Das Gift des Terrors – Mein letzter Artikel bei eigentümlich frei

Fragt mich jemand nach meiner Weltanschauung, so antworte ich: „Christlich-liberal“. Die Ideen der Menschen- und Freiheitsrechte – auch historisch beginnend mit der Religionsfreiheit -, die Hochachtung vor Dialog und Meinungsaustausch, die Abschaffung der Sklaverei und die Zurückweisung von Rassismus, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Parlamentarismus und Gewaltenteilung (in Legislative, Judikative und Exekutive) halte ich für überaus kostbare Entdeckungen menschlicher Kultur(en), die wir weiterentwickeln, aber nicht mehr aufgeben sollten. Evolutionär gewachsene Traditionen (der Familien, Religionen u.v.m.) achte ich sehr, lehne es jedoch ab, sie mittels staatlicher Gesetze durchsetzen zu wollen. Gerade auch in den (leider von Rationalisten nicht verstandenen) Arbeiten von liberalen Denkern wie Adam Smith oder Friedrich August von Hayek treffe ich auf eine wichtige Aussage: Was lebensförderlich ist, wird sich – bei fairen Rahmenbedingungen – auch ohne Zwang behaupten. (Von Hayek formulierte auf diesem Denkweg übrigens eine These zum Zusammenhang von Religion(en) & Demografie, die sich empirisch bestätigte!)

Entsprechend verstehe ich den Liberalismus als eine grundsätzlich optimistische Weltanschauung: Das Ja zu Freiheiten ergibt sich auch aus der Überzeugung, dass sich im freien Spiel bessere Lösungen und neue Entdeckungen herausbilden werden, als sie jede zentralistische Planung „von oben“ erzeugen kann. Ja zur Freiheit ist Ja zum (evolvierten und weiter vielfältig evolvierenden) Leben. Die ständige, beschwörende Angst vor dem „Untergang“ (der sog. Deklinismus, derzeit zum Beispiel im zentralistischen Frankreich sehr stark) und der daraus folgende Hang zu Verschwörungsglauben und zum zunehmend undifferenzierten Hass gegen religiöse Minderheiten, Zuwanderer, selbstbewusste Frauen, Homosexuelle, Wissenschaftlerinnen und „das System“ sind daher in meinen Augen zutiefst illiberal – und derzeit leider durch das gegenseitige Anstacheln religiöser Terroristen einerseits und dumpfer Nationalisten andererseits auch in Europa auf dem Vormarsch.

YodaFurchtWutHassLeidZDF

Zitat von Yoda: Wo er Recht hat, hat er Recht. Social-Media-Mem des ZDF.

Aufgrund meiner freiheitlichen Überzeugungen habe ich lange und gerne bei eigentümlich frei geschrieben. Dass in diesem Monatsmagazin auch immer wieder „bunte“, zugespitzte und (auf den ersten, manchmal auch zweiten und dritten Blick) abseitige Stimmen zu Wort kamen, fand ich sogar gut – denn erst die Meinungsfreiheit erlaubt ja den Austausch und Wettstreit der Meinungen mit oft überraschenden Entdeckungen.

Doch erst langsam, in den vergangenen Monaten zunehmend schneller geriet auch das ef-Magazin (und nicht zuletzt sein Kommentarbereich) in den Sog der angstbesetzten Deklinismus-„Gegenkultur“ zwischen Pegida, AfD, Fremden-, Islam- und Frauenfeindlichkeit samt Ergebenheitsadressen an erklärte Freiheitsgegner wie Akif Pirincci und Donald Trump. Lange habe ich aus- und standgehalten, mich von einigen ef-Kommentatoren u.a. als „Muslimfreund“ und „von den USA bezahlt“ beschimpfen lassen, weil ich es wichtig fand, dem Trend zur abgeschotteten, sich radikalisierenden Medienblase zu widerstehen. Es wäre ein tragischer Verlust, wenn das ef-Magazin im neurechten Mainstream mit seiner ganz eigenen „political (in)correctness“ aufginge.

Doch leider scheint sich genau dieser Trend eher weiter zu beschleunigen. Was soll ich von einem Blogbereich halten, in dem ein „Christian Wolf“ unwidersprochen, sogar bejubelt die immerhin frei gewählte Bundeskanzlerin rechtsextrem, antisemitisch, antiamerikanisch und sexistisch verhöhnen darf?

Wer sich von Merkel kommandieren lässt, braucht keinen amerikanischen Kaufman- oder Morgenthau-Plan mehr zur eigenen Vernichtung.

Die optische Massenvernichtungswaffe im Hochverrats-Hosenanzug ist die absolute Wunderwaffe für den deutschen Untergang.

Und statt Widerworte setzen (zahlende!) Kommentatoren wie „Ernst-August Feldmann“ gleich noch welche drauf:

Merkel ist Feministin.
Von der Leyen ist Feministin.
Auch die Mohn ist Feministin.
Ebenso die Springer.
Und die Schwarzer sowieso.
Ich halte jede Wette, daß die Gibbs auch Feministin ist.

Ein Witz und ein Unglück, wieviel Macht diese Frauen haben.

Ist es da ein Wunder, daß der Schokokönig nur deshalb Präsident wurde und blieb, weil ihn mehrheitlich Frauen gewählt haben?
Daß es Homosexuelle in hohe politische Ämter schaffen?

Was, bitte, soll an diesem Hass, Rassismus und Sexismus noch freiheitlich oder liberal sein?

Passend dazu hat eigentümlich frei nun auch noch auf das Ausscheiden des Euro-Kritikers Frank Schäffler reagiert – indem es Thilo Sarrazin (SPD) zum regelmäßigen Kolumnisten erhob! Einen weniger freiheitlich-liberalen Publizisten hätte man in ganz Deutschland kaum auftreiben können… Wie sich Sarrazin dabei Wissenschaft sozialdarwinistisch zurechtschneidet, konnte ich dabei an seinem Umgang auch mit meinen eigenen Arbeiten sehr gut beobachten. Und „wie bestellt“ zieht Sarrazin natürlich gleich in seiner ersten Kolumne gegen Angela Merkel, Flüchtlinge und Muslime vom Leder – in der gleichen Ausgabe, in der ich über die wirtschaftlichen Hintergründe des sog. „Islamischen Staates“ und der Flüchtlingskrise geschrieben hatte.

Damit ist für mich das Maß nun voll. „Terror im Nahen Osten. Öl als Rentenquelle und Fluchtursache“ war und ist mein letzter Beitrag für eigentümlich frei. Denn wer „im Namen der Freiheit“ zunehmend doch nur Angst, Hass und Verschwörungsmythen verkauft, macht damit vielleicht ein gutes Geschäft, verscherbelt aber den Kerngehalt des Liberalismus. Meinen Namen und meine Texte gebe ich dafür nicht her – dafür sind mir die Traditionen der Freiheit zu kostbar!

Dr. Michael Blume, Jahrgang 1976, studierte nach Wehrdienst & Ausbildung zum Bank-Finanzassistenten Religions- und Politikwissenschaft in Tübingen. Neben seinem Hauptberuf beim Land Baden-Württemberg lehrte er an verschiedenen Universitäten, derzeit in Köln. Blume promovierte über die Thesen von Hirnforschern zur Religion ("Neurotheologie") und forscht über die Evolution von Religiosität und Religionen. Als erster Deutscher wurde Blume in das internationale Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies berufen, aus dem er seit März 2008 auch im Scilog "Natur des Glaubens" berichtet. Für diesen erhielt er 2009 den Scilogs-Preis und wurde 2010 mit dem Preis "Vermittlungen" der Evangelischen Akademie Villigst für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Der Hohe Rat der Yeziden in Lalish verlieh ihm 2015 eine Auszeichnung für den Einsatz für schutzbedürftige Frauen und Kinder aus Kurdistan-Irak. Der evangelische Christ ist mit einer Muslimin verheiratet, die beiden haben drei Kinder. Zehra Blume gründete auch den sciebooks-Verlag, in dem einführende eBooks und Taschenbücher zu wissenschaftlichen Themen erscheinen.

64 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Als Christlich-Liberaler müssen sie recht einsam sein, vor allem wenn sie wirklich liberal sind, denn das scheint keine beliebte Position in Deutschland zu sein. Liberale werden bei der FDP verortet – eine Partei, die es nicht mehr ins Parlament geschafft hat.

    Auch die Entwicklung der liberalen Presse wie jetzt beim ef-Magazin zeigt, dass diese Position nicht lange durchzuhalten ist – einfach weil es in Deutschland zuwenig echt Liberale gibt. Es bleiben dann nur noch Traditionalisten, Rassisten und Antifeministen übrig.

    • Da ist m.E. durchaus etwas dran, @Martin Holzherr – der Liberalismus ist einerseits intellektuell anspruchsvoll, muss sich ständig erneuern und hat andererseits Schwierigkeiten, sich stabil zu organisieren. So ist es ja geradezu ein innerer Widerspruch, sich für einen sog. „Wirtschaftsliberalismus“ ehrenamtlich zu engagieren. In der Union hat der christlich-liberale Flügel eine lange – wenn auch oft angefochtene – Tradition, u.a. mit Personen wie Angela Merkel, Christian Wulff und Ruprecht Polenz. Dennoch zähle ich mich schon seit JU-Zeiten auch öffentlich dazu und habe den damit verbundenen Hohn und Spott immer wieder gerne eingesteckt (wozu wiederum auch der Glaube helfen kann). 🙂

  2. Och schade, Sie hätten schon in den Verbund der Leutz bei Eigentümlich Frei (Abk. u.a.a. ‚EiFrei‘) hineingepasst, wie einige finden, als christlich-liberale Ergänzung und als einer, der vieles anders sieht, aber bei weitem nicht alles,
    MFG + ein frohes Neues schon einmal,
    Dr. W (der auch noch ein paar ursisch-zynische Kommentare zum Ausgang bereit hätte, wegen Weihnachtsnähe abär sparsam blieb)

    • Nun, ich habe wirklich lange – auch gegen Kritik – ausgehalten, @Webbaer – und es gab und gibt ja auch durchaus Menschen in eifrei, die ich schätze. Doch der Rechtsdrall wurde immer stärker und wer einen Etatisten wie Thilo Sarrazin (SPD) gezielt einlädt, um Stimmung gegen Flüchtlinge und Muslime zu machen, verscherbelt Grundwerte des Liberalismus.

      Diese Leute verachten „Gutmenschen“ und „Kuschelpädagogik“, sie halten Toleranz für eine Schwäche und echte Freiheit für eine Gefahr. Nein, diesen Weg kann ich auch beim besten Willen nicht mehr mitgehen…

      • @ Herr Dr. Blume :

        Nur ganz allgemein:
        „EiFrei“ hält ein sehr breites liberales Meinungssprektrum offen, einige dort klingen bspw. anarchistisch, „rechts“ und verschwörungstheoretisch, einige (wenige) dort könnten LINOs [1] sein.
        Allerdings ist Ihr Kommentatorenfreund locker und freut sich, wenn ein ausgezeichnetes nonkonformes liberales Angebot, wie das von Herrn Lichtschlag, bundesdeutsch und insbesondere die Deutschsprachigkeit meinend bereit steht.
        Ihr Kommentatorenfreund freut sich über alles, was als liberal mitgenommen werden kann.

        Thilo Sarrazin ist natürlich kein dezidierter Liberaler, sondern ein gemäßigter Sozialist („SPDler“, „Soz“), der sich regelmäßig zu tagesaktuellen, aber auch allgemein wichtigen politischen Themen exponiert, er ist insofern liberal, weil er die jetzigen bundesdeutschen schätzt und tapfer verteidigt sehen möchte.
        Er hat mal biologistisch danebengetreten, korrekt.
        Ischt er ‚Etatsist‘?

        MFG
        Dr. W (der Sie insofern gerne dort weiterhin tätig gesehen hätte, der Liberalismus deckt ja ein breites Spektrum ab, nur der Kollektivist hat dort gar nüscht zu suchen)

        [1]
        ‚liberal in name only‘

          • Könnten Sie mir noch maßgebliche Christ- oder Linksliberale bei eifrei benennen, @Webbaer? Wir wurden zunehmend weniger und rechtsgerichtete Hater immer mehr. Die Berufung von Thilo Sarrazin zeigt m.E. endgültig, dass es nicht mehr wirklich um Freiheit und Liberalismus geht. Und er wurde ja nicht „trotz“, sondern „wegen“ seiner antimuslimischen „Thesen“ berufen, lieferte ja auch gleich eine Kostprobe… :-/

            Da war bei mir das Maß voll…

          • @ Herr Dr. Blume :

            Es ist schon so, dass der Liberalismus nach „rechts“ offen ist, wenn Konservative gemeint sind, Konservative sind ja per se oder per definitionem heutzutage Leutz, die, aus welcher Perspektive auch immer, oft aus: christlicher, aber auch womöglich aus einem gewissen dumpfen Gewohnheitsdenken heraus, auch (soll heißen: in Teilen) liberal sind.
            Nicht aber kollektivistisch. [1]

            Im „Linken“, das ja immer kollektivistischer Bauart ist, wird’s schwierig, der „Linksliberale“ ist ja ein Oxymoron, es ist nicht möglich liberal/freiheitlich und zugleich kollektivistisch zu sein. [1]
            Insofern kann ein Soz nur im Liberalen eingebunden werden, wenn er ein Auge darauf hat, dass Gesellschaftssysteme das allgemeine Fortkommen meinen, auch das der unterschiedlichen Schichten -Opi W. und der hiesige Kommentatorenfreund denken wohl ganz ähnlich, wenn es im Liberalen um das Gemeinwohl und um den gesamtgesellschaftlichen Nutzen geht-, der Soz steht aber schon dem Liberalen entgegen und kann eigentlich nur im liberalen Sinne sozusagen pastoral eingebunden werden, wenn überhaupt, korrekt.

            Ischt schwierig, vielleicht ist Dr. Sarrazin gar kein Kollektivist und letztlich auch kein Soz?

            MFG
            Dr. W

            [1]
            ‚Kollektivistisch‘ geht halt nicht im Liberalen.
            Was aber geht, der Liberalismus ist ja nicht totalitär, sagt zu vielen Fragestellungen, die sich gesellschaftlich anbieten, exakt: nichts, ist, dass sich welche wertkonservativ oder wertprogressiv bekennen, der hier nur für Vergleichswecke herhalten müssende liberale Wertkonservative findet bspw. die Schwulenehe ganz schlimm und der liberale Wertprogressive will bspw. die Ehe für alle, auch mehrfach.
            Hierzu weiß der Liberale oder der Liberalismus nicht entscheidend anzumerken.
            Der beispielhaft Erstgenannte könnte dann rechtsliberal genannt werden, der Zweitgenannte linksliberal.
            Der Schreiber dieser Zeilen mag diese Unterscheidung nicht und nennt beide schlicht liberal.

          • Wie geschrieben, @Webbaer, teile auch ich den Respekt vor gewachsenen (d.h. evolvierten) Traditionen. Gerade „deshalb“ empören mich Formulierungen wie „optische Massenvernichtungswaffe“ für eine gewählte Kanzlerin bzw. „Schokokönig“ für einen gewählten Präsidenten! Das ist nie und nimmer liberal und auch nicht bürgerlich oder konservativ, sondern schlichtweg unanständig, respektlos und menschenverachtend. Es ist beschämend, für solche Tiraden die Werte von Freiheit und Tradition in Anspruch nehmen zu wollen…

  3. Pingback: Umleitung: „Verrückte Geschichte“, Planetentonschalen, „Presse“ und Ressentiments, das Gift des Terrors, Gewerkschaften, bumsfidele Bergleute und mehr. | zoom

  4. Es ist das erste Mal, dass ich von Ihnen lese.Ich kann nicht so geschickt und gewandt mit Worten und hochintelligenten Begriffen umgehen,wie wahrscheinlich viele der hier heimischen Kommentatoren. Ich kenne mich in der Politik nicht so aus, als dass ich elegant durch darüber stattfindende Konversationen gleiten könnte. Aber was ich hier lesen kann macht mir Angst. Denn wieder gewinnt das Dunkle. Die selbst ernannte Macht der bösen, verletzenden und arroganten Menschen. Die sich besser stellen. Warum auch immer. Menschen, die meinen die Welt über ihre verletzenden Worte und überhaupt keine rühmlichen Taten gestalten zu können.
    Herr Blume wir brauchen Menschen wie Sie. Die die Ansichten von uns stummen und wenig redegewandten Bürgern gegen den Rassismus, gegen die Lauten auch mit Lautstärke versehen. Ich hoffe, dass Sie Ihre Stimme trotzdem weiter einsetzen, denn Hoffnung brauchen wir Stummen.

    • Liebe(r) @U.Shaw,

      vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

      Freilich vermute ich, dass Sie Ihre eigene Bedeutung unterschätzen: Die Extremisten und Feinde der Freiheit behaupten seit jeher, für die „schweigende Mehrheit“ zu sprechen. Und sie werden immer wieder versuchen, die Republik zu beschädigen, gar zu zerstören.

      Ich denke, Reden ist nur ein kleiner Teil der Lösung. Wir werden unsere Demokratie und Freiheiten dadurch erhalten, dass wir sie leben – als Wählende, als Engagierte, als Menschen, die sich auch im Alltag gegen den Hass stellen.

      Die Extremisten waren und bleiben eine aggressive, laute Minderheit. Sie werden immer wieder verlieren – und können uns daran erinnern, was wertvoll an unserer Kultur und unserem Leben ist.

      Ihnen alles Gute und ein frohes 2016!

  5. Früher sah ich mich auch als ein Liberaler Kapitalist und sah darin die beste Wirtschaftsform.

    Durch Studium der Wirtschaftswunder Japans, Südkoreas, Singapurs, Chinas, Deutschlands (im Kaiserreich) und vor allem den USA. Habe ich doch gemerkt das Staaten sehr wohl ihre Industrie schützen müssen wenn sie vorwärts kommen wollen und die Macht des freien Marktes nichts bewirkt.

    Deswegen lese ich schon seit Jahren nicht eigentümlich frei mehr.

    • Mehr oder weniger alle Staaten dieser Welt „schützen“ ihre Industrie und andere Branchen. Die einen offen, die anderen geschickt verdeckt.

      Nur bei einem Bruchteil dieser Staaten funktioniert es aber. Warum? Weil der „Schutz“ von Industrien in Wirklichkeit nichts bewirkt außer einer internen Umverteilung von Ressourcen und Vermögen.

      Alle von Dir genannten Staaten zeichnen sich allerdings dadurch aus, daß sie einen vergleichsweise stabilen Rechtsrahmen bieten und so nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen. DAS ist die tatsächliche notwendige Bedingungen, um vorwärts zu kommen.

      Also: Bleib liberaler Kapitalist, das ist schon eine ganz vernünftige Position.

      • Nö, Hyundai und Toyota wären sicher keine Autogiganten geworden hätte man in Südkorea und Japan diese nicht geschützt. Am Anfang produzierten beide Firmen Konservendosen auf vier Rädern.

        • Warum sind dann nicht auch in anderen (Halb-)Entwicklungsländern internationale Erfolgsfirmen entstanden? Industriepolitik mit klarer Branchenförderung wie in Japan oder Südkorea haben seit den 60er Jahren praktisch alle Länder gemacht.

          Nein, das war und ist kein Erfolgsfaktor.

  6. Pingback: eigentümlich frei: Warum ich an Bord bleibe | PTB - PAPSTTREUERBLOG

    • Nun ist mein Beitrag, den ich hier einstellen wollt, bereits als Pingback angekommen. In der Tat verstehe ich, warum jemand bei der ef nicht veröffentlichen möchte – ich halte es dennoch für nicht hilfreich, die konkrete Argumentation im Zusammenhang mit Sarrazin noch weniger. Darum bleibe ich der ef als Leser und Autor treu, selbst wenn dort nicht alles Gold ist was glänzt (oder freiheitlich, was sich libertär nennt)

      • Lieber Felix, (@Papsttreuer)

        zu den erfreulichen Folgen von Freiheit gehört, dass jede(r) von uns selbst entscheiden darf, für wen und was er Arbeit und Namen einsetzt. Ich habe zu #eifrei so lange gehalten, wie ich davon ausgehen konnte, dass es hier wirklich um einen (gerne auch strittigen) Austausch zwischen Liberalen und Libertären verschiedenster Herkunft ginge. Doch mit den zunehmend rechtsextremen Suaden gegen Angela Merkel und das demokratische System sowie mit der Berufung von Thilo Sarrazin (SPD), der sich nicht einmal selbst als „liberal“ bezeichnen würde, hat die Redaktion gezeigt, wohin die Reise gehen soll. Hier werden m.E. die Begriffe von Liberalismus und Freiheit – sowie auch die Namen von Autoren wie Dir – ganz klar missbraucht.

        Du selbst bezeichnest Dich bzw. Deinen Blog als „papsttreu“. Nun hat Papst Franziskus erst vor wenigen Tagen sehr deutliche Worte zum Thema Flüchtlinge gefunden:

        „Papst Franziskus hat allen gedankt, die sich weltweit für Migranten und Flüchtlinge einsetzen. Er wolle denjenigen Trost spenden, „die auf der Flucht vor Elend oder Krieg allzu häufig unter unmenschlichen Bedingungen unterwegs sind und nicht selten ihr Leben riskieren“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag vor den Gläubigen in Rom. „Mögen all jene, Einzelne und Staaten, mit reichem Segen belohnt werden, die sich großherzig einsetzen, um den zahlreichen Migranten und Flüchtlingen beizustehen und sie aufzunehmen, und ihnen helfen, für sich und ihre Lieben eine würdige Zukunft aufzubauen.““
        http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/vatikan-papst-dankt-fluechtlingshelfern-in-der-welt-13984238.html

        Es steht Dir natürlich frei, die klaren Worte von Franziskus zu ignorieren und Dich weiterhin mit jenen gemein zu machen, die gegen Flüchtlinge hetzen und unsere gewählte Kanzlerin für ihre Bereitschaft zur Aufnahme nicht etwa segnen, sondern aufs Übelste beschimpfen (siehe oben – und Du weißt, das sind nur wenige Beispiele von immer mehr…). Die entsprechenden Widersprüche musst Du wohl mit Deinem Gewissen, Deinen Ansprüchen (christlich? papstteru?) und ggf. mit Gott ausmachen. Wir sind ja – Gott sei Dank – ein freies Land und also je selbst für unsere Taten und Unterlassungen verantwortlich.

        Dir alles Liebe und ein gesegnetes, neues Jahr (der Barmherzigkeit, laut Deinem Papst) – Michael

  7. Hallo Herr Blume, schade, dass Sie gehen. Ich gehöre (noch) nicht zu den Abonnenten von ef, lese aber in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder und habe ein positives Bild vom Medium. Wollen Sie sich das nicht noch mal überlegen? Ich teile viele Ihrer Ansichten nicht, so zu beispielsweise zu Herrn Sarrazin, meine aber, dass man Ihre Stimme hier benötigte. Sie weisen zu Recht darauf hin, dass man überall Korrektive benötigt und ein solches Korrektiv könnten Sie doch darstellen, wenn Sie eine Schieflage sehen. Bei Ihrer Suada müssen Sie m.E. aber berücksichtigen, dass a) einzelne Stimmen nicht das gesamte Anti-Merkel-Lager repräsentieren (Sie wissen wie wichtig es ist nicht zu verallgemeinern), b) Teile des durchaus sehr inhomogenen Anti-Merkel-Lagers aus Politik und Teilen der Medien auf übelste Weise ganz und gar undifferenziert beschimpft werden (weshalb sich u.U. auch die Frage nach dem Huhn und dem Ei stellt), c) eine Opposition im Geiste des Grundgesetzes nicht mehr existiert und d) wir in diesem Land ja nun unbestreitbar eine grauenhafte Erosion des Rechts in mannigfaltiger Weise erleben und erlebt haben und das auf einer Ebene, die Vorbildcharakter haben sollte. Ich bin alt genug und weiß um gesellschaftliche Schieflagen, aber eine solche Chuzpe im Umgang mit Gesetz und Verträgen wie in den letzten Jahren habe ich noch nicht erlebt und dafür ist die Regierungschefin nun einmal in mehrerlei Hinsicht verantwortlich .Ich bin deshalb noch keine „Deklinist“, ich verstehe aber gleichzeitig die teils durchaus übertriebene Kritik an dieser Kanzlerin. Das Land taumelt, schüttelt sich derzeit und sucht den Kompass. Das löst Eruptionen aus, die Sie teils mit Recht kritisieren, die sich aber wieder geben werden. Dieser gesamtgesellschaftliche Kontext, auch die Irrungen und Wirrungen spiegeln sich gleichzeitig auch in den Medien wider, die diese Gesellschaft beschreiben, das ist aus meiner Sicht normal. Bleiben Sie also an Bord und erheben Sie Ihre Stimme auch bei ef. Dieses Medium ist m.E. zu wichtig, um zu erodieren. Freundliche Grüße Markus Hartmann

    • Lieber Herr Hartmann,

      erlauben Sie mir zunächst den Hinweis, dass in einem Rechtsstaat ein „Rechtsbruch“ nicht durch selbsternannte (Online-)Tribunale, sondern durch ordentliche Gerichte festgestellt wird. Das Elend des deutschsprachigen Liberalismus zeigt sich wohl auch daran, dass selbst solche Grundlagen nicht mehr bekannt sind und beachtet werden.

      Angela Merkel hat angesichts eines humanitären Notstands auf Basis von Grundgesetz und Genfer Flüchtlingskonvention entschieden. Und sie hat davon die übergroße Mehrheit ihrer Regierung, des Parlaments und auch der CDU überzeugt. Wir mögen das – wie in einer Demokratie üblich – unterschiedlich bewerten.

      Was jedoch NICHT geht und weder liberal noch bürgerlich, konservativ oder auch nur anständig ist, sind persönliche und sexistische Angriffe. Eine Redaktion, die solche Beiträge wie von „C.W.“ freischaltet und sogar bezahlt, missbraucht jeden Begriff von Freiheit, Recht und Tradition. Das ist nicht mehr liberal oder libertär – das ist NPD-Jargon!

      Thilo Sarrazin (SPD) behauptet nicht einmal von sich selbst, liberal oder libertär zu sein. Seine einzige „Qualifikation“ für eifrei besteht offensichtlich in antimuslimischer Stimmungsmache. Auch dies ist ein Missbrauch des Liberalismus.

      Ein „Korrektiv“ wäre ich gerne gewesen, als „Feigenblatt“ für geldgeilen Extremismus stehe ich nicht zur Verfügung. Ob Sie dabei mitmachen, bleibt Ihre Entscheidung.

      Herzliche Grüße, ein frohes 2016!

      • Lieber Herr Blume,

        „geldgeiler Extremismus“, „NPD-Jargon“ , „antimuslimische Stimmungsmache“ sind ja nun auch keine Vokabeln, die ich ad hoc mit einem liberalen Geist verknüpfen würde, von einer wie ich finde inakzeptablen Verkürzung der Argumente in der gegenwärtigen Diskussion und einer unangemessen pauschalisierenden Ausdrucksweise mal ganz abgesehen. Frau Merkel hat auch keineswegs „auf Basis des Grundgesetzes“ gehandelt, im Gegenteil, das ist u.a. das was man ihr vorwirft, ganz abgesehen davon, dass die jetzt bestehenden und lange vorher bekannten Probleme (die Dienste haben seit zwei Jahren auf die Flüchtlingswelle hingewiesen und nichts ist geschehen) ja hausgemacht sind und nun bei den nachgeordneten Stellen abgeladen werden, die schauen können wie sie klar kommen. Von einer pflichtbewussten Kanzlerin erwarte ich anderes als wolkige Erklärungen à la „wir schaffen das“, vor allem erwarte ich ein von vornherein klar umrissenes Krisenmanagement, an dem es nach wie vor fehlt. Man kann darüber streiten, ob es aus humanitären Gründen gerechtfertigt sein kann, hunderttausende Flüchtlinge ins Land zu lassen, von denen viel mit unbekanntem Ziel im Land unterwegs sind, aber zu sagen, diese Handlungsweise stünde in Einklang mit dem Grundgesetz ist leider völlig falsch. Dito die Entwicklung in der Eurokrise. Man bestreitet doch in Berlin gar nicht mehr, dass beispielsweise die no-bail-out-Klausel gebrochen wurde, obwohl sie als Garant dafür dienen sollte, dass man in Deutschland auf die D-Mark verzichtete. Ich denke nicht, dass ich Ihnen die fettgedruckten Versprechen der CDU etwa anno 199 noch einmal vorlegen muss. Um festzustellen, dass damit Recht gebrochen wurde, benötige ich kein rechtskräftiges Gerichtsurteil oder sehen Sie das anders? Mit der gleichen Berechtigung könnte ich sagen, Sie werfen anderen zu Unrecht diskriminierendes , antimuslimisches und sexistisches Verhalten vor, weil die betreffenden Herrschaften weder zivil- noch strafrechtlich verurteilt sind. Sie sehen selbst, dass da etwas klemmt, Mir drängt sich allmählich der Eindruck auf, dass Sie den Begriff liberal doch etwas zu sehr verengen, was ein Widerspruch in sich selbst ist. Ich sehe aber, dass Ihr Entschluss steht und nach Ihrer jetzigen Replik kann ich ihn auch nachvollziehen, die Schnittstellen sind in der Tat nicht (mehr) existent.. Machen Sie es also gut. Herzliche Grüße und Ihnen ebenfalls ein schönes Jahr 2016 in liberaler Tradition. Ihr Markus Hartmann

        • Lieber Herr Hartmann,

          Sie sehen den Unterschied: Illiberale Geister drücken Urteile aus und träumen von der Aburteilung Andersdenkender (z.B. unserer gewählten Kanzlerin). Liberale Geister äußern klar ihre Meinung, lassen aber auch andere stehen. So finde ich den neurechten Kurs von #eifrei widerlich, würde mich aber gegen jedes Verbot o.ä. aussprechen. Wer so austeilt wie diese angeblichen „Liberalen“ muss jedoch auch Widerworte ertragen. Meine Toleranzgrenze ist weit, aber nicht endlos – zumal uns „Gutmenschen“ doch oft genug „Kuschelpädagogik“ vorgeworfen wurde! 😉

          Und, ja, mein Entschluss steht fest – als Feigenblatt für braune Autoritäre stehe ich nicht zur Verfügung…

          Herzlichst, Ihr Michael Blume

      • „… erlauben Sie mir zunächst den Hinweis, dass in einem Rechtsstaat ein „Rechtsbruch“ nicht durch selbsternannte (Online-)Tribunale, sondern durch ordentliche Gerichte festgestellt wird.“
        Ich erlaube dies nicht, denn dies ist nicht, obschon es den Anschein erweckt, der Hinweis auf einen unhinterfragbaren Fakt, sondern bloß Ihre Fantasie. Und dies ist genau Ihr Problem, Herr Blume: Sie sind nicht liberal, Sie sind ein Demokrat.
        In Deutschland gibt es tatsächlich weder ordentliche Gerichte noch rechtmäßige, sondern nur monopolistische staatliche Gerichtsbarkeit „im Namen des Volkes“; eine Anmaßung, die wohl kaum zutrifft und auch keine Rechtsbasis wäre. Und deren Offline-Tribunale sind nun keineswegs besser, nur weil sie offline sind. (Und die von Ihnen angesprochen Online-Tribunale äußern bloß Meinungen, während die Offline-Tribunale ihres etatistisch-demokratischen Gustos – ebenso bloße Meinung – mit Gewalt durchsetzen. Das ist ein nicht nur moralischer Unterschied!)
        Ein Rechtsbruch ist ein Bruch des Rechts. Und Recht gilt es zu finden und nicht zu erfinden – Ihr Rechtspositivismus geht völlig fehl und ist Diktatur. Es ist die real-existierende Diktatur demokratischer Willkür mit einer Millionen Vorschriften in Deutschland, die anmaßend und gnostisch eine „demokratische Legitimation“ fantasieren.
        Unter einem Rechtsstaat nun versteht man einen an das Recht gebundenen Staat. Wie soll das gehen? Hat man einen Staat, dann hat man (zunehmende) Staatsräson – und die ist immer rechtsverletzend. Und wenn nun der „Staat“, demokratisch okkupiert, auch noch selbst bestimmt, was Recht sei – nichts anderes sagen Sie ja selbst -, dann ist dies eine politische Selbstermächtigung und argumentativ schlicht und bloß selbstreferentiell, also völlig untauglich. So geht das nicht. Eine rechtmäßige Ordnung sieht anders aus.

        • Lieber @Stefan S.,

          vielleicht wird es Sie überraschen, doch teilweise kann ich Ihnen sogar zustimmen!

          Denn „jedes“ Recht und „jede“ Rechtsordnung beruft sich auf geglaubte Wahrheiten – das gilt auch für Annahmen des Liberalismus (wie den unbedingten Wert des Einzelnen und das Recht auf Eigentum) wie auch für Annahmen der Demokratie (wie Annahmen zu Mehrheitsentscheidungen und Gewaltenteilung) und des Nationalstaates (wie Staatsgrenzen und mythologische Nationalvölker). Die von Ihnen gewünschte „Rechtsordnung“ ist also ebenso fantastisch wie jede andere. Wenn Sie schreiben, es gelte „Recht zu finden und nicht zu erfinden“, so steht dies analog neben dem Aufruf „die göttliche Wahrheit zu erkennen statt menschlichen Konstruktionen“, vgl. dazu aktuell Harari:
          http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ohne-geschichten-religionen-recht-staaten/

          Unsere Wege trennen sich da, wo Sie für sich und Ihresgleichen absolute („gnostisch offenbar gewordene“) Wahrheiten beanspruchen und Andersdenkende wie mich der „demokratischen Diktatur“ beschimpfen. Tatsächlich trägt das Internet leider dazu bei, dass sich Menschen wie Sie – darunter auch „Rechtslibertäre“ auf #eifrei – zunehmend gegenseitig radikalisieren und davon fantasieren, die bestehende, freiheitlich-demokratische Grundordnung zu stürzen.

          Ich plädiere sehr klar und evolutionär dafür, 1. erst einmal fair zu bewerten, was sich bewährt hat. Auch unsere Gesellschafts- und Rechtsordnung wird nie fehlerfrei sein, doch hat sie weit bessere Resultate hervorgebracht als jede andere Ordnung zuvor. 2. Weil weder liberale noch demokratische o.a. Werte empirisch „beweisbar“ sind, ist statt Radikalisierung der ernsthafte Dialog angesagt: Evolutionäre Reformen statt gewaltförmige Revolutionen. Und 3. Gerade auch Beispiele wie Polen zeigen, dass „rechtslibertäre“ Bewegungen eben nicht zu mehr Freiheiten führen, sondern zu autoritären und hochgerüsteten Staaten. Aus Ängsten entstehen keine echten Freiheitsbewegungen. Darüber hatte ich z.B. bei #eifrei geschrieben, aber wie sich von Woche zu Woche eindrücklicher zeigt, schlittern wachsende Teile der Autoren- und Leserschaft bereits immer tiefer in den brodelnd-braunen Sumpf… :-/

          • Sehr geehrter Herr Blume,

            Wegen grober Trollerei gekürzt, M.B
            […]Wahr ist: Ich bin schon seit vielen Jahren „radikal“ und gehe den Dingen auf den Grund, versuche die Wurzeln des gegenwärtigen Übels freizulegen. […] Die real-existierende national-sozialistische staatsokkuppierende deutsche demokratische Republik ist in allen Bereichen wesentlicher Lebensvollzüge und lebenswirklich-wesentlicher Solidarität staatsmonopolistisch. Dies ist intellektuell redlich unbestreitbar. Es ist Fakt. Sie verteidigen das und wollen dennoch als liberal wahrgenommen werden? […] Und die Demokratie ist auch keine Ordnung, sie ist (bestenfalls völkische) Willkür. Die Demokratie hat keine Legitimation. Es ist daher kein Wunder, daß sie sich materiell außerordentlich exploriert, um sich zu beweisen. […]

          • Lieber @Stefan S.,

            intellektuell und wissenschaftlich (v.a. psychologisch) finde ich es immer wieder interessant zu sehen, wie sich auch kluge Menschen durch die Umwertung und Umwidmung von Begriffen in eine hermetisch abgeriegelte, eigene Realität „einspinnen“. Das Internet hat den Resonanzraum für solche gnostischen Gedankenspiele noch einmal erheblich verstärkt – ob Sie nun je an Sozialismen (wie hier z.B. @Horst), Außerirdische, Anarcholibertarismus o.ä. glauben. Der Internet-Fachausdruck für solche Menschen ist übrigens der „Crank“, leider verhalten sie sich oft als „Trolle“ (d.h. als Diskussionen über Gebühr dominierende und störende Akteure). Eine ausführlichere Darstellung und gerne auch Diskussion des Themas finden Sie hier:
            http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/trollkunde-sockenpuppen-cranks-und-hater/

            Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass meine Zeit hier begrenzt ist und ich also „Trolle nicht füttere“, also Störungen und Provokationen ignoriere oder lösche. Nur so lässt sich ein konstruktives Niveau auf NdG halten. Wenn Sie es also schaffen, ein konstruktives und nicht allzu ausuferndes Diskussionsverhalten zu entwickeln, sind Sie hier weiter willkommen. Polemische Rundumschläge wie gerade eben („national-sozialistische Republik“ und anderen, unterirdischen Schwachsinn) können Sie uns beiden jedoch zukünftig ersparen – solches schalte ich nicht frei, denn NdG ist keine Klowand, sondern ein religionswissenschaftlicher Blog.

            Ihnen alles Gute, möge Sie #eifrei nicht crank-haft verführen… 😉

  8. Lieber Herr Blume,

    in der Tat, ich sehe den Unterschied und unterstütze ausdrücklich Ihren nach den Beiträgen allerdings eher etwas theoretisch anmutenden Ansatz, dass liberale Geister ihre Meinung klar äußerten, aber auch andere Meinungen stehen ließen. Auf der Reise, auf der Sie sich aktuell befinden, kann ich Sie aber auch gedanklich nicht begleiten, das ist mir dann doch ein Touch zu viel Liberalismus :-). Machen Sie es gut!

    Herzlichst Ihr Markus Hartmann

    • Lieber Herr Hartmann,

      ja, der Liberalismus ist nunmal keine beliebige Weltanschauung, sondern ziemlich anspruchsvoll. Ich denke aber, wir haben ihm so viel zu verdanken, dass wir ihn weder rechts- noch linksextremen Demagogen überlassen sollten.

      Ihnen alles Gute auf Ihrer Reise – lassen Sie sich vor lauter Fremdenfurcht bitte nicht ins Braune verführen, das wäre schade. 🙂

      Herzlichst Ihr Michael Blume

  9. Kluge Geister über die Grenzen der Toleranz:

    „Weniger bekannt ist das Paradox der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ (Karl Popper, Flaschenpost 1944)

    Bis hierher kluger Kommentar, dann aber doch wieder die üblichen, islam- und menschenfeindlichen Verschwörungstheorien. Vergessen Sie’s: Nicht auf meinem Blog. Weil Popper Recht hatte, gebe ich Ihrer Intoleranz hier keinen Raum. Gute Besserung! M.B.

    • Meines Wissens – nein. Und der Beitrag von Thilo Sarrazin besteht denn auch in einer (weiteren) Abwertung von Angela Merkel, Flüchtlingen und – besonders – Muslimen.

      Offensichtlich reicht das in einigen Kreisen inzwischen aus, um als „liberal“ durchzugehen. Meines Erachtens stellt dies jedoch eine völlige Verdrehung des Liberalismus dar, einen (politisch, kaufmännisch oder beides) motivierten Missbrauch dieser großen Tradition.

      Nun ja, auch Pegida hat ja inzwischen eine „geistig anspruchsvolle“ Hymne, nachdem es mit den Weihnachtsliedern nicht so geklappt hat…

      #WennTraditionenmissbrauchtwerden

      • Thilo Sarrazin ist jedenfalls von liberaler Seite, auch bei „EiFrei“, seinerzeit [1] angekreidet worden, dass seine Problemlösungsvorschläge zutiefst sozialdemokratisch seien.
        Insofern die Frage. (Ansonsten geht Herr Dr. Sarrazin mit dem Herrschaftssystem Islam noch sehr milde um, wie einige meinen, aber das soll hier ausgeklammert bleiben, Herr Dr. Blume.)

        MFG
        Dr. W

        [1]
        das Buch „D schafft sich ab“ ist gemeint

  10. Ich kenne eigentümlich frei nicht. Ich finde aber man sollte jeder Hetze aus dem Weg gehen. Wenn man will ist Hetze sozusagen kollektivistisch, nach dem krabbenkorbprinzip (das muss man jetzt nicht unbedingt verstehen) und somit eigentlich immer destruktiv und lähmend. Hetze hat in meinen Augen nicht einen Funken Positives an sich. Allerdings sollte man dann auch konsequenterweise Zeitungen, allen voran überregionale Blätter mit vielen Bildern meiden. In den meisten Zeitungen wird hehetzt, manchmal nur so subtil, dass man es nicht merkt.

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  13. @Martin Holzherr

    Sie legen den Finger in die Wunde , der Liberalismus selber ist an vielen Stellen in der Krise oder schlicht nicht mehr erkennbar .Mit dem Ergebnis , daß der Konformismus fröhliche Urständ feiert , allerdings nicht dort , wo ihn die Verweser des Liberalismus , also die Neoliberalen , verorten.
    Eine Parallele zu den 20er und 30er-Jahren , wie so vieles andere.

  14. Hallo Dr. Blume,

    zunächst einmal: frohes Neues Jahr und eine gesegnete Rest-Weihnachtszeit!

    es ist schade, daß Sie nicht mehr dabei sind und daß Frank Schäffler ebenfalls nicht mehr dabei ist – schade um EiFrei.

    Ja, Angst ist die Wunderwaffe aller Freiheitsfeinde. Das interessante an der augenblicklichen Situation ist aber, daß die „Angst vor den Flüchtlingen“ (die größtenteils selber Angst vor Islamisten haben, und genau vor diese fliehen) oder die „Angst vor dem Islam“ (womit die Ideologie an sich gemeint ist, und nicht etwa jeder einzelne Muslim) sich gegen die Politik der Regierung richten – obwohl Frau Merkel es doch in all den Jahren zuvor immer wieder geschafft hat, jegliche Ängste für sich zu instrumentalisieren und selbst „Untergangsszenarien“ zu schüren.

    Die Angst vor der „Islamisierung des Abendlandes“ mag irrational sein (wenn Zustände, für die der Al-Tahir-Platz zu Zeiten der Muslim-Bruderschaft berüchtigt war, plötzlich auch auf der Kölner Domplatte zu erleben sind, kann der eine oder andere schon Angst bekommen, aber das ist in erster Linie ein episches Versagen des Rechtsstaates) aber genauso irrational sind doch auch:
    – die Angst vor Atomen (Frau Merkel setzt sich über die rechtsstaatlich zustande gekommene Laufzeitverlängerung hinweg und enteignet die Kraftwerksbeteiber mal eben auf dem „kleinen Dienstweg“)
    – die Angst vor Genen (in Deutschland dürfen keine Zuchtmethoden getestet werden, die jünger sind als die „Mutationszüchtung“ der 50er)
    – die Angst vor der Verschiedenheit der europäischen Nationen („Scheitert der Euro, scheitert Europa“, über die Verträge von Maastricht wird sich „alternativlos“ hinweggesetzt)
    – die Angst vor dem Klimawandel (als ob sich das Klima seit der Eiszeit nie gewandelt hätte)
    – die Angst vor minimal-invasivem Bergbau („Fracking“ war in Deutschland jahrzehntelang kein Thema, bis eines Tages ein unsachliches Propagandavideo die Runde machte)

    Gerade, weil ich mich ebenfalls als „christlich-liberal“ verstehe, und weil die Geschichte von Noah und dem Regenbogen Grund genug sein sollte für Hoffnung und Optimismus für die nächsten paar Jahrtausende, bereitet es mir Sorge, wie oft immer noch mit Angst Politik gemacht wird. Ähnlich wie bei Harry Potter und den Dementoren („Der Gefangene von Azkaban“) ist es die Angst an sich, die mir Angst macht.

    Ich habe weniger Angst vor der Zukunft, als davor, daß die Zukunft ohne mich, ohne meine Familie, ohne Deutschland stattfinden wird. Wenn ich nach Indien, Hongkong oder Australien hätte auswandern wollen, hätte ich das besser schon mit Mitte 20 gemacht.

    • Tatsächlich ist das ein Thema, das mich schon länger bewegt, @Störk – Angst und der Umgang damit spielt in Politik und Religion(en) eine enorme Rolle. Hier auf dem Blog hatte ich ja auch mal ausführlicher über die Angstbotschaft meiner Kindheit – das Waldsterben – geschrieben, leider ohne viel Resonanz.

      Derzeit decke ich mich mit Forschungsliteratur zum Thema Angst ein und überlege, dazu mehr zu machen.

      Auch Ihnen ein frohes, neues 2016!

      • Fürchtet euch nicht, sprach der Engel. Mir wird in letzter Zeit immer häufiger bewußt, wie viele Dinge, die wir in Deutschland heute als selbstverständlich betrachten, in früheren Zeiten als Utopie gegolten hätten – im Vergleich zum Imperium Romanum oder zur Zeit der „rechtgeleiteten Kalifen“ sind wir schon sehr nah dran am „Reich Gottes“. Eine kleine Anekdote: im vorletzten Herbst hatte ich mal wieder einen Kunden in meiner Tour, den die Einsatzsteuerung am Vortag nicht erreicht hatte. Ich rufe also bei dem Herrn Ingenieur zuhause an, daß ich seinen Laptop reparieren will und in ca. 30 min vor Ort wäre. Die junge Dame am anderen Ende antwortet „äh, ich bin die Tochter“. Darauf ich „Könnten Sie meine Händinummer aufschreiben und Ihren Vater bitten, mich zurückzurufen?“ Kurz darauf bekomme ich einen Rückruf von der Tochter, ich könne kommen, der Laptop ist da. Eine halbe Stunde später öffnet die Tochter mir die Haustür – ein zierliches, ca. 14jähriges Mädchen. Es war der letzte Freitag der Herbstferien, sie hatte schulfrei und war allein zuhaus. Ich reparierte den Laptop, während sie im Nebenzimmer fernsah, und als ich ging, waren alle zufrieden: ich hatte meinen Job erledigt, der Kunde hatte wieder einen funktionierenden PC, und die Tochter hatte ihr Fernsehprogramm nur kurz unterbrechen müssen.

        Wäre ich ein gewalttätiger Krimineller, ich hätte in dem Haus alles mögliche anstellen können. Der Kunde und seine Tochter haben mir einen enormen Vertrauensvorschuß entgegengebracht, nur weil ich (um drei Ecken) für die Firma arbeite, die seinen Laptop produziert hat. Diese Kultur des Vertrauens ist für unsere moderne, arbeitsteilige Gesellschaft lebenswichtig. Aber sie ist alles andere als selbstverständlich.

    • Zitat: „Angst, daß die Zukunft ohne mich, ohne meine Familie, ohne Deutschland stattfinden wird.“
      Gen- und Atomangst finden sie auch bei vielen Besserverdienenden (und Besseressern) in den USA. Zwar ist dort Genfood erlaubt, aber es gibt auch dort eine Schicht von Besserverdienenden, meist durchaus Gebildeten, die sich vor gewissen Errungenschaften der Technologie fürchten und die bereit sind mehr zu zahlen für vermeintlich gesündere gentechnikfreie Bioprodukte oder die die Atomangst des durchschnittlich deutschen Angst- und Wohlstandsbürgers teilen und die auch gegen Fracking sind, obwohl die USA in dieser Technologie führen sind.
      Insoweit ist ihre Vision vom Auswandern nach Indien, Hongkong oder Australien gerechtfertigt. In die USA müssen sie jedenfalls nicht auswandern.

      Allerdings kann man nicht alle Ängste auf die gleiche Stufe stellen, Ängste vor der Islamisierung, den Flüchtlingen, vor dem Klimawandel, vor AKW’s und Genfood haben verschiedene Wurzeln.
      Ich würde verschieden Kategorien schaffen.
      1. Berechtigte Ängste, die aber bei vielen übersteigert werden. Dazu zähle ich die Angst vor AKW’s, denn schliesslich gab es schon einige ernste Unfälle. Wer aber den Weltuntergang wegen AKW’s an die Wand malt, der hat die Proportionen verloren. Die Atomenergie hat im Vergleich mit anderen Energien die wenigsten Todes- und Krankheitsfälle zu verzeichnen.
      2. Soziale Ängste wie die Angst vor Überfremdung. Diese Ängste und damit verbundene Ablehnungshaltungen bis zu Hass haben eine biologische und geschichtliche Grundlage. Sie finden sich bei Muslimen genauso wie bei Westlern oder bei Hindus, ja sie finden sich bei allen Gesellschaften.
      3. Ängste, die eine ideologischen Ursprung haben, die eine Technologie ohne Schadenspotenzial verteufeln. Dazu gehört die Angst vor Genfood. Genfood-Pflanzen unterscheidet sich prinzipiell nicht von andersartig gezüchteten Pflanzen. Wer etwas anderes behauptet ist meist sehr weit weg von den naturwissenschaftlichen Grundlagne.
      4. Angst vor der Zukunft und den Veränderungen, die der Mensch verursacht. Dazu gehört die Angst vor dem Klimawandel. Der Mensch verursacht den Klimawandel. Doch wie erst die Folgen sind ist schwierig zu sagen. Zudem kann der Mensch den Klimawandel durchaus stoppen, indem er zu einer postfossilen Gesellschaft übergeht. Wenn immer wieder behauptet wird, dazu müssten alle Konsumverzicht üben und im Büsserhemd durch die Welt gehen, dann wird der Klimawandel benutzt um Schuldgefühle zu erzeugen und das moderne Leben in Frage zu stellen. Hier werden verschiedene Ebenen vermischt.

      Insgesamt geht es bei Ängsten sehr stark um die Bereitschaft zu Veränderungen. Gerade in Wohlstandsgesellschaften ist diese Bereitschaft nicht mehr so gross. Jede Veränderung führt potenziell zu einem Verlust – und muss deswegen vermieden werden.

      • @Holzherr,
        zu punkt 4.
        „Angst vor der Zukunft“ ist sicher die häufigste Angst, man fürchtet sich ja nicht vor dem, was bereits passiert ist, sondern immer vor dem, was passieren „könnte“. Die These „Der Mensch kann den Klimawandel stoppen“ halte ich aber für gewagt – Der Mensch, der das könnte, ist mir nämlich noch nicht begegnet. Ich weiß auch nicht, welcher Mensch das sein könnte, ich bin mir nur ziemlich sicher, daß es weder Al Gore, noch Barack Obama, noch Angela Merkel ist. 😉 Also, Deiche bauen statt Windräder! Schließlich wollen weder China noch Indien komplett auf Kohlestrom verzichten.

  15. merkwürdig engherzig intollerant, empfehle für den DOM in Paderborn zu schreiben.
    Da wird die Welt auch geschönt auf Teufel komm raus

    • @Elisabeth

      Freut mich, dass Sie sich für Toleranz (mit einem „l“) einsetzen!

      Möglicherweise werden Sie ja auch eines Tages akzeptieren, dass Medienanbieter unterschiedliche Auffassungen haben dürfen. So hat sich hier beispielsweise noch niemand beschwert, warum ich nicht über die Hunderte Angriffe auf Flüchtlingsheime oder die Hogesa-Ausschreitungen in Köln gebloggt habe. Sie wollen das auch gar nicht lesen, stimmt’s?

      In Ungarn, Polen, der Türkei und Russland können Sie ja besichtigen, was Nationalisten mit der Pressefreiheit und -vielfalt anfangen. Ich persönlich nehme mir die Freiheit, meinem Blog zu gestalten, wie ich möchte. Das könnten Sie doch tolerieren, oder? 🙂

  16. Und die Pressefreiheit in Deutschland die gibt es noch ?
    Oder glauben Sie noch an den W.mann ?
    Wie immer alles in die rechte Ecke schieben, irgendwie wird Ihre Argumentation fade.

    • Ach, @Paul bzw. @Herr Herr – es bringt nichts, wenn Sie sich immer wieder unter anderen Namen anmelden – ich sehe unter anderem Ihre IP-Adresse. Aber es zeigt sehr schön, wie sehr es einige doch besonders Aufrichtige im Vergleich zu uns „demokratischen Gutmenschen“ mit der Wahrheit halten…

      Auch mit der Kenntnis von Rechten scheint es unter Rechten oft nicht weit her zu sein. „Pressefreiheit“ bedeutet, dass sowohl #eifrei wie auch z.B. mein Blog erscheinen können – und zwar mit den je selbstgewählten Inhalten.

      Claudia Roth kann also nicht einklagen, bei #eifrei publizieren zu dürfen, Sie können es nicht bei mir – und ob ich bei #eifrei schreibe, bleibt erst Recht meine Entscheidung. Hier ist also jede Pressefreiheit gewahrt – im Gegensatz z.B. zu Polen, Ungarn, der Türkei und anderen neu-nationalistischen Regimen…

      Nach dieser freundlichen Nachhilfe in Rechtskunde Ihnen und all Ihren Klonen also alles Gute, gerne anderswo! 🙂

      • Wenn ich mich noch einmal zu Wort melden darf, da ich diesen Kommentar gerade zufällig als letzten las:

        Ich denke nicht, dass dies ihr Blog ist und das auch in (offiziell/gesetzgeberischer) rechtlicher Hinsicht. Allerdings ohne dies vorher recherchiert zuhaben. Wie schon einmal angedeutet, glaube ich, dass sie weder Eigentum noch ausschließlichkeitsrechte an diesem Blog bzw. der kommentarfunktion haben. An ihren Texten (rein gesetzgeberisch, nicht jedoch ideologisch) schon, am Rest der Seite nicht.

        Mfg

        • Ja, für spezialisierte Anwälte wäre das Ganze ggf. ein faszinierender Präzedenzfall. 🙂 Aber da mir (nun schon seit vielen Jahren) niemand Eigentum an den Texten und Verwaltungsfunktionen streitig macht, sehe ich keinen Bedarf zum Gang vor das BVerfG! 🙂

          Nun ist aber auch mal gut & die Debatte geschlossen. Allen ein frohes 2016!

          • Herr Blume,

            als Eigentümer der Domain „scilogs.de“ könnte der Verlag Spektrum der Wissenschaft Sie prinzipiell vor die Tür setzen – würde das aber wohl nur bei strafrechtlich relevantem Fehlverhalten tun. Insofern übern Sie ihr Hausrecht hier weniger als Eigentümer, denn als Besitzer aus – genau wie meine Frau und ich in unserer Mietwohnung.

          • Amen (wobei ich die Rechtsauffassung vertrete, dass die produzierten Texte mein Eigentum sind und bleiben), danke und alles Gute in die Runde! 🙂

  17. Sehr geehrter Herr Dr, Blume

    nachdem ich bei Ihrer Email Adresse leider nicht durchkomme, wende ich mich von dieser Seite mit folgendem Anliegen an Sie:

    Ich arbeite an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Universität Wien, organisiere u.a. seit 10 Jahren die interdisziplinär konzipierte „Wiener Frühjahrstagung für Forensischen Psychiatrie“ und gebe die Buchreihe „Wiener Schriften für Forensische Psychiatrie“ in der Medizinisches Verlagsgesellschaft Berlin heraus.

    Die Frühjahrstagung behandelte jedes Jahr ein Thema aus interdisziplinärer Sicht. 2016 wird aus gegebenen Anlass das Thema „Terrorismus und Radikalisierung“ behandelt werden. Ich möchte Sie daher herzlich einladen, zu uns nach Wien zu kommen, um einen Vortrag zum Thema „Religiöser Fundamentalismus und die ideologischen Wurzeln des islamistischen Terrorismus“ zu halten. Das ist als provisorischer Titel anzusehen, Sie können ihn natürlich nach eigenem Belieben ändern. Weitere Referenten, die ich einladen werde, sind z.B. Peter Waldmann, Peter Fuchs oder Ahmad Mansour und aus der Riege der forensischen Psychiatrie Norbert Nedopil, Andreas Marneros, Reinhard Haller, Heidi Kastner etc. Jeder Vortrag solle eine halbe Stunde dauern. Geplant ist, dass die Beiträge in der „Wiener Schriftenreihe“ erscheinen sollen.

    Die Tagung findet am Freitag, dem 20.5. 2016 im Allgemeinen Krankenhaus Wien statt. Üblicherweise kommen zwischen 300 und 500 Zuhörer. Beschlossen wird der Tag mit einem Referentenessen, das weitere Möglichkeiten zum Gedankenaustausch geben soll. Die Reise- und Aufenthaltskosten werden selbstverständlich von den Veranstaltern übernommen.

    Es würde mich sehr freuen, wenn Sie Zeit und Lust hätten zu uns nach Wien zu kommen! Anbei finden Sie die Liste der Referentinnen – okay, schicke sie Ihnen, wenn Sie mir auf meine Emailadresse antworten ;-).

    Mit besten Grüßen,

    Ihr

    Thomas Stompe

    Univ.-Prof. Dr. Thomas Stompe

    Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

    Medizinische Universität Wien

    A-1090 Währinger Gürtel 18-20

    Tel: +43 1 40400 35470

    thomas.stompe@meduniwien.ac.at

  18. Angela Merkel, Ruprecht Polenz(!!) christlich liberal?
    Nun gut, ich bin kein Fan von eigentümlich-frei, ist für mich inzwischen auch nichts weiter als PI light.

    Aber wer solche Figuren wie Angela Merkel, Christian Wulff oder gar Ruprecht Polenz als Vertreter eines christlich-liberalen Lagers bezeichnet, der lügt in meinen Augen entweder bewusst oder hat eine mehr als nur seltsame Vorstellung von Liberalismus und Christentum. Verzeihung.

    Ich verorte Sie, nicht erst seit diesem Beitrag, viel eher links der Mitte als im liberalen Spektrum. Jemand, der definitiv mit vielen linken Ideen sympathisiert oder diese zumindest, vermeintlich im Namen der Freiheit, akzeptiert, jedoch keine Scheu davor hat, sich jederzeit (mehr oder weniger) indirekt von „rechts“, bzw. von dem was die Allgemeinheit dafür hält, zu distanzieren.
    Um es zusammenzufassen: ein typischer Anhänger der „modernen“ CDU, die mit der Idee ihrer Gründungsväter absolut nichts mehr gemeinsam hat.

    Genau diese typischen Anhänger sind übrigens auch der Grund, weshalb die CDU als Volkspartei langsam aber sicher ausgedient hat. Die destratöse Politik einer Frau Dr. Merkel, mit der sie bereits mehr als einmal geltendes Recht gebrochen hat, ist eben nicht das, was sich christlich-liberale (oder auch rechtstreue) Wähler wünschen. Gleichzeitig decken sich die fragwürdigen Ansichten von (christlich)-linken Parteifreunden wie Ihnen nicht mit denen der meisten (echten) Christdemokraten, zu denen ich mich auch zähle. Wir wurden von Euch bereits vor Jahren in die politische Heimatlosigkeit verbannt. Ich tröste mich damit, dass Euch bald dasselbe Schicksal ereilen wird. Nur mit dem Unterschied, dass Ihr Euch selbst ins Aus befördert 🙂

    Ich wünsche einen angenehmen Abend

    • Lieber @Helmut,

      das Denken in Feindbildern kann ich psychologisch verstehen. Neu ist es aber nicht: Schon Norbert Blüm wurde als „Herz-Jesu-Marxist“ verspottet, die CSU führt das S wie Sozial sogar im Namen.

      Tatsächlich kam bis in die 90er Jahre die kollektivistische „Systemkritik“ von links, der Sozialismus galt als „Alternative“. Ich kann mich noch gut erinnern, als Vorsitzender der lokalen Jungen Union als „rechts“ und „Faschist“ beschimpft worden zu sein, samt einem bedrohlichen „Hausbesuch“ von Linksautonomen.

      Der Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus und der erkennbare Bankrott dieses Kollektivismus führten zu einer kurzen Blüte des Liberalismus (und leider auch eines nicht-evolutionären Marktradikalismus) – gefolgt von einer Neuorganisation der Querfront.

      Nun steht die kollektivistische „Alternative“ eben mal wieder Rechts und von Gauland und Höcke bis zu Le Pen und Trump werden „das System“ und „die Eliten&“ inklusive Menschenrechten und Marktwirtschaft, möglichst offenen Grenzen, Dialog und Handel national(-sozialistisch) attackiert.

      Und, klar, selbstverständlich bin ich aus dieser Perspektive dann nun eben „links“ und habe z.B. von Nürnberg 2.0 auch schon die drohende Ankündigung künftiger Gewalt erhalten. Roter und brauner Kollektivismus bleiben sich in Gestalt und Scheitern ähnlich. (Das gilt übrigens auch für die verkrachten Familienverhältnisse der Möchtegern-Sauberleute der AfD.)

      Nun, ich bleibe weiter bei meinem inneren Kompass: Der Wertschätzung von bewährten Religion(en) und Traditionen einerseits, der unbedingten Verteidigung der liberalen Freiheitsrechte andererseits. Gerne auch gegen die rot-braune Querfront. 🙂

  19. Pingback: Die Protokolle der Weisen von Zion im baden-württembergischen Landtag › Natur des Glaubens › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  20. Sehr geehrter Herr Dr. Blume,

    als christlich und dabei liberal betrachte ich mich auch, was kein Widerspruch ist, wenn man beachtet, dass Gott uns die Freiheit gelassen hat, uns zu entscheiden, sogar gegen IHN, wenn wir das wollen. Die Konsequenzen müssen wir dann aber tragen, und dafür ist es eminent wichtig, sie überhaupt zu KENNEN. Wer aber nicht glaubt, glaubt leider meist, sich darüber hinwegsetzen zu können. Das kann er sicherlich, aber Unwissenheit schützt auch bei Gott vor Strafe nicht.

    Politisch sollten wir die Zwei-Reiche-Lehre Jesu allem Weiteren zugrundelegen, und dies ist die Basis auch jeder Zusammenarbeit mit „Nicht-“ und Andersgläubigen, gerade in einer sich globalisierenden Welt. Die Gänsefüßchen sollen andeuten, dass es Nichtglauben eigentlich nicht gibt, allenfalls einen aus eigener Warte wenig dogmatisierten Glauben, dass andere Dogmen NICHT wahr seien: A, B, C sind nicht die Wahrheit, für die sie sich halten, aber wie es genau ist, weiß ich auch nicht – eine Art Agnostizismus über die letzten (oft auch vorletzten) Dinge; nur was ich an der politischen Oberfläche für richtig HALTE, mag ich vertreten.

    Nun gut, es ist sympathisch und nicht unklug, wenn sich Zweifler in dem bescheiden, was sie nicht wissen zu können meinen.

    Auf weltlich-politischer Ebene ist es ein Segen, dass Christus uns die zwei Reiche vor Augen führt, was dazu führen sollte und soll, Frieden und gegenseitige Toleranz zu schaffen in dieser streitenden Welt.

    Was ich in dem von Ihnen vertretenen Weltbild schmerzlich vermisse, ist das Verständnis dafür, dass eine solche Haltung, die „wir Christen und Liberalen“ vertreten, wenn ich das mal als die „uns“ einende Basis annehmen darf, nicht von jedermann geteilt wird.

    Es gibt leider viele Menschen mit einem intoleranten, sogar totalitären Weltbild, die für sich selbst gern Toleranz einfordern, aber sie anderen zu gewähren äußerst zögerlich sind; abhängig von opportunistischen Erwägungen über die Stärke der eigenen Position: Sind wir noch schwach und abhängig von der Toleranz der anderen, oder können wir schon kämpferisch auftrumpfen, oder – am Ende – haben wir die Herrschaft erreicht und können die Gesellschaft, Recht und Politik sowie die religiösen Fragen dem Rest der Welt: DIKTIEREN?

    Sie ahnen, worauf ich hinaus will: Es geht nicht mehr um Rechts- oder Links-Sozialismus, Hitler und Stalin sind relativ mausetot, auch wenn paar wenige echte Nachfolger noch zucken. Die akute Bedrohung unserer FREIHEIT kommt heute von einer Religion, die sich – von Beginn an! – auf die Fahnen geschrieben hat, die Welt zu erobern, „bis alles an Allah glaubt und seinen Propheten“.

    Ich lese nur, dass Sie vor anti-moslemischem Denken warnen. Wenn Sie Sorge haben, es könnten Moslems im Alltag diskriminiert werden aufgrund ihres Glaubens, dann halte ich diese Sorge für durchaus berechtigt, aber kaum vermeidbar:

    Wenn auch nur eine (allerdings keineswegs kleine) Minderheit derer fundamentalistisch denkt, was in deren Glauben auch die Anwendung von Gewalt als letztem Mittel nicht ausschließt, wenn es gegen Kräfte geht, die dem Islam schaden, dann fragt sich eben jeder Arbeitgeber, Vermieter usw., ob er sich leisten kann und will, das Risiko einzugehen, gerade mit DIESEM einen, vielleicht sehr nett auftretenden Mohammed einen Vertrag abzuschließen, wenn solche Risiken bei einem Helmut oder Michael in weit geringerem Maß bestehen.

    Im Zweifel FÜR das Vertrauen, aber wenn es wirklich relevant wird, rät die Klugheit zur Vorsicht.

    Es ist leicht, mit säkularisierten Moslems auszukommen oder solchen, die den eigenen Glauben nicht profund kennen sowie meist mit Aleviten, die selbst keine Scharia wollen. „Liberale“ Moslems gibt es selten und sind eigentlich ein Widerspruch in sich, wenn man den Koran als Maßstab nimmt. Wer den aber anzweifelt oder nur relativiert, ist eigentlich kein Moslem mehr, zumindest kein repräsentativer.

    Dieses aber ist heute Gebot der Stunde, sich mit dieser Ideologie zu beschäftigen und sie nicht als eine von vielen parallelen Religionen – misszuverstehen!

    Der Islam ist keine Religion wie jede andere, die neben anderen bestehen könnte. Nein, er hat den Auftrag, sich über die Welt zu verbreiten – nicht aber durch Verkündigung allein, wie Christus uns die Verbreitung des Evangeliums aufgetragen hat, sondern mit ALLEN Mitteln: solange es friedlich geht, durch Mission und den Geburten-Dschihad, wenn nötig auch mit politischem Druck; wenn es aber um die Erringung der Macht in einem Staat geht, wird am Ende auch vor Gewalt nicht zurückgeschreckt.

    Wozu Fanatiker imstande sind, sehen wir schon heute. Was meinen Sie, was sich entfesseln wird, wenn eine größere Menge solcher Leute aktiv werden, die heute noch (wirklich) schlafen oder sich als sog. „Schläfer“ nur vorbereiten?

    Unsere Freiheit ist heute von keiner Ideologie annähernd stark bedroht wie durch den Islam. Natürlich hat er viele Facetten. Das Gemeinsame aber ist
    1. die Verbindlichkeit des Korans, Gottes ewigem und unabänderlichen Wort, das NATÜRLICH über jedem menschlichen Gesetz steht und natürlich auch das Recht bestimmen muss durch die Scharia und
    2. den „Propheten“ Mohammed, dessen Vorbild von jedem Rechtgläubigen nachgeahmt werden soll.

    Lieber Herr Dr. Blume,

    BITTE machen Sie den Ringeltanz der Linken nicht mit, die jede Minderheit nur als arm und schutzbedürftige Hascherl sehen, mit denen ein aufrechter Linker Solidarität üben muss,

    sondern erkennen Sie als kluger politischer Beobachter und Multiplikator die Ernsthaftigkeit unserer Lage als NOCH freiheitlicher Gesellschaft – mit christlicher (oder auch „aufgeklärter“) Letztbegründung, aber tolerant auch gegen jegliche Andersgläubige, SOLANGE diese Toleranz auf GEGENSEITIGKEIT beruht.

    NOCH haben wir Westler in diesem Land und Erdteil die Oberhand, aber dies beruht auf der Mehrheit der älteren Generation, die sich nicht mehr reproduziert. Wenn Sie nur die jungen Männer unserer Länder zählen und sie mit den Zuwandernden vergleichen, so ist es zu einer Parität nicht mehr weit, besonders wenn berechnet wird, wie viele „deutsch“, „französisch“ usw. genannt werden, sich aber mit diesen Ländern oft nur eingeschränkt identifizieren, weil ihre Wurzeln schon ganz anders sind.

    Der häufigste Jungenname Westeuropas ist sicher schon lange „Mohammed“ und wird es lange bleiben, wenn WIR (wer sonst?) nicht gegensteuern. Da kommen alle Hans, Jean, John, Giovanni usw. zusammen nicht gegen an.

    Verstehen Sie mich nicht falsch: Ein Mensch aus Osteuropa, Asien oder Afrika, der unsern Herren Jesus Christus angenommen hat, ist in meinen Augen perfekt integriert – auf der ganzen Welt.

    Er teilt auch UNSERE westliche Weltsicht automatisch, weil er die Lehre der zwei Reiche in sich trägt und kann natürlich erst recht die Demokratie akzeptieren, wo doch Christen einer jeden Obrigkeit [passiven] Gehorsam schulden, wenn wir Jesus und expliziert Paulus folgen (Römer 13); wieviel mehr einer Obrigkeit, die (wahrhaft) demokratisch legitimiert ist zu dem, was sie tut! Frau Merkel, das muss jetzt sein, hat diese Grenze m.E. eklatant überschritten und sollte schnellstmöglich ab(ge)treten (werden).

    Ethnisches Denken kann aus der Bibel wohl daraus abgeleitet werden, dass Gott nach Zerstörung des Turms von Babel die Völker zerstreute und „jedem Volk seinen [abgegrenten] Platz“ auf Erden gab, aber letztlich sind wir alle nur Mieter bei Gott, und Fremde (in gewisser Anzahl) gab es auch schon immer – (allerdings nicht auf Kosten der Autochthonen, sondern sie mussten in vor-sozialistischen Zeiten ihr Brot selbst verdienen).

    Es geht aber heute um mehr, um die Verteidigung auch von Freiheit und Demokratie, und hier ist auch jeder weltlich gesinnte Mensch Mitkämpfer, gegen die Feinde der Freiheit, deren Zentrum heute nicht Berlin oder Moskau ist, sondern in Fragen der Hochfinanz eher New York, weltanschaulich aber die Stadt, wohin sich so viele beugen, die uns verachten, Mekka.

    Sie verachten den „Ungläubigen“, der schlimmer als das Vieh ist, erst recht aber, wenn dieser seine eigene Herkunft verrät wie „unsere“ Linken.

    Es ist an der Zeit, dass die Denkenden im Westen sich über den Islam kundig machen, möglichst den Koran lesen und jedenfalls das Leben Mohammeds studieren, dessen Wahnideen in den Jahrhunderten zwischen seinem Erdenleben und heute an die 300 Mio. Menschen das Leben gekostet hat und unzählige mehr ihre Freiheit.

    Der Islam ist tolerant als Minderheit, fordernd wenn er stärker wird und ganz unduldsam, wenn er ein Land beherrscht. Dann lässt er die Anhänger der Buchreligionen (aber nur diese mit Gewissheit) zwar am Leben (als Dhimmis), aber Recht und Freiheit haben sie verloren; sind nur noch den islamischen „Schutzherren“ ausgeliefert.
    Der Islam hat von sich aus nie die Sklaverei abgeschafft, weil auch M. Sklaven hielt. Er tötet Apostaten, denn der Koran befiehlt: „Wer die Religion verlässt, den tötet!“ Er ist die perfekte Jungmännerhoffnung auf ewigen Sex und erhält dadurch seine kriegerische Potenz.

    Lassen wir uns nicht längern von den Verharmlosern aller Couleur einlullen! Sapere aude!

  21. Lieber Herr Dr. Blume,

    leider hatte ich mich vor meinem Schreiben an Sie nicht über Sie persönlich weitergehend informiert; sonst hätte ich dieses Ihnen und mir selbst erspart.

    Hatte nur diese eine Diskussion verfolgt „Mein letzter Beitrag [bei ef]“, daraus aber schon erkannt, dass Sie vieles kritisch sehen, nicht aber „den“ Islam, was mir ganz unverständlich war.

    Nachdem ich jetzt über Ihren persönlichen Hintergrund orientiert bin, aber auch davon ausgehe, dass Sie als Religionswissenschaftler sicher mehr als oberflächlich über den Islam Bescheid wissen, ziehe ich mein Schreiben an Sie zurück und würde es nicht als Zensur betrachten, wenn Sie meinen (vorigen sowie auch diesen) Beitrag aus Ihrem Blog löschten.

    Ihr persönliches Glück mit Ihrer Frau und Familie hat natürlich Vorrang vor aller Diskussion.
    In Ihrem Fall würde ich sogar empfehlen, den Koran NICHT zu lesen, sowohl für Sie als auch Ihre verehrte Frau Gemahlin.

    Nicht jeder Religionswissenschaftler muss diese Lektüre ja schon hinter sich haben, und keiner meiner weiteren moslemischen Umwelt (2 Dutzend Personen) hat dies m.W. getan!
    Ich habe mir die gründliche Lektüre vor Jahren einmal zugemutet und fühle mich im Allgemeinen verpflichtet, Leuten die Augen zu öffnen, die die Relevanz dieses Programms zu verkennen geneigt sind.

    Die Liebe aber hat immer Vorfahrt, Gott selbst ist Liebe – und Gott segne Ihre ganze Familie!

    Wenn ein Mensch welcher Provenienz immer es schließlich genauer wissen will, WER Gott ist, so mag er immer sich an IHN selbst wenden, den LEBENDIGEN GOTT im tiefen Gebet, und Gott wird ihm die Antwort geben.

    Ich habe nicht gehört, dass Allah den Menschen antwortet, aber JESUS CHRISTUS erhört ein ernstes Gebet – und ANTWORTET!
    Das hört man ganz häufig berichten, und Schreiber dieser Zeilen selbst LEBT mit den Antworten des HERRN.

    Sei Ihre Familie gesegnet und Ihre Frau ganz herzlich gegrüßt!

    Monitor

    • Lieber @Monitor,

      lieben Dank für Ihre beiden sehr unterschiedlichen Kommentare, die ich jetzt einfach mal so stehenlasse.

      Ihnen von Herzen alles Gute & Gottes Segen, schauen Sie sich gerne noch ein wenig weiter um. Es freut mich, wenn Sie sich für Religionswissenschaft interessieren, die ja ggf. auch dazu beitragen kann, das eine oder andere Vorurteil zu entkräften bzw. die eine oder andere Angst zu überwinden. Zugleich werden Sie finden, dass ich auch kritische Themen wie Extremismus, Verschwörungsglauben, Öl- und Glaubenskriege nicht ausgespart, sondern in Blog- und Buchform aufgegriffen habe.

  22. Lieber Herr Dr. Blume,

    nachdem ich mich (als offensichtlich einzige weibliche Stimme seit einem Jahr) gerade heute mit dem von Ihnen zitierten „eigentümlich freien“ Wortführer des ef-Kommentarbereichs Ernst August Feldmann wiederholt persönlich auseinander gesetzt habe und entschlossen bin, meinerseits aus grundsätzlich ähnlichen Gründen, wie in Ihrem Artikel aufgeführt, das Abonnement zu kündigen, bin ich hoch erfreut über meinen „Volltreffer“ bei der Googlesuche nach einem fundiert kritischen Beitrag über dieses pseudo-liberale, in meinen Augen Frauen tendenziell diskriminierende Herrenmagazin.

    Als studierte Erziehungswissenschaftlerin mit anthropologischen Schwerpunkten und Jahrzehnte lang praktizierende Religionspädagogin (evang. Theologie) im Berliner Schuldienst, habe ich allerdings eine von Ihnen sehr abweichende Auffassung (nicht nur) zum Islam, als 3. monotheistische Buchreligion. Ich selber bin christlich fundamentalistisch (freikirchlich) sozialisiert worden und habe mein Theologie- und Psychologiestudium als persönlichen Befreiungsschlag erlebt.

    Aber das ist ein anderes, weil inhaltliches, Thema und berührt nicht die anti-liberale Tendenz des Magazins, welche insbesondere in den Kommentarbereichen allseits fruchtbaren Widerhall erfährt, wo man meist unwidersprochen auf alles eindrischt, was vermeintlich nach „Feminismus“ riecht, sobald männlich determinierte Meinungshoheit auch nur im Ansatz in Frage gestellt wird.

    Meine Erwartung, ein Forum gefunden zu haben, indem diskursiv u. vor allem faktenorientiert argumentativ gestritten wird, haben sich jedenfalls nicht erfüllt.

    Wahrscheinlich werden Sie die verschlüsselten Kommentare u. Artikel nicht mehr lesen können.
    Deshalb würde ich Ihnen als Kostprobe einige meiner Einlassungen zu EAF nicht vorenthalten.
    wie die unter dem Artikel von Ansgar Neuhof v. 9.8.2016 ( http://www.ef-magazin.de/2016/08/09/9599-gleichstellungspolitik-der-angriff-auf-die-freiheit-geht-in-seine-naechste-runde?c=13348#lastcomment )

    Aber ich belasse es bei dessen letzten Antwort-Kommentar von heute Nachmittag, der unmissverständlich zeigt, wo „eigentümlich frei“ der Hammer hängt.

    EAF:
    „…Während wir fleißig aussterben und von „stärkeren“ Völkern übernommen werden, unterstützen vornehmlich Frauen Homolobby, Genderwahn und Feminismus.
    Sie lassen sich immer neue -Segnungen- präsentieren und nehmen die unkommentiert bis wohlwollend hin.
    Jüngstes Beispiel: die „Antidiskriminierungsstelle“. Deren neueste Idee – „neben Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion oder sexueller Ausrichtung weitere Bereiche in das Gleichbehandlungsgesetz aufzunehmen“ – wurde von drei Pussys, nebst einem Mann, der am Rand saß und aus der Familie stammte – „Vater still, Mutter ruhig und die Kinder sagen nichts – lächelnd vorgestellt, während sie fleißig an dem Ast sägten, auf dem sie sitzen.
    Diese grenzdebilen Weibchen werden sich in vielen Damenkränzchen, aufgeregt und gackernd wie Hühner, über immer neue Ideen freuen, wie sie Frauen weiter in den Vordergrund schieben können. Auf Kosten der deutschen Männer.
    Und sich dabei über jeden Erfolg über den bösen Mann – der sie nicht wollte – freuen. Den sie solange schwächen, bis nichts mehr von einem vielleicht plötzlich wieder notwendig gewordenen Beschützer und Ernährer übrig ist. …“

    Nicht unbedingt jener Meinungsinhalt, sondern allein die zunehmend frauenfeindliche Wortwahl verrät den völkischen Sound, der sich dort unter Beifall unterm Strich breit macht.
    -…………………..

    Meine Buchempfehlung zur Gesamtproblematik des monotheistischen Gewaltproblems, das immer gepaart ist mit religiös begründeter Frauenverachtung:

    „Gewalt im Namen Gottes –
    Eine Untersuchung ihrer Hintergründe und Ursachen im biblischen Monotheismus“
    von Christa Mulack

    Eine sehr gute Rezension bei amazon , wie ich finde, schreibt „Sonja“ unter:
    „Ein großes Werk der Religionskritik, das den verschütteten Weg zu lebensfreundlichen Glaubensvorstellungen (wieder)eröffnet“

    Zumindest lohnt sich auch ein Blick in die Kindle-Leseprobe

    Mit freundlichen Grüßen
    von Rosemarie

    • Vielen Dank für Ihre Beobachtungen bei ef und die Buchempfehlung, @Rosemarie.

      Ja, es ist beklemmend zu beobachten, wie das ursprünglich libertäre „eigentümlich frei“ immer stärker in den Rechtspopulismus gekippt ist, in dem Demokratie-, Fremden- und Frauenfeindlichkeit eine unangenehme Mischung eingegangen sind. Meines Erachtens liegt dieser „Trump-Trend“ in einer negativen Weltsicht begründet, die sich zunehmend an Verschwörungsmythen orientiert und in praktisch allen Andersdenkenden böse Sußerverschwörer oder deren naive Helferinnen erkennt.
      http://www.spektrum.de/news/meinung-verschwoerungsglaube-ist-ein-religioeses-problem/1418857

      Es wird spannend zu beobachten sein, ob und wann diese Bewegungen ihren Zenit überschreiten – in den USA scheint es ja bereits erste Anzeichen dafür zu geben. Aber die nächsten Jahre und Jahrzehnte versprechen leider auch spannend zu werden, Menschen- und darin insbesondere Frauenrechte werden wieder massiv in Abrede gestellt…

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