Das kreative Universum – Ein deutscher Film über die Vereinbarkeit von Naturwissenschaft und Spiritualität

Ein großes Problem vieler wichtiger Debatten ist, dass es nachdenkliche und vermittelnde Positionen oft schwerer haben, gehört zu werden, als die lautstarken und gerne polemischen Parolen von Radikalen aller Seiten. Und so "bestätigen" sich religiöse Kreationisten und antitheistische Materialisten seit Jahrzehnten gegenseitig selbst in der Überzeugung, dass Evolution und Gottesglauben angeblich völlig unvereinbar seien. Die Vertreter des Materialismus bringen dabei mehr wissenschaftliche Argumente hervor, aber die religiösen Kreationisten mehr Kinder – und so befanden sich beide Positionen quer durch das 20. Jahrhundert in einem lautstarken und ziemlich unproduktiven Patt. Kommt am Beginn des 21. Jahrhunderts endlich Bewegung in die Sache?

Laut einer (informelleren) Umfrage des Magazins Gehirn & Geist in 2009 schlossen knapp zwei Drittel der – mehrheitlich nichtreligiösen – Leserinnen und Leser eine Vereinbarkeit von Schöpfungsglauben und Evolutionstheorie nicht aus. Eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Gallup-Institutes aus den USA dazu signalisiert auch jenseits des Atlantik Bewegung: Demnach ist die Zustimmung zum Kreationismus ("Gott erschuf den Menschen binnen der letzten 10.000 Jahre in seiner gegenwärtigen Form") auf 40 Prozent gefallen, wogegen inzwischen 16 Prozent einen a-theistischen Evolutionsprozess annehmen. Zulegen konnte aber auch die Annahme einer theistischen Evolution, der mit 38 Prozent erstmals den Kreationismus als stärkste Position ablösen könnte und unter US-Akademikern tatsächlich bereits die höchste Zustimmung findet.

Evolutionärer Theismus

Im Gegensatz zu den Befürchtungen z.B. von Florian Rötzer (Telepolis) ist evolutionärer Theismus nicht einfach identisch mit der "weichen" Kreationismus-Variante des Intelligent Design. Stattdessen vertraten evolutionäre Theisten wie der Mitentdecker der Evolutionstheorie Alfred Russel Wallace, die Darwin-Zeitgenossin Antoinette Brown Blackwell (USA), der deutsche Zoologe Gustav Jäger, der Jesuitenpater und Paläoanthropologe Teilhard de Chardin SJ oder auch z.B. der berühmte Evolutionsbiologie Theodosius Dobzhansky, schließlich protestantische Theologen wie Michael Dowd (etc.) ein Miteinander von unbedingter Wissenschaft und (sehr verschieden verstandenem) Gottesglauben. Deutschland spielte in den entsprechenden Debatten bislang jedoch allenfalls eine Nebenrolle – wenn überhaupt, so äußerten sich Theologinnen und Theologen im oft defensiven Duktus zur Vereinbarkeit von (Natur-)Wissenschaft und Religion. Bis jetzt…

Der Kinofilm: Das kreative Universum von Rüdiger Sünner

 

Zunächst einmal war ich ein wenig skeptisch: Würde ein Film über "Naturwissenschaft und Spiritualität im Dialog" womöglich in die Esoterik abdriften? Dann war ich ein wenig verstimmt: Alle Interviewpartner des Filmes waren Naturwissenschaftler, weiß und männlich – hätten da nicht etwas mehr Perspektiven zu Wort kommen können? Und schließlich – war ich positiv überrascht: Denn gerade durch diese intensive Konzentration gelingt es dem ruhig und angenehm sorgfältig gestalteten Film, auf sehr hohem Niveau die bleibenden wie auch neuen Rätsel der Wissenschaft und die Vielfalt pantheistischer, panentheistischer und theistischer Auffassungen aufzuzeigen, die sich schon innerhalb dieses wohl am meisten säkularisierten Milieus unseres Planeten entwickelt haben. Dem Film gelingt es damit zu vermitteln, dass sich niemand vor Wissenschaft – auch nicht vor "abendländischer Wissenschaft" – fürchten muss, sondern dass sie für jene Denk- und Glaubenswege, die sie mit guten Argumenten verschließt, auch wieder neue, reichere eröffnet.

Thematisch geht der Film von den Diskussionen über den Urknall und den Materiebegriff über die Begriffsdiskussionen um Information, Selbstorganisation, Emergenz und Zufall bis zur Evolutionsforschung zur Religion und der Frage nach der "Kreativität" des Universums und verschiedenen Gottesbegriffen. Im Mittelpunkt stehen dabei Äußerungen der Wissenschaftler selbst, von denen einige Strömungen der Anthroposophie nahestehen, andere der katholischen bzw. anglikanischen Kirche angehören und wieder andere individuelle Perspektiven formulieren. Die Interviewpartner im Einzelnen:

* Prof. Joachim Bauer, Neurobiologe & Psychiater

* Prof. George Coyne, Astronom & Theologe

* Prof. Hans-Peter Dürr, Quantenphysiker

* Prof. Thomas Görnitz, Quantenphysiker

* Dr. Stephan Harding, Biologe

* Prof. Stuart Kauffman, Biowissenschaftler

* Prof. Simon Conway Morris, Paläontologe

* Prof. John Polkinghorne, Teilchenphysiker und Theologe

* Dr. Bernd Rosslenbroich, Evolutionsbiologe

* Prof. Wolfgang Schad, Evolutionsbiologe

* Wolfram Schwenk, Gewässerbiologe

* Dr. Rupert Sheldrake, Biologe

* Dr. Johannes Wirz, Molekularbiologe

* Prof. Arthur Zajonc, Quantenphysiker

"Das kreative Universum" beansprucht nicht, dass (letzte) Antworten zur Verfügung stünden. Viel besser: Der Film weckt – auch für Laien und z.B. Oberstufenschüler verständlich – die Lust am wissenschaftlichen Denken, Fragen und Forschen. Naturwissenschaft und Spiritualität (bzw. Religiosität) erscheinen hier nicht als Feinde, sondern als spannende Perspektiven auf das eine Wunder, das jede Wissenschaftlerin und jeden Wissenschaftler fasziniert: Das sich entfaltende Universum selbst. Ob Atheist, Agnostiker oder Theist – der Film bietet Aha-Erlebnisse. Ich wünsche Ihnen die Freude, die (auch) ich beim Anschauen hatte!

* Kinoliste bei wfilm.de

* www.daskreativeuniversum.de 

Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

23 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Von dem Film hatte ich auch schon gelesen und würde ihn gerne im Kino sehen!
    Wenn Sie ihn empfehlen umso mehr… nur ist es anscheinend schwierig ein Kino zu finden, in dem der Film auch gezeigt wird…
    Aber ich bin mal gespannt, was so ein Film in Deutschland zu bewirken vermag!

  2. @Sebastian Voß

    Als Kinoliste habe ich bislang nur diese hier gefunden:
    http://www.kurzfilmkino.com/…slid=de&pId=217

    Und im Handel gibt es ihn bislang wohl nur bei einem anthroposophischen (Schul-)Buchverlag, was immerhin darauf hindeutet, dass er wohl auch in Schulklassen zum Einsatz kommen dürfte:
    http://waldorfbuch.de/…h=114&products_id=388

    Sollte der Film aber – verdient – in mehr Kinos oder gar ins Fernsehen kommen und ich davon erfahren, poste ich das hier gerne. Wenn Wissenschaften und Religionen mit mehr Neugier und Respekt aufeinander zugingen, das wäre schon was… Und bei uns in Deutschland und Europa sind m.E. die kulturellen Gräben längst nicht so tief wie in den USA, hier wäre m.E. weit mehr Dialog und Forschung drin.

  3. Ich bin mir nicht sicher, was ich jetzt davon „mitnehmen“ soll …

    Über die wirkliche Vereinbarkeit von dem Gummikonzept „Spiritualität“ und Wissenschaft sagt das alles leider gar nichts aus. Autoritäts- und Popularitätsargumente beendrucken mich an dieser Stelle gar nicht.

  4. @Martin Ballaschk

    Nun, mich haette es eher gestört, wenn der Film abschließende Wahrheiten versprochen haette, die m.E. der empirischen Forschung nie ganz zugänglich sind. Hier zeigen die „Autoritäten“ ihre je eigene Offenheit und Lesart – gerade darin sind sie (mir) vorbildlich.

  5. Ohne den Film gesehen zu haben

    Eine Vereinbarkeit von Naturwissenschaft und Religion halte ich nicht für möglich. Ich halte das nichteinmal für wünschenswert, da es doch letztlich zu einer Aufweichung und Vermatschung der Begriffe führt (das Wort „Gummikonzept“ viel ja bereits).
    Dennoch nehmen sich ja Menschen als spirituelle und rationale Wesen wahr und da wir alle in uns nach einem einheitlichen Weltbild streben, versuchen wir für uns gegensätzliche Zugänge zur Welt einigermaßen konsistent zu vereinbahren, unsere eigenen Wahrheit zu zimmern.
    Wenn ich mir den Filmausschnitt hier anschaue, so sehe ich eben Leute, die ein persönliches Bekenntnis abgeben, der für mich keinen Erkenntniswert über das Persönliche hinaus hat, aber dennoch anregend sein kann. Dass „querdenkende“ (was immer das sein soll) Profs in so einem Film besser ziehen als Lieschen oder Hänschen Müller ist klar, aber das macht ihre Bekenntnisse nicht unbedingt tiefsinniger. Als Vorbilder, was „ihre je eigene Offenheit und Lesart“ (MB) anbelangt, kann man sie auf jeden Fall ansehen.

  6. @Stefan Taube

    Ist es nicht interessant, dass die Unvereinbarkeits-These (nur noch) von Fundamentalisten einerseits und entschiedenen A- bzw. Antirheisten gemeinsam vertreten wird?

    Der Beobachtung, dass Menschen immer nach neuen Antworten suchen stimme ich zu. Genau so funktioniert aber ja auch Wissenschaft: Durch das ständige Überbieten des Alten. Schritt für Schritt, mit vielen Überraschungen.

  7. @Blume

    „Der Beobachtung, dass Menschen immer nach neuen Antworten suchen stimme ich zu. Genau so funktioniert aber ja auch Wissenschaft“
    Richtig, tut das aber irgendeine Religion? Krallt nicht gerade diese sich in der Regel an uralten Texten fest, wo oft nicht einmal klar warum die geschrieben wurden?
    Ich habe noch nie gehört, dass die RKK meint die Trinität z.B. müßte nochmal „überdacht“ werden, da es neue „Erkenntnisse“ gegeb hätte.
    In der „Wissenschaft“ dagegen ist das normal.

  8. @Michael Blume

    Nein, das ist nicht interessant, das ist nur so eine Behauptung, mit der ich auch nichts anfangen kann.

    Der Punkt ist doch, dass kein konkretes Problem gelöst wird, wenn ich darum ringe, Wissenschaft und Religion unter einen Hut zu bringen. Damit meine ich ein Problem (eine wissenschaftliche Fragestellung), das außerhalb meiner Selbst liegt. Nehmen wir beispielsweise den genannten Wissenschaftler John Polkinghorne. Wenn er laut Wikipedia theoretische Modelle für Hochenergie-Streuprozesse entwickelt, dann hat das doch nichts damit zu tun, dass er Theologe ist – er ist deswegen kein besserer oder schlechterer Theoretiker.
    Daher sehe ich nicht so ganz den Sinn und die Tragweite der Vereinbahrkeitsbemühungen und kann mir nicht vorstellen, dass aus solchen Filmen etwas Relevantes folgt – außer eben, dass sie anregend sein können und wie im Blogtext angedeutet manchen Menschen die Angst vor der „kalten“ Wissenschaft nehmen können. Wer’s mag soll es anschauen, ist ja esoterikfrei.

  9. „Genügt es nicht zu sehen, dass ein Garten schön ist, ohne dass man auch noch glauben müsste, dass Feen darin wohnen?“ (Douglas Adams)

    Ein Professor, der das Ende des Darwinismus verkündet, ein Prophet des „flüssigkeitsgemäßen Denkens“ („Dem Wasser aufgrund einer modernen Erkenntnis Achtung und seinem Wesen gemäße Wertschätzung entgegenbringen“), Anthroposophen, Goetheanisten und Ruppert Sheldrake.

    Das dürfte in der Tat eine gute Auswahl der „weltweit führenden Querdenker“ sein.
    Aber ist es eine gute Auswahl der weltweit führenden Wissenschaftler?

    Aber ich will nicht lästern – ist ja schließlich Weihnachten.
    Daher auch von mir noch eine kleine Empfehlung, zum Thema „kreatives Universum“.

    Jens Harder hat sich der Entwicklung und der Evolution des Universums angenommen. Und zwar in Form eines Comics! Das Ergebnis ist fantastisch. Die Vereinbarkeit von Naturwissenschaft und Kunst scheint wesentlich einfacher, als die von Wissenschaft und Religion.

    Jens Harder: „ALPHA…directions“ (aus dem Anhang):

    „Mit „Alpha“ möchte ich den Versuch unternehmen, erstmals alle visuellen Vorstellungen über die Entwicklungen ab dem angenommenen Nullpunkt zur Entstehung des uns bekannten Universums zu bündeln. Ähnlich einer Bilderbibel, wie sie früher für Analphabeten herausgegeben wurde, nur hier nun für Alphabeten, und anstelle konfessioneller Zwänge mit naturwissenschaftlichen Hintergrund. Das muss nicht bedeuten, dass in meinem Buch keine Götterdarstellungen oder religiösen Symbole auftauchen. Vielmehr habe ich sogar oft und gern Rückgriffe auf frühere Vorstellungen von der Schöpfung und den Urkräften, von Sagengestalten und Paradiesgefilden genommen. Wohnen ihnen manchmal doch verblüffende, wenn auch noch nebulöse Ahnungen von Prozessen inne, die heute auf Grund neuester Erkenntnisse, (…), mehr und mehr durchdrungen werden. Andere der überlieferten Illustrationen hingegen wirken so anrührend naiv und absurd fantastisch, dass ich nicht widerstehen konnte, sie zwischen die bisweilen etwas trocken und hypothetisch dahinmäandernden Teilchenströme zu schalten, wobei sie jedoch das eigentliche Geschehen eher kontrastieren denn klären.“

    Und auch wenn Weihnachten mit meinem bisweilen etwas trockenem und mythenfrei dahinmäandernden Atheistendasein kontrastiert, wünsche ich Ihnen und allen Lesern dennoch ein frohes Fest! 🙂

  10. @Sascha Bohnenkamp

    Im Blog-Post zur Interpretation der Paradiesgeschichte hatten Sie sich m.W. noch auf ein „ungutes Gefühl“ berufen, wenn religiöse Traditionen ihre heiligen Texte mit ganz neuen Augen (z.B. aus evolutionärer Perspektive) interpretieren…
    http://www.chronologs.de/…tsbaum/page/2#comments

    Fakt ist, dass alle lebendigen, religiösen Traditionen ständig an und mit ihren Texten arbeiten. Selbst die (nur von wenigen des Modernismus verdächtigte) katholische Kirche sieht sich als „pilgerndes Gottesvolk“ auf einem Erkenntnisweg. Die evangelischen Kirchen verstehen sich als reformiert und immer weiter reformbedürftig. Von anderen Religionen ganz zu schweigen: Die Bahai gehen z.B. davon aus, dass in jedem Zeitalter neue Gottesgesandte auftreten, die die Eine Botschaft in die jeweilige Zeit hinein aktualisieren.

    Aus der US-amerikanischen Religionsgeschichte möchte ich auch auf die nicht-schriftliche Aktualisierung der Native American-Religionen durch die Geistertanz-Bewegungen verweisen:
    http://www.scilogs.eu/…heir-evolutionary-success

    So ist aus religionswissenschaftlicher Sicht zudem festzuhalten, dass ein ständiger, kultureller Evolutionsprozess stattfindet: Buchstäblich täglich entstehen neue, religiöse Varianten (und Neugründungen), wogegen andere erlöschen. Stillstand ist nicht wirklich.

  11. @itz

    Wow, das ist ja wirklich wunderschön! Vielen Dank, das kommt auf meine Wunschliste fürs kommende Jahr! 🙂

    Danke auch für die Frage des von mir sehr geschätzten Douglas Adams, die ich für sehr klug halte! Denn er hat ja Recht: Wir sollten uns fragen (und erforschen), warum Menschen (etwas stärker Frauen) die Fähigkeit und Neigung evolviert haben, überempirische Akteure anzunehmen. Und warum jene Homo sapiens, die dafür taub sind, im Durchschnitt weniger Freude am Leben finden und auch weniger Kindern das Leben schenken. Die verlachten Feen, sie werden wohl ihre Spötter überleben… 😉

    Auch Ihnen wünsche ich von Herzen ein schönes Fest, erholsame Feiertage und ein erfreuliches 2011!

  12. Auch ich möchte allen Mitlesern und natürlich unserem geschätzten Blogger ein frohes und vielleicht neben dem ganzen Konsum auch ein besinnliches Fest wünschen – ob gläubig oder nicht 🙂

    P.S. Der (das?) Comic sieht wirklich gut aus!

  13. Dank

    Vielen Dank erst einmal für den tollen Blog. Nach einigen eher unerfreulichen Erfahrungen in anderen Blogs ist es wohltuend, festzustellen, daß man als gläubiger naturwissenschaftlich gebildeter Mensch nicht nur zwischen den Stühlen unduldsamer fundamental-religiöser/atheistischer Unsympathen sitzt.
    Der Film (leider noch nicht gesehen) weist eine wichtige Richtung für einen respektvollen Umgang miteinander auf.

  14. Zukünftig erfolgreiche Religionen werden wohl nicht nur eine geeignete Umgebung
    für das soziale Zusammenleben und die Entwicklung von Kindern bereitstellen,
    sondern auch eine eine Lehre entwickeln, die widerspruchsfrei zu den Beobachtungen der Wissenschaften ist.

  15. @EEBO

    Vielen Dank, bitte schauen Sie öfter vorbei! Denn bei Religion-Wissenschaft-Diskussionen ist es leider wie so oft in der Welt: Die dialogbereite Mitte wird von den Radikalen übertönt. Wieviel Zeit und Energie ist schon für dumpfe Polemik verschwendet worden, wo es doch gemeinsam noch so viel zu entdecken gäbe…

  16. @adenosine

    Ja, das halte ich auch für denkbar und im Hinblick auf die dann möglichen Potentiale auch für sehr spannend. Allerdings gibt es mindestens zwei zentrale Knackpunkte:

    1. Hohe Bildung und Wohlstand wirken meist liberalisierend und damit dann mithin auch entgrenzend-auflösend auf die Gemeinschaften.

    2. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind stets vorläufig und widerlegbar, also weniger stabil als heilige Lehren. Können religiöse Traditionen bestehen, wenn sie sich mit so schwankenden Partnern verbinden?

    Es wird die Frage sein, ob und welche Antworten darauf gefunden werden.

  17. @Rüdiger Sünner

    Ich hoffe, das wird noch über die Spalte der neuesten Kommentare gefunden…
    Jedenfalls habe ich mir den Film hier (also „Das kreative Universum“) diese Woche bestellt und heute geguckt und wollte noch ein kurzes Feedback geben.
    Ich fand den Film vor allem inhaltlich wirklich klasse, denn er zeigt innovative Denkmöglichkeiten auf, er gibt nicht vor die endgültige Wahrheit zu haben, er zeigt noch manches Rätsel des Universums auf und lässt einen dadurch in dem Staunen und Respekt vor dem Naturgeschehen verharren, von dem die Wissenschaftler im Film die ganze Zeit reden. Es sind nicht die üblichen plumpen Argumente, die dort gebracht werden, sondern sorgsam abgewägte Gedanken, die versuchen, unser Wissen und Nicht-Wissen mit dem angebrachten Respekt in einem ganzheitlichen Weltbild zu vereinen. Die Aufmachung des Films ist eine sehr ruhige, die in angenehmem Kontrast zur hektischen Aufmachung vieler moderner Filme (auch Dokumentationen) steht, aber hin und wieder auch den Eindruck einer langweiligen Dia-Show erweckt.
    Trotz dieses einen Kritikpunkts ein sehr schöner Film mit vielen Denkanstößen! Danke!

  18. Hab mir den Film mal auf DVD bestellt und bin sehr gespannt. Darüber hinaus glaube ich sehr wohl, dass Spiritualität und Wissenschaft bis zu einem gewissen Grad vereinbar sind. Bei Esoterik wird’s dann schon schwieriger…

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