Psyche und Fantasie des Menschen – Ein sciebook für die Lehre

In den kommenden Monaten warten zwei Uniseminare auf mich, auf die ich mich schon sehr freue: Im bereits deutlich überbuchten Seminar an der Universität Jena wird es um die „Faszination Weltuntergang und Verschwörungen – Zur Erforschung populärer Mythen“ gehen und bei den Wirtschafts- und Sozialpsycholgen der Universität Köln um einen Überblick über die „Religionspsychologie“. Das Ganze selbstverständlich je aus evolutionärer Perspektive. Schon ein sciebook war ja aus einer überraschenden Seminardebatte in Jena entstanden. Und so kam mir bei der Vorbereitung der beiden Seminare die Idee, die Einführungslektüre als eBook zu gestalten und es damit Studierenden kostenfrei wie auch Interessierten sciebooks-typisch für weniger als 3 Euro zugänglich zu machen. So entstand „Psyche & Fantasie des Menschen – Unser Hunger nach Geschichten, Verschwörungen, Katastrophen und Göttern“. Es ist damit auch ein Experiment: Könnten eBooks ggf. eine neue Form sein, Wissen(schaft) deutlich kostengünstiger & umweltschonender für Studierende und Interessierte zugänglich zu machen?

Noch nie befassten sich so viele Menschen so intensiv mit so fantastischen Geschichten wie heute. Täglich werden Millionen Bücher gelesen und Filme angeschaut, von denen die allermeisten keinesfalls nur trockene Sachinformationen liefern, sondern meist völlig mythische und unrealistische Geschichten erzählen. Und auch jetzt, in diesem Moment, stapfen gerade Abertausende Leute in der (in der Fantasie vorgestellten oder computeranimierten) Gestalt von Elfen, Kriegern und Priesterinnen durch irreale Welten. Andere können sich von Liebesgeschichten oder der Spannung eines erzählten Weltuntergangs kaum losreißen.

Aber warum (und wie) hat die Menschheit Gehirne entwickelt, die nach völlig unrealistischen Geschichten geradezu hungern? Warum betteln schon kleine Kinder um Geschichten, auch wenn sie wissen – und wissen wollen! -, dass diese „nicht echt“ sind? Und warum sind reine Sachbücher – und -filme nie so erfolgreich wie unterhaltsame Fiktion?

Schon Charles Darwin fragte nach der Evolution unserer psychischen Innenwelten, unserer Neugier und unserer Lust, Mythen zu erschaffen. Dieses sciebook führt ein in die längst interdisziplinäre Evolutionsforschung der menschlichen Psyche und Fantasie. Ob Sie das menschliche Leben interessant finden, fantastische Geschichten genießen oder gar erschaffen – dieses eBook ermöglicht Ihnen einen Blick „hinter die Kulissen“ unserer Faszinationen..

Umfang: 19.200+ Wörter, 36 Abbildungen, 2,99 Euro 

Bei amazon (Kindle)

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Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

32 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der Hunger nach Geschichten

    Eine sehr interessante Fragestellung: Warum (und wie) hat die Menschheit Gehirne entwickelt, die nach völlig unrealistischen Geschichten geradezu hungern? Würdest du, Michael, die Bibel und den Koran auch zu diesen „unrealistischen Geschichten“ dazuzählen? Oder ist da ein Unterschied etwa zu alten Märchen und Mythen? Die Grundfrage wäre ja, ob die spirituellen Geschichten der letzten – sagen wir 5000 Jahre – erdacht oder erschaut wurden. Oder vielleicht beides? Ist unsere Fähigkeit zu Phantasie und Imagination eine blosse projektive Ersatzhandlung oder eine Fähigkeit zur Wahrnehmung anderer Wirklichkeitsschichten, die sich dem logisch-analytischen Denken entziehen?

  2. @Rüdiger

    Nach der Arbeit am Thema würde ich tatsächlich sagen: Unsere Selbst- und Identitätserzählungen sind ebenso nur lose auf „Fakten“ gestützte Mythen wie literarische oder religiöse Narrative. Und sie sind für uns längst überlebenswichtig. Ein echtes Aha!, das ich für dieses sciebook aufnahm, war „The Storytelling Animal“, ein Meisterwerk neuer, evolutionärer Literaturwissenschaft.

  3. Biblische Geschichten

    Ich habe dieses Buch heute schnell mal diagonal gelesen – zum ersten Mal mich an diese Technik mit E-Books gemacht – via Normal-Computer. Und ist ja witzig, wen du, @Michael, als Theologen zitierst. Danke.
    Nun, das entspricht in etwa dem, was ich zu Adam und Eva darstellte : so wie Menschen sich selbst darstellen, erklären über die Erzählung ihrer Biographie, so stellten sie immer wieder ihre anthropologischen Überlegungen nicht in Lehrbüchern dar, sondern eben als erzählte Anthropologie. Das machten die Griechen so in verschiedenen Mythen und machten die biblischen Erzähler ebenso. Manche Erzählmotive könnte sogar entfernt verwandt sein.
    Und dabei kann ich meinerseits auf die Frage von @Rüdiger Sünner eingehen, wie die Geschichten der Bibel einzuschätzen sind (und des Koran – die Antwort könnte ähnlich ausfallen, aber dafür sind andere zuständiger).
    Ja, natürlich gibt es in der Bibel Märchen, Mythen, Sagen und Legenden – auch historische Berichte, aber öfters mit gewissen Tendenzen, wie das bei Hofschreibern so läuft … ;-). Eine ziemlich bunte Sammlung jedenfalls – nicht eintönig. Und deshalb natürlich je nachdem sehr unterschiedlich zu bewerten, nicht über einen Kamm zu scheren.
    Sage ich was zu realistisch/unrealistisch im Blick auf die Geschichte von Adam und Eva: Dass sie unrealistisch ist in Bezug auf ihre Historizität müsste man eigentlich nicht mehr bestreiten. Die Namen der Beteiligten sind Symbolnamen: Adam=der Mensch, Eva=die schwanger werden kann, Abel=der vergeht wie ein Hauch – Kain hat eine eigene Geschichte. Wenn man meint, diese als historische Personen verteidigen zu müssen, kommt man zu ulkigen Folgerungen – etwa in der Frage nach ihrer primären Sozialisationsphase oder nach ihrer Sprache. Na ja, da gibt es vielleicht keinen Unsinn, der da nicht schon behauptet worden wäre – etwa: Adam sei um die 12 Jahre alt gewesen bei seiner Erschaffung. Und was hat man sich nicht schon über die Nabel der beiden „ersten Menschen“ Gedanken gemacht…
    ABER: ich sehe in diesen Geschichten auch sehr realistische Gesichtspunkte – nicht unter historischem Blickwinkel sondern unter psychologischem: Das ist doch gut erzählt, wie Adam inmitten von Tieren und Pflanzen zuerst doch sehr einsam ist und erst in der Frau sein ihm entsprechendes Gegenüber findet. Ist dann auch gut erzählt, dass Adam sagt: nicht ich war’s – es war meine Frau, die du Gott mir gegeben hast. Und die Frau sagt: nicht ich war’s sondern die Schlange. Dieses „ich war es nicht – die andern waren es“ – das gibt es doch immer wieder. Wenn man bei manchen Erzählungen über solche Einsichten schmunzeln kann, dann merkt man, dass sie die menschliche Realität treffen. Und so wurden in solche Geschichten immer wieder Einsichten und Lebenserfahrungen eingeflochten, zum Teil in Weisheitssprüchen verpackt.
    Vergleichbares gibt es in Geschichten anderer Völker sonst auch. Ob etwas dann da oder dort zur Heiligen Schrift (oder sonstigen heiligen Erzähltradition) wird, das entscheidet sich nicht an der Erzählgattung, sondern ob die Zusammenstellung von Geschichten genügend solcher Einsichten bringt und einer Gruppe oder gar einem ganzen Volk genügend Identität stiftende Impulse. Und da spielen natürlich unheimlich viel (kultur-)historische Einflüsse mit.

  4. @Hermann

    Vielen Dank – es freut und ehrt mich sehr, dass Dich die sciebooks interessieren! Ich hoffe ja sehr, dass Du bald auch einmal eines schreiben wirst! 🙂

    Und Ehre wem Ehre gebührt: Deine Blogposts haben m.E. eine unheimlich dichte Qualität und regen mich persönlich und wissenschaftlich immer wieder an. Gerne mehr davon – und mit diesem Wunsch bin ich ganz sicher nicht der Einzige! 🙂

  5. Wozu Gott in Geschichten?

    Dass Adam und Eva, wie auch viele andere Dinge in der Bibel (Hiob!) gute Geschichten sind, denke ich auch. Das würden auch manche Atheisten nicht bestreiten. Die Frage ist, wozu überempirische Akteure (Gott, Satan, Engel etc.)? Sind es nach aussen hin verlagerte Wünsche, Ängste, Sehnsüchte, Erwartungen? Oder Chiffren für reale Kräfte? Das ist doch die Hauptfrage. Wieviel Gläubige würden sich zufrieden geben mit dem Hinweis, dass Bibel und Koran gute Geschichten enthalten? Sie sind doch davon überzeugt, dass es Gott wirklich gibt, nicht dass er nur Teil eines Narrativs ist.
    Man müsste den Unterschied zwischen spirituellen und literarischen Geschichten herausarbeiten. Die grosse Literatur der letzten 300 Jahre braucht eigentlich keinen Gott mehr, alles wird zu rein menschlichen und psychologischen Belangen. Aber die Odyssee brauchte noch überempirische Akteure, auch das Gilgamesch-Epos, die Bibel und der Koran. Rilke hat mal vermutet, dass die frühen Menschen das Überwältigende in der äusseren und inneren Natur, das anders nicht auszuhalten war, in mythologische Figuren packen mussten, um es anschauen und handhaben zu können. Das Unerklärbare z.B. des Sternenhimmels, der Träume und vieler unserer Emotionen, das Grandiose, Erschütternde daran musste durch Symbolisierung in eine gewisse Distanz gerückt werden, um es in Geschichten zu bändigen. Das würde auch erklären, warum grosse Geschichten immer die Aura des Numinosen behalten.

  6. Wozu Gott? @ Rüdiger Sünner

    Nun, als Psychologe erscheint mir die Annahme der Existenz eines mir Individuum weit überlegenen Gottes schon aus psychohygienischen Gründen durchaus sinnvoll: Weil es meine – wie der wohl meisten Menschen – Neigung zu Selbstüberschätzung, Grandiosität, Titanismus und Hybris wohltuend ausbremst.

    (Jürgen vom Scheidt)

    Ich würde noch hinzufügen: weil „der, die, das“ auch das „geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslöscht.“ (Jesaja 42,3)
    Es gibt Lebenssituationen, da schreit man in eine öde Leere hinein:

    Aber einst wird dich die Einsamkeit müde machen, einst wird dein Stolz sich krümmen und dein Mut knirschen. Schreien wirst du einst „ich bin allein!“ Einst wirst du dein Hohes nicht mehr sehn und dein Niedriges allzunahe; dein Erhabnes selbst wird dich fürchten machen wie ein Gespenst. Schreien wirst du einst: „Alles ist falsch!“

    (F.N.)

    Dann ist es tröstend, wenn es nicht nur die Hybris deckelt, sondern auch die Aufrichtung ermöglicht.

  7. Nachjustiert @Rüdiger Sünner

    Sie fragen: „Die Frage ist, wozu überempirische Akteure (Gott, Satan, Engel etc.)? Sind es nach aussen hin verlagerte Wünsche, Ängste, Sehnsüchte, Erwartungen? Oder Chiffren für reale Kräfte?“
    Danke. Das frage ich auch; und möchte, dass auf die Frage nicht zu schnell ein Deckel kommt, der die Diskussion abschließt. Aber ein bisschen die Sache auf eine Spitze treiben – versuchsweise hier im Kommentarbereich (denn genau zu diesem Punkt will ich derzeit keinen weiteren Blogbeitrag machen)
    Nun, am meisten möchte ich das „Oder“ überwinden: Vielleicht sollten wir die Alternative nicht so scharf sehen. Ich möchte mal ein bisschen gewagt widersprüchlich formulieren: Die überempirischen Akteure sind Chiffren/Platzhalter für reale Kräfte, die im Menschen wirken, deren aber der Mensch nicht so einfach Herr werden kann. Sie sind personi-fizierte Darstellungen dessen, was im Netzwerk Leben den Entscheidungen des einzelnen Menschen längst schon vorausgeht, was ihm wider-fährt; und er ist wiederum ein Teil der Wider-fahrnisse für andere.
    Ohne Menschen wäre es sinnlos, von diesen Kräften zu reden – aber der Mensch er-findet sie nicht, sondern findet sie – im Nachdenken über sich – vor. Er *hat* sie nicht zur (freien) Verfügung, sie *haben* ihn.

    Ja, ich weiß, die meisten, die Theologie betreiben, würden es begrifflich nicht auf diese Spitze treiben. Trotzdem glaube ich, damit Intentionen von Luther, Tillich, Drewermann angemessen aufzugreifen.
    Drewermann versteht – auswendig zitiert: Gott als Chiffre, dass der Mensch in einer an sich nicht sehr menschengemäßen Welt dennoch Menschlichkeit bewahre und bewähre. Ja, und ich möchte – aus meiner lutherischen Tradition heraus (und um einer Theologie der reinen subjektiven Bedürfnisbefriedigung vorzubauen, vgl Karl Barths Protest gegen die „natürliche Theologie“) ergänzend betonen, dass es da unerwartete und auch unerwünschte Wider-fahrnisse geben kann, mit denen man umzugehen hat.

    Ach ja, und zu Adam und Eva hätte ich eben nicht nu betonen sollen, das sei gut erzählt – ist nicht nur eine *schöne Geschichte* – sondern dass da sehr realistische Beobachtungen über den Menschen zum Ausdruck kommen. Aber formal nicht realistischer oder unrealistischer als die Anthropologie, die etwa in dem schönen Märchen von „Hans im Glück“ zu Ausdruck kommt: Seht, so ist der Mensch.

  8. Relevanz

    Im Buch hatte ich evolutionäre Relevanz angesprochen, die sich auf die Wahrnehmung wie auch auf die Motivation bezieht: Wir nehmen Belebtes nicht nur als relevanter wahr, wir lassen uns auch nur von „jemandem“ etwas sagen, nicht von „etwas“. Deshalb versucht der (orthodoxe) Buddhist dem Karma-Prinzip zu entkommen – Liebe kann nicht von Dingen, nur von Personen ausgehen.

    Deshalb sind m.E. überempirische Akteure unverzichtbar, um die Welt und ihre Geschichten – einschließlich der eigenen – als bedeutungsvoll anzunehmen. Im Kern geht es um die Frage, ob wir das Sein als totes Ding oder als lebendiges Gegenüber erleben.

  9. Belebtes Sein

    @Michael: Wenn überempirische Akteure nötig sind, um das Sein als belebt wahrzunehmen, könnten wir uns auch mit einem animistischen Weltbild begnügen, wie es indigene Kulturen ja heute noch besitzen. Wozu aber die überempirischen Akteure Gott, Satan, Engel usw.?
    Ausserdem hört sich das jetzt alles nach den „regulativen Ideen“ von Kant an: wir brauchen sie, um besser zurechtzukommen, aber als erwiesen können sie nicht gelten. Es läuft auf einen menschenfreundlichen Agnostizismus hinaus (der ja auch was ist, aber religiöse Menschen sicher nicht befriedigt).
    @Hermann: Wenn überempirische Akteure nur Chiffren für innere Kräfte im Menschen sind, wieso genügt dann nicht Literatur und Psychologie? Wozu dann die ganzen heiligen Texte aus vielen Jahrtausenden, die natürlich von der ontologischen und nicht nur psychologischen Realität des Göttlichen ausgehen. Goethe, Shakespeare, Kafka, Dostojewski, Thomas Mann würden doch dann reichen …
    Kunst als zeitgemässere Variante von Religion.
    Ich spiel hier mal den Advocatus diaboli.

  10. @Rüdiger: Das Sein ein Du?

    Beim Animismus oder auch noch Polytheismus bliebe das Sein aber weiter zersplittert und weglos. Erst durch die Wahrnehmung einer höchsten Personalität wird es möglich, mit dem Sein insgesamt in Beziehung zu treten.

    Und erkenntnistheoretisch bleibt es tatsächlich Glaubenssache, ob sich so eine (die?) Wahrheit enthüllt. So bleiben wir frei, den Weg (nicht) zu gehen bzw. die Liebe anzunehmen.

  11. @ Zur Erforschung populärer Mythen

    Michael Blume, Sie schrieben mir mal: „Offenkundig lesen Sie die mythischen Überlieferungen als Tatsachenberichte…“ Warum heißen sie eigentlich Mythen? Doch weil hier Götter vorkommen – und Götter sind ein Gebiet für die Religion – nicht für die Naturwissenschaft.
    Wie entstand der Begriff Götter? Eigentlich hat sich die frühere Sprachwissenschaft darauf geeinigt, alles was mit in den Himmel fliegen zu tun hat… nur Götter sein können.
    Die Grundbegriffe dazu werden von Z. Sitchin mit Anunnaki = die, die vom Himmel kommen und Nefilim der Bibel = die, die vom Himmel auf die Erde hinunter gekommen sind bezeichnet.
    Klarer ist das noch bei Dr. Burgard, der Encheduanna neu übersetzt hat – hier sind es die Dingir:
    – Die Sumerologen haben sich per Konvention angewöhnt, dies als Gott oder Götter zu übersetzen. Damit war die Wissenschaft das Problem los, Dingir erklären zu müssen.
    – Das entspricht weder dem Wortsinn noch den Tatsachen.
    – Die Dingir sind gemäß dieser Denkreichung dem Wortsinn nach Entscheidungsträger aus Flugkörpern/Gebieter mit Fluggeräten.
    – Die Menschen hatten ihnen zu dienen und zu gehorchen – ohne wenn und aber!
    Das war nicht nur zur Zeit von Encheduanna (vor um 4300 Jahren) so, sondern auch weit vor der Sintflut.
    Mythen doch nur, weil wir nicht bereit sind, überlieferte Fakten als das anzuerkennen was sie sind: Überlieferungen einer oder mehrerer Hochtechnologien von anderen Planeten!
    Wenn es um die „Mythen“ der Keilschrifttafeln geht stellt Dr. Burgard fest: „…dass wir gesichertes Einweihungswissen vorgefunden haben, das nicht in den Bereich der Mythen wegdiskutiert werden kann.“ Das bedeutet auch, dass die Schreiber der Keilschrifttafeln (u. a. Priester(innen) Sumers, Babylons) aus der Hochtechnologie-Praxis berichten – und Berichte in die Heiligen Schriften übernommen wurden.
    Hier decken sich auch Aussagen der Bibel mit Aussagen von Encheduanna!

  12. @Klaus Deistung

    Die buchstäbliche „Wahr-Nehmung“ von überempirischen Akteuren wie Göttern oder Außerirdischen ist selbstverständlicher Teil der Psychologie und damit zunehmend auch der Kognitions- und Evolutionsforschung. Dazu gibt es ja inzwischen ein eigenes sciebook und auch das vorliegende erläutert die allzu weit verbreitete Faszination für UFOs und Verschwörungstheorien.

    Sie hatten hier auf Natur des Glaubens die Möglichkeit, Ihre Sicht der Dinge zu verkünden. Ich möchte Sie aber auffordern, andere Diskussionen nicht mit Sumer-UFO-Spam zu stören, sonst werde ich konsequent löschen müssen.

  13. Nachzügler I @Michael

    Ich weiß, es wird überfällig, dass ich meinen Zug mache.
    Ja, @Michael, das ist mir schon klar, dass wir Menschen Belebtes als relevanter ansehen und dort, wo wir Belebtes vermuten, intensiver reagieren. Wird ja im Buch dargestellt. Das ist die Brille, durch die Menschen mit der Wirklichkeit interagieren. Diese Brille hat man (Buddha selbst?) im strengen Buddhismus den Leuten wegnehmen wollen; sie lassen es sich nicht gefallen und reden doch wieder von und mit göttlichen Wesen. Und auch den meisten hierzulande würde der Glaube nicht mehr aussagbar.
    Deshalb ist diese personale Sichtweise auch gegenüber allen möglichen Einwänden zu verteidigen: Sie ist menschengemäß; und wenn sie in reproduktionsfördernden Zusammenhängen vorkommt, kann man sie nicht einmal als krankhaft bezeichnen.
    Sie den Menschen auszureden – das wird kaum gelingen, siehe das buddhistische Experiment UND siehe z.B.Pascal Boyers „Religion: Bound to believe?“, auf das du schon mehrfach hingewiesen hast. Da kommt er zu solchen Schlüssen – aus einer deutschen Übersetzung –: „um sich ein übernatürliches Wesen vorzustellen, braucht es nichts weiter als einen menschlichen Verstand, der auf höchst natürliche Art und Weise Information verarbeitet“ und „Unglauben [ist] in der Regel das Ergebnis bewussten, mühevollen Ankämpfens gegen unsere natürlichen kognitiven Dispositionen – und damit wohl kaum eine leicht zu verbreitende Ideologie.“
    Trotzdem oder gerade deshalb wird man in einer erkenntnistheoretischen Diskussion eben betonen, dass unsere natürliche kognitive Disposition eben eine mögliche Sichtweise/ Brille bedingt aber dass wir die Wirklichkeit selbst nicht unverstellt sehen.

    Ja, das Sein „als totes Ding oder als lebendiges Gegenüber“? ich würde vermittelnd sagen: als lebendiges Geschehen, in dem immer wieder Gesichter auftauchen. Aber ich halte das a-personale Sprechen auch oft nicht durch…

  14. Nachzügler II @Rüdiger Sünner

    Auch Ihnen gegenüber ist ein nächster „Zug“ überfällig – höchste Eisenbahn: Sie haben ja dankenswerter (!) Weise als „advocatus diaboli“ eingeworfen:
    “Wenn überempirische Akteure nur Chiffren für innere Kräfte im Menschen sind, wieso genügt dann nicht Literatur und Psychologie?…. Goethe, Shakespeare…“ ff würden doch reichen.
    Allen den Genannten (Dichtern/Psychologen/Philosophen) fehlt etwas – nein: nichts Übernatürliches, sondern etwas sehr Natürliches: Menschen, die in ihrem Namen gemeinsame Ziele erwarten oder erreichen wollen und sich dafür zusammentun – und das zumindest innerhalb ihrer Gesellschaft (oder wie bei Christen und Moslems international) als gültigen Maßstab propagieren. Also, dass daraus eine Gruppendynamik entspringt. Religion ist eben nie nur „Privatsache“.
    Ja, Dichter und Philosophen können spannende, gute, hilfreiche Einsichten vermitteln. Auch die inneren Kräfte im Menschen bzw. die Widerfahrnisse der Menschen sehr genau benennen, u.U. genauer als dies in Religionen auf den Nenner gebracht wird. Aber das gibt noch keine Gruppenbewegung von Leuten, die sich darum zusammentun, diese Texte regelmäßig meditieren, singen in gemeinsamen Riten darstellen und nach außen propagieren. Vielleicht gehört dazu wirklich die personale Vorstellung von überempirischen Akteuren – als Triebfeder.
    In politischen Gruppierungen gibt’s Derartiges schon öfters mal. Interessant, wie in gewissen politischen Gruppen sich auch gewisse Riten entwickeln und eben Personenkult, Dogmen… Aber die Ziele sind dann doch öfters sehr endlich, lassen sich durch konkrete Ereignisse widerlegen oder dadurch dass die Anführer unglaubwürdig werden. Gemessen an den Religionen, die wir meistens sehen, sind sie sehr kurzlebig. Aber es gibt auch kurzlebige religiöse Sekten.
    Am ehesten scheint mir das bei Konfuzius gelungen, dass aus einer philosophischen Psychologie eine Religion entstand. Bei Buddha mit den hier jetzt mehrfach genannten Widersprüchen auch teilweise. Aber die genauen Bedingungen im Für und Wider könnten andere besser benennen.

  15. @Hermann

    Ich finde alle diese Erklärungen sehr intelligent und auch schön.
    Gott als „Chiffre“ für innere Regungen, jetzt als „Triebfeder“ für Gruppendynamik. Sie sind aber allesamt auch sehr pragmatisch, verzichten endgültig auf die ontologische Realität des Göttlichen. Ist das der aktuelle Stand „aufgeklärter Theologie“? Sozusagen Theologie nach Nietzsche und Darwin? Dorothee Sölle, über die ich gerade einen Film drehe, sagte, sie wolle Theologie immer mehr durch „Theo-Poesie“ ersetzen. Sie wurde dazu inspiriert durch Martin Buber, der sie erstaunt fragte, wie man denn überhaupt theo-logisch von Gott reden könne. Lieber in Narrativen und Metaphern, wie die grossen Mystiker, die dann aber auch keine Massenbewegungen (im Guten wie im Schlechten) ausgelöst haben.

  16. @ Rüdiger Sünner

    „Eine sehr interessante Fragestellung: Warum (und wie) hat die Menschheit Gehirne entwickelt, die nach völlig unrealistischen Geschichten geradezu hungern?“

    Ich finde die Frage seltsam.

    Erst mal: Gehirne hungern nicht, sie denken nicht einmal, das tun Menschen mittels ihres Gehirns.

    Und dann: Man muß doch nicht fragen, warum die Menschen gerne unrealistische Geschichten hören, das liegt auf der Hand: weil (und wenn) es schöne Geschichten sind und sie ein Bedürfnis bedienen. Man hört gern die völlig unrealistischen Geschichten von den Müllerssöhnen, die Prinzessinnen bekommen, weil die Gesellschaft so übel eingerichtet ist, daß Müllerssöhne nie Prinzessinnen bekommen bzw. weil es überhaupt Müller und Könige gibt.

    Und schließlich: Der Satz soll doch etwa heißen, daß die Menschheit in dem Sinne dieses Bedürfnis entwickelt hat, wie sie das Bedürfnis entwickelt hat, Süßwasser und nicht Salzwasser zu trinken, d. h. die Frage ist biologisch gemeint. Das ist aber völlig abwegig. Als ob Menschen, die lieber realistische Geschichten gehört haben, einen Selektionsnachteil gehabt hätten und deshalb ihre Gene, nämlich solche, die zum Genießen realistischer Geschichten führen, aus der Population verschwunden sind, bzw. als ob ein Genom-Unterschied zu erwarten wäre zwischen Menschen, die gern unrealistische und solchen, die gern realistischen Geschichten hören; irgendwie haben sich dann im 19. Jahrhundert, als der literarische Realismus aufkam, diese Gene aber doch wieder, und zwar blitzschnell und in nie dagewesenem Ausmaß, vermehrt.

    Der Biologismus hat heute ungeahnte Höhen erklommen. Wie harmlos, und wie vergleichsweise wissenschaftlich plausibel war da doch der Glaube, daß die „nordische Rasse“ wegen ihres Daueraufenthalts in nebligen Gegenden die erbliche Eigenschaft des Tiefsinns stärker ausgeprägt hat als die Rassen der trockenen und warmen Länder.

  17. @ Michael Blume

    „Sumer-UFO-Spam“ – das erinnert mich an eine Zeit, als die Wissenschaft noch Monsterwellen bis 30 m vor wenigen Jahren für unmöglich hielt – und der Meinung war, dass die Kapitäne zu tief ins Glas gesehen hätten. Heute wissen wir, dass es ein Satelliten gestützte Vorwarnsystem gibt.
    Was bleibt nach 170 Jahren Forschung im mesopotamischen Bereich an „Mythen“ übrig? Hier gab es entscheidende Grundlagen für unser Dasein.
    In Ihrem Blog http://scilogs.spektrum.de/…seti-und-zecharia-sitchin ging es
    mit Dr. Heiser auch um Mythen > 10 mal. Ihre Frage 3 ließ Dr. Heiser antworten: „Sitchin selbst sagte die Rückkehr von Nibiru für 2090 voraus.“ Ich stellte die Frage nach der Quelle für diese Zahl.
    Auf Ihre Nächste Frage sprach Dr. Heiser von „… Sitchin’s Nonsens…“ – Auf die 2090 gab es aber keine Quellen-Antwort… Es sei denn meine, dass er für die gut 350 AE noch über 800 Jahre benötigt.

  18. @Hermann

    Lieben Dank für Deinen Nach-Zug. Beeindruckend, wie Du verstehst, wogegen manch anderer nur gebildet tut und sich mit Schlagworten entlarvt. Deswegen lasse ich mit keinen Kommentar oder Post von Dir entgehen.

  19. @ Rüdiger Sünner

    „…wozu überempirische Akteure (Gott, Satan, Engel etc.)?“ Viele Völker haben überliefert, dass die Götter (Plural) versprochen haben, wieder zu kommen.
    Als die Spanier in Mittelamerika eintrafen, wurden sie – weil man die Zeit berechnet hatte – als Götter empfangen – ein fataler Irrtum. Auch heute gilt: Ihre Ankunft lässt sich nicht berechnen!
    Aber gehen wir zu den Völkern, dann haben die Götter alle Namen. Sie haben die Menschen etwas gelehrt und die amerikanischen Völker sprachen vom Gold als dem gelben Metall der Götter – was die Spanier nicht verstehen konnten!
    „Sind es nach aussen hin verlagerte Wünsche, Ängste, Sehnsüchte, Erwartungen? Oder Chiffren für reale Kräfte?“ Wenn die Götter den Menschen etwas beigebracht haben – kann es nicht einfach Gott gewesen sein.
    Als es noch kein Auto gab, gab es auch keinen Wunsch danach. Und so hat die Bildung durch die „Götter“ auch erst weitere Wünsche real werden lassen.
    Bei den Völkern gibt es auch weltweit Skupturen http://www.rakuten.de/…86915ba1632a9cb7c0623a1bb , ja sogar welche, die zu fliegen scheinen u. a. in Tulum, habe Urlaubsbild davon.

  20. @ Hermann Aichele

    „Die überempirischen Akteure sind Chiffren/Platzhalter für reale Kräfte, die im Menschen wirken, deren aber der Mensch nicht so einfach Herr werden kann. Sie sind personi-fizierte Darstellungen dessen, was im Netzwerk Leben den Entscheidungen des einzelnen Menschen längst schon vorausgeht, was ihm wider-fährt; und er ist wiederum ein Teil der Wider-fahrnisse für andere.(Ohne Menschen wäre es sinnlos, von diesen Kräften zu reden – aber der Mensch er-findet sie nicht, sondern findet sie – im Nachdenken über sich – vor. Er *hat* sie nicht zur (freien) Verfügung, sie *haben* ihn.“

    Das wird man so sagen können, aber man sollte einen höchst wichtigen Unterschied nicht vergessen, den man spätestens seit Feuerbach und vor allem seit Marx kennt. Das, was der Mensch in sich findet, aber nicht hat, was vielmehr ihn hat, gehört in sehr verschiedene Kategorien. Der wichtigste Unterschied ist der zwischen (a) dem, was für uns als Menschen unhintergehbar ist, dem, was man „transzendental“ nennt, und (b) dem, was man „historisches Apriori“ genannt hat: die Strukturen des Denkens und Fühlens, die sich den jeweiligen gesellschaftlichen Umständen verdanken und die einen als unhinterfragte Selbstverständlichkeiten ebenfalls „haben“. Die vor allem hat Marx in seiner Religionskritik im Sinn gehabt; Religion ist, sofern die entsprechenden „Akteure“ Chiffren dieser höchst realen Kräfte sind, wie Ideologien überhaupt „notwendig falsches Bewußtsein“.

    Was aber (a) angeht, so ist es anders. Zu dem, was uns da „wider-fährt“ und uns „hat“, gehört so mancherlei. Vor allem aber gehört hier zu dem, was wir nicht zur freien Verfügung haben, die Freiheit mit ihren Implikationen wie Verantwortung und Schuld. So etwas muß man bedenken, wenn man zwischen all den „Chiffren“ einen Unterschied machen will im Hinblick darauf, ob man diese „personifizierenden Darstellungen“ lieber bekämpfen oder achten sollte.

  21. @ Hermann Aichele

    „Die überempirischen Akteure sind Chiffren/Platzhalter für reale Kräfte…“ Wenn ich mal etwas zurück blättere: Unter http://scilogs.spektrum.de/…zw.-berempirische-akteure hieß es: „Glauben an übernatürliche Akteure“. Gemeint ist damit…, dass der Glaube an wissenschaftlich nicht nachweisbare… Außerirdische oder Götter…“
    Nun befassen sich aber Wissenschaftler durchaus mit Göttern und führen auch Erklärungen an den Text zum Gilgamesch Epos an, Bezug Ausgabe Beck 2005 von Prof. Maul. Und wenn man sich in den sumerischen und babylonischen Epen umsieht – auch Encheduanna, dann „begegnet“ man den gleichen „Göttern“. Auch Dr. Heiser, der „nachweist“ Sitchin is wrong – für beide gibt es die gleichen Götter in den überlieferten und bearbeiteten Schriften.
    Beim Gilgamesch Epos ist es auf dem ersten Blick sichtbar, dass der Sintflutteil auch Teil der Bibel wurde. Das fiel dem 1. Übersetzer der Keilschriften schon 1872 auf. Und der Held der Sintflut wurde mit seiner Frau nach der „Landung“ der Arche gesegnet und für unsterblich erklärt, 11. Tafel S. 147 ab Zeile 199. Das erzählte er gut 10.000 Jahre später dem Gilgamesch. Das ist doch sehr konkret – Chiffren/Platzhalter?

  22. @Ludwig Trepl

    Die von Ihnen als seltsam bewertete Frage, warum die Menschheit Gehirne entwickelt hat, die nach unrealistischen Geschichten hungern, kam nicht von mir, sondern von Michael.

    Ihre Antwort „weil diese Geschichten schön sind“ stimmt nur zum Teil. Hiob, die Kreuzigung und viele andere mythologische Erzählungen sind nicht unbedingt nur schön, sondern auch grausam, abgründig, verstörend etc. Ich würde sagen, es hängt mit unserem Bedürfnis zusammen, vorgestellte und simulierte Wirklichkeiten durchzuspielen, gerade auch Angstszenarien, Prüfungen, Herausforderungen, Ungewisses, Bedrohliches, Unbekanntes.
    „Unrealistisch“ ist dafür eigentlich auch nicht der richtige Begriff, denn wer bestimmt schon den Unterschied zwischen realistisch und unrealistisch? Sind mathematische Symbole „realistisch“? Wir brauchen Symbole und Narrative, um überhaupt Realität zu konstruieren, also können sie nicht durch Realität bewertet werden. Wohl aber durch das, was sie an Konsequenzen nach sich ziehen. Die Frage, ob bestimmte Geschichten einen guten oder verheerenden Nutzen haben, ist nicht durch Kategorien wie „realistisch“ oder „unrealistisch“ zu beantworten.
    Die unrealistischsten Träume haben schon die grössten ethischen und humanistischen Fortschritte gebracht und umgekehrt kann der „Realismus“ zu einer absolut geisttotenden Macht werden.

  23. P. & F. im geistigen Stillstand

    „Und warum sind reine Sachbücher – und -filme nie so erfolgreich wie unterhaltsame Fiktion?“

    Weil die Realität der „Chancengleichheit“, bzw. der realexistenziellen „Werteordnung“, brutal, multischizophren und was die Fantasie betrifft ausbeutend und unterdrückend ist, im Sinne des ERFOLGS / „freiheitlichen“ Wettbewerbs um …!?

    Und was die „religiösen Narrative“ betrifft, die da im gleichen Stil mit den sinnlosen Hoffnungen spielen:

    Vor kurzem habe ich mit einem Pfarrer über die Wahrheit des Christus diskutiert, wo er meiner Auslegung der Texte beipflichtete. Als ich ihn deshalb also aufforderte die Wahrheit von der Kanzel zu rufen, oder es mich an Weihnachten oder Ostern machen zu lassen, da sagte er mir etwas deprimiert: „Die Wahrheit will doch keiner hören, ausserdem wäre ich dann sehr schnell meinen Job los.“

    Wir haben Gehirne die mit mehr als der EINDEUTIGEN Wahrheit umgehen können, allerdings wird dieses mit unserer Bildung einem zynischen System angepaßt, und das beginnt, wie ich mich erinnere, mit widersprüchlichen und unglaubwürdigen Geschichten über den „lieben Gott“ – da wundert die kapitulative Ablehnung und der „Atheismus“ doch überhaupt nicht!?

  24. @ Rüdiger Sünner

    Es stimmt alles, was Sie schreiben, glaube ich.

    Mit „schön“ meinte ich, daß diese Geschichten ästhetisch gelungen sein müssen. Auch wenn sie grausam oder verstörend sein sollten, müssen sie das sein, sonst will man sie nicht hören und sie verschwinden wieder. Inhaltlich müssen sie bedeutende Wahrheiten aussprechen, sonst verschwinden sie auch wieder, selbst wenn sie ästhetisch gelungen sind.

    Wenn man die Geschichten bewerten will, so sind Kategorien wie „realistisch“ oder „unrealistisch“, in der üblichen Weise verstanden, ganz fehl am Platz – es sei denn, „unrealistisch“ bedeutet reine Traumtänzerei und „realististisch“ bedeutet das bloß Faktische; das reicht zum Bewerten: es ergeben sich in beiden Fällen schlechte, kitschige Geschichten.

    In den Diskussionen in diesem Blog scheint mir mit „unrealistisch“ meist so etwas gemeint zu sein wie „überempirisch“, also etwas, was es in der empirischen Wirklichkeit nicht gibt. Zu meinen, Geschichten dürften so etwas nicht enthalten, ist natürlich ausgesprochen dümmlich. Es ist auch völlig unerheblich, ob der Autor von der Existenz seiner „überempirischen Akteure“ überzeugt war oder ob sie für ihn selber Fiktionen waren.

  25. @Horst: Fiktion & Religion

    Dass Ihre ausfallende „System“-Kritik auch hier wieder völlig am Thema vorbei läuft, können Sie schon daran ersehen, dass gerade auch Menschen in Wildbeuterkulturen (einschließlich der meisten unserer Vorfahrinnen und Vorfahren) Fiktion & religiöse Narrative außerordentlich schätzten – also Jahrzehntausende, bevor es z.B. „Kapitalismus“, „Werbung“ etc. überhaupt gab.

    Warum wirken Ihre Kommentare nur immer so bellend und wirr, als würden Sie von einem stalinistischen Gulag träumen, in dem Sie andere nach Herzenslust zusammenschreien dürften? Sind Sie auch im echten Leben so aggressiv oder haben Sie nur noch nicht gelernt, sich online angemessen zu benehmen?

  26. An @Rüdiger Sünner – Danke für das Lob

    Ich möchte nicht ohne Antwort bleiben, aber die Sache auch nicht weiter treiben.
    Ja, es ist wohl eine pragmatische Theologie, die ich da zu treiben versuche. Ich habe schon mehrfach betont, dass ich die ganze ontologische Debatte um Gott und bei ihm den Begriff der“Existenz“ für denkbar ungeeignet halte. Aber da müssten Sprachlogiker her.
    Nun, ich könnte keineswegs sagen, dass das der „aktuelle Stand ‚aufgeklärter Theologie’ “ ist. Bei den mit allen akademischen Wassern gewaschenen Theologen klingt es nochmals anders. Und aus dem Betrieb bin ich (seit 1970) raus, wohl nie ganz heimisch gewesen.
    Zum Teil versuchen ja manche hinter der Quantenmechanik oder in der String-Theorie oder im anthropischen Prinzip /Fein-Tuning des Kosmos Spuren Gottes zu entdecken. Aber das ist nicht meine Sache. Ich halte es da lieber mit dem neuen Kirchensong: „Wir haben Gottes Spuren festgestellt auf unsren Menschenstraßen, Liebe und Wärme in der kalten Welt….“ Und damit bin ich natürlich näher bei Sölle / Buber. Das klingt mir vertrauter und verständlicher, menschen-gerechter. Buber habe ich aber kaum im Original gelesen.
    Analog zu @Ludwig Trepl in seinem letzten Kommentar (um 15:27 ) würde ich formulieren:
    Die Wahrheit der religiösen Geschichten hängt nicht davon ab, ob wir mit dem (wohl meist davon überzeugten) religiösen Erzähler in der Annahme überempirischer Akteure einig sind bzw. deren Existenz in gleicher Weise zu begreifen versuchten.
    Gut, die Wahrheit kann auch begrifflich von Psychologen, Philosophen ff gefasst werden. Wirksam wird sie wohl meist in Erzählungen , die nicht nur interpretieren sondern zu Aktionen anstiften.

  27. Ja, @Ludwig Trepl,

    mit dem Hinweis darauf, was uns einerseits (transzendental) und was uns andererseits geschichtlich, in der gesellschaftlichen Umwelt voraus-gesetzt ist – damit sind wir genau an der (an einer von mehreren wichtigen?) Stelle, an der eine Tiefenbohrung zum Gottesbegriff ansetzen müsste.
    Die marxistische Religionskritik könnte natürlich auch den Theologen die Augen dafür öffnen, was alles so – mir nichts dir nichts – in den Gottesbegriff eingemengt wird. Und Feuerbach kann drauf hinweisen, wie das geschieht. Ist schon gut, wenn auch die „Kandidaten des Jenseits“ sich im Diesseits kundig machen… 😉 Mit ihm, sagte ich schon öfters, würde ich gerne zusammen ein Bier trinken.
    Und gut ist’s, wenn die, die von überempirischen Akteuren reden, die höchst irdischen Akteure kennen und nötigenfalls benennen – zB von gewissen Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit der Klimaverschiebung reden anstatt die Hurrikan-Katastrophen auf den Zorn eines Gottes zu schieben, den man so gut zur Unterstützung des eigenen moralischen Zorns herbei-zitieren kann.
    Nun, das andere –wenn ich es recht verstehe und meinerseits so auf den Begriff bringe: Was den Menschen zum Menschen macht (!) – Freiheit mit Verantwortung und Schuld(fähigkeit und -verstrickung) – dass jede Äußerung in einem Wirkungszusammenhang geschieht und zugleich diesen verändert…. – dass dabei (um zum Ausgangspunkt zurückzulenken) unser Denken sehr personal geprägt ist – in dem allem müsste erst recht die Tiefenbohrung ansetzen, wenn man dem Gottesbegriff näher kommen will. Ich würde da auch auf die dunklen Zusammenhänge kommen, an die die meisten Theologen nicht mehr denken, aber noch Luther dachte, wenn er vom „deus absconditus“ spricht und dass man in Gott unterscheiden müsse zwischen Gott und Abgott (und wiederum: der Glaube macht [!] beides, Gott und Abgott) .
    Ich würde… aber ich tu’s nicht. Bzw. ich treibe die Tiefenbohrung nicht weiter. Ich müsste, wie oben angedeutet, mit mehr akademischen Wassern gewaschen sein. Andere wären geeigneter. Aber die halten sich (aus welchen Gründen auch immer) hier heraus.
    Ich möchte genau da aufhören, um nicht falsche Vorstellungen zu wecken, wie genau die zeitgenössische protestantische Theologie tickt. Oder zu grobschlächtig etwas darstellen, was eigentlich differenzierter (und in wirklicher Kenntnis des heutigen Diskussionsstandes) gesagt werden müsste…
    Und nicht nur nebenbei gesagt: Ich muss endlich mal an einen Blogbeitrag – und sollte nicht in Kommentaren hängen bleiben, die mich gelegentlich (fast) so viel Aufwand kosten wie manche andere ihr Blogbeitrag.
    Sorry. Aber gut, dass die Fragen mal angesprochen wurden. Danke!

  28. Konfusion & Intriganz zwecks …

    „… Fiktion & religiöse Narrative außerordentlich schätzten …“

    Haha, wo habe ich das denn bezweifelt oder …?

    „Kapitalismus“, „Werbung“ etc., sind leichtfertige / systemrational-zeitgeistliche Folge der bewußtseinsschwachen UNWAHRHEIT / Symptomatik im geistigen Stillstand seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ (erster und bisher einzige GEISTIGE Evolutionssprung in die Möglichkeiten der ALS MENSCHHEIT / NICHT „individualbewußten“ eigenverantwortlichen Entwicklung) – es wird nicht nur meiner Meinung nach immer offensichtlicher, daß sie meine Ausführungen sehr wohl ganz genau verstehen und deshalb AUSSERORDENTLICH … 🙂

    „Sind Sie auch im echten Leben so aggressiv oder haben Sie nur noch nicht gelernt, sich online angemessen zu benehmen?“

    Ich bin nicht nur online so mutig in Anwendung von verbaler Gewalt wo sie angemessen ist, allerdings habe ich diese hier noch garnicht angewendet 🙂

  29. wau wau und aua aua

    „Warum wirken Ihre Kommentare nur immer so bellend und wirr, als würden Sie von einem stalinistischen Gulag träumen, in dem Sie andere nach Herzenslust zusammenschreien dürften?“

    Weil diese bei Leuten wie ihnen wohl so im „Gewissen“ wirken?!

    Ich jedenfalls denke und kommuniziere nicht AUSSCHLIESSLICH in Kategorien des westlichen Wohlstands(Gut-)menschen, sondern konsequent in Folge meiner Erkenntnis der Ungerechtigkeit vor allem in den Ländern der „Dritten Welt“, die mit dem Kommunikationsmüll der Globalisierung der „Dienstleistungsgesellschaft“ im Tititainment (neues Wort für Brot und Spiele, seit WWK USA 1995) des UNVERÄNDERT imperialistischen Kapitalismus konfusioniert und einzig systemrational integriert werden soll – Armut gleichermaßen überall.

    Nun habe ich die von ihnen so provozierte Grenze der Agitation wohl zu weit überschritten, weshalb sie nun die „kleine Schwester“ der Inquisition …???

    „Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition.“ Johann Nepomuk Nestroy

  30. @Horst

    Leider kann ich über Ihre Andeutungen verbaler und sonstiger Gewalt gar nicht lachen – schon deshalb nicht, weil meine Familie entsprechende Erfahrungen im real existierenden Sozialismus leider machen musste.

    Ich habe mir Ihre Verbindungsdaten hiermit gespeichert und behalte mir rechtliche Schritte vor, wenn Sie hier weiterhin Menschen anpöbeln und bedrohen.

    Es ist wirklich traurig, dass Menschen wie Sie die vermeintliche Anonymität der Blogs für die Verbreitung von Extremismus und Menschenverachtung missbrauchen. Auf meinem Blog ist damit jetzt Schluss!

  31. Die geheimen UFO-Akten –

    Besuch aus dem All – jetzt wieder im Programm Teil 1 und 2:
    N24: 95 Prozent aller UFO-Sichtungen entpuppen sich als Falschmeldungen. Doch wie viel Wahrheit steckt in den restlichen fünf Prozent? Der erste Teil der Doku zeigt einen überraschenden Blick auf die reale Möglichkeit außerirdischen Lebens. Air-Force- und Berufspiloten, FAA Beamte, Forscher, Militär-Generäle und NASA-Beamte berichten von ihren skurrilen Begegnungen, während Fotos, Film-, Radar- und Audio-Aufnahmen die Aussagen bekräftigen.
    http://www.tvinfo.de/…o-akten+besuch+aus+dem+all

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