Endlich! Dank für die Auszeichnung zum „Dodo des Monats“ durch die deutschen Brights!

Über lange Strecken ist Wissenschaft harte, brave Arbeit. Hin und wieder eine Anerkennung oder gar Auszeichnung ist da schon etwas Ermutigendes – sogar, wenn sie eigentlich feindselig gemeint ist. So „erhielt“ ich vor drei Jahren als damals jüngster Wissenschaftler einen Droh- und Steckbrief auf der rechtsextremen Seite Nürnberg 2.0 – weil ich es gewagt hatte, aufzuzeigen, dass nicht „die Muslime“ mehr Kinder bekommen, sondern es den Zusammenhang zwischen Religion & Demografie quer durch alle Religionen gibt.

Nun haben die deutschen Brights (die „Hellen, Erleuchteten“) nachgelegt, eine von dem englischen Biologen Richard Dawkins ausgerufene, religionsfeindliche Bewegung. Dawkins hatte ja zuletzt zur Abtreibung behinderter Kinder aufgerufen und eine verunsicherte Mutter über Twitter und seine Webseite wissen lassen, es sei „unmoralisch“, sich für ein Kind mit Down-Syndrom zu entscheiden. Schon Anfang 2011 hatte er sich verärgert (aber nicht mehr bestreitend) über meine Befunde geäußert, wonach Religiöse im Durchschnitt kinderreicher sind als Nichtreligiöse. Insofern fragte ich mich schon, wann denn wohl seine deutschsprachigen Jünger aktiv werden würden.

Nun also ist es so weit: Der „Brightsblog“ hat mir den „Dodo des Monats August“ verliehen! 🙂

 

MichaelBlumeDodoAugust2014

Beim „Dodo“ handelt es sich übrigens um einen flugunfähigen Vogel, der bis ins 17. Jahrhundert auf Inseln im Indischen Ozean lebte, bevor er vor allem von Seefahrern ausgerottet wurde. Die Brights machen also sehr deutlich, welche Zukunft sie sich für Andersdenkende wie mich wünschen. Nun ja…

Eine Klasse für sich bildet die „Preisbegründung“. So ärgern sich auch die Brights – treu ihrem Dawkins folgend – über die Befunde zur Religionsdemografie, können sie aber halt auch nicht leugnen. Nur erforschen dürfe man das nicht!

Unbenommen sein Glaube an den imaginären Freund, richtig auch die Tatsache, dass säkulare Gesellschaften momentan einen Prozess der Stagnation durchlaufen, während religiöser Mainstream, der auch den Fundamentalismus ermöglicht und bedingt, auf dem Vormarsch ist. Genau das macht dummes Geschwätz zu dem noch gefährlich.

Dann aber geht es so richtig los:

Sein Lieblingswort “Evolution.” Darwin ist sein Lieblingsfeind, die “Darwinisten”, welch ein Wort, sind diejenigen an denen er seinen göttlichen Unfug abarbeitet.

Tatsächlich engagiere ich mich aktiv in der interdisziplinären Evolutionsforschung und habe über Charles Darwin eine würdigende Biografie geschrieben – und dort darauf aufmerksam gemacht, wie wenig der heutige „Darwinismus“ noch mit der Klasse und den Aussagen des bedeutenden Forschers zu tun hat. Auch hier auf dem Blog zähle ich Charles Darwin ausdrücklich zu meinen Vorbildern. Aber das darf halt aus Sicht eines Brights nicht sein – und ärgerlicherweise argumentiere ich auch noch mit Zahlen, Daten und Fakten!

Statistiken, Studien, Analysen werden durch ihn regelrecht vergottet.

Ähm, nun ja, das gerade nicht – ich forsche halt empirisch und überprüfe Hypothesen wo immer möglich an Beobachtungen und Daten. Dass daraus auch einmal ein Vorwurf durch angeblich wissenschaftlich-aufgeklärte Erleuchtete werden könnte… Ich nehme das einfach mal als starkes Lob – denn da von sachlichen Widerlegungen keine Rede ist, bedeutet es wohl, dass sich die Brights an den empirischen Daten schlicht die Zähne ausgebissen haben. 😉

Blume ist  Kreationist, das Wirken des imaginären Freundes, der himmlischen Spukgestalt, zieht sich wie ein roter Faden durch seine Argumentation, Gott in den Knochen, im Gehirn und in den Genen, bleibt die Frage ob Gott auch im Rectum steckt.

Ach, daher weht der Wind! Die Tatsache, dass ich nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Christ bin, trägt mir die erbitterte Feindschrift der Herren (und sehr wenigen Frauen) unter den Brights ein!

Aber nun reicht es natürlich nicht, dass ich einerseits zwar Evolution toll fände und andererseits aber doch Darwin als „Lieblingsfeind“ hätte und „Kreationist“ sei – ich müsste auch noch selbst „Sozialdarwinist“ sein!

Die Feststellung, dass es “ohne Religion an Kindern fehlen” würde ist sozialdarwinistisch und passt zu ihm. Nur religiöse Menschen handeln moralisch, setzen Blagen in die Welt und sorgen dafür das die Menschheit nicht ausstirbt.

Puuh, da haben sich aber welche hochgeputscht…

1. Ich unterstreiche seit jeher wiederholt und klar, dass nichtreligiöse Menschen genauso moralisch oder unmoralisch leben (können) wie religiöse Menschen auch – und mein letztes sciebook behandelte sogar ausdrücklich die „gefährlichen Seiten des Glaubens“. Gerade auch in der erwähnten Darwin-Biografie setze ich mich kritisch mit dem „Sozialdarwinismus“ auseinander – der sich beispielhaft ja auch darin ausdrückt, anderen Menschen wie dem Dodo das Ausgerottet-werden zu wünschen.

2. Selbstverständlich unterscheide ich genau zwischen dem empirisch beobachtbaren, evolutionsbiologischen Fortpflanzungserfolg und der Frage von Wahrheit oder Güte, ausführlich zum Beispiel schon in der damaligen Titelgeschichte „Homo religiosus“ (2008) oder zuletzt im n-tv-Interview, in dem ich mich dafür ausspreche, Lebenswege sowohl mit wie ohne Kinder anzuerkennen.

3. Richtig ist aber, dass ich Menschenkinder nicht als „Blagen“ bezeichne und auch Frauen nicht zu Abtreibungen dränge. So etwas muss ich dann wohl doch Dawkins und seinen Brights überlassen.

Blume will es den Darwinisten, den Evolutionsbiologen, Genetikern uvam. zeigen, nämlich, ihr entzaubert Gottes Schöpfung in erbärmlicher Art und Weise und ich der Religionswissenschaftler Blume entzaubere euch. Er stellt sich auf das statistische Mittel seiner eigenen Hypothesen und erklärt dem Rest der Welt, dass sie alle Unrecht haben.

Oh, danke, zuviel der Ehre. Tatsächlich möchte ich nicht mehr, als es auch einer meiner Vorbilder – Charles Darwin – getan hat: Diese faszinierende Welt und die Menschheit darin zusammen mit vielen Kolleginnen und Kollegen zu erforschen und die so gewonnenen, manchmal überraschenden Befunde und Hypothesen zur Diskussion und ggf. auch Widerlegung vorstellen. Ich denke nicht, dass man dafür religiös sein muss (außer ggf. im Sinne von Albert Einstein).

Grundlegend und abschließend, die Aufklärung ist an Herrn Blume vorbei gegangen, getreu dem Motto, die Intelligenz verfolgt dich, du bist schneller.

Den Satz liebe ich besonders! Liebe Brights, zu Zeiten der Aufklärung war ich noch nicht geboren und habe ein Misstrauen gegen Menschen, die eine bestimmte Zeitepoche unkritisch idealisieren, anstatt auf ihr aufzubauen und sich weiter zu entwickeln. Und dass ich schneller als „die Intelligenz“ sei… Ihr macht mich ganz verlegen!

Aber vielleicht können wir ja mal zusammen Musik hören, bald kommt ja auch ein Rap-Album zur Evolutionsforschung von Religion heraus! 🙂

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo, ich bin der festen Überzeugung, dass weitere folgen werden.

Vielen Dank, liebe Brights – diese „Auszeichnung“ nehme ich sehr gerne an!

Denn zum einen finde ich den Dodo sehr sympathisch und wünsche anderen Menschen nicht, was ihm widerfahren ist. Vor allem aber finde ich es wichtig, sich weder von rechten noch von linken, weder von religiösen noch von atheistischen Extremisten einschüchtern zu lassen. Ich möchte gerne, dass auch unsere (also: auch Eure) „Blagen“ in einer Gesellschaft aufwachsen können, in der neben der Religions- und Gewissensfreiheit auch die Freiheit von Forschung und Lehre lebendig bleiben und ausgefüllt werden.

Daher werde ich mir Eure „Auszeichnung“ ausdrucken und gleich neben den rechtsextremen Steckbrief von Nürnberg 2.0 hängen: Als Eure Form der Bestätigung und „Anerkennung“ dafür, dass gute Wissenschaft gegen Intoleranz und Fanatismus jeder Spielart wirkt, indem sie auf- und anregt. Hier habe ich z.B. eine aktuelle Publikation zur Entwicklung des deutschsprachigen Atheismus für Euch online gestellt.

In diesem Sinne danke ich Euch herzlich für Eure ermutigende „Auszeichnung“ und wünsche Euch, dass Ihr anstatt von Hass und Feindbildern auch mehr positive Lebensinhalte und vielleicht sogar echte, wissenschaftliche Neugier (wieder-)finden möget. Für mich ist der „Dodo des Monats“ auf jeden Fall eine echte Ermutigung, unbedingt weiter zu machen! Danke, danke, danke! 🙂

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

58 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • @Lichtecho

      Dawkins ist nicht nur mit Abstand der bekannteste Bright, sondern hat auch mit großem Erfolg vor allem junge Leute dazu aufgerufen, sich der Brights-Bewegung anzuschließen, z.B. hier:
      http://archive.wired.com/wired/archive/11.10/view.html?pg=2

      Ich hatte schon sehr oft mit diesen Leuten zu tun und finde es immer wieder erstaunlich, wie Leute für sich „Wissenschaftlichkeit“ in Anspruch nehmen, dann aber so aggressiv und ignorant gegenüber Argumenten sein können. Dabei müssten sie doch nach ihren eigenen Idealen eigentlich ebenso wissenschaftlich-offen sein, wie es z.B. Susan Blackmore (aber eben nicht Richard Dawkins) war:
      http://www.theguardian.com/commentisfree/belief/2010/sep/16/why-no-longer-believe-religion-virus-mind

      • Ja okay, aber was hat denn dieser konkrete Brights-Blog mit Richard Dawkins zu tun? Jeder der will kann sich ja „Bright“ nennen, man muss sich nicht von Dawkins zertifizieren oder weihen lassen. Die im Brights-Blog gegebene Definition ist ja auch von denkbar großer Allgemeinheit: „Ein Bright ist eine Person mit einem naturalistischen Weltbild.“ Tja, nun.
        Das Wort Bright scheint ja nicht einmal von Richard Dawkins zu kommen. In dem Wired Artikel schreibt er ja: „The noun bright was coined in March by Paul Geisert and Mynga Futrell of Sacramento, California. In April, I heard them give a presentation on the new word in Florida, and they launched The-Brights.net soon after.“
        Mich irritiert einfach nur der Hieb auf Dawkins. Das erscheint mir unangemessen.

        • @ ‚Lichtecho‘ _
          Eine Dawkinsfizierung, wie im Artikel geschehen, scheint zumindest möglich, wenn diese Angaben berücksichtigt werden:
          -> http://de.wikipedia.org/wiki/Brights#Vorgehen

          Dass sich Antireligionisten wie Dawkins, Hitchens (+), Harris & Dennet als (The) ‚Four Horsemen of the Non-Apocalypse‘ zum werten hiesigen Inhaltegeber diametral stellen, oder andersherum, liegt in der Natur der Sache, vielleicht gerade auch weil der I, der zu D gehört oder gehören soll, dort nicht durchgehend so-o gut gefunden wird.

          Sind die Brights Naturalisten?

          MFG
          Dr. W

  1. Sind die Brights vielleicht ‚rechtsextrem‘ [1]?
    SCNR
    Dr. W

    [1] was immer dies genau bedeutet oder bedeuten soll, es ist jedenfalls eine Meinungsäußerung und keine Tatsachenfeststellung

    • @Webbaer

      Nein, der Extremismus der Brights richtet sich „nur“ gegen die Religionen und bedient sich verschiedenster Rhetoriken. Über das Netz und ein paar Stammtische sind sie kaum hinaus gekommen, haben aber durch eifrige Gefolgschaft und Werbung immerhin zum Ruhm und Reichtum von R. Dawkins beigetragen. 😉

      • Bei den „Brights“ weiß Ihr Kommentatorenfreund auch nicht so recht, es gibt dort zwar positive Bewegung, aber als Antireligionisten nagen sie.

        Sie sind kein ‚Kreationist‘ und Ihre angeblich ‚biologistischen‘ Ideen (der Schreiber dieser Zeilen hat Sie hier mit Sarrazin verglichen) ist wie bspw. bei S. nur die Einsicht, Sorge oder Verständigkeit des Bemühten, der Datenlagen zu begutachten hat und eben für ihn angemessen verlautbart, gelle?

        MFG
        Dr. W

  2. Sehe ich auch eher als Kompliment wenn sich welche wie die aufregen. Also scheint was richtig zu laufen. Sind das eig. sone Art Hippies oder irgendein Trendset für Yuppies? Aus Sacramento kann doch nur was in der Richtung kommen.

    • @ ‚jade‘ :
      Gegenrede, auch intensive, ist zwar die notwendige Voraussetzung sinnhaft geleistet gehabt zu haben, sie ist aber kein zureichendes Argument, dass darauf schließen lässt, dass sinnhaft geleistet worden ist.
      Insofern ist es auch egal wo die Gegenredner genau sitzen, sie könnten recht haben, gar in ‚Sacramento‘.


      Bei den „Brights“ weiß Ihr Kommentatorenfreund auch nicht so recht, sie scheinen philosophisch unzureichend gefittet, sie erheben sich idR vorschnell, wie Ihr Kommentatorenfreund findet, sie suchen nicht nach dem Kritisierenswerten an einer bestimmten Religion, sondern heben ab, um alles zu verdammen.

      Sie sind sozusagen und auf das Religiöse bezogen Allesfresser, wo es Habichten bedarf, sie werden sich noch nachfitten müssen oder gefittet werden.

      MFG
      Dr. W

  3. Liegt diese Art des kindischen Geplärres der Brights evtl. in der Natur der Tatsache, dass ihre Art – empirisch betrachtet – mangels reger Fortpflanzung vom Aussterben bedroht ist?
    Dann sind solche Auszeichnungen eher als letztes Aufbäumen des angeschlagenen Boxers zu bewerten und verdienen großes Bedauern.

    • @fuanegua

      Ja, ich habe mir auch schon überlegt, warum erst Dawkins und dann die (anderen) Brights so verärgert über die Befunde sind. Sie hätten doch nach Prüfung auch wissenschaftlich sagen können: Cool, jetzt wissen wir noch ein wenig besser, wie und warum die Evolution auch der Religion funktioniert!

      Aber irgendwie scheinen sie selbst halt doch angenommen zu haben, sozusagen die Spitze des „Fortschritts“ zu bilden – und die anderen wären die Dodos. Und dass sie selbst so selten kinderreiche Familien begründen – was ihnen ja niemand verbietet! -, macht die Sache für sie noch schwieriger.

      Das sind zumindest mal meine vorläufigen Annahmen. Nun bleibt abzuwarten, ob die Erleuchteten damit irgendwann zurecht kommen, oder nicht. Bin gespannt! 😉

  4. Die Brights haben den Wert der Religion nicht verstanden. Religion ist sehr wohl sinnvoll. Aber es muss Reformen geben. Es gibt keinen persönlichen, keinen jenseitigen und keinen Schöpfer-Gott. Die Natur (und das Leben) ist göttlich. Aber es gibt nicht nur die uns bekannte Natur. Sondern es gibt auch eine uns ewig unbekannte Natur. Die Kirche muss abgeschafft werden. Religiöse Heilungen müssen im Vordergrund stehen, nicht religiöse Rituale.

  5. Lichtecho hat oben schon darauf hingewiesen:

    „Brightsblog“ ist nur eine Person und nicht im Auftrag von Dawkins oder den (nicht abgrenzbaren) Brights unterwegs.

    Die „Brights“ sind kein Club und keine Organisation, sondern eine Selbstbezeichnung, die für manche Menschen wie eine Zugehörigkeit zu einer Gruppe wahrgenommen wird.

    In sofern ist unklar, an wen Herr Blume seinen Dank richtet:
    An das Brightsblog? Dessen Autorin? Dessen Leserschaft? Die Abstimmenden? An Dawkins? An alle Leute, die sich selbst als „Brights“ bezeichnen?

    • @theskeptator

      Mein Dank gilt auf jeden Fall allen Brights, die an „Nominierung“ und „Auszeichnung“ beteiligt waren, sowie @nickpol für seine „Preisrede“. Und darüber hinaus allen Erleuchteten, die sich ebenfalls angesprochen fühlen. 🙂

      Inzwischen haben sich eine Menge Leute mit Gratulationen bei mir gemeldet – und einige wollen auch einen Dodo. Kann man sich dafür bewerben? Oder reicht es aus, empirisch zur Evolution von Religiosität und Religionen zu forschen? Gibt es bei den Brights weitere Denk- und Forschungsverbote?

      Man muss sie einfach mögen… 🙂

      • @Michael Blume

        Kann man sich dafür bewerben? Oder reicht es aus, empirisch zur Evolution von Religiosität und Religionen zu forschen? Gibt es bei den Brights weitere Denk- und Forschungsverbote?

        Die Fragen sind dann wohl an irgendwelche selbsternannten „Brights“ zu richten, wer oder was auch immer das ist, oder direkt an @nickpol, wobei da sehr unterschiedliche Antworten zu erwarten sein dürften. Ich weiß es nicht.

        Und für das Protokoll: Ich halte diese Preisverleihung nicht für gerechtfertigt.

        • @ theskeptator

          „Die Fragen sind dann wohl an irgendwelche selbsternannten „Brights“ zu richten“

          Als ein selbsternannter Bright möchte ich dann mal versuchen die Fragen zu beantworten.

          „Kann man sich dafür bewerben? “

          Nein, „Bewerbungen für diesen Titel sind unzulässig.“ (http://brightsblog.wordpress.com/dodo-des-monats/ )

          Unter der genannten Quelle findet sich weiter: „In unserem Sinne, aus dem englischen Sprachraum übernommen, ist ein Dodo ein Ewiggestriger.“

          In diesem Sinne halte ich die Verleihung für nicht angebracht.

          Die Laudatio ist meiner Meinung eines Brights nicht würdig, sie erfüllt nicht die Ansprüche, die ich erwartet hätte. Behauptungen werden nicht belegt und sind zum Teil offensichtlich falsch (weswegen es dann ja auch schwerfällt, sie zu belegen). Einige Kommentatoren dort – eventuell auch Brights? – sehen das ganz ähnlich wie ich.

          „Gibt es bei den Brights weitere Denk- und Forschungsverbote?“

          Ich kann nicht erkennen, was die Preisverleihung mit einem Denk- oder Forschungsverbot zu tun haben könnte. Daher entbehrt der Frage schon ihre implizite Voraussetzung. In dieser Form kann ich sie nicht als sinnvoll betrachten. (Tatsächlich scheinen sich hier die Niveaus vom „Dodo des Monats“ und seinem Laudator anzunähern.)

          Dass ein Bright andere Gedanken hegt als manch anderer, beinhaltet kein Verbot. Sich als Bright zu bezeichnen, ist nur ein öffentliche Bekenntnis zu einigen seiner eigenen Überzeugungen.

          Forschung über Religion ist bei den Brights ebenfalls kein Tabu. Das sieht man schon bei Daniel Dennett, der selbst zu diesem Thema forscht und veröffentlicht: „Den Bann brechen: Religion als natürliches Phänomen“.

          • @Joker

            Vielen Dank, den Einspruch nehme ich an. Ich habe diese „Preisverleihung“ als Ergebnis eines kollektiven Prozesses empfunden, aber offensichtlich waren nicht so viele deutschsprachige Brights eingebunden. Das ist freilich eine Angelegenheit, die Ihre Bewegung intern klären sollte.

            Was Sie über Daniel Dennett sagen, stimmt – er hat auch meine Arbeiten ohne jede Polemik aufgegriffen.
            http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-evolution-des-atheismus-in-religion-brain-and-behavior/

            Schwierigkeiten habe ich dagegen mit der Deutung des Dodos als „Ewiggestriger“. Diese wunderbaren Tiere sind ja leider nicht „ewiggestrig“-existent, sondern sie sind gewalttätig ausgerottet worden. Ggf. werden andere Stellen zu entscheiden haben, ob @nickpol – dessen Klarnamen mir inzwischen bekannt ist – mit dieser „Verleihung“ einen Wunsch oder gar eine Drohung äußert. Geschmackvoll ist sie auf jeden Fall nicht…

  6. na ja, herr blume. andererseits betrachten sie ihren dodo als preis für ihr gesamtkunstwerk zwei kräfte, religion und naturwissenschft, zu vereinen. genauer gesagt: dass religionen haufenweise falsche aussagen über die reale welt machen, bedienen sie sich der wissenschaften – naturwissenschaften um religiöse aussagen welche historisch im ganz anderen kontex standen umzudeuten und glaubwürdigkeit zu schaffen und nennen es dann religionswissenschaft. doch leider sind die wissenschaften in ihrer addition immer hinter dem komma, ganz vorne steht immer die religiöse ganze zahl.

    mit einen freundlichen gruß

    • @fuchsimschnee

      Ist es denn wirklich so schwer, den Unterschied zwischen Theologien und Religionswissenschaft zu verstehen?

      Wir Religionswissenschaftler gehen wissenschaftlich nicht von einer religiösen Wahrheit oder Schrift aus und „vereinbaren“ also auch nichts. Wir sind Atheisten, Agnostiker und Angehörige verschiedener Religionen und forschen gemeinsam. Wir unterstehen keinem Lehramt, ebenso wenig wie die Sprach-, Musik- oder Politikwissenschaft. Wir erforschen, wie Religiosität entsteht, sich auswirkt, ausprägt usw. Wenn Sie wie ich davon ausgehen, dass der Mensch durch Evolutionsprozesse entstanden ist – dann auch seine Sprachfähigkeit, Musikalität und Religiosität. Und dann können wir all dies interdisziplinär erforschen – was wir auch tun.

      Warum auch sollte man Religion nicht ganz genau so wissenschaftlich erkunden können wie jeden anderen Aspekt menschlichen Lebens? Mir ist nicht klar, was daran so schwer zu verstehen ist…

    • Ich sehe nicht, wie hier etwas umgedeutet wird, was historisch in einem anderen Kontext stand.
      Das ist übrigens gar nicht mal so selten (und es betrifft auch die sog. „Aufgeklärten“). Was die hier angesprochene Forschung des Blogautors angeht, so geht es darin doch gar nicht um religiöse Aussagen und deren Deutung, sondern um Demographie.

      Religionswissenschaftler erforschen eben die Religion, wie ein Historiker die Geschichte erforscht. Das macht diese Form von Wissenschaft nich suspekt.

    • Übrigens: Das Religion u. Wissenschaft sich per se widersprechen stimmt so auch nicht. Das hängt sehr von der Religion ab und der Wissenschaft.

      • @Skeptiker

        Ja, ich finde auch den Diskurs des „Widerspruchs“ interessant. Kaum jemand würde behaupten, es „widerspreche den Naturwissenschaften“ zu dichten, zu lieben, Musik zu geniessen oder Fan einer Fußballmannschaft zu sein. Religion und Wissenschaft scheinen dagegen häufiger Ineins gesetzt zu werden.

        • @ Herr Dr. Blume :
          Wenn die Wissenschaften als anthropozentrische Vorhaben verstanden werden, wie es üblich ist, könnte [1] ganz anders Aufgestelltes als von der Wissenschaft (oder vom Humanismus oder eben aus anthropozentrischer Sicht) als konträr und unvereinbar verstanden werden, bspw. „nackter“ Theozentrismus oder Physiozentrismus (!).

          HTH
          Dr. W (der also ebenfalls keinen „Per se“-Widerspruch der weiter oben gemeinten Art sieht)

          [1] muss also nicht

          • @ Herr Dr. Blume :
            Reine Theozentrismen stehen dem Anthropozentrismus direkt entgegen, die Wissenschaft ist (in der üblichen aufklärerischen Form) ein anthropozentrisches Vorhaben.
            BTW, aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen stehen auch Physiozentrismen, also bspw. der rein physiozentristische Pathozentrismus (Dr. Akerma und Dr. Singer seien an dieser Stelle gegrüßt) dem Anthropozentrismus direkt entgegen.

            MFG
            Dr. W (der das Fachvokabular als geübt betrachtet, auch dank des von Ihnen zugelassenen Gastbeitrags, der aber gerne noch weiter erklärt, was gemeint war und sofern gewünscht)

  7. Mal eine kleine Auswertung der Wahrnehmung Eurer beider Beiträge in den sozialen Netzwerken:

    DEIN Artikel, Michael, wurde 234 mal über Facebook geteilt. Ich finde das ein wenig peinlich, wenn ich sehe, wie selten demgegenüber Nickpol’s grottenschlechter Artikel geteilt wurde, nämlich nur 20 mal.

    (Nickpol steht für … – mir fällt grad sein bürgerlicher Name nicht ein, der ist aber bekannt und sollte genannt werden. Denn sein Artikel ist doch klar Aspirant für den „Dodo-des-Monats“-Artikel.)

    DEIN Artikel, Michael, hatte vor mir 38 Kommentare, Nickpol’s grottenschlechter Artikel 8.

    Der ERSTE Kommentar dort – von einer „Claudia“ – schon einen Tag veröffentlicht, bevor Du Deinen Lamentier-Artikel veröffentlicht hattest, hatte in nur wenigen Worten, die dazu überhaupt zu sagen sind, schon alles gesagt. Die hättest Du nur zu zitieren brauchen – und gut is‘. Ich hätte das besser und angemessener gefunden.

    Der Kommentar von Claudia hat von allen dortigen Kommentaren die meiste Zustimmung bekommen, nämlich 11 hochgestreckte Daumen.

    Das sind so die Dinge, die ich jeweils höher oder tiefer hängen würde …

    • @I. Bading

      Also, nach mehreren dieser amerika- und christenhassenden Kommentaren habe ich aufgehört, mir die „Diskussionen“ auf diesem „brightsblog“ anzutun. Danke, dass Du auf „Claudia“ hingewiesen hast, die da ganz unten steht.

      Ja, ich kenne @nickpols bürgerlichen Namen, werde ihn aber nicht veröffentlichen. Wenn sich andere daneben benehmen und aus dem Dunkel vermeintlicher Anonymität heraus agieren, heißt das ja nicht, dass man auf gleicher Ebene antworten muss. Wenn er anonym bleiben möchte, dann soll er halt anonym bleiben, ich respektiere das. Und wenn seine Beschimpfungen und Drohungen noch heftiger würden, stünde mir ja der Rechtsweg frei.

      Hab aber bitte Verständnis, dass ich – wohl im Gegensatz zu einigen Hatern im Netz – ein echtes Leben habe und nicht noch mehr Zeit damit verbringen möchte, den Beschimpfungen einiger Frustrierter nachzugehen. Ich habe freundlich geantwortet, und gut ist. Es kann ja jeder sehen, wie sich die „Brights“ präsentieren – und wie tolerant, aufgeklärt und vielfältig eine von ihnen geprägte Gesellschaft wohl sein würde… Inzwischen haben sich hier auf dem Blog und auch per Mail einige Brights distanzierend zu @nickpol gemeldet, was ich respektiere – wenn sie ihren Widerspruch aber nur „intern“ formulieren wollen, so ist das auch ihre Entscheidung. „Claudia“ zeigt wenigstens Courage.

      Ich kann mit Beschimpfungen auf dem „brightsblog“ oder „blasphemieblog“ etc. genau so gut leben wie ich mit Beschimpfungen auf rechtsextremen Seiten leben kann. Solche Leute wird es wohl immer geben – sie aufzuregen ist eine Auszeichnung, die mich nicht unterkriegt, sondern weiter motiviert. 🙂

    • @ I. Bading

      „DEIN Artikel, Michael, hatte vor mir 38 Kommentare“

      Inclusive der 12 von Michael selbst verfassten.

      (Hier wird eben nicht nur kommentiert, sondern tatsächlich auch diskutiert – leider unter Ausschluss eines gewissen Biologen.)

      „Der Kommentar von Claudia hat […] die meiste Zustimmung bekommen.“

      Lustig, dass der mindestens ebenso vernichtende Kommentar, allerdings etwas subtiler formuliert, von @Rolo bisher keine einzige Abwertung erfahren hat. Man könnte zum Schluss kommen, seine Aussage wäre von einigen Lesern des brightsblog nicht ganz verstanden worden.

  8. Was für ein bemitleidenswertes Gejammer!
    Dazu noch dieses Vorurteils-schwangere, blankem Rassismus in nichts nachstehende, Geseire über eine Gruppe die sich mit Richard Dawkins gegen Sie verschworen habe, die es aber leider nicht wirklich gibt!
    Wenn Ihre wissenschaftliche Arbeit ähnlich gestaltet ist wie dieser Artikel, wundert es mich nicht, dass akademische Grade nicht mehr das Papier wert sind auf dem sie verliehen werden… 🙁

    „Wir schließen zum 30.09.2014 unsere Pforten. Keine Neuregistrierungen mehr möglich. Danke allen Mitgliedern für eine spannende Zeit!“
    http://forum.brights-deutschland.de/viewtopic.php?f=47&t=4546

    • (…) eine Gruppe die sich mit Richard Dawkins gegen Sie verschworen habe, die es aber leider nicht wirklich gibt!

      Was in der bekannten Online-Enzyklopädie steht, gibt es auch, und sei es nur als theoretische Entität.
      >:->

      Ansonsten, war das der angemessene Umgangston?

      MFG
      Dr. W (selbst ein wenig ruppig, aber Grenzen kennend)

      PS: Gaaa!, ‚Rassismus‘

    • Danke für die Bestätigung, @Name benötigt. 🙂

      Natürlich gibt es „die Dawkins-Jünger“ ebenso wenig und ebenso viel wie „die Nationalisten“: als Selbstbezeichnung für Angehörige mehr oder weniger kohärenter Überzeugungen. Und manche von diesen mehr oder weniger Überzeugten (nicht alle!) fühlen sich halt getrieben, im Schutze vermeintlicher Anonymität Andersdenkende zu beschimpfen. Denn wenn man auch sonst nicht viel gemeinsam hat – schlichte Feindbilder & Frust haben einige reichlich! Trotz oder wegen ihrer Form der „Aufklärung“? 😉

      Grüße an alle Brights mit und ohne Namen, an die Netteren und die Hater! 🙂

      • @ Herr Dr. Blume :

        Natürlich gibt es „die Dawkins-Jünger“ ebenso wenig und ebenso viel wie „die Nationalisten“ (…)

        Sehr gut editiert/korrigiert, es geht nämlich nicht angeblich nicht Existente zu kritisieren.

        Ansonsten könnte es schon sinnhaft sein, sofern es einen „Dawkinismus“ oder „Brightismus“ oder ein Dawkins-Jüngertum oder einen Nationalismus gibt, auch die Follower als ‚Brights‘ oder ‚als Brightisten‘ oder als ‚Dawkins-Jünger‘ oder als ‚Nationalisten‘ anzugehen.

        BTW, wo haben es Leutz wie ‚Name Benötigt‘ und so gelernt, dass es zwar Ideologien („die Ideologien“) gibt, aber keine klar erkennbaren Follower (die Follower sozusagen, bspw. ‚Brights‘ oder ‚Nationalisten‘)?

        MFG
        Dr. W

        • @Webbaer

          Es ist inzwischen ein gängiges, rhetorisches Mittel nach dem Motto: „Als Atheist bin ich den dummen Religiösen grundsätzlich überlegen, dabei kann ich mich auf atheistische Großdenker berufen! Aber mit Stalin, Nordkorea, RAF etc. habe ich nichts zu tun, denn es gibt ja ‚den Atheismus‘ gar nicht!“ Kollektive Verantwortung betrifft damit immer nur andere, am liebsten natürlich die verhassten Religiösen. Aber auch hier gilt: Selbstverständlich benutzt nur eine Minderheit von Atheisten bzw. Antitheisten diesen rhetorischen Trick, die meisten setzen sich durchaus ernsthafter auch mit der „Kriminalgeschichte des Atheismus“ (Michael Schmidt-Salomon), dem „real existierenden Humanismus“ der DDR usw. auseinander.

          • Ich würde keine kollektive Verantwortung von Christen sehen für unmenschlichkeiten die z.B. von Anhängern altertümlicher politheistischer Religionen begangen wurden. Wer aber z.B. IMMER NOCH Mitglied der katholischen Kirche ist, sich dort engagiert und seine Kirchensteuern zahlt, dem kann man schon eine gewisse Verantwortung für die (insbesondere aktuellen) Vergehen seiner Kirche vorwerfen.
            Ich selbst würde mich zwar nicht als „Bright“ bezeichnen, aber nur weil ich den Begriff dämlich finde, grundsätzlich bin ich Anhänger des „new athiesm“. Somit bin ich durchaus bereit eine gewisse Verantwortung für Verfehlungen dieses Kollektivs zu übernehmen. Mit Aussagen von Einzelpersonen oder kleinen Untergrupierungen, die ebenfalls dieser Strömung angehören sieht das schon wieder anders aus. Wenn natürlich so ein prominenter Führsprecher wie Dawkins, den ich grundsätzlich schätze, einige dämliche oder sogar gefährliche aussagen macht, dann muss ich mir schon gefallen lassen dafür kritisiert zu werden bis ich mich deutlich distanziere. Von Stalin muss ich mich aber ebensowenig distanzieren, wie Du Dich von IS distanzieren musst.
            Nicht verwechseln sollte man das „verantwortlich machen“ und das aufzeigen möglicher Konsequenzen bestimmter Denkmuster. Ich würde niemals einem Christen oder auch den meisten Muslimen eine kollektive Verantwortung für 9/11 zuschreieben. Man kann aber durchaus darüber diskutieren ob der Glaube an übernatürliche Instanzen solche Taten begünstigt. Auf der anderen Seite ist es imo schwerer zu argumentieren, dass der Nichtglaube an übernatürliche Instanzen, das entstehen totalitärer Systeme begünstigt. Das Weltbild von Stalin und seine daraus resultierenden Handlungen lassen sich wohl kaum direkt aus seinem Nichtglauben an den prophetischen Charakter igendwelcher Bücher ableiten.

          • @Jakob B.

            Vielen Dank. Ich sehe es ähnlich und denke, auf so einer sachlichen und differenzierten Ebene ließe sich sehr gut diskutieren. Ich würde auch nicht annehmen, dass gleich der „Nichtglauben an übernatürliche Instanzen das Entstehen totalitärer Systeme“ begünstigt. Wenn jedoch die fest geglaubte (!) Überzeugung hinzu tritt, man selbst habe „das wissenschaftlich-aufgeklärte Fortschrittsprinzip“ verstanden und müsse „nur noch“ (z.B. religiöse) Widerstände dagegen bezwingen, dann wird es sehr schnell totalitär (d.h. gegen Religions-, Meinungs- und Gewissensfreiheit gerichtet). Das scheint mir auch das Extremismus-Problem bei vielen – nicht bei allen! – Brights zu sein. Aus ihrer eigenen Sicht bilden sie die Speerspitze „des Fortschritts“ und wer das nicht so sieht, ist zurückgeblieben oder gar böse (ein idealerweise aussterbender Dodo). Dass sich nun auch wissenschaftlich andere Befunde ergeben ist dann natürlich besonders schmerzhaft und sorgt bei einigen für blanke Wut…

          • @Michael Blume:
            Ja, mich schmerzen Ihre Ergebnisse auch sehr. Ich würde mir wünschen es wäre anders, aber es gehört zu einem aufgeklärten Weltbild auch solche Fakten anzuerkennen. Ich hoffe dass die nahe liegende Interpretation der Fakten, dass atheistische Populationen auch in Zukunft verebben werden, falsch ist. Es ist aber nun mal die nahe liegende Interpretation.
            Viele Atheisten sagen von sich, sie würden keine Probleme damit haben wenn Gott sich ihnen zweifelsfrei offenbaren würde und dann einfach zum Theisten werden. Ich bin mir sicher, dass es mich so eine erfahrung schmerzen würde, man hat nicht gerne unrecht. Forschungsarbeiten wie Ihre können einem da den Spiegel vorhalten.
            Ich verstehe den „new Atheism“ als einen Atheismus der direkt einem wissenschaftlichen und skeptischen Weltbild entspringt. Umso mehr ärgern mich dann selbst proklamierte Anhänger der new Atheists, die so gar nicht diesem Weltbild folgen (obwohl sie natürlich davon überzeugt sind) und damit unserer Sache schaden. So wie sie sich vermutlich noch mehr über vollkommen unreflektierte Christen ärgern, als ich. Übrigens habe ich das Gefühl, dass die unreflektierten Atheisten in Deutschland zahlreicher sind als in den Vereinigten Staaten und es bei den Christen genau umgekehrt ist. Wohl eine Folge des vermehrten Zwangs sich zu rechtfertigen wenn man gegen den Strom schwimmt.

          • @Jakob B.

            Für Ihre Vermutung spricht, dass Kolleginnen und Kollegen aus der Evolutionsforschung zur Religion in den angelsächsischen Ländern vor allem von Religiösen angegangen werden – hier in Deutschland toben dagegen vor allem die Antitheisten. Ich denke, dass es eine Frage v.a. der persönlichen Psychologie ist, ob man mit widersprechenden Fakten umgehen kann oder versucht, diese zu unterdrücken (Fachbegriff: sog. „Ambiguitätstoleranz“). Und sowohl unter Religiösen wie unter Nichtreligiösen gibt es m.E. Menschen mit mehr oder weniger davon. Interessant sind ja auch Fälle, in denen Menschen von einem Extrem ins Andere konvertieren, ohne aber diese Persönlichkeitseigenschaft dabei zu verändern.

          • Man kann sehr wohl anführen, dass zum Beispiel (einige) Fans eines Fussballclubs negative Handlungen begehen und dabei für sich in Anspruch zu nehmen, weil amn kein Fan eines Fussballclubs ist nicht mit allen Personen die ebenfalls keine Fans waren in einen Topf geworfen zu werden.

          • @Skeptiker

            Gutes Beispiel! Ja, individuell kann man diese Differenzierung verlangen. Geht aber der Verein insgesamt nicht auch aktiv gegen „seine“ gewaltbereiten Anhänger vor, so sind Rügen, Geldstrafen und sogar Sperren vorgesehen…

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  10. zitiertes Zitat:

    „…bleibt die Frage ob Gott auch im Rectum steckt.“

    -> Alles im Arsch – eben auch Gott – zuweilen.

    Der kleine Verweis auf den Rectus verweist wahrscheinlichst direkt auf die Scientology. Ist das bekannt und bewusst? Jene Damen und Herren haben eine etwas andere Poesie, wenn sie über Gott Sprechen. Da heisst es dann auch mal:

    „Die Glaubwürdigkeit sei aus dem Arsch geflogen!“ (also: Glaubwürdigkeit = Gott)

    (Das ist keine Satire, sondern ernstgemeinte Information)

    Halbwegs genugtuend daran sei ja, dass, wenn erst solche Rethorik an den Tag kommt, das Wasser bis zum Hals gestanden haben muß. Man überspringt eben erst, wenn der Druck zu hoch wurde – ich kenn mich doch (und somit andere auch) – und überhaupt Tinbergen und Lorenz. (1)

    Herr Blume: schon richtig erkannt, dass, wenn man erst zur Zielscheide wurde, schon ein bischen Stolz sein darf.

    Ansonsten ist es natürlich auch bestürzend, dass man 10 Jahre dazu verwendet, um zu belegen, dass gewisse Lebensweisen in der Zeugung von Nachkommen erfolgreicher seien. Das war mir auch ohne nicht falsch vorgekommen. Nur nicht mit ner Menge Statistik unterlegt.

    Einer mußte es ja mal machen.

    (1) Wobei ich zwischen Ethologie und Behaviorismus einige Überschneidungen erkenne. Wenn die Ethologie Tierverhalten beschreibt und Behaviorismus den Blick auch auf den Menschen hat, besteht darin die Lösung der Frage, warum mir beide nicht so unterschiedlich vorkommen. Der Mensch ist eben auch nur ein weiteres/erweitertes Tier.

    • oh, pfui sexualisierte Sprache:
      Nicht Zielscheide, sondern dergleichen scheibe.

      Da fragt man (also ich) sich, wie das kommen kann. Wo doch das b recht weit weg vom d ist – auf der Tastertur!
      Da muß es doch mit sonberdaren Bedingungen zugehen?
      Oder war das nur, weil das Thema eh in der Nähe verortet sei? (Am Arsch natürlich…).

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