Wenn die Stützwand versagt (Video)

Die Standsicherheit von Geländekanten ist ein nicht zu unterschätzendes Problem. Wenn genügend Platz ist, wird abgeböscht, das heißt, ein dem Material angemessener Böschungswinkel hergestellt. Das hat aber einen großen Nachteil. Böschungen benötigen Platz. Viel Platz. Und den hat man nicht immer ausreichend zur Verfügung. Wenn man nun aber dennoch die Bewegung der Erdmassen verhindern will, muss man zur Stützwand und bei großen Geländestufen, zu Stützmauern greifen.

Terminology

Schnitt durch eine Winkelstützmauer, wie sie sein sollte. AsmithNJIT at en.wikipedia [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], from Wikimedia Commons

Daher ist der natürliche Lebensraum der Stützwand überall dort, wo der Platz zum Böschen nicht ausreicht, oder schlicht zu teuer war. Wie zum Beispiel an Verkehrswegen, an Gewässern und im hügeligen Gelände.
Um die Standsicherheit dieses Bauwerks zu garantieren, werden ab einer gewissen Höhe (2 m) statische Berechnungen notwendig. Um die Stützmauer gegenüber dem auflastenden Erddruck widerstandsfähiger zu machen, kann man sie auch durch Verpressanker sichern.

Stone Retaining wall.jpg

Beispiel für eine Stützmauer als Gewichtsmauer. Hier stützt das Gewicht der Mauer hauptsächlich das dahinter befindliche Erdreich ab. Diese hier steht in Rio de Janeiro, Brasilien. Foto Eurico Zimbres „Stone Retaining wall“. Licensed under CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons.

Nun sind nicht alle Stützmauern so raffiniert gesichert. Manche Stützmauern sind wesentlich einfacher gehalten. Und sie erfüllen meist dennoch ihren Zweck. Meist. Manchmal jedoch kann es zum Versagen der Mauer kommen, vor allem, wenn die Verankerung der Mauer nicht ausreichend war, um der Auflast standzuhalten. Und dieses Versagen kann mitunter sehr dramatische Folgen haben, wie dieses Video gut zeigt. Leider wird keine Örtlichkeit genannt, aber das sollte auch keine allzu große Rolle spielen. Vergleichbare Bauwerke finden sich in vielen Ecken dieses Planeten.

Schon bevor es zum abschließenden Erdrutsch kommt, ist die deutliche Bewegung des Erdreiches gut zu erkennen, mit dem sich das Versagen der Stützmauer ankündigt.

Veröffentlicht von

amphibol.blogspot.de/

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. In Anbetracht der zunehmenden Starkregen steigt die Belastung der Böschungen, wenn das Erdreich sich mit Wasser vollgesogen hat, das nicht schnell genug abfließen kann, wodurch das Erdreich schwer und schwammig wird. In den nächsten Jahren ist wahrscheinlich häufiger mit Böschungsrutschungen und Versagen von Stützmauern zu rechnen, denn durch die klimatische Erwärmung ist eine Zunahme von Niederschlägen, besonders von Starkregen, so gut wie sicher.

    • Ein Starkregenereignis alleine dürfte vermutlich noch nicht ausreichen, zumindest wenn die Drainage der Stützmauer ausreichend dimensioniert und intakt ist. Längere extrem regenreiche Perioden hingegen lassen da sicher das Risiko steigen. Man sollte sicher auch die klimatische Entwicklung bei der Planung dieser Bauwerke mit in Betracht ziehen.

      • Eine Nachricht von heute:
        „Nach starken Regenfällen haben Schlammmassen einen Garten in der Ruinenstadt Pompeji unter sich begraben. Auch eine Begrenzungsmauer in der historischen Ausgrabungsstätte ging zu Bruch.“

        Das Thema hat also Aktualität. Nicht immer wird es Städte treffen, die schon Ruinen sind. Andererseits gibt es schlimmere Gefahren, nicht nur in Pompeji.

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