Netzkultur nach Paris und Brüssel: Trauerkritik, Terrorangst, Antisemitismus und das Gift der Menschenfeindlichkeit

Es war wohl mal wieder Zeit für einen neuen Verschwörungsvorwurf in meiner persönlichen Sammlung: Nachdem ich vor vielen Jahren mal als vermeintlich „heimlicher Muslim“ ausgespäht, dann von Rechtsextremen als „Islamfreund“ angeklagt und bei Antitheisten als „evangelikaler Religiot“ ausgezeichnet worden war, darf ich mich nun auch über das Prädikat des „christlichen Zionisten“ freuen. Vielen Dank!

Hintergrund war eine Facebook-Debatte zur „Trauerkritik“, wie sie inzwischen nach jedem Terroranschlag in Europa seit Paris im Januar 2015 erhoben wird – entsprechend hat sich bemerkenswerterweise eine jeweils französische Schreibweise der Mitleidsbekundungen durchgesetzt. Der Vorwurf der „Trauerkritiker“ lautet, dass viele angesichts europäischer Opfer „jetzt plötzlich“ Betroffenheit zeigten, für die Toten der Anschläge etwa in Ankara oder Istanbul aber keine Empathie gezeigt hätten. Dagegen wird dann wiederum vorgebracht, dass dies doch wohl menschlich sei und beispielsweise Deutsch-Türken doch auch kaum Trauer um die Toten von Boston, Bagdad, Beirut oder Yola (Nigeria) demonstriert hätten. Unter dem Stichwort des „Empathy Gap“ wird dieser Sachverhalt schon seit einiger Zeit und auch international diskutiert.

JesuisTerrorTrauerMit welchem Leid identifizieren wir uns mehr oder weniger? Hashtag-Sammlung rund zur Netz-Trauerkritik.

Nun hatte ich mir also erlaubt, in diesen Debatten darauf hinzuweisen, dass ich auch emotional unterschiedliche Betroffenheiten je nach regionaler und kultureller Nähe (also klassischer Gruppenzuschreibung) durchaus nachvollziehen könne, es mir aber schon reichen würde, wenn sich niemand mehr über zivile Opfer von Terrorattentaten freuen würde – zum Beispiel auch in Israel. Der Terrorismus könne nur niedergerungen werden, wenn jede Unterscheidung in „gerechtfertigten“ oder „ungerechtfertigten“ Terror unterlassen und stattdessen Angriffe auf Zivilisten in jeder Form verurteilt würden. Und damit hatte ich dann wohl einen Nerv getroffen – mit den Opfern zum Beispiel der Messerangriffe von Tel Aviv wollte sich mancher eben keinesfalls identifizieren, im Gegenteil…

MohamedUAntisemitismus0316Ein Gute-Morgen-Screenshot von meinem Smartphone, eine neue Beschimpfung in meiner Sammlung…

Trocken-wissenschaftlich gesehen haben wir es hier mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Verschwörungsmythen zu tun, die sich immer wieder gegen Juden (Antisemitismus), aber ebenso auch gegen Araber, US-Amerikaner oder Russen, Türken, Kurden, Christen, Sunniten, Schiiten, Alawiten, Bahai, Ahmaddiya, Yeziden, Roma und Sinti, Kommunisten, Freimaurer, Homosexuelle, Atheisten, Geflüchtete und andere Gruppen richten (können). So ermordete der norwegische Terrorist Anders Breivik junge Demokratinnen und Demokraten – und begründete seine Verbrechen mit dem Hass auf Muslime! Straßeninterviews im heutigen Istanbul (2016) haben wiederum auch massive anti-atheistische Einstellungen bis hin zu Gewaltfantasien aufgezeigt.

Sind Antisemitismus und Anti-Atheismus nur Probleme „des Islam“? Selbstverständlich nicht. So habe ich erst neulich ein Buchkapitel im „Verlockungen zur Unfreiheit“ (2015) über die „Protokolle der Weisen“ von Zion geschrieben, die Ende des 19. Jahrhunderts im Umfeld des russisch-zaristischen Geheimdienstes gefälscht wurden und in den 1930er Jahren von arabischen Christen übersetzt wurden. Die „Protokolle“ sind eindeutig nicht islamisch, doch werden sie heute von sehr vielen Musliminnen und Muslimen „geglaubt“ und teilweise auch von politischen und religiösen Bewegungen sowie Regimen aktiv propagiert! So „vergiften“ antijüdische Verschwörungsmythen große Teile der islamischen Welt, wie sie zuvor auch christliche und nationalistisch-säkulare Bewegungen in Europa vergiftet haben.

Gegen Radikalisierung und Terrorismus kann jede(r) etwas tun!

So kann ich die gefühlte Hilflosigkeit vieler Musliminnen und Muslime in Deutschland durchaus verstehen, wenn von ihnen verlangt wird, sich von gewaltbereiten Salafisten „zu distanzieren“ oder „ihnen entgegenzutreten“. Welche nichtmuslimischen Deutschen wollen sich immer wieder von sächsischen Neonazis distanzieren oder diese zur Demokratie bekehren?

Doch es gibt meines Erachtens keine Entschuldigungen – für niemanden von uns – dafür, Verschwörungsglauben und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit – wie zum Beispiel Antisemitismus, Islamophobie, Aggressionen gegen Homosexuelle, Nichtglaubende, selbstbewusste Frauen o.ä. – nicht im eigenen Umfeld entgegen zu wirken. So wird auch die Integration der Geflüchteten aus arabischen Ländern nur gelingen, wenn der von dort mitgebrachte Antisemitismus, Antiyezidismus, Antiatheismus usw. früh und entschieden bekämpft wird. Der Respekt vor den Menschenrechten Anders- und auch Nichtglaubender muss in jeder Generation neu errungen werden! Eine vielfältige Gesellschaft kann nur dann Frieden und Freiheit bewahren, wenn sie dem Hass gegen Menschen(gruppen) keinen Raum gibt. Denn es ist dieser – sich gegenseitig aufschaukelnde – Hass, aus dem Extremisten und schließlich Terroristen aller Art ihre Anhängerschaften rekrutieren. Dieser Hass ist gefräßig und beschränkt sich – wie Forschungen zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit gezeigt haben – nie auf nur eine Gruppe. Ob auch Mohamed U. das eines Tages verstehen oder sich weiter radikalisieren wird?

DemokratiegegenHass

Und wer dazu Religionsvergleichendes (als eBook oder Taschenbuch) lesen möchte:

ExtremismusFundamentalismussciebookBlume

Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

48 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Trauerkritik könnte sich bald erübrigen – dann nämlich, wenn sich die Zahl der Anschläge in Europa der Zahl der Anscläge anderswo angleicht.
    Im Übrigen gilt wohl: Hass ist stärker als Liebe und stärker als Demokratie, Demokratie, die momentan weltweit etwas zurückgeht nachdem sie noch vor 10 Jahren zugenommen hat. Warum ist Hass stärker als Liebe? Weil er viel mehr Menschen verbindet als Liebe: Man kann auch mit jemanden den man nicht mag, gemeinsam hassen und sich im Hass verbunden fühlen. Es stimmt aber, dass Hass Krieg und Gewalt bedeutet. Wer hasst, entscheidet sich gegen den Frieden und er entscheidet sich für Unglück – für das Unglück Anderer und für sein eigenes Unglück. Hass zerstört letzlich. Wer im Zustand des Hasses lebt zu dem passt auch, dass er den Tod liebt und ncht das Leben.

    • Es ist richtig, dass demokratische Gesellschaften gerade durch Rechtspopulisten und Terroristen unter Druck geraten sind, @Martin Holzherr. Doch sehe ich hierbei u.a. Effekte der neuen Medien (die extremen Strömungen zugute kommen), auch können die Nei-autoritären Regime (wie Russland, Türkei, Venezuela, China, Syrien etc.) erkennbar nicht dauerhaft für Dynamik, Wohlstand und Frieden garantieren. Deswegen denke ich, dass freiheitliche Traditionen gegen den Hass lernen und wieder die Oberhand gewinnen können. We shall overcome! 🙂

      • Ja, das Gute gewinnt schliesslich – nur kann es sehr lange dauern. Demokratien entstehen nicht über Nacht und sie können auch wieder einkassiert werden. Das galt schon immer. Das alte Rom endete nach einer demokratischen Blütephase im Kaisertum – unter anderem weil Kriege und das Imperiale immer wichtiger wurden. England als Ausgangspunkt der europäischen Demokratien hat die Monarchie scheibchenweise und über Jahrhunderte hinweg zurückgebaut.

        Die jüngsten Veränderungen im weltweiten Demokratieindex zeigen
        1) das Entstehen von autoritäreren Regierungen in osteuropäischen EU-Staaten (Ungarn, Polen) und die Vertiefung der Autokratie in Russland und Zentralasien
        2) den Übergang von stabilen autoritären Regime zu Chaos (Lybien,Jemen,Syrien) und Regime-Restauration (Ägypten) im Nahen Osten und Nordafrika, was man insgesamt als afrikanischen Winter bezeichnen kann. Auch die Türkei, die an diese Länder grenzt, wird heute autokratischer regiert als noch vor wenigen Jahren.
        3) eine sehr uneinheitliche Entwicklung in der Subsahara, wobei die Demokratie im grossen Durchschnitt zunimmt.
        4) Die Renationalisierung in Westeuropa als Ausdruck und Folge des Versagens der EU und die Zunahme von beschädigten Demokratien (Italien, Belgien, Griechenland, Slovenien) zu denen nun auch Frankreich gehört.

        Demokratie könnte eine Chance für Nordafrika und den Nahen Osten sein, wenn sich nicht Winner-Takes-All-Demokratien ausbilden würden (wie in der Türkei) sondern Demokratien, die auch Minderheiten schützen und die den effektiv vorhandenen Pluralismus ermutigen.

  2. Ich habe eine Frage zum Video.

    Bezieht sich der dort verwendete Begriff des Atheismus auch auf Anhänger anderer Religionen als dem Islam? Wird Atheismus so verwendet, dass er alle meint, die nicht an Allah glauben oder werden da differenzierende Begriffe verwendet?

    • @libertador

      Es wird der aus den europäischen Sprachen entlehnte Begriff „atheistler“ verwendet – also Nicht-Gottglaubende, im Gegensatz zu Angehörigen anderer Religionen. Tatsächlich hat sich in der Türkei gerade auch der erste atheistische Verband gebildet – und entsprechend heftige Debatten ausgelöst, zu denen auch diese aggressiv anti-atheistischen Äußerungen gehören:
      http://www.hurriyetdailynews.com/atheists-raising-their-voice-in-turkey-amid-polarized-reactions.aspx?pageID=238&nID=87604

    • Meines Wissens wird das Christentum zumindest von Teilen des Islam zu den polytheistischen Religionen gerechnet (heilige Dreifaltigkeit). Der Vorwurf des Atheismus wurde dem Christentum in der Antike von heidnischen Philosophen gemacht (vermutlich nach dem Gedanken dass einer so gut wie keiner sei).

      • Auch schon die polytheistischen Athener verurteilten Sokrates wegen vermeintlichen „Atheismus“ zum Tode. Dahinter stand und steht die Befürchtung, dass jedes Regelwerk ohne göttliche Begründung zusammenbrechen werde. Diese anti-atheistische Annahme finden wir sogar noch bei John Locke!

  3. Oh Herr Blume, Sie sind wirklich ein naiver Gutmensch (nicht böse gemeint). Die Jungs in dem Video hassen doch nicht! Sie geben nur wieder, was im Koran steht:
    „Tötet die Ungläubigen wo immer Ihr sie findet.“ (Sure 2, Vers 191)
    „Die Ungläubigen sind schlimmer als die Tiere.“ (Sure 98, Vers 6)
    Das ist das eigentliche Problem. Sie nehmen den Glauben der Moslems nicht Ernst.

    • Lieber @Peter Becker,

      Ihre Technik (das Herausreissen von Koransuren aus ihrem textlichen und historischen Kontext) sowie Ihre Argumentationsform (nur wer Ihrer Interpretation zustimme, nehme „den Glauben der Moslems ernst“) entspricht natürlich völlig der islamischer – und überhaupt religiöser – Fundamentalisten. Letztlich messen Sie diesen damit die Deutungshoheit über „den Koran“ und „den Islam“ zu.

      Mir ist völlig klar, dass Ihnen dies Freude macht, verschafft es Ihnen doch den gleichen Thrill, den Ihre Gegenparts auf islamistischer Seite auch empfinden: Die simple Einteilung der gesamten Menschenwelt in „Gut“ und „Böse“ und die Unmöglichkeit eines friedlichen, klärenden Dialoges zwischen den Parteien. Es ist daher auch völlig logisch, dass Sie Menschen wie mich als „naive Gutmenschen“ abtun müssen.

      Nun, @Peter Becker – ich halte es ganz und gar nicht für „naiv“, mich zu weigern, mich mit islamistischen und antitheistischen Extremisten ins gleiche Boot zu setzen. Vielmehr sehe ich meine Aufgabe darin, den Extremisten aller Seiten Paroli zu bieten und jene zu stärken, die ein friedliches Zusammenleben auf der freiheitlichen Basis der Menschenrechte anstreben. Wenn mich das zum „Gutmenschen“ macht, dann nehme ich diese Bezeichnung dankbar und mit Zustimmung auf.

      Auch Ihnen geruhsame – und ggf. besinnliche – Feiertage!

      • Hallo Herr Blume,

        ich hoffe Sie hatten / haben ein besinnliches Osterfest.

        Sie bringen jedoch wieder dieses Argument, was ich schon millionanfach gehört habe und nicht verstehe, ich würde einer bestimmten Gruppe von Muslimen „die Deutungshoheit zumessen“. Das tue ich nicht! Ich bin doch kein Moslem. Ich bin ein Atheist, ein Kufar! Ich messe niemandem die Deutungshoheit zu, weder den Radikalen, noch den anderen. Sonst wäre ich ja selbst Moslem.

        Ansonsten will ich die Diskussion nicht überfrachten. Daher werde ich hier darauf verzichten zu erklären, warum die Welt ist wie sie ist.

        • Lieber Herr Becker,

          lieben Dank für Ihre guten Wünsche – ich hoffe, auch Sie hatten schöne Tage!

          Dass Ihnen die Sache mit der „Deutungshoheit“ öfter vorgehalten wird, liegt m.E. an Ihren Argumentationsformen. 🙂

          Wenn Sie mir z.B. vorhalten, mit Plädoyers für ein demokratisches Verständnis des Islam „den Glauben der Muslime nicht ernst“ zu nehmen, dann erheben Sie den Anspruch, diesen Glauben letztgültig definiert zu haben. Wie es auch die Salafisten tun.

          Muslime wie z.B. Prof. Khorchide oder auch meine Frau wären demnach keine „richtigen“ Muslime. Auch dies fände den Beifall Ihrer fundamentalistischen Spiegel.

          Aber in naher Zukunft sollte hier ein Blogpost zu genau dem Thema erscheinen; gerne können wir dann weiter debattieren.

          Ihnen alles Gute & noch einen schönen Feiertag!

    • @Becker / @Blume

      Ich fürchte Ihr zwei arbeitet euch da an einem Blume’schen Widerspruch ab, denn die Forderung „Tötet die Ungläugigen“ gibt nur ein Naturgesetz der Evolution / Schöpfung wider – den Selektionsmechanismus sozusagen.

      Für dies muß man nur mal begreifen, was „Unglaube“ heißt oder nicht heißt, denn das richtet sich nicht nach den Wünschen der Mehrheit einer Sprachgenossenschaft oder etwa nach „Konvention“. Worauf sich die drei oder vier Hansel einer Fünfköpfigen Genossenschaft bezüglich der Bedeutung des ein oder anderen Wortes einigen, zählt nicht mal nur einen Furz.

      Nicht-glauben ist soviel wie nicht-geloben oder zweifeln oder zögern, und wer daran zweifelt, das das Wort sagt, was es sagt, erfährt nichts von den Erfahrungen / dem Wissen seiner Vorfahrenschaft und handelt sich überdies einen „Selektionsnachteil“ gegenüber den Gläubigen ein, die dann die Erfahreneren und Überlegeneren sind.

      Von daher ist auch zwecklos, dem Tod, dem HErrn oder dem Mörder zu fluchen. Wer versucht die Evolution oder deren negative Auslese aufzuhalten oder den HErr Thot einen ungerechten zu nennen, wird einfach überrollt, denn in diesem „Geschäft“ hat das Geschöpf schlichtweg überhaupt gar nichts zu melden.

      Wenn sich Herr Blume also mal dazu entscheiden könnte, sich WIDER oder FÜR die himmlische / natürliche Auslese (und den Selektionsmechanismus) auszusprechen, könnte sich der Zwiespalt und Zwist in Luft auflösen.

      Beckers Einsicht in die Tatsache, dass die Welt eben so ist, wie sie ist – nämlich SEHR GUT – hat schon etwas für sich. Allerdings hat es dann auch keinen Sinn, zu behaupten, Atheist zu sein, denn „Theos“ bezeichnet gerade jene Größe, die solche Schlüsse gestattet: Das Urteilsvermögen und das Vermögen schlechthin entscheiden darüber, welche geistige Haltung zu einem Leben taugt oder nicht taugt – welche also gut oder böse ist (siehe hierzu den Prolog des Johannes).

      Und klar – damit habe ich jetzt noch nicht behauptet, dass der vermeintliche „Moslem“, Imam oder die Muslima wüßten, was „Unglaube“ bedeutet. In schier zahllosen Fällen solcher „Konfession“ hat der Moslem (und der vermeintliche Christ oder Jude) den Unglauben eher auf seiner Seite. In Auslegung oder Exegese ihrer heiligen Schrift, haben „Mohammedaner“ ja nicht etwa weniger Schwierigkeiten als die anderen Monotheisten. Tatsächlich wissen die nicht mal was Al-al-aha heißt, weil ihre Exegese bereits am „Aha“ scheitert. Deren Problem ist vielmehr die „Kalifen-hörigkeit“ – selbstständiges Denken oder ein VERTRAUEN in die so eigene wie eigentliche Urteilskraft (Gott / Logos) fehlt da weitestgehend. Hingegen hört der vermeintliche Christ um’s Verrecken nicht, wonach „Gott“ klingt (oder was es heißt / verlautet).

      Christus: „Ich bin NICHT gekommen, um (den) Frieden zu bringen, sondern das Schwert und ein Feuer … und ich wünschte, das Feuer brennte schon (um des Fiedens Willen).“

      Allerdings heißt auch „Schwert“ nicht das, was die die Mehrheit einer Sprachgenossenschaft wünscht oder beschließt (definiert), sondern allein das, was das Wort will oder definiert. Schwert ist ein Ahnlaut der Schwarte (Buch) und des Schwörens – verwandt mit „schwarz“ (siebenfach versiegelt). Das wird dann auch in der Johannes-apokalypse deutlicher.

      Töten meint „tauschen“ – tauscht die Ungläubigen gegen die Glaubigen aus. Macht dem Zweifel (Teufel / Diabolismus) eine Ende.

      • @Alexander Leibiz

        Zum vermeintlichen „Blume`schen Widerspruch“ einfach der Hinweis, dass Ihre folgende Aussage gefährlicher Quatsch ist:

        denn die Forderung „Tötet die Ungläugigen“ gibt nur ein Naturgesetz der Evolution / Schöpfung wider – den Selektionsmechanismus sozusagen.

        Naturgesetze „fordern“ nichts – sie beschreiben. Wer direkt aus dem Evolutionsgeschehen normative Forderungen ableiten will, begibt sich auf den finsteren Pfad des Sozialdarwinismus. Das unterstreichen ja auch Ihre folgenden Ausführungen:

        Von daher ist auch zwecklos, dem Tod, dem HErrn oder dem Mörder zu fluchen. Wer versucht die Evolution oder deren negative Auslese aufzuhalten oder den HErr Thot einen ungerechten zu nennen, wird einfach überrollt, denn in diesem „Geschäft“ hat das Geschöpf schlichtweg überhaupt gar nichts zu melden.

        Wenn sich Herr Blume also mal dazu entscheiden könnte, sich WIDER oder FÜR die himmlische / natürliche Auslese (und den Selektionsmechanismus) auszusprechen, könnte sich der Zwiespalt und Zwist in Luft auflösen.

        Okay, „der Herr Blume“ entscheidet sich hiermit – zum wiederholten Male – klar gegen den Sozialdarwinismus; und gegen Ihre um Aufmerksamkeit buhlende, inhaltlich aber völlig wirre Trollerei.

        Bitte unterlassen Sie hier zukünftig Kommentare, ich werde sie mit Rücksicht auf wissenschaftliche und menschenrechtliche Mindeststandards hier nicht mehr freischalten.

        Ihnen persönlich alles Gute und viel Freude an Ihren labyrinthischen Sprachspielen (aus denen sich ja vielleicht auch mal ein Ausweg findet).

  4. Aufschlussreich sind die Beschimpfungen von Mohamed U. Nicht nur nimmt er an, im Recht zu sein, sondern er erwartet, dass seine Ansicht von allen Muslimen geteilt wird. Und damit liegt er wohl nicht vollkommen daneben. Mit anderen Worten: Angriffe auf Israeli durch Palästinenser werden von vielen Muslimen als gerechtfertigt gesehen und wenn diese Anschläge unter die Kategorie Terrorismus fallen, dann ist dieser Terrorismus ein Mittel des (gerechtferitigten, heiligen?) Kampfes gegen Israel.

    Doch Mohamed U und die Muslime, die mit einiggehen, sind nicht die Einzigen, die Terror als unter Umständen gerechtfertigtes Mittel zum Zwecke sehen. So schreibt Yoav Sapir in Anmerkungen zu Frankreich und französische Heuchelei

    Gegen den Terror zu protestieren ist dumm. Der Terror ist nur ein Mittel. Auch die Häftlinge, die in Auschwitz ein Krematorium sprengten, machten davon Gebrauch. Es kommt immer auf die Menschen an, die die Methode verwenden: Wer sind sie, wofür kämpfen sie. Nicht die Waffe ist der Mörder. Nicht der Terror an sich ist der Feind.

    Im weiteren sieht Yoav die Quelle der Gewalt im Koran und den Haddithen.
    Hier gehe ich mit ihm allerdings nicht einig, denn wie soll ein Buch, das im 7 oder 8. Jahrhundert geschrieben wurde, Anleitung geben für das 20. und 21. Jahrhundert. Entgegen den Behauptungen vieler wurde der Koran nicht immer gleich interpretiert. Die salafistische Idee, man könnte zurück zu den Quellen und den Koran wörtlich nehmen, ist von vornherein fragwürdig und wohl gar nicht durchführbar. Allerdings ist diese salafistische Idee – auch wenn man nicht vom Salafismus spricht – eine gute Erklärung für die zunehmend strengere Auslegung des Korans und des Islams wie man sie in Pakistan und tendenziell im ganzen islamischen Raum beobachtet. Selber nenne ich das gelegentilich Reislamisiserung, denn der Islam spielte zeitweise im gesellschaftlichen und politischen Bereich des islamischen Raumes nicht mehr eine zentrale Rolle. Diese zentrale Rolle wurde durch die Reislamisierung der letzten Jahrzehnten zurückerobert. Solange diese Tendenz bestehen bleibt wird es weder in den arabischen noch den islamischen Ländern überhaupt eine friedliche Entwicklung geben und auch die Nacharländer werden einges abbekommen.

    • Ja, @Martin Holzherr – tatsächlich halte ich auch die von Yoav Sapir vorgebrachten Argumente zur Rechtfertigung bestimmter Terrortaten nicht für stichhaltig. So verstehe ich Terrorismus gerade nicht als Handlungen in Notwehr (wie der angeführte Angriff auf eine KZ-Einrichtung) oder als Gewaltausübungen gegen andere Kämpfende im Rahmen eines Polizei- oder Kriegseinsatzes, sondern als Gewalt gegen nicht-kämpfende Zivilisten. Mir ist völlig bewusst, dass es Rechtfertigungsversuche für solche Terrorakte nicht nur unter europäischen Rechtsextremen, Islamisten usw. gibt, sondern ebenso im Bereich jüdischer und israelischer Extremisten – man denke beispielsweise an das Hebron-Massaker an Palästinensern von 1994 oder die Ermordung des israelischen MP Rabin von 1995. Wer diese Taten nicht verurteilt, kann m.E. nicht in Anspruch nehmen, sich „gegen jeden Terror“ zu engagieren. Entweder wir verteidigen die zivilen Rechte jedes Menschen – oder wir tun es nicht.

      • Ja. Ihre Argumentation impliziert zudem, dass auch Kriegshandlungen gegen (gegnerische) Zivilisten nicht zu rechtfertigen sind. Sind sie ja gemäss Genfer Konventionen auch nicht.
        Wenn Terror eine Form der Kriegsführung ist, dann gelten für ihn die gleichen Regeln wie für Kriegshandlungen.
        Die Annahme, im Krieg gälten überhaupt keine Regeln, ist heute mit Sicherheit falsch.

        • So ist es. Und so gut kenne ich mich doch in den Weltreligionen aus, um sagen zu können: Diese Grundregeln lassen sich aus „jeder“ Weltreligion und maßgeblichen Philosophie heraus begründen und herleiten!

          Und wenn und wo dies gelingt, wird ein gemeinsames Einstehen gegen den Terrorismus möglich!

  5. Hallo Herr Blume,

    ein guter (da aktuell angebrachter) post („Artikel“). Gefällt mir – sympathisch .. Möchte das nur mal so kurz spontan äußern .. Eventuell schreib ich später noch mehr, denn denken kann man sich einiges dazu ..

  6. ‚Trauerkritik‘ ist aus mindestens zwei Gründen auch gut:
    1.) weil sich so welche quasi selbst outen, die die Angriffe erkennbar als nichts besonders Verwerfliches empfinden (vgl. auch mit: ‚jede Unterscheidung in „gerechtfertigten“ oder „ungerechtfertigten“ Terror unterlassen‘ – Artikeltext)
    2.) weil Trauer alleine, gerade auch dann, wenn sie standardisiert vortragen wird, vgl. auch hiermit (einmal auf einen Inhalt von Henryk M. Broder zu verweisen, geht doch, oder?) sozusagen langweilig und auf gewisse Art und Weise, wegen des ihr per se innewohnenden Mangels an Konstruktivität, auch irgendwie unnütz und irgendwann auch nicht mehr ehrlich erscheint

  7. Auch wenn die Trauer „standardisiert“ vorgetragen wird, so kommt sie doch den meisten Menschen aus tiefsten Herzen.

    Ganz was anderes ist es, wenn man die Trauer nur bestimmten, einem selbst genehmen Gruppen zukommen lassen will und zu allen anderen sagt „das geschieht euch recht“, ohne vorher möglichst genau nach Recht und Unrecht zu differenzieren. Angriffe auf unbeteiligte Personen sind
    auf jeden Fall falsch.

  8. Ja, Dr.Blume, im islamischen (oder nur arabischen?) Raum kursieren antisemitische und auch faschistische Ideen und Stereotype. Mindestens war das Ende der 1970er Jahre der Fall als ich mit Kollegen nach Marokko reiste und wo an Strassenständen „Mein Kampf“ und Bücher über die Weisen von Zion auslagen. Dass das heute immer noch so ist, zeigt eine beunruhigende Konstanz im verschwörerischen, letztlich sogar faschistischen Denken, das den arabischen Raum durchdringt. Wenn dies im arabischen Raum nicht aufgearbeitet wurde (wie das im Nachkriegsdeutschland passierte) könnte das bedeuten, dass im arabischen Raum noch immer die Konstellationen bestehen, die Hitler veranlasste in arabischen Figuren und dem Islam Brüder im Geiste, ja gar Verbündete zu sehen. Besonders sticht hier die Gestalt von Mohammed Amin Al-Husseini hervor über den man liest:

    Amin al-Husseini spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des modernen Antisemitismus im arabischen Raum und der Zusammenarbeit von islamistischen Antisemiten mit den Nationalsozialisten. Er war überzeugter Befürworter der Vernichtung der europäischen Juden im Deutschen Reich. Er knüpfte Kontakte zu den Nationalsozialisten, gewann die Unterstützung durch deutsche Führungskreise und lebte ab 1941 in Berlin. Al-Husseini war Mitglied der SS und betrieb Propaganda für Deutschland in arabischer Sprache. In der Spätphase des Zweiten Weltkrieges half al-Husseini auf dem Balkan bei der Mobilisierung von Moslems für die Waffen-SS. Der französische Innenminister erklärte im Mai 1945 rückblickend, al-Husseini sei die „Leitfigur deutscher Spionage in allen muslimischen Ländern“.

    Al-Husseini war schon in den 1930er Jahren Mitbegründer einer antizionistischen palästinensischen Studentenverbindung. Wenn er von Palästinensern (und vielen Arabern) als Begründer des Kampfes gegen den Zionismus positiv konnotiert wird, dann erklärt das teilweise das Nachwirken von faschistischen Ideen im arabischen Raum.

    • Ganz genau, @Martin Holzherr. Und so, wie der antisemitische Verschwörungsglauben auch unsere Kirchen und Gesellschaften vergiftet, Deutschland schließlich sogar zugrunde gerichtet hat, so vergiftet und zerstört er heute auch große Teile der islamischen Welt. Dagegen müssen Muslime und Nichtmuslime gemeinsam vorgehen!

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  10. Vielleicht in diesem Zusammenhang noch einmal kurz nachgehakt, womöglich war es Ihr Kommentatorenfreund, der Sie als ‚Islamfreund‘ bezeichnet hat, an anderer Stelle, der Kommentar gelangte nicht zur Veröffentlichung – was auch gar nicht so schlimm war, denn der Schreiber dieser Zeile hatte jus­ta­ment bestimmte Entwicklung in Brüssel zur Kenntnis genommen und war im w00t-Modus [1], könnte es vielleicht so sein:
    (1) dass zumindest einige Islam- und Religionswissenschaftler unzureichend aufklären?
    (2) dass dies vielleicht gut gemeint ist, aber in Anbetracht bestimmter Entwicklung unzureichend?
    (3) dass die „bösen“ Salafis vielleicht doch der ursprünglichen religiösen Ideenmenge vglw. brauchbar nachspüren?

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1]
    vgl. zur genutzten Internet-Abbreviation:
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/W00t (wie weiter oben: ironisch angemerkt – oder im Sinne von ‚Wut‘)

  11. Muslime sind auch Menschen und zuweilen sogar Deutsche. Doch das ist bis jetzt nicht rübergekommen, denke ich, wenn ich an viele Medienberichte, Diskussionen und Kommentare denke. Es lassen sich zwei Lager beobachten. Die einen sehen im Islam (und in Muslimen) etwas feindliches und die Anderen (die sich selbst als die Guten sehen) wollen gegen die feindliche Einstellung anschreiben, neigen aber dazu, den Islam und die Muslime gar nicht zu erwähnen. Statt dessen sprechen sie über den Hass der „Rechten“ und scheinen so etwas wie eine gedankliche Hygiene und eine neutrale Haltung gegenüber dem Thema einzufordern.
    Doch wenn Muslime auch Bewohner, gar Bürger dieses Lande sind, dann würde man doch erwarten, dass es mehr Leute geben sollte, die sich in sie hineinfühlen wollen und ihr Leben und Denken verstehen wollen. Doch das scheint nicht zur augenblicklichen Situation zu passen. Aber warum eigentlich nicht? DieSPON-Rubrik Muslime in Deutschland zeigt dagegen womit sich die Leute im Zusammenhang mit Muslimen momentan beschäftigen. Dort fand ich folgende Titel:
    Extremismus: Mutmaßlicher IS-Kämpfer am Frankfurter Flughafen gefasst
    Beleidigungsverfahren in München: Zeugin lüftet Schleier
    Prozess gegen Islamist B.: Einmal Dschihad und zurück
    Islamischer Staat: BKA zählt 800 Dschihad-Touristen aus Deutschland
    Umkämpfte Rückzugsorte an Unis: Zum Beten bitte hinter den Vorhang
    Dschihadisten in Rheinland-Pfalz: Razzia bei mutmaßlichem IS-Kommandeur
    Islamisten: Polizei prüft Spur zu Paris-Attentätern
    Glauben: Gott ist kein Diktator

    Fast alle dieser Artikel sind aus seiner Fremdsicht geschrieben. Aus der Sicht des nicht muslimischen Deutschen, der eine Problemzone erkennt und dessen Objekte letzlich Fremde sind. Es fehlt die einfühlende, mitfühlende Sicht, die Sicht, die Muslime als Bürger sieht, deren Probleme man verstehen und mit denen man sich auf der gleichen Ebene begegnen kann.

    • @Webbaer & @Martin Holzherr

      Ich denke – hoffe – es ist deutlich geworden, wie unterschiedlich sich auch der Koran und das Leben des Propheten auslegen lassen. Dies gilt sowohl für religiöse wie für kritische Lesarten.

      Entscheidend ist dabei stets auch – worauf Herr Holzherr zu Recht hingewiesen hat -, „wer“ etwas sagt. So sorgen gerade z.B. diese Aussagen des ägyptischen Fernsehmoderators Omer Adib für virales Aufsehen…
      https://m.youtube.com/watch?feature=youtu.be&v=BliBBAgdoL4

      • @ Herr Dr. Blume :

        Ich denke – hoffe – es ist deutlich geworden, wie unterschiedlich sich auch der Koran und das Leben des Propheten auslegen lassen. Dies gilt sowohl für religiöse wie für kritische Lesarten.

        Hier natürlich Zustimmung, allerdings ist die zugestimmte Aussage formaler (vs. konkreter) Art, es ist immer möglich zu kontextualisieren (das Fachwort); dem entgegen steht der Versuch dem Wesen einer Veranstaltung nachzuspüren. [1]
        Beides ist nötig, inwiefern eher kontextualisiert werden oder eher dem Wesen nachgespürt werden soll, hängt von der Entwicklung ab, die bei diesem Topic politischer Art ist.
        Bestimmte aktuelle Entwicklung legt womöglich eher nahe dem Wesenskern der gemeinten Veranstaltung nachzuspüren.

        MFG
        Dr. Webbaer

        [1]
        Bspw. könnte der Schreiber dieser Zeilen jederzeit den Nationalsozialismus kontextualisieren, in der Art, dass er auch in moderater Form vorliegen könnte, gar die NPD „hochjazzen“, als moderate Form eines sozialistischen Denkens, das zwar betont national ist, aber eben auch moderat und mit der sogenannte FDGO konform – die NPD sozusagen als spiegelbildliche SPD (die ja eine moderat sozialistische Partei mit internationalistischem Anspruch ist) kontextualisieren.

        • Lieber @Webbaer,

          den NSDAP-SPD-Vergleich konnte ich nicht nachvollziehen – und hätte Ihnen eigentlich auch die Lebenserfahrung & Weisheit zugeschrieben, zu wissen, dass diese Argumentationsform regelmäßig schief geht… 😉

          • Das da weiter oben klang womöglich ein wenig herzlos und disempathisch, werter Herr Dr. Blume, auch politisch ungewohnt [1], zuvörderst auch: bundesdeutsch, aber es ist schon so, dass nationalistischer und internationalistischer Kollektivismus aus dem selben Holz geschnitzt sind. Womöglich oder: ganz sicher ergänzen Ihre pers. Kenntnisse des Liberalismus hier ausreichend, die für alle politischen Aufstellungen vorab zu prüfende Gegenüberstellung „liberal-kollektivistisch“ meinend. [2]

            MFG
            Dr. Webbaer

            [1]
            Nichts natürlich gegen die SPD, gerne auch als traditionslinke (vs. „progressive“) Partei; auch aus liberaler Sicht kann nur betont werden, dass es die „alte Tante“ geben muss, als Prüfstein wie als kontinuierlicher Verwalter bestimmter politischer Meinung.

            [2]
            Liberale pflegen im Politischen idR kein „Links-Rechts-Schema“, sondern das genannte Schema.
            Es wird stattdessen dem philosophischen Individualismus zugesprochen, der sich am Sapere Aude festhält, dadurch aber natürlich gerade nicht un-sozial wird.

      • Ja, Muslime müssen sich auch nach innen stäker von Radikalen abgrenzen. Nach innen abgrenzen, bedeutet, dass Muslime innerhalb ihrer Gemeinschaft Radikalen und Terroristen eine Absage erteilen und ihnen den Schutz der Verschwiegenheit nehmen. Das Beispiel der Anschläge in Brüssel deutet für mich darauf hin, dass dies bei europäischen Muslimen nicht geschehen ist. Denn die Drahtzieher und Kollaborateure der Anschläge in Brüssel konnten ungestört arbeiten und wurden nicht verraten. Heute ist aber jeder Mensch über auch virtuelle (Internet-) Bekanntschaften indirekt mit sehr vielen anderen Menschen verbunden. Die Attentäter hatten wohl direkt oder indirekt mit vielen anderen Muslimen Kontakt, wobei einige von diesen wohl ahnten oder gar wussten, was diese Radikalen umtreibt. Doch keiner hat dieses Wissen weitergegeben.
        In den USA scheint das anders zu sein wie aus dem Artikel Muslim Informants prevent domestic terror: the data hervorgeht. Dort liest man

        In fact, since 9-11 woke all of us (muslim and non-muslim alike) to the reality of terrorism against our homeland, American muslims have arguably borne a greater responsibility in preventing attacks. That is a responsibility that the muslim community has accepted and has faithfully upheld.

        Der Artikel enthält eine Liste von 25 geplanten Terroranschlägen in den USA zwischen 2001 und 2012, die alle auflogen, weil muslimische Informanten aber auch andere Bürger ihr Wissen ans FBI oder eine andere Bundesbehörde weitergaben. Unter diesen Informanten sind Vorsteher von Moscheen, besorgte muslimische Freunde und Bekannte von Anschläge Planenden und Mitglieder von muslimischen Gemeinden.

        Die Bereitschaft von US-Muslimen ihr Schweigen zu brechen und Pläne aufzudecken hat also sehr viele Anschläge verhindert. Letztlich bedeutet diese Bereitschaft zum „Verrat“ nichts anderes, als dass viele US-Muslime mehr Loyalität gegenüber ihrem neuen Heimatland USA empfinden als gegenüber Glaubensbrüdern, die vorgeben für die islamische Sache zu kämpfen. Diese Loyalität gegenüber dem neuen Heimatland scheint bei europäischen Muslimen noch weniger ausgeprägt zu sein, was wohl auch mit der Ausbildung von Parallelgesellschaften wie in den Brüsseler Stadtvierteln Molenbeeck und Schaarbeek zusammenhängt. Wenn sich eigentliche Radikalenviertel bilden, bedeutet das ja auch, dass sich ein ganzes Netzwerk von Terroraffinen einrichten kann, ein Netzwerk von Gleichgesinnten, welche gemeinsam Anschläge planen und sich gegeneitig anspornen. Aber selbst in solchen Problemvierteln wird es viele gemässigte Muslime geben und einige davon werden wohl direkten oder indirekten Kontakt zu späteren Attentätern haben. Dass dies nicht nach aussen dringt, deutet darauf hin, dass es wenig Loyalität zu Brüssel und Belgien gibt. Vielleicht ist das nur eine Konsequenz der Tatsache, dass selbst alteingesessene Belgier keine Loyalität zu Belgien haben, was sich in folgender Begebenheit ausdrückt: Jules Destrée, ein belgischer Schriftsteller schrieb in einem 1912 aufgesetzten offenen Brief an Albert I, den König der Belgier: Majestät, gestatten, dass ich Ihnen die Wahrheit sage, die große und schreckliche Wahrheit: Es gibt keine Belgier. Sie regieren über zwei Völker. In Belgien gibt es Wallonen und Flamen; es gibt keine Belgier.“ Zwischen Gemeinschaften, die nebeneinanderleben, besteht nicht selten Feindseligkeit und diese Feindseligkeit vertieft sich dann mit jedem feindseligen Akt von selbst. Es wäre viel gewonnen, wenn sich Parallegesellschaften zurückbildeten und Muslime in Europa eine ebenso starke Loyalität gegenüber ihrem neuen europäischen Heimatland entwickeln würden wie das in den USA bereits der Fall ist.

        • Das Beispiel der Anschläge in Brüssel deutet für mich darauf hin, dass dies bei europäischen Muslimen nicht geschehen ist.

          Weder die Beherbergung, die unter Augen Vieler geschehen scheint, über viele Monate, noch das Steine-Werfen der vorzufindenden Menge bei abschließender polizeilicher Maßnahme deutet darauf hin, dass De-Solidarisierung stattgefunden hat.

          Insofern wird absehbarerweise, der Schreiber dieser Zeilen ist vglw. gut i.p. Prädiktion, alsbald Segregation stattfinden.
          Ob diese dann „Gazaisierung“ bedeuten, ist nicht ganz klar; Ihr Kommentatorenfreund ist übrigens gerade über „Salafistendörfer“ in Bosnien informiert worden, auch diese sind schwierig zu handhaben.

          MFG
          Dr. Webbaer

          • Das sind ja „Oster-Nachrichten“, meine Fresse! :
            -> http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/pakistan-religionslehrer-sprengt-sich-auf-spielplatz-in-die-luft-14147892.html (‚Religionslehrer sprengt sich auf Spielplatz in die Luft‘)

            MFG
            Dr. W (der sich seit jeher und eher nachrangig im Religiösen betreffend informiert hat, beim I um die Jahreswende 1994/5 ein wenig pers. geforscht, um dbzgl. seinem Wesen nachzuspüren oder: zu essentialisieren (Dr. Blume et al.) – es gab seinerzeit bestimmte Vorkommnisse im pers. Bereich wie im allgemein-politischen)

          • Oh ja, @Webbaer, das ist furchtbar! Wenige Tage zuvor war ja auch ein Selbstmordanschlag gegen (v.a. muslimische) Besucher eines Fussballstadions erfolgt… :-/
            http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-03/islamischer-staat-anschlag-irak-fussball-stadion-iskanderija

            Als ich vor einigen Wochen ein Skript beim diesseits-Magazin zur „Krise des Islam“ einreichte, war das noch nicht zu ahnen… :-/ Der Artikel sollte mit der Ausgabe in den kommenden Wochen erscheinen.

          • @ Herr Dr. Blume :

            Weder eine besondere Zeitlichkeit noch die Frage, ob die Opfer weitgehend Muslime sind, muss bei Fragestellungen der Art „Krise des Islam“ (gerne dbzgl. webverweisen, sofern möglich, also sofern im Web allgemein verfügbar, Texte aus dem Hause Blume interessieren) wichtig sein.
            Denn derartige Übung findet schon seit Längerem statt und wenn Muslime betroffen sind als Opfer, müsste vorab Takfīr stattgefunden haben.

            Was jetzt natürlich nicht „super-kritisch“ klingen soll; dass Sie gerade auch politischem islamischen Extremismus unfroh gegenüberstehen, stellt der Schreiber dieser Zeilen mittlerweile nicht mehr im Geringsten in Frage.


            Wobei der Schreiber dieser Zeilen zumindest temporär in einen Wut-Modus gerät, denn einerseits sind terroristische Anschläge keineswegs wie etwa Verkehrsunglücke zu ertragen, denn sie haben eine wichtige gesellschaftliche, eine wichtige gesellschafts-politische Komponente, die sie unerträglich macht, und andererseits stört es ihn zunehmend, wenn die Trauer zuvörderst ritualisiert wird und die Ursachenbekämpfung i.p. Theoretisierung und Maßnahme leidet. Wenn gar dedizierte-dezidierte Kritiker „verschweint“ werden, die durchaus den „theologischen“ (die Anführungszeichen deshalb, weil es im Islam keine Theologie geben kann, es wird einem Literalismus (das Fachwort) gefolgt – andere Ansichten und unterschiedliche Rechtsschulen gibt es natürlich) zu folgen scheinen, wenn sie kritisieren.

            MFG
            Dr. Webbaer

          • @Webbaer

            Dass der islamisch legitimierte Terror auch – sogar: vor allem! – muslimische Opfer fordert, zeigt m.E. auf, dass es sich massiv um einen innerislamischen Krieg handelt (vgl. auch die sunnitisch-schiitischen Akte). Auch wäre es fatal – und keinesfalls christlich -, wenn jede(r) nur noch um Angehörige der Eigengruppe trauerte…

            Wut kann ich verstehen, sie hat jedoch in wissenschaftlichen Analysen nichts zu suchen. Es gibt im Netz ja keinen Mangel an Hassforen jeder Couleur… :-/

          • @ Herr Dr. Blume :

            Klar, es kann so gesehen werden, wie Sie schreiben, Trauer und zu einem bestimmten Anteil auch Verzweiflung sind angebracht, auch wenn sich welche bekriegen, zu denen keine besondere Verbundenheit besteht.

            Andererseits könnte gelten, wenn konsensuell die Emotion Hass abgelehnt oder zumindest sinnhafterweise als privat zu handhaben eingestuft wird:
            Wut ist gut und Grimm nicht schlimm, jedenfalls gelegentlich,
            MFG
            Dr. Webbaer

        • Die google-Suche Salahm Abdeslam Sympathisanten zeigt Treffer bei „rechten Medien“ wie Welt, FAZ an, nicht aber bei Spiegel (SPON, etc.) oder Zeit. Am meisten Informationen zum Suchbegriff Salahm Abdeslam sympathizers findet man aber in US und britischen Medien, wie etwa den Observer-Artikel What Isn’t Being Said About the Capture of Paris Terrorist Salah Abdeslam wo man liest:

          typically for every active member of a terrorist group there are at least a dozen people providing logistics, intelligence, safe houses and the various and sundry things that enable the group to operate.

          Within hours of Mr. Abdeslam’s arrest, Belgium police were assaulted by residents of the Muslim enclave of Molenbeek, who were defending their depraved hero. Riot police with dogs had to be called to the scene.

          Warum aber berichten gerarde (links-) „liberale“ deutsche Medien nicht über die Sympathisantenszene um die Attentäter, die in den Brüsseler Stadtvierteln Molembeeek und Schaerbeek, wohl aber linksliberale britische Medien wie guardian wo man unter dem Titel Brussels attacks: last gasp of Isis terror in Europe, or sign of growing threat? folgendes liest:

          “Foreign fighters who return are linking up with local sympathisers who have never been to Syria but who they know from their youth, school, sports club so on. So you have guys coming over with expertise in assault weapons and explosives and local friends and kin who do the logistics.”

          Über die RAF-Sympathisanten berichtete der Spiegel dazumal, über die Sympathisanten der Molenbeek-Attentäter dagegen liest man wenig im Spiegel und überlässt das der rechten Presse. Wohl weil die Spiegel-Macher befürchten, dass man durch eine solche Berichterstattung Vorbehalte bei Lesern gegenüber Muslimen überhaupt wecken würde. Bei der Spiegel-Berichterstattung über die RAF dagegen war es kein Problem über die Sympathisanten-Szene zu berichten, denn die RAF und ihre Anhänger wurden von linksliberalen Medien als grundsätzlich richtig orientiert („nieder mit dem Scheiss-Kapitalismus“, „im Zweifel links“), aber fehlgeleitet in ihrer Gewaltsamkeit beurteilt. Paradoxerweise half diese Einstellung wohl mit, RAF-Sympathisanten ins Grübeln zu bringen und gar zu Selbstkritik anzuleiten, denn durch die grundsätzlich wohlwollende Einstellung wurden die RAF-Sympathisanten nicht ausgegrenzt sondern zum Nachdenken angeregt.
          Damit sind wir wieder bei meiner schon einmal hier festgehaltenen Beobachtung, dass sowohl „rechte“ als auch „linke“ Medien und Berichterstatter Deutschlands mit den Muslimen und dem islamistischen Terror echte Probleme haben. Bei den „rechten“ Medien gibt es die Tendenz eine feindliche Einstellung des Lesers zum Islam-Phänomen zu bestätigen und zu verstärken, bei den linken die Tendenz zum Todschweigen um den Leser nicht zu falschen Gedanken zu führen.
          Das lässt sich nicht nur in der direkten Berichterstattung festmachen sondern auch in Kolumnen gewisser Autoren zu verwandten Themen. Warum beispielsweise schreibt der SPON-Kolumnist Gregor Diez über Ostern den Artikel Der Glaube braucht den Unglauben (Zitat weiter unten:“Aber das ist ja nicht der Jesus, der an Ostern gefeiert wird, Jesus, der Terrorist“). Hier liest man über den Monotheismus, repräsentiert durch das Christentum:

          Die monotheistischen Religionen sind auf Gewalt gebaut. Das fängt schon ganz am Anfang an: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Rumms.

          Dieser Gott also, der den Menschen so sehr misstraut, dass er ihnen die Vernunft verbietet; dieser Gott, der sein Volk ewig durch die Wüste irren lässt; dieser Gott, in dessen Namen gemordet und gemetzelt wird.

          Der Artikel handelt im folgenden nur gerade vom Christentum (dieser Verbrecherreligion), wobei man das Christentum aber wohl als Stellvertreter aller monotheistischen Religionen nehmen muss.
          Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass Gregor Diez um Ostern unmittelbar nach dem islamistischen Terroranschlag in Brüssel eine vernichtende Beurteilung dieses Terror-Jesus und dieser Terror-Religion Christenum schreibt. Jedem Leser dürfte wohl klar sein, dass er damit auch den Islam meint. Nur: Das Christenum ist noch schlimmer als der Islam. Gregor Diezs Linie passt damit ausgezeichnet zu Toddenhöfers Zehn Thesen zum Feindbild Islam von Jürgen Todenhöfer wo der erste Punkt gleich schon lautet: Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Millionen arabische Zivilisten wurden seit Beginn der Kolonialisierung getötet.

          Doch Toddenhöfer und Diez liegen beide falsch, wenn sie implizit einen Kulturkrieg zwischen Islam und Westen annehmen, denn die Terrorstatistik zeigt ja, dass der Terror vor allem in der islamischen Welt stattfindet und dass unter dem Terror sehr viele der diversen ethnischen Gruppen in den arabischen und islamischen Ländern leiden, aber noch mehr Muslime.
          Fazit: Gerade die gutmeinenden linskliberalen Medien und Autoren in Deutschland (nicht in GB) können sich dem Problem des radikalen Islams nicht frontal stellen. Sie müssen ausweichen, sie machen „Geschichten“. Das ist kein gutes Zeichen.

          • Ich habe den Kommentar von Georg Diez gelesen und meine erste Reaktion war, dass er sich mit der Geschichte Jesu nicht wirklich befasst hat. Er scheint nicht mal den Unterschied zwischen dem Alten und dem Neuen Testament zu kennen. Ansonsten wäre es ihm wohl kaum eingefallen Jesus als Terroristen hinzustellen. Gleiches müsste dann auch für Mahatma Gandhi und andere gelten, die friedlich Widerstand leisteten. Die Gründe für die momentanen Verwerfungen in der Welt lassen sich nicht in alten Büchern wie der Bibel finden, das müsste auch Herrn Diez klar sein. Fehlt es da an Mut sich kritisch mit einer möglicherweise verfehlten Politik auseinanderzusetzten? Oder will man den islamistischen Terror damit entschuldigen, dass auch die christliche Religion nicht immer gewaltfrei war? Außerdem sind die Bibel und andere religiöse Schriften voll mit Handlungsanweisungen für ein gutes und friedliches Leben. Warum werden diese nicht stärker thematisiert?

          • Ja Mona, genau so ist es (Zitat): Oder will man den islamistischen Terror damit entschuldigen, dass auch die christliche Religion nicht immer gewaltfrei war?

            Und warum benutzen Diez und andere linksliberale Autoren (z.B Jakob Augstein) diese Methode der Gleichmacherei, der Gleichstellung von Islam und Christentum? Weil gerade Gutmeinende den Islam nicht kritisieren wollen.Wenn aber der Islam oder der Glaube an den Islam doch etwas mit den islamistischen Terroranschlägen zu tun haben, dann kann das nur bedeuten, dass alle monotheistischen Religionen und insbesondere auch das Christentum etwas mit Terror und Gewalt zu tun haben.

            Seltsamerweise kommen Briten und US-Amerikaner nicht auf solche Ideen. Es sind vor allem Deutsche. Ich denke hin und wieder, dass Deutschland auf dem Weg von der Vergangenheit in die Gegenwart ein paar Mal die falsche Abzweigung erwischt hat. Schon der Idealimsus als Philosophie – vor allem in der deutschen Form – war eine falsche Abzweigung, aber es folgten noch einige weitere falsche Abzweigungen. Trotz dem Neubeginn seit dem zweiten Weltkrieg hat vor allem die deutsche Elite nicht den Weg zurück auf die Hauptstrasse gefunden. Deshalb haben viele deutsche Elitemitglieder Schwierigkeiten mit der Welt: Sie verstehen sie einfach nicht! Oder noch schlimmer: Sie wollen sie nicht sehen. Lieber die Rolläden herunterlassen.

          • @Mona,

            Die Gründe für „momentane Verwerfungen“ lassen sich wohl in der Bibel (Genesis) finden, und die christliche Religion ist selbstverständlich „gewaltfrei“ und ist das auch immer gewesen.

            Sie ist es nur in dem Moment nicht mehr, da das ein oder andere Wort falsch gebraucht oder eben GELOGEN wird, aber genau das steht schon im alten UND neuen Testament.

            Moses befahl seinem Gefolge, einige der eigenen Brüder totzuschlagen, aber wer Moses folgt, ist nicht derselbe der Jehoshua, Jesus oder Christus folgt, also eben kein Christ ist. Das Gefolge Moses blieb „diesseits“ des Jordan, und nur das Gefolge Christi ging in das gelobte Land ein.

            Schon vergessen oder noch nie gelesen / gehört?

            Und wenn schon Sie es nicht ganz richtig mitbekommen haben – wie soll es dann Georg Diez begriffen haben – der hat weiß Gott GANZ andere Sachen im Kopf.

          • @Alexander Leibitz:

            Beispiele für gewalttätiges Verhalten lassen sich auch in Grimms Märchen finden. Daher macht es wenig Sinn Inhalte der Bibel zu diskutieren. Konfliktforscher gehen nämlich davon aus, dass die eigentlichen Ursachen für Auseinandersetzungen weder in der Zugehörigkeit zu einer Ethnie noch in der Religion zu finden sind. In Wirklichkeit geht es um Machtansprüche und Ressourcen. Günther Schlee erläutert das umfassend in seinem Buch „Wie Feindbilder entstehen“. Hier ein Interview mit dem Autor:
            http://www.sueddeutsche.de/wissen/serie-konfliktforschung-ethnien-und-religion-sind-keine-kriegsursachen-1.792188

          • @Mona – ZITAT: „In Wirklichkeit geht es um Machtansprüche und Ressourcen“

            Korrekt – und eben darum geht es auch in der Bibel.

            Ferner ist ihr Bezug zu Grimms Märchen nicht ganz nachzuvollziehen. Schenken Sie Günther Schlees Märchen etwa mehr oder größeren GLAUBEN?

        • … oder mal so gerfagt, damit Sie gleich verstehen, was ich meine:

          Haben der „Machtanspruch“ und die „Ressource“ wirklich gelebt oder miteinander kommuniziert, bevor sie sich „kreuzten“, oder ist das nur der überkommene Aberglaube einer Konfliktforschung?

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  14. Lieber Herr Michael Blume,

    soeben haben Sie sehr großmütig einen Post zugelassen, dessen Veröffentlichung mir zum einen doch sehr am Herzen lag, aber zum anderen auch etwas Ihren theoretischen Konflikt in der Verknüpfung von Religion und Evolution hervorhebt.

    http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/netzkultur-paris-bruessel-trauerkritik-terrorangst/#comment-84095

    Das rechne ich Ihnen freilich sehr hoch an, denn auf dermaßen viel „Fairness“ und Unparteilichkeit (in einem Blog, einer Familie od. einem Forum) beim Moderieren, trifft man echt nur sehr selten.

    Sie haben ein wahrlich großes Herz! Vielen Dank, dafür.

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