Schlammstrom am Aconcagua (Video)

Der Aconcagua ist der höchste Berg Südamerikas und der höchste außerhalb Asiens (und damit der höchste des amerikanische  Doppelkontinents). Unter Bergsteigern scheint er ziemlich beliebt zu sein, da er, wenn ich die Sache richtig verstehe, trotz seiner Höhe von 6962 m als verhältnismäßig leicht zu besteigen gilt, zumindest auf bestimmten Routen. Dennoch sollte man die Gefahren der enormen Höhe nicht unterschätzen. Und natürlich hat jeder hohe Berg seine eigenen gefahren. Dazu gehören natürlich auch Bergrutsche oder Muren.

Und eine dieser Muren, in diesem Fall wohl ein Schuttstrom,  können wir auf dem unten eingestellten Video beobachten. Hier hat eine Gruppe von Bergsteigern verhältnismäßig viel Glück. Die Information auf Youtube in spanisch gibt (jedenfalls nach der google-Übersetzung, mein Spanisch ist nichtmal im ppb-Bereich angesiedelt) an, dass es sich um eine Mure zwischen Horcones (Parkeingang) und Confluence (dem erste Basislager des  Aconcagua) handelt. Julian Insaurralde [, der das Video veröffentlichet], Nico Aguero und Naco Choulet sind Bergführer für INOUT ADVENTURE. Eine Wanderung würde drei Tage dauern. Um diese Jahreszeit seien Lawinen häufig, und ein Geräusch wie ein Flugzeug hätte den Bergführer Julian Insaurralde zum hoch und zurückschauen veranlasst, wodurch er den Rest der Gruppe hatte warnen können. Dabei machen deutlich, dass sie ihre Klienten natürlich nicht im Stich gelassen haben.

Aber schauen wir und doch den Schuttstrom doch mal genauer an. Schuttströme enthalten mindestens 5% Wasser, was die Reibung herabsetzt. dabei ist in diesem Fall der Kopf des Stroms vergleichsweise trocken und durch größere Blöcke gekennzeichnet. Erst im späteren Verlauf scheint Wasser im Strom stärker vertreten.

Interessant auch der kleine Schuttstrom, den die Gruppe anfangs versucht, zu überqueren. Ich stimme Dave Petley vom Landslide Blog (von dem ich das Video habe) zu, dass dieser Strom dem Ende des größeren Schuttstromes im Video erstaunlich ähnlich sieht. Möglicherweise handelt es sich um einen verebbenden größeren Vorgängerstrom.

Gunnar Ries

Veröffentlicht von

amphibol.blogspot.de/

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. > Unter Bergsteigern scheint er ziemlich beliebt zu sein, da er, wenn ich die Sache richtig verstehe, trotz seiner Höhe von 6962 m als verhältnismäßig leicht zu besteigen gilt, zumindest auf bestimmten Routen.

    Richtige Bergsteiger wie Reinhold Messner ersteigen den Berg über die Südwand und stolpern dabei am Ausstieg zum Gipfel über ein menschliches Skelett.

    Der Normalweg erfreut sich großer Beliebtheit eher bei Nichtbergsteigern. Dazu gehörte ein anscheinend herrenloser Mischling, etwas größer als ein Schoßhündchen, der uns von der Plaza de Mulas über das Nido de Condores bis zum Gipfel begleitete.

    Wir erzählten nach unserer Rückkehr davon in der Hosteria Puente del Inca. Der Hund gehörte zum Haus und war leidenschaftlicher Bergwanderer, der diese Tour wohl schon oft unternommen hatte.

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