass es um klassische Auslands-Spionage mit modernen Mitteln geht erkennt man daran,  dass es in den USA praktisch kein Thema ist, denn das Aushorchen gerade von politischen Entscheidungsträgern, Kommissionen und selbst von Industrieunternehmen fremder Mächte und Nationen ist genau das, was Spionage schon immer machte. Es ist naiv zu Glauben nur die bösen Sowjets würden einen Guillaume auf den Kanzler ansetzen. Spionage will einen Wissensvorsprung herausholen und ein solcher Wissensvorsorung nützt auch gegenüber einem befreundeten Staat, was immer befreundet in der Politik überhaupt heißen mag. Kofi Annan, der frühere UNO-Vorsitzende wurde jahrelang von den USA ausgehorcht.
    Sogar die Totalüberwachung, die andere Komponente des nun bekannt gewordenen Aushorchprogramms wurde in den USA von so bekannten Journalisten wie Thomas Friedmann in einem NYT-Artikel verteidigt. InBlowing a Whistle schreibt er: „If there were another 9/11, I fear that 99 percent of Americans would tell their members of Congress: “Do whatever you need to do to, privacy be damned, just make sure this does not happen again.” That is what I fear most. ..So I don’t believe that Edward Snowden, the leaker of all this secret material, is some heroic whistle-blower. No, I believe Snowden is someone who needed a whistle-blower. He needed someone to challenge him with the argument that we don’t live in a world any longer where our government can protect its citizens from real, not imagined, threats without using big data — where we still have an edge — under constant judicial review. It’s not ideal. But if one more 9/11-scale attack gets through, the cost to civil liberties will be so much greater.“
    Damit hat Friedman vielleicht sogar recht. Nur werden Daten, wenn sie schon einmal vorhanden sind nicht nur für undenklich gute Dinge, sondern für möglichst viele Fragen eingesetzt. Das ist das wirkliche Problem. Obamas Administration hat beispielsweise missliebigen politischen Organisationen die Steuerbehörde auf den Hals gesetzt. Warum sollten Daten nur für einen Zweck verwendet werden, wenn man sie schon einmal hat?

  41. @Christian: Jenseits von Demokratie

    Wow, die Biedermann-Maske ist Ihnen aber recht schnell verrutscht.

    Jemanden zu verhindern, der wichtige Personenkreise falsch beraten könnte, halte ich für legitim.

    Wenn ein Sicherheitsapparat erst einmal diesen gedanklichen Weg gegangen ist, wird es sehr brenzlig. Denn mit dem gleichen „Argument“ können Sie dann natürlich auch Wahlen manipulieren bzw. missliebige Kandidaten „verhindern“. Sie wissen dann ja (angeblich) besser als die gewählte Regierung, was richtig und gut ist…

    Gruselig, @Christian. Und damit haben Sie auch gleich eindrucksvoll demonstriert, was von den Demokratie-Bekundungen mancher Junge-Freiheit-Fans so zu halten ist…

  42. Starkes Stück

    Das ist allerdings ein starkes Stück. Man fragt sich allerdings auch, ob der deutsche Geheimdienst ideologisch noch verbohrter ist als die amerikanischen Dienste.
    Und die Art, wie sich die Journalisten verhalten haben, gereicht meinem Berufsstand auch nicht zur Ehre.

  43. Christian „Rosarot“

    Gerade das mit der sogenannten Sauerlandzelle ist ziemlicher Quatsch. Also in nahezu allen Aspekten. Das betrifft sowohl die angebliche Hilfe durch weitere Dienste als auch die Gefahr die wirklich von denen ausging. Leute verlieren automatisch alle Glaubwürdigkeit, wenn sie allen Ernstes diesen Fall als Legitimationsgrund für Überwachung ausgraben müssen.

    Ich empfehle jedem bezüglich der „Sauerlandzelle“ diesen Beitrag:

    http://www.dradio.de/…ndungen/dasfeature/918250/

  44. wer sorgte dafür, dass die Dienste so…

    viel Macht haben?
    Kleiner Tipp: dieses mal waren es nicht die Grünen.
    Mit der Arbeit für die CDU unterstützen sie diesen Apparat und schützen das vorgehen. Nicht jeder hat Abgeordnete zur Hand die sich für einen einsetzen. Bei Ihnen ist es gut ausgegangen. Jetzt unterstützen sie weiter die Leute, die dafür sorgen, dass Andere nicht so viel Glück haben.
    Glückwunsch!

  45. @Bernhard

    Mir ist schon klar, dass sich die Welt mit einfachen Feindbildern („Die sind ganz alleine schuld!“) leichter sortieren lässt. Nur blöd, dass es so einfach meist nicht ist.

    Damals – 2003 – regierte übrigens eine rot-grüne Bundesregierung, von 1998 bis 2005. Selbstverständlich waren auch damals die Entwicklungen schon bekannt. Hatten Sie das Gefühl, dass alles anders wurde? Dass es laute Kritik an den Entwicklungen nicht nur in den USA, sondern auch in China und Russland gab? Und bei wem hatte der damalige rot-grüne Kanzler dann doch direkt nach Amtsende angeheuert?

    Auch ob es jetzt gerade in Baden-Württemberg großen Würfe im Sicherheits- und Datenschttzbereich gibt, überlasse ich gerne Ihrer verständigen Beurteilung.

    M.E. braucht es dringend einen offenen Dialog aller Demokratinnen und Demokraten quer durch die politischen Lager. Wenn Sie allen Ernstes noch immer glauben, die Herausforderungen vpn #Neuland liessen sich mit dem parteipolitischen Bunsenbrenner lösen, haben Sie m.E. noch immer nicht begriffen, um welche Grundsatzfragen es geht.

  46. Danke Michael Blume für diesen persönlichen Einblick in staatlich sanktionierte Überwachung. Nicht vergessen sollte Sie dabei, dass die meisten Überwachungsmaßnahmen von den Bundestagsparteien beschlossen und gesetzlich verankert wurden und werden. Schleichend und zunehmend, nicht erst jetzt. Und Ihre Partei, die CDU, war immer vornedran. Wieso ziehen Sie für sich keine Konsequenzen? Das sind doch keine Dinge, die man über persönlichen Einfluss verändern könnte, sondern Grundsatzfragen. Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Beispiel, das ich gerne weiter verlinke.

  47. Guter Beitrag zur „Gefahrenaufklärung“

    In dem Bericht steckt auch eine Analyse der demokratischen „Gefährdungslage“. So weit ich das verfolgt habe, ist das eine der besten bisher, was die antidemokratischen Mechanismen angeht, die durch eine totalitäre Überwachung ausgelöst werden. Das Hauptproblem ist, wie sich die Geheimdienste sich nicht nur der Kontrolle derer enziehen, die von denen sie kontrolliert werden sollen, sondern wie sie ihre Kontrolleure sogar unter Druck bringen können. Das ist eine brandgefährliche Konstellation und Ihr Bericht aus eigenem Erleben zeigt, wie dieser Druck ausgespielt wird. Auch die Rolle der Presse ist dabei interessant, denn da wird ganz offenbar mit der Manipulation der Öffentlichkeit gearbeitet. Desto befremdlicher – nebenbei bemerkt – wie viele jornalistische Kommentatoren sich regelrecht dumm stellen, sogar Stefan Aust.

  48. Einfach mal Danke

    für diesen mutigen Schritt. Nur wenn möglichst viele Menschen mit solchen Erlebnissen an die Öffentlichkeit gehen, wird sich allmählich ein Bewußtsein für die Gefahren der Überwachung in der Bevölkerung bilden. Und dann kommen wir hoffentlich an den Punkt an dem wir erkennen, dass wir vom Staat vielleicht mehr überwacht werden, als wir vom Terror tatsächlich bedroht sind.

  49. Parteipolitik

    Ich bin ja auch kein Fan von den Konservativen. Aber wer die Ursache für die Spitzelei nur bei CDU/CSU sucht, sollte sich mal in Erinnerung rufen, wer denn der Vorreiter der erweiterten Vorratsdatenspeicherung war – Otto Schily, SPD (und früher Mitglied der Grünen):

    http://www.heise.de/…enger-speichern-100297.html

    Und wäre Joschka Fischer oder ein anderer Grüner damals Innenminister gewesen, hätte er vielleicht auch so gehandelt… na gut, Ströbele sicher nicht. Aber der ist ja auch bei den Grünen ein Unbequemer.

    Michael Blume hat recht: Unterstützen wir doch die Leute in allen Parteien, die sich im Thema auskennen und Widerspruch einlegen.

    Im Moment scheint es BND und Verfassungsschutz egal zu sein, wer neben ihnen regiert.

  50. Danke für ihre Offenheit

    Wer den von Bürgerrechte nicht erkennt, verschenkt die Demokratie. Die Guten stärken, Solidarität üben und zusammenrücken, jenseits von Parteispielchen, Glaubensgemeinschaften, usw. Lasst uns eine Allianz bilden, die jegliche Form von Grenzen überwindet.

    Ihnen und ihrer Familie die besten Grüße, eine sonnige Zukunft und `ne gute Zeit. Jürgen Bauer

  51. Also CDU Mitglied, freiwillig verlängerten Wehrdienst, Finanzausbildung, Christ, das klingt für mich erstmal unsympathisch (klingt so, kenne Sie ja nicht deshalb möchte ich keine voreiligen Schlüsse ziehen)
    Aber es hört sich so an als wären sie einer der modernen mitdenkenden CDU Mitglieder und vielen Dank für diesen gut ausgearbeiteten Blogeintrag!

  52. sinn des lebens

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen
    als an seinen Antworten.
    François Gaston de Lévis
    (Franz. Schriftsteller und Aphoristiker, 1720 – 1787)

    ich vermiß in Deinem artikel die fragen …
    schade, denn dieses thema gibt vieles, grundlegendes, her … trotzdem respekt; Du hast den anfang gewagt … DEINEN anfang …

    das spiegleinspieglein

  53. @Andrea Müller-Mann & @alle

    Lieben Dank erstmal zur grundsätzlichen Unterstützung.

    Zu Ihrer Frage (wobei @Panagrellus das Wesentliche schon geschrieben hat): Zivilcourage bewiesen damals z.B. Minister Palmer (CDU) und die Kirchen. Einen Aufschrei der Grünen habe ich nicht vernommen.

    2003 regierte Rot-Grün zudem im Bund und der Sicherheitsapparat wurde massiv aufgerüstet. Kanzler Schröder warf sich den Russen an die Brust, in deren hochbezahlte Dienste er dann auch trat. Bei den Grünen konnte sich Ströbele nur halten, weil er seinen Wahlkreis direkt gewann. (Slogan: “Ströbele wählen heisst Joschka quälen.“)

    Und ich finde es geradezu putzig, über deutsche Speicherfristen zu streiten, während andere Dienste unsere Daten ewig speichern. Über Sicherheitsgesetze kann man reden – mir machen jene Sorgen, die sich längst an KEINE Gesetze mehr halten.

    Es gibt m.E. Bürgerrechtler IN den Parteien, aber keine ernsthafte Partei, die für sich in Anspruch nehmen kann, das #Neuland schon erfasst zu haben. Deswegen gehöre ich ganz klar weiter in die CDU, wie ich auch auf ein paar Mitstreiter in anderen Parteien hoffe.

    @alle

    Vielen Dank für die unterstützenden Kommentare! Das hilft…

  54. von fefe gekommen

    der einen Link auf Ihren Text gesetzt hat.

    Was getan werden sollte – schreiben Sie.

    Nun, meines Erachtens brauchen wir einen Minderheitenschutz, so ein „Vetorecht“, da aus meiner Sicht eine Demokratie auch nur die Diktatur der Stimmenmehrheit ist.

    So schrieb schon Henry David Thoreau in seinem – Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat – dass Mehrheitsentscheidungen eben nicht gerecht seien und dass man sich als Bürger gegen Unrecht wehren muss.

    Deswegen sollte das Wahlrecht geändert werden, damit auch die Minderheit (noch) der Nichtwähler mit ihrer Stimme etwas bewirken können.

    Also Sitzverteilung nach der Wahlberechtigung, nicht der Wahlbeteiligung, so würden die auf den Stimmenanteil der Nichtwähler fallenden Plätze unbesetzt bleiben, trotzdem müssten bei Entscheidungen die absolute Stimmenmehrheit erforderlich sein.

    Dann hätte wirklich jede Stimme das gleiche Gewicht, wie im Grundgesetz Artikel 38 (1) steht.

    Wie argumentiere ich zur Zeit bei meiner Klage gegen das NKWG –

    Als Stadt-Bewohner will ich ein Ratsmitglied für die Stadt wählen, nicht für einen Stadtteil, als Niedersachse einen Abgeordneten für Niedersachsen, nicht für meine Stadt, und als Bundesbürger einen Abgeordneten für Deutschland, nicht für mein Bundesland.

    Denn das Bundesland hat über den Bundesrat eine Einflussmöglichkeit.

  55. Junge Union

    Hey Michael,

    tut mir leid, dir das mitteilen zu müssen, aber die Mitgliedschaft in der „Jungen Union“ macht noch lange keinen rechtschaffenden Bürger aus dir. Im Gegenteil, jedes einzelne Mitglied der JU, ist suspekt. Wie kann man denn als jugendlicher schon seine Zukunft aufgegeben haben?

    Viele Grüße
    Boris

  56. Als ich bei „interreligiös“, „mit Muslimen“ und „mit einer Türkin verheiratet“ war, war mir klar, was nun kommen musste. Und dann auch noch in der evangelischen Kirche. Allerhand, Du Staatsfeind und potentieller Bombenleger! 😀

    Ich weiß, es ist nicht witzig. Hab selbst schon genug so Kram erlebt. Einmal abgestempelt, immer der Depp und schuld an allem, was passiert. Aber trotzdem „freut“ es mich und es ist „amüsant“, daß es so einen wie Dich erwischt. Schönes (Gegen)beispiel. Danke dafür. 😉

  57. Top!

    Danke für deine offenen Worte Michael. Tut mir leid, dass du so etwas erleben musstest. Umso besser, dass du darauf aufmerksam machst! Nur eine breite Diskussion kann wirklich zu Veränderungen führen. Ganz klasse!

  58. Hm,… immer wieder beschämend zu sehen, wie naiv die Welt auf ihre Bedingungen schaut.

    Am Überwachungsparadigma wird sich ziemlich sicher nichts ändern. Im Einzelnen mags unsichtbarer werden.

    Und die medialen versprechen, welche möglicherweise umgehen werden, die da besagen werden, dass nun schluß damit sei (Überwachung), müsste sich mal dringend fragen, ob man solchem glauben kann.

    Denn… wie kontrolliert man das? Was gibt uns die Sicherheit, es wäre auch so? Das läuft wieder auf eine freiwillige Selbstverpflichtung hinaus – und eine ohne Möglichkeit der Überprüfung.

    Und wie oben schon gesagt: Was Blume berichtet ist nicht allein ein Überwachungsproblem. Sondern eher eine Konditionierungsstrategie.

    Aber davon wollt ihr ja nichts wissen.

  59. @Boris: Junge Union

    Also, falls es Dich wirklich interessiert: Meine Familie und besonders mein Vater haben die “Segnungen“ des sozialistischen Humanismus am eigenen Leib erfahren, Stasi-Haft inklusive: http://scilogs.spektrum.de/…ter-falko-blume-1950-2012

    Entsprechend ging mir die Selbstgerechtigkeit vieler Linker schon als Jugendlicher auf den Geist. Unter manchem linken Label mieft es spießig und intolerant. Und wenn Du hier allen Ernstes schreibst, JUler wären Dir pauschal “suspekt“, sagt das ja auch schon viel über Deine Haltung zu Andersdenkenden aus. Und was Du mit uns tun würdest, hättest Du die Mittel dazu.

    Ich mag weder braune noch rote Diktaturen, sondern stehe auf Freiheit und Vielfalt. Deswegen engagiere ich mich als Demokrat. Und Du?

  60. Danke …

    gerade heute hatte ich wieder mal das Gefühl, das Thema Überwachung würde ausser kurzer Aufregung nichts bewirken, aber scheinbar beginnen an vielen Stellen kleine Pflänzchen zu spriessen …

  61. Äpfel & Birnen

    „…wir Deutschen finden es ja mehrheitlich einfach super, gegen Schweizer Recht Steuer-CDs zu kaufen“
    .
    Aus Ihrer konservativen Haut können Sie aber nicht raus?!
    Sie velwechsern da nämlich was: Das sind CDs mit den Daten Krimineller. Und es hat mit Ihrem Fall nix zu tun.
    Schon seltsam, diese Ihre Bemerkung dazu. Fällt völlig aus dem Rahmen Ihres langen Berichts. Aber Sie können wohl nicht aus Ihrer CDU-Haut. Schade.

  62. Danke

    Den Schafen Mut zu machen, sich und ihre Interessen zu erkennen, ist keine leichte Sache. Es gelingt Ihnen. Dankeschön!

  63. Es ist ein Dilemma

    Ich würde mich selbst als einen liberalen Bildungsbürger im besten Wortsinn klassifizieren, und ich sehe die aus offenbar niederen Beweggründen einzelner ausgelöste Hexenjagd, der Sie ausgesetzt waren. Nun hat das Ganze gleich mehrfach problematische Züge. So stellt sich die Frage, ob das Sammeln der Daten das Problem ist oder die unzureichende Kontrolle der Sammler. Ich glaube, dass „erfolgreiche“ Geheimdienstarbeit, so wie sie gemeinhin verstanden wird, theoretisch nur dann möglich ist, wenn sich eben diese Dienste außerhalb der von Gesetzen vorgegebenen Grenzen bewegen. Zumindest in anderen Ländern bedeutet das ja auch die reale Exitenz von 00-Agenten, bei denen auch Mord legitimiert ist, wenn er staatlichen Interessen dient. Eigentlich ist das kein Szenario, das ich mir wünsche – womöglich brauche ich diese Schnüffler gar nicht, weil mir der Eingriff in meine bürgerliche Freiheit viel zu groß ist.

    Andereseits sehe ich aber auch eine Form von islamistischem Terror, der losgelöst von Nationen und realen Zielen existiert – ermöglicht durch eine digital vernetzte Welt, die es für Terrorsiten obsolet macht, an einen Standort gebunden zu sein. Dieser Terror lässt sich militärisch – siehe Afghanistan – nicht bekämpfen und wahrscheinlich auch nicht wirklich durch die Schaffung von Wohlstand in beispielsweise der arabischen Welt beseitigen. Zumindest die Hardliner verfolgen ja ideologische Ziele, die in ihrer Konsequenz an ein sehr dunkles Kapitel unserer deutschen Geschichte erinnern.

    Vielleicht können Sie mir – und das ist ganz und gar ironie- oder kritikfrei gemeint – beantworten, wie in unserer vernetzten Welt ein effektives Vorgehen gegen diese Form des Terrorismus aussehen kann. Muss man dann einen Fall wie den Ihren als „Kollateralschaden“ der Terrorbekämpfung ansehen oder im schlimmsten Fall eine Bombe im Kölner HBF als Kollateralschaden unserer bürgerlichen Freiheit. Ich persönlich suche noch nach der richtigen Antwort…

  64. @Klaus

    Tja, in Russland hält man Oppositionelle für “Kriminelle“, in der Türkei die Verunglimpfung von Atatürk, in Saudi-Arabien unehelichen Sex etc. Und wie ist es mit Cybermobbing, Kinderpornografie, Holocaust-Leugnung, Terrorismus?

    Ich bin sehr für eine aktive Strafverfolgung gerade auch von Steuerhinterziehung. Aber die ernsthafte Debatte über Datenschutz im internationalen Recht vermisse ich schon. Wenn das jeder Staat nach eigenem Gusto halten kann, wird der Preis der Freiheit sehr hoch…

  65. @Markus

    Vielleicht hilft Ihnen die Überlegung, welches Interesse riesige Apparate überhaupt noch hätten, den Terrorismus wirklich auszuschalten. Sie würden sich damit um die eigene Geschäftsgrundlage bringen.

    Die Kungeleien zwischen Verfassungsschützern und Rechtsextremen haben die heute-show sarkastisch fragen lassen, ob es “noch ehrenamtliche Nazis“ gebe.

    Absolute Sicherheit gibt es nicht einmal in autoritären Systemen. Wenn wir staatliche Dienste aus der Rechts- und Parlamentsaufsicht entlassen, werden wir Sicherheit UND Freiheit verlieren…

  66. Grußwort

    Hallo Michael,

    zufällig bin ich über die Verlinkung in einem anderen Blog hier auf einen alten Bekannten und Namensvetter getroffen. Wir sind uns vor Jahren mal auf der Plattform dol2day begegnet und hatten dort insbesondere im Bereich von Religion und Spiritualität einige gute Gespräche im Rahmen der kommentierten Umfragen.
    Freut mich auf diese Weise mal wieder von Dir zu hören – und dass Du weiterhin mit viel Engagement Deinen Interessen nachgehst.

    Das war ein lesenswerter Erfahrungsbericht, danke dass Du Deine Erlebnisse wie auch die persönlich daraus gewonnenen Eindrücke mit uns teilst. Ein ‚mehr‘ an Dialog ist uns auf jeden Fall zu wünschen. Und die Erkenntnis in noch mehr Köpfen, dass es weder auf Parteibuch, Religions- oder Staatsangehörigkeit ankommt, sondern darauf, wie man miteinander umgeht und auch immer wieder bereit ist, Brücken zum anderen zu bauen.

    Ich hoffe man liest sich mal wieder.

    Beste Grüße,

    Michael Brauner / LazyWolf

  67. Fast ganz überparteilich

    Hallo Herr Blume,

    Danke, dass sie überparteilich vertrauenswürdige, „sicherheitskritische“ Personen aus allen Parteien genannt haben. Nunja, aus fast allen. Seltsamerweise fehlt in ihrer Liste aus SPD/CDU/FDP/GRÜNEN die LINKE. Na sowas! Dabei ist doch gerade diese Partei diejenige, die sich am intensivsten (und schon länger!) gegen die aktuellen Geheimdienstpraktiken ausspricht. Und deren Personal im Übrigen in Gänze auch direkt von diesen unsäglichen Machenschaften betroffen ist. Ganz wie sie das selbst erlebt haben. Daher ist es ein (schlechter) Treppenwitz ihrerseits, wenn sie ausgerechnet diese Leute in ihrer Aufzählung aussenvorlassen.

    Aus dieser Partei kommen m.E. die interessantesten Features zu den NSU-Untersuchungsausschüssen und auch zum „Fall König“.

    P.S. Wenn ich ehrlich bin, hat mich diese Überwachung bislang auch davon abgehalten mich über diese Partei weitergehend demokratisch zu engagieren (ja, ich weiss, es ist schwach von mir…)

  68. This made my day

    Sowas ähnliches ist mir mal mit dem Finanzamt passiert: Ein albtraumartiges Betriebsprüfungsverfahren wurde auf mich angesetzt, das sich über mehr als 3 Jahre hinzog und schließlich ausging wie das Hornberger Schießen. Auch in diesem Bereich der öffentlichen Verwaltung gibt es „Gruppendynamiken und Erfolgsdruck“, auch hier waren Steuerprüfer „über Jahre hinweg auf bestimmte Milieus angesetzt“ und halten erstmal jeden für einen Steuerhinterzieher.

    Umso mehr habe ich mich über diesen Artikel gefreut. Ich lebe ebenfalls in BaWü, in Tübingen um genau zu sein. Schön dass wir auch solche engagierten Personen mit Augenmaß in der Landesverwaltung haben!

  69. Michael Blume

    Naiv!
    Ich stehe schon lange auf dem Standpunkt, dass wir alle (ALLE) gegeneinander aufgehetzt werden! Wenn da ein „falscher“ Christ eine Angriffsfläche bietet – gut!
    Das machen wir mit Linken, mit Liberalen – aber nicht mit Rechten, aber vor allem nicht mit Brauen.
    Das ist Teil „unseres“ Systems! Spalte und herrsche weiter: Im Namen der Freiheit – oder einer anderen Lüge!

  70. @ Michael Blume @Boris: Junge Union
    08.07.2013, 21:39

    Zitat:

    „Ich mag weder braune noch rote Diktaturen, sondern stehe auf Freiheit und Vielfalt. Deswegen engagiere ich mich als Demokrat.“

    -> Das sind eigentlich Eingangsqualitfiktionen für einen Liberalen und nicht für einen christldemokraten. Könnte sein, dass dies das Glück der schwarzen sei, weils falsch verstanden wird?

    Andererseits ist Politik aber die am wenigsten geeignete Branche, wenn man wirklich „frei“ sein wollte. Jede Parteizugehörigkeit schliesst Bandbreite aus. Was derzeit aber auch nicht ganz so hinhaut, weil Tagesordnungen nicht durch (eigene) Parteiprogramme gesegnet sind – sich das nicht mal auf die Fraktion beschränkt, sondern das (vermeindlich) Beste aus allen eine Suppe gerührt wird.

    Da frag ich mich aber, ob man dazu noch Demokratie braucht?

    Das hier:

    Zitat:

    „Vielleicht hilft Ihnen die Überlegung, welches Interesse riesige Apparate überhaupt noch hätten, den Terrorismus wirklich auszuschalten. Sie würden sich damit um die eigene Geschäftsgrundlage bringen.“

    …ist allerdings eine berechtigte Befürchtung. War ja auch angesrprochen, das solches eine sich selbsterhaltende/verstärkende Dynamik erreichen kann. Das wäre dann „Terror“ in verkehrter Richtung in diesem scheinbaren Dreiecksverhätlnis.

    Meine These ist aber sowieso, dass der „Terrorismus“ eine Folge von undemokratischen, unfreiheitlichen und menschunwürdigen verhältnissen/Begebenheiten sei, die durch sehr knifflige und verworrende „Alternativlosigkeiten“ (was immer das in diesem Zusammenhang bedeutet) erst ausgelöst werden und der Rechtsstaat dabei eine besondere Rolle spielt. Kann mich aber dabei irren und es gibt mafiöse Interessen. Nicht zu leugnen ist, dass staatliche Interessen durchaus nicht nur Reaktiv beteiligt seien, sondern schon primär auslösend sind.

    Immerhin gilt es eine Hochkultur zu bewahren. Da sind Kollateralschäden schnell entstanden und in anderer schuld gelegt. Das ist dann tatsächlich eine direkte Folge von freiheitlichen Szenarien, wie in der BRD und Europa derzeit genossen werden können. Aber Freizügigkeit bedeutet nicht, dass auch Freiheit wirklich gewonnen sei – vor allem ganz demokratisch für jeden. Meist nur für eine gewisse Zielgruppe nutzbar.

  71. Ziemlich heftig

    Ich finde diese Machenschaften, die da ablaufen schon ziemlich heftig. Danke für den Einblick, wie das „da oben“ und bei der Presse so abläuft.

  72. @riesige Apparate und Terrorismus:

    Ich denke, an dieser Stelle darf der Verweis auf Gladio nicht fehlen, der
    paramilitärischen Geheimorganisation von NATO, CIA und MI6 während des kalten
    Krieges, die für allerlei Terroranschläge in Europa verantwortlich war, die
    dann den Linken/Kommunisten in die Schuhe geschoben wurden. Nicht nur haben sie
    tendentiell kein Interesse an der Verhinderung von Terrorismus, sie haben unter
    Umständen Motivation, selber Terrorismus zu betreiben, sei es, um die eigene
    Existenz zu sichern, oder auch aus der eigenen Überzeugung heraus, für eine
    gute Sache zu handeln.

    Der Vorteil von Gladio ist, dass es lange genug her ist, um allmählich ein paar
    gesicherte Erkenntnisse zu haben.

  73. Das wird durchaus möglich sein:

    Das diese Seite gerade auch „überwacht“ wird.

    Seitenaufbau ist ungleich langsamer, als sonst. Abschicken von Kommentaren braucht ewig.
    In der Regel laufen parallel Scipte ab, die den Vorgang verlangsamen. Bandbreitenprobleme im Netz und Server kann man inzwischen normalerweise ausschliessen.

    Das ganze kann sich aber auch auf meinem Anschluß konzentrieren.

  74. Reinhard Lerche Michael Blume
    08.07.2013, 22:55

    Das ist nicht unsachlich.

    Könnte aber zuweilen auch das Gegenteil bedeuten. Es ist nicht klar, ob gerade eine Spaltung zielgesetzt sei, wo doch das Thema kein internes / nationales sei.

    Spaltung heisst auch: dass sich Menschen aktiv positionieren – sonst keine Spaltung entsteht. In der Spaltung also eindeutige ideologsche Sphären zu Tage treten. Das kann man geheimdienstlich auch gut verwerten.

    Es ist nämlich so: Alles, was sie sagen, kann gegen sie verwendet werden. Das Gericht ist überall…
    Das noch mal zur Meinungsfreiheit, die man so eben auch missbrauchen kann.

    Aber ohne sie auch keine Positionierung.

  75. Gute Arbeit

    Hallo Herr Blume,
    Respekt für den interessanten und ehrlichen Erlebnisbericht. Dass sowas einem CDUler widerfährt, und dann noch einem überaus besonders anständigem… klingt ungewöhnlich, aber erfrischend.

    In ihrem 3-Punkte-Aktionsplan hören Sie sich mitunter an wie ein Linker (wobei sie die Linken bei der Aufzählung glaubwürdiger Parlamentarier ganz in CDU-Manier ausgeblendet haben).

    Zum Schluss wirds dann noch etwas bunt… was möchten Sie denn nun:
    guten Journalismus mit angenehmer Arbeitsathmosphäre und Vielfalt ODER Wettbewerb und Wirtschaftlichkeit?

    Und dass eben nicht alle Millionäre werden können so wie manche ‚Talkshow-Moderatoren‘ und ‚Sportler’dürfte eigentlich auch klar sein. Viele gute Journalisten wären schon mit einem sog. Mindestlohn zufrieden.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr Friedjochs

  76. Neben den Linken auch ein Pirat

    Mir ist gerade in Erinnerung gekommen: Neben den LINKEN fehlten an „Bundestagsparteien im Text“ ja auch noch die Piraten.
    Mit Erschrecken fragte ich mich also gerade: Was macht eigentlich Jörg Tauss?

  77. anständiger Christ vs. anst. Deutsche

    Tja, wenn sich die Überwachung gegen anständige Christen, sogar JU-ler mit KAS-Stipendium richtet, dann ist sie plötzlich anrüchig.

    Der anständige Deutsche dem ein handfesterer Gott gewachsen ist schüttelt unverständig den Kopf, denn für ihn war die Aktion wahrlich kein Missverständnis sondern so gewollt – nur erfolgreicher halt.

    Immerhin wird die Eigendynamik der Dienste erkannt, aber wie es dann abgleitet in Individualismuskritik und zu angeblichem Qualitätsjournalismus – was soll das?

  78. Fragen ie Keulen

    Eine Lehre aus einem ganz anderen Zusammenhang (Missbrauch in einer Kirchengemeinde): Wenn in Zeitungen von allen möglichen Leuten Fagen gestellt werden, wird es brenzlich. Eine Frage ist keine justiziable Behauptung, sie steht im Raum und bleibt dort – via Internet – für immer, belastet und beschmutzt Menschen. Falls sich irgendwann einmal jemand entschuldigt, tut er es günstigstenfalls persönlich, in der Presse taucht das niemals auf – wer würde sich selbst öffentlich beschämen?
    Zwar war „nur“ ein Freund betroffen, aber damals habe ich gelernt, wie man Menschen sturmreif schießt. Ich bewundere Sie dafür, dass Sie es durchgestanden und überstanden haben.

  79. @ Blume

    Ich hab mein Abo längst abbestellt. Weils hier mit der Lobhudellei zu viel wird. War ja zu erwarten, wegen Freistetters Verlinkung.
    Und der Mob will ja auch nur seine Bedürfnisse stillen.

    Das Ding des Verstehens meiner Kommentare hat aber eine mehrdimensionale Problematik. Und es fragt auch keiner nach. Ich rede also von Dingen, die keiner wissen und keiner verstehen will. (Siehe Lobhudellei und Bedürfnis).

    Sie wollen ja auch nicht so genau wissen, von was ich rede… Ist das Abgrundtiefe so unangenehm, dass man es verdrängen muß? (Siehe Bedürfnisse)

    Nur mal am Rande:

    Hatten sie damals, als die Affäre ablief (oder danach) gesundheitliche Probleme? Kopfschmerzen, Psychosomatik, andere Beschwerden ausser der Reihe oder auch nur relativ unauffällig?

  80. Ich will übrigens noch einen Gedanken in den Raum stellen, zu dem ich selber noch nicht ganz entschieden bin, der aber meiner Meinung nach eine Überlegung wert ist:

    Ja, es ist möglich, dass wir manche schlimme Dinge nur mit geheimer Überwachung verhindern können.

    Genauso wie es manche Dinge gibt, für die nur eine Diktatur effizient genug ist.

    Wir haben uns trotz mancher Ineffizienzen für die Demokratie entschieden, da sie von allem, was bisher so probiert wurde, wohl das längerfristig angenehmste war.

    Vielleicht sollten wir uns trotz aller dann nicht verhinderbaren Geschehnisse auch gegen Geheimdienste entscheiden?

    Wir haben gesehen, dass es doch auch ohne Diktator geht. Vielleicht würden wir sehen, dass es doch auch ohne geheime Machtstrukturen mit Sonderbefugnissen geht?

  81. @Mona & S. Wagner

    Vielen Dank für den Song! 🙂

    @Stefan Wagner
    Eines der Hauptmotive, mich überhaupt politisch zu engagieren, lag in den DDR- und Stasi-Haft-Erfahrungen meiner Eltern. Vielleicht haben Sie es ja nicht mitbekommen: Aber auch dort wurden “anständige Deutsche“ und nicht zuletzt Christen überwacht, diskriminiert und verfolgt.

    Wenn Ihnen also an Freiheit und Demokratie wirklich etwas liegt, könnten Sie Ihre einfach gestrickten Feindbilder mal gelegentlich überprüfen.

  82. Tjo..

    Und nun sollte man einmal bedenken wie es Menschen ergeht, die nicht auf eine so große politische und soziale Unterstürzung bauen können, die auch noch ausgerechnet aus der richtigen politischen Ecke kam.

    Es gibt dutzende wenn nicht hunderte links gerichteter und engagierter Mensch die regelmäßig ähnlicher Überwachung und Gängelung ausgesetzt sind, aber kein Hahn kräht danach, erwischt es dort ja „die Richtigen“.

    Etwas ändern wird sich nur wenn ausnahmslos auch jeder Michel und jede Block-wählende Oma unseren schönen „Rechtsstaat“ mal live erlebt.

    Ein erster Schritt dahin wäre zB unsere schönen „Verdachtsunabhängigen Personenkontrollen“ mal zielgerichtet auf Menschen auszuweiten die „Otto Normal“ aussehen, anstatt Menschen nur nach Stereotypen zu kontrollieren.

    Für jeden kontrollierten Jugendlichen der nach HipHopper aussieht, und nichts verbrochen hat, wird zum Ausgleich direkt ein netter Rentner kontrolliert.

    Wäre nur eine frage von Wochen bis zum großen Aufstand der „anständigen Bürger“ welche sich nun ganz plötzlich kriminalisiert fühlen würden.

  83. @Günter Rawe

    Vielen Dank – und Ja, die Frage bewegt mich auch. Da das Netz alles speichert kann die Reputation von Menschen für immer zerstört werden – selbst wenn erhobene Vorwürfe erwiesen falsch waren. Ein fieser Zeitungsartikel wurde ja meist irgendwann vergessen, spätestens mit einem Wohnortwechsel – online kann er, zumal in Versionen, Jahrzehnte global überdauern. Mir scheint, dass dafür noch kaum Bewußtsein bzw. Umgangsformen gefunden wurden, und es betrifft doch immer mehr. #Neuland

  84. made my day!

    lb bw, junge union, kirche…
    krass. und ich dachte ich hatte eine langweilige Jugend.

    Danke für die Aufmunterung 🙂

  85. Ihr Artikel

    Nun seit Angelegenheiten wie der Fall Mollath und noch ein paar andere mehr oder weniger öffentlich geworden sind sollte man doch meinen dass solch ein Erlebnisbericht eigentlich nicht sonderlich überrascht, dass es mehr oder weniger in einem schleichenden Prozess dazu kommt dass solche „Einzelfälle“ sich häufen nun das ist wohl eine Befürchtung meinerseits die anscheinen langsam aber zielstrebig Realität wird, ob (auf polit. Ebene) etwas dagegen getan wird nun dass wird sich zeigen sicher ist nur eines die Anzahl der Unzufriedenen wird größer……

  86. Genial

    Als Pirat zolle ich Ihnen meine Hochachtung zu diesem in wahrstem Sinne hervorragenden Text. Wenn dei CDU mehr Leute wie Sie in ihren Reihen hätte, wäre mir wohler.

  87. Xenophobie

    Einer der bedrückendsten Aspekte, die Sie in Ihrem Text herausarbeiten, ist nach meinem Dafürhalten, was Menschen zu tun bereit sind, wenn sie in Angst leben. Insofern möchte ich Ihrem ersten der drei Punkte, die Sie als wichtige Aufgaben benennen, etwas hinzufügen:

    Neben der Förderung von Dialog, um Wissen über andere zu fördern und Ängste vor Fremdem zu mindern, sollten wir in Erwägung ziehen, alle Institutionen, Gesetze und Maßnahmen, die der Sicherheit von Menschen dienen sollen, sehr kritisch zu hinterfragen. Ich bin sicher kein Befürworter anarchischer Strukturen, aber mir drängt sich der Verdacht auf, dass die Zahl der angeblich sicherheitsförderlichen Strukturen, Institutionen, Gesetze und Maßnahmen im reziproken Verhältnis steht zur von den „beschützten“ Menschen dabei empfundenen Sicherheit. Michael Moore’s „Bowling for Columbine“ hat das während seines in seinem Film geschilderten Canada-Aufenthalts außerordentlich überzeugend darstellen können.

    Oder anders formuliert: Angst und Maßnahmen gegen diese Angst haben in dieser Welt wahrscheinlich noch nie zur Reduzierung von Angst geführt.

    Angst macht schwach – Wissen macht stark!

  88. der spiegel brief zu prism

    Lieber Onkel,
    hallo Sam.
    Ich hoffe, Euch geht es gut.
    Wie waren ein paar Tage in San Diego. Sind mit der Metro Richtung Südwesten in die Waterstreet an den Hafen gefahren. Da gibt es neben dem Alcohol and Tobacco-Shop einen Laden, der nennt sich Wave und die „veredeln“ da Eis. Die Sorten heißen dann Twister, Avalanche und Plume und schmecken unter anderem nach Schwein. Voll die Pest, das Zeug.
    Aber das Heftige kam danach: Wir sind dann am Dock entlang gelaufen, Richtung Coronado-Brücke, da stand ein Smart neben der Hafenbehörde. Plötzlich fährt der weg, und darunter ist ein offenes Gitter, wo eine dicke Stromleitung rausguckt. Mit einem Mal gibt es eine riesige Büschelentladung, die uns fast getroffen hätte. Mann, Mann, in den USA erodiert die ganze Infrastruktur so vor sich hin, dass es gar keine Terroristen und Bomben mehr braucht, um das Land lahmzulegen.

    Danach haben wir natürlich auch mal in Tijuana vorbeigeschaut. Ist nicht so drogenverseucht, wie ich das in Erinnerung hatte. Offenbar handeln die Leute da mittlerweile mit echten Medikamenten, weil das Zeug in Mexiko so viel billiger ist. Das bringen dann die Teenager über die Grenze, nachdem sie sich mit Hilfe einer Flut von Tequila entspannt haben. Musste die ganze Zeit an die Serie „Breaking Bad“ denken. Kennt ihr die Folgen, wo Walter und Jesse beim Drogenkartell-Chef Don Eladio am Pool stehen, ihre Crystal-Meth-Geschäfte machen und am Ende alle vergiftet werden? Und am Himmel diese violett-orangefarbenen Wolken? Genauso sieht das da aus.

    Apropos, da fällt mir ein, dass unser Flugzeug auf dem Weg zurück in Hamburg landen musste. Da habe ich Marta getroffen, die am Tropeninstitut am Milzbranderreger forscht. Für die CIA! Krass, oder? Waren abends in der Kneipe Nord, Korea trinken. Kennt ihr, oder? Rotwein mit Cola. War voll die Absturz-Mischung.

    Na gut, ich werde jetzt mal den Computer anwerfen und ein paar Vögel schießen. Es wurmt mich, dass Sam meinen Rekord eingestellt hat. Leider hat sich mein Rechner einen Trojaner eingefangen. Mal sehen, ob er funktioniert.

    Wünsche Euch einen sturm- und hagelfreien Abend

    Nils

  89. @ Mario Maleitzke Xenophobie
    09.07.2013, 09:47

    „Einer der bedrückendsten Aspekte, die Sie in Ihrem Text herausarbeiten, ist nach meinem Dafürhalten, was Menschen zu tun bereit sind, wenn sie in Angst leben.“

    -> Unter Angst tun Menschen nichts mehr. Alle Aktivität wird durch andere Gemütsregungen motiviert werden können – nicht aber über die Angst. Ansgt ist genau dazu gut, den Menschen zu allem Unfähig zu machen – die Angststarre ist kein Mythos und in Spektren auch beim hochentwickelten Menschen vorhanden.

    Was du meinst ist Furcht vor etwas. Wollte das nur unterschieden haben.

    Und Angst soll im Volk ausgelöst werden, damit sich das Individuum langsam kontrolliert positioniert – dabei eine klassische Konditionierung stattfindet. Denn aus dem generellem Angstlevel herraus macht der Mensch ausschliesslich gerade noch das, was in Übereinstimmung mit steht anderen und von anderen gewollt ist. In der Übereinstimmung findet eine Verantwortungsübertragung statt, die das Individuum von seiner Angst temporär befreit. Wollen können nur jene, die keine Angst haben. Also kann der Ängstliche keine Scheisse bauen – er tut nur das, was erwünscht sei.

    Gut nachvollziehen lässt sich das an der Geschichte des kalten Krieges. Mutmaßlich ist ein Wirtschaftwunder nur unter diesen Umständen möglich gewesen. Wobei natürlich eine am Boden legende Wirtschaft bei auch nur geringsten Bemühungen nur wachsen kann. Aber das Ganze eben um Faktoren reibungloser funktionierte, weil das Trauma des Krieges und die Angst noch in jeden Knochen steckte.

    Das hatte ich schon öfter erwähnt:

    Für ein Nationbuilding war die Nachkriegszeit nach 1945 geradezu Ideal in Deutschland. Das wird es so auf der Welt nie wieder geben. Man hat alle Möglichkeiten gehabt – man hätte auch einen Schamanismus als Staatsreligion etablieren können. Es war die Zeit der unendlichen politischen Möglichkeiten in Deutschland.
    Deswegen poche ich so darauf, Angst von Furcht zu trennen. Und vor allem sich selbst zu beobachten, ob man gehemmt ist oder selbstmotivation möglich ist. Also wirklich intrinsisch und eben nicht nur in Übereinstimmung mit dritten. Das wäre eine Grundfrage zur Selbsteinschätzung.

    Und dann sollte jeder darauf kommen, wem man hier Angst unterstellen sollte. Das ist das Volk, nicht diejenigen, welche Überwachungsmaßnahmen durchführen. Und die haben Angst durch die Überwachungsandrohung (die sicher nicht jeden betrifft, aber so dargestellt wird).

    Zitat:

    „Oder anders formuliert: Angst und Maßnahmen gegen diese Angst haben in dieser Welt wahrscheinlich noch nie zur Reduzierung von Angst geführt.“

    -> Aber natürlich haben sie das. Die Reduzierung von Angst stellt sich dann ein, wenn sich das Individuum der Verantwortung anderer unterwirft – womit das Handeln in Übereinstimmung mit dritten gemeint sei. Die Ängstlichen tun dann nur das, was dritte zu verantworten haben. In der Übung dieses verhaltens konditioniert sich ein Angstfreies Leben wie von selbst. Und wenn dennoch einige übrig bleiben, so landen sie in der Psychiatrie und werden pathologisiert. Womit quasi eine Präventivmaßnahme bloßgestellt ist, die die Judikative entlastet, weil die evident auftretenen Probleme auf einem anderen Kanal gehandhabt werden – alles nur, weil die Menschen Angst haben. Folge sei aber, dass kein Richter jemals ein Urteil gesprochen hat (weil hierbei Gutachter und Ärzte richten – die Richter das ganze nur noch rechtlich absegnen – quasi Wichtigtuherei) – man trotzdem gesellschaftlich abgeurteilt sei. Das ist das. was man mit „struktureller Gewalt“ bezeichnen kann.

    Wenn dir jemals einer was von Veranwortung, Selbstständigkeit und Erwachsenwerden vorblökt, kannst du zukünftig mit dieser Systematik kontern – und zwar hochaktuel. Ganze Demokratien sind so Strukturiert und aufgebaut. Antiauthoritäre Erziehungsstrategien nur so funktionieren können.

    Angst ist kein krankhaftes Leiden, sondern Kulturtechnik. Sie ist hocherwünscht. Sie ist Kernbegebenheit jeder Zivilisierung und Fundament jeder Kultur, welche sich Gewaltlosigkeit geboten hat.

  90. Meine Hochachtung für das, was Sie durchgestanden haben ohne einzuknicken. Ich stimme Ihrem Text in fast allem zu, was mir bei einem CDU-Mann weißgott schwer fällt. Aber ausgerechnet Edathy hier anzuführen.. ne, da hört es auf.

    Dieser Mann war entweder zu feige oder zu dumm, um 2009 gegen das Zensursula Gesetz zu stimmen. Hat er gegen die Vorratsdatenspeicherung gestimmt? Was ist von so einem wohl in Bezug auf Bürgerrechte zu erwarten?

  91. Respekt

    Die Geschichte ist IMHO eine sehr eindrucksvolle Demonstration des Zweiten Chinesischen Fluchs („Mögen sich mächtige Leute für Dich interessieren.“).
    Der Sorte Leute (und ihren Motiven und Vorwürfen) nach zu urteilen, die Du da verärgert hast, musst Du einiges richtig gemacht haben. Ich würde sagen das ist eine höhere Auszeichnung als die Urkunde von Schily – auch wenn die Überreichung sicher weniger angenehm war.
    Zumindest schön zu sehen, dass es auch (sogar?) in der CDU noch anständige Leute gibt, die den Mut haben für ihre Überzeugung einzustehen. Nicht dass ich damit andeuten will, dass es anderswo besser wäre – bei allen größeren Parteien geht es zu wie bei der Mafia.
    Ich habe bislang aber relativ gute Erfahrungen gemacht, so lange ich unter Nerds geblieben bin. In technischen/wissenschaftlichen Bereichen sind Intrigen und Schmutzkampagnen mE wesentlich seltener als in Glaubens- und Ideologiefragen. Nicht notwendigerweise weil es bessere Menschen wären, sondern weil diese Methoden dort völlig ungeeignet sind um die eigene Position zu befördern. Experiment schlägt Autorität, und Naturwissenschaftler sind darauf trainiert, relevante Sachargumente von Meinungsmache zu unterscheiden.
    Aber ich bin sehr froh, dass es auch rationale Menschen gibt (zumindest kenne ich Dich aus anderen Beiträgen in deinem Blog so), die bereit sind die „Drecksarbeit“ in der Politik zu machen. Leider setzen sie sich zu selten gegen Klüngel, Filz und Seilschaften durch. Keep up the good work!

  92. Danke!

    Danke für diesen Artikel! Ich stimme nicht allen deinen Schlussfolgerungen zu 100% zu, aber so ein Erfahrungsbericht ist unheimlich wichtig, und viele Schlüsse, die du daraus ziehst, halte ich auch für absolut richtig. Dieser Beitrag sollte jeder kennen, der sich mit Menschen auseinanderzusetzen hat, die behaupten, „unbescholtene, rechtschaffene Bürger“ hätten doch nichts zu befürchten!

  93. Überwachung

    Während ich Ihren hervorragenden Text gelesen habe, hatte ich seltsamer Weise ein anderes Bild zum Thema Überwachung vor Augen.
    Das Bild einer engstirnigen Nachbarschaft in irgendeinem verschlafenen Dorf. Das Ganze funktioniert auch ohne Internet und Facebook. Und was an Informationen fehlt, wird mit Vermutungen aufgefüllt.
    Zurück zur Online-Überwachung: Natürlich möchte ich auch nicht, das meine Emails gelesen werden, obwohl ich ja auch nichts zu verbergen habe.
    Gleichzeitig möchte ich aber in einem terrorfreien Deutschland leben und ganz ohne Überwachung/Bespitzelung wird es auch nicht gehen. Mehr Sicherheit bedeutet weniger Freiheit – und umgekehrt.
    Ihren Drei-Punkte-Plan stimme ich voll und ganz zu!

  94. Alle Achtung, im Nachhinein steigt mein Respekt für die damalige Regierung in Ba-Wü ein wenig. Dass Sicherheitsdenken demokratische Prozesse unterläuft und schwerwiegende Auswirkungen auf den Rechtsstaat hat, ist eh eine sehr allgemeine, in der Wissenschaft regelmäßig in verschiedenen Kontexten vertrene These.
    Genau deshalb darf Sicherheit nie alleiniger Selbstzweck sein“

  95. Meine Hochachtung

    Herr Michael Blume, vielen Dank für diesen bewegenden Artikel.
    Mein Respekt und meine Hochachtung!
    Und dass dieser Artikel vom einem CDU-Mitglied geschrieben ist, verdient in meinen Augen ein noch grösseres Lob. Habe wieder dazugelernt, danke.

    Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit und bleiben Sie weiterhin so straight!

  96. Alle Achtung!

    Ich kann mit Religionen im Allgemeinen und auch mit der CDU nichts anfangen. Trotzdem muss ich Ihnen meine Hochachtung aussprechen, dass Sie das durchgehalten und nicht aufgegeben haben und sich auch noch exponieren. Als „braver Bürger“ des Ostens ist mein Vertrauen in den Staat noch nie so hoch gewesen, ich sehe es so, dass sich da alle Gesellschaften kaum unterscheiden. Auch in der DDR oder im Dritten Reich konnte man gut leben, wenn man immer schön mitgeschwommen und niemandem auf die Füße getreten ist. Nur merkt man halt manchmal zu spät, dass man auf jemandem auf die Füße getreten ist. Es wollen halt auch in einem demokratischen Staat nicht alle nur das Beste für die Mitmenschen…

    Zum Thema Medien kann ich diese Doku empfehlen: http://undergroundnoises.wordpress.com/…ichkeit/

  97. Wie ein Roman

    Hallo, ich habe Ihre Geschichte wie einen spannenden Roman gelesen, wobei ich nicht weiß, ob ein Romanautor soviel Phantasie hätte, das zu erfinden, was Sie erlebt haben. Ich bewundere trotz der immer stärken Internetüberwachung, dass Sie keine Konsequenzen fürchten und Ihre Erlebnisse noch einmal zusammengetragen haben.

    Die Einstellung „ich habe ja nichts zu verbergen“ hatte immer negative Konsequenzen in der Geschichte, weil die Unschuldsvermutung ausgehebelt wird.

    Ich hoffe wirklich sehr, dass so langsam nicht nur die „Netzgestalter“ verstehen was die NSA und Konsorten bedeuten, sondern auch die breite Masse kapiert und Konsequenzen zieht.

  98. gleichwertige Alternativen sind gefragt

    das die Kummunikationswege überwacht werden ist doch auch nicht so erstaunlich wie immer alle tun, auch wenn das gesetzlich Fragwürdig bzw. sogar gegen geltendes Gesetz verstösst. Data Mining ist ja keine Wunderwaffe und das Relegionswissenschaftler mit dem Schlagwort Islam, sowie ein Chemieker, Informatiker im Bereich Informationssicherheits usw. mit den jeweiligen Schlagwörten in den Verdacht bzw. in den Überwachungsfocus der Behörden gerät ist doch auch logisch. Ich bitte doch mal alle die sich an dem Überwachungsthema anstossen konstruktive Alternativen aufzuzeigen !
    Das was ich bis jetzt gelesen habe zielt immer nur darauf ab die Überwachung aufzudecken bzw. abzuschaffen und mehr Transparenz zu etablieren, aber keiner spricht davon wie man den „Terrorismus oder Straftaten“ vorbeugend bekämpfen bzw. aufdecken kann !

  99. Herr Blume: Wollen sie mir noch antworten bezüglich eventueller gesundheitlicher Unregelmässigkeiten während oder nach der Affäre?

    Übrigens ist das strickte Positionieren des Individuums auf eine Position mit dem biblischen visionierten, subjektiv nicht zwingend notwendigen Verlassen des Paradieses vergleichbar. Man kann es sogar gleichsetzen – in seiner weltlichen Perspektive. Der verbotene Apfel sozusagen.
    Die Positionierung ist der Geburtsmoment des dualistischen Prinzips. Es entstehen ab dann Gut und Böse. Erst in der Positionierung geschieht das, was nach der Positionierung alle bemängeln und beschimpfen: die Front; das sich gegenseitig Anfeinden; die Tendenz zum Kampf, zur Gewalt; das unweigerliche Verlangen nach Einfluß gegenüber des Anderen. Das „Böse“ in dem Bewusstsein auf der Seite des Guten zu sein – und doch nicht wissen, was die beiden tatsächlich bedeuten.

    Aber warum tut man das geschehen lassen? Also warum gibt es also mediale Öffentlichkeit, die das sichtlich fourcieren kann und regelmässig auch tut? Warum also gibt es Meinungsfreiheit?

    Tja, damit das Subjekt aus dem Paradies gelockt wird. Es wird in den Kampf hineingelockt. Es ist nicht so, dass nicht erwünscht sei, dass sich die Menschen nicht gegeneinander bekämpfen. Nur Gewalt ist eben verboten.

    Das vermeindlich positive Produkt, welches hierbei hergestellt wird/erzielt werden soll, entsteht im Gehirn.

    Und niemand der Probanden merkt es – niemand bekommt es bewusst mit, was im Ablauf des Prozesses in seinem Kopf abgeht.

    In jedem Falle ist Positionierung eine virtuelle Kriegserklärung an potenziel jeden anderen Menschen – allermeist aber nur einen Anteil jeder Generation.

    Übrig bleibt oft genug ein Bewusstsein, welches sich an virtuellen Kampfeinhalten abgeschliffen hat und aus diesem Kampf einen Mangel davonträgt, den es sich nie bewusst werden kann. Übrig bleibt das, was uns an unseren Eltern etwa immer so genervt hat. Das Einseitige, ein Bewusstsein des Pragmatismus huldigend und von Qualia des Bewusstseins tendenziel befreit. Letztlich emotional abgestorben – im fortgeschrittensten Zustand. Der „krieg“ ist dann kälter geworden denn je.

    Die Aussage, es würde jeder nach seinem Gusto glücklich werden können, sei hier mit der Prophezeiung vergleichbar, dass aus diesem Krieg jeder als Gewinner hervorgeht. So zumindest integriert sich der Prozess ins demokratische Sytem, weil darin keine weiteren Anforderungen bestehen, als allein diesen Krieg in seinem Leben irgendwann zu führen, so es einem seine Entwicklung ermöglicht. Es wird also alles dafür getan, dass die Kampfeslust erweckt wird und letztlich kanalisiert den Prozess durchläuft.

    Anstatt auf ein zufälliges, unkontrolliertes Ausbrechen dieser Tendenz zum Kampf zu warten, wird er fourciert. Es eskaliert nicht einfach, sondern wird zur Eskalation gebracht. So kann man strukturel vorbereitet sein und sowieso den Prozess effektiv ablaufen lassen, weil zur gleichen Zeit viele in den Prozess eintreten, welche sich sozusagen dann gegenseitig „therapieren“.

    Es gibt Menschen, die sich von aller Ideologie völlig unbeeindruckt zeigen. Das sonderbare daran: die sind normalerweise nicht als „normale“ Menschen angesehen, sondern werden pathologisiert. Etwa Autisten oder andere psychische Störungen.
    Das macht Sinn, wenn man annimmt, dass diese Leute den Prozess verweigern, dadurch aber ihre Kampfpotenez behalten – also quasi gefährlich für die demokratisierte Gesellschaft seien. In dem man sie pathologisiert, nimmt man sie von der ständig bestehenden Front / hält sie davon fern – so dass sie nur möglichst geringsten Schaden anrichten können.

    Es macht keinen Sinn, wenn man immerzu öffentlich beteuert, das Kampf und Krieg und Auseinandersetzung Teufelszeg seien. Weil gerade jene, welche sich dem verweigern durch Pathologisierung diskrimminiert werden.

    Die ganze fundamentale Systematik hinter der offen sichtbaren sei damit noch nicht erklärt. Aber wenn ich sage, das dieses unsichtbare mit dem göttlichen Prinzip zu tun hat, winkt der Pöbel wieder ab – aus Unwissen und Ungläubigkeit halt, nur vertsändlich. Die Sünde allerdings nicht im „nicht verstehen“ liege, sondern im Wissen dessen andere in diesen Prozesssog hinein zu ziehen – aus Neid auf das Paradiesische. Aber schlichtweg „neurotypisch“…

  100. Danke

    Für diesen Artikel möchte ich mich bedanken, gerade weil er aus einer Ecke kommt, der ich eher misstrauisch gegenüber stehe (ich bin Atheist, linker Grüner und lebe – gewollt – in kinderloser, wilder Ehe:-).

    Verteidigen wir gemeinsam unsere Bürgerrechte, die lange und hart erkämpft wurden!

  101. Was fehlt: Sensibilität gegenüber Berich

    Einen Vorschlag würde ich noch anfügen: Jeder einzelne Bürger sollte sich nicht nur darüber im Klaren sein, dass solche Techniken zur Diskreditierung Einzelner verwendet werden können, sondern auch die Konsequenzen daraus ziehen. Also: Nicht jeden Artikel ungefragt für bare Münze nehmen. „Kein Kommentar“ kann auch bedeuten „Mir ist das zu blöd, jedem Möchtegern-Journalisten wegen noch so abwegiger Vorwürfe Rede und Antwort zu stehen“. Diese „Mediensensibilität“ sollte jedem möglichst früh vermittelt werden. „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ ist da nicht mehr zeitgemäß.

  102. Bürgerinnin ininnin und inininininnninin

    Muss dieses übertriebene Durchgegendere in dem Text sein
    reicht nicht auch einfach „Bürger“ anstatt immer „Bürger und Bürgerinnin ; Einwohner und Einwohnerinninin“?

  103. Danke

    Auf dem Heimweg von einem langen Tag lese ich die Kommentare hier, auf Twitter und Facebook und bin wirklich bewegt. Das Interesse und die Solidarität sind (für den Moment) viel größer, als ich es mir erträumen konnte und stellen derzeit auch noch eine Art Schutz dar. Dass der nicht ewig halten kann, wissen wir alle – aber der Kraftschub wird eine ganze Weile halten. 🙂 Und ich werde ggf. weiter (oder wieder) berichten, klar.

    Auch im RL haben mich bereits (jüngere) Kolleginnen und Kollegen aus ganz verschiedenen Parteien angesprochen und entweder auf die Schultern geklopft oder doch eingeräumt „nachdenklich“ geworden zu sein. Einige wagen auch deutliche Worte wie z.B. Sascha Lobo, der sich auch direkt mit namentlich genannten Abgeordneten anlegt:
    http://www.spiegel.de/…ch-verfolgt-a-910147.html

    Wird das Thema in wenigen Wochen wieder eingeschlafen sein oder werden die Digital Natives aller Parteien ausreichend Reformdruck aufbauen können? Ich bin heute ein bisschen optimistischer als Samstag, dass sich die Dinge – in einem sicherlich jahrelangen Ringen- doch wieder verbessern können. Diesen Optimismus habe ich von Euch geschenkt bekommen – danke! 🙂

  104. Dankeschön

    Hallo Michael,

    erstmal möchte ich Dir mein Mitgefühl für die von Dir geschilderten Erlebnisse bekunden. Das war sicherlich nicht leicht für Dich.

    Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel. Obwohl ich selber eher Agnostiker und Nerd mit Tendenz zum Sonderling bin, kann ich Deinen Schlussfolgerungen fast gänzlich zustimmen.

    Zwar sind wir hier in Europa mittlerweile faul geworden, was die Verteidigung unserer Werte angeht. Doch ich hoffe, dass sich hinter einer anderen unserer typischen kollektiven Eigenschaften, nämlich der Streitkultur, noch ein gewisses Maß an Wahrheitsliebe verbirgt. So gesehen, habe ich die Hoffnung, dass Dein mutiger Artikel den Blick der BürgerInnen und mithin den der PolitikerInnen schärfen möge, was diese heimlichen und illegitimen Bespitzelungspraktiken angeht.

    Wenn man mal die häufigsten allgemeinen Todesursachen mit den Terroranschlägen in Relation setzt, dann fällt auf, dass Terror zahlenmäßig praktisch garkeine Rolle spielt. Straßenverkehr ist viel schlimmer. Oder Treppen!! Auf diese furchtbaren Treppen und Stufen sollten sich die Geheimdienste mal konzentrieren – da könnten Sie so viel mehr Leben retten, als mit Terrorbekämpfung. 😉
    http://www.rp-online.de/…tschen-sterben-1.566344

    Doch die in der Vergangenheit live gesehenen Bilder von Terroranschlägen sind so monströs, dass wir freilich Angst bekommen.
    Wenn hunderte Menschen bei einem schrecklichen Terroranschlag ums Leben kommen, dann fügt kein Nachrichtensprecher jemals hinzu, dass an dem gleichen Tag ca. 7 155 000 000 Menschen glücklicherweise nicht einem Terroranschlag zum Opfer gefallen sind. Das würde aber ein besseres Sicherheits- und Lebensgefühl bringen.

    Jetzt können die Geheimdienste natürlich Statements dazu abgeben, wie viele Terroranschläge sie im allgemeinen so vereiteln. Bloß… ob man den Aussagen dieser, teils unkontrolliert und illegitim im dunklen agierenden Leute trauen mag?

    So gesehen hoffe auch ich auf mehr Dialog statt Misstrauen. Überall. Und Du leistest offenbar einen wichtigen Beitrag dazu. Danke!

    Viele Grüße, mit den besten Wünschen!
    Albert

  105. Spezialfragen

    @frank – Freut mich, dass ich den Tag aufhübschen konnte! 🙂 Und glaub mir: Als langweilig habe ich mein Leben nun wirklich nie empfunden…

    @chris – Über meine Empfindungen in dieser Zeit habe ich im Blogpost und in frühen Kommentaren m.E. genug geschrieben. Ich möchte hier eigentlich keinen Seelenstriptease aufführen, sondern zum Nachdenken über Sicherheits- und Überwachungsapparate anregen. Das auch von anderen angeregte Thema #Angst verdient m.E. zu gegebener Zeit einmal einen eigenen Blogpost.

    @Heinz – Gerade als Konservativer finde ich es wichtig, kein „anwesendes“ Geschlecht unhöflich zu übergehen. Da ich das Binnen-I sprachlich unschön finde, wechsele ich am liebsten spielerisch die Formen, verwende mal männliche, mal weibliche und in der direkten Ansprache beide Formen.

    @Michael Wolf und @Harald Grunsky
    Yes, getrennt marschieren, gemeinsam kämpfen! (Ich finde es klasse, wenn sich Menschen in Parteien engagieren – sonst bewegt sich nämlich gar nichts!!!) 🙂

    @Veronika
    Da ich ja bislang nur Sachbücher geschrieben habe, hat mich Ihr Kommentar besonders berührt. Autoren-Danke! 🙂

  106. @Albert Hollmann

    Vielen Dank für den starken Text.

    Und ich nutze die Chance, dass Du Dich stellvertretend für viele weitere hier äußerst – und sogar Deinen Klarnamen verwendest!

    Das hatte ich nicht erwartet und es zeigt doch m.E. auch, dass wir uns gegen die Kultur der Einschüchterung auch stellen können.

    Zum #Angst-Thema und unseren Wahrnehmungspräferenzen möchte ich gerne einmal etwas (aus evolutionärer Perspektive) extra schreiben, denn in der Tat: Hier liegt m.E. ein wesentlicher Schlüssel zum Verständnis der Prozesse.

    Für meine Studierenden in Jena und Köln hatte ich zu dem Themenkreis mal einen eBook-Reader erstellt, auf dem ich dann ggf. weiter aufbauen würde.
    http://www.sciebooks.de/…e-fantasie-des-menschen

    (Auch) Dir also von Herzen: Danke!

  107. dank und aufrichtige anerkennung

    vielen dank für ihre mühe und offenheit.

    ich denke, solche tendenzen in behörden mit ordnungs- und sicherheitsaufgaben liegen in der natur der behörden. ohne kritische begleitung, die ihre zähne nicht nur zeigen kann, werden vorgänge wie die, unter denen sie zu leiden haben, zum behördenalltag. alles, was zum erfolg führt, kommuniziert die aussicht auf erfolg an die beteiligten und regt zur nachahmung an. jede unterbliebene aufarbeitung zementiert das selbstverständnis der akteure, im sinne der erfolgsdefinition der organisation zu handeln. die öffentlichkeit bleibt bei dieser definition außen vor.

    verfassung schützen, interessen und auftrag der bundeswehr absichern, die öffentliche ordnung schützen, das sind aufgaben, die en detail öffentlich diskutiert gehören.

    erneut, viel dank für ihren beitrag.

    .~.

  108. @ Michael Blume Spezialfragen
    09.07.2013, 18:11

    Ich erwarte auch keinen Seelendings von ihnen. Ich will auch nicht von Missempfindungen wissen, sondern von auffälliger Psychosomatik. Ich habe ihre Kommentare sicher gut verfolgt, aber nichts davon sprach meine Fragenan. Das mansich in solcher Situation psychisch belastst „empfindet“ (und eben demnach auch ist), das nehme ich mal einfach an und sie berichteten davon. Diese Erlebensebene ist aber eine normale Begleiterscheinung jeder kritischer Belastung. Meine Frage ging auf bestimmte unregelmässige körperliche Beschwerden aus. Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne-Phasen, … irgendwas in der Art an schneinbaren Ziviliationskrankheiten. Meinen sie sich nicht psychisch durchleuchtet, weil sie´s sagen. Wenn ich nach Rückenproblemen frage, kommt einem sicher schonmal der Gedanke der psychologisierung – aber eben das ist ja nicht der Fall. Ursache von Rückenschmerzen sind keine psychologsischen Probleme. Sonder die Ursache Beider pathologien sind einer Ursache zuzuschreiben und treten dann auf langem Zeitraum gemeinsam oder nacheinander auf.

    Falls sie doch bereit wären, Auskunft zugeben, dann können sie ja meine Email verwenden und direkt an mich antworten.

  109. Raushauen

    „Falls Ihr bald nichts mehr von mir hört, wisst Ihr Bescheid! ;-)“

    Fuer diesen Fall steht schon mein Squad auf Abruf 😉 … Ernst beiseite *hoffe ich, dass dein Beitrag soviele wie moeglich Menschen erreicht und hilft, die auf welcher Ebene auch immer unter dieser, und jeglichster, Art Mobbing zu leiden haben.

    (* „I felt a lot better when I gave up Hope“ W. Allen)

  110. Der Lobo-Artikel im Spiegel hat natürlich was… reaktionäres.

    Aber das naiv vernebelte Gesülz vom Wiefilspütz ist eben auch nur „neurotypisch“. Sowas sind keine Führer, solche können keine Verantwortung tragen. Sie redeten nur nach, was vorher eingeflösst.

    Aber was rede ich: Da muß sowieso keiner eine Verantwortung tragen, wo doch alles „Alternativlos“ sei, könne man ja eh nur versagen.

  111. @chris

    Abschließend: Ich war natürlich sehr angespannt, habe viel gegrübelt und schlecht geschlafen, vor allem aus Sorge um Frau, Baby und Wohnung. Sonst gab es aber keine Symptome was ich a) auf die hervorragende und breite soziale Unterstützung, b) die psychologische Wirkung von Gebeten und c) die zum damaligen Geburtstag geschenkte englische Gesamtausgabe von „Dragonlance“ zurück führe. 🙂

    Und jetzt bitte ich Sie, sich thematisch zusammen zu reißen, sonst gibt es eine gelbe Troll-Karte…

  112. Danke!

    So schlimm die Geschichte auch ist, der Artikel hat mir Mut gemacht. Vielleicht ist noch nicht alles verloren.

  113. Ah, bleiben sie entspannt.

    Glauben sie mir:

    Privatsphäre, Datenschutz undso… sind in ihrer Zielsetzung leider Kontraproduktiv.

    Auch wenns absurd klingt, wenn es hier um Überwachung und Terror geht; ich plädiere in gewissen Phantasien sogar dafür, Datenschutz ersatzlos zu streichen. Damit wären auch Gehemdienste zu einem großen Teil eigendlich arbeitslos und könnten abgeschaft werden.

    Wenn nämlich der Vorteil von ehemals inoffiziellen Informationen nicht mehr existent ist, macht es die Existanz absurd und überflüssig.

    Zudem ist Datenschutz derzeit noch der behindernste Faktor der Wahrheit – könnte auch Feldforschung endlich erfüllend ermöglichen. Das Subjekt steht derzeit noch da, und ist auf öffentliche verlautbarungen angewiesen. Wennich meine eigenenDaten irgendwo abrufenwill, muß ich zuweilen mit Personalausweis persönlich vorsprechen und das reicht auchnicht immer – die Probleme dabei, selbst seine eigenen Datensätze einsehen zu wollen, ist wie ein Dateneinsehverbot.

    Alle irgendwo gespeicherten Daten einfach frei zugänglich machen und es gäbe auf fast allen Seiten und Richtungen nur positives.

    Das bischen Stigmatisierungspotenzial fürs Subjekt geht dadurch verloren, dass dadurch erst sichtbar wird, dass es kein Einzelschicksal sei, was einem vorher noch so ausgelegt werden kann…

  114. Kommentar war wohl zu kurz

    Zu Michael Blume 08.07.2013, 12:17
    Die ganze Chose ist ja keine neue Erfindung und geht zurück auf 1952 und insbesondere 1968.
    http://www.faz.net/…tsche-abhoeren-12273496.html
    Die CDU hat das eingefädelt und alle Regierungen in der Zwischenzeit haben das gedeckt.
    Sicher ist damit die CDU nicht allein Schuld, aber aus meinem Kommentar nur das rauszulesen was einem passt ist auch einfach. Ich hielt Sie für intelligent genug, dass sie die Intention selbst herausfinden. Ich habe mich getäuscht.
    Dies ist doch eine langfristige Entwicklung die von der CDU MASSIV gefördert wird. Auch jetzt, nach den Aufdeckungen von Snowden haben die CDU-Oberen nichts weiter zu tun als eine Verfolgung des Überbringers der Wahrheit zu fordern. Eine Schande.
    Es braucht nicht nur einen Dialog der Parteien. Es braucht den politischen Willen etwas in dieser Beziehung zu ändern. Dieser ist in der CDU nicht vorhanden. Der Dialog wird von der CDU IMMER dazu benutzt Sachen zu verzögern und in ihrem Sinn umzukehren. Das hat die EIdG gezeigt (http://blog.internetenquete.de/) und die BDA-Diskussion. Keine Ausnahmen.
    Man kann mit einigen Leuten und Parteien sprechen. Nur nicht mit der CDU. Alle Grundsatzfragen dazu hat die CDU in den letzten Jahren beantwortet im Sinne von immer mehr Überwachung, Spionage und abbau von Grund- und Bürgerrechten. Sie waren nicht allein. Aber immer dabei.
    Dabei geht die Spionage auch auf Kosten der Wirtschaft. Dass die USA hauptsächlich Industriespionage betreiben ist ein offenes Geheimnis. Das schadet den Bürgern Deutschlands direkt wie es Ihnen geschadet hat und es schadet der Wirtschaft Deutschlands. Das ist es was Sie unterstützen. Und offenbar vorhaben weiter zu tun.
    Jetzt können Sie sich wieder das rauspicken was ihre Thesen unterstützt. m(

  115. @Bernhard: Einfaches Feindbild?

    Sie haben natürlich völlig Recht: Nur die CDU war es! Schon seit 1952 baute sie den Staai-Apparat der DDR auf, weil linke Parteien so etwas nicht hinbekommen. Dann übernahm sie die USA, Russland und China, um dort umfassende Sicherheitsdienste aufzubauen. Während der sozialliberalen und rot-grünen Bundesregierungen wurde dagegen der Sicherheitsapparat massiv abgebaut, Otto Schily war der liberalste Innenminister! Mutig traten er und Gerhard Schröder allen amerikanischen und russischen Apparaten entgegen. Und derzeit jubeln Sozialdemokraten wie Sascha Lobo über die heldenhafte Haltung ihrer Partei in Sachen Snowden. Dagegen ist Obama heimlicher Christdemokrat.

    Derzeit regieren in Frankreich nicht etwa Sozialisten, sondern die CDU. Sonst wäre das riesige Abhörprpgramm dort nie aufgebaut worden! Und auch Großbritannien, Kanada und Australien werden heimlich CDU-regiert! So einfach ist es, wow!

    Lieber Bernhard, wenn Sie die Ironie finden, dürfen Sie damit arbeiten! Idealerweise werden Sie sogar merken, dass die Welt zu komplex für kleindeutsche Parteibrillen ist…

  116. Zweierlei Maß

    Hier auf Erden gegen Überwachung wettern, aber die Illusion eines ‚der liebe Gott sieht alles‘-Monsters aufrecht erhalten – wie passt das zusammen?

    Oder haben Sie Ihre private Häresie, wonach der Herr doch nicht alles sieht, und beim jüngsten Gericht vieles einfach gar nicht weiß?

  117. Staatsmacht

    Das ist alles plausibel, und ich kriege richtig Angst vor NSA und BND, und evtl. späteren Zeiten, und noch mehr graust es mich, dass die Zeiten auch immer schwieriger werden, das System zerfällt, das so gnadenlos hoch gehalten wird, und doch nicht jedem gerecht wurde bzw. wird, und dann werden die Proteste zunehmen, und dann hat man einen Grund nach allen zu suchen, die in irgendeiner Weise damit zu tun haben könnten, an Demos organisiert zu sein. Das kann ich mir vorstellen und es gibt dann präventive Hausuchungen (natürlich auch aus Schikane, um abzuschrecken – wie in den USA). Und man braucht ja nicht mal die Motivation haben, heute reicht eine geäusserte Phantasie, auch solche, die man in ein Tagebuch schreibt.
    In allem, wünsche ich mir ein Ausruf nochmals zu hören, weltweit „WIR SIND DAS VOLK“ – Nach uns muss es gehen. Nicht nach Möchtegerndemokraten, die in Wahrheit eher mit Straftätern zu vergleichen wären(Missbrauch von Techniken, Mitteln usw.) . Das muss man sich mal vorstellen. Mitten in Deutschland!
    Ich schreibe weiter wie ich es will. Und dokumentiere alles. Wenn sie kommen, werde ich erst richtig anfangen zu schreiben. Naja, das sagt sich so leicht. Aber so kann seiner Angst begegnen. Mit dem Willen zum Widerstand, der darin besteht, einfach seinen Willen nicht brechen zu lassen und weiterhin das zu tun, was das Grundgesetz festlegt: Freie Meinungsäusserung.
    In einem Land, das immer mehr einer Diktaktur ähnelt.
    Herr Blume, alles Gute!

  118. Die Drecksarbeit

    Es ist ein simpler Gedanke, der sich mir leider immer wieder bewahrheitet: Die Geheimdienste sind dazu da, das zu tun, was ein Staat nicht öffentlich tun darf: sei es im Waffenhandel mitzumischen, zum Interesse der heimischen Wirtschaft, die „Entsorgung“ hochgiftiger Abfälle im Meer oder in ferne Länder zu organisieren, wie tausendfach geschehen, oder eben Spionage zu betreiben. Das macht selbst – auch das hat die Vergangenheit in Baden-Württemberg gezeigt – vor einem harmlosen Kaffeekreis der Evangelischen Studierendengemeinde in Tübingen nicht Halt, die sich für den Verkauf von fair gehandeltem Nicaragua-Kaffee einsetzte – und von zwei(!) V-Männern des LKA ausgespäht wurde. Und das umfasst offenbar – auch das hat die jüngste Geschichte in Baden-Württemberg wie auch im Rest der Republik gezeigt – die Unterstützung mordender Nazi-Organisationen.
    Diesem Grundprinzip folgen alle Geheimdienste, die für das Inland zuständigen wie die im Ausland aktiven, die der Bundesrepublik und die anderer Staaten, und daher ist es für mich nicht überraschend, was Ihnen passiert ist, Herr Blume. Für mich gibt es daher eine zentrale Forderung, die aus Edward Snowdens Enthüllungen abzuleiten ist: Der Datenschutz müsste auf nationaler wie internationaler Ebene schnellstens in stärkerem Maß gesetzlich geregelt werden. Nur beißt sich da die Katze in den Schwanz, denn welches Land will schon mit seiner Gesetzgebung den eigenen Geheimdienst schwächen bzw. limitieren, in dem es ihm eines seiner wichtigsten Instrumente stumpf macht?

  119. @Stefan Wagner: Gott vs. Big Brother

    Falls es Ihnen noch niemand gesagt hat: Ihr ganzes Leben entfaltet sich über Datenspuren. Sie und ich würden keine Sekunde existieren, würden die Atome unserer Körper nicht miteinander und mit denen der Außenwelt kooperieren.

    Der glücklich Glaubenden erscheint Gott daher nicht als eine innerweltliche Kamera, sondern als liebende und tragende Präsenz, noch am ehesten vergleichbar mit den behütenden Blicken einer Mutter oder der Wertschätzung eines Geliebten.

    Theologisch gesehen ergibt sich gerade daraus eine Ablehnung irdischer Mächte wie Regierungen, Computer, Firmen etc. (mythologisch auch: Engel), wenn diese über ihren legitimen Wirkrahmen hinaus selbst „wie Gott“ sein wollen. Dann wird es in der Tat gefährlich – und deswegen bekämpft auch jeder totale Staat die Religionsfreiheit.

    Nicht zufällig sammelte sich die DDR-Opposition maßgeblich in den Kirchen, die Freiheitsräume verteidigten. Eindrucksvoll verfilmt wurde der Gegensatz menschlicher Totalkontrolle und göttlicher Liebe zuletzt auch in der „Truman Show“, der Verfilmung eines Psalms.
    http://scilogs.spektrum.de/…n-show-und-der-bibelpsalm

    Ich hoffe, die Frage war ernsthaft und das konnte ein wenig weiterhelfen.

  120. Hoffnung.

    Vielen Dank fuer diesen Blog-Eintrag, Hr.Blume. Ich war zwar gluecklicherweise noch nie in ihrer Situation aber ich hatte schon einige Jahre dieses unartikulierte Gefuehl, dass „irgendetwas“ aus dem Ruder laeuft.
    Vor allem ihre Feststellung „Nicht also eine von irgendwo zentral gelenkte Superverschwörung, sondern eine schleichende, rational interessengeleitete Verflechtung von…“ deckt sich genau mit meinem diffusen Gefuehl. Das fuer mich wirklich Angstmachende bei der jetztigen Situation ist jedoch, dass ich mich mit meinem Gefuehl, uebersptizt gesagt, bis jetzt oft sehr einsam gefuehlt habe. Mein gesamter Freundes- und Bekanntenkreis, sowie meine Familie schwanken diesbezueglich zwischen (muss ich leider so sagen) dumpfen Desinteresse und der Neigung mich fuer hysterisch(!) zu halten (bin eigentlich gemeinhin fuer meine Ruhe und Besonnenheit bekannt). Deshalb moechte ich ihnen herzlichen Dank sagen, dass sie „meine“ Gedanken so praezise formuliert haben und noch dazu an prominenter Stelle der Oeffentlichkeit zugaenglich machen.
    Ein Sache in ihrem Artikel gibt mir allerdings noch mehr Hoffnung und zwar, dass es wohl doch Politiker und Beamte (offensichtlich jeder Position) gibt, die das Problem als solches erkennen und sich konstruktive Gedanken machen. Ich muss gestehen, dass ich das bis zuletzt wohl zu pessimistisch gesehen habe und eigentlich fuer unwahrscheinlich gehalten habe.
    Vielen Dank und beste Gruesse!

  121. Social Primiming Ritual

    Da Sie sich ja auch ein wenige für Evolution interessieren (sollte nurn‘ Witz sein), wünschte ich Sie könnten den hier geschilderten Vorgang als ein social priming ritual verstehen. Priming Rituale gibt es bei fast allen sozialen Gruppen egal welchem Zweck sich die Gruppe verschrieben hat. Bei Hilfsorganisationen genauso wie bei der Mafia. Harmlose und gefährliche. Wie sich solche Rituale in den verschiedenen Religionen entwickelt haben wird Ihnen sicher besser geläufig sein als mir. Das Verstehen der sozial evolutionären Gesetzmäßigkeit—unsere Vorfahren hatten dafür den nicht ganz so treffenden Begriff „Gottes Fügung“—die dahinter steckt, könnte Ihnen helfen, auch den letzten letzten Rest an Selbstwertgefühl wiederzugewinnen. Hoffentlich schreiben sie dann aber trotzdem noch weiter so gute Artikel (War auch nur als Scherz gemeint. Beethoven z.B. soll bei jedem Anflug an Minderwertigkeitsgefühl, die beste Musik komponiert haben.).

  122. Interkultureller Dialog?

    Naja, die Hauptbetroffenen von solchen Praktiken sind Leute, die rechts in der CDU oder rechts von der CDU stehem. Stephan Braun war ja auch auf „Enthüllungen“ und Verschwörungskonstruktionen in diesem Sektor spezialisiert (Stichwort Weikersheim) und stieß von da aus auf den CDU-Mann Blume als das nächste Objekt.

    Nun stellt sich mir die Frage: Geht es Blume einfach darum, auch zu den linken „Guten“ gehören, die die rechten „Bösen“ ausschnüffeln? Oder geht es ihm tatsächlich darum, die Verschwörungskonstruktionen und Schnüffeleien generell abzubauen oder einzuhegen? Dafür bräuchte er aber einen echten „interkulturellen“ Dialog – nämlich einen zwischen Rechts und Links. (Das wäre mal wirklich eine Aufgabe für einen Religionswissenschaftler.)

  123. Wer ist hier eigentlich mein Feind?

    Danke für den Text.
    Bisher habe ich denen die sagten:
    „Ich habe nichts zu verbergen“ immer zugerufen:
    „Du weist ja nicht was wir suchen“.
    Plötzlich hat man die Schere im Kopf und überlegt, wann man was wo schreibt und postet, wie man am besten Verschlüsselt, welche Cloud keine NSA Schnittstelle hat usw. usf.. Und schon beschneide ich meine persönliche Freiheit. Es schleicht sich so ein. Es hat schon angefangen. Wer ist hier eigentlich mein Gegner? Datenschnüffler, wie es aussieht.
    Deshalb sage ich:
    „ICH HABE NICHTS ZU VERBERGEN!“
    Wo kommen wir denn da hin, wenn ich mir von lichtscheuen Subjekten sagen lasse was ich zu denken, zu posten und wo ich was zu speichern habe. Wo kommen wir denn da hin!
    Plötzlich stehen wir wieder da, wo wir 1989 mit der Schliessung der Stasi aufgehört haben. Plötzlich ist das alles wieder da. Nur viel hipper.

  124. Das Übel an der Wurzel packen!

    Wer etwas gegen Komplettüberwachung und US-Dikatur tun will, kann und darf natürlich keine postdemokratischen Parteien a la CDU, SPD, FDP wählen oder sich gar in diesem engagieren.

    Gerade diese Parteien sind ja verantwortlich für Komplettüberwachung und unkontrollierbare Geheimdienstapparate. Und das nicht im Sinne einer einzelnen Fehlentscheidung, sondern im Sinne eines jahrzehntelangen Machtmissbrauchs. Schlimmer als dieser Machtmissbrauch ist natürlich, dass postdemokratische Parteien wie die CDU nicht nur uneinsichtig, sondern auch lernunfähig sind.

    Die Komplettüberwachung der Bevölkerung durch Geheimdienste und Polizei, ist gerade bei der CDU kein Ausrutscher, sondern politisches (End-)Ziel.

    Darum darf es – analog zur NPD -keine Zusammenarbeit zwischen Demokraten und postdemokratischen Parteien a la CDU geben.

  125. Danke – Weiterverbreitung erfolgt

    Hallo Herr Blume, herzlichen Dank für einen der besten Texte, die ich zum Thema gelesen habe – obwohl ich kürzere Texte bevorzuge 😉

    Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

  126. Michael Blume @Stefan Wagner 10.07.2013, 06:10

    Sie scherzen, oder?

    -> Geil. Gott als Beobachter und … Richter.

    So ist es… und die Heuchellei geht deswegen um, weil das jüngste Gericht heute nicht unbedingt stattfinden muß. Sprach ich den organischen bedingten Atheismus schon an? Ja.

    Aber das (jüngste) Gericht Gottes ist keine Angelegenheit, die lange auf sich warten lassen muß. Frei nach dem Motto: kleine vergehen bestraft Gott sofort.

  127. Danke!

    Eine Wohltat, diesen Artikel zu lesen! Klar, reflektiert, und vor allem frei von Haß und Bitterkeit sowie von wohlfeilen Klischees! Ich glaube, diese Ruhe zu bewahren, sich nicht anfechten zu lassen, den Versuchungen des Schubladendenkens und des Zynismus zu widerstehen, das ist für viele Menschen (mich eingeschlossen) schon schwierig genug. Alle, die überhaupt an den gesellschaftlichen Entwicklungen teilnehmen, sind einem starken seelischen Druck ausgesetzt – von schwierigen Positionen wie der Ihren zu schweigen. Ich möchte Ihren drei Punkten einen (weniger explizit politischen) hinzufügen: sich seinen eigenen inneren Frieden zu bewahren, halte an sich für gesellschaftlich wertvoll, ja für überlebensnotwendig. Nochmals vielen Dank für Ihre Disziplin und Courage!

  128. @ Wilz Das Übel an der Wurzel packen! 10.07.2013, 09:58

    -> Das verstehe ich nicht.

    „postdemokratischen Parteien a la CDU, SPD, FDP“

    … das sind so ziemlich alle, die so existieren. zumindest als sogenannte Volksparteien.

    Unterstellst du also, dass sich diese Parteien in einen Zustand postdemokratischer Verhältnisse gewandelt haben?

    Dann ist entweder der Wähler schuld oder es ist eine (vom Wähler und Gewählten) unverhinderbare Entwicklung – quasi evolutionär deutbar. Ich halte demokratie eh für eine Organisierungsform, die je nach Perspektive darauf auch am untersten Ende aller Herrschafts- und Organisationformen stehen kann.

    Oder seien sie immer schon der Zeit vorraus gewesen?

    Oder liegt es daran, das Demokratie gar nicht/nie hinreichend funktioniert? Sie wissen doch: Das Ideal ist immer ein Hirngespinnst – zumindest, wenn man … demokratisch geboten… Kompromisse eingehen muß.

  129. @ Horst

    -> Vielen Dank für diesen wichtigen Hinweis.

    Mögen ihn die richtigen verstehen.

    Aber … vielleicht helfen sie uns noch, wie das mit Angst und Unterwefungswillen zusammengeht? Und wer unterwirft eigendlich?

    Hinweis: Wegen dauerhaft wirrer Kommentare samt der fortgesetzten Beleidigung anderer Diskussionsteilnehmenden wird @Horst nach mehrmaliger Verwarnung inzwischen auf meinem Blog konsequent gelöscht. Don’t feed the trolls. – M.B.

  130. Ich habe Ihren Erfahrungsbericht mit Interesse gelesen und kann Ihrem Fazit da voll und ganz zustimmen!
    Ich werde hier in meiner Stadt auch von den Behörden gegängelt und meiner Bürgerrechte beklaut. Es werden Stadtverweise und Platzverweise ausgesprochen auf Grund Vorkommnisse von vor 10 Jahren. Da ich zu einer lobbylosen und verachteten Gruppe von Menschen angehöre (BtM’ler) werde ich regelmäßig kontrolliert um anschließend aus der Stadt verwiesen zu werden. Diese Kontrollen finden nicht etwa auf der Szene oder am Bahnhof statt (wo ich mich seit 10 Jahren eh nicht mehr aufhalte), sondern jedes mal wenn ich einen Kaffee trinke in meinem Stamm-Kaffee wo ich zur Gruppe der vertrauenswürdigen Stammgäste zähle und niemals ärger mache oder je gemacht habe! Trotzdem werde ich per Gesetz aus der Stadt verwiesen mit der Begründung der „Kontaktaufnahme zu Drogensüchtigen“. Wir sitzen oftmals zu dritt untereinander um uns auszutauschen. Was andere in ihrer Vergangenheit taten muss ja eigentlich nicht mein Problem sein, aber genau da liegt die Krux, wenn mein Gegenüber auch eine solche Vergangenheit vorweisen kann und wenn dann zufällig die Streife vorbei kommt, endet es mit dem rausschmiss aus der Stadt, da ich ja noch Straftaten begehen KÖNNTE!!
    Ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll. So kann man sich nicht resozialisieren!
    Ich fand es interessant zu lesen, daß auch unbescholtene Bürger von diesem Apparat belästigt und gegängelt werden. Ich wünsche Ihnen und ihrer Familie alles Gute und viel Kraft ob allem was da noch kommen wird!

  131. Vi pravas

    Gratulon pro viaj pravaj vortoj. Nigrigo kaj timigo de honestaj homoj funkcias simile en iuj landoj, sed pli mildas en ri aj demokratioj kiel la okcident-emropaj.

    Sukceson al via inter-kultura kaj inter-religia laboro. Eble vi iam lernos Esperanton por komuniki rekte kun fremdaj homoj el fremdaj landoj.

    Dankon, Berto

  132. @ Substi_OL kein Betreff
    10.07.2013, 11:59

    –> Das ist bemerkenswert. Glaubst du, dass all die Polizisten vorher wissen, was du für einer bist (warst) und dich deswegen aufs Korn nehmen? … stelle dir vor, es ist so. Aber der Polizist kennt weder deinen Namen, noch deine Akte, die da irgendwo in den Regalen (oder Festplattenspuren eingebrannt ist) der Exekutive sich befindet.

    Da geht was unsichtbar ab – und zwar für alle beteiligten unsichtbar.

    Die Scientology nennt es im weitesten Sinne ein „Engram“. Informiere dich, was das in etwa sei. In der Schulmedizin (Psychologie, Neurologie) und akademischen Philosophie gibt es sowas nicht.

    Das funktioniert so:

    Ich habe mich einmal irgendwann immer intensiver und dringlicher darüber beschwehrt, dass ich im Laden nie einen Kassenzettel bekomme und immer nachfragen muß, wenn ich ihn bekommen will.

    Dann gab es einen sonderbaren Zwischenfall und einige Unregelmässigkeiten in meinem Leben. Als ich wieder zu mir kam (also mein Leben wieder relativ Ereignislos wurde) ergab sich die Tatsache, dass ich neuerdings nicht mehr nach dem Kassenbon fragen muß, sondern dass mir aber auch wirklich jede/r Abkassierer/in „mich“ fragt, ob ich den haben will – oder mir den gleich gibt.

    In etwa so läuft es ab, wenn dich ein Polizist wohl da sitzen sieht. Der denkt unweigerlich an die Notwendigkeit, dich zu kontrollieren – weil er gar nicht anders kann – wie der/die Kassierer/in an den Kassenbon an den Bon denkt – jeweils, wenn dich jemand sieht. Das ist Metaphysik vom Feinsten. Aber unleugbar existent.

    Du hast es scheinbar nicht gemerkt – aber du bist damit „resozialisiert“. Das soziale Umfeld aber will eben nicht, dass du Drogen nimmst und trägt es dir nach – quasi aus Altruismus. Bedeutet, dass du irgendwann dich selbst gegen deine eigene Lebensweise ausgesprochen hast – und zwar mit viel Emotion und mit jeder Faser deines Körpers…andere täten es für ein erfolgreiches „Beten“ halten, was dazu führte.

    Versuche dich daran zu erinnern, ob du einmal so ablehnend darüber gedacht hast -quasi dichselbst für dein Leben(sstil) gehasst hast.

  133. Danke!

    Danke! Da wir gerade in ein neues Zeitalter des weltweiten Feudalismus treten, angetrieben von ungehemmter Gier einiger und ermöglicht durch Naivität und Dummheit vieler, werden Texte wie dieser wohl immer seltener werden. Ich teile den durchscheinenden Optimismus nicht, da ich denke, die Neigung der Geschichte ist auf der Seite der Ungleichheit. Auf ein disruptives Ereignis wie Krieg zu warten, wäre derweil zynisch und würde angesichts umfassender medialer Kontrolle heute noch weniger ändern denn je. So bleibt uns nichts weiter, als staunend auf den Untergang der mühsam erkämpften Gleichheit westlicher Kultur zu blicken, die sicherlich auf eine oberflächliche Weise noch lange bestehen wird, weil eine marktkonforme Pseudodemokratie diesen Anschein von Freiheit und Selbstbestimmung ebenso benötigt wie der Kommunismus die Unfreiheit und Gleichschaltung des Einzelnen.

  134. @Ilka und @nachdemokratie

    Liebe Ilka, danke für die Verlinkung und den hervorragend durchdachten Blogpost! Habe ihn mit sehr viel Zustimmung gelesen.

    @nachdemokratie
    Ich glaube nicht, dass die politische Schlacht schon gelaufen ist – sie wird sich über Jahrzehnte hinziehen. Und zwar haben die Apparate tatsächlich ungeahnte, neue Möglichkeiten – aber auch der Widerstand dagegen hat diese. So hat dieser Text hier in wenigen Tagen Zehntausende erreicht – das wäre früher unmöglich gewesen!

  135. @R. Möller

    Von mir dazu eine klare Antwort: Staatsorgane sollten sich IMMER an Recht und Gesetz halten – ganz egal, gegen wen. Sogar ein NPD-Parteiverbot sehe ich skeptisch, zumal sich die braunen Nasen doch immer wieder selbst zerlegen.

    Die „Junge Freiheit“ hatte dagegen kein Problem, dem V-Schutz Arien zu singen, solange es gegen Demokraten und Muslime ging, O-Text ist oben verlinkt (und sicherheitsgespeichert). So überraschend ist das aus heutiger Sicht aber auch nicht mehr, wissen wir doch, wie viele Braune von V-„Schützern“ bezahlt werden…

  136. @ Blume

    -> Doch, die Schlacht war schon verloren, als sie noch nicht mal begonnen hatte.

    Das Problem ist dieses, dass es keine gerechte/echte Demokratie geben kann, bevor nicht jeder Mensch letztlich (mental&emotional) Inpotent ist. Die vollendete Demokratisierung der gesamten Menschheit ist aber wahrscheinlich ihr Ende.

    Den Menschen unkonditioniert in Demokratie zu entlassen, würde nie funktionieren. Mit Konditionierung ist aber nicht einfach nur irgend Erziehung gemeint.

    Demokratie ist Glaubenskonstrukt. Darin liegt ihre große Kraft. Oder sie ist in ihrer Vollendung per Gewalt/Konditionierung Menschenrechtsverletzend und sowieso völlig ohne Zukunft ohne dass sich der Mensch dabei nicht erhalten kann.

  137. „Dann stellte er sich hinter mich, ebenso wie meine direkten Vorgesetzten, Freundinnen und Freunde aus verschiedenen demokratischen Parteien, aus Kirchen, islamischen und jüdischen Gemeinden, aus der Universität Tübingen und der Bürgerschaft. Das war politisch, aber auch emotional und sozial wichtig „

    Nun, sie waren ja auch ein Gesellschaftlich und Politisch bereits aktiver Mensch und besaßen einen dementsprechenden Bekanntenkreis. Wie viel schlimmer aber für den Angeklagten und vor allem leichter für die Ankläger zu handlen ist eine derartige Schweinerei bei eher introvertierten Menschen ohne größeren Bekanntenkreis? Noch dazu sollten sie aus Ansehen-, Finanz- und Bildungs-schwachen Schichten stammen und noch dazu emotional angreifbarer sein…

  138. K. West

    Vielen Dank für den sehr ausführlichen und lebhaften Auszug aus Ihrem Leben. Ihr Beispiel zeigt mir, warum es wichtig und richtig ist sich für Meinungsfreiheit und Datenschutz und -sicherheit einzusetzen.

    Über einen Kommentarbeitrag zu einer Meinung von Carsten Luther ( Artikel „Auch Sicherheit ist ein Menschenrecht “ in Zeit.de: http://www.zeit.de/…snowden-freiheit-datenschutz)habe ich Ihren Werdegang und den Umgang mit (illegal) recherchierten Daten zu Ihrem Leben zu tun.

    Ich teile die Meinung von Carsten Luther kaum, toleriere jedoch Andersdenkende, da eine Meinungsvielfalt und ein Dialog sehr wichtig ist – das macht eine Demokratie aus. Jedoch möchte ich anmerken, dass ich verstanden habe, dass es Unterscheidungen in der Sensibilisierung von Daten gibt: Google gut, Facebook (OK), Geheimdienst böse? Nein. Es ist an der Zeit grundsätzlich den Umgang mit Daten zu hinterfragen, sowie deren Gewinnung, automatische Auswertung (Rasterfahndung), Speicherung und deren Sicherung.

    Wer hat „die Macht“ über welche Daten?

    Ihr Beispiel mit den plötzlich recherchierten Quellen über Ihren Lebenslauf – auch privat – und die Verbindungen ( ob aus Mails, Chats, Netzwerken, Bewegungsprofilen etc. gewonnen ) zeigt, dass eine Totalüberwachung politische (und andere) Entscheidungsträger beeinflussen und sogar unmittelbar direkt oder indirekt erpressen kann.

    Das ist eine große Gefahr!

    Deshalb muss der Artikel GG 10 korrigiert werden – damit die Verfassung sich nicht selbst aushebelt. Deshalb muss der Überwachungswahn – parallelisiert vom 11. September 2001 und tief verwurzelt in der amerikanischen Politik, in Europa – entsprechend der EU-Verfassung – überdacht werden.

    Freiheit vs. Sicherheit oder
    Freiheit und Sicherheit und
    wenn ja, wie viel von was?

    Freiheit benötigt Sicherheit, jedoch ist mit 99%igem Sicherheitsbestreben (Totalüberwachung) keine Freiheit mehr möglich. Sicherheit benötigt eben auch die Freiheit, sicher zu sein vor denen, die unsere Daten „besitzen“, analysieren und META-Daten daraus speichern.

    Aus diesem Grund muss Datenschutz- und Datensicherheit, ebenfalls ein Grundrecht der Menschen- und Bürgerrechte, erheblich verbessert werden. Ebenso wie der Umgang mit Daten und die Aufklärung und Bildung.

    Auch ist eine Beschneidung der Pressefreiheit – ob von politischer oder von über vermutlich Geheimdienst basierter Information – der nicht hinnehmbar.

    Datenschutz ist nicht mehr realistisch?

    http://www.handelsblatt.com/…stisch/8350628.html

  139. Wirkliche neu ist das nicht

    Nicht dass es deswegen nicht wichtig wäre. Ich wünschte mir, jeder mit ähnlichen Erlebnissen würde darüber berichten. Wir älteren Semester wissen aber spätestens seit Benno Ohnesorg, dass sowohl völlige Friedfertigkeit wie auch gutbürgerliche Sozialisierung im Zweifelsfall keinen effektiven Schutz bieten.

  140. verschwörung oder verschwörungstheorie

    was ist, wenn joseph ackermann behauptet, das er nicht so enden wolle wie alfred herrhausen, als er gefragt wurde, ob er nicht für einen schuldenerlass sich einsetzen würde?
    was ist, wenn horst seehofer behauptet: „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.
    was ist, wenn jeder physiker, der sieht, dass die türme vom WTC mit fallgeschwindigkeit senkrecht im boden verschwinden, nicht einsehen kann, dass die von flugzeugen dazu gebracht wurden, sondern nur darin eine fraktionierte sprengung erkennen, damit die terroristenjagd auf mosleme und diejenigen die diese unterstützen verstärken kann, was ja der autor dieses artikels selbst erfahren hat?
    was ist, wenn ein bundespräsident folgendes in lindau am bodensee sagt Erst haben Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten Banken gerettet, dann rettet eine Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Wer rettet aber am Ende die Retter?“, fragt Wulff. und …Die Politik ließe sich „am Nasenring“ von Banken, Ratingagenturen und Medien „durch die Manage führen“, rügt Wulff. FAZ vom 27.08.2011 wollte er möglicherweise die ESM-verträge nicht unterschreiben? ich suche leute, die klar antworten und dazu muss ich bereit sein, die bedingungslosigkeit des herrschenden monopolys zu erkennen unter der großen lüge GLAUBE AN DEINE SCHULD! das ist die materielle weltreligion die alles immer mehr beherrscht. da gibt es bürgermeister, die verkaufen ihre schulden, da gibt es bürgermeister die können die leasingraten nicht mehr zahlen, und warum nicht? geld was ohne ende von privater hand gedruckt wird muss mit zins und zinseszins zurückgezahlt werden, mit dem ergebnis, es werden immer weniger immer mehr besitzen und immer mehr immer weniger. und was ist das ziel? wir sehen es schon, alle 5 sekunden verhungert ein kind. was tun wir? was tun politiker? dürfen sich politiker für ein bedingungsloses grundeinkommn einsetzen? nein, sie müssen für vollbeschäftigung plädieren, damit die erde noch schneller an ein „burn out“ geführt wird! was werden die menschen, die das spiel mit hilfe willfähriger medien und ratingagenturen durchsetzen tun. wenn die staaten zahlungsunfähig sind? werden sie die menschen am leben erhalten, oder aufeinander hetzen? ich glaube nicht, dass wir lösungen von obn bekommen, sondern von unten weil wir im dialog erkannt haben, nur im wir über alle grenzen hinaus gibt es lösungen.

  141. Eine herbe Geschichte…

    …dann haben Sie ja diese Welt auch mit ihren Abgründen erlebt. Das beste: Sie haben wohl das beste daraus gemacht.
    Unsere jeweiligen politischen Ausrichtungen scheinen mir nicht kompatibel – das ist aber in dieser Frage nicht wichtig. Ich ordne mich eher reichlich „links“ ein und habe zugleich nicht vor, demokratische Strukturen abbauen zu wollen. Ohne die geht es eben nicht.
    Ihnen alles Gute ! Und sehr gern meinen Respekt.

  142. @K. West

    Ich glaube nicht, dass Meinungsvielfalt wichtig ist. Es ist wichtig, dass Dialog stattfindet und dass es keine Zensur gibt (Rede- und Rezipientenfreiheit), Uodass die Oeffentlichkeit sehen kann, was Realitaet ist – also, auch Realitaet in dem Sinne, welche Meinung andere Leute haben – um eine Basis fuer realitaetsbasierte Diskussionen und Entscheidungen zu haben. Meinungsvielfalt an sich hat keinen grossen Wert. D.h., wenn jemand eine abwegige Meinung hat (also z.B. eine Meinung, die gesicherter Erkenntnis widerspricht, so wie Geozentrismus, Kreationismus, Sozialdarwinismus als wissenschaftliche Notwendigkeit, um ein paar plakative Extrembeispiele zu nennen), ist es wichtig, dass deren Aeusserung nicht unterbunden wird, da es gut ist zu wissen, wenn diese Meinungen existieren. Dennoch waeren wir wahrscheinlich besser dran, wenn es diese Meinungen nicht gaebe.

    Was Carsten Luthers Meinung angeht, wuerde ich Uagen, dass die schon viel frueher scheitert als bei der unzutreffenden Verallgemeinerung, es wuerde ja keiner Facebook und Google hinterfragen und auch danach handeln (sicher viel zu wenige, aber wenn das seine Kritik war, hat er sie sehr unguenstig verpackt). Er scheitert daran, dass er vorschlaegt, wir sollten der Demokratie vertrauen, dass sie geheime zentrale Machstrukturen kontrollieren kann – und es scheint ihm dabei komplett entgangen zu sein, dass Demokratie die Antithese geheimer, zentraler Machtstrukturen ist, dass Demokratie etabliert wurde, weil die Erahrungen mit geheimen, zentralen Machtstrukturen eher schlecht waren, und dass die Definition von Demokratie die Kontrolle durch eine breite Oeffentlichkeit ist. Eine Demokratie wird ja nicht dadurch zur Demokratie, dass es eine breite Bevoelkerung gibt, sondern dadurch, dass diese auch Einfluss hat, und Einfluss geht sinnvoll nur mit Einblick (Mal versucht, einen stabilen Regelkreis ohne Sensoren zu bauen? Einen Kuehlschrank, der eine konstante Temperatur haelt, aber die aktuelle Temperatur dazu nicht messen darf?). Fuer Strukturen, in denen die Macht bei einer Elite liegt, die der Oeffentlichkeit formal keine Rechenschaft schuldig ist, aber halt aus pragmatischen Gruenden hier und da die Meinung der Oeffentlichkeit heranzieht, gibt es bereits einen Namen, und der ist nicht Demokratie, sondern Monarchie.

  143. äh, das mit Horst finde ich … schade. Einzig, dass er inzwischen nur noch das gleiche geschrieben hat, ist mir aufgefallen.

    Beleidigungen habe ich nicht gesehen.

    Was machen sie, wenn der einfach nur einen anderen Namen verwendet? Hoffen dass es auffällt?

  144. @B

    Das sehe ich – leider – ganz genau so! Bei meiner o.g. Aussage zum Individualismus geht es nicht primär um eine moralische Wertung, sondern auch um eine reale Gefahr: Umso stärker wir “vereinzeln“, uns aus familiären, sozialen, gesellschaftlichen, kirchlichen etc. Kontexten lösen, umso angreifbarer werden wir. Meine Titel und Preise hatten im Kontext der damaligen Angriffe wenig Wirkung. Aber emotional und beruflich entscheidend war das Vertrauen lieber und teilweise auch einflußreicher Mit-Menschen. Alleine wäre ich verloren gewesen.

  145. @chris

    Es gibt ein paar Trolle, die hier immer wieder – auch unter verschiedenen Namen – auftauchen. Leider zahlt sich dabei Toleranz nach meiner Erfahrung kaum aus: Sie puschen sich, auch gegenseitig, immer weiter hoch und vertreiben seriöse Diskutanten. Seit ich bei Beleidigungen und Trollereien konsequent lösche, läuft der Blog viel besser. Und, nein, ich habe weder Zeit noch Lust, darüber zu debattieren. Bitte beim jeweiligen Blogthema bleiben.

  146. freie meinung dialog realität und wirks

    @foobar
    henry kissinger hat folgendes gesagt: http://3.bp.blogspot.com/…/truth_-_kissinger.jpg das drückt eine realität aus, die nur auf einer vereinbarung beruht, die manipuliert werden kann und manipuliert wird. hans peter dürr spricht von der wirklichlichkeit, die durch wirks sichtbar wird, und damit eine realität, die aus einer manipulierten öffentlichen meinung kommt überschreitet, und damit inhalte an dem was ist ausrichtet. wenn wir kissinger folgen, ist die überwachung richtig, snowden ein straftäter, weil im moment hftig daran gearbeitet wird, die gehimdienste rein zu waschen. damit verhärten sich die fronten, zwischen denen, die aus bequemlichkeit den mainstreammedien folgen, und denen, die sich bedroht fühlen, und die bedroht werden, von wem auch immer. snowden ist nur die spitze des eisberges, wer alles kontrollieren will, tut dies aus angst, und mit hilfe dieser angst, werden kriege nicht verhindert sondern erzeugt, denn eins wird immer vergessen, was ist das ziel des herrschenden monopolyspiels? wo täglich zusätzliche billionen aus luft geschaffen werden, um sie gegen zinseszins zu verleihen. wer verliert, wer gewinnt? glaubt hier nur einer er kann gewinnen? doch so fantasten sind wir, die chance beim lotto ist 1: zig millionen und millionen spielen es und verlieren letztendlich alles. das sind wirkungen, die jedoch verdrängt werden, weil wir an grenzenlose geldvermehrung glauben und nicht sehen, das land und die ressourcen werden dramatisch weniger, die staaten bluten mit immer größerer geschwindigkeit aus, und wer schafft dafür die bedingungen?
    wann beginnt jedoch dialog, das hat martin Buber deutlich definiert Vor allen Dingen, lieber Gegner, wenn wir uns miteinander und nicht aneinander vorbei unterhalten sollen, bitte ich Sie zu beachten, dass ich nicht fordere. Dazu habe ich keine Berufung und nicht einmal eine Befugnis. Ich versuche nur zu sagen, dass es etwas gibt, und anzudeuten, wie das beschaffen ist; ich berichte. Und wie vermöchte man überhaupt das Dialogische fordern! Zwiesprache gibt man keinem auf. Antworten wird nicht gewollt, aber es wird gekonnt.
    Es wird wirklich gekonnt. Das Dialogische ist kein Vorrecht der Geistigkeit wie das Dialektische. Es fängt nicht im oberen Stockwerke der Menschheit an, es fängt nicht höher an, als es anfängt. Begabte und Unbegabte gibt es hier nicht, nur „ Sich Hergebende“ und „Sich Vorenthaltende“. Und wer sich morgen hergibt, dem ist es heute nicht anzumerken, auch er selber weiß noch nicht, das er es in sich hat, dass wir es in uns haben, er wird’s eben finden, „und wenn er findet, wird er staunen“. . Martin Buber: Zwiegespräche, Traktat vom dialogischen Leben in „Gespräch mit dem Gegner“ Heidelberg 1978, S.69
    und das lässt sich mit unserer gesprächskultur, die auf konkurrenz ausgerichtet ist, so noch gar nicht erzielen, dafür bräuchte es soziokratische verfahren, damit der schwächste, den argumentativ stärksten abblocken kann, wenn er einsichtige argumente hat, denn ohne konsenz gibt es keinen dialog.

  147. trolle

    @Michael Blume
    wenn wir schlagworte, verschwörungstheorie, nazis, judenfeinde salafisten, mosleme benutzen, müssen wir sehen, dass wir einseitig bleiben, die grundlage ist einbeziehen und nicht ausschließen, so geht es um fragen, ich verweise hier noch einmal auf martin buber, der deutlich macht, was dialog ist. wenn ich ausgrenze verlasse ich diese ebene und zerstöre damit meinen ansatz von verständigung, so argumentiere ich nicht in silos sondern versuche, dass was ich sehe zu verbinden, und das definiert peter kruse für die bestehenden ungleichgewichte als bedrohung http://www.youtube.com/watch?v=KtU9-tU0z0M und dann stellt sich die frage, bleiben wir in den kästchen, oder können wir sie tansformieren, weil wir gesamtzusammenhänge sehen wollen?

  148. aT ThorstenV Wirkliche neu ist das nicht

    > Ich wünschte mir, jeder mit ähnlichen Erlebnissen würde darüber berichten. <

    Mir ist damals scheinbar ähnliches passiert. Nur in anderer Umgebung. Ich wurde damals mit irgendwas vergiftet, dass mir meine Empfindsamkeit, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit erheblich steigerte. Doch diese Kenntnis kam erst viel später. Als ich also mit den für mich unnormalen Symptomen dadurch beim Arzt vorsprach, nahm man nicht wirklich ernst, sondern machte einige Standarttests und bot mir an, mich in der Psychiatrie freiwillig Behandeln zu lassen. Dort geschahen dann noch mal einige sonderbare Vorfälle, deren Aufklärung mir verweigert wurde. Alle Fragen bezüglich wurden verharmlosend auf Nebensächlichkeiten geschoben. Auch, dass ich etwa 2 Wochen lang einen extrem hohen Blutdruck hatte, war kein Grund irgendwas besonderes zu vermuten. Nebenher schien ich mir so ziemlich alle psychischen Störungen aussuchen, die mir irgend einfielen. Was immer ich mir dazu notierte, landete später auf der Diagnoseliste.

    Psychiatriealltag ist öde und Ereignislos – aber zuweilen lagen sonderbare Zeitungen herum (bekannte Tageszeitungen, aber mit sonderbaren Inhalt). Da gab es einen Artikel, der in etwa so verlautete:

    Alle Menschen werden sterben, die …

    und dann stand darunter eine Liste mit bekannten Konventionen und anderen Normalitäten. Etwa, nicht nett sein, nicht arbeiten gehen, sonstige uns allen alltägliche Konventionen.

  149. Fortsetzung:

    Auch tauchten sonderbare „Patienten“ auf, die nach nur einem Tag wieder raus waren. Einer erklärte mir, ich sollte besser

    Lügen (nicht die Wahrheit sagen).

    Für mich sah das auch, als ob irgendwas Suggeriert werden sollte – in meinem Zustand der totalen Wahrnehmungsfähigkeit und

    Aufmerksamkeit würde das Sinn machen. Ich war damals sehr Aufmerksam und konnte meine Umgebung extrem gut überblicken und

    Kontrollieren. Auch meine Reaktionsfähigkeit war sehr schnell.

    Eine andere Zeitung hatte einen Artikel über Panikattacken und Angstzustände. Der kam mir so sonderbar vor, dass ich mir die

    Zeitung an einem anderen Kiosk später kaufte. Ich stellte fest, dass der Artikel nicht in dieser Ausgabe enthalten war,

    sondern nur auf der Ausgabe auf der Station und am Krankenhauskiosk. Es wurde also eine besondere Ausgabe nur für die

    Psychiatrie gedruckt. Ich legte sie mir beiseite, aber mir wurde sie entwendet.

    Diese ganzen Vorfälle aber schienen für das Personal nicht existent. Auch meine Symptomatik gab denen keinen Anlass, der

    Ursache des plötzlichen Auftretens nach zu gehen. Das hat sich bis heute nicht geändert.

    Seit dem sind aber die Sonderbarkeiten nicht weggeblieben und ich bin nun unweigerlich der Meinung, dass da einiges nicht

    stimmen kann, was einem so passieren kann. Vor allem, dass sich die Ärzte überhaupt nicht besonders darum kümmern, als

    höchstens haufenweise Medikamente zu verordnen.

    Das ist abgründig …

  150. @ Blume

    Zitat:
    „Sie puschen sich, auch gegenseitig, immer weiter hoch und vertreiben seriöse Diskutanten“

    -> Ist ein wenig Auffällig. Ich fragte Horst gerade noch und dann sowas.

    Habe ich sozusagen als „Troll“ den anderen Troll auch noch (hoch)gepuscht?

    Das mit dem Verttreiben kann ich zwar verstehen. Aber „seriös“ ist so ein schwammiger begriff und mit verlaub: Lobhudelleien gehören nicht vorrangig dazu. Was eben nur Bedürfnisse sind, hat mit seriösität nichts zu tun.

    Und außer, dass sich der Horst zuweilen einseitig geäußert hat, sei seine Seriösität auf gleicher Ebene zu stellen, wie einige andere oberflächlich unauffälligen hier.
    Aber sie habes ja schon gesagt: nicht darüber diskutieren zu wollen.

    Ist wahrscheinlich auch halb so schlim.

    Das absurde aber sei, dass ich so manches mal psychisch grenzwertige Leute reden hören habe, was bei genauer Betrachtung eine ganz subtile Aussage war. Solche Leute haben zuweilen nicht die Bandbreite und Fähigkeit, es zu erklären, aber trotzdem sind manche Aussagen von einer besonderen Relevanz und sehr speziel. Da steckt möglicherweie auch mal unichtbare Seriösität drinnen.

  151. @Michael Blume: Danke, aber

    Danke für den Bericht, denn solche Probleme sollten in der Tat viel öfter öffentlich gemacht werden – und ich freue mich, dass man Sie nicht unterbuttern konnte und Ihnen das Anlass zu erhöhter Öffentlichkeitsarbeit war. Mir geht es derzeit mit einigen Entwicklungen auf SciLogs ähnlich.

    Allerdings ist mir dieses Ausspionieren und Manipulieren nicht neu und mich wundert, warum noch keiner der Kommentatoren auf das entsprechende Buch eines Ko-Bloggers verwiesen hat: Gunter Dueck, Wild Duck: Empirische Philosophie der Mensch-Computer-Vernetzung ist gut 10 Jahre alt und stellt schon damals mehr dar, als heute bekannt geworden ist.

    Auch unabhängig davon bin ich nahezu sicher, dass das bisher bekannt Gewordene nur eine kleine Spitze des Eisberges darstellt – denn technisch ist weit mehr möglich, und wird gewiss auch von den entsprechenden Organisationen genutzt, nicht nur im Ausland, sondern ganz sicher auch in Deutschland…

    Die Lösung liegt aber aus meiner Sicht nicht allein in den oben genannten 3 Punkten, sondern wird in zwei Kommentaren angesprochen – einer von Ihnen (10.07.2013, 08:13), einer von chris (09.07.2013, 20:26): Datenschutz ist überholt – die Zukunft liegt in der Übernahme der ‚göttlichen‘ Einstellung.

    Also darin, dass wir Menschen nicht mehr (aus einzelnen Informationen) verurteilen. Dass wir uns vielmehr stets auf dem Weg machen zum Verständnis der anderen Ansichten – also immer danach fragen, wie der für uns scheinbar abwegig Handelnde oder Formulierende zu seinen Ansichten kam und inwieweit dieser Weg und diese Ansichten unsere Perspektive erweitern können. Das ist schwer, aber nur so können wir uns als Menschen entwickeln und nur so wird irgendwann die ganze Spionage sinnlos. Jeder Datenschutz hingegen, so wünschenswert er bei der derzeitigen Einstellung auch ist, generiert nur weitere Begehrlichkeiten, ist niemals durchzusetzen und fördert damit letztlich jene, die genug Geld haben, um an diese ‚geschützten‘ Daten zu kommen – denn wirklich geschützt ist heute faktisch nicht mal mehr der Gedanke in einem Kopf…

  152. @Noit Atiga

    Ein wesentliches Motiv für das Schreiben dieses Blogposts war ja die Hoffnung, einige Menschen zur Reflexion einzuladen.

    Allerdings glaube ich schon aus evolutionären Gründen nicht an eine grundlegende “Verbesserung“ des Menschen. So sehr ich z.B. die Bestürzung über das Aufheben unseres Datenschutzes teile, so sehr erinnere ich mich doch auch an viele unschöne Debatten um Religionsfreiheit, die bislang nur den wenigsten Digital Natives etwas bedeutet.

    Wir haben eben keine “Gottesperspektive“, sondern immer eine menschlich-biografische. Ob Bürgerin oder Verfassungsschützer: Institutionen sollten m.E. auch die Fehlbarkeit und Schwäche des Menschen einbeziehen.

  153. wahrnehmung

    @Andreas
    hast du schon mal beobachtet, dass wir auf verschiedenen kanälen etwas unterschiedliches wahrnehmen? wenn dir das angst macht, nennt man das para neua. ansonsten ist das für den, der sich damit beschäftigt eine erweiterung, doch du kannst nicht erwarten, dass das der normale mediziner verstehen kann. unsere sogenannte realität ist eine von vielen wahrnehmungsebenen. so traf ich auf der geschlossenen psychiatrie jemand, der mir seine visitenkarte zeigte und mir zuflüsterte, er wäre moses, ja gut meinte ich, und ich bin jesus, oh meinte er, halten sie dich hier nicht fest? und ich sagte ihm, weißt du das sag ich dir, doch nicht dem pfleger. 14 tage später wurde er entlassen, und ich meinte, weißt du, du bist auch jesus, denn er ist über das alte buch moses hinausgewachsen…
    wir wollen verstanden werden, doch dafür dürfen wir erst mals resonanz herstellen, und das geht ohne worte http://sphotos-b.xx.fbcdn.net/…4_394621183_n.jpg

  154. @Michael Blume

    Interessanterweise scheint mir dafür gar keine Verbesserung des Menschen nötig, sondern nur eine der Systeme und dabei insbesondere der Erziehung. Denn evolutionär scheint mir der Mensch mit anderen Meinungen recht gut klarkommen zu können – wir sind so flexibel, dass wir uns während der Kindheit nahezu an jede Vielfalt anpassen können (das sieht man bei Kindern in wirklich großen und multikulturellen Familien, die sich allen Bezugspersonen gegenüber ‚richtig‘ verhalten lernen).

    Daher liegt mir das Problem eben in der einseitigen Fixierung in der Kindheit – was mir auch die von Ihnen beklagten unschönen Debatten um Religionsfreiheit erklärt. Egal welcher Religion oder Nichtreligion die Eltern heute angehören, die Kinder werden überwiegend in der Perspektive nur einer richtigen Meinung aufgezogen (auch in der Schule). Aber wie sollen sie dann lernen, dass mehrere Ansichten richtig sind?

    Dass wir Menschen fehlbar und schwach sind, will ich damit nicht bezweifeln. Aber wir können diese Fehlbarkeit und diese Schwäche allen Anderen recht schnell vergeben, wir können auf entsprechende Entschuldigung verzeihen, wenn wir nicht zu dogmatischer Einseitigkeit verformt worden.

  155. verbesserung

    @Michael Blume
    nun da liegst du völlig richtig, so lange wir versuchen uns zu verbessern, kann es sein, dass wir uns verschlechtern, oder unter anspannung leiden, jedoch ist unsere gesellschaft, mit höher, weiter, besser, schneller so geprägt und man schafft gewinner und verlierer und dadurch konkurrenz prof. dr. gerald hüther hat sich als gehirnforscher ausgiebig mit dem thema beschäftigt. das gehirn lernt intrensisch mit hilfe von begeisterung, wenn das für mich bedeutsam ist, bedeutsam kann auch belohnung und bestrafung sein, doch dann lasse ich mich durch andere steuern http://www.youtube.com/watch?v=MrYcRzN91eE

  156. @ Noit

    Datenschutz abschaffen meinte ich wohl – in gewissen kühnen Phantasien.

    Aber was von göttlicher Einstellung habe ich nicht gesagt. Ich habe auch keine Vorstellung, was das sein sollte.

    Blumes atomare Interaktion hat damit nichts zu tun: Atome sind keine Daten. Es sei denn, es gäbe direkte wechselseitige Einflüsse zwischen Atome und Informationen im Gehirn. Das erfordere aber wohl ein Quantengehirn…

    Den ganzen Kommentar von ihm habe ich nicht verstanden oder als Vision abgelegt.

    „Gott vs. Big Brother“ fand ich aber trotzdem bemerkenswert. Meine Formel dazu war: Gott = Big Brother…angenommen, der innere Monolog im Geiste sei ein Dialog mit Gott. Dann nämlich ist er Big Brother…, weil er alles mitkriegt.

    Das jüngste Gericht hat so seine Tücken in der Moderne. Ich sprach schon den organischen Atheismus an – der sich dann darstellt, wenn eine Gehirnseite/Netzwerkstruktur nicht mehr entsprechend funktioniert. Dann geschehen Dinge, die Gott nicht mitbekommt – also auch kein jüngstes Gericht. Oder … der Atheist ist Gott und braucht natürlich nicht an Gott glauben und ihn anbeten. Dann wären aber die Gläubigen neurologich geschwächt. …

    Aber das Quantengehirn existiert ja nícht, sagt die Wissenschaft. Stattdessen gibt es ein Gehirn, dass mit Neuronen Netzwerke darstellt, die mit einem elektrischen Potenzialunterschied von 40 mV arbeiten und uns damit ein Bewusstsein beschehren…und mehr sei nicht.

    @ Blume

    „Bestürzung über das Aufheben des Datenschutzes“ verstehe ich nicht. Hier war noch niemand bestürzt darüber.

    Datenschutz meint auch nicht Post-/Briefgeheimnis.

  157. axel.tigges wahrnehmung
    10.07.2013, 23:06

    Ich habe mich zwar nicht für Jesus gehalten oder Moses… die im weitesten möglichen Interpretationen hätten das aber wohl zugelassen. Ich habe 2 Jahre so gelebt und sonderbare Beobachtungen an mir und in der Umgebung gemacht. Dann geschah aber etwas, was ich wiederum nicht so recht deuten konnte – im Grunde fingen dann erst alle Probleme an.

    Ich würde nicht von Wahrnehmungsebenen, sondern Niveaus sprechen.

    Ich habe mehrere Leute gesehen, die solcherart Symptome hatten. Aber jeder hatte so seine Eigenarten damit umzugehen. Einige hatten jedoch totale Panikattacken und funktionierten fast gar nicht mehr. Sowas ist übel.

  158. @chris: Interaktion = Information

    Sicher meinte jeder Kommentar leicht etwas anderes, aber mir gehen halt beide zusammen: Atome tauschen ständig Informationen aus, ja jede Beziehung zwischen Elementen beruht auf dem Austausch von Informationen, wie auch unser Gehirn nur ‚denkt‘, wenn seine Teile Informationen austauschen – nur so ist Kooperation/Koordination möglich. Liest man Gott als diese notwendige Kooperation der gesamten Welt, dann ist er in der Tat die notwendige tragende Präsenz – für Ungläubige kann sind es dann die naturwissenschaftlichen Wechselwirkungsgesetze. Datenschutz hingegen will den anderen Weg gehen und Informationen abschotten, also den für Kooperation und damit Existenz notwendigen Austausch verhindern.

    Heute ist das in gewissem Maße notwendig, denn wir haben uns gerade im Westen zu einem wirtschaftlichen Egoismus entwickelt, in dem jede Information nur gegen den Geber der Information benutzt wird – also allein für die Ziele des Informations-‚Inhabers‘ genutzt wird. @axel.tigges hat das gerade unter Bezug auf Hüther angesprochen, aber da könnte man fast beliebig viele weitere Hirnforscher, Psychologen, Soziologen etc. zitieren: Unser System schafft künstlich Konkurrenz an die wir uns anpassen, denn sonst würden viele nicht für Hungerlöhne arbeiten. Würden sie nämlich kooperieren, dann könnte nicht eine kleine Minderheit die Mehrheit steuern – wo das überall geschieht, ist ein Faß ohne Boden. Es wurde weiter oben auch schon angesprochen, dass viele Organisationen nur über die Angst oder Furcht existieren.

  159. niveau

    Ich würde nicht von Wahrnehmungsebenen, sondern Niveaus sprechen.
    @Andreas
    danke, ich habe es als verschiedene art radiosender gesehen, also niveaus ist auch eine gute sichtweise, wenn du den film A BEAUTIFUL MIND mit john nash kennst, weißt du wodurch paraneua einsetzt und wenn michael blume nicht diesen rückhalt durch familie und kirche gehabt hätte, wäre er durch die erzeugte bedrohung leicht in eine paraneua gekommen http://www.youtube.com/watch?v=E7gl9b3BfG4 so haben wir uns ja ein system von anerkennung geschaffen, in dem wir in silos uns an unsere begrenzen vorstellungen festhalten, john nash hatte jedoch ein niveau erreicht, was das normale überschritt, so konnte er wie anfangs einstein auch keine anerkennung erhalten, weil er wie ein autist mit großer präzision mathematische formeln für wirtschaftliche zusammenhänge entwickelte, eine außergewöhnliche leistung, die neid schafft, denn jeder wäre ein genie, so hüther, wenn er sich von seiner begeisterung nicht abbringen ließe, und hier kann dann artikulierte bedrohung eingeführt werden, die die paraneua begünstigt. ich habe den ehemaligen leiter einer großen psychiatrie bei karl renz kennen gelernt, der hat sich von seinem eigenen oberarzt krank schreiben lassen,und musste jedes jahr vor ein gremium, um seine krankheit zu dokumentieren, und er erzählte eine viertelstunde, was er bei karl renz erlebt hatte, und wurde sofort wieder als geistig krank in ruhe gelassen. unsere gesellschaft ist durch belohnung und bestrafung zu einer neidgesellschaft explodiert, exessives glücklich sein, wird sehr misstrauisch beobachtet, das hat der klinikdoktor patch adams schon erlebt und robin williams hat das im gleichnahmigen film z.t. dokumentarisch dargestellt.

  160. anpassung

    @Noït Atiga
    ich sehe auch in der fähigkeit immer wieder zu verzeihen einen mächtigen schlüssel. doch beginne ich bei mir, wenn ich entdecke, ich bin mit etwas unzufrieden so weiß ich, das ist krieg, also krieg ich es oder nicht, unser system SOLL HABEN erzeugt diesen mangel, also die meisten suchen den vorteil, um den nachteil zu verhindern, oder müssen aus ihrem mangel heraus das tun. wenn ich trotz meiner fehler also wenn ich meine es fehlt was, mit mir einverstanden bin, ist das dieses immerwährende verzeihen, also 77 mal biblisch gesprochen, und damit kann auch jede paraneua enden.magicbuttonde praktiziert das mit der methode EFT http://www.youtube.com/…;list=PL4BE8C056B9A2E733
    probieren geht über studieren

  161. Was genau

    ist der Grund, warum Sie Nachrichten löschen, die Sie als die Gülen-Bewegung und die Moslembruderschaft verteidigend kennzeichnen, Herr Blume?
    Warum stehen Sie nicht zum von Ihnen Gesagten?

    MFG
    Dr. W

  162. @Webbär

    Zunächst: Im Gegensatz zu Ihnen „stehe“ ich nicht nur zu dem von mir Gesagten – ich mache mich auch mit Namen und Gesicht klar erkenntlich. Sie dagegen verbreiten Ihren Schmutz unter dem Schutz (vermeintlicher) Anonymität – sich zu Recht darauf verlassend, dass ich Ihre IP-Adressen und sonstigen Daten nie weitergeben würde. Denn Sie missachten die Regeln des Miteinanders und des Anstands, die echte Bürgerliche hochhalten sollten.

    Zum Anstand gehört übrigens auch, „jede“ Menschengruppe differenziert zu sehen und sowohl kritische wie auch positive Aspekte anzuerkennen. Genau das können und wollen Sie nicht – und stellen mit Ihren braunen Mit-Hatern auch noch jenen nach, die dies tun. Ich bin heute wirklich stolz darauf, auch unter massivem Druck diese Haltung nicht aufgegeben zu haben. Meine Einschätzungen sind nicht unfehlbar – aber sie ändern sich durch Argumente und Beobachtungen, nicht durch Einschüchterungs- und Manipulationsversuche.

    Als der scienceblogger Christian Reinboth auf die Bedrohungen durch rechtsextreme Prangerseiten wie Nürnberg 2.0 hinwies, drängten Sie darauf, doch lieber über die „Islamisierung“ zu diskutieren:

    Aber der Blogartikel trägt ohnehin das Problem in sich, dass die Bedrohung durch die Islamisierung zu erörtern wäre, wenn über die Wertigkeit von “Nürnberg 2.03 zu entscheiden ist. Existierte gar keine Bedrohungslage, wäre “Nürnberg 2.03 irre, so ist es nur unsympathisch und schlecht gemacht.

    Die Datenlage ist klar (Skizze: Wenn D so weitermacht mit seiner antiselektiven Einwanderung wird der menschenfeindliche Islam das anrichten, was er überall anrichtet – sofern die Religionsträger nicht rechtzeitig säkularisieren).
    Das hier erörterte Webangebot bezieht sich auf diese ungünstige Entwicklung und versucht ungünstigerweise Straflisten zu führen und Prozesse vorzubereiten.

    Und besonders ekelhaft: Ohne dem Oslo-Attentat wäre das öffentliche Interesse an dieser Wiki nahe dem Nullpunkt.

    Ihre eigene Rolle als „Jäger“ ließ sie von der braunen Zukunft träumen:
    Dank Web werden noch in Tausenden von Jahren die Kinder Lieder vom tapferen Webbaeren (und dem bösen Hinterwäldler) singen, lol
    http://scienceblogs.de/…senschaftler-aufgepasst/

    @Webbär, Leute wie Sie und @Geoman (derzeit @Xman) nutzen das Netz, um Andersdenkende zu beleidigen, zu bedrohen und einzuschüchtern. Daher diskutieren Sie gar nicht inhaltlich, sondern verwickeln die Personen in üble Debatten, um dann deren Aussagen zu verdrehen und verzerren. Kurz: Sie trollen, und zwar ganz bewusst.

    Nun, Sie sind gescheitert – Angst habe ich und haben auch die anderen Scilogger und Scienceblogger vor Ihnen und Ihren braunen Mit-Hatern nicht, Ihre Methoden sind längst durchschaut.

    Allerdings hätte ich schon lange damit aufhören sollen, Ihrem rechtsextremen Stalking hier auf meinem Blog Raum zu geben. In Zukunft wird hier rigoros alles gelöscht, was von Ihnen oder Ihren braunen Freunden kommt. Ihr habt ja längst genug eigene Hass-Seiten, auf denen Ihr über religiöse und ethnische Minderheiten, Demokratinnen, Wissenschaftsblogger etc. herzieht und Euch gegenseitig anheizt. Dort können Sie sich von anderen Doitschen ja gerne den braunen Pelz kraulen lassen, solange und soviel Sie wollen. Viel Spass dabei.
    🙂

  163. axel tiggs niveau

    Wer ist denn „karl renz“?

    „A BEAUTIFUL MIND“ … oh, ein Film mnit happy end!Aber ich kenne den Film nicht – auch nicht den Film mit Robin Wiliams – der mir aber jetzt zum zweitenmal in kurzer Zeit bezüglich des Themas angeraten wurde.

    John Nashs Eintrag bei Wikipedia sieht interessant aus. Was sagst du? Sein Wahrnehmungsniveau überschritt das Normale? Einstein, Nash, Formeln. …

    Da habe ich wohl pech, dass ich nichts produktives leisten konnte. Ich konnte nur Menschen und ihre Gedanken steuern – kein Scherz; in der Psyvchiatrie ausprobiert und regelmässig funktioniert. Und auch ausserhalb der Klinik. unter mutmaßlich „normalen“ Menschen funktionierte es. Einen Pakistani in der Klinik, den es Gesundheitlich auch übel getroffen hatte, konnten wahrscheinlich alle über Gedanken Steuern. Der ist zuweilen im Raum auf und ab gegangen, nur weil ich es so wollte (geh weg … komm her… geh weg… komm her…). Es funktionierte sogar besser, wenn mir vertraute und vertrauende Frauen anwesend sind – was mich dann auch noch zusätzlich verstörte.

    „Artikulierte Bedrohung“ Meine Erfahrung ist, das Gespräche gar nicht so problematisch sind. Schon die eigenen Wahrnehmungen sind schnell fehl-/überinterpretiert, was leicht zu Problemen mit dem Fachpersonal führen kann. Verfolgungswahn kann deswegen leicht ausbrechen, weil die anderen Leute tatsächlich mehr auf einem selbst aufmerksam werden; keiner von denen dich aber ausdrücklich verfolgt – ergo: Überinterpretiert.

  164. Zwischen den Stühlen

    Die negativen Berichte von deutschen wie türkischen Journalisten erinnern mich an Anna Politkowskajas Berichte über tschetschnische Journalisten. Im Krieg muss man auf einer Seite sein. Zwischen den Stühlen geht man unter.

    Sie haben sich offensichtlich zwischen die Stühle gesetzt.

    Je mehr die Gesellschaft in Gruppen zerfällt, desto mehr Mut und Kraft, mit wenig/ohne Anerkennung zu leben, gehört dazu. Gut dass in Deutschland die Mitte der Gesellschaft noch bereit genug ist um mit einer solchen Position nicht zermahlen zu werden. Denn es ist die einzige mit der man sich regelmäßig am Lebensende noch im Spiegel anschauen mag.

    Viel Erfolg.

  165. @kalle

    Herzlichen Dank! Ihre Beobachtungen zum (Selbst-)Zerfall der gesellschaftlichen Mitte in immer mehr voneinander weitgehend isolierte Milieus teile ich. In den USA haben die „Culture Wars“ inzwischen ein Ausmaß erreicht, das die Handlungsfähigkeit der Parlamente und gewählten Regierungen immer weiter schrumpfen lässt. Das Brückenbauen und sich „zwischen die Stühle“ setzen wird gefährlicher – und notwendiger.

  166. Bindestrichidentitäten

    Vielleicht hilft es ein wenig, dass Deutsche mit ausländischen Wurzeln über eine Bindestrichidentität mit der Zeit zu Brückenbauern werden. Ich möchte dies kurz erläutern:

    Lieber Herr Blume, Sie bezeichen Ihre Frau als Deutsch-Türkin und schreiben, dass sie in Deutschland geboren ist, die deutsche Staatsbürgerschaft hat, und auf ein katholisches Gymnasium gegangen ist usw. In Zeitungen wird sie als „türkische Ehefrau“ bezeichnet.

    Wir wäre es, sie Sie ihre Frau nicht als Deutsch-Türkin bezeichnen (also als Türkin, die etwas deutsches an sich hat), sondern als Türkisch-Deutsche. Sie ist also eine Deutsche, welche einen türkischen Migrationshintergrund hat. Dieser wird nicht negiert -dieser gehört zu ihr, das ist ihr bestimmt auch wichtig. So beobachte ich es jedenfalls bei meinen Schülern mit Migrationsgeschichte: Sie möchten sich gar nicht als „Deutsche“ bezeichnen.
    Wenn ich mit ihnen diskutiere, was sie denn sind, finden sie am Ende meinen Vorschlag „Türkisch-Deutscher“ oder so wie für mich zutreffend „Syrisch-Deutscher“ richtig gut.
    So können sie sich als Deutsche mit türkischen Wurzeln sehen. Und wenn die Mehrheitsgesellschaft diese Begrifflichkeit aufnimmt, werden Deutsche mit ausländischen Wurzeln nicht gleich ins Abseits gerückt. Vielmehr gehören sie dazu, sie sind Deutsche, mit der bunten Mischung, die sie mitbringen.

    Meine Gedanken habe ich auf der Seite http://www.Türkisch-Deutsche.de ausgeführt und würde mich über Ihre Meinung hierzu freuen.

  167. Manches ändert sich nie

    Michael Blume Zitat:
    „…..Denn „der Trick“ besteht ja immer darin, so zu tun, als beträfe es nur „die anderen“: Die Muslime, die Nerds, die Atheisten, die Christdemokraten (etc. pp.). Und wir müssen wohl (wieder?) lernen zu begreifen, dass es Themen und Werte (wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit) gibt, die „uns alle“ betreffen und bei denen wir uns nicht auseinander dividieren lassen dürfen.“

    Bei diesem Satz musste ich unweigerlich an ein altes Zitat denken:

    „Als sie die ersten Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; denn ich war kein Kommunist. Als sie die ersten Juden holten, habe ich geschwiegen; denn ich war kein Jude. Als sie die ersten Katholiken holten, habe ich geschwiegen; denn ich war kein Katholik. Als sie mich holten, war niemand mehr da, der seine Stimme hätte erheben können.“

    Martin Niemöller
    deutscher evangelischer Theologe (1892 – 1984)

    Die Technik wie man Massen einschüchtert und teilt um zu herrschen scheint sich nie geändert zu haben. Ganz egal unter welcher Regierungsform.

    Deswegen noch einmal ein ganz großes Lob an Sie, für diesen sehr erhellenden Bericht zum Thema „Guten Menschen haben nichts zu befürchten“. 🙂

  168. Vielen Dank für diesen guten und erstaunlich gelassen geschriebenen Erlebnisbericht. Auch wenn er mir den gestrigen Abend versaut hat, habe ich heute wenigstens das Gefühl, die Dinge immer besser zu verstehen.

    Die Begründung der Verfassungsschützer, Dich als Berater des Ministers unmöglich zu machen findet sich in einem Mitschnitt von Studenten mit NSA-Recruitern an einer Universität in den USA: „Unsere Aufgabe ist es, Entscheidungsträger in der Politik davon abzuhalten, die falschen Entscheidungen zu treffen“.

    http://www.crackajack.de/…otally-burn-them-down/

    Dieser Arbeitsauftrag gilt im Übrigen für alle Geheimdienste dieser Welt, egal, ob in demokratischen oder autokratischen Ländern. Was die ‚richtige‘ oder ‚falsche‘ Entscheidung ist, hängt deshalb immer vom (politischen) Standpunkt ab.

    Die Kollegen vom LfV haben es nicht ertragen, dass ihren Dossiers die Expertise eines Zivilisten vorgezogen werden könnte. Bei einem solch wichtigen Thema wie dem Islamismus dürfen aus ihrer Sicht eben nur Profis ran.
    Da Dialogbereitschaft nicht zu den Kernkompetenzen von Geheimen gehört, können sie mit Strategien des Dialogs nichts anfangen (auch das ist bei Geheimen in jedem politischen System gleich).

    Die Rolle der Stuttgarter Zeitung ist beschämend, sich zum Büttel von eifersüchtigen Geheimdienstmitarbeitern zu machen unglaublich peinlich.

    Dass nur wegen einer Meinungsverschiedenheit gleich Existenzen zerstört werden sollen/können, entsetzt mich total.

    Schön zu lesen, dass Dir der Zuspruch hier hilft. Was anderes habe ich leider nicht anzubieten.

  169. Karl Renz *Gelöscht*

    Gelöscht. Bitte beim Thema bleiben und keine Kommentare, die nur aus Links bestehen – sonst muss ich das als Spam löschen. Danke. M.B.

  170. Michael Blume @Bernhard: Feindbilder…

    Ja, Herr Blume,
    auf Fragen wie zB. von ‚Bernhard‘, wieso Sie hier als CDU-Mitglied und Beamter „in höherem Dienst“ Datenspeicherung und Überwachung kritisieren, reagieren Sie schnell gereizt:

    „Sie haben natürlich völlig Recht: Nur die CDU war es!…“

    Dann zählen Sie wieder die Stasi in der DDR auf, verweisen auf ein paar missglückte Jahre rot-grüne Koalition und in Frankreich sind ja auch seit kurzem die Sozialisten an der Macht. Schlimm schlimm.

    Abgesehen davon, dass der Vergleich NSA mit der Stasi von der Dimension her hinkt…mir scheint, Sie wollen gar nicht ernsthaft darüber nachdenken, was schief läuft und warum…
    Warum diese Gier nach Daten?
    Warum der Terrorismus weswegen wiederum zweifelhafte Überwachungsmethoden legitimiert werden und auch unlegitimiert stattfinden?
    Warum der Ton so scharf wird von Journalisten und solchen die es nicht besser gelernt haben?
    Welche Sorte Politik die rechtsradikalen Kräfte in der ‚Gesellschaft‘ fördert, welche dann selbst anständigen Leuten wie Ihnen das Leben schwer machen?

    Mir scheint, Sie wollten v.a. mal erzählen, dass Sie es auch nicht leicht gehabt haben. Doch GottseiDank waren ihre Connections einflussreicher und schließlich sind Sie ja auch einer von den Guten und daher wurde (fast) alles gut.

    Bitte denken Sie auch über die Politik Ihrer Partei nach, Sie scheinen gute Voraussetzungen dafür zu haben.

  171. gelöscht

    danke, michael blume kann ich verstehen, ich habe nur auf die frage von andreas geantwortet mit links, damit er sich ein bild machen kann, doch es ist richtig direkt hat das hier nichts mit dem thema zu tun.

  172. @Friedjoch Schoena: Neuland

    Doch, lieber Herr Schoena – es geht mir ganz genau darum, dass endlich wirklich nachgedacht wird. Und deswegen haben Sie völlig Recht mit Ihrer Beobachtung, dass ich leicht „gereizt“ reagiere, wenn dieses komplexe Thema zu parteipolitischem Kleingeld verhackstückt wird.

    So hat meine Familie unter der Stasi direkt gelitten, mein Vater saß in Haft und war Christdemokraten lebenslang für deren Einsatz für Freiheit und Wiedervereinigung dankbar.

    Schon deswegen kann ich jedem und jeder links von der Mitte nur nahelegen, auch die eigene Ideen- und Parteigeschichte kritisch zu reflektieren und sich nicht gedanklich auf wohlfeilem US- und CDU-Bashing auszuruhen. Damit wird man dem Thema und unserer gesamtdeutschen Geschichte – aber auch z.B. der Regierung unseres Nachbarlandes Frankreich – nicht gerecht.

    Und kritisiert habe ich auch nicht allgemein „Datenspeicherung und Überwachung“, sondern ganz konkret rechtsstaatlich fragwürdiges Verhalten. (Ein anderer Kommentator warf mir deswegen sogar prompt vor, Steuerhinterzieher verteidigen zu wollen!)

    M.E. können und müssen wir dringend darüber diskutieren, was Sicherheitsbehörden ermitteln, speichern und auswerten dürfen und wie deren Agieren parlamentarisch, richterlich und ggf. auch öffentlich überwacht werden kann. Diese Frage stellt sich aber eben nicht nur an die heutige Kanzlerin Merkel, sondern z.B. auch an den heutigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Steinmeier (damals Kanzleramtschef und Geheimdienstkoordinator unter Schröder) oder den damaligen Außenminister Joschka Fischer (Grüne) – von den Schmusereien der Genannten mit Putin (ehemals KGB und von Schröder zum „lupenreinen Demokraten“ geadelt!) ganz zu schweigen! Rot-Grün hat 2003 im Bund regiert und den Sicherheitsapparat massiv ausgebaut und der erwähnte MdL Braun und Kollegen (SPD) hatten (zunächst) kein Problem damit, sich von „der Sicherheit“ instrumentalisieren zu lassen (die Landtagsanfrage finden Sie oben verlinkt).

    Wie geschrieben erlebe ich in allen demokratischen Parteien erfreulicherweise Leute, die sich kritisch und auch selbstkritisch diesen schwierigen Fragen stellen, die uns jahre- vielleicht jahrzehntelang in Atem halten werden. Leider mangelt es aber auch nicht an solchen, die das Thema gar nicht wirklich durchdenken, sondern nur für schnelle Wahlkampfeffekte abfackeln wollen. Und da mache ich nicht mit, dafür ist es mir zu ernst. M.E. müssen sich alle demokratischen Parteien hier neu aufstellen, wenn sie Glaubwürdigkeit behalten bzw. zurückgewinnen wollen.

  173. Betreffend: „das mach ich nicht mehr mit…“ hat man mir mal nahegelegt:

    „kannst ja auswandern“…

    Direkt aus dem Munde der Freunde und Helfer der Exekutive (Polizei). Ob die etwa eine besonderen Perspektive auf „ihr“ Land haben?

    Das lässt auch nichts gutes bezüglich des demokratischen Ideals, wenn den Bürgern die Auswahl der Auswanderung vor allem Anderen „angeboten“ wird – so als Alternative…
    Es scheint sowieso klar, dass der Bürger selbst eh nichts zu wollen hat. Wahlstimmen „demonstrativ“ wahrgenommen, aber letztlich ein Spiel neben dem Brot darstellt.

  174. „parteipolitisches Kleingeld“

    Jaja, sie sagten bereits mehrfach, dass ihre Familie in der DDR gelitten hat und das tut mir auch leid. Ich habe mich damit kritisch auseinander gesetzt.
    Und ja, auch rot-grün haben ganz bestimmt viele Fehler gemacht… wir drehen uns im Kreis.

    „…wenn dieses komplexe Thema zu parteipolitischem Kleingeld verhackstückt wird.“

    Aber Herr Blume, Sie können doch Kritik an der Politik der CDU nicht immer verächtlich als ‚parteipolitisches Kleingeld‘ abtun. Es können nunmal nicht alle an einem Strang ziehen, so wie bei der CDU. Es führen ja bekanntlich verschiedene Wege zum Ziel. Deshalb gibt es ja unterschiedliche Parteien.

    Es geht nicht um CDU-Bashing, das habe ich ja mit meinen Fragen angedeutet.
    Es geht drum zu reflektieren, warum die Dinge so sind wie sie sind?
    In Ihrem Fall: Warum meinen Sie gab es diese „Jäger“, weshalb erleben viele andere ähnliches und schlimmer?
    Was führt dazu und wie kann man ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem sowas nicht zunimmt?

    Aber gut, ich bin über das Ziel hinausgeschossen. Sie wollten v.a. „rechtsstaatlich fragwürdiges Verhalten“ kritisieren, das ist ok.

  175. klärung

    „Leider mangelt es aber auch nicht an solchen, die das Thema gar nicht wirklich durchdenken, sondern nur für schnelle Wahlkampfeffekte abfackeln wollen. Und da mache ich nicht mit, dafür ist es mir zu ernst. M.E. müssen sich alle demokratischen Parteien hier neu aufstellen, wenn sie Glaubwürdigkeit behalten bzw. zurückgewinnen wollen.“ Michael Blume
    Genauso ist es, die Parteien haben insgesamt durch die Ereignisse und ihr Verhalten in Bezug auf die Zugriffe auf Personen und Daten ihre Glaubwürdigkeit verloren. Dazu kommt, dass etwas ehrlichere wie Horst Seehofer das teilweise aufdecken. Politiker haben nichts zu entscheiden. So ist zu fragen wofür und von wem werden sie bezahlt? wenn Seehofer meint, die nicht gewählt wurden, bestimmen was passiert. http://www.youtube.com/watch?v=UBZSHSoTndM Wer soll nach solchen Aussagen noch irgendeinem Politiker glauben können? Politiker, wie der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff, der die Bestimmer angegriffen hat, die das Sagen haben, ist längt mit Hilfe der Medien „entsorgt“ worden, und durch den GAUCKler ersetzt, der sich ja längst mit den Bestimmern verbündet hat, und leicht und ohne Skrupel die ESM Verträge unterschrieben hat.
    http://www.faz.net/…ll-am-bodensee-11126151.html

  176. @Friedjoch Schoena

    Nun kann ich Ihnen aber nur noch zustimmen – denn selbstverständlich sehe auch ich es so, dass man auch die CDU kritisieren kann, ja muss. Auch meine Jugendthemen Integration und interreligiöser Dialog waren ja keine klassischen Unionsthemen, sondern mussten (und müssen zum Teil noch) gegen massive Widerstände etabliert werden. Ich hoffe, dass auch in anderen Parteien ständige, kritische Debatten und Weiterentwicklungen stattfinden. Als blosser Jasager wollte ich nie mitwirken.

    Meine Ablehnung bezog sich also lediglich auf die von @Bernhard vorgebrachte Alleinschuldthese bzw. auf die Stimmen, die mir einen Austritt aus der Union abverlangten. Ich hoffe dagegen, dass sich in allen Parteien kritische Bürgerrechtler und Netzpolitiker finden.

    In diesem Sinne eine gute Nacht und herzlichen Dank für die konstruktive Debatte!

  177. Was haben wir denn vorliegen?

    Einen Blogautor mit Kritik am Umgang mit „anständigen“ Bürgern – und sich für solche haltende Kommentatoren, die dem Lobhudeln.

    Gut, Kritik ist berechtigt, wenn sie gescheit konstruiert wird.

    Aber das ist schon schwierig, wenn man einschätzen will, wer wohl ein „anständiger“ Bürger sei. Die derzeitige Vision davon ist vergleichbar mit einem willigen und funktionalen Sklaven, der zwar reden kann, intelligent sei, aber all solche Kunst nie eigenverantwortlich benutzt.

    Kritk wird auch nur anerkannt, wenn es die Besprechung der Kritik im virtuellen gewährleisten lässt. Weil jede Angelegenheit als Vision in Form „was wäre (mit mir), wenn…“ gehandhabt werden wird, werden unangenehme Realitäten immer verdrängt und es wird darüber geredet werden wollen – nur eben nicht am Problem, sondern natürlich vermeidend daran vorbei.

    Deswegen ist seine Perspektive auf ein Problem auch arg schmal und begrenzt. Er will dann nur, dass man ihm/ihr bezüglich der erlittenen Demütigung/en zuhört und… verspricht, dass sowas nie mehr passiert.

    Von Notwendigkeit besonderer Prüfungen und Konditionierungen will derjenige nichts wissen – redet zumindest nicht darüber.

    Wohlweislich der Ahnung, dass demotkratische Verhältnisse sich nicht selbst erhalten – geschweige denn selbst herstellen können. Sich einzugestehen, dass man vielleicht an der Grenze zum Erwachsensein in Abgründe schauen muß, findet in moderner Lebensvision nicht mehr statt – man bleibt lieber in infantieler Naivität hängen.

    Irgendwie glaube ich auch, dass ein Politikwissenschaftler eben gerade noch über Politik reden kann. Und Politik findet erst dann statt, wenn der Staat da ist. Vom Nationbuilding hat der keine Ahnung. Brauch er auch nicht – er setzt sich ins gemachte.

    Aber auch das ist kein Kernproblem. Gerade der Religionswssenschaftler „könnte“ wissen, warum es Religion gibt. Diese Erkenntnis täte dem Politikwissenschaftler auch gut helfen.

    Aber er kennt sie nicht – die Bedingungen. Und so redete er noch immer, wie ein Kind daher und bettelt geradezu nach Erbarmen und Schonung…
    Das ganze mit dem Hinweis auf demokratische Werte – aber bemerken, dass seine Pein aufgrund der demokratischen Werte ertragen werden muß, tut er nicht – kommt ihm kein Zweifel auf.

    Der Politikwissenschaftler im Glauben daran sei, Demokratisierung sei ein kognitiver Vorgang unter aktiver Beteiligung des Subjekts.

    Das ist natürlich übel und öffentlich kaum/nie vermittelbar, das Demokratisierung ein Prozess sei, der per behavioristischer Konditionierung angestoßen wird. Das dabei der Ödipus destabilisiert werden soll und ein Demokrat eigendlich ein bindungs- und orientierungsloses Etwas sei, welches das seine Schicksal natürlich auch jedem anderen auferlegen will, sagt niemand deutlich genug.

    Man jammert also auf hohem (und verleumderischen) Niveau. Man kann nicht beklagen, zu was man in der Klage selbst aufruft und auffordert. Sie können sich nicht waschen ohne sich Nass zu machen.
    Menschenrechte würdigen und hochhalten, diese aber zur Erhaltung derer und demokratischer Strukturen biegen und brechen. Das Unrecht benutzen, damit das Recht im Schein erhalten bleibt.

    Mir wird übel, wenn ich darüber nachdenke. Das kapiert niemand. Da wir inzwischen in einer Welt der Inpotenz und Unfähigkeit leben, hat der Vorfahre gegenüber dem Nachfahren keine Handhabe. Selbst im begrenztem Lichte aufgewachsen, hat er seinem Nachfahren nichts zu bieten und auch nichts entgegen zu setzen, außer eben seine behavioristische Konditionierungsstrategie und gleiche Methoden, mit denen er selbst schon „zugerichtet“ wurde.
    Das seine eigene Demokratisierung an dieser Situation schuld sei, will er nicht wahr haben. Jeder eben wie er kann.

    Da muß man gar froh sein, dass er gerade noch das Thema Angst hat auf einen nächsten Blogbeitrag verschoben – was noch das mindeste sei – Angst hatten wir alle mal. Offenbar aber auch schon das Höchste.

    Da hat doch der Politikwissenschaftler nicht verstanden, wozu Politik eigendlich da sei und fällt prompt auf seine Berufung und der fehlenden Kenntnis darüber rein.
    Politik heisst: „lass uns solange darüber reden, bis keiner mehr Lust dazu hat und dann das vorher schon unausweichliche durchgewunken wird.“ Reden heisst verdrängen. Kommunkation ist Sublimierung. Jeder will scheinbar durch das Wort vernebelt und verdummt werden, solange, bis er nichts mehr weiß, was wirklich Fakt sei. Die komplette Hochkutlur besteht aus hochgezüchteten, überhöhten Konstrukten der Sublimierung von Affekten und Reaktionen. Hochkutlur ist „Übersprungsverhalten“.
    Und während sie dann redeten, steht der Mob da und erkennt nicht, wie er letztlich an seinen Sinnen und Trieben herumgeführt wurde. Es ist ja auch so verlockend, jedes hingeworfene Wort aufzugreifen – wenn es doch nur naiv genug und des Jammerns und Bettelns tauglich sei. Man gibt eben nur den kleinen Finger, weil nur der kleine genommen wird. Der Demokrat akzeptiert die ganze Hand nicht als Lebensgrundlage und hackt sich vorrauseilend gehorsamst schon mal freiwillig 4 Finger ab. Nur behindert ist der Mensch akzeptiert. Das Niveau sich an Unfähigkeit orientiert. Überlegenheit Anderer macht Angst. Hatte ich die in übereinstimmendem Handeln verminderte Angst schon erwähnt?

    Derjenige, der ohne diese Handlungsstruktur auskommt, ist fremdartig und … unsozial/undemokratisch – also gar pathologisch bedenklich.

    Wer also souveränder und unabhängiger sei, wird durch das System diskrimminiert und zur Unterwerfung gezwungen.

    „Spaltung“ hatten wir auch schon angesprochen. Eine moderne demokratische Gesellschaft hat scheinbar strickte Notwendigkeit, ihre eigenen Gruppierungen zu konstruieren. Heisst: Sollte es Probleme geben, werden von allein entstandene Grupppierungen gestört/zerstört und die Mitgleider dieser Gruppen voneinander abgespalten und den institutionellen Gruppierungen „zugeführt“. Wer oder was sind diese institutionellen Gruppierungen? Naklar, die anerkannten politischen Parteien – im Zweifel.

    Es werden in modernen demokratisierten Staatsgebilden auch Familienstrukturen nachdrücklich zerstört, damit keine Staaten im Staat entstehen können. Das Leben in sicheren sozialen Strukturen und Gruppen ist ein Zugeständnis auf Abruf. Jederzeit steht genau diese für die Stabilität der individuellen Persönlichkeit – und ist kein unantastbares Gut. Es ist sogar erstes Mittel der Wahl, bei der Herstellung „demokratischer“ Strukturen. Demokratisierung heisst: Vereinzelung, auf sich selbst reduziert zu werden, Spaltung, Trennung von Familie und Feunde, (unaufgeforderte) Heilung vom Ödipus-Syndrom, indem der Ö. umgeleitet wird. Übrigens ist Heilung des Ödipus mutmaßlich in seiner perfekt ausgeführten Form, Ursache von Homosexualität. Sollte das wahr sein, ist es natürrlich nur gerecht, gleichgeschlechtlichen Gemeinschaften gleiche Rechte zu geben.
    Es ist aber auch ein verhöhnendes Signal an das Subjekt – dass es egal sei, wer oder was es bist. Im Zweifel wird aus ihm gemacht, was benötigt wird.

    Demokratisierung ist… Verbrechen.

    Freilich ist Demokratie selbst dann die gerechteste Herrschaftsform, die es gibt – das aber ebenfalls unter dem Vorbehalt, dass es einen „freien“ Willen gibt – der bisher auch nur notwendiges Glaubenskonstrukt sei.

    Würde also sagen:

    Den Blogbeitrag können wir schliessen und einzig als Bedürfnisbefriedigung für erfolgreich erklären. Ansonsten gebracht hat er nichts… wirklich nichts.

  178. Danke!

    Immer wieder begegnet man dem „ich habe nichts zu verbergen“-Argument und bisher konnte ich so ein Szenario wie oben nur theoretisch beschreiben. Oft heisst es da einfach „ach was, sowas passiert in unserem Staat nicht, wir sind doch demokratisch“. Jetzt gibt es mal ein konkretes, echtes, Beispiel. Ich fürchte jedoch, dass sich die meisten dadurch auch nicht zum Umdenken bewegen lassen. Vermutlich lautet die Antwort dann, dass „das nur an den bösen Medien liegt“.

    Oft denke ich, dass vielen durchaus bewusst ist, wie ungeheuerlich das Ganze ist und verdrängen es mit allen Mitteln. Da kommt man auch mit sachlicher Argumentation nicht durch.

    Spätestens bei „die Überwachung ist gut, so lange sie auch nur einen einzigen Anschlag verhindern“ rennt man mit sachlichen Argumenten eh meist gegen eine Betonwand.

  179. Wir sind die Sklaven

    Die Denunzierung ist die neue Geisel.
    Juristisch gesehen ist jeder ein Täter es ist die Schuldvermutung welche an erster Stelle steht. Möge doch der oder die das Gegenteil beweisen! und damit beginnt es demagogisch zu werden, nach dem Motto da ist etwas dran, man muss nur solange suchen. Wer Informationen hat kann sie auch manipulieren und damit beginnt die Hexenjagd wie im Mittelalter. Wir haben nichts gelernt es ist sogar viel ärger geworden. Die Rechtschaffenheit Ehrbarkeit und Anständigkeit wird in Zweifel gezogen. Damit steht die Bush Aussage wer nicht für mich ist, ist ein Feind damit wird jede Kritik und freie Meinungsäusserung unterbunden. Damit jeder in Angst lebt und als Einzelner Machtlos wird und ist. Diese Form der Demokratie ist perfid, deshalb muss diesem Vorgehen Einhalt geboten werden. Dafür benötigen wir Gesetze im Verfassungsrang. Kein(e) Bürger(in) darf ohne Tatbestand bzw. nur auf Vermutung oder Unterstellung verdächtigt werden. Hier und dafür muss der Lebensweg-wandel und ein Leumund-Zeugniss als Beweis gelten. Der Werteverfall ist die Geisel dieser Zeit wo führt das hin zeigt uns die Geschichte z.B Jesus und Judas Dantons Verteitungungs-Rede und auch in der Zeit als das hören von einer Kennmelodie im Radio genügte um im KZ zu landen, ebenso die Kindersoltaten die Hitmen’s usw. Der oberste Gerichtshof ICC wird viel zutun haben alles aufzuklären. Aber wir müssen die Wahren Täter von den Unschuldigen durch Gesetze trennen.
    Zum Abschluss: Es gilt nicht Sie können Alles wissen, denn Informationen werden manipuliert durch Spitzfindigkeit. Nur in der Einheit der Bürger ist ein Schutz gegeben. Wissen ist Macht, ich weiss nichts macht nichts, gilt nicht den ich mache mir mein Wissen für meinen Machterhalt. Dann mache ich den Freund zum Feind das ist der Moralzerfall in dieser Zeit die Hölle in der wir leben.

  180. @chris: Freundliche Mahnung

    Nun analysiere ich auch mal: Sie wären in den Blogdebatten gerne stärker beachtet worden und sind gekränkt, weil ich (auch) mit anderen Kommentatoren diskutiert habe. Deswegen übergehen Sie deren Anfragen und tun deren Zustimmung als „Lobhudeln“ ab.

    Und weil Sie sich also gekränkt fühlen und sich nicht ausreichend beachtet fühlen, richten Sie Ihren Frust gegen mich: Stellen meine Kompetenz, Persönlichkeit etc. infrage. Dabei enthält Ihre Analyse etwa von (notwendiger wie auch sublimierter) Konditionierung durch Gesellschaften und Gesellschaftsformen durchaus viele interessante Aspekte, sogar einiges, dem ich gerne zustimmen würde – aber eben nicht so. Sie verstecken sich selbst hinter einem Pseudonym (was hier Ihr gutes Recht ist) und nehmen sich gleichzeitig heraus, mir bis in privateste Angelegenheiten nahe zu treten (was ich, wie bereits geschrieben, als übergriffig empfinde).

    Daher muss ich Ihnen also die gelbe Troll-Karte zeigen. Jeder weitere Kommentar, der zu persönlich wird, wird gelöscht. Zur Freiheit gehört auch die Freiheit, Grenzen zu ziehen. Auch und gerade, weil ich verstehe, dass Sie nach Aufmerksamkeit hungern – das entschuldigt kein schäbiges Verhalten. Benehmen Sie sich wie ein erwachsener Mensch, lieber @chris. Oder trollen Sie sich. Denn Ihre persönlichen Probleme kann ich ganz sicher nicht lösen, dafür ist auch dieser Blog nicht da. Er ist ein rein freiwilliges, ehrenamtliches Angebot – und wenn er Ihnen „nichts bringt“, sind Sie ganz frei, Ihre Zeit andernorts zu verbringen.

  181. Mein Interresse an den „privatesten“ Angelegenheiten diente zur Einschätzung ihrer Situation. Ohne dem würden sie mir vorwerfen, ich täte ohne sie und die Situation zu kennen über sie urteilen.

    Und ne,… ihre Kompetenz stelle ich gar nicht in Frage. Wie könnte ich? Es ist das System, die die Kompetenzen hervorbringtund gleichhzeitig inFrage stellt. Sie haben abseits der Disziplin eben nicht die Kompetenz. Daraus dreht ihnen niemand wirklich einen Strick. Aber sie hängen trotzdem an einem.
    Sie sind zur Visualisierung ein billiges Beispiel gewesen. Systeme geben den Anschein zu taugen – woran man aber glauben muß und auf andere hoffen. Ihre Perönlichkeit aber steht wie jede andere aufgrund der Thematik auf dem Spiel. Es darf nur keiner zu laut sagen? Das seija unangenehm.

    Nun, da sie sich also denunziert sehen, bleibt das Problem wieder im Anstatz stecken. Ich glaube es ihnen; niemand lässt sie öffentlich gerne Fledern. Aber so persönlich ist das nur, wenn sie es so wollen; ansonsten sie jederzeit die Systematik bemühen können.

    Das hatte ich übrigens vergessen:
    Das mein Anreiz zu solchem Kommentar ebenso einem Bedürfnis entspringt – sie meinen es sei eine Geltungssucht? Bin mir nicht sicher. Will ich es beser wissen? schon eher. Beachten sie die Folgen, es einfachso zu akzeptieren, wie der Mob es tut.

    Lassen sie doch das Ding mit der Anonymität versus öffentlichkeit. Ich werde mich nicht vor Bekanntgabe meiner Indentität entziehen. Aber nicht in Blogs. Jederzeit per konspirativer Mails.

    Gelbe Karte anerkannt. Aber trotzdem:

    Zwei Kommentarseiten voll Lobhudellei und Gesülz um Nebensächlichkeiten und intrinsische Bedürfnisse, aber der Kommentator mit der Sachlichsten Vision dazu ist der Arsch und Idiot. O.k.,… kenn ich schon – stelle ich mich zur Verfügung. So sind wir beide Sündenböcke. Machen sie jetzt das Beste draus? Oder pendelt sich die Tagesordnung wieder ein?

  182. @MST: Es ist zu schaffen! 🙂

    Ihren Beobachtungen stimme ich voll, Ihren Befürchtungen teilweise zu.

    Evolutionär gesehen ist es tatsächlich so, dass wir und unsere sozialen Wahrnehmungen am Leben in überschaubaren Gruppen evolviert sind. Allzu große, abstrakte Ordnungen sind für uns schwer vorstellbar bzw. müssen durch personale Fallbeispiele (wie Erzählungen, Filme, Bücher etc.) vermittelt werden. Und wo Vorgänge zunächst unbegreifbar und dann auch noch bedrohlich erscheinen, ist Verdrängen eine nachvollziehbare Reaktion.

    Allerdings sehe ich durchaus auch Hoffnungen: Immerhin haben es die Menschen – wenn auch unter Mühen und über unzählige Versuche hinweg – bereits geschafft, kulturelle Traditionen (wie Umgangsformen und Rechtssysteme) zu entwickeln, um auch in großen Gesellschaften und Großstädten zu überleben.

    Ich glaube nicht, dass dieser kreative Entwicklungs- und Freiheitswille von Menschen auf Dauer unterdrückt werden kann. Es wird lange Entwicklungen mit Erfolgen und Rückschlägen geben – aber ich bin optimistisch, dass am Ende Freiheit und Vernunft obsiegen werden. Und jede(r) kann an diesem Prozess mitwirken – Demokratie ist nie „fertig“, nie perfekt und muss in jeder Generation neu errungen werden.

  183. hoffnung

    so sehe ich das auch, je mehr wir sehen, was ist, desto mehr wird uns die hoffnung helfen und von der büchse der pandorra zu befreien, denn der teil, der kraft die stets das böse will, verstärkt das feld von uns, dass das gute schafft, dafür ist jesus am kreuz gestorben, er wusste es SIE WISSEN NICHT WAS SIE TUN, doch er lebt immer noch in uns, und entfaltet sich durch die erfahrungen, die wir anscheinend noch machen müssen, oder wie es +alfred delp SJ mit gebundenen händen an seine brüder schrieb, WER SEIN SEGEL IN DEN UNENDLICHEN WIND STELLT – FÜHLT ZU WELCHER FAHRT ER FÄHIG IST! und WER DEN HAFEN KENNT – FÜR DEN IST JEDER WIND EIN GÜNSTIGER http://www.youtube.com/watch?v=D46sEb3i_BE

  184. Mein Respekt!!

    Ein wertvoller Bericht zu den Realitäten!
    Es ist erschreckend wie wenig in diesen aufgeklärten Zeiten hier im Land nötig ist Menschen in Ecken zu stellen und daraus eine Geschichte zu stricken.

  185. Parteien und Demokratie

    Über einen Link kam ich auf diesen Artikel von Michael Blume. Dass einem sowas widerfahren kann in diesem unserem Lande hat mich nun weniger überrascht. Dass es einen praktizierenden Christen, dazu einen CDU’ler und einen erfolgreichen Bildungsbürger „erwischt“ hat, scheint die Leser zu fesseln. Man ist erfreut, endlich einen „Beleg“ zu haben, wie gefährlich gewisse Kreise in unserem Rechtsstaat agieren. Hätte ein Linker diese Geschichte erzählt, wäre die Anzahl der Kommentare vermutlich deutlich kleiner.
    Was lernen wir aus diesem Beitrag? Gerade wir Baden-Württemberger? In jeder Partei mag es ein paar Aufrechte geben, leider machen aber ein paar Schwalben noch keinen Sommer.

    Die Erfahrung zeigt, diese Leute bekommen in ihrer Partei keinen Fuß auf den Boden. Sie haben keine Chance politische Veränderungen herbeizuführen. Im Ernstfall heben sie bei parlamentarischen Abstimmungen dort ihre Hand, wo das parteiliche Establishment die Hand hebt. Das geht leider so gut wie durch alle Parteien.

    Oft ist es so, dass Leute wie Michael Blume (ich möchte ihm nichts unterstellen) oder ein Heiner Geißler „Menschenfischer“ für ihre Partei sind. Bei Heiner Geißler zeigt sich das auf fatale Weise (siehe S21 Faktencheck). Bei der Nagelprobe erkennt man in ihm doch den Merkel-Fan und CDU Hardliner. Diese Leute gibt es allerdings in allen Parteien. Es gibt kein Parteiprogramm mehr für das die Partei steht, man schaut nach Umfragen und nach dem was gefragt ist.

    Im Fall Michael Blume frage ich mich, wie er in einer Partei sich noch wohlfühlen kann, in der eine Merkel Programm ist. Dasselbe gilt natürlich auch für einen Grünen (Kretschmann) oder einen Sozi (Steinbrück).

    Ich glaube jedenfalls nicht mehr daran, dass wir aus der demokratischen Sackgasse ohne größere Blessuren herauskommen werden. Ein Blick in die Welt (USA, Ägypten, Türkei, Blockupy/S21, Russland, China) zeigt, die Herrschenden gehen immer weniger zimperlich mit ihren Bürgern um.

    Sprüche von Freiheit und Selbstbestimmung wie von Herrn Gauck, aber auch Michael Blume (beide haben ja irgendwie DDR Vergangenheit), sind in unserer Welt eigentlich nur noch ein hohles Gefäß. Die Freiheit wird immer suptiler eingeengt. Dabei wäre noch zu klären, was Freiheit ist. Seine Meinung zu äußern ohne Schläge und Reizgas abzubekommen, oder Geschäftsideen umsetzen zu können, die auf Ausbeutung beruhen?

    Meine Zusammenfassung: Einzelne gute Ideen weniger Parteimitglieder und interessante und unter die Haut gehenenden Geschichten von Parteimitliedern machen noch keine wählbare Partei aus. Wenn man die handvoll entscheidender Parteipolitiker genau unter die Lupe nimmt, weiß man wohin die Reise geht.

  186. @H.-J. Müller: Politik(er)verdrossenheit

    Ich kann Ihre Haltung nachvollziehen, sie begegnete mir schon damals beim Einzug der REPs bei vielen Gleichaltrigen: Die Politik ist so böse und ich bin so rein, da mach ich nicht mit, denn Schmollen ist fein.

    Gerade auch aufgrund der von Ihnen abgetanen DDR-Erfahrungen kam (und komme) ich zu einem anderen Schluss: Ja, Politik findet auch nicht in einer idealeren Welt statt und wer sich (z.B. als gewählter Gemeinderat) engagiert, wird oft Kompromisse und schwierige, unsichere, manchmal sogar falsche Entscheidungen treffen.

    Aber genau darum geht es! Demokratie heißt nicht, dass Politiker Ihr Ego streicheln und sich dafür leichtfertige Gleichsetzungen von China und Stuttgart anhören müssen. Demokratie heißt, dass auch Sie Ihr Ego ein Stück weit hintanstellen und für sich und andere politische Verantwortung übernehmen können.

    Ich habe damals die Jammerei der „Politikverdrossenen“ nicht hingenommen, die zu bequem oder zu fein waren, sich den REPs entgegen zu stellen. Stattdessen bin ich einer von denen geworden, die sich in einer demokratischen Partei engagieren.

    Es ist klar, Leute wie Ihnen werden wir alle nie gut und rein genug sein. Und doch lebt Freiheit von denen, die sie auszufüllen versuchen.

  187. kompromisse

    michael
    führen uns kompromisse nicht auf diese spur? https://www.youtube.com/watch?v=Diq6TAtSECg
    gehen wir in die katholische kirche, ist franz von assisi nicht benutzt worden, um den machtapparat aufrecht zu erhalten? ist es nicht unsere erste aufgabe all die versteckten machtansprüche, auch bei uns selber, aufzudecken? denn wir sind mächtig…

  188. @axel.tigges

    Ohne Kompromisse funktioniert keine Beziehung, keine Familie und natürlich erst Recht keine Gesellschaft. Kompromisse sind nicht immer leicht und gut, manchmal können sie auch faul sein – aber kompromisslos sollte man m.E. nur gegen sich selber sein.

    Und was unsere Fähigkeit angeht, über andere Menschen und Institutionen zu urteilen, hat m.E. Jesus schon zu Recht trocken bemerkt: “Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“

    Also, ich ganz sicher nicht…

  189. kompromisse -konsens

    kompromisse müssen geschlossen werden, wenn menschen andere erpressen können, wer die soziokratie kennt die die fähigkeit zum konsens eröffnet braucht keine kompromisse, das ist altes parteiendenken, mit fraktionsdiziplin und-diktat und im prinzip zutiefst undemokratisch, weil sie die freiheit von dem beschneidet, der in der minderheit ist ist, oder sich nicht adequat äußert kann, oder sich nicht traut. http://soziokratie.org/…oziokratie-skript2.7.pdf

  190. @Michael Blume: Politikverdrossenheit

    Ihre Aussage erinnern mich immer mehr an christlich, theologische Statements. Auf dieser Ebene ist es schwierig, eine politische Diskussion zu führen. Was soll so eine Aussage wie: „Leute wie ihnen werden wir alle nie gut und rein genug sein…“. So geht der Gang in die marktkonforme Demokratie schnur stracks weiter.

    Wenn Frau Merkel sagt, sie hätte erst aus den Medien von den amerikanischen Geheimdienstmachenschaften erfahren, so würde ich von einem politischen Menschen (Politikberater) eine ernste Auseinandersetzung dieser ungeheuren Aussage unserer Bundeskanzlerin erwarten und nicht eine Aussage wie „und doch lebt Freiheit von denen, die sie auszufüllen versuchen“.

    Das ist doch alles wischiwaschi.

  191. wischiwschi

    das ist nicht nur wischiwaschi, das ist volksverarschung, wer es danach dann herunterspielt, ist ja nicht so schlimm,diese gravierende schnüffelei, ein geschäftsmann der geschäfte machen will und der permament vo der konkurrenz aufgedeckt wird, würde wahrscheinlich schnell sein unternehmen schließen, um nicht noch mehr verlust hinzunehmen. die überwachung wird einfach totaler und das alles auf der Lüge vom 11 September 2001 aufgebaut, und wer da noch mitspielt, macht sich natürlich mitschuldig, wenn so etwas passiert, was hier der EX-FBI-Chef Ted L. Gunderson ausführt:http://www.youtube.com/watch?v=G6i2XrF-n6U

  192. @H.-J. Müller & @axel.tigges

    Es ist wirklich interessant zu lesen, was Sie so alles von anderen „erwarten“ und für „wischiwaschi“ ohalten. Von der bequemen Zuschauerloge herab lassen sich die Anforderungen an andere auch ganz leicht herauf schrauben – bis irgendwann jede(r) durchfällt.

    Erlauben Sie mir nur eine simple Gegenfrage, an Sie beide?

    Was tun Sie denn selbst, damit es besser wird? Wo, mit wem und für was engagieren Sie sich? Und geht es dabei völlig kompromißlos zu?

    Ich bin ehrlich interessiert.

  193. @Michael Blume: Politikverdrossenheit

    Herr Blume, von einem Bürger wie Sie, der sich politisch in einer Partei engagiert, erwarte ich klare Aussagen für was Sie stehen. Mir scheint, im Ernstfall stehen Sie für nichts, sondern verschanzen sich hinter sogenannten Kompromissen. Ich vermute, säßen Sie im Bundestag und dort würde abgestimmt, ob Edward Snowden in Deutschland politisches Asyl bekommen solle, wären Sie in einem furchbaren Dilemma, sollten sich Teile der SPD, die Linke, die Grünen, sowie die FDP dafür aussprechen, die CDU/CSU und Teile der SPD wären aber dagegen.

    Übrigens spielt es bei der Diskussion mit Kommentatoren Ihres Blogs eine Rolle, wo und wie und ob sich diese gesellschaftlich engagieren? Schon dass sie sich hier mit Ihnen auseinandersetzen ist ein weit größeres Engagement als die meisten Wähler und Nichtwähler an den Tag legen.

    Ich behaupte, die meisten Kompromisse, die in diesem und in anderen Ländern von Politikern gemacht werden, dienen nicht der Mehrzahl der Bevölkerung, sondern einer relativ kleinen Elite der Gesellschaft. Wären die Lobbyisten in Berlin und Brüssel nicht so erfolgreich, würden die entsprechenden Firmen nicht soviel Geld in den Lobbyismus stecken.

  194. was ich tue

    zuerst einmal, ich bin pensionist, zum anderen bin ich im bereich der österreichischen armutskonferenz tätig, mitglied der redaktion der straßenzeitung kupfermuckn, setze mich in linz für den kulturpass ein begleite wohnungslose, und andere die am rande der gesellschaft stehen in sozialen einrichtungen bereite für sie fahrten mit vor im rahmen der caritas, begleite sie bei essen wo von einem gastwirt zweimal im monat jeweis 12 zu einem dreigänge Menü eingeladen werden. War im Rahmen des Wohnngslosentreffens in Brüssel und im Sozialminiterium in Wien, gestalte die Treffen der Armutskonferenz mit, z.B. wo die Soziokratie vertieft wird. War an dem Fotowettbewerb im Rahmen des Kulturpasses tätig, bereite Treffen mit vor im Theater und anderen Kunsteinrichtungen, bin in der Bewegung BGE aktiv. Bin mit Prof. Dr. Franz Hörmann in Kontakt, der nachgewiesen hat, das Geld ist ein Betrugssystem, er steht nach meiner Vermittlung Politikern mit Gutachten zur Verfügung, nur ich denke sie sind noch zu feige. Kompromisse machen die Angepassten, doch nicht die, die sehen was ist. Besuche viele Seminare, um zu sehen, wie man es besser machen könnte, doch Politiker ignorieren das, oder sagen wir, sie müssen es ignorieren. So jetzt bist Du an der Reihe, wo bewegst Du Deine Kollegen so, dass nicht nur immer dieses Gelaber von Vollbeschäftigung vorgetragen wird?

  195. @H.-J. Müller

    Und wieder schreiben Sie im Kommandoton, was Sie von anderen und konkret mir „erwarten“. Als ob ich mich zu Ihrem Diener mache, weil ich Zeit und Geld dafür aufwende, eine demokratische Partei zu unterstützen…

    Demokratie scheint aus Ihrer Sicht zu bedeuten, dass gefälligst andere das zu tun haben, was Sie „erwarten“ – aber selbst nicht tun.

    Lieber Herr Müller, lassen Sie mich offen sein: Das beeindruckt mich nicht. Mich beeindrucken jene Menschen, die sich auch selbst engagieren – auch dann, wenn sie dies in anderen Parteien, Verbänden, Religionsgemeinschaften, Gemeinderatsfraktionen usw. als ich tun. Mit einem Sozialdemokraten oder Piraten mag ich in manchen Fragen unterschiedlicher Meinung sein – erkenne jedoch an, dass auch diese Person Veränderungsbedarf erkennt und selbst etwas dafür tut.

    Ebensowenig betrachte ich es als eine Gnade, dass sich Kommentatoren hier auslassen. Es ist andersherum: Als Blogger mache ich ein ehrenamtliches, freiwilliges Angebot – und nehme mir noch dazu die Zeit, auf Kommentare einzugehen. Wenn Sie das nicht anerkennen können – niemand zwingt Sie, hier zu lesen oder zu schreiben.

    Was die Ausgestaltung von Kompromissen und den Einfluss von Lobbygruppen angeht, stimme ich Ihnen dagegen teilweise zu. Ich gehe hier sogar noch weiter: Es ist einfach naiv zu glauben, Obrigkeiten und „Eliten“ liessen sich allein durch Motzen verändern.

    Wenn Sie etwas wirklich stört, dann seien Sie ein freier, mündiger Bürger – helfen Sie mit, es zu verändern! Auf Engagierten pauschal herumzuschimpfen und sich nur selbst für etwas Besseres zu halten, ist vielleicht bequem, aber es hilft nicht.

    Demokratie heisst (meiner Meinung nach) zuerst einmal auch etwas von sich selbst zu erwarten…

  196. @axel tigges

    Vielen Dank – dieses Engagement erkenne ich durchaus an.

    Ob Geld pauschal ein „Betrugssystem“ sei oder eine Gesellschaft ohne Kompromisse funktionieren könne, wage ich zu bezweifeln.

    Aber ich interessiere mich nicht nur für den Werdegang von Alternativen (wie z.B. Tauschsysteme), sondern auch für sehr „kompromisslose“ Gemeinschaften wie die Amish (religiös) oder Ikarier (szientistisch), deren Erfolge und Probleme ich aufarbeite und vorstelle – inner- und außerhalb der Politik und auch auf diesem Blog sowie in Büchern. Zudem unterstütze ich einige Hilfsprojekte, die mich überzeugen, finanziell.

  197. @Michael Blume: Politikverdrossenheit

    Herr Blume, ich schreibe Ihnen gar nichts vor. Aber so, wie Sie von den Menschen erwarten, dass sie sich gesellschaftlich engagieren, so habe ich auch an Menschen, die sich politisch in Parteien in irgendeiner Art engagieren, gewisse Erwartungen. Ich möchte z. B. ihren Standpunkt als CDU Politiker zu den brennenden Fragen dieser Zeit kennen. Ohne das Wissen funktioniert u. a. Demokratie nicht. Mit einem Kommandoton hat das gar nichts zu tun. Ich musste allerdings erkennen und ich akzeptiere das auch, dass Sie dazu, ich sag mal, ungern bereit sind. Diese Erfahrung habe ich schon bei vielen Politikern gemacht, es könnte ja sein, dass man die Aussagen von damals später nicht mehr gerne hört oder liest. Aber so ist es mal eben, dies ist unter anderem ein Grund, warum der Politiker in der Gesellschaft ein so gutes Image hat.

    Übrigens frage ich mich, woher Sie Ihre Informationen haben, ich sei ein unengagierter Zeitgenosse? Oder agieren Sie ähnlich, wie die Herren und Damen Journalisten, die Sie vor 10 Jahren einfach so verdächtigt haben?

    Den Gedankenaustausch werde ich nun beenden, ich habe den Verdacht, wir kommen nicht weiter. Aber vielleicht hat der Eine oder Andere seine Schlüsse daraus gezogen. Auch ich war anfangs von Ihrem Artikel fasziniert. Weiter kommt man aber meist beim Lesen der Kommentare.

    Trotzdem noch einen schönen Sonntag Abend und eine gute Nacht.

  198. @ axel.tigges praxis
    14.07.2013, 20:17

    -> Peter Kruse ist auf jeden Fall eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Ob der nun was zum Problem von Blume beitragen kann, ist sichernicht gleich klar.

    Das Thema Vernetzung ist wohl wichtig (Stichwort Gruppen und Loyalitäten … und oben angesprochene „Spaltungsversuche“), aber hier wird ohne weitere Kenntnis der Vernetzungsmechanik und -funktion nahezu nichts sichtbar. Denn das Netz wird nicht über offensichtliche Vernetzung (IP- und thematische Verbindungen) deutlich sichtbar.

    Wenner sagt: „Macht definiere sich neu“ hat er auch nur zur Hälfte recht. „Macht“, wie sie immer schon bestand, wird weiterhin die gleiche sein – sie kann gar keine andere Ursache haben, als die eh immer schon funktionierende.

    Das man mit viel Aufwand und Mühe daran manipulieren können wird, steht ausser Frage. Und dabei wird es leider immer sehr unfair zugehen – jedenfalls nicht ausschliesslich per bekannten demokratischen Methoden. Demokratische Strukturen sind ein künstliches Produkt – muß hergestellt werden; und zwar: logisch, vor aller Demokratie. Aber niemand kann sich darüber gewiss sein, dass diese so erwünschten Strukturen auch allumfassend und uneingeschränkt existieren. Es bleibt immer ein Glaubenskonstrukt und aufgrund der Problematik der Konstruktion eine ewige Suche nach der unsichtbaren Unterwanderung.

  199. @ axel.tigges

    Wo kommst du eigendlich her?

    Deine gesamten (Youtube)Links sind .com Adressen.

    Hat er sich unter falscher Adresse bei Youtube angemeldet?

  200. @H.-J. Müller

    Es freut mich, dass Sie dieser Post und die Debatte weitergebracht haben. Ihre negative Meinung über Demokraten aller Parteien haben Sie ja gleich in Ihrem ersten Kommentar zum Besten gegeben – und hoffentlich nicht ernsthaft erwartet, ich würde Ihnen hinterherwinseln. Wenn Sie die Demokratie nur als Angelegenheit von „Politikern“ betrachten, werde ich daran wenig ändern können. Aber vielleicht entdecken Sie ja noch, dass Demokratie heisst, dass jede Bürgerin und jeder Bürger Politik betreibt – und zwar idealerweise nicht nur durch Schimpfen und Fordern. (Dass Sie sich bereits irgendwo engagieren, schließe ich gar nicht aus – ich hatte Sie ja sogar ausdrücklich danach gefragt.)

    Ihnen also alles Gute und einen schönen Sonntagabend.

  201. Der Kruse könnte … könnte aufgrund seines Backgrounds und seines Forschungs und Wissenbereich einer derjenigen sein, die sozusagen als potente „Väter“ der Netzspionage dastehen. In der Fragestunde im Bundestag gibt er ja schon deutliche Hinweise auf Zielstrukturen einer politisch und ideologisch „wertvollen“ Aktivität von Staaten im Netz. Je nach Intention liesse sich jede Zielsetzung herrauslesen – eben auch schlicht „Überwachung“ und algorythmisch unterstützte Erbsenleserei (die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins … Aschenputtels Lebensaufgabe eben. Und dabei ist … wie oben schon erklärt: Jedes Wort auf der Waage gewogen; weils kein Mehraufwand macht)

  202. Für die Freiheit 🙂

    M Blume @ H-J Müller

    „Es ist klar, Leute wie Ihnen werden wir alle nie gut und rein genug sein. Und doch lebt Freiheit von denen, die sie auszufüllen versuchen.“

    Für die Freiheeeeeeeeeeeiiiitt!!
    Hach, herrlich… diese Phra, äh, Freiheit.

    Guten Abend. Zum endgültig vorletzten Mal möchte ich mich äußern. Herr Blume, ich kann ja verstehen, dass Sie sich hier nicht ganz banal ans Bein pinkeln lassen wollen, aber Sie machen es sich etwas zu einfach, auch vernünftigen Kritikern sogleich Jammerei und mangelndes Engagement zu unterstellen.

    Zum einen können Sie das nicht beurteilen, wo heute bereits die Auswahl eines Joghurts oder der jährliche Schuhkauf ein politische Dimension hat. Gerade Sie als interreligiöser Networker werden wissen, was alles ‚politisches Engagement‘ sein kann.
    Zum andern sollte es hier nicht zur Pflicht werden, etwas vorzuweisen. Nur weil Sie bereit sind, sich hier zu präsentieren, gilt das noch nicht für alle, zumal es immer wahrscheinlicher wird, dass alles was wir im Netz tun und sagen irgendwann gegen uns verwendet werden kann.

    Da Sie nun aber hier so transparent auftreten und irgendwie auch Werbung für ihre Partei machen, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn manche gar nicht so begeistert sind, oder Sie das Gefühl haben, dass man Erwartungen an Sie stellt. Das ist doch ihr Job, oder nicht?
    Der ein oder andere hier wird auch alltäglich mit Erwartungen konfrontiert, sobald er sich als Funktionsglied irgendeines Dienstleisters zu erkennen gibt.

    Und damit komme ich zum Wesentlichen. Verstehen Sie das bitte nicht als Appell, sondern als persönliche Meinung.
    Sie können viel von Freiheit und Demokratie reden, ich wette wenn die Welt so aussähe wie Frau Merkel sie sich wünscht, dann sähe es alles ganz rosig aus, nur leider läuft es anders… und das müsste eigentlich jeder denkende Mensch verstanden haben und das auch zugeben können.
    Solang die soziale Kluft auseinander geht, braucht man sich nicht über Konflikte, Denunziation, nicht mal über den blanken Terror wundern.
    Da hilft kein Aufstand der Anständigen, kein interreligiöser Gebetskreis und nicht mal ‚viele neue Jobs schaffen‘ oder ‚für Chancengleichheit sorgen‘.
    Das ist, wie Herr Müller es oben ganz treffend formulierte: wischiwaschi.

    Wo ist denn unsere Freiheit? Wo ist die Zufriedenheit? Es wurden dem Bürger/dem Menschen viele Fäden aus der Hand genommen, um ein effektiveres, mächtigeres System zu schaffen, welches sich mittlerweile fast nur noch um sich selbst dreht. Derweil bleibt ein Heer konkurrierender Konsumsklaven gerade noch davon gebändigt, dass der Lebensstandard in anderen Ländern niegriger ist und die Natur immernoch als ergiebig gehandelt wird.

    Sie haben es vielleicht gut getroffen mit Ihrer Position und haben gut reden mit der Forderung nach mehr Engagement und Eigenverantwortung.
    Aber so einfach ist es nicht.
    Amen.

  203. DER KRUSE KÖNNTE JEMAND SEIN…

    das ist gut möglich, jeder der eine vorstellung hat, hat eine absicht, unter diesem gesichtspunkt ist auch snoden zu untersuchen: http://de.sott.net/…histleblower-mehr-geben-kann und natürlich muss ich damit meine eigenen absichten untersuchen, in welche richtung ich gehe ALLE WEGE FÜHREN NACH ROMA oder ALLE WEGE FÜHREN NACH AMOR http://www.fiu-verlag.com/…liste=va_list_brd.php UND DAS WAR JETZT VOR 11 jahren
    https://www.youtube.com/watch?v=XPOtbKa-2hE

  204. @Chris

    aus österreich es tut mir leid, dass viele videos in deutschland nicht zu sehen sind, ich sollte besser die titel angeben und auf youtube verweisen

  205. nicht nur durch schimpfen oder fordern

    @ MICHAEL BLUME
    so ist es, es geht nicht um schimpfen oder fordern, sondern um aufklären, und wenn aber für dich soziokratie kein demokartischeres mittel als mehrheitsentscheidung oder fraktionszwang ist, dann hängst du noch an undemokratischen strukturen fest, die diese lügen ermöglicht haben, denn das bestätigt mit horst seehofer wenn er meint, DIEJENIGEN DIE GEWÄHLT WURDEN HABEN NICHTS ZU ENTSCHEIDEN, mit welcher logik soll ich da noch wen wählen? kannst du mir das erklären?

  206. @Friedjoch Schoena & @axel.tigges

    Ich hätte da eine ganz einfache Frage: Wenn es in Deutschland doch SO schlimm ist, dass sogar jedes politische Engagement und das Wählen eine Zumutung an “Konsumsklaven“ darstellt, können Sie uns anderen doch sicher sagen: Wo ist es um Dimensionen besser? Welche real existierende Gesellschaft findet Ihre Zustimmung?

  207. eine antwort

    Ich hätte da eine ganz einfache Frage: Wenn es in Deutschland doch SO schlimm ist, dass sogar jedes politische Engagement und das Wählen eine Zumutung an “Konsumsklaven“ darstellt, können Sie uns anderen doch sicher sagen: Wo ist es um Dimensionen besser? Welche real existierende Gesellschaft findet Ihre Zustimmung?
    helmut kohl meinte einmal DIE DEMOKRATIE WÄRE NUR DIE ZWEITBESTE LÖSUNG nun ist die herrschende demokratie aber mit psychologischer manipulation eine massenbeherrschung, die die ressourcen dieser erde auf kosten der naturvölker ausbeutet. es geht jedoch in der biblischen frage um lebt wie die vögel des himmels, und es gibt noch naturvölker, die das können: das glücklichste volk der welt http://www.youtube.com/watch?v=1ZTdGuyut-8 das können wir natürlich so noch gar nicht leben, nur mit unserer kainanmaßung von land und menschen haben wir mit hilfe des gottes geld die erde nachhaltig zerstört, und so gilt math. 6,24 wenn du das mammon liebst musst du gott hassen, und mit dieser grundeinstellung wird gottes schöpfung nachhaltig vernichtet, so wie es der freimaurer j.w. von goethe schon in seinem pometheus klar äußert… was fehlt? gerald hüther GLÜCKSGEFÜHLE BEGEISTERUNG UND BEDEUTSAMKEIT VON LEBENDIGKEIT https://www.youtube.com/watch?v=MrYcRzN91eE

  208. @axel.tigges

    Verstehe ich Sie richtig? Die ideale, perfekte Gesellschaft gibt es auf dieser Welt bisher nicht – sie wird aber keine Demokratie mehr sein, sondern etwas Besseres. Richtig?

  209. @ Blume

    Darauf kommt man, wenn man alle Ideale politischer Hemisphären schmerzfrei addiert und das dann aber nicht in eine Vision von einem Konstrukt zusammenfassen kann.

    Die Tendenz, dass es sich dabei nicht um demokratische Strukturen handelt, ist dadurch aber leicht zu erkennen.

    Diese schmerzfreie Addition lässt sich derzeit schon ein wenig ausmachen – bei so viel Alternativlosigkeit…

  210. mmh

    „Wenn es in Deutschland doch SO schlimm ist, dass sogar jedes politische Engagement und das Wählen eine Zumutung an “Konsumsklaven“ darstellt, können Sie uns anderen doch sicher sagen: Wo ist es um Dimensionen besser? Welche real existierende Gesellschaft findet Ihre Zustimmung?“

    Herr Blume, ich hatte ja drum gebeten, dass Sie meinen Beitrag nicht als Appell verstehen. Nun lässt aber die reaktionäre Kürze ihrer Antwort darauf schließen, dass Sie es doch als persönlichen Angriff empfunden haben. Zudem haben Sie meine Grundaussagen, die durchaus auf Ihren Erfahrungsbericht bezogen waren, die haben sie aber teils ignoriert, teils schlichtweg verdreht. Stattdessen WIEDER und WIEDER der Vorwurf der Jammerei.

    Ich sagte nicht, dass es „in Deutschland SO schlimm“ sei, sondern wollte andeuten, dass unser System lokal wie global gegen die Wand fährt und die Auswüchse nicht wegzubalsamieren sind, indem man das als Nonplusultra darstellt, es alternativlos nennt und als Demokratie verkauft.
    Ich habe aber nicht den Eindruck, dass Sie meinen Standpunkt verstehen wollen, insofern spare ich mir jegliche weitere Erläuterung. Sie sehen nichtmal die Probleme, wieso sollten Sie etwas ändern wollen?
    Dabei wird längst ein konstruktiver Diskurs dazu geführt, was wir vom Kapitalismus mitnehmen können und wie sich die Demokratie in die Zukunft tragen lässt. Aber nicht hier.
    Schauen Sie mal auf
    http://www.futurzwei.org/#index
    vorbei.

    „Wo ist es um Dimensionen besser?“

    Solche Rhetorik lässt man wohl einfach stehen.

  211. JAMMEREI

    ICH SUCHE MENSCHEN; DIE DIALOGFÄHIG SIND NICHT JAMMERER UND DIALOGFÄHIGE BEVORZUGEN AUGENHÖHE- SIE BERICHTEN UND DAS ERFAHRE ICH WENIG – HIER WIRD DAS ALTE VERTEIDIGT – DOCH DIESE ZEIT GEHT ZU ENDE- ODER WIE ES ALFRED DELP SJ ausdrückte MAN MUSS SEIN SEGEL IN DEN UNENDLICHEN WIND STELLEN; DANN FÜHLT MAN ZU WELCHER FAHRT MAN FÄHIG IST – ES GEHT ALSO UM INTUITION UND SPÜREN

  212. nix besser

    wer die wirklichkeit der natur beobachtet, weiß, das der mensch, diese qualität der erde verändert hat, er hat gemeint, er könne die natur sich unterordnen, ja verbessern. das gegenteil ist passiert, der eingriff der menschen, die meinen YES WE CAN was heute heißt YES WE SCAN hat uns nur an den Rand einer weltweiten Diktatur gebracht, wo Menschen mit der Natur die Menschen zu Sklaven degragieren wollen. So sieht es zumindestens aus. Doch die Hoffnung ist natürlich nicht zu unterschätzen, und hier entwickelt sich eine Einsicht, dass Menschen merken, ihnen gehört nichts, nichteinmal ihr Körper und hier wird es andere Lösungen und Erlösungen geben, die wieder in eine Ordnung zurückführen, die Lebenserhaltender ist, als das was heute passiert. Religio heißt RÜCKBINDUNG an das Ursprüngliche.

  213. @Friedjoch Schoena

    Es dürfte eine der Tücken von Online-Kommunikation sein: Es fehlen so viele Signalebenen (Gesicht, Stimme etc.), dass unsere Nachrichten irgendwie immer wieder aneinander vorbei gehen.

    Nun haben Sie in jedem Ihrer Kommentare auf mein Parteiengagement verwiesen – als ob mich die Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei automatisch zu einem schlechteren Menschen mache. Auch meine ernsthaften Fragen werten Sie als „reaktionäre Antworten“ – dabei waren und sind es erkennbar in freundlichem Ton gestellte Fragen.
    Sie schrieben, Sie wollten „andeuten, dass unser System lokal wie global gegen die Wand fährt und die Auswüchse nicht wegzubalsamieren sind, indem man das als Nonplusultra darstellt, es alternativlos nennt und als Demokratie verkauft.“

    Dazu: Ja, auch ich mache mir Sorgen, sonst würde ich mich ja gar nicht engagieren. Themen wie Verschuldung, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Staatswuchern und nicht zuletzt die Auflösung von Familien und Gemeinschaften einschliesslich des massiven Geburtenrückgangs in unserem Land bewegen (auch?) mich. Und ich denke, dass sich „unser System“ ständig weiterentwickeln muss, wenn es zukunftstauglich sein will. Ich bin aber nicht bereit, es ohne erkennbar bessere Alternative in die Tonne zu treten.

    Zudem sehe ich nicht, dass wir den von uns gewählten Politikern pauschal alle Leistungen absprechen sollten – so verstehe ich Demokratie nicht. Ich habe „unser System“ doch gerade nicht als „Nonplusultra“ dargestellt, als „alternativlos“ benannt oder „als Demokratie verkauft“. Vielmehr habe ich Sie und andere einfach höflich gefragt, wo denn ein besseres System umgesetzt bzw. wie es ausgestaltet sei. Wenn Sie eines zeigen oder benennen können, wäre ich sehr interessiert!

    Eine Frage, lieber Herr Schoena, ist nicht deswegen „reaktionär“, weil sie von einem Christdemokraten gestellt wird. Auch wenn Sie uns „Schwarzen“ das Denken vielleicht gar nicht zutrauen – ich bin wirklich interessiert, Ihre Antworten zu lesen. Sonst hätte ich nicht gefragt.

    Mit herzlichen Grüßen!

  214. @Michael Blume & @Friedjoch Schoena

    Ein unter Demokratieaspekten nicht unwesentlich besseres System scheint mir in der Schweiz zu bestehen. Dort ist lange nicht alles gut, aber die Basisdemokratie führt doch aus meinem Empfinden zu größerer Begeisterung der Bürger für die Demokratie und sie kann Manches bewegen, was sich über Parlamente nie durchsetzen würde (Beispiel Abzocker-Initiatiev).

    Dabei scheint mir gar nicht das Ergebnis das wichtigste zu sein, sondern die Meinungsbildung aller Bürger – wie würden sie denn dort entscheiden und das damit einhergehende Gefühl, wirklich etwas in der Sache mitbestimmen zu können. Auch informieren dort die Politiker besser. Diese Aspekte sind mir auch in Frankreich beim Referendum zum Vertrag über eine Verfassung für Europa aufgefallen: Dort waren viele mit Herzblut dabei, für beide Seiten. In Frankreich ist es aber nicht so leicht wie in der Schweiz, ein Referendum herbeizuführen.

  215. @Noit Atiga

    Ja, für mehr Elemente direkter Demokratie habe ich viel Sympathie! (Wobei auf Entwicklungen wie das Minarett-Verbot u.ä. ebenso hinzuweisen wäre.)

    Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass die hier vorgebrachte „Systemkritik“ sich mit Reformen Richtung Schweiz zufrieden geben könnte. Aber ich bin natürlich offen, neugierig und lernbereit. 🙂

  216. @Michael Blume

    Was die Systemkritik will, weiß ich auch nicht. Und die Nachteile möchte ich keineswegs kleinreden – darum schrieb ich ja auch, dass lange nicht alles gut sei. Andererseits sind mir diese Nachteile auch ein Symptom, wenn man so will ein Hilfeschrei an die Politik. Als verantwortungsvoller Politiker bekommt man dort (jedenfalls aus meiner Sicht) ein besseres Gefühl für das Denken der Bevölkerung als über irgendeine Wahl (obwohl es auch bei der zweiten Runde in Frankreich recht deutlich war, als damals Le Pen gegen Chirac stand).

  217. Panem et circenses; Merkel als Dompteuse

    Mein Eindruck ist schon, dass sich die repräsentative Demokratie in vielen europäischen Ländern vorrangig um den Machterhalt der gerade regierenden Partei dreht. Deutschland ist dafür ein gutes Beispiel mit kaum zu überbietenden Wahlversprechen durch die Kanzlerin wo nicht einmal die Finanzierung sichergestellt wird weil das ja gar nicht notig ist, denn nach der Wahl steht alles sowieso wieder zur Disposition. Die Opposition kann einem da geradezu leid tun, selbst wenn man von deren politischen Positionen nicht viel hält.
    Einer der Gründe für die hohe Verschuldung von Ländern wie Italien, Frankreich und auch Deutschland ist genau in diesem Streben nach Machterhalt zu sehen, wo man sich die Wiederwahl auf Kosten der Zukunft erkauft. Formen der direkten Demokratie sind da ein mögliches Antidot, denn das Volk muss ja länger mit den Folgen der selber gefällten Entscheidungen leben als eine Regierungspartei. Es gibt aber auch europäische Länder ohne direkte Demokratie, die in längeren Zeiträumen denken als das in den Kernländern der EU und in der Südperipherie der Fall ist. Ich denke da an Schweden ( zukunftssicheres Rentensystem ohne nicht haltbare Versprechungen), an Finnland und an Norwegen. Alles Länder mit einer Bevölkerung, die sich nicht so leicht etwas vormachen lässt.
    In den meisten europäischen Ländern herrscht heute aber eine Parteienlogik wo das Wohl der Partei über dem Wohl des Landes und über dem Wohl des Volkes steht. Das zu ändern dürfte aber schwierig sein solange der Wagen einigermaßen läuft. Jedes System hat starke Beharrungskräfte und nicht das Beste gewinnt sondern das am besten Eingespielte.

  218. @Martin Holzherr

    Die Nordländer sind tatsächlich eine Ausnahme – die allerdings auch auf relativ unbeeinträchtigtem Wohlstand beruht und einer recht langen Tradition.

    Was Frau Merkel angeht, möchte ich nur an ihre erste Bundestagswahl erinnnern: Damals trat Merkel als wirkliche Demokratin auf, die keine Parteipolitik betreiben wollte, sondern Bürgerpolitk. Sie nahm kein Blatt vor den Mund und versprach nur, was sie auch halten wollte. Das wollte Deutschland aber nicht – stattdessen wählte es zu großen Teilen den in Blaue versprechenden Busenfreund Putins…

  219. Das System hat leider System

    „Ich bin aber nicht bereit, es ohne erkennbar bessere Alternative in die Tonne zu treten.“

    Höflich nachgefragt? Das will ich Ihnen mal glauben. Auch hier wieder, ich wünsche nicht, das System ‚in die Tonne zu treten‘ weil ich was im Auge habe, was ‚um Dimensionen besser ist‘. Ich bin weder genial noch naiv noch bin ich ein Freund von Machbarkeits-u. Clickschaltermentalität. Ich wünsche mir aber sehnlichst, dass endlich die Informationen die wir über Fehlentwicklungen und drohende Gefahren haben, auch in passenden Konsequenzen münden. Doch leider passiert nichts, ob nun vor nem Rechtsruck gewarnt wird oder Prekarisierung, Bankencrashs, Erderwärmung etc.

    Vor den Küsten Europas sterben Kriegs-und Armutsflüchtlinge und wir fressen jeden Tag unser subventioniertes Antibioseschnitzel.

    Der Schutz und Wachstum des Wohlstands scheint stets alles andere zu überragen, auch diesen Wahlkampf wieder. Dabei wird wahrer Wohlstand, nämlich Zeit, Natur und soziale Einbindung immer exklusiver.

    „Und ich denke, dass sich „unser System“ ständig weiterentwickeln muss, wenn es zukunftstauglich sein will.“

    Zukunftstauglich? Klingt zu sehr nach dem gängigen ‚konkurrenzfähig‘.
    Ich würde es so ausdrücken: Unser System muss sich rasch weiterentwickeln, sonst werden wir uns sehr bald die Vergangenheit herbeiwünschen – und diesmal nicht aus romantischer Verklärung.

    Den von Ihnen genannten ‚demokratischen‘ Parteien traue ich veränderungstechnisch keinen großen Wurf mehr zu, schon gar nicht der amtierenden Regierung, entschuldigen Sie dass ich das jetzt noch mal sagen musste.
    Aber auch bei direkter Demokratie bin ich skeptisch. Viele Bürger sind recht uninformiert oder wurden manipuliert, wie sind sonst die 14 Prozent der FDP 2009 zu erklären?
    Wir könnten gerne mal drüber abstimmen, ob ein neuer Tatort mit Til Schweiger finanziert werden soll. Danach können wir ja sehen…
    Gute Nacht.

  220. glaube an deine schuld

    noch einmal politiker werden von medien, banken und ratingargenturen vorgeführt, so christian wulff, seine abschiedsrede, politiker haben nichts zu bestimmen, so horst seehofer, „diejenigen die entscheiden sind nicht gewählt worden.“ schuldenerlass gibt es nicht, weil ackermann nicht wie herrhausen enden wollte. wer rechnen kann weiß, ein zinseszinssystem wird auf dauer wie im monopoly immer mehr aussaugen auf kosten immer weniger. man hat die lehmann bank zusammen brechen lassen, pech für europa, sie mussten das zahlen, banken wurden gerettet auf kosten der staaten, griechenland, banen wurden gerettet, doch nicht die bürger, amerika ist viel höher verschuldet als griechenland warum wurden sie nicht abgewertet? obwohl sie weltweit das meiste geld gebrauchen, alleine für waffen, um die welt weiter auch mit illegalen waffen in schach zu halten, angela merkel und obama sind politiker und damit marionetten, sie haben nicht wirklich etwas zu sagen und wurden für das herrschende monopolyspiel sorgfältig ausgesucht und werden erpresst. somit geht es hier nicht um feindbilder, sondern dem erbarmungslosen monopolyspiel, was den staaten das leben schwer macht, die sich nicht daran beteiligen wollen, norwegen ist nicht im europarat, und muss sich daher nicht an den transferleistungen beteiligen, es hat bodenschätze wie öl und wasserkraftwerke und daher ist es weniger gebeutelt, in schweden bezahlen unternehmer mehr steuern. durch die globalisierung bezahlen globale unternehmer keine steuern mehr, entlassen aber mitarbeiter und die übernimmt der staat. da immer weniger steuerzahler den staat finanzieren, muss der immer mehr kredite aufnehmen, bis zum zusammenbruch des staatshaushalt. denn fast alle glauben an schuld und damit schulden, jeder beschuldigt einen anderen und das ist die grundlage des gejammers. und das steigt exponential und hier stellt sich die frage was wir tun können? erst einmal erkennen, wir leben in einer mangelgesellschaft, das ist der motor für immer mehr kaufen und besitzen wollen, es ist der mangel, der durch neid gefördert wird, wer in der fülle leben würde, braucht das nicht. doch der unternehmer, der fremdkapital aufgenommen hat, muss das mit zinseszinsen zuückzahlen, er muss also seine produktion vergrößern, und damit ruiniert er den konkurrenten, der das nicht mehr kann oder keine kredite mehr bekommt. menschen werden arbeitslos weil die firmen rationalisieren oder und immer mehr in konkurs gehen. sieht denn diesen kreislauf keiner? wie wäre es denn mal mit etwas wirtschaftskunde bei pro. dr. franz hörmann, der das ende des geldes voraus sagt, denn gibt es das überhaupt? für mich wird geld billionenfach aus luft generiert und verteilt und das ist ein ausgefuchstes betrugssysten: http://www.franzhoermann.com/ und wer spielt da nicht mit?

  221. @Friedjoch Schoena

    Danke für den mit Herzblut verfassten Kommentar. Freilich haben Sie, bei aller Sympathie für Ihre gerechte Empörung, die gestellten Fragen wortreich “nicht“ beantwortet – fast wie einer dieser geschmähten “Systempolitiker“… 😉

    Wollen Sie es noch einmal versuchen oder sollen wir es einfach im Guten belassen?

  222. WIEVIEL ZEIT HABEN WIR?

    DIESER TEXT WURDE MIR HEUTE ZUGESCHICKT Kriseninformationen 1: Ist es schon 5 nach 12 ?
    Regionaut Herbert Unger im Gespräch mit dem Sicherheitspädagogen Ing. Wilmont Franta zur aktuellen Krise:

    Reg. Unger: Herr Franta, wie beurteilen Sie die – teils noch immer nicht ins Bewusstsein vieler Menschen vorgedrungene – aktuelle Krise? Offenbar wird auch vieles verdrängt. Ich bitte um prägnante und auf den Punkt gebrachte Antworten. Und natürlich auch um einige Vorsorgehinweise für unsere Leser. Ich weiß, dass wir nur Teilbereiche streifen können.

    Franta: Richtig, es wird vieles auch verdrängt. Wir haben nicht nur eine unvorstellbare und auch globale Schuldenkrise gerade in den Industriestaaten, sondern auch eine ökonomische Systemkrise infolge des Zinseszinssystems und der substanzlosen Geldschöpfung. Und das alles neben einer kommenden und noch explodierenden Derivat- und Versicherungs-Blase in Billionenhöhe, welche letztlich nicht nur zu sozialen Spannungen bis hin zu Unruhen, sondern darüber hinaus auch zu Veränderungen führen könnte, an die auch wir Fachleute kaum zu denken wagen. Das „Verarmungsrisiko“ wird dem „Verelendungsrisiko“ weichen müssen. Vermutlich auch in unseren Breiten ab ca. 2013.

    Reg. Unger: Wollen Sie unsere Leser schrecken?

    Franta: Nein, aber für Kommendes sensibilisieren und vorbereiten und zu Vorsorge- und Vorbereitungshandlungen anregen. Mehr nicht.

    Reg. Unger: Ich bitte um ein Beispiel.

    Franta: Ich erinnere mich noch an die Situation, als in Wien vor Jahrzehnten viele Menschen in alten Häusern ihre Speisekammer („Speis“) mit Nahrungsmitteln voll hatten und viele Tage hätten davon zehren können. Heute gibt es das bestenfalls noch im ländlichen Raum. Städter sind meist nur imstande sich ca. 2 Tage mit dem was sie zuhause haben, verköstigen zu können. Schon vor Jahrzehnten haben Zivilschutz-Organisationen dazu aufgerufen für zumindest 14 Tage Vorräte anzulegen. Nach heutigem Erkenntnisstand sollte eine Bevorratung für mindestens 4 Monate vorgesehen werden. Denken Sie nur daran, dass das „Just-in-time“- Warenwirtschaftssystem – aus welchem Grund auch immer – auch länger unterbrochen sein könnten und nichts angeliefert werden kann. Ich selbst erinnere mich noch an den so genannten „Frächter-Streik“ vor einigen Jahrzehnten bei uns in Österreich. Und schwups waren die meisten Lebensmittel in den Supermärkte ausverkauft. Vorsogen tut eben immer Not.

    Reg. Unger: Das könnte also heißen, sich die Tiefkühltruhe voll füllen und schon hat man vorgesorgt. Oder?

    Franta: Die Tiefkühltruhe voll zu füllen ist tatsächlich zwar unabdingbar, jedoch darf deren Inhalt niemals als strategische Reserve in die Bedarfsrechnung eingefügt werden, da es im Anlassfall auch zu längeren Stromausfällen – wiederum aus welchen Gründen auch immer – kommen kann und alles unbrauchbar werden könnte. Den fleischlichen Inhalt einer Tiefkühltruhe durch Einwecken „retten“ zu können, bedarf nicht nur einer geübten Fertigkeit, sondern auch entsprechender umfangreicher Utensilien. Aber auch in vielen anderen Bereichen sollte man umfänglich vorsorgen.

    Reg. Unger: Geben Sie unseren Lesern bitte noch ein Beispiel einer krisenhaften Erscheinung, welche – wie auch die jetzige Krise – unterschätzt wurde.

    Franta: Als die für unsinkbar gehaltene „Titanic“ den Eisberg 1912, anlässlich ihrer Jungfernfahrt, rammte, dies die Menschen mehr oder weniger auch mitbekamen bzw. auch fehl-interpretierten, ließ der Kapitän trotzdem einfach die Kapelle weiterspielen und die Menschen tanzten (wie jetzt auch) ausgelassen weiter, da er – wie auch die Passagiere selbst – einfach davon ausging, dass das EU-Schiff, pardon die „Titanic“, ja unsinkbar sei. Deshalb gab es auch viel zu wenig Rettungsboote. Die Folgen kennen wir, und nichts ist „unsinkbar“. Die „Titanic“ war es nicht, und auch die EU und der Euro ist es nicht, wie es sich ja gerade abzeichnet.

    Reg. Unger: Was dürfen wir daraus lernen?

    Franta: Dass wir eben auch über genügend „Rettungsboote“ (Vorräte, Sachgüter, aber auch Gold und Silber, etc. zählen dazu) verfügen sollten und nicht wie bei der „Titanic“ – ihrer angenommenen Unsinkbarkeit wegen – viel zu wenig Rettungsboote bereit halten. Auch dass wir niemandem blind vertrauen dürfen und bei Anzeichen von Gefahr stets auch Handlungen setzen sollten. Umgelegt auf die aktuelle Krise heißt das, dass wir uns beispielsweise nicht kritiklos jeden „EU-Rettungsschmäh“ aufs Aug drücken lassen sollten, zumal es nicht zuletzt auch um unsere eigenen Steuergelder geht, welche – wie in diesem Fall – einzig und alleine den Anleihehaltern, in erster Linie den Banken und Versicherungen, zu Gute kommen. Bisher haben sie ja die Zins- und Zinseszinsgewinne eingestreift, jetzt werden die von ihnen selbst verursachten Verluste durch ihre Politiker-Büttel zu Lasten aller Bürger einfach sozialisiert und trotzdem weiter an der Verschuldungsschraube gedreht wird. Löhne und Pensionen sinken ja gerade in den rettungslos überschuldeten Ländern und in unseren Breiten verlieren wir sogar real durch eine sich gerade beschleunigende Inflation. Das Bisherige ist jedoch erst die „Ouvertüre zur Operette“. Es wird noch dicker kommen. Ein „Haircut“ (Teilverlust des Ersparten) steht vor der Türe und wird uns plötzlich „überfallen“. Neben anderen Grauslichkeiten.

    Reg. Unger: Harsche Worte Herr Franta!

    Franta: Sie haben ja zu Beginn dieses Interview ausdrücklich um prägnante und auf den Punkt gebrachte Antworten gebeten. Hier sind sie.

    Reg. Unger: Vorsorgen heißt ja auch, dass es im Anlassfall sein kann, dass gerade Vorsorgegüter Begehrlichkeiten gerade bei jenen hervorrufen könnten, welche selbst nicht vorgesorgt haben und sich fremden Besitz aneignen wollen. Wie hat man in solch einem Fall vorzugehen?

    Franta: Mit aller gesetzlich möglichen Härte. Ich bin mir bewusst, dass ich mit nachfolgender Aussage nicht im „political correctness-Bereich“ liege, aber gerade deshalb sage ich in aller Deutlichkeit: Wir haben gerade in Österreich die gesetzliche Möglichkeit uns legal mit und ohne Waffendokument auch zu bewaffnen. Viele Langwaffen können wir auch ohne waffenrechtliches Dokument und preislich günstig erwerben. Kurzwaffeninteressenten sollten sich eine Waffenbesitzkarte lösen. Jeder Waffenhändler wird ihnen hier zur Hand gehen und Sie auch umfänglich beraten. Mehr möchte ich hierzu nicht sagen, auch wenn es mir auf der Zunge liegt.

    Reg. Unger: Habe ich Sie richtig verstanden, dass man einfach in ein Waffengeschäft gehen kann und sich z.B. ein Repetiergewehr oder auch eine doppelläufige Flinte inklusive scharfer Munition ohne Waffendokument kaufen kann?

    Franta: Ohne in Details verfallen zu wollen, ja. Aber wie gesagt, der Waffenhändler ihres Vertrauens würde das im Sinne der von mir obig erwähnten Empfehlung gerne alles für Sie erledigen. Nehmen sie diesen Artikel einfach mit und zeigen sie ihm dem Waffenhändler. Er wird Sie gut beraten.

    Reg. Unger: Ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich meine, dass wir noch über viele weiter Sicherheitsthemen plaudern könnten, zumal sie sich – wie sie mir im Vorfeld gesagt haben – schon seit mehr als 23 Jahren mit Krisenszenarien beschäftigen, auch Vorträge dazu halten und Artikel schreiben. Darf ich sie zu ähnlichen Sicherheits-Themen nächsthin wieder aufsuchen?

    Franta: Selbstverständlich, und ich bitte Sie sogar darum. Ich möchte gerne Ihre Leser von Zeit zu Zeit über Dinge informieren, die Sie in der normalen Tagespresse niemals finden werden. So ist das eben in einer „EU-Demokratur“. Es ist tatsächlich schon 5 nach 12 und nur Wenige haben es bemerkt und vorgesorgt.

    Reg. Unger: Danke für das Interview –

    Nächstes Interviewthema: Wie sicher ist mein Geld auf der Bank – die virtuellen Zahlenspiele der Banken

    Ing. Wilmont Franta ist Sicherheitspädagoge in Wien, „Eingetragener Mediator“ im Bundesministerium für Justiz, als Bauingenieur auch ausgebildete Sicherheitsfachkraft (SFK) nach ASchG, Brandschutzbeauftragter und Betrieblicher Ersthelfer. Franta beschäftigt sich auch mit Kriminalprävention und ist Inhaber aufrechter Waffentraggenehmigungen für drei europäische Länder (Ö, CH, D) und hierzu auch umfänglich ausgebildet und ausgerüstet. (E-Mail: ing.w.franta@sicherheit-mediation.com)
    WAS TUN WIR DAMIT`? VERDRÄNGEN ODER EINFACH ANNEHMEN- ALTERNATIVEN ENTWICKELN

  223. Was vergessen?

    “ Freilich haben Sie, bei aller Sympathie für Ihre gerechte Empörung, die gestellten Fragen wortreich “nicht“ beantwortet – fast wie einer dieser geschmähten “Systempolitiker“… 😉 „

    Welche Fragen meinten Sie doch gleich?

  224. @Friedjoch Schoena

    Naja, Sie hatten wieder erklärt, an wen und was Sie alles „nicht“ glauben. Aber ich fragte: Wo ist es um Dimensionen besser? Welche real existierende Gesellschaft findet Ihre Zustimmung?

    Ich bin ehrlich gespannt! 🙂

  225. die ignoranz

    ist die größte Gefahr für das Lebendige. Man hat schon mit dem Experiment von Friedrich II. gesehen, kleine Kinder sterben, wenn sie ignoriert werden. Und weil das auch hier passiert, sehen wir, wie undemokratisch auch hier die Strukturen sind, der Konsens wird dadurch zerstört, und man kümmert sich um das Streitgespräch. Da wir nach hinduistischer Auffassung im Kali Yuga also im Streitzeitalter leben, muss das wohl so sein. Nun hatte ich einen Text eingefügt, wo ein „beamteter anständiger Bürger“ sich in der kommenden Notsituation für die Bewaffung der Besitzenden einsetzt, ein „guter Weg“ zum Bürgerkrieg. Dann sind wir wieder da, dass die Menschen, die sich kein Land erwerben konnten, oder durch Bankschulden verloren haben, die Schuldigen sind, die man erschießen darf, wenn sie vor Hunger durch die Lande streifen, das ist die Situation in Namibia, wo ¾ des Landes den Weißen gehört. Die Afrikaner, die Holz zum Heizen brauchen, werden mit hohen Strafen und mit Gefängnis bestraft. Diesen Zustand haben Demokraten geschaffen, weil sie sich nur um ihre Angelegenheiten gekümmert haben. Doch wer Soziokratie einsetzen würde, kann Einzelne nicht ignorieren, die Letzte kann ihn dazu zwingen auf ihn einzugehen, und hier erst beginnt dass was eine wirkliche Volksherrschaft will: Augenhöhe, in der Jeder und jede gehört wird.

  226. Wer nichts zu verbergen hat, …

    … hat nichts zu befürchten.
    Wer das sagt, soll sich bitte auf der Stelle ausziehen. Tut er es nicht, hat er nichts verstanden, oder lügt.
    Vielleicht öffnet es insbesondere Konservativen Sicherheitsfanatikern die Augen, dass wir kein neues Superrecht (Friedrich) benötigen.
    Das einzige „Supperrecht“ sind die Menschenrechte. Sicherheit kommt immer nach der Freiheit.

    Guter Bericht – Danke!

  227. repitito est mater scholam

    Blume:
    „Naja, Sie hatten wieder erklärt, an wen und was Sie alles „nicht“ glauben. Aber ich fragte: Wo ist es um Dimensionen besser?“

    Aber Herr Blume, dazu habe ich ihnen doch schon einige Zeilen geschrieben.
    Da sieht man wie unterschiedlich unsere Wahrnehmung doch ist.

    Im Prinzip haben wir einen guten demokratischen Apparat, wir Deutschen sind ja schon länger recht versiert in Sachen Systematik.
    Nur krankt es oft an den Vorzeichen, sprich am Ziel. Das lautet bei uns nach wie vor: Weltherrschaft.
    Eine Steigerung unseres Wohlstandes, ja bereits die Aufrechterhaltung, gleicht einer Weltherrschaft. Nur gelingt die Totale Mobilisierung nicht mehr, sie macht auch immer weniger Sinn.
    Wir stagnieren.
    Daher braucht es vermehrt Überwachung, denn wenn der Wachstumsgedanke fällt, entsteht ein gefährliches Vakuum. Schicksalhafter Weise ist der Reichtum sehr unterschiedlich verteilt und die Einwohner dieses Landes könnten nicht mal mehr 2 Wochen überleben ohne das ‚System‘.

    „Welche real existierende Gesellschaft findet Ihre Zustimmung?“

    Ich kann Ihnen keine nennen, ich denke es läuft überall ähnlich, was die Machtverteilung angeht. Ich finde es ganz okay, hier in Deutschland.
    Schön friedlich haben wirs (noch).
    Nur weiß ich nicht, wieviele Menschen anderswo schuften und verelenden, damit ein deutscher Bürger dienstagvormittags schlemmend durch die Einkaufsstraßen schlendern kann.
    Insofern würde ich uns auch nicht ganz vorne ansiedeln.

    Ich habe gehört, dass im Bhutan das Recht auf Glück in der Verfassung steht. Von denen können wir viel lernen, obwohl mit Öffnung des Landes dort auch die Probleme westlicher Zivilisationen Einzug halten.
    Auch fand ich den Gedanken von Herrn Chavez in Venezuela recht bestechend, vom Erdölerlös einfach Wohnungen und Schulen für die Armen zu bauen, statt die Förderung Privatkonzernen zu überlassen und zu hoffen von deren Gewinn was abzukriegen.

    Ich glaube also an die heilsame Wirkung von Verteilungsgerechtigkeit, an inneres Wachstum und an das was eine Gesellschaft leisten kann, wenn die Vorzeichen stimmen.

    Wir sind dringend auf neue Utopien angewiesen, Herr Blume. Daher auch der Link, vielleicht erinnern Sie sich.

    Bleiben Sie wachsam.

  228. @ F. Schoena repitito est mater scholam

    17.07.2013, 17:10

    -> Ein Recht auf Glücklichsein in eine Verfassung zu schreiben, ist ja keine absurde Idee.
    Aber was ist Glücklichsein? Wie ist es und wie wird man es?
    Zum Glück nämlich gibt es dazu ja inzwischen allerhand Pillen und andere neurologische Strategien, um dieses Ziel zu erfüllen. Da braucht es nicht mal die Erfüllung der weltlichen Individualbedingungen, um jemanden glücklich zu machen.

    Was das bedeutet, begreifen sie hoffentlich? Was immer sie meinen was ihnen im Leben fehlt, ist „nicht“ Gegenstand der Problemlösung, sondern ihre Einstellung dazu. Und die kann man eben therapeutisch auf eine erwünschte Version herstellen. Es wird nicht das verändert, was sie etwa stört, sondern sie werden „geändert“, damit der Rest der Welt so bleiben kann, wie er ist.

    Auf solche Rechte kann ich gaaanz selbstlos verzichten. Mit dem bekundeten Mangel an persönlichem Glück veranlassen sie dann jedes mal ihre eigene „Umerziehung“. Wieviel Wert und wieviel Relevanz würden sie dann noch auf ihren eigenen Willen legen(ganz zu schweigen von ihrem „freien“ Willen)?

    Eine Demokratie wäre dann auch nicht mehr nötig. Man ist auch ohne „Glücklich“.

    Aber mal angemerkt: Das ist keine Zukunftsvision, sondern sicher schon heute Alltag.

    Wundern sie sich nicht auch darüber, dass man das Drogenproblem nahezu überhaupt nicht in den Griff bekommt? Es ist gar nicht gewollt. Man macht derweil zwar einige medienwirksame Beschlagnahmungen und Verhaftungen – das wars dann auch schon. Der Anschein des Bemühens sei damit erfüllt.

  229. @F. Schoena

    Herzlichen Dank, meine Fragen sind beantwortet. SO schlecht finden Sie unser „System“ also gar nicht, würden es aber gerne weiterentwickeln und ergänzen. Damit bin ich völlig d’accord.

    Freilich scheinen Ihre Hoffnungen stärker auf den Staat fixiert zu sein (Verfassungsziel „Glück“, Wirtschaftspolitik Venezuela (sic!)). Ich dagegen kann, gerade auch als Bürger und Beamter, nur davor warnen, zuviel Macht und Freiheiten zu verstaatlichen. Staaten, die das Paradies versprachen, führten noch immer in die Hôlle. Dieser Blogpost warnt ja vor den Übergriffen staatlicher Strukturen!

    Aber es ist in einer Demokratie natürlich völlig okay, ja notwendig, verschiedene Meinungen zu hegen. Ich möchte Ihnen daher für den Meinungsaustausch danken und mich erst einmal zurück ziehen. Beste Grüße!

  230. „Ich dagegen kann, gerade auch als Bürger und Beamter, nur davor warnen, zuviel Macht und Freiheiten zu verstaatlichen. Staaten, die das Paradies versprachen, führten noch immer in die Hôlle. Dieser Blogpost warnt ja vor den Übergriffen staatlicher Strukturen!“ Michael Blume

    Wie wahr wie wahr, nur wer führt diese Staaten in die Hölle? Die Frage sei gestellt auf die damals herrschende Praxis in Libyen: Was der Diktator und Tyrann Gaddafi seinem Volk alles antat, wird jetzt täglich Stück für Stück bekannt. Hier eine Aufzählung seiner Grausamkeiten unter denen die Libyer 4 Jahrzehnte leiden mussten.

    1. Es gab keine Stromrechnung in Libyen. Strom war kostenlos für alle Bürger.

    2. Es gab keine Zinsen auf Kredite. Die staatlichen Banken vergaben Darlehen an alle Bürger zu null Prozent Zinsen per Gesetz.

    3. Ein HeimZuhause zu haben galt als ein Menschenrecht in Libyen.

    4. Alle Frischvermählten in Libyen erhielten 50.000 US-Dollar. Dieses Geld sollte den Menschen ermöglichen ihre erste Wohnung zu kaufen. Die Regierung wollte so zum Start einer Familie beitragen.

    5. Bildung und medizinische Behandlungen waren frei in Libyen. Bevor Gaddafi an die Macht kam konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen. Heute liegt die Zahl bei 83 Prozent.

    6. Wollten Libyer in der Landwirtschaft Karriere machen, erhielten sie Ackerland, eine Bauernhaus, Geräte, Saatgut und Vieh als Schnellstart für ihre Farmen und das alles kostenlos.

    7. Wenn Libyer keine Ausbildung oder medizinische Einrichtungen finden konnten die sie benötigten, hatten sie die Möglichkeit mit der Hilfe staatliche Gelder ins Ausland zu gehen. Sie bekamen 2.300 USD im Monat für Unterkunft und Auto gezahlt.

    8. Wenn ein Libyer ein Auto kaufte, subventionierte die Regierung 50 Prozent des Preises.

    9. Der Preis für Benzin in Libyen war 0,14 $ (12 Rappen oder ca. 0,10 Euro) pro Liter.

    10. Wenn ein Libyer keine Arbeit bekam nach dem Studium, zahlte der Staat das durchschnittliche Gehalt des Berufs in dem er eine Arbeit suchte, bis eine fachlich adäquate Beschäftigung gefunden wurde..

    11. Libyen hat keine Auslandsschulden und ihre Reserven in Höhe von 150.000.000.000 $ sind jetzt weltweit eingefroren und wohl für immer verloren.

    12. Ein Teil jeden libyschen Öl-Verkaufs wurde direkt auf die Konten aller libyschen Bürger gutgeschrieben.

    13. Mütter die ein Kind gebaren erhielten 5.000 US-Dollar.

    14. 25 Prozent der Libyer haben einen Hochschulabschluss.

    15. Gaddafi startete Das Great-Man-Made-River-Projekt (GMMRP oder GMMR, dt. Großer menschengemachter Fluss-Projekt) in Libyen Es ist das weltweit größte Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.

    Gott sei Dank haben Nato und Rebellen das libysche Volk davon befreit.

  231. @ axel tigges kein Betreff

    18.07.2013, 01:51

    -> Sind die Punkte allesamt wahr, die du aufzählst?
    Woher kommt die Kenntnis solcher Begebenheiten? Sind sie verlässlich?

    Sieht in etwa nach einem „bedingungslosem Grundeinkommen“ (und mehr) aus.

    Betreffend billigster Energiepreise wissen wir durchaus, dass sie im arabischen Bereich zuweilen öfter vorkommen.

    Und doch musst du aber erklären können, wieso auch in Lybien die Menschen Revolution machten…
    Das wäre nämlich unter den Umständen irgendwie merkwürdig – ich täte das bei solch paradiesischen Umständen nämlich nicht besonders präferieren.

    Aus der Perspektive des Europäers (und auch Amerikaners und sonstige Völker dieser Welt) ergibt sich aber das Problem, sich einzugestehen, dass solcherart interessante Begebenheiten wohl nur deswegen funktionieren, weil eben der Rest der Welt das Öl eben von den Libyern kaufte – und zwar in Unmengen.
    Solche Verhältnisse weltweit unvorstellbar machbar erscheinen.

    Übrigens habe ich mal einen Offizier aus Saudi-Arabien kennen lernen dürfen – im Krankenhaus. Der hatte eine erhebliche Kopfverletzung durch eine Handgranate gehabt (Schädel fast rundum zertrümmert) und wurde offenbar in Deutschland zusammengeflickt. Sah übel aus und eigentlich unglaublich, dass er noch lebte.
    Meine Mutter ist Krankenschwester und sie arbeitete zuletzt über Personalleasing in Privatklinik-Abteilungen, in denen zu großen Teilen ausgerechnet Patienten aus arabischen Regionen behandelt wurden. Viele Kliniken bauen für solche „Kunden“ extra Luxusabteilungen, damit diese Patienten-Gruppen „angemessen“ behandelt werden können (und Kliniken sich angemessen (sic) dafür bezahlen lassen … eh logisch).

  232. @Chris

    @CHRIS
    wenn dir bewusst wird, dass wir medial in einer matrix leben in der das buch von georg orwell 1984 noch weit übertroffen ist, wirst du die fragen nicht mehr stellen. gaddafi hatte durch den ölverkauf die möglichkeit den leuten dieses leben zu ermöglichen, er hat in einem zelt gelebt. stell dir mal obama vor wie lange der in einem zelt überleben würde? so ist zu fragen, wo die diktatoren wirklich sind? und welche lügen uns mit welcher absicht aufgetischt werden? ich verwieß auf aussagen von horst seehofer, das politiker keinen einfluss haben, auf christian wulff, der gehen musste, weil er die banken, medien und ratingargenturen kritisiert hat, dass diese die politiker an der nase durch die manege führen würden, ich habe ackermann zitiert, der nicht wie alfred herrhausen enden wolle, wenn er sich für den schuldenerlass einsetzt. und ich habe einen physikalisch-mathematischen sachverstand und konnte damit recherchieren, das die WTC-türme in amerika nich von terroristen, sondern von amerikanern gesprengt wurden, damit man das nötige feindbild teorrismus verstärken konnte und damit in den hindukusch einfiel und im irak giftgasfabriken suchte, die es nie gab, jedoch dabei mehr als eine millionen menschen tötete. die verhältnisse für die menschen haben sich dadurch erheblich verschlechtert, doch die herrschenden haben ihr öl wie in libyen und es gibt eine vorstellung von einer NWO die versucht wird mit allen nicht legalen mitteln zu erreichen, wobei das geldsystem in sich das allergrößte betrugssytem ist, weil es als art religion die menschheit immer tiefer in die schuld treibt, wer das nicht sieht, oder nicht sehen will, versteht nicht, was menschenwürde ist, die durch diese tatsache allein immer mehr mit füßen getreten werden muss. so ist hartz 4 nach aussagen von götz werner, der sich für ein BGE einsetzt, OFFENER STRAFVOLLZUG und politiker dürfen sich nie dafür einsetzen, so dass es die verwirklichung erreichen könnte, hans althaus von thüringen war der letzte befürworter wurde herausgemobbt, wie christian wulff auch, der möglicherweise, der ESM-vertäge nicht unterschrieben hätte. und horst köhler ist gegangen, weil er aufgedeckt hat, das deutsche soldaten am hindukusch verfassungsbruch betreiben, sie schützen wirtschaftliche interessen und den drogen anbau aber nicht deuschland gegen angreifer von außen, somit ist klar, alle die sich dem dollar nicht unterwerfen, sind die ausgemachten feinde dieser gruppe, die ohne ende AUS LUFT GENERIERTES GELD DRUCKEN und das in der welt verteilen, und alle müssen es nehmen, und mit zins und zinseszins zurückzahlen, das ist das herrschende monopolyspiel, das naürlich die menschen in den abgrund treiben muss, und das setzen die sogenannten demokratischen staaten mit hilfe von nato und uno und anderer nicht legaler waffen durch, die nicht immer funktionieren, wie vogel-und schweinegrippe. in sogenannten demokratischen staaten heute besser überwacht sind als die damalige DDR. so brauche ich nicht belegen, dass gaddafi seine mitbürger gut versorgt hat, da sollte man diplomaten die man persönlich kennt befragen, oder menschen die in libyen gearbeitet haben.ich sehe die absicht und unsere marionetten, die das nicht aufhalten können, die reduktion der menschheit auf 500 millionen menschen, wie die bibel auf den guidestones im staate georgia in stein gehauen, hier sieht man, es ist die herrschende religion, die sich über gott und seine schöpfung stellt und mit ihren vorstellungen und sprüchen wie YES WE CAN und YES WE S CAN, die gesamte menschheit versklaven will. wo ist da der harmlose bürger, der noch die wählt, die nur der order von einer handvoll menschen folgen müssen? Bemerkenswerte Zitate zur Neuen Welt-Ordnung NWO https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=r50yNgN_I3s
    Geoengineering Prof. Claudia v. Werlhof, Bericht a.d. EP Apr 30 http://www.youtube.com/watch?v=9SxccZ3DRQk Es sterben 1000 Kinder pro Stunde wg. dieser Programme

  233. @ axel.tigges @Chris
    18.07.2013, 12:32

    -> Staatssozialismus ist ja neuerdings wieder im Kommen. Die Anzahl der demokratischen Staaten auf der Welt ist in den letzten Jahren wieder zurück gegangen. Am Beispiel Südamerikas erkennt man aber auch gut, wieso das nur funktionieren kann: Venezuela etwa: Öl.

    Nur aufgrund der Ausbeutung der Rohstoffe funktionieren die diesem neuen Staatssozialimus entsprungenen positiven Resultate. Alphabetisierung, Kultur- und Kunstförderung,Sozialleistungen … usw. Das ist aber bei anderen Polit-Systemem nicht anders. Man also doch glücklich darüber sein könnte, dass dieser neue Sozialismus „so“ funktioniert. (?)

    Doch, Belege solcher visionierten Aussagen wären nicht schlecht. Selbst wenn ich Diplomaten kennen würde, wären sie eben auch nur Erzähler von Anekdoten.

    Und noch was: Auch wenn Geld an jeder Sache und jedem Ablauf auf der Welt beteiligt ist; ist es absout keine gescheite Argumentation für oder gegen etwas. Das, gerade weil Geld immer ein Problem sei – was auch nach deiner Vision ein wesendlicher Anteil Konstrukt sei. Mit Geld wird jede Argumentation zum Totschlagargument und es wird somit unmöglich an wesendliche Kernprobleme zu denken. Und da gibt es noch welche, an die keiner glauben will.

    Und bezüglich Matrixen: Das ist ja das Problem solcher Visionen; dass sie nicht preisgeben, was wirklich abläuft. Und deshalb können auch deine Informationen entweder auch nicht oder eben auch nur die halbe Wahrheit sein.

  234. @Chris

    Nun, das wird für Dich so sein, nun beschäftige ich mit Quanten- und Metaphysik, so beschäftigte ich mit Kabbala, die von den zehn Weisen von ZION entwickelt wurde, die Dollarnote wurde auf Prinzipen dieser Kabbala gestaltet. Und da mir bewusst ist, dass das System nicht zu Ende gedacht wurde, habe ich einen Vortrag bei Prof. Dr. Davidowicz in Wien besucht. Und er hat mir in einem Diavortrag ein Bild gezeigt, was dem schamanistischen Erkenntnissen eines Lebensbaum sehr ähnelten,
    http://shamanicdrumm.files.wordpress.com/…98.gif
    der wieder mit Gerschom Scholem und Martin Buber verbunden war. Gerschom Scholem hat nun eine Preis aus der Rothschildfamilie erhalten, von der schon Heinrich Heine wusste: DAS GELD IST UNSER GOTT UND ROTHSCHILD SEIN PROPHET. Da ich mich mit Eugen Biser in Bezug auf Martin Buber intensiv auseinandergesetzt habe, war mir klar, was hinter diesen Glasperlenspielen verborgen war. Und das hat mir Robert Spaemann, der sich auch mit diesen Bereichen beschäftigt hat bestätigt: http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Spaemann
    So konnte ich den Kampf der Opus Dei-Brüder mit den Freimaurern durchschauen, und den Schatz des Zweiten Vatikanums heben, und das Geheimnis der Eucharistie lüften. Doch wenn interessiert das? Die Mächtigen schon, denn sie haben einen Plan und die Verheißung in den Kirchen hat auch einen Plan, doch welcher Gelabhängige interessiert sich dafür? Doch wenn Du in der Lage bist diesen alten Lebensbaum zu verstehen,
    http://mms.new-paradigm.net/…reeoflifeicon-1.png

    können wir gerne auf der Ebene weiter reden, mich interessieren die Grundlagen, und die Erweiterung, die dem was wir Wahrheit nennen näher kommt. Die Wahrheit findest du in keinem menschlichen System, sondern nur das TUN im NICHTTUN

  235. EIN INTERESSANTER BEITRAG ZUM THEMA

    Deine Unterstützung ist gewünscht! – Politiker spricht Klartext
    Veröffentlicht am 18. Juli 2013 von staseve

    Am 12.07. hat es beim WDR5 in der Sendung Mittagsecho ein Interview mit dem Titel: “Datenschutz und Abhören. Wann fallen die Alliierten-Gesetze, die die Souveränität Deutschlands einschränken?” Interview mit Hans-Christian Ströbele, MdB Bündnis 90 / Die Grünen. Sinngemäßer Inhalt, was mir ein Leser (Dank an Uwe) mitgeteilt hatte: “die BRD ist besetztes Gebiet, die BRD wurde in Geheimverträgen verpflichtet, den Geheimdiensten der westlichen Besatzermächte jegliches Abhören etc. zu gestatten, jede neu gewählte Regierung muss das Versprechen erneuern….und die großen Parteien hätten alle davon Kenntnis, und er würde sich im Falle einer Regierungsbeteiligung dafür einsetzen, diese alten Abmachungen aufzulösen….
    Das ist für Interessierte der Materie nichts Neues: Neu ist nur, dass sich wieder einmal Politiker wagt, es der Bevölkerung mitzuteilen, was längst überfällig ist. Unter dem Begriff “Kanzlerakte” ist schon einiges geschrieben worden. Auszug aus dem Buch «Die deutsche Karte – Das verdeckte Spiel der geheimen Dienste» Seite 21: “

    «Der geheime Staatsvertrag von 21. Mai 1949 wurde vom
    Bundesnachrichtendienst unter ‹Strengste Vertraulichkeit› eingestuft. In ihm
    wurden die grundlegenden Vorbehalte der Sieger für die Souveränität der
    Bundesrepublik bis zum Jahre 2099 festgeschrieben, was heute wohl kaum jemandem bewusst sein dürfte. Danach wurde einmal der «Medienvorbehalt
    der alliierten Mächte über deutsche Zeitungs- und Rundfunkmedien bis zum
    Jahr 2099 fixiert. Zum anderen wurde geregelt, dass jeder Bundeskanzler
    Deutschlands auf Anordnung der Alliierten vor Ablegung des Amtseides die
    sogenannte ‹Kanzlerakte› zu unterschreiben hatte. Darüber hinaus bleiben
    die Goldreserve n der Bundesrepublik durch die Alliierten gepfändet

    Quelle: Gerd-Helmut Komossa, “Die deutsche Karte: Das versteckte Spiel der geheimen Dienste”, Ein Amtschef des MAD berichtet, Ares Verlag.

    Wer hat zufällig eine Aufzeichnung des Interviews? Denn leider gibt es die weder im Büro von Ströbele noch beim WDR. Und den BND oder den Verfassungsschutz danach zu fragen, obwohl die sicherlich einen Mitschnitt haben, ist ja wohl sinnlos. Es wird Zeit, dass die Deutsche Bevölkerung die Wahrheit erfährt und zwar vollumfassend. Auch DIE ZEIT hatte bereits 2009 darüber berichtet. Ein Thema das für einen Medienaufstand reichen sollte. Aufmerksamkeit Fehlanzeige. Guido Grandt kommt allerdings zu einem andern Schluss: siehe HIER. Er geht davon aus, daß diese Kanzlerakte nicht existiert, was aber nicht bedeuten muss, dass nichts anderes existiert, was die gleichen Auswirkungen hat. Die Indizien sind zu erschlagend und die Frage sei erlaubt, ob das Kanzleramt die Wahrheit sagt. Wir sind ja leider viel zu oft von Politikern (auch den eigenen) belogen und betrogen worden.
    Auch wenn es vielleicht vorerst nicht allzu viel ändern sollte, aber wir, die Bürger sollten es wissen und eines Tages werden vielleicht auch die zigtausenden in Deutschland stationierten US Besatzungstruppen wieder abziehen, so wie auch die Mauer gefallen ist. Die Zeit wird es zeigen und Snowden hat seinen Beitrag dazu geleistet und sollte deshalb den Friedensnobelpreis erhalten, den Obama abzugeben hat.

    Währenddessen hatte sich am Mittwoch der unfassbare Dilletantismus der reGIERung Merkel oder der unglaubliche Betrug an der Bevölkerung in Verbindung mit strafbaren Handlungen fortgesetzt.

    Quelle: z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.de vom 18.07.2013

  236. gegendarstellung

    Sehr geehrter Herr Blume,
    hier spricht der böse Journalist, der Ihnen den Karrierestart erschwerte. Das tut mir noch heute leid, aber es ging nicht anders.

    Erinnern Sie sich noch, wie Sie mir damals am Telefon unter Hinweis auf Frau und Kind ausreden wollten, dass ich über den Vorgang berichte? Tja, ging leider nicht, ich musste und muss meinen Job tun: Schreiben, was ist. Und nicht nur das schreiben, was die Betroffenen gerne über sich lesen würden. Insofern habe ich Ihre Ausführungen über Qualitätsjournalismus, wie Sie ihn verstehen, mit Amusement gelesen.

    Ihnen hat’s ja unterm Strich nicht geschadet, Sie sind ja mittlerweile zum Stabstellenleiter aufgestiegen. Und wie ich sehe, geben Sie immer noch die verfolgte Unschuld, benutzen diesen Vorgang dazu, um immer mal wieder eine kleine Mitleidswelle zu inszenieren, auf der Sie dann gekonnt surfen – Respekt!

    Ich will Sie von Ihrer Selbstinszenierung gar nicht lange abhalten. Unten habe ich beide Artikel angehängt, die ich über Sie geschrieben habe. Dann kann sich jeder ein Urteil bilden. Im zweiten Artikel kommt übrigens die Islamexpertin Spuler-Stegemann zu Wort – die gehört aus Ihrer Sicht sicher auch zur dunklen Seite der Macht.

    Ausdrücklich widersprechen will ich nur dem einen Absatz über unser Telefonat:

    Sie schreiben:

    „Ich werde nie den Anruf eines Journalisten von den „Stuttgarter Nachrichten“ vergessen, in dem mich dieser allen Ernstes fragte, ob ich ihm denn „beweisen“ könne, Christ zu sein – schließlich sei ich „doch mit einer Muslimin verheiratet“. Ob ich nicht zugeben wolle, „heimlich konvertiert“ und in die Landesverwaltung „eingeschleust worden“ zu sein? Ob ich denn „ausschließen könne“, dass ein muslimischer Freund „Mitglied bei Milli Görüs war oder noch ist?“ (War er nie – aber da schlucken Sie erstmal…) Ob meine Frau eigentlich Kopftuch trägt? (Nein. Und wenn?)“

    Das ist meiner Erinnerung nach alles erstunken und erlogen, was Sie da behaupten, lieber Herr Blume. So stellen Sie sich vielleicht in Ihrer Erinnerung einen bösen Journalisten vor, dass der fragt: Können Sie beweisen, dass Sie Christ sind? Sagen Sie sofort und unfallfrei das Vaterunser auf!
    Solche Journalisten kommen nicht einmal in klischeebeladenen Vorabendserien vor, da hat Ihnen Ihr Hang zur Selbstgefälligkeit mal wieder einen Streich gespielt.

    Im übrigen ist nichts von dem im Artikel enthalten – außer dem Hinweis auf Ihre türkische Frau. Insofern versuchen Sie offenkundig, mit diesem Anekdötchen, das Sie sich wie so viele zurecht gebogen haben, vom Kern der Sache abzulenken.

    Wissen Sie was? Ich dachte eigentlich, Sie hätten aus der Sache was gelernt. Immerhin sind Sie jetzt zehn Jahre lang kaum mehr negativ aufgefallen. Dann hätte mein Artikel das bewirkt, was kritische Berichterstattung bewirken soll. Aber dieser Blogeintrag ist ein Rückschlag, Sie sollten wirklich noch etwas selbstkritischer werden.

    Und dann das Ganze noch mit der Ausspähaffäre in Verbindung zu bringen – Respekt! Die Mail, mit der Sie sich selbst in Schwierigkeiten gebracht haben, war eine Art Rundmail an alle, die bei Ihrer Doktorarbeit mitgemacht haben. Die hatte eine so große Verbreitung, die kann dann auch mal bei einem Journalisten landen. Also kein Ausspähen, Abhören eines einzelnen guten Menschen. Sie haben einfach nur einen Fehler gemacht. Mindestens einen. Aber das einzugestehen, wäre ja langweilig, dann könnte man nicht so schöne Weltverbesserungskommentare schreiben.

    So, hier folgen nun die Artikel.

    Weiterhin gutes Lamentieren

    wünscht Ihnen
    Rainer Wehaus

    28.07.2003 Seite 3 102 Zeilen HINT

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    In Kontakt mit Extremisten? Heftiger Streit um Islam-Berater in Stuttgarter Regierungszentrale
    Staatsminister Palmer hält trotz Bedenken des Verfassungsschutzes an Parteifreund fest
    Reicht der Einfluss von Islamisten mittlerweile bis in Baden-Württembergs Regierungszentrale? Diese bange Frage stellt sich der Verfassungsschutz angesichts eines Islam-Beraters, den Staatsminister Christoph Palmer beschäftigt.
    Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Vielleicht hat Herbert Landolin Müller an diesen Spruch gedacht, als er unlängst ein Gespräch in der Regierungszentrale hatte. Der Verfassungsschützer trug seine Bedenken hinsichtlich eines aufstrebenden Christdemokraten vor, den Staatsminister Christoph Palmer (41) vor wenigen Monaten – ohne Verfassungsschutz oder Öffentlichkeit zu informieren – in Teilzeit als Islam-Berater in die Grundsatzabteilung des Staatsministeriums geholt hat.

    VON RAINER WEHAUS

    Der junge Mann, warnte Müller seine politischen Vorgesetzten, grenze sich nicht ausreichend gegenüber Islamisten ab und übernehme teilweise deren Thesen. Als Beleg führte er die Magisterarbeit des Beraters an, die – zusammen mit anderen Schriftstücken – dem Verfassungsschutz und unserer Zeitung zugespielt wurde und die höchst unterschiedlich beurteilt wird. Während das Werk von den Religionswissenschaftlern der Uni Tübingen im Frühjahr die Bestnote erhielt, wird es vom Verfassungsschutz verrissen. „Das ist keine Wissenschaft, das ist ein Selbstfindungstrip in Sachen Religion“, heißt es dort. Ein Trip, der nicht ungefährlich sei. Allein schon im Titel der Arbeit, in dem von einer „neuen, islamischen Elite“ die Rede ist, übernehme der Autor Thesen von Islamisten. Der junge Mann blende die Gefahren, die von oft extremistisch beeinflussten Muslim-Verbänden wie Milli Görüs ausgingen, weit gehend aus. Selbst ausgewiesene Islamisten handle er „völlig unkritisch“ ab.

    Noch beunruhigender finden die Staatsschützer eine Rundmail des jungen Mannes an jene Muslime, die ihm für sein Werk Rede und Antwort standen. Dort schwärmt er vom „regen Austausch“ mit einem Islamisten mit Decknamen „ferramis“ – ein Austausch, „der – so Gott erlaubt – nicht abreißen soll“, wie es in der Mail heißt. Der junge Mann verkündet seinen „lieben Freunden“ auch stolz seine neue Stelle in der Regierungszentrale, in der er weiter für „eine faire Bewertung des Islam“ eintreten wolle. Er hoffe daher, „mit einigen von Euch wieder einmal zusammen wirken zu dürfen“. Eine Vorstellung, vor der es dem Verfassungsschutz graust. Denn von den Gesprächspartnern des Autors hält man dort nicht viel. „Da kommt unsere Kundschaft hoch.“ Fazit der Fahnder: Hier werde genau die Art von Dialog mit Muslimen geführt, „vor der wir seit Jahren warnen“. Ein Dialog, der der „schleichenden Islamisierung“ unserer Gesellschaft Vorschub leiste.

    Im Staatsministerium hörte man sich derlei zwar freundlich an, befand aber nach eigener Überprüfung des Falls, dass man Müllers Bedenken nicht teile. Sie seien, so heißt es dort auf Anfrage unserer Zeitung, „nicht begründet“. Man werde die „fruchtbare Zusammenarbeit“ mit dem Berater fortsetzen.

    Damit wird einer von höchster Stelle vor den Kopf gestoßen, mit dem sich Baden-Württembergs Regierung sonst gerne schmückt. Mit Müller hat das Land einen der bundesweit führenden Islamismus-Experten in Diensten. Der promovierte Islamwissenschaftler, der in Tunis studiert und in Marokko gearbeitet hat, leitet beim Landesamt für Verfassungsschutz die Kompetenzgruppe Islamismus (KGI) – eine Einheit, die das Land nach dem 11. September 2001 mit Millionenaufwand ausgebaut hat. 35 Fachleute beschäftigen sich seitdem mit den Gefahren, die von Islamisten für unsere Gesellschaft ausgehen. Doch allmählich beschleicht sie das Gefühl, dass ihre Erkenntnisse zwar bundesweit gefragt sind, der eigene Dienstherr sich aber nur dann dafür interessiert, wenn es ihm politisch passt.

    Dass Palmer die Bedenken der Experten, die es eigentlich besser wissen müssten, derart vom Tisch wischt, lässt die Vermutungen sprießen. Schützt er vor allem einen politischen Zögling? Oder will die CDU um jeden Preis muslimische Wähler gewinnen? Sicher ist nur, dass Palmers Verhalten so manchem Verfassungsschützer Motivationsprobleme beschert. „Wofür arbeiten wir hier denn noch?“, empört sich einer. „Dann sollen sie doch die Sicherheitsbehörden abschaffen und warten, bis es wieder kracht.“

    Auch Michael Blume ist aufgebracht. Er ist der junge Mann, der die Staatsschützer so beunruhigt. Blume (27) gilt als engagierter Kämpfer für einen Dialog zwischen Christen und Muslimen. 1998 gründete er, der für die CDU im Gemeinderat von Filderstadt sitzt und die Junge Union (JU) im Kreis Esslingen anführt, die Christliche Islamische Gesellschaft (cig), die unter anderem vom Bau einer Begegnungsstätte der Religionen träumt. „Abrahamshaus“ nennt sich das Projekt, das Kritiker für „theologischen Humbug“ halten, von dem aber Palmer und andere Landespolitiker so begeistert sind, dass Blume im Falle der Realisierung auf Fördergelder des Landes hoffen darf.

    Der Protestant Blume ist seit sechs Jahren mit einer Muslima verheiratet, seit kurzem stolzer Vater und versteht nun die Welt nicht mehr: Ausgerechnet er, dem man in manchem islamischem Land wegen seiner Ehe den Kopf abschlagen würde, soll den Islamisten das Wort reden? Ausgerechnet er soll naiv sein und sich von Radikalen „einseifen“ lassen, wie man im Verfassungsschutz meint? Nein, Blume fühlt sich missverstanden und verfolgt. Er vermutet türkische „Kemalisten“ hinter dem Ganzen, die Muslime streng kontrollieren und in ihre Schranken weisen wollten. Die versuchten nun, mit Hilfe des Verfassungsschutzes und der Presse ihn fertig zu machen. Das erinnere ihn, sagt er, an die Kommunisten-Hatz damals in Amerika.

    Von dieser Sicht der Dinge hat Blume offenbar auch seinen Parteifreund Palmer überzeugt. Das Staatsministerium sehe die Gefahr, so heißt es, „dass Herr Blume Opfer einer Kampagne von Gruppierungen ist, denen der interkulturelle und interreligiöse Dialog . . . politisch nicht genehm ist.“

    Das letzte Wort dürfte damit noch nicht gesprochen sein. Der Verfassungsschutz sieht sich durch den Kampagnenvorwurf in seinen Bedenken gegen Blume bestärkt. „Das sind Totschlagargumente, wie sie auch die Islamisten benutzen“, heißt es dort. Und was das Staatsministerium angeht: „Die haben nichts kapiert“, seufzt ein Fahnder. Die Opposition im Landtag will der Regierung nun mit Fragen zusetzen. Denn wenn die Vorwürfe gegen Blume stimmten, so SPD-Extremismusexperte Stephan Braun, „dann ist das ein richtiger Hammer“.

    04.11.2003 Seite 5 68 Zeilen LANA

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    Umstrittener Islam-Berater soll weiter für Palmer arbeiten
    Staatsminister will Vertrag verlängern – Aussprache mit Verfassungsschutz – Expertin sieht „fatalen Irrtum“
    Stuttgart – Der umstrittene Islam-Berater Michael Blume, gegen den das Landesamt für Verfassungsschutz Bedenken vorbrachte, darf voraussichtlich weiter in der baden-württembergischen Regierungszentrale arbeiten.

    VON RAINER WEHAUS

    Staatsminister Christoph Palmer (CDU) scheint entschlossen, den zum Jahresende auslaufenden Zeitvertrag seines Parteifreundes zu verlängern. „Wir sind mit der Arbeit von Herrn Blume sehr zufrieden“, sagte ein Sprecher des Staatsministeriums auf Anfrage unserer Zeitung. Eine Entscheidung über die Beibehaltung der neu geschaffenen Stelle sei aber noch nicht gefallen.

    Blume arbeitet seit April (von zu Hause aus und in Teilzeit) der Grundsatzabteilung des Staatsministeriums zu und soll sich unter anderem um einen verstärkten Dialog mit den rund 400 000 Muslimen im Südwesten bemühen. In die Kritik geraten war der 27-Jährige aus Filderstadt, der mit einer Muslima verheiratet ist und sich sehr im christlich-islamischen Dialog engagiert, hauptsächlich wegen seiner Magisterarbeit über eine „neue, islamische Elite“ in Deutschland. Nach Ansicht des Verfassungsschutzes blendet Blume darin die Gefahr, die von radikalen, nur vordergründig dialogbereiten Muslimverbänden ausgeht, weit gehend aus. Zudem lässt er relativ unkritisch einen ausgewiesenen Extremisten mit Decknamen „ferramis“ zu Wort kommen, mit dem sich Blume, wie er in einer Mail schrieb, auch nach Beendigung seiner Magisterarbeit gerne weiter austauschen wollte. Ein Vorsatz, den er nach eigenem Bekunden dann aber doch nicht umsetzte.

    Das Staatsministerium hält die Bedenken des Verfassungsschutzes, die Ende Juli öffentlich wurden, für „nicht begründet“; Blume selbst zeigte sich empört. Inzwischen gab es eine Aussprache. Laut Staatsministerium hat das Gespräch bestätigt, dass in der Einschätzung des christlich-islamischen Dialogs „Übereinstimmung“ bestehe. Das Landesamt für Verfassungsschutz, das der Regierung unterstellt ist, will sich zu dem Gespräch nicht äußern.

    Die SPD im Landtag beklagt derweil, dass Palmer eine parlamentarische Anfrage zu dem Fall nur ausweichend beantwortet habe. „Im Grunde ist das eine Unverschämtheit“, sagt der SPD-Extremismusexperte Stephan Braun. Der Abgeordnete will nun im Ständigen Ausschuss des Landtags noch einmal nachhaken.

    Nach Ansicht der angesehen Islamexpertin Ursula Spuler-Stegemann hätte der Streit um Blume rasch entschärft werden können, „wenn sich Herr Blume zu seinem fatalen Irrtum und Fehler bekannt hätte“. Es sei ein „schlimmer Schlag in das Gesicht der liberalen, integrierten und integrierbaren Muslime“, wenn ein radikaler Demokratiefeind wie „ferramis“ als Vertreter einer neuen, islamischen Elite dargestellt werde, so die Marburger Religionswissenschaftlerin gegenüber unserer Zeitung.

    Wie auch die Experten vom Verfassungsschutz empfiehlt sie dem Land, wegzukommen vom Dialog mit organisierten Gruppierungen, die oftmals in Deutschland einen strenge Form des Islam durchsetzen wollten – eine Form, „vor der viele Muslime hierher geflohen sind“. Stattdessen müsse die Zusammenarbeit mit säkular eingestellten Muslimen gesucht werden. „Nur dann wird man politisch weiterkommen.“ Leider sei die herkömmliche Form des Dialogs schon jahrelang festgefahren, sagt sie und meint mit Blick auf Blume und Palmer: „Wer gibt schon gerne zu, dass er geirrt hat?“

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    © 2003 Stuttgarter Nachrichten

  237. @Rainer Wehaus

    Herzlichen Dank für Ihren aufschlussreichen Kommentar, der m.E. auch im Ton für sich selber spricht! Selbstverständlich halte ich an meiner Darstellung nicht nur fest, sondern behalte mir auch vor, sie bei Gelegenheit mit Belegen weiter auszubauen.

    Wie es sich gehört, habe ich hier bewusst auf Namensnennung verzichtet – also die Rücksicht geübt, die ich mir damals auch selbst gewünscht hatte. Ebenso dürfen Sie sich darauf verlassen, dass ich nie Ihre privaten Familienverhältnisse ausforschen und mich dann öffentlich und mit süffisanten Untertönen darüber auslassen werde, wie Sie es taten. Hat es Sie wirklich nie nachdenklich gemacht, dass ausgerechnet die „Junge Freiheit“ auf Ihren Zug sprang?

    Bezeichnend auch, dass außer Ihnen ja noch ein ebenfalls erwähnter, türkischstämmiger Journalist beteiligt war, der Ihnen Material zugespielt hat und kurz nach der Affäre auch wiederum in den Stuttgarter Nachrichten publizieren durfte. Schon ein starkes Stück, dass Sie meinen damaligen Hinweis auf ihn als einen bekannten „Kemalisten“ wiederum als Verschwörungstheorie abtaten, obwohl Sie doch selbst die Hintergründe kannten. Da gäbe es wohl noch einiges aufzuklären… Mal schauen, ob und was da noch so alles ans Licht kommt.

    Ich habe jahrelang darauf gewartet, dass Sie einmal auf mich zukommen und das persönliche, klärende Gespräch suchen würden. Immerhin hatten Sie ja ausführlich mit anderen „über“ mich gesprochen. Dass Sie bereits damals ein mediales “Urteil“ fällten ist ja eine Sache – dass das allein durch “Ferndiagnose“ geschah und geschieht, eine andere.

    Haben Sie wirklich keinen Moment daran gedacht, was Sie damit einer jungen Familie antaten? Es ist doch zynisch, mir zu schreiben, es hätte „meiner Karriere nicht geschadet“ – war das etwa Ihr Ziel? Warum? Was haben wir Ihnen denn jemals getan?

    So darf ich mich also immerhin freuen, dass Sie sich nun doch noch an uns erinnern.

    Zur Frage von “Fehler gemacht“ nur schonmal der Hinweis, dass es um meine Magister-, nicht um meine (spätere) Doktorarbeit ging. Und dass die – sehr erfreuliche – Benotung durch die Universität erfolgte. Die Freiheit von Forschung und Lehre bleibt m.E. ein hohes Grundrecht, für das ich auch zukünftig wenn nötig eintreten werde. Noch müssen sich Wissenschaftler in Deutschland ihre Forschungs- und Publikationsvorhaben nicht vorab von in- und ausländischen Sicherheitsdiensten genehmigen lassen – und ich hoffe doch sehr, dass das auch so bleibt.

    Mich würde es auf jeden Fall freuen, wenn sich doch einmal die Gelegenheit zu einem klärenden, persönlichen Gespräch ergäbe. Ich bleibe gerne bereit dazu. Ihnen alles Gute, vielleicht ja bis dann einmal!

  238. chris & rainer wehaus

    durch ihre beiträge ist mir nocheinmal bewusst geworden, hier will sich jemand als „sauberer Politiker“ darstellen und für eine Demokratie werben, die jedoch in sich verlogen sein muss, so halte ich mich an diese Aussagen, und prüfe in wie weit ich das Gute „füttere“
    Eine indianische Legende besagt: an einem Abend vor dem Lagerfeuer erzählte ein alter Cherokee Indianer seinem Enkel die Geschichte über den Kampf, der in allen Menschen vorgeht. Er sagte:

    „Mein Sohn, der Kampf zwischen zwei Wölfen findet in uns allen statt. Einer ist das Böse. Es ist Zorn, Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Missgunst, Minderwertigkeit, Lügen, falscher Stolz, Überheblichkeit und Egoismus.

    Der andere ist das Gute. Es ist Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit, Bescheidenheit, Güte, Nächstenliebe, Mitgefühl, Grosszügigkeit, Wahrheit, Einfühlungsvermögen und Glaube.“

    Der Enkel dachte für einen Moment darüber nach und fragte den Grossvater:

    „Welcher Wolf gewinnt?“

    Der alte Indianer antwortete:

    „Der, den du mit Futter versorgst.“

    (Verfasser ist mir unbekannt)

  239. @ axel Tigges

    Du wirst mich falsch verstanden haben.

    Und deine Anekdote über die Wölfe ist eben nur eine. Mir ist der Zusammenhang auch völlig unklar.

  240. @axel tigges

    Wie kommen Sie darauf, dass „eine Demokratie in sich verlogen sein muss?“ Naja, weiter oben haben Sie ja auch schon über die „Rothschild-Verschwörung“ schwadroniert – war ja klar, dass der antisemitische Mist jetzt wieder hochkommen musste. Ich denke nicht, dass Herr Wehaus das erreichen wollte…

    Naja, da werde ich wohl wieder eine Zeit lang hier strenger moderieren müssen…

  241. Herr Blume, …

    Wieso haben sié meinen Kommentar gelöscht?

    Der war kritisch, aber wohlwollend gemeint.

    Ja, danke, aber die Fairnessregeln der Blogmoderation gelten auch gegenüber Herrn Wehaus. Wie bereits mehrfach betont lehne ich allzu persönliche Anwürfe auch zu Fragen von Qualifikationen etc. ab und will nicht, dass mir oder auch anderen Blogteilnehmenden persönlich zu nahe getreten wird. Sie sehen ja, wie sich @axel tigges auch Ihnen gegenüber hochgeschraubt hat – bitte haben Sie Verständnis, dass ich hier bewusst Grenzen ziehe. Vielleicht wollen Sie und @axel tigges sich eine Pause gönnen bzw. eher zu anderen Blogposts einbringen? M.B.

  242. gelöscht

    @chris
    es tut mir leid, wenn du mich nicht verstanden hast, doch wenn führende politiker wie horst seehofer sagen, dass nicht politiker das sagen haben, und christian wulff sagte, das politiker von medien, ratingargenturen und banken wie in einer manege vorgeführt werden, so ist das ein indiz dafür. der andere fundamentale ansatz ist, wer häufig gegen den franktionszwang verstößt wird in der regel von der partei nicht mehr aufgestellt. hier zeigt sich deutlich, die parteiengefüge sind dazu verurteilt in konkurrenz zu bleiben, doch das ergebnis ist, dass es menschen gibt, die diese existierende streitkultur nutzen, um im geheimen ihre spiele mit der menschheit zu treiben, ob das heinrich heine jetzt rothschild nennt, oder andere geldgeber ist gleich, doch erbarmungslos gibt es von ihnen kein schuldenerlass,wie das herrhausen wollte und ackermann sich nicht traute zu fordern weil er nicht das schicksal von herrhausen erleiden wollte, das wissen auch alle politiker, deshalb setzt sich kaum einer für BGE ein, sondern predigt vollbeschäftigung, damit in immer kürzere zeit noch mehr ressourcen verschleudert werden, die nicht den mensch und die natur fördern, sondern den wachstums wahn, der uns alle umbringen muss, so sieht es aus, im sinne von AUGE UM AUGE zahn um zahn. was hat das mit christlicher politik zu tun? und hierfür postuliert doch michael blume diesen blog für mehr anständigkeit. und wenn ich nun die weisheit der indianer dahin gehend untersuche, sagt genau das dieser einwurf, was soll ich füttern? das konkurrenzsystem was uns AUGE UM AUGE – ZAHN UM ZAHN zeigt, oder „Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit, Bescheidenheit, Güte, Nächstenliebe, Mitgefühl, Grosszügigkeit, Wahrheit, Einfühlungsvermögen und Glaube.“

  243. zur sache

    Sehr geehrter Herr Blume,

    Ihre Erwiderung zeigt mir, dass Sie noch immer nicht verstanden haben, was einen „echten“ Journalisten ausmacht: Er macht sich nicht gemein mit einer Sache, auch nicht mit einer vermeintlich guten (das Zitat stammt, wie Sie wissen, sinngemäß so von Hajo Friedrichs). Sein einziges Ziel muss es sein, möglichst wahrheitsgetreu zu berichten. Es ist mir schnurzpiepegal, von wem Hinweise oder Informationen stammen – von mir aus vom Satan höchstpersönlich. Ich recherchiere das dann nach oder ermittle die Sache aus, wie man wohl bei der Polizei sagt, und entscheide dann, ob und was ich schreibe. Manchmal bestätigen sich die Infos, manchmal erscheint die Sache in einem ganz anderen Licht oder die Geschichte ist keine mehr. Wenn sich die Infos weitgehend bestätigen, dann schreibe ich das und das gefällt natürlich dem Informanten. Das war sein Ziel. Bevor Sie das jetzt „Instrumentalisieren“ nennen, sollten Sie mal darüber nachdenken: Was wäre, wenn Sie mir einen Tipp über bislang unveröffentliche Missstände bei der Jungen Freiheit geben würden? Würden Sie da nicht erwarten, dass ich das überprüfe und dann auch drüber berichte, sollten ihre Hinweise stimmen? Und was würden Sie von mir halten, wenn ich Ihnen dann sagte: Die Vorwürfe stimmen zwar, aber das sind so nette Jungs, die haben alle Familie, das kann ich jetzt wirklich nicht schreiben.

    In Ihrem konkreten Fall haben sich nun einmal Hinweise, dass der Verfassungsschutz Anstoß an Ihrer Magister-Arbeit und einer Mail nimmt, bestätigt. Das ist der Kern der Sache, darüber habe ich dann letztlich berichtet. Dass das für Sie unangenehm war, ist keine Frage und war mir klar. Aber ich habe weder die Magister-Arbeit noch die Mail geschrieben, und ich habe auch nicht meinen persönlichen Senf dazu gegeben, sondern den Verfassungsschutz zu Wort kommen lassen, der sich diesbezüglich bereits eine klare Meinung gebildet hatte. Noch mal: Das ist mein Job.

    Und noch eins: Ich habe nicht in Ihrem Privatleben rumgeschnüffelt, ich habe Ihnen damals nur am Telefon gesagt, dass es Leute gebe, die behaupten, man könne nicht mit einer Muslima verheiratet sein und zugleich Christ sein. Das sei nach islamischem Recht streng genommen nicht möglich, deshalb argwöhnten diese Leute, ob Sie nicht inzwischen heimlich zum Islam übergetreten seien. Da ich stets mit offenen Karten spiele, habe ich Ihnen das erzählt. Sie haben verneint, übergetreten zu sein, damit war der Fall für mich erledigt und ich habe darüber auch nicht berichtet. Dass ich Sie gefragt habe, gehört auch zu meinem Job. Hätten Sie es nämlich bestätigt, wäre es sehr wohl berichtenswert gewesen. Schließlich haben Sie einen nicht ganz uninteressanten Job als Islam-Berater in der Regierungszentrale Baden-Württembergs angetreten. Und nur vor diesem Hintergrund waren die Vorwürfe gegen Sie überhaupt relevant und berichtenswert.

  244. @rainer wehaus

    Sehr geehrter Herr Wehaus,

    auch nach mehrmaligem Lesen bin ich noch immer verblüfft über Ihre hier getätigten Aussagen. Vom druckreifen „Satan“-Satz über Ihr Verständnis von „Berufsethos“ und den Umgang mit politisch motivierten „Informanten“ bis hin zur aktiven, politisch und rechtlich überaus fragwürdigen Rolle des Landesamtes für Verfassungsschutz auch in meinem Fall haben Sie meine Wahrnehmungen in vielem bestätigt, aber in manchem auch ergänzt und sogar übertroffen. Auch die Rückkehr Ihrer Erinnerungen an unser Telefongespräch, in dem Sie u.a. mit Rekurs auf eine absurde Verschwörungstheorie mein religiöses Bekenntnis als Christ anzweifelten, begrüße ich sehr…

    Sie haben sicherlich Verständnis dafür, dass ich mir für eine Antwort ggf. einige Tage Zeit nehme, um Form und Inhalt zu durchdenken und mich ggf. auch mit anderen Betroffenen zu beraten. Der dringend notwendige Aufklärungsprozess wird ja ohnehin seine Zeit brauchen – und ich habe mich schließlich viele Jahre in Geduld geübt.

  245. Sehr geehter Herr Blume,
    ich übe diesen Beruf jetzt schon seit über 20 Jahren weitgehend unfallfrei und erfolgreich aus – bitte treten Sie doch mal dem Gedanken näher, ich könnte mehr vom journalistischen Berufsethos verstehen als Sie. Ich zum Beispiel würde nie behaupten, Sie seien ein lausiger Religionswissenschaftler. Ich bin ein Medium, verstehen Sie das nicht? Ich stelle Fragen, ich veröffentliche Ansichten, Vorgänge. Wenn ich Ihnen erzähle, dass manche Leute meinen, ein Christ könne nach islamischem Recht nicht mit einer Muslima verheiratet sein, sitze ich doch damit keiner absurden Verschwörungstheorie auf. Ich frage nur, Sie antworten, gut is. Im übrigen kann die Frage auch nach Ihren Angaben so absurd nicht gewesen sein, denn Sie waren es doch meiner Erinnerung nach, der sagte, dass Ihnen in manchem islamischem Land wegen ihrer Ehe der Kopf abgeschlagen würde. Steht glaube ich so auch in meinem Text.

  246. @Rainer Wehaus

    Sehr geehrter Herr Wehaus,

    tja, ich sehe in Ihnen nicht nur ein „Medium“, sondern einen Menschen. Medien sind Dinge, Durchleiter ohne Individualität und Zurechenbarkeit. Menschen haben dagegen je einzigartige Würde, und sie tragen auch deshalb Verantwortung füreinander.

    Als Soldat konnte ich mich auch nicht (mehr) darauf zurück ziehen, „nur eine Waffe“ zu sein und nur blind den Logiken des eigenen Berufes zu folgen – von einem „Staatsbürger in Uniform“ wird im 21. Jahrhundert sogar erwartet, einen unmoralischen Befehl notfalls zu verweigern!

    Mir wird schon kalt, wenn ich hier dagegen lesen muss, dass es Ihnen letztlich völlig egal sei, wer Sie warum zur medialen Vernichtung politischer Gegner einspannt – solange die Story stimmt, könnten die Infos ruhig vom „Satan höchstpersönlich“ (sic!) stammen und kann jede(r) zum Opfer werden, der Ihren aus jeweiligem Eigennutz agierenden „Informanten“ in die Quere kommt…

    Sind Sie wirklich sicher, dass diese Haltung repräsentativ für das gesamte Team der Stuttgarter Nachrichten sei? Das würde mich doch sehr wundern, und viele Leserinnen und Leser sicherlich auch.

    Auch eine Ärztin kann sich heute nicht mehr darauf zurück ziehen, „doch nur Forschung“ zu betreiben – sondern muss ethische Verantwortung für Menschen, Methoden, Experimente etc. übernehmen.

    Ebenso sehe ich nicht, dass ein Journalist nachweislich unschuldige Menschen öffentlich angreifen und verhöhnen kann, um sich dann auch noch zu brüsten, „weitgehend unfallfrei“ und ohne moralische Verantwortung gearbeitet zu haben.

    Immerhin verstehe ich jetzt besser, warum Sie in all den Jahren nicht den Mut gefunden haben, einmal persönlich auf mich zuzukommen… Das Abweisen eigener Verantwortung fällt auf Distanz immer leichter.

    Ich bin sehr gespannt, was die kommenden Monate an Aufklärung bringen. Wie Sie sicher gemerkt haben, habe ich die Furcht vor dem Dreiergestirn aus Ahmet Arpad, Teilen des Landesamtes für Verfassungsschutz und Ihnen inzwischen verloren und spreche laut aus, was längst hätte publik werden müssen. Auf diesem Blog, in weiteren Medien, im Parlament, alleine und mit anderen – wo und wie lange immer es nötig bleibt. Es ist viel zu lange geschwiegen worden.

    Falls Sie aber eines Tages doch noch den Mut finden sollten, zu Ihrer Verantwortung als Journalist gegenüber unserer demokratischen Grundordnung und Ihren Mitmenschen zu stehen, wird das nicht leicht, aber wichtig und vor allem menschlich sein. Dann können wir auch gerne endlich einen Kaffee trinken. Denn Sie sind nicht nur ein Medium – sondern ein Mensch, lieber Herr Wehaus.

  247. Interessante Frage

    Laut Wikipedia verbietet das aus dem Islam abgeleitete religiöse Recht der Scharia, muslimischen Frauen, Männer einer nichtmuslimischen Religionsgemeinschaft zu heiraten.

    Wie sind Sie, Herr Blume, und Ihre Frau eigentlich verheiratet? Nur standesamtlich oder mit christlichen und/oder muslimischen Segen? Und wie oder in welcher Religion erziehen Sie Ihre Kinder?

  248. @Thomas

    Die Scharia gibt es nicht im Bücherregal, da sie die Summe von Auslegungen bildet – von extrem bis liberal. Daher übrigens auch unser von Herrn Wehaus leider damals verhöhnter Hinweis auf den Iran und Saudi-Arabien: Dort gelten noch die traditionalistische Scharia-Interpretationen, vor denen auch wir uns in Acht nehmen müssen. Von wegen blauäugig…

    Zehra und ich haben standesamtlich, christlich (mit ev. Pfarrer) und islamisch (mit DITIB-Imam) geheiratet. Für unsere Kinder haben wir jeweils eine interreligiöse Segnungsfeier mit christlichen, islamischen, jüdischen usw. Gästen ausgerichtet und erziehen sie multireligiös. Ab 14 dürfen sie dann frei entscheiden.

    Auch der stellv. MP von B.-W., Dr. Nils Schmid, ist übrigens evangelisch und mit einer Muslimin verheiratet. Ob Herr Wehaus, Herr Arpad und das Landesamt für Verfassungsschutz auch da schon an seinem Christsein zweifelnde Erkundigungen eingeholt haben? 😀 #Verschwörungstheorien #Rassismus

  249. So manche Fragen…

    Wird ja spannend, in gewisser Weise auch konkreter. Und wirft doch manche Fragen auf:

    Müsste ein Journalist beim Recherchieren auch danach fragen, welche Interessen ein Informant mit seinen Informationen verfolgt, die er einer Zeitung zuspielt? Müsste ein Journalist einen Vorgang kritisch hinterfragen, wenn Vertreter geheimdienstlicher Organe ihre polizeilichen Ziele dadurch wirkungsvoller verfolgen wollen, dass durch Presseorgane die öffentliche Meinungsbildung beeinflusst wird? Ist es dann noch legitime geheimdienstliche Tätigkeit?
    Müsste ein Journalist schließlich auch kritisch fragen, mit welchem Recht und kraft welcher fachlicher Kompetenz Polizeikräfte in der Beurteilung einer Magisterarbeit der Beurteilung durch universitäre Gremien widersprechen können?

    Und die Sätze „Ich dachte eigentlich, Sie hätten aus der Sache was gelernt. Immerhin sind Sie jetzt zehn Jahre lang kaum mehr negativ aufgefallen.“ – sollen diese untermauern, dass die damaligen Angriffe doch berechtigt gewesen wären? Oder ist es einfach – wie der Hinweis auf eigene langjährige Berufserfahrung – billige Schulmeisterei, Abwatschen?

  250. Führungszeugnis ohne Neueinträge?

    Ich könnte den Standpunkt des Journalisten Rainer Wehaus, er recherchiere einfach professionell, gut nachvollziehen, wenn da nicht so seltsame Passagen wären wie folgende:„Wissen Sie was? Ich dachte eigentlich, Sie hätten aus der Sache was gelernt. Immerhin sind Sie jetzt zehn Jahre lang kaum mehr negativ aufgefallen. Dann hätte mein Artikel das bewirkt, was kritische Berichterstattung bewirken soll. Aber dieser Blogeintrag ist ein Rückschlag, Sie sollten wirklich noch etwas selbstkritischer werden.“

    Verstehe ich das recht, dass die „kritische Berichterstattung“ den Zweck haben sollte, Michael Blume zur Zurückhaltung in Fragen des Islam und der bundesdeutschen Gesellschaft zu bringen? Und ich hab immer gemeint, Journalisten hätten die Leser von Zeitungen als Publikum. „kaum mehr negativ aufgefallen“ erscheint mir gar wie aus einem Gesprächsprotokoll polizeilicher Kreise, die einen Observanten beurteilen. Ist das nur Zufall?

  251. der unschuldige herr blume

    Sehr geehrter Herr Blume,
    Ihr Beharren darauf, Sie seien in dem Fall „nachweislich unschuldig“, ist ganz großes Kino und alte CDU-Schule. Das Ganze erinnert mich ein bisschen an den alten Haudegen Mayer-Vorfelder, der hat auch nie auch nur das geringste Versäumnis zugegeben (wäre ein Zeichen von Schwäche gewesen), sondern ging immer gleich voll die Kritiker und die Überbringer der schlechten Nachrichten an. So machen Sie es auch.
    Sie wären ein guter Politiker, Herr Blume. Die meisten Politiker, denen man etwas vorwirft, sind total unschuldig. Wenn es brenzlig wird, sagen sie, wie sehr das Ganze ihre Familie belaste. Und selbst dann, wenn sie ihren Rücktritt erklären müssen, sind sie noch unschuldig.

    Nochmal zum Kern der Geschichte, zum Kern des Artikels, den Sie angestrengt ignorieren: Das Landesamt für Verfassungschutz (die zuständigen Experten) hat Anstoß genommen an Ihrer Magisterarbeit und an dieser einen Mail, in der Sie vom regen Austausch mit einem Islamisten schwärmen und Ihrer Hoffnung verleihen, dass dieser Austausch auch in Ihrer neuen Funktion als Islam-Berater der Landesregierung fortgesetzt werde. Der Verfassungsschutz war darüber auch deshalb so verärgert, weil er das den Politikern zuvor schon seit Jahren versucht hat klarzumachen: Nicht immer nur mit den organisierten Muslimen sprechen und schon gar nicht radikale Kräfte an den Tisch bitten. Denn das stärkt die radikalen Kräfte unter den Muslimen. Siehe die Argumentation von Frau Spuler-Stegemann in meinem Folgeartikel. Wohlgemerkt: Das ist die Argumentation Ihrer Kritiker, Herr Blume, nicht meine.
    Darüber habe ich berichtet. Punkt. Das hat so stattgefunden. Punkt. Ein Islam-Berater der Regierung, dem der Verfassungsschutz vorwirft, zu blauäugig gegenüber radikalen Kräften unter den Muslimen zu sein und der dies empört zurück weist. Punkt. Hat das stattgefunden, Herr Blume? Gab es diesen Vorgang? Habe ich ihn mir nur eingebildet, habe ich ihn erfunden? Was genau werfen Sie mir eigentlich vor?
    Soweit ich mich erinnere, haben Ihre Vorgesetzten im Staatsministerium Sie damals zwar öffentlich verteidigt (Ehrensache! Korpsgeist!), zugleich aber intern Ihnen klargemacht, dass Sie in der Tat besser als Islam-Berater der Regierung keinen Kontakt mehr zu Islamisten pflegen. So hat man es mir damals aus Regierungskreisen erzählt. Und in der Tat hat man dann (bis auf den Gülen-Artikel der StZ im Jahr 2011) ja nichts mehr Negatives über Sie gelesen oder gehört. Das meinte ich damit, dass Sie vielleicht etwas gelernt haben könnten. Kritische Berichterstattung soll ja auch die Betroffenen in die Lage versetzen, darüber nachzudenken, ob sie nicht vielleicht doch ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen sind, nicht vielleicht doch einen Fehler gemacht haben. Leider sehe ich diese Nachdenklichkeit bei Ihnen nicht. Ich sehe nur Selbstgerechtigkeit und Selbstmitleid, gepaart mit unsinnigen Vowürfen an die falsche Stelle (nämlich mich) und muss leider feststellen, dass Sie sich zumindest in diesem Fall die Welt so zurecht biegen, wie Sie Ihnen passt.

  252. @Rainer Wehaus

    Sehr geehrter Herr Wehaus,

    Ihre hier wieder öffentlich bekundete Abneigung gegen gewählte Politiker und insbesondere Christdemokraten nehmen wir alle sehr interessiert zur Kenntnis – soviel also zum Thema „völlig objektive Recherche“. Der Vorwurf mangelnder Selbstkritik fällt in diesem Fall mit Getöse auf Sie zurück.

    Gerne noch einmal öffentlich: Während meiner Magisterarbeit erhielt ich unter anderem auch einen anonymisierten Antwortbogen eines Islamisten zugemailt – und habe diesen auch Interviewten allein anhand seiner Antworten auch richtig als islamistisch erkannt und eingestuft. Die Magisterarbeit wurde im Rahmen der (noch geltenden) Freiheit von Forschung und Lehre erzielt und erhielt eine hervorragende Beurteilung der Universität Tübingen.

    Der Betreffende erhielt das gleiche Rundmail wie alle anderen Interviewten und es gab nie einen persönlichen oder sonstigen Kontakt zwischen uns. Nichts, aber auch überhaupt nichts ist hieran in irgendeiner Weise verwerflich, „fehlerhaft“ oder gar „schuldig“.

    Sie haben sich – unbewusst oder bewusst – für eine miese Sache einspannen lassen, um Ruf und Berufsstart eines unschuldigen Bürgers anzugreifen und dem Landesamt für Verfassungsschutz einen zivilen „Konkurrenten“ aus dem Weg zu räumen, Herr Wehaus.

    Das Landesamt für Verfassungsschutz hatte und hat überhaupt keine rechtliche Handhabe, gegen unbescholtene Bürger und Mitarbeiter des Staatsministeriums zu ermitteln, in ihren Mails und Magisterarbeiten herum zu wühlen und dann auch noch entsprechende Vorwürfe an Medien zu lancieren. Hier ist demokratisches Grundrecht gebrochen worden – und Sie, sehr geehrter Herr Wehaus, haben sich zum Gehilfen gemacht.

    Dass Sie auch zehn Jahre später und mit all den vorliegenden Belegen immer noch versuchen, mich einzuschüchtern, macht mich fassungslos. Und es spornt mich an.

  253. es lebe das Missverständnis

    Sehr geehrter Herr Blume, allmählich befürchte ich, Sie wollen mich missverstehen. Es argumentiert sich für Sie offenbar leichter, wenn Sie knapp an mir vorbei reden, mehr zwischen den Zeilen lesen als meine Worte zur Kenntnis nehmen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass Sie mir ernsthaft vorwerfen, ich würde Sie einschüchtern wollen. An welcher Stelle genau habe ich das getan, da bin ich jetzt mal auf Ihr nächstes gedankliches Kunststückchen gespannt. Wäre ich jetzt Sie, würde ich sagen: Dieser Vorwurf ist eine Ungeheuerlichkeit. Aber ich kann im Unterschied zu Ihnen nicht nur austeilen, sondern auch einstecken.
    Ich wusste gar nicht, dass Sie sich in Konkurrenz zum Landesamt für Verfassungsschutz sehen. Haben Sie dafür einen gesetzlichen Auftrag? Das LfV hat jedenfalls einen, es soll Informationen sammeln über Bestrebungen, die gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet sind. Wenn nun ein junger Mann wie Sie als Islam-Berater in der Regierungszentrale Baden-Württemberg tätig wird und (woher auch immer) eine Mail auftaucht, derzufolge dieser Mann mit einem ausgewiesenen Islamisten und Demokratiefeind in Kontakt bleiben will (diese Stelle in Ihrer Mail vergessen Sie leider immer wieder), dann halte ich es nicht für so abwegig wie Sie, dass das Landesamt mahnend den Finger hebt. Und noch einmal: Um an diese Mail und Ihre Magisterarbeit zu kommen, musste man wirklich nicht viel schnüffeln.
    Aber wenn Sie sich tatsächlich und bis heute diesbezüglich in Ihren Grundrechten verletzt sehen, frage ich mich, warum Sie nicht gegen meinen Artikel und gegen das Landesamt für Verfassungsschutz vorgegangen sind. Schließlich ist doch Ihrer Argumentation zufolge das Recht, die Wahrheit und die Moral eindeutig auf Ihrer Seite. Mir scheint sogar, Sie haben es gepachtet.

  254. @Rainer Wehaus

    Sehr geehrter Herr Wehaus

    wir verstehen Sie sehr gut. Nicht nur mir, sondern auch anderen Kommentierenden ist ja Ihr drohender Unterton (z.B. in: „Seit zehn Jahren nicht mehr negativ aufgefallen…“) bereits aufgefallen. Persönlich finde ich es aber sehr gut, dass Sie hier Ihre „Arbeitsweise“, Ihre Absage an journalistische Verantwortung, Ihre Methoden (Stilblüte des Jahres: „vom Satan höchstpersönlich“ 🙂 ) und Ihre negative Haltung zu Mitgliedern der CDU einmal völlig öffentlich ausbreiten! Vermutet hatte man so etwas ja schon lange, vielen Dank! 🙂

    Dass Sie familiäre Belange bei Ihren „Opfern“ nicht so berücksichtigenswert finden, haben Sie ja auch in dieser Diskussion wiederholt deutlich gemacht. Dennoch hat eines meiner Kinder heute Geburtstag und ich werde mich jetzt mit um die Party kümmern. Auf Ihre „ungeheuerlichen Vorwürfe“ werde ich heute später Abend eingehen. Und mich auch weiterhin nicht von Ihnen einschüchtern lassen! 🙂

  255. natas

    Sagen Sie mal,lieber Herr Blume, wie machen Sie das beim Lesen: Reißen Sie einzelne Wörter raus und setzen sie dann neu zusammen, wie es Ihnen passt? Ich erleichtere Ihnen mal die Arbeit: Der Satan höchstpersönlich hat mich, den Ungeheuerlichen, geschickt, um CDU-Mitglieder wie Sie grundlos fertig zu machen, möglichst die ganze Familie gleich mit. So, jetzt ist es raus, puh! Ich bin irgendwie erleichtert.

    Gut, wer meine politischen Kommentare bislang verfolgt hat (lesen Sie da oben im Staatsministerium eigentlich auch noch Zeitungen?) käme nicht so ohne weiteres auf die Idee, dass ich ein CDU-Hasser sein könnte. Ich gelte eher als böser Neoliberaler und/oder Konservativer. Aber Sie müssen es ja wissen, Herr Blume.

    Eine Frage hätte ich aber schon noch an Sie: Wie ist das eigentlich als Wissenschaftler, wenn man schon alles weiß, wenn man keine Argumente mehr unverzerrt aufnehmen und abwägen kann? Leidet da nicht ein bisschen der Erkenntnisgewinn – vor allem auch der Selbsterkenntnisgewinn?

    Mittlerweile weiß ich, dass Sie es nicht verstehen wollen, weil sonst Ihr Welt- und Selbstbild zusammen bräche, aber ich versuche es noch einmal: Ich habe versucht, Ihnen die Prinzipien zu veranschaulichen, nach denen ein guter Journalist arbeitet. Dass es mir egal sein muss, von wem die Informationen stammen. Sie müssen sich nur überprüfen lassen, stimmen etc. siehe oben. Da kam dann der Satan ins Spiel, aber da Sie ja offenbar beim Lesen Scrabble spielen, hätte ich genauso gut Herr Natas schreiben können, da hätten Sie auch noch einen Satan aus mir gemacht.

    Ich versuch’s mal anders und wechsele vom Bösen zum Guten: Ich würde sogar Tipps von Ihnen nehmen, Herr Blume, wie wär’s? Wissen Sie was über den Verfassungsschutz, was ich nicht weiß? Wo genau hat er in Ihrem Fall illegal gehandelt, Grundrechte verletzt?

    Sie haben doch schon, wenn ich mich recht erinnere, in Ihrer Magisterarbeit den Verfassungsschutz dafür gescholten, dass er Milli Görus überwacht, weil das kontraproduktiv sei. Haben Sie nicht sogar anhand dieses Beispiels behauptet, der Verfassungsschutz würde generell zu schnell muslimische Organisationen als verfassungsfeindlich einstufen? Wie auch immer. Das war jedenfalls der Beginn einer wundervollen Freundschaft, so scheint es mir zumindest. Sie und die Islamistenjäger beim Verfassungsschutz haben diesbezüglich völlig konträre Ansichten. Und als Sie dann als Islam-Berater ins Staatsministerium berufen wurden, kam es zum Knall.

    Das, lieber Herr Blume, ist VON ÖFFENTLICHEM INTERESSE, darüber muss ich berichten, wenn ich davon erfahre. Alles andere wäre Zensur – entweder durch Sie (ich habe Familie!) oder durch mich selbst (ich habe Angst, dass Herr Blume mich nicht mehr mag!). Ich will aber am nächsten Morgen noch in den Spiegel schauen können. Und dazu gehört dann leider auch, auszuhalten, dass Menschen wie Sie versuchen, sich auf meine Kosten reinzuwaschen.

  256. @Rainer Wehaus: Natas und NSU

    Lieber Herr Wehaus, (Sie haben ja in die vertraulichere Ansprache gewechselt),

    es war ja irgendwie klar, dass Sie auch während eines Kindergeburtstages nicht mal ein paar Stunden Ruhe geben würden. So konnte ich immerhin den guten Rat eines von vielen mitlesenden Freunden annehmen, mich von Ihren zunehmend verzweifelten Ausfällen nur nicht provozieren zu lassen. 🙂

    Gerne gehe ich entsprechend entspannt auf Ihren ausführlichen Kommentar ein.

    Der Satan höchstpersönlich hat mich, den Ungeheuerlichen, geschickt, um CDU-Mitglieder wie Sie grundlos fertig zu machen, möglichst die ganze Familie gleich mit. So, jetzt ist es raus, puh! Ich bin irgendwie erleichtert.

    Lieber Herr Wehaus, haben Sie DAS wirklich geschrieben? Echt jetzt? Oooo-kay, das nehme ich – und sicher so manche(r) Mitlesende – mal einfach so zur Kenntnis… 🙂

    Gut, wer meine politischen Kommentare bislang verfolgt hat (lesen Sie da oben im Staatsministerium eigentlich auch noch Zeitungen?) käme nicht so ohne weiteres auf die Idee, dass ich ein CDU-Hasser sein könnte. Ich gelte eher als böser Neoliberaler und/oder Konservativer. Aber Sie müssen es ja wissen, Herr Blume.

    Lieber Herr Wehaus, mein Vater und ich haben Ihre Zeitung(en) nicht nur gelesen, sondern früher sogar ausgetragen – ein Morgen ohne Tageszeitung war für uns und ist für mich kein guter Tag. Derzeit lese ich v.a. die „Süddeutsche“.

    Ihre politische Selbsteinschätzung glaube ich im Übrigen sofort: Sie stehen nicht links, sondern eher rechts von der CDU. Und erst neulich haben Sie ja in dieser (übrigens insgesamt gelungenen) StN-Wochenendbeilage wortreich erklärt, warum Sie Religion(en) generell nicht so toll finden. Müssen Sie ja auch nicht.

    Aber leider war klar, dass ein evangelischer Christ, im Dialog mit Muslimen und Juden, und auch noch mit einer Deutsch-Türkin verheiratet, hervorragend in Ihr Beuteschema passte. Da waren Sie allzu schnell bereit, auch noch den absurdesten Verschwörungstheorien (Islamistenfreund, heimlicher Muslim etc.) schnell Glauben zu schenken – was die Leute, die Sie benutzt haben (und die Sie inzwischen fallenlassen), sehr geschickt bespielten. Sie waren da schnell sehr willig, so als „Medium“…

    Gab es dann wenigstens Applaus am doitschen Stammtisch dafür, dass Sie es ein paar liberalen Christdemokraten und „Gutmenschen“ mal wieder so richtig gezeigt haben, lieber Herr Wehaus?

    Es ist ja auch kein Zufall und für jede(n) hier nachprüfbar, dass die einzige Zeitung, die Ihre „Recherchen“ umgehend übernommen hat, die „Junge Freiheit“ gewesen ist! Haben die Ihnen dafür wenigstens Honorar überwiesen oder läuft so etwas unter Freundschaftsdiensten? Bestimmt waren Sie so richtig stolz…

    Aber ganz abgesehen davon, wie weit rechts Sie sich auch selbst einordnen: Sie haben uns allen hier ja eben bestätigt, dass Sie eben doch kein neutraler Handwerker sind, sondern ein Mensch, der seine politische Meinung auch als Journalist zu vertreten versucht. Vielen Dank auch für dieses ehrliche Bekenntnis, lieber Herr Wehaus! 🙂

    Eine Frage hätte ich aber schon noch an Sie: Wie ist das eigentlich als Wissenschaftler, wenn man schon alles weiß, wenn man keine Argumente mehr unverzerrt aufnehmen und abwägen kann? Leidet da nicht ein bisschen der Erkenntnisgewinn – vor allem auch der Selbsterkenntnisgewinn?

    Ja, mangelnde Selbstkritik kann natürlich immer sein – bei Wissenschaftlern, bei Politikern oder auch bei Journalisten. In meinem Fall gehe ich damit z.B. um, indem ich diesen Blog gegründet habe, auf dem ich eigene und andere Arbeiten und Thesen vorstelle und Mitmenschen einlade, darüber zu diskutieren. Solange es nicht ins Persönliche geht (da bin ich auch dank Ihrer damaligen Übergriffe vielleicht tatsächlich etwas empfindlich geworden), setze ich mich mit Kritik sehr gerne auseinander und habe Kommentatoren, die mich seit Jahren auch entsprechend fordern – bisweilen in munteren Debatten über Tage und Nächte hinweg.

    Auch von Kolleginnen und Kollegen des wissenschaftlichen Betriebs nehme ich immer wieder gerne sowohl Lob wie auch Kritk auf. Meine Doktorarbeit habe ich bewusst bei einem Doktorvater geschrieben, dessen Weltanschauung sich sehr von meiner unterscheidet – und die Debatten haben uns beiden unglaublich viel Freude gemacht.

    Wie ist das bei Ihnen, Herr Wehaus? Wer darf Ihre Arbeit und Methoden frei heraus kritisieren, ohne dass Sie, wie hier, zu drohen versuchen? Wann haben Sie zuletzt in Erwägung gezogen, gegenüber mir und uns als Journalist mächtig danebengelangt zu haben? Oder ist Ihnen dieser verwegene Gedanke noch gar nie gekommen?

    Mittlerweile weiß ich, dass Sie es nicht verstehen wollen, weil sonst Ihr Welt- und Selbstbild zusammen bräche, aber ich versuche es noch einmal: Ich habe versucht, Ihnen die Prinzipien zu veranschaulichen, nach denen ein guter Journalist arbeitet. Dass es mir egal sein muss, von wem die Informationen stammen. Sie müssen sich nur überprüfen lassen, stimmen etc. siehe oben.

    Und ich habe Ihnen da höflich widersprochen. Wenn Ihnen völlig egal ist, wer welche Informationen aus welchen Motiven spielt, machen Sie sich bereitwillig zum Handlanger auch übler Konstellationen. Nicht zufällig diskutiert die deutsche Gesellschaft ja gerade über den wachsenden Einfluss von Sicherheits- und Überwachungsapparaten, die selbstverständlich auch eigene Interessen verfolgen.

    Sie, lieber Herr Wehaus, haben sich genau von solchen Diensten einspannen lassen, um einen unschuldigen Bürger beruflich aus dem Weg zu räumen. Und wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstehe, würden Sie es am liebsten morgen gleich wieder tun. Bitte verzeihen Sie, dass ich diese Definition eines „guten Journalisten“ also beim besten Willen nicht teilen kann… Und nach den bei mir eingehenden Rückmeldungen bin ich mit dieser Einschätzung auch wirklich nicht alleine… 😉

    Da kam dann der Satan ins Spiel, aber da Sie ja offenbar beim Lesen Scrabble spielen, hätte ich genauso gut Herr Natas schreiben können, da hätten Sie auch noch einen Satan aus mir gemacht.

    Lieber Herr Wehaus, haben Sie etwa gerade uns allen demonstriert, wie gut und schnell Sie im Worteverdrehen sind?? Danke, wiederum einfach schmunzelnd zur Kenntnis genommen! 🙂

    Ich versuch’s mal anders und wechsele vom Bösen zum Guten: Ich würde sogar Tipps von Ihnen nehmen, Herr Blume, wie wär’s? Wissen Sie was über den Verfassungsschutz, was ich nicht weiß? Wo genau hat er in Ihrem Fall illegal gehandelt, Grundrechte verletzt?

    Lieber Herr Wehaus, Sie ziehen jetzt auch einen Gesinnungswechsel in Betracht? Super!

    Ernsthaft: Schon damals hätten Sie sich jederzeit mit mir treffen können, wenn Sie den Mut gehabt hätten, mir einmal ins Gesicht zu sehen. Und ich stehe Ihnen seitdem und weiterhin gerne für ein Gespräch zur Verfügung, wenn Sie wünschen auch in Anwesenheit Ihres Chefredakteurs. Wenn Sie kein Problem (mehr) mit deutsch-türkischen Familien haben, lade ich Sie alleine oder beide gerne auch auf einen Kaffee zu uns nach Hause ein und zeige Ihnen meine Archive.

    Sie haben doch schon, wenn ich mich recht erinnere, in Ihrer Magisterarbeit den Verfassungsschutz dafür gescholten, dass er Milli Görus überwacht, weil das kontraproduktiv sei. Haben Sie nicht sogar anhand dieses Beispiels behauptet, der Verfassungsschutz würde generell zu schnell muslimische Organisationen als verfassungsfeindlich einstufen? Wie auch immer. Das war jedenfalls der Beginn einer wundervollen Freundschaft, so scheint es mir zumindest. Sie und die Islamistenjäger beim Verfassungsschutz haben diesbezüglich völlig konträre Ansichten. Und als Sie dann als Islam-Berater ins Staatsministerium berufen wurden, kam es zum Knall.

    Da stimme ich Ihnen völlig zu! Ich war so naiv zu glauben, dass es in einer Demokratie möglich sein müsse, auch die Arbeit von Geheimdiensten und Verfassungsschutzämtern kritisch unter die Lupe zu nehmen – und dass nicht Sicherheitsdienste, sondern gewählte Regierungen die Leitlinien der Politik bestimmen sollten. Ich habe damals tatsächlich noch nicht geahnt, dass die Verfassungsschutzämter schon längst ein Eigenleben entwickelt hatten, das auch gestandene Konservative heute mehr als schockiert.

    Tatsächlich warteten Ihre Freunde vom Dienst nur auf die Gelegenheit, Kritiker medial zu erledigen. Sie, Herr Wehaus, haben sich und die „Stuttgarter Nachrichten“ gerne – als „Medium“, ganz ohne eigene Verantwortung, klar – zur Verfügung gestellt, um den schmutzigen Job zu erledigen. Und leider haben Sie dabei versagt – und fliegen damit jetzt gerade auf. 🙂

    Das, lieber Herr Blume, ist VON ÖFFENTLICHEM INTERESSE, darüber muss ich berichten, wenn ich davon erfahre. Alles andere wäre Zensur – entweder durch Sie (ich habe Familie!) oder durch mich selbst (ich habe Angst, dass Herr Blume mich nicht mehr mag!).

    Ja, Herr Wehaus – Sie hätten über diesen Konflikt durchaus seriös berichten können, berichten sollen! Dazu wäre es aber angebracht gewesen, sorgfältig zu recherchieren, haltlose Vorwürfe und absurde Verschwörungstheorien früh zu erkennen und vor allem beide Seiten anzuhören. Stattdessen haben Sie sich einspannen lassen, war Ihre Story aus den genannten Quellen praktisch schon fertig, als Sie bei mir anriefen – und ein persönliches Gespräch haben Sie davor und danach nie gesucht.

    Herr Arpad und Herr Müller wussten schon, warum sie Sie benutzten, Herr Wehaus. Und Sie werden überrascht sein zu lesen, wie sich mancher Ihrer einstigen „Freunde“ inzwischen zu Ihrer „Arbeit“ äußert…

    Ich will aber am nächsten Morgen noch in den Spiegel schauen können. Und dazu gehört dann leider auch, auszuhalten, dass Menschen wie Sie versuchen, sich auf meine Kosten reinzuwaschen.

    Niemand hat Sie je gezwungen, mich und meine Familie mit braunem Schlamm zu attackieren: Hätten Sie Ihren Job seriös gemacht, wäre das alles nie passiert und niemand müsste „reingewaschen“ werden, lieber Herr Wehaus. Gerade auch Sie selbst wären sauber(er) geblieben.

    Und während Sie hier zunehmend verzweifelt und mit hohem Zeitansatz versuchen, die Methoden von Ihnen, Herrn Arpad und des Landesamtes für Verfassungsschutz irgendwie zu rechtfertigen, decken Kolleginnen und Kollegen anderer Medien immer mehr seltsame Umstände des Versagens (oder gar der Kumpanei?) des baden-württembergischen Verfassungsschutzes im rechtsextremen Feld auf. Bestimmt haben Sie schon davon gelesen, dass genau in dem Jahr 2003, in dem Sie und Landolin Müller Jagd auf mich machten, ein anderer Mitarbeiter des Landes-Verfassungsschutzes den Ku-Klux-Clan vor einer Polizeiaktion warnte? Jetzt schreibt „Kontext“:

    „Fieberhaft wird in diesen Tagen in der Taubenheimstraße in Stuttgart-Bad Cannstatt Aktenforschung betrieben. Verfassungsschützer müssen wieder einmal ihre eigene Geschichte recherchieren. Grund: Der NSU-Untersuchungsausschuss in Berlin hat eine angeblich neue Liste mit 24 möglichen Unterstützern des Nationalsozialistischen Untergrunds nach Stuttgart geschickt. Und Aufklärung verlangt. Denn einer der Genannten, Achim Schmid, soll etwa sieben Jahre lang, bis Oktober 2000 für Baden-Württembergs Landesamt für Verfassungsschutz die ultrarechte Szene ausgeschnüffelt haben, von der NPD bis zu den rechten Skinheads.“
    http://www.kontextwochenzeitung.de/…er-1641.html

    Die Affären haben inzwischen ein solches Ausmaß erreicht, dass immer mehr Landtagsabgeordnete über einen Untersuchungsausschuss sprechen – auch das steht im verlinkten Artikel.

    Nun mag es ja sein, dass Sie gegen Rechtsextreme nicht so gerne ermitteln wie gegen Muslime und dialogbereite Christen, lieber Herr Wehaus. Jede(r) hat halt so seine Vorlieben. Aber Sie verschwenden Ihre Zeit mit dem Versuch, mich noch im Nachhinein zum Schweigen zu bringen. Stattdessen könnten Sie doch anfangen, endlich wie ein wirklich guter Journalist ans Werk zu gehen und mit aufzuklären – u.a. über Sicherheitsdienste, die in ihren ureigensten Aufgaben versagt haben, während sie gleichzeitig unschuldige Bürger ausschnüffelten und mundtot zu machen versuchten.
    Ja, schauen Sie bitte in den Spiegel, Herr Wehaus. Und seien Sie mutig dabei.

  257. die nazi-keule

    Lieber Herr Blume, was ich an Ihrer Argumention wirklich bedenklich finde, ist, dass Sie partout nicht sachlich bleiben können. Das war schon bei unserem ersten Telefonat so, als Sie nicht etwa versuchten, den Vorwürfen gelassen und sachlich zu begegnen. Schließlich ist die Art, wie man mit Muslimen bzw. dem Islam in Deutschland umgehen soll, ja durchaus eine Debatte wert. Selten haben wir so viele Leserbriefe bekommen wie auf den Artikel über Sie. Andere Zeitungen (nicht nur die Junge Freiheit) haben es aufgegriffen. Wie Sie selbst erwähnten, war es sogar kurz Thema im Landtag.
    Aber nein, Sie gingen damals gleich in den Angriffs- und Opfermodus, was in Ihrer Bemerkung gipfelte, das Ganze erinnere Sie an die Kommunistenhatz in Amerika.

    Inzwischen haben Sie sich diesbezüglich noch ein bisschen gesteigert, jetzt schwingen Sie beifallheischend gleich die Nazi-Keule, Kritik an Ihren Ansichten ist demnach „brauner Schlamm“. Eigentlich sind es in der Regel Linke, die die Nummer bringen, aber gut, Sie haben ja jetzt einen grünen Dienstherrn, da kommt das vielleicht ganz gut.

    De facto versuchen Sie natürlich, auf diese Art alle Kritiker von Ihnen mundtot zu machen. Undemokratischer geht es kaum mehr. Was richtig und gut ist, das bestimmen Sie – sogar von Journalismus und von der Verfassungsschutzarbeit verstehen Sie mehr als die, die den Job machen. Wer widerspricht, ist ein Nazi.

    Welches Verständnis von freier Presse und Demokratie Sie in Wirklichkeit haben, zeigt sich auch darin, dass Sie Ihre Familie für Ihre Zwecke instrumentalisieren. Ich habe es in all den Jahren als Journalist nur bei Ihnen erlebt, dass mir jemand mit Hinweis auf seine Familie ein Berichterstattung ausreden wollte. Deshalb konnte ich mir das ganz gut merken. Ich habe selbst zwei Kinder, käme aber nie auf die Idee, sie im Streit um meine Arbeit als menschliche Schutzschilde zu gebrauchen.

    Da Sie Ironie offenbar nicht verstehen, hier noch einmal ganz ernsthaft: Ich saß und sitze auf keinem Schoß von irgendeinem Verfassungsschützer. Von mir aus kann man den Verfassungsschutz abschaffen, das ist mir ziemlich egal. Der Hinweis auf Ihre Mail und Ihre Magisterarbeit ging auch (soviel kann ich verraten) bei einem anderen Kollegen ein, der mich dann bat, die Sache zu übernehmen. Ich kann demnach gar nicht gezielt von den Mächten der Finsternis als williges Werkzeug ausgekuckt worden sein, aber lassen Sie sich dadurch bloß nicht Ihre Verschwörungstheorie kaputt machen. Da bliebe dann ja nichts mehr übrig.

  258. @Rainer Wehaus

    Lieber Herr Wehaus,

    es wird langsam ermüdend. Ich kann mich nur wiederholen: Sie verwechseln Ursache und Wirkung.

    1. Niemand hat Sie gezwungen, mir damals öffentlich Nähe zu Verfassungsfeinden vorzuwerfen – das haben Sie damals in der StN gemacht und auch in dieser Blogdiskussion nicht bedauert. Da wirkt es doch etwas weinerlich, sich jetzt zu beklagen, dass ich auf Ihre inhaltlichen Überschneidungen mit der „Jungen Freiheit“ hinweise. Ich hatte zumindest nie, auch jetzt nicht, ein Wort des Bedauerns von Ihnen dazu vernommen. Wie schön wäre es doch gewesen, wären Ihnen damals schon „Bedenken“ gekommen!

    2. Niemand hat Sie gezwungen, meine Familie in Ihre damalige Schlammschlacht einzubeziehen. Ich bat Sie damals doch sogar ausdrücklich, genau das „nicht“ zu tun und wenigstens meine Angehörigen aus dem üblen Spiel zu lassen. Sie konnten der Versuchung trotzdem nicht widerstehen, auch die „deutsch-türkische Ehefrau“ in ihrem „Bericht“ medial vorzuführen, damit mitten in der aufgeheizten Atmosphäre nach 2001 islamophobe Klischees zu bedienen – und haben jetzt den Schneid zu beklagen, ich benutzte meine Familie als „Schutzschild“. Hätten Sie uns nicht gemeinsam angegriffen, wäre Schützen niemals nötig gewesen. (Von Ihren hier die letzten Tage getätigten, flotten Satans-Sprüchlein auch mit direktem Bezug auf meine Familie übrigens ganz zu schweigen…)

    3. Selbst nachdem Sie zeitweise mit Ihren Angriffen pausiert hatten, hatte ich dank Ihrer Berichterstattung ausreichend rechtsextreme „Freunde“ der „Jungen Freiheit“, von Nürnberg 2.0 etc. an der Backe, die auch in diesen Tagen immer wieder auf diesem Blog aufschlagen. Viele dieser Troll- und Hater-Kommentare über die Jahre habe ich stehen lassen – Sie können sich ja mal auf dem Blog ein bisschen danach umschauen. Auch den Nürnberg 2.0-„Steckbrief“ habe ich weder selbst angelegt noch gewünscht. Das alles hätte Sie ja auch mal nachdenklich machen können – zumindest ein Wort des Bedauerns hätte drin sein können.

    4. Haben Sie mir gerade allen Ernstes vorgeworfen, dass die Wählerinnen und Wähler von Baden-Württemberg dem Land einen „grünen Dienstherren“ beschert haben? Bin ich daran jetzt etwa auch „schuldig“? 🙂

    Fazit: Sie haben in sehr „bedenklicher“ und voreingenommener Weise mit dem Finger auf mich und meine Familie gezeigt und beklagen sich jetzt, dass vier Finger zurück zeigen. Buddhisten würden da wohl sagen: Karma.

    Ihnen einen schönen und achtsamen Tag.

  259. gute nacht

    Ja, lieber Herr Blume, es ist in der Tat ziemlich ermüdend, mit Ihnen zu diskutieren, da Sie noch immer und aus durchsichtigen Gründen nicht trennen wollen zwischen dem Überbringer einer Nachricht und dem Inhalt einer Nachricht. ICH habe Ihnen gar nichts vorgeworfen, es war der VERFASSUNGSSCHUTZ! Ich habe nur darüber berichtet, was Ihnen der Verfassungsschutz vorwirft.
    Wir von der Zeitung berichten über das, was andere tun und/oder sagen, verstehen Sie? Wenn ein Sportredakteur schreibt, der VfB habe gestern 1:0 gewonnen, dann hat er da höchstwahrscheinlich nicht mitgespielt und ist auch nicht VfB-Trainer. Wenn wir berichten, dass Herr Steinbrück Frau Merkel angreift, dann schreibt das selten Herr Steinbrück selbst.

    So, das war jetzt Zeitung in der Schule, das kleine Einmaleins. Ich empfehle Ihnen einen Besuch im Pressehaus, da können Sie noch mehr darüber erfahren, wie eine Zeitung gemacht wird. Bis dahin mal gute Nacht. Schön, dass wir miteinander geredet haben.

  260. Das Elend des deutschen Journalismus

    Ich will hier keinem zu nahe treten, weil ich die näheren Umstände nicht kenne. Herr Wehaus hat uns hier zwar „Zeitung in der Schule, das kleine Einmaleins“ zu vermitteln versucht, doch ich vermisse eine gründliche Recherche im Fall Blume und frage ich mich, warum er diesen seinerzeit nicht persönlich zu der Sache befragte. Hatte Herr Wehaus Angst, dass ihm das die (bereits fertige?) Story ruinieren würde? Es dürfte doch allgemein bekannt sein, dass viele Journalisten auf eine Recherche ganz verzichten und nur mehr angeliefertes Material aufbereiten, weil das für sie bequemer ist. Auf diese Weise gelingt es den PR-Abteilungen diverser Firmen oder Institutionen sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

  261. das elend mit den vorurteilen

    liebe mona, ich weiß nicht, welchen Beruf Sie haben. Nehmen wir mal an, Sie wären Ärztin. Was würden Sie dann davon halten, wenn ich behaupten würde, dass es ja allgemein bekannt sein dürfte, dass Ärzte an der goldenen Leine der Pharmaindustrie laufen, sich mehr um ihr eigenes Wohl als um das der Patienten kümmern und bei jedem Fehler, der ihnen unterläuft, nur darauf bedacht sind, ihn zu vertuschen.

    Das wäre aus Ihrer Sicht dann sicher eine ungerechte, weil pauschalisierende Ferndiagnose, und so geht es mir mit Ihrem Beitrag.

    Ich habe sehr wohl mit Herrn Blume persönlich gesprochen, das wird auch mehrfach in unserem Schlagabtausch erwähnt. Ich habe ihn, und das gehört auch zur Fairness, mit allen Vorwürfen des Verfassungsschutzes und auch den RELEVANTEN Gerüchten (ist er in Wahrheit schon zum Islam konvertiert?) konfrontiert, damit er dazu Stellung nehmen kann. Das relevante Gerücht hat er dementiert, ich habe dann auch nicht drüber berichtet, weil das in der Tat ins Persönliche geht und nur dann berichtenswert gewesen wäre, wenn er es bestätigt hätte oder ich auf anderem Weg erfahren hätte, dass es wahr wäre.

    Bei den anderen Vorwürfen war dies nicht möglich, denn es ist schlichtweg Ansichtssache, wie man Herr Blumes Magisterarbeit und seine Mail bewertet. Der Verfassungsschutz sagt so, Herr Blume so. Da prallen zwei Denkschulen,Haltungen und auch Interessen aufeinander. Und so habe ich es dann auch dargestellt. Immer natürlich vor dem Hintergrund, dass Herr Blume zu dem Zeitpunkt frischgebackener Islam-Berater der Regierung war, andernfalls wäre der ganze Vorgang praktisch überhaupt nicht relevant und berichtenswert gewesen.

  262. Ärztebeispiel & Stuttgarter Nachrichten

    Sehr geehrter Herr Wehaus,

    Sie haben das Problem doch gerade selbst vor Augen: Im Ärztebereich gab es mehr als genug Skandale, während derer sich Mediziner für Pharmakonzerne einspannen und entlohnen liessen! Und es war die Aufgabe auch von Medien, diese Interessenverflechtungen aufzudecken.

    Als Journalist gehen Sie freilich glatt davon aus, dass Sie von Beruf aus unfehlbar sind und niemand wiederum Ihre Fehler, Vorurteile und Ihre Interessenskonflikte aufdecken kann. Sie denken auch, dass Sie sich nie entschuldigen oder Verantwortung übernehmen müssen. Denn Sie wissen: Sogar die „Stuttgarter Zeitung“ gehört ja schon zum gleichen Medienkonzern wie Ihr Blatt. Also denken Sie, es wird niemand Ihre hier für jedermann erkennbaren Verfehlungen – schlampige, voreingenommene Recherche, einseitige Darstellung, dubiose Verflechtungen mit dem Verfassungsschutz und der rechtsextremen Junge Freiheit – jemals aufdecken.

    Sie halten sich offensichtlich für so unangreifbar, dass Sie hier sogar noch öffentlich Dr. Blume verhöhnen und einzuschüchtern versuchen und mit Satan-Witzen um sich werfen. Und auch dabei gehen Sie wieder auf seine Familie los! Können Sie sich gar nicht vorstellen, wie das auf eine Christin und Kirchengemeinderätin wie mich wirkt? Seriös nicht, und lustig auch nicht! Und merken Sie wirklich nicht, wie arrogant Sie auf inzwischen Hunderte LeserInnen hier wirken? Sie sind längst dabei, ein Facebook-„Star“ zu werden und Ihre Aussagen werden reichlich kommentiert!

    Als Zeitungsleserin bin ich entsetzt, Herr Wehaus, einfach entsetzt! Und ich will nur hoffen, dass Ihre Redaktion, der Presserat oder sonst eine zuständige Stelle Ihrem Tun endlich einmal Einhalt gebietet. Sie bieten uns hier gerade einen Blick in den Landesjournalismus, der mich bestürzt und empört! Ich hätte das nicht für möglich gehalten.

    An wen kann ich mich mit meiner Beschwerde wenden? Ihren Chefredakteur? Meine Wahlkreisabgeordneten? Den Landespressekongress? Vor wem müssen Sie sich denn für Ihre Arbeit, die ja über das Schicksal anderer Menschen mitentscheidet, verantworten, Herr Wehaus?

  263. Medien und ihr Ansehen

    Liebe Frau Mona, liebe Frau Eichner,

    Ihre Kommentare sprechen mir aus der Seele, so dass ich mich jetzt auch „traue“, etwas zu schreiben!

    Ich bin Lehrerin, eher sozialdemokratisch eingestellt und nicht sehr kirchlich. Schon beruflich kenne ich aber viele moslemische und auch gemischte Familien, sie sind ganz unterschiedlich und viele sind ganz wunderbar. Eine Elternsprecherin bei uns ist moslemische Albanerin und mit einem deutschen Katholiken verheiratet – wo ist da bitte das Problem?? Und wollen wir in einem Staat leben, in dem der Verfassungsschutz in allen Mails von Beamten herumschnüffelt, um ungenehme Geister zu mobben?

    Meine Eltern sind noch etwas konservativer als ich und glauben ihrer Zeitung und der Polizei eigentlich alles. Wir haben bei uns in der Familie den „Fall Blume – Stuttgarter Nachrichten“ diskutiert. Eigentlicher Auslöser war ein Bericht, wonach es im deutschen Journalismus noch nicht einmal Korruptionsrichtlinien gibt und das Vertrauen in Journalisten immer schneller sinkt. Wussten Sie schon? Wir Beamten dürfen keine teuren Geschenke annehmen, für Journalisten gibt es da gar keine Regeln und Grenzen!

    Es kann also sogar sein, dass der Verfassungsschutz, die Junge Freiheit oder sonstige rechte Kreise dem Herrn Wehaus Geld oder andere Vergünstigungen gegeben haben, damit er den Herrn Blume politisch aus dem Weg räumt, und es wäre nicht mal strafbar und niemand würde es erfahren!

    Ich habe es gar nicht glauben wollen, bis mir mein Sohn einen Artikel zur rechtlichen Situation auf seinem Pad gezeigt hat.
    http://www.tagesspiegel.de/…-leidet/8542848.html

    Mein Vater ist jetzt nachdenklich geworden und hat mich gebeten, diesen Blogtext und die Kommentare für ihn auszudrucken, deswegen habe ich hier gerade noch einmal gelesen. Wenn Herr Wehaus wirklich dem Herrn Blume auch noch mit dem Teufel gedroht hat, will er seine Stuttgarter Nachrichten abbestellen.

    Ich überlege mir auch, diesen Blogtext mal im Gemeinschaftskundeunterricht zu behandeln. Persönlich würde ich zwar trotzdem nicht CDU wählen, aber was die Zeitung mit dem Herrn Blume und seiner Familie gemacht hat, war gemein und fremdenfeindlich und geht einfach viel zu weit!!!

  264. Lügen durch Weglassen

    Hallo Dr. Blume

    zunächst hatte ich nicht wirklich verstanden, was an dem Artikel von Herrn Wehaus ehrenrührig oder beleidigend sein sollte – die Konfession Ihrer Frau ist korrekt, das Thema Ihrer Magisterarbeit auch, und die ominöse eMail muß zumindest existiert haben…

    … es hat ziemlich gedauert, bis ich darauf kam, daß es schlicht eine allgemeine Dankes-Rundmail an alle Teilnehmer einer pseudonymisierten Studie gewesen sein muß, die Sie ausgewertet hatten. Um so etwas als „persönlichen Mailkontakt“ einzustufen, muß man wohl böswillig oder Verfassungsschützer sein.

    @Herr Wehaus:
    die Informationen, die sie vom Satan erhalten, können durchaus korrekt sein – aber unvollständig, und genau dadurch ein schiefes Bild liefern. Gerade diese Woche bin ich in einem völlig anderen Zusammenhang über ein Paradebeispiel für „Lügen durch Weglassen“ gestolpert:
    http://rainerklute.wordpress.com/…-der-minister/

    Überzeugend lügen und die Wahrheit unmerklich verdrehen sind des Teufels Kernkompetenzen. Ob Sie es wollen oder nicht, Sie sind ihm auf den Leim gegangen.

  265. @Frau Werkreal Herrn M. Eichner
    wunderbare aufdeckende Positionen, gut das Journalisten noch nicht das Internet beherrschen, denn wir können nicht überprüfen für welche Lobby sie arbeiten. Prof. Peter Kruse hat den Politikern im Deutschen Bundestag etwas in ihr Stammbuch geschrieben: http://www.youtube.com/watch?v=FWaQ2WQlrHw Herr Wehaus wird hier als jemand geoutet, dem es an Empathie herrscht, und damit fällt er trotz Machtgebaren hier ziemlich unangenehm auf, und da der einzelne Internetbenutzer immer mächtiger wird, und es bekannt ist, das angestellte Jornalisten z.B. Christian Wulff auf unerträgliche Weise vorgeführt haben, so das er gehen musste, den Beleg dazu hat die FAZ geliefert mit dem Artikel DONNERHALL AM BODENSEE vom 27.08.2011 http://www.faz.net/…ensee-11126151.html,\“…Die Politik ließe sich „am Nasenring“ von Banken, Ratingagenturen und Medien „durch die Manage führen“, rügt Wulff.“
    so muss man davon ausgehen, dass Pressevertreter im Sinne von Mächten arbeiten, die mit Demokratie nichts am Hut haben, die diese nur benutzen, um ihre neolicheralen Ziele durchzusetzen. Und bestätigt hat das immerhin der Ministerpräsident von Bayern: Horst Seehofer mit dem Satz bei Erwin Pelzig: „Diejenigen die entscheiden, sind nicht gewählt, und die jenigen, die gewählt werden haben nichts zu entscheiden.“
    http://www.youtube.com/watch?v=UBZSHSoTndM Hier wird deutlich welchen Einfluss Journalisten ausüben können auf Kosten der Würde des Menschen, das muss erst einmal gesehen werden. Wer bezahlt wen und wofür und mit welchem Betrag? Hier wird dann deutlich, warum z.B. immer mehr alternative Heilmittel verboten werden, und immer mehr Pharmamittel mit hohen Nebenwirkungen gefördert werden.

  266. auswärtsspiel

    liebe kritiker, ich würde mich sehr freuen, wenn Sie die Kirche im Dorf und den Satan außen vor lassen würden. Den Satan habe ich, wie man oben problemlos nachlesen kann, nur als Veranschaulichung dafür ins Spiel gebracht, dass es mir egal sein muss, von wem eine Information stammt. Ich überprüfe die Information ohne Ansehen der Person, die sie mir gibt – mehr habe ich nicht geschrieben und gesagt. Sollte jetzt der Satan losgelöst durch das Netz fegen, so wäre das ein schönes Beispiel dafür, wie man Zitate (bzw. in dem Fall nur ein Wort) aus dem Zusammenhang reißt – etwas, was uns Medien ja immer wieder und auch immer wieder zurecht vorgeworfen wird.

    Ich habe auch Herrn Blume nicht eingeschüchtert, auch wenn er das (ohne Angabe der Stelle) einfach mal so behauptet. Wie käme ich auch dazu? Ich habe mich seit über zehn Jahren mit dem Mann nicht mehr beschäftigt, und von meiner Seite aus wär’s auch dabei geblieben.

    Ich habe mich schlichtweg nur (siehe meine erste Einlassung oben) dagegen gewehrt, dass er ein Telefonat zwischen ihm und mir falsch wieder gegeben und mich dabei dargestellt hat, als wäre ich ein kleines Journalistenschwein. Das muss mir in einer freien Gesellschaft erlaubt sein, auch wenn ich weiß, dass ich in diesem Blog ein Auswärtsspiel habe. Ich habe dabei nicht nur mich, sondern auch unsere Redaktion und meine Kollegen verteidigt, denn man könnte ja meinen, solche (weitgehend erfundenen) Vorgehensweisen seien bei uns üblich. Das ist nicht der Fall, und ich bitte alle, einfach nur meine Einlassungen (und vor allem die angehängten Artikel, um die es geht) zu lesen und mir dann ganz konkret zu sagen, was mir vorzuwerfen ist.

  267. @ rainer wehaus
    der satan kümmert mich wenig, was schon bekümmerlich ist, das die vierte Gewalt die Aufgaben der Kirchen übernommen haben, sie verurteilen, in einer Welt wo immer mehr Menschen kontrolliert werden und sich so fühlen. So schaffen sie das Böse sozusagen aus dem Nichts, ob man das jetzt Satan nennen sollte, ist eine andere Frage. Was jedoch deutlich wird, wer gegen die vorgegebene Linie verstößt wird herausgemobbt. Christian Wulff mit seinem „Kleinhäuschen“ ist nur einer solchen Hetze zum Opfer gefallen. Wer jedoch auf Verurteilung besteht, sieht nicht, wo er nur Diener ist eines Systems, was durch diese Verurteilungen ihr System von Teilen und Herrschen weiter in Richtung Versklavung ausbaut, ohne dass es die verhetzte Gesellschaft merkt, doch dafür ist jeder Journalist ja verantwortlich. Ob er seinem Sohn noch ins Gesicht schauen kann, wenn dieser ihn fragt, warum diese Welt so vergiftet wurde und er daran stirbt? Doch die Hoffnung stirbt zuletzt was sagt Martin Buber dazu? „ Wie wenn die Sonne sich verfinstert, und wüsste man nicht, dass sie da ist, würde man meinen, es gäbe sie nicht mehr, so ist es in solchen Zeiten. Das Antlitz Gottes ist uns verstellt, und es ist, als müsste die Welt erkalten, der es nicht mehr leuchtet. Aber die Wahrheit ist, dass gerade erst dann die große Umkehr möglich wird, die Gott von uns erwartet, damit die Erlösung, die er uns zudenkt, unser eigene Erlösung werde.“ Aus Schütz, Verborgenheit Gottes. Martin Bubers Werk – Eine Gesamtdarstellung, Einsiedeln 1975, S. 57f

  268. Schön

    Was mich so richtig freut: Während R. Wehaus seinerzeit meine Aussagen nur verkürzt und höhnisch verzerrt notiert hat, lasse ich ihn hier gerne in aller Ausführlichkeit antworten und diskutieren – selbst wenn er sich weiterhin nicht traut, mir endlich mal ins Gesicht zu sehen. Was soll’s – manches ist halt doch besser geworden. 🙂

  269. @schrittmacherm

    Au weia, was für ein Fund! Und Sie haben wohl Recht: Auch bei Journalisten, die Verschwörungstheorien gegen Muslime verbreiten, geht es immer NOCH schlimmer und dümmer! 🙂 Danke für den lesenswerten Fund, habe echt geschmunzelt… 😉

  270. Aber Herr Blume, bitte solche sehr tendenziellen (kabaretistischen?) Einlagen sind mit Vorsicht zu geniessen. Ich will jetzt nichts gegen Qualitätsjournalismus sagen, aber das ist keiner. Das ist schon so platt und einfälltig stereotyp, das es unglaubwürdig scheint.

    Mir jedenfalls sind die einsschlägigen öffentlichen Visionierungen zuweilen kaum einer Realität entsprechend einzuschätzen. Es sind also gewisse unbekannte Funktionen bei dieser derzeitigen Strategie zu vermuten.

  271. „Es sind also gewisse unbekannte Funktionen bei dieser derzeitigen Strategie zu vermuten.“
    @Schrittmacherm
    das ist sehr freundlich ausgedrückt, wir haben gottsei dank im deutschen den begriff wirklichkeit der mit wirks und wirkung, die ich nachempfinden kann zu tun hat, so auch hans peter dürr, die menschen, die von realität reden, haben eben die möglichkeit diese mit einer strategie zu erreichen, wie das henry kissinger, der mitorganisator der bilderberger deutlich macht: http://3.bp.blogspot.com/…truth_-_kissinger.jpg, so könnte man fragen, wer hat der journalistin die fragen gegeben, die da so völlig verblödet herüber kamen? das war jetzt bestimmt nicht im sinne von kissinger, dass das auch noch jedem auffällt, oder haben wir das auch schon hinter uns, unter dem motto: ICH DENKE – ALSO BIN ICH – NICHT HIER!

  272. höhnisch verzerrt?

    Lieber Herr Blume, Sie werfen mir vor, Sie damals „verkürzt und höhnisch verzerrt“ wieder gegeben zu haben. Dem widerspreche ich entschieden.

    Ich schrieb damals:

    „Der Protestant Blume ist seit sechs Jahren mit einer Muslima verheiratet, seit kurzem stolzer Vater und versteht nun die Welt nicht mehr: Ausgerechnet er, dem man in manchem islamischem Land wegen seiner Ehe den Kopf abschlagen würde, soll den Islamisten das Wort reden? Ausgerechnet er soll naiv sein und sich von Radikalen „einseifen“ lassen, wie man im Verfassungsschutz meint? Nein, Blume fühlt sich missverstanden und verfolgt. Er vermutet türkische „Kemalisten“ hinter dem Ganzen, die Muslime streng kontrollieren und in ihre Schranken weisen wollten. Die versuchten nun, mit Hilfe des Verfassungsschutzes und der Presse ihn fertig zu machen. Das erinnere ihn, sagt er, an die Kommunisten-Hatz damals in Amerika.“ ZITAT ENDE

    Nun haben wir beide damals kein Tonband mitlaufen lassen, können unsere Behauptungen also letztlich nicht völlig zweifelsfrei beweisen. Aber allein schon das, was Sie hier die ganze Zeit schreiben und behaupten, legt doch nahe, dass Sie sich damals genau so geäußert haben. Denn Sie sagen heute exakt dasselbe wie damals: Kemalisten versuchen, Sie mit Hilfe des Verfassungsschutzes und der Presse fertig zu machen. Es steht Ihnen natürlich völlig frei, das zu behaupten. Nur sollten Sie dann nicht den, der das wiedergibt, der falschen Wiedergabe bezichtigen.

  273. Gescheiterte Exkulpation

    Auch Hinweise auf ein Bekenntnis zum christlichen Glauben werden Sie nicht exkulpieren in den Augen der Schreibtischtäter und gekaufter Schreiberlinge. Wo sind wir eigentlich gelandet, das man das ansprechen sollte?

    Denn: Sie haben Abraham erwähnt und allein davon dürfen sich einige da oben schon ganz zu Recht provoziert fühlen.

    IP: 3584573859373

  274. Rainer Balder (Tübingen)

    Ich finde man muss auch die Position von Herrn Rainer Wehaus schätzen. Herr Wehhaus können Sie bitte das Ausführen zu „RELEVANTEN Gerüchten (ist er in Wahrheit schon zum Islam konvertiert?)“. Die Relevanz ist klar, vielleicht können sie das noch etwas ausführen an dieser Stelle (also nichts zu den Quellen – wohl VS BW, Inhalten), sondern nur zur Relevanz selbst. Danke und beste Grüßer, ein Leser

  275. Ich finde es frappierend,

    mit welchen (immergleichen) Diskutanden etwa TV-Talkshows zu islambezogenen Themen ausgestattet werden. Da finden sich grundsätzlich entweder pointierte Islamkritiker/innen (wie N.Kelec)oder geschniegelte Vertreter zweifelhafter und ausgesprochen reaktionärer Islamverbände. Den Menschentyp, mit dem ich (als (christliche) Lehrerin in einer Gegend mit vielen muslimischen Bürgern unseres Landes) hauptsächlich zu tun habe, nämlich rechtsstaatlich und demokratische Menschen, die halt nicht verbergen, dass sie gläubig sind, suche ich dort vergeblich. (In meinem letzten Deutsch-Leistungskurs saßen zwei türkischstämmige Fans der Schriften von Immanuel Kant.)

    Ich glaube auch, dass solch eine Auswahl noch nicht einmal aus Böswilligkeit geschieht, sondern aus Unwissen und diffuser Furcht. Aber die Konsequenzen für das Bild von Muslimen in der Öffentlichkeit ist natürlich fatal. Und wenn „Moslemversteher“ als ein Schimpfwort gehandelt wird, als ob Verstehen nicht die notwendige Voraussetzung für jede gescheite Verständigung wäre, und der offene Umgang mit Menschen (auch muslimischen Glaubens) als gleichbedeutend mit schafsgleicher Naivität gegenüber dem dämonisch aufgeblasenen Zerrbild eines islamischen Extremisten denunziert wird, wundern mich solche Hexenjagden nicht.

    Der Rechtsextremismus erschreckt nicht mehr wirklich; die Gesellschaft meint ihn durchschaut zu haben. „DEN Islam“ (den es monolithisch so gar nicht gibt) fürchtet sie nur diffus. Und so merken sie gar nicht, dass, im Gegensatz zu vielen gewöhnlichen Muslimen, islamistische Extremisten strukturell ähnlich grobschlächtig diskutieren wie nationalistische eben auch.

    Wenn aber Staatsmacht sich hinter solche simplen wie manichäischen Weltbilder nicht nur stellt, sondern sie mit Hilfe geheimdienstlicher Organe als politischen Kontrollapparat implementiert, wird es in der Tat bedrohlich.

    Deshalb müssen wir Bürger durch zähen und zahlreichen Protest gegen die massive Überwachung der Zivilgesellschaft politische Transparenz und eine offene Bürgerdiskussion erzwingen. Eine staatlicher „Ermächtigungsakt“ im Namen des „Kriegs gegen den Terror“ (auch durch eine ausländische Hegemonialmacht) ist selbst jene Gefährdung der Demokratie, die sie zu bekämpfen wähnt.

    Glückwunsch für Ihr Durchhaltevermögen!

  276. Die Causa

    Liebe alle,

    nun hat auch SPIEGEL ONLINE die Geschichte aufgegriffen. Interessant fand ich darin auch Rainer Wehausens Ausführungen zur „Berufsehre“ und die Zuflucht des Landesamtes für Verfassungsschutz zum „Datenschutz“…
    http://www.spiegel.de/…mpelt-wurde-a-913972.html

    Mit einem besonderen Dank auch an Anja Böttcher und herzlichen Grüßen in die Runde!

  277. Total spannende Debatte

    Ich verfolge die Debatte hier schon ein Weilchen, aber seit Rainer Wehaus hier aufgetaucht ist, ist sie auf die Schnittstelle zwischen Themen der politischen Ponerologie und der Psychopathie verschoben worden – nicht im abwertenden, sondern im streng analytischen Sinne gesprochen.
    Beispiel: Wehaus schrieb hier: „Wenn ein Sportredakteur schreibt, der VfB habe gestern 1:0 gewonnen, dann hat er da höchstwahrscheinlich nicht mitgespielt und ist auch nicht VfB-Trainer.“ Aber wenn der Sportredakteur schreiben würde: „Der Trainer hat gesagt, die gegnerische Mannschaft war gekauft, im Interesse von Wettbetrügern und zwecks Erzielung von Totto-Gewinnen“, dann wäre das schon etwas anderes. Selbst dann, wenn der Trainer das tatsächlich gesagt hätte, wäre es doch mindestens schlechter Stil, das unhinterfragt weiterzuverbreiten. Erst recht mit der Ausrede: „Ich habe mit dem Vorsitzenden des gegnerischen Vereins gesprochen, der hat das bestritten. Nun ja, der Trainer von Verein A sagt so, der Vorsitzende von Verein B sagt so. Ich berichte das mal ganz wertneutral.“ Rainer Wehaus ist intelligent und professionell genug, um ganz genau zu wissen, wie faul diese Ausrede ist. Er mogelt also bewusst und in einer Art, die für Soziopathen ziemlich typisch ist.
    Und was die politische Ponerologie angeht und die Rolle der Geheimdienste, das hat Andrzej Aobaczewski gerade auch anhand von Geheimdienstlern sehr scharfsichtig beschrieben. Und es passt. Nicht nur in den Staaten des mittlerweile nicht mehr existierenden Warschauer Paktes.

  278. Danke!

    Dieser Erfahrungsbericht ist es wert, weiter verbreitet zu werden.

    Dank an Michael Blume, Dank auch an Spiegel Online, der mich drauf gestoßen hat.

    „Getrennt werden wir geschlagen. Wir brauchen mehr interkulturellen und internationalen Dialog“

    Ich blogge auch in dieser Absicht:
    http://blog.initiativgruppe.de

  279. Hoppla, kleiner Irrtum

    Sorry, da ist wohl das Textverarbeitungsprogramm überfordert gewesen.Der Name „Andrzej Lobaczewski“ schreibt sich eigentlich mit einem durchgestrichenen „L“, aus dem offenbar ein „A“ wurde. Also dann lieber mit einem einfachen „L“ zu schreiben.

  280. zur relevanz und zu vorwürfen

    Ich will kurz auf die beiden Einträge von Herrn Balder und Frau Köppel eingehen.

    Zunächst zur Relevanz des Gerüchts, Herr Blume sei möglicherweise zum Islam konvertiert. Natürlich prüft man so ein Gerücht zunächst auf Plausibilität. In dem konkreten Fall (Herr Blume kennt sich da besser aus), ist eine Heirat zwischen einer Muslima und einem Christ nach strenger islamischer Auslegung nicht möglich, Herr Blume hat darauf ja hingewiesen mit dem Kopf-abschlagen-Zitat. Also könnte es sein.

    Dann kann, ja dann muss ich ihn eigentlich danach fragen, so unangenehm mir das selbst auch sein mag. Denn die Relevanz ist klar: Sollte er das tatsächlich heimlich gemacht haben, hätte er seinen Patron, Herrn Palmer, bei seiner Einstellung getäuscht/belogen und wäre allein schon deshalb als Islamberater der Landesregierung wohl nicht mehr tragbar.

    Natürlich ging ich davon aus, dass Herr Blume das nicht gemacht hat. Und wenn doch, hätte er es mir sicher nicht verraten. Aber ich spiele mit offenen Karten, er soll ja wissen, was seine Kritiker ihm nachsagen und ihm vorwerfen, auch deshalb musste ich ihn das fragen. Ich habe aber natürlich nicht darüber berichtet. Ich streue ja nicht einfach nur Gerüchte, die dementiert wurden.

    Womit wir bei Frau Köppel wären: Gerüchte veröffentlichen geht natürlich gar nicht. Was alle Medien aber natürlich täglich machen, ist Vorwürfe des Herrn A gegen Herrn B zu veröffentlichen. Wenn also nun, um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, ein Trainer wirklich öffentlich, also gegenüber einem Journalisten, sagt, dass sein Trainerkollege oder wer auch immer sich hat bestechen lassen, dann erhebt damit der Trainer bewusst und öffentlich diesen Vorwurf. Darüber wird dann in aller Regel berichtet, wenn es von öffentlichem Interesse ist (also kein privater Schweinkram oder sowas), auch natürlich über das Dementi.

    Das ist ja eine öffentliche Auseinandersetzung, bei der wir Journalisten gar nicht sagen können, wer da Recht hat. Die Frage ist auch, ob das in dem Fall und ganz generell unser Job ist. Denn oft gibt es kein Recht oder Unrecht. Schauen Sie nur mal die Causa Blume an. Der Verfassungsschutz hielt seine Positionen für problematisch-naiv, er selbst natürlich nicht. Das ist doch schlicht Ansichtssache. Soll ich da entscheiden, wer Recht hat – und dann entweder über den Vorgang schreiben oder nicht? Oder sollte sich nicht besser der Leser ein Urteil bilden, was er dann ja auch durch zahlreiche Leserbriefe pro und contra getan hat?

  281. Sollten sich „anständige Bürger“ wegen d

    Ich freue mich, dass es so mutige Menschen wie sie gibt, die öffentlich machen, welche Bedrohung die Datensammwelwut der Geheimdienste für Bürger und für unseren demokratischen Staat bedeutet. Ich bewundere ihren Kampfesmut trotz dieser perfiden persönlichen Bedrohung, der sie ausgesetzt waren/sind.

  282. Die Deutschen wollen das so…

    Ich finde es ausserordentlich mutig von ihnen ihre Geschichte zu veröffentlichen.
    Eigentlich schreibe ich schon seit einigen Jahren keine eigenen Texte mehr ins Netz,
    da ich befürchte, dass die Meinungsäußerungen zu gegebener Zeit gegen mich verwendet werden können.

    Ich bin ganz auf ihrer Seite und beobachte den Abbau unserer Bürgerrechte schon seit Jahren.
    Im ungünstigsten Fall werden wir zum Spielball unberechenbarer Mächte.

    Ich habe meinen Frieden mit dieser Situation geschlossen.
    Ich werde weder dagegen aufbegehren noch werde ich versuchen dieses System zu ändern.
    Ich versuche zu überleben.

    In meinen jungen Jahren durfte auch ich erfahren wie es ist den Sicherheitsbehörden schutzlos ausgeliefert zu sein.
    In den 70er Jahren reichten dazu lange Haare und geflickte Jeans.

    Mit dieser Republik verbindet mich nichts mehr.
    Ich bin hier hineingeboren und muß hier zu einen Ende finden.
    Sobald es mir möglich ist werde ich Deutschland verlassen.

    In einer Demokratie bekommt das Volk die Regierung die es verdient.
    Und die Deutschen haben diese Regierung verdient.
    Unser Grundgesetz ist zu einer Lachnummer verkommen.
    Alle Regierungen der letzten Jahre haben ausgetestet wie weit man gehen kann Teile des Grundgesetzes außer Kraft zu setzen.
    Große Bevölkerungsteile in Deutschland interessiert das nicht die Bohne.
    Meine Befürchtung ist das wir auf dem Weg in eine Mischform aus totalitärem- und Polizei- Staat sind.
    Es sieht so aus als liefen die Vorbereitungen dazu schon seit einigen Jahren.

    Ich wünsche ihnen viel Kraft und Ausdauer.
    Ich bin leider schon zu alt für so’n Scheiß ;o)

    Brilli Wand

  283. @Brilli Wand

    Naja, meine Großeltern erlebten den Nationalsozialismus, mein Vater saß in Stasi-Haft. Ich finde einfach, dass ich da kein Recht zum Jammern habe und es Demokratie und Freiheit wert sind, in jeder Generation neu erkämpft und verteidigt zu werden. Aufgeben gilt nicht, ich habe schließlich Kinder! 🙂

    Bitte finden Sie Ihren Mut wieder. Diese Gesellschaft braucht mehr aktive Bürgerinnen und Bürger!

    Danke für Ihre lieben Worte und alles, alles Gute!

  284. zum Randthema Journalismus

    So realistisch die Darstellungen und Forderungen in diesem Blog-Beitrag sind, so gehen an einer Stelle wohl doch die Pferde mit Dir durch: Nach „Ich sehe nicht ein, warum Sportler und Talkshow-Moderatoren Millionäre werden dürfen“ gehört einfach ein PUNKT! Denn „herausragend recherchierende Journalistinnen“ sollen leistungs(!)gerecht bezahlt werden, sie dürfen aber ganz sicher genausowenig wie Sportler und Talkshow-Moderatoren Millionäre werden!

  285. Danke Herr Wehaus von den Stuttg-Nachr.

    Danke für die Ausführung zur Relevanz auf die Nachfrage von Balder zuvor. Das hat natürlich einen besonderen Nachklang vor dem Hintergrund, dass sie einen besonderen Zugang zum Infos aus dem Umfeld des Verfassungsschutzes verfügen. Ich würde Sie oder den VS gerne über einen ähnlichen Fall informieren, da mir mind. 2 Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen bekannt geworden sind, auf die die „Relevanz“ auch zutreffen könnte. Es sind zwar nur kleine Anzeichen, aber man weiß nie, z. B. hat einer seine Essgewohnheiten in der Kantine im Sommer radikal umgestellt und redete mit mir über Religionen in China (etwas überraschend), und ich glaube dass er Gläubig ist … also anders gläubig als gemeinhin üblich meine ich damit. Es sind hohe Stellen in der Verwaltung und es sind wohl bekannte Gesichter. Im Kleinen fängt die Gefahr oft an. Vielleicht lässt sich das mit Ihren Hintergrundinfos weiter abklären, ggf sollte der Öffentlichkeit wieder eine Markierung gesendet werden und den beiden der Stempel aufgesetzt werden. Ich werden daher versuchen die Infos weiterzuleiten, die Behörde kann sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen oder umgekehrt. Man hört bzw liest sich 🙂

    Beste Grüße
    p.s. die Nachrichten lese ich gern gerade wegen diesen relevanten Recherchen

  286. Kunden?

    Was sollen die Geringverdiener und Sozialleistungsbezieher denn mit ihrem Geldbeutel ausrichten?
    Die können einzig ein gutes Gewissen haben, denn der Dreck, der an werberelavante Zielgruppen gerichtet ist, wird nicht für sie produziert.
    „Unterschichtenfernsehen“ was für ein Euphemismus.

  287. @kein Kunde

    Ich nehme an, Ihr Kommentar sollte sich auf diesen Blogpost beziehen?
    http://scilogs.spektrum.de/…ade-von-alexandra-steiner

    Generell lässt sich auf jeden Fall schreiben: Gerade die Nutzung von Blogs kostet ja für gewöhnlich nichts, sondern werden mit Aufmerksamkeit „belohnt“. Persönlich freue ich mich z.B. immer wieder über Zugriffszahlen und auch konstruktive Kommentare und habe meine Leserinnen und Leser nie als „Kunden“ wahrgenommen, sondern als Interessierte. Dass manche von ihnen nun auch begonnen haben, über meine kostenlos zugänglichen Publikationen hinaus auch meine Papierbücher und eBooks zu lesen, freut mich sehr – war aber anfangs überhaupt nicht zu erwarten. Also, klare Ansage: Hier auf den scilogs werden Sie nicht erst als „Kunde“ geschätzt, sondern schon als kostenfrei Lesender und ggf. Kommentierender.

  288. @alle: Filmtip

    Heute waren wir im Kinofilm „The Company we keep“ mit R. Redford, in dem u.a. auch die Frage journalistischer „Berufsehre“ thematisiert wird. Sehr spannend und nachdenklich! 😉

    Beste Grüße!

  289. was ist die rote linie eine andere sicht

    der mensch und die gesellschaft die hoch verschudelt ist und an seine schuld glaubt, muss den gläubigern gehorchen, das ist ihr wahres ziel. Mache aus den Menschen Schuldige und sie werden alles für dich tun, um von ihren schulden befreit zu werden. http://info.kopp-verlag.de/…-die-rote-linie.html

  290. @Michael Blume

    Leider konnte ich die Sendung auf Phönix nicht sehen. Gibt es eine Aufzeichnung davon, die man sich im Internet ansehen kann?

  291. Überwachung

    Bin durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen und mehr als begeistert.
    Die bequeme politische Unbedarftheit greift leider immer weiter um sich. Viele begreifen nicht, dass die Freiheit die täglich nutzen, hart erkämpft wurde.
    Möglicherweise ist diese Freiheit auch schnell wieder weg.
    3. REICH UND DDR SIND SCHEINBAR VÖLLIG AUS DEM ALLGEMEINEN GEDÄCHTNIS VERSCHWUNDEN.
    Es scheintsich ja immer mehr zu bewahrheiten: Jede „Staatsform“ möchte möglichst viel über seine Bürger wissen. Scheinbar sind wir auf dem Weg ALLES preiszugeben.

  292. DER VIRUS DER WAHRHEIT

    https://www.youtube.com/watch?v=Z0MN_Hix7kA
    Die Welt verändern, ist keine leichte Aufgabe, und es ist absolut unmöglich, für eine einzelne Person. Um die Welt zu verändern braucht man nicht zu verfolgen und zu bestrafen, denn wir leben in einer Welt, wo jedes Lebewesen opportunistisch ist. Dies ist ein universelles Gesetz, dass nichts und niemand ändern wird . Wenn es für eine Pflanze opportun ist zwischen einer Kachel wachsen, dann wird sie es tun, und wenn es für einen Politiker opportun ist korrupt zu sein, dann wird er es.
    Das funktioniert in nahezu allen Bereichen unseres Lebens, es ist etwas das oft nervt und das Leben schwer macht. Normalerweise ist die erste Sache, die wir tun, Schuldige zu suchen. Aber auf diese Weise ändert sich nichts, was wir tun müssen, ist das Umfeld zu verändern. Wenn ein bestimmtes negatives Verhalten durch sein Umfeld nicht begünstigt ist, wird dieses Verhalten in der Regel nicht durchgeführt werden. Denn der Mensch hat keinen Nutzen an dem, was er macht, ja, kann sogar für ihn ein Nachteil sein, und daher wird er es in der Regel nicht tun.
    Eine Person kann die Welt nicht verändern, aber eine einziger Virus. Das Virus der Wahrheit. Es muss einfach nur verbreitet werden, so dass das System gezwungen wird sich zu ändern, ein System, das uns alle gefangen hat, egal, ob man reich oder arm ist, jeder wird immer ein Teil des Systems sein. So kann die Verbreitung des Virus diese Welt wird die Zukunft wirklich in eine Bessere verwandeln, in etwas Sinnvolles und wo sich zu leben lohnt.
    http://www.andreaskalcker.com/……mas-unmoeglich
    DER VIRUS DER WAHRHEIT 27 +89+27+92 = 116+119= 235 =
    JA – ES GIBT EINE VORSEHUNG!

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