Herr Sarrazin und seine Quellen

Die von Herrn Sarrazin angestoßene Debatte dürfte wohl an kaum einem in Deutschland unbemerkt vorbeigegangen sein. Fast jeder fühlte sich berufen, etwas dazu zu sagen, und fast jede Meinung kam dabei auf den Tisch. Sa bedeutet natürlich, dass auch ich als ausgebuffter Profilneurotiker nicht länger zu schweigen vermag. Nein, keine Panik. Hier wird keine mehr oder weniger eloquente Verteidigung für oder wider Thilo Sarrazin folgen. Nur soviel: Wer allem Anschein nach seine Quellen nicht richtig kennt, Wen seine Kronzeugen wie die Intelligenzforscherin Elsbeth Stern, auf die er sich so vehement beruft, so schmählich im Stich lassen, Ja eigentlich sogar direkt widersprechen, wie Frau Stern in der Zeit, der hat ein ernsthaftes Problem. Leitet Frau Stern doch ihren Zeit-Artikel mit den Worten ein:

Mit seinem mehrfach wiederholten Satz »Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent erblich« zeigt Thilo Sarrazin, dass er Grundlegendes über Erblichkeit und Intelligenz nicht verstanden hat. Deshalb muss man auch viele seiner Folgerungen infrage stellen.

So etwas ist doch mehr als peinlich, oder? Und das ist nicht der einzige Fall. Eine andere Studie, auf die sich Herr Sarrazin gerne beruft, ist ein Länder-Schulvergleich, bei dem türkischstämmige Migrantenkinder deutlich schlechter abschnitten als Kinder anderer Herkunft, und deren Ergebnis laut Sarrazin eben nicht durch sozioökonomische Faktoren erklärt werden kann. Leider (für Herrn Sarrazin) sieht das der Leiter eben dieser Studie, der Direktor des Kieler Leibnitz-Instituts für Pädagogik der Naturwissenschaften etwas anders. Demnach lassen sich die Leitungsunterschiede türkischstämmiger Jugendlicher eben sehr gut mit ihrer sozialen Herkunft erklären. Da sollte Herr Sarrazin vielleicht mal etwasweniger arrogant den Redakteuren der Zeit den Dreisatz erklären, sondern erläutern, warum er die Ergebnisse der Studie so anders interpretiert. Worauf er seine Interpretation genau stützt. Und warum die Gutachter selber eben nicht seiner These zustimmen. Wenn man sich also die Lage einmal genauer anschaut, so sieht das Machwerk des Herrn Sarrazin ziemlich deutlich nach klassischer Pseudowissenschaft aus. Selektives Zitieren scheint hier wichtiger zu sein als echtes Verständnis der Quellen. Und das halte ich für ziemlich problematisch. Denn die Leser und auch die Zuhörer der verschiedenen Talkshows haben eben nicht immer die Chance, die Quellen zu überprüfen. Leider machen sich wohl auch nur wenige Journalisten die Mühe, die Quellen mal selber zu Wort kommen zu lassen. Angst vor Verdummung ist übrigens auch nichts wirklich Neues. Das hat es auch in der Vergangenheit schon gegeben, mit teilweise unschönen rassistischen Folgen. Auch da sollte Herr Sarrazin durchaus wissen, in welch vermintes Gelände er vordringt. 

Wie kann man eigentlich Sinn und Unsinn im Namen der Wissenschaft unterscheiden? Wie finde ich heraus, ob eine These sinnvoll ist oder mehr in die Kategorie der Pseudowissenschaft gehört? Carl Sagan hat mit seinem Balony Detection Kit einen recht umfassenden Werkzeugsatz bereit gelegt. Ich habe mich mal an einer mehr oder (wahrscheinlich) weniger eleganten Übertragung ins Deutsche versucht. Für Risiken und vor allem Nebenwirkungen dieses Werkzeugsatzes bei einer sachgemäßen Anwendung auf Thesen und einschlägige Werke auf das eigene Weltbild wird allerdings keine Haftung übernommen. Dabei möchte ich Herrn Sarrazin die Punkte 10 g, h und i ganz besonders ans Herz legen.

 

1. Wenn möglich, Bestätigung der Fakten durch eine unabhängige Quelle suchen.

2. Es sollte eine Debatte möglich sein, bei der die Vertreter aller Richtungen ausgiebig zu Wort kommen.

3. Argumente mit Hilfe von "Autoritäten“ besitzen keinen Wert, denn in der Wissenschaft gibt es keine Autoritäten.

4. Entwickle mehrere Hypothesen und folge nicht der erstbesten Idee, um eine Sache zu erklären.

5. "Verliebe“ Dich nicht in eine Deiner Hypothesen.

6. Teste die Vorhersagen Deiner Hypothesen, wann immer das möglich ist. Quantifiziere die Vorhersagen wenn möglich.

7. In einer Argumentationskette muss jedes Glied der Kette in Ordnung sein. Denn jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

8. Occam´s Messer: Wenn zwei Hypothesen einen Sachverhalt gleich gut erklären, wähle die einfachere, bei der weniger Vorraussetzungen anzunehmen sind. Sie ist die Wahrscheinlichere.

a. Sind Kontrollexperimente durchgeführt worden? Besonders Doppelblindversuche, bei denen die durchführende Person nichts von dem Test oder der Hypothese wusste.

b. Schaue nach irritierenden Faktoren und trenne die Testvariablen.

9. Ist eine Hypothese überprüft worden? Ist sie durch irgendeinen Test widerlegbar? Jede Hypothese sollte zumindest prinzipiell widerlegbar sein. Wird sie durch Tests bestätigt; können unabhängige Tester die Ergebnisse bestätigen?

10. Lasse Dich nicht durch logische und rhetorische Tricks verwirren

a. Ad hominem – persönliche Angriffe gegen den Diskussionspartner, nicht gegen seine Argumente.

b. Argumente, bei denen sich auf eine Autorität berufen wird.

c. Überzeugung durch nachteilige Konsequenzen einer „falschen“ Entscheidung, durch die Druck auf Dich ausgeübt werden soll.

d. Die Abwesenheit von Belegen ist kein Beleg für ein Nichtvorhandensein.

e. Verweise auf etwas wie Gottes Wille oder dergleichen.

f. Rhetorische Fragen, die eine bestimmte Antwort beinhalten.

g. Selektive Beobachtung. Treffer zählen und Nieten vergessen.

h. Bei Statistiken: War die Probenmenge groß genug, um die Aussagen zu treffen?

i. Irrtümer über Statistik. Ist es wirklich alarmierend, wenn die Hälfte der Amerikaner einen IQ unter dem Durchschnitt hat, wie Präsident Eisenhower fand?

j. Widersprüche. Militärische Ausgaben gehen von worst case Szenarien aus, aber wissenschaftliche Warnungen vor Gefahren werden ignoriert, weil sie „nicht bewiesen“ sind.

k. Non sequitur – „daraus folgt nicht“. l. Post hoc, ergo propter hoc. „Es folgt, also ist es verursacht durch“. Verwechslung von Ursache und Wirkung.

m. Sinnlose Fragen: Was passiert, wenn eine unwiderstehliche Kraft auf ein unbewegliches Objekt wirkt?

n. Die vergessene Mitte: Werden aus einer Reihe von Möglichkeiten nur die Extrempositionen gesehen, um die Gegenseite älter aussehen zu lassen?

o. Kurzfristige gegen langfristige Wirkung: Warum Grundlagenforschung betreiben, wenn wir ein so großes Haushaltsdefizit haben?

p. Argument mit dem "Dammbruch“: „ wenn man ihnen einen Finger gibt, nehmen sie den ganzen Arm“.

q. Verwechslung von Korrelation mit Ursache. „Die Storchenpopulation in Deutschland nimmt parallel zur Geburtenrate ab.“

r. Das Strohmännchen. Karikaturen oder Stereotype über die Gegenseite, um sie leichter angreifbar zu machen.

s. Angebliche Unterdrückung der Wahrheit

t. Euphemismen. Benutzung neuer und positiver Worte, um etwas Negatives zu beschreiben. Von „Polizeiaktion“ reden, anstatt von Krieg.

 

Gunnar Ries

Veröffentlicht von

amphibol.blogspot.de/

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

46 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sarrazin

    Der Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger sagtzur Sarrazin-Diskussion:
    „Im Kern geht es um das Selbstwertgefühl der linksliberalen Minderheit der Bevölkerung, die lange an die Idee der multikulturellen Gesellschaft geglaubt hat. Sie steht, wenn man die Probleme des Landes mit seinen Muslimen ernst nimmt, vor den Trümmern ihres Weltbildes, das sie gegen einen informierten Kritiker verteidigt.”

    Und weiter:
    „Der eher konservative Teil der Gesellschaft findet indes zunehmend, dass die Meinungsfreiheit in unserem Land de facto beschnitten würde: Martin Hohmann, Eva Herman, die Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche. Täuscht diese Wahrnehmung?“

    „Wir sind tatsächlich nicht in der Lage, bestimmte Sachfragen in der Öffentlichkeit mit Distanz und Gelassenheit zu diskutieren. Wir gehen sofort dazu über, Personen mundtot zu machen, die nicht konsensfähige Fakten präsentieren oder Meinungen äußern. Das steht im eklatanten Widerspruch zu dem Grundprinzip einer liberalen Demokratie.“

    http://www.kepplinger.de/…elbstwertgefuehl_0.pdf

  2. Sarrazin und der Missbrauch der Wissensc

    Der Kern von Sarrazin’s Thesen trifft ein echtes Problem wie es hier vom Kommentator @Marti dargestellt wurde. Doch Sarrazin kann der Versuchung nicht widerstehen, seine Thesen „wissenschaftlich“ zu unterlegen. Die eigenen Thesen unanfechtbar machen, indem man sie als wissenschaftlich gesichert ausgibt, dies erfreut sich schon lange grosser Beliebtheit.

    Doch Wissenschaft ist kein „Mittel zum Zweck“. Aber auch die Gegenseite, die gegen Sarrazin antritt, darf mit der Disqualifizierung seiner Zweck-Genetik nicht jeglichen Diskussionsbedarf als erledigt betrachten.

    Vielleicht sollte man bei der Anwendung von Wissenschaft auf andere Bereiche überhaupt etwas mehr Zurückhaltung an den Tag legen.

  3. @ marti

    Du hast da was falsch verstanden. Mir geht es weder um ein Lebensgefühl, noch darum, irgendjemanden Mundtod zu machen. Herr vSarrazin hat eine These vorgrestellt. Und wer das tut, der muss mit einer kontroversen Diskussion leben. Wenn er das nicht kann, ist das schlicht sein Problem. Was ich ihm vorwerfe, ist schlicht unredlichkeit. Wer ein Thesengebäude errichtet, dessen Fundamente so schwach sind, der hat ein Poblem, und der sollte sich über Gegenwind nicht beklagen. Etwas mehr nachdenken hätte ihm das erspart. Wer enst genommen werden will, sollte sich auch an die Fakten halten, und sie nicht so verdrehen, wie Herr Sarrazin es getan hat. Waru sonst widersprechen ihm ausgerechnet die Leute, aufr deren Forschungsergebnisse er sich bezieht?

  4. @Tobi

    Respekt vor Andersdenkenden ist gut, und an dem mangelt es mir wohl auch nicht. Aber der Andersdenkende sollte eben auch ein Mindestmaß an Respekt vor den Fakten haben. Ich bestreite nicht, dass Sarrazin einige Probleme der Integration richtig benennt. Aber das tuen auch andere, und das weit besser und genauer. Ich bestreite seine kruden Hypothesen, die er aus einem falschen Faktenverständnis und selektivem Quellenstudium ableiten will. Denn da lassen ihn die Fakten eben im Stich. Ich kann keinen Respekt vor Leuten haben, die ihre Hypothesen pseudowissenschaftlich begründen. Denn das führt uns unweigerlich in den Abgrund.

  5. Leider wissenschaftlich

    Die Betrachtung politischer Sachverhalte mit wissenschaftlichem Ethos ist leider wenig zielführend.

    Einfache Botschaften, laut verkündet, oft wiederholt, das ist Politik. Sorgfältige Analyse nach dem aktuellen Erkenntnisstand ist Wissenschaft.

    Man braucht nur zu betrachten, wie die Politik seit 10 Jahren die andauernde Ermahnung der OECD ignoriert, dass in Deutschland die soziale Herkunft das Bildungsniveau zementiert. Diese Erkenntnis ist der Wissenschaft geschuldet. Das Nichtstun ist der Politik geschuldet. Die unter anderem daher rührt, dass den Ungebildeten ihre Bildung egal ist, zumindest wenn man die Wahlbeteiligungen beim letzten Hamburger Volksentscheid betrachtet. Und dies betrifft auch die aktuelle Sarrazin/Ausländer Debatte, da viele ausländische Mitbürger eher nicht zu den Akademikern, Beamten und leitenden Angestellten gehören (wären sie sonst in den 50ern und 60ern nicht eher in ihren Heimatländern bei ihren gutbezahlten Jobs geblieben?).

    Den Populisten interessiert die Wirklichkeit aber wenig, solange er nur genug Stimmen für den Quatsch bekommt, den er durchsetzen möchte. Und da kann man sich in Deutschland beim Ausländerbashing allzeit sicher sein.

  6. Intelligenzforschung

    Ich möchte anmerken, dass es sehr viele verschiedene „Schulen“ in der Intelligenzforschung gibt, die sich alle nicht besonders „grün“ sind. Da wird schon heftig diskutiert. Die einen sehen die Gene, die anderen die Umwelt mehr im Vordergrund. Und Frau Dr. Stern ist aktuell gut beraten, wenn sie sich von T.S. distanziert, denn alles andere würde ihr von „netten Kollegen“ als zu große Nähe zu T.S. ausgelegt werden. Das wäre aber ziemlich schädlich.

    Beispiel:
    http://dx.doi.org/10.1016/j.paid.2009.09.015

    Zitat aus Abstract: „In this review I show that Nisbett’s arguments are consistently overstated or unsound.“

  7. Ich schweige …

    _flin_ hat’s schon gesagt: „Die Betrachtung politischer Sachverhalte mit wissenschaftlichem Ethos ist leider wenig zielführend.“

    So nett die Erläuterung des wissenschaftlichen Arbeitens ist, so wenig nützt das in politischen Diskussionen … Da wird mit den flachsten rhetorischen Taschenspielertricks gearbeitet.

    Aber immerhin hilft dieser Beitrag, das Werk von Sarrazin als pseudowissenschaftlich zu entlarven …

  8. Stein und Sarrazin sagen dasselbe

    Ich frage mich, wer eigentlich den vielgenannten Artikel von Frau Stein genau gelesen hat. Ich kann nicht sehen, daß Frau Stein auch nur ansatzweise aufzeigt, was Sarrazin nicht verstanden hätte.

    Im Grunde wiederholt sie in ihrem Artikel nur das, was Sarrazin selbst auch gesagt hat. Sie vergleicht die Varianz der Ergebnisse von IQ-Tests bei eineiigen und zweieiigen Zwillingen und kommt zu dem Ergebnis:

    „Hätten Gene keinerlei Einfluss auf das Zustandekommen von Intelligenzunterschieden, sollten sich zweieiige Zwillingspaare genauso stark ähneln wie eineiige. Das ist aber ganz eindeutig nicht der Fall, wie alle Studien zeigen. (…) Angesichts dieser Befundlage müssen wir uns endgültig von der Vorstellung verabschieden, alle Menschen ließen sich zu geistigen Überfliegern und damit gleich machen. Statistische Analysen, in denen – grob gesagt – die Übereinstimmung bei eineiigen Zwillingspaaren mit jener bei zweieiigen in Beziehung gesetzt wird, lassen derzeit den Schluss zu: In entwickelten Ländern mit allgemeiner Schulpflicht sind mindestens 50 Prozent der Intelligenzunterschiede auf Variationen in den Genen zurückzuführen.“

    Angesichts solcher Feststellungen finde ich es schon ziemlich kühn zu behaupten, Sarrazin würde etwas anderes sagen als Stein und deshalb hätte er nichts verstanden.

    Der letzte Satz des Artikels von Stein ist einfach eine Behauptung, die durch nichts gestützt wird, was sonst in dem Artikel gesagt wird. Daß es bei der Vererbung hoher Intelligenz aufgrund von Rekombination eine „Tendenz zur Mitte“ gibt, sagt nichts darüber aus, wie sich die Intelligenz-Entwicklung in großen (Parallel-) Gesellschaften vollziehen wird, zumal wenn eben wenig untereinander geheiratet wird. Und sie sagt auch nichts darüber aus, wie die Entwicklung wäre, wenn eine gleichmäßige Vermischung stattfinden würde.

    Allein durch die Verwendung des extremen Begriffes „Einbruch“ wahrt sich der letzte Satz sein letztes Körnchen Wahrheit. Würde man statt „Einbruch“ „Sinken“ sagen, wäre er definitiv falsch.

    Deshalb halte ich den Rummel um diese Stein-Äußerungen für weitaus stärker irreführend, als alles das, was ich bislang von Sarrazin selbst gehört habe.

    Sie widerspricht also der Vorstellung eines „Einbruchs“ des Durchschnitts-IQ’s, keineswegs der Vorstellung eines „Sinkens“ des Durchschnitts-IQ’s.

    Und es ist wirklich ein wenig billig, das besonders hoch zu hängen, lieber Herr Ries.

  9. ich finde das sehr gut, was sie in ihrem artikel schreiben. vor allem recht umfangreich und genau, das gefällt mir.

    wenn sie herrn s. diese dinge empfehlen, setzen sie voraus, dass er und seine schnellen verteidiger an einer echten diskussion interessiert sind und das thema im diskurs wirklich ergründen wollen.

    ich halte das für mutig, wenn nicht naiv. und behindere mit diesem vorurteil eine sachliche diskussion, oder?

    vielen dank für den werkzeugkasten. er bietet viele gute wege, aus dem enervierenden kreisverkehr abzufahren.

    .~.

  10. Ein sehr schöner Beitrag, nur leider dürfte man überhaupt keine Medien mehr konsumieren, wenn man sich an alle Punkte halten wollte. Ebenso steht es mit der Politik.

    Grundsätzlich ist zum im Artikel genannten Beispiel zu sagen, dass es auch laut dieser Studie ein Integrationsproblem gibt. Ob dieses nun aus der sozialen Klasse stammt, wie der Autor der Studie behauptet, ist für die Behauptung an sich nicht relevant. Man könnte nur die Frage stellen, wieso dann gehäuft Menschen diesen Hintergrunds in solchen sozialen Umständen befinden.

  11. Buch Sarrazin

    Bisher bin ich immer noch nicht dazu gekommen das Buch von Sarrazin zu lesen. Ist bei uns in Frankfurt leider immer noch nicht zu haben. Aufgrund der Medienberichte bin ich zwar skeptisch, aber ich will mir selbst ein Bild davon machen. Was mich aber extrem empört ist, dass Sarrazin jetzt Polizeischutz braucht. Das geht natürlich nicht, Wenn wir schon soweit sind, dann stimmt wirklich etwas nicht mit unserem Land. Noch empörender ist, dass die Merkel dazu gar nix sagt. Und der Gabriel auch ncihts.

  12. Hallo!

    Als deutsche Staatsbürgerin mit französicher Mutter frage ich mich, ob sich Thilo Sarazzin und „Co“ nicht schämen? Haben die Deutschen nicht schon mal im großen Stil Menschen vergast, weil sie glaubten, einer höherwertigen Rasse anzugehören? Wieviel Dummheit gehört eigentlich dazu, dem Gelaber eines alten Narzissten zu glauben? Wie ungebildet ist ein Volk eigentlich, wenn es nach so einer Nazi-Vergangenheit schon wieder die Frage von Intelligenz und damit Höherwertigkeit diskutiert. Was ist denn im zweiten Schritt dann mit den Behinderten und Schwachsinnigen? Die bringen doch auch keinen ökonomischen Mehrwert. Wie primitiv ist ein Volk eigentlich, wenn es die Ethik-Frage nach so einer Vergangenheit außer Betracht lässt. Ach ja richtig: Deutschland ist ja erst vor 65 Jahren demokratisch geworden. Oder etwa nicht? Wahrscheinlich nicht. Ich bin stolz darauf, halb französich zu sein. der „Rest“ ist einfach nur peinlich.

  13. FAZ

    Die FAZ hat zwei Wissenschaftler, auf die sich Sarazzin anscheinend bezieht, eingeladen, ihre Einschätzung seiner Thesen vorzustellen. Und die haben einen sehr fundierten und differenzierten Artikel präsentiert:

    http://www.faz.net/…C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Ihr Fazit: „Sarrazins Thesen sind, was die psychologischen Aspekte betrifft, im Großen und Ganzen mit dem Kenntnisstand der modernen psychologischen Forschung vereinbar.“

  14. Elfenbeintümelei

    „Wissenschaft“ im steten ideologischen Mißbrauch…natürlich auch hier. Überall wird nach dem Haar in der meiner Ansicht nach köstlich zubereiteten Sarrazin-Suppe gesucht – und daraus werden dann Schlüsse gezogen, die das Gesamtmachwerk abwerten sollen (siehe auch Punkt g, Herr Autor dieses in seiner Richtung verkorksten, weil weltfremden Artikels). Überdies ist es in einem Höchstmaß menschenverachtend und abwertend, wenn man den Bürgern, die Verwendung der Wissenschaft verwehren will, wie das einige hier äußern. Mit welchem Recht? Die Bürger bezahlen die Bewohner des Elfenbeinturms, allen Menschen sollte die Wissenschaft dienen, indem sie ihm Erkenntnisse an die Hand gibt, um das Leben zu erleichtern. Wenn Herr Sarrazin also manche Punkte nicht treffsicher aufgearbeitet hat, dann ist es an den „sauberen Wissenschaftlern“, sich an ihre Nasen zu fassen und zu überlegen, wie sie dem Steuerzahler besser gerecht werden könnten, damit der aus dem wissenschaftlichen Machwerk seine Lehren ziehen kann. Es ziemt sich ganz sicher nicht, in arroganter Weise auf den herabzulassen, der die dann doch offenbar zu kompliziert und verwinkelt aufbereiteten Erkenntnisse nicht exakt einzuordnen wußte – wenn es denn überhaupt so war, daß Herr Sarrazin das nicht richtig tat! Und von der Arroganz ist es nicht weit bis zur Ignoranz – und gerade das disqualiziert einen „Wissenschaftler“. Saubere Bande!

    Meine Sicht der Punkte der vom Autor dieses Pamphlets hervorgehobenen Punkte:
    >>
    g. Selektive Beobachtung. Treffer zählen und Nieten vergessen.
    >
    h. Bei Statistiken: War die Probenmenge groß genug, um die Aussagen zu treffen?
    >
    i. Irrtümer über Statistik. Ist es wirklich alarmierend, wenn die Hälfte der Amerikaner einen IQ unter dem Durchschnitt hat, wie Präsident Eisenhower fand?

  15. @ingo bading

    sorry, aber sie haben den, tatsächlich nicht sonderlich spannenden, artikel der frau stein ganz offensichtlich nicht verstanden. vielleicht helfen ihnen ja die weiteren artikel der besagten zeit-ausgabe? da sind die sachverhalte teilweise schon auf focus-niveau erklärt. so einfach, daß selbst unser, durchweg naive, schamlos rassistische, herr sarrazin die zusammanhänge verstehen könnte.

    selbst den ganzen anderen kommentatoren dieses artikels, der auch jetzt nicht grad weltbewegend ist, die sich über weltfremdheit und gutmenschentum aufspielen (gähn), könnte die zeitung weiterhelfen. die, von sarrazin zitierte, richterin heisig wird ebenfalls erklärt; ihre keineswegs weltfremde forderung ist sreitbar aber zielführend. sarrazin hingegen verkauft ein buch, an die größte zielgrupe deutschands: die dummen und ängstlichen, weiter nichts.

  16. Politik – Wissenschaft

    Genau das hat uns noch gefehlt, Sarrazins Buch und seinen sonstigen öffentlichen Statements die Verletzung wissenschaftlicher Standards vorzuwerfen.

    Das Buch hat nicht den Anspruch eine wissenschaftliche Publikation zu sein, sondern ist ein politisches Sachbuch, in dem ein früherer Politiker und nach wie vor politisch engagierter Autor seine Sicht der Dinge kundtut.

    Die mag man für falsch, gar gefährlich halten. Sie mit dem Verweis auf die Nichteinhaltung der Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu kritisieren, ist aber genau das, was Sie Sarrazin vorhalten.

    Würde ich Sagans Kriterienliste auf Ihren Blogeinträge anwenden, käme auch ein guter Berg an Verstößen zusammen.

    Kleine Kostproben:

    „Warum sonst widersprechen ihm ausgerechnet die Leute, auf deren Forschungsergebnisse er sich bezieht?“

    Mit „die Leute“ sind Sie recht pauschal unterwegs. In der FAZ erfährt er heute ausdrückliche Zustimmung von Wissenschaftlern, die sich richtig verstanden sehen.

    Bei Frau Stern geht es nicht unwesentlich um die Frage, wie vereinfachend formuliert man Forschungsergebnisse zusammenfassen darf, was eine Wissenschaftlerin natürlich anders sieht als ein Autor, der mit einer politischen Absicht schreibt.

    Und schließlich gibt es auch in der innerwissenschaftlichen Debatte nicht selten Situationen, dass Wissenschaftler A nicht unbedingt die Schlussfolgerungen von Wissenschaftler B teilt, auch wenn letzterer die Studie durchgeführt hat.

    „Ich kann keinen Respekt vor Leuten haben, die ihre Hypothesen pseudowissenschaftlich begründen. Denn das führt uns unweigerlich in den Abgrund.“

    Das können Sie uns natürlich wissenschaftlich korrekt belegen, das mit dem Abgrund? Geht’s nicht eine Nummer kleiner?

    Politik funktioniert anders als Wissenschaft.

    Natürlich verweist man in der politischen Auseinandersetzung gerne auf Erkenntnisse der Wissenschaft. Dies erfolgt stets selektiv nach dem eigenen politischen Standpunkt. Dies ist nichts, was Sarrazin negativ von anderen politisch sich Äußernden unterscheidet. Nur wenn man es selbst macht, sieht man den Gebrauch von wissenschaftlichen Output, oft genau so selektiv und einseitig interpretierend als legitim an.

    Politik ist Politik. Der Vorwurf der Pseudowissenschaftlichkeit ist ungefähr so als würde der Sportreporter den Fußballspieler nach dem Spiel ernsthaft fragen, ob er bei seinem verschossenen Elfmeter die falsche Formel für das Drehmoment des Balles verwendet habe.

  17. off topic

    Eine kleine Anmerkung zu:

    „q. Verwechslung von Korrelation mit Ursache. „Die Storchenpopulation in Deutschland nimmt parallel zur Geburtenrate ab.“ „

    Die Storchenpopulation in Deutschland nimmt doch tatsächlich parallel zur Geburtenrate ab. Weniger Kinder -> weniger Großfamilien -> weniger große Häuser/Höfe -> weniger Brut-Möglichkeiten für die Störche.

    ~~

  18. wenn Arroganz doch nur weh täte…

    @nïkö
    Würden Sie sich bitte dazu herablasssen Ihren anonymen ‚Beitrag‘ mit ein paar Zitaten aus dem erwähnten Zeit Artikel zu untemauern.
    Einfach gestrickte Leute wie ich wollen auch verstehen, warum Herr Bading so daneben liegt, wenn er zum Schluss kommt, Herr Sarrazin habe Frau Stein gar nicht so falsch zitiert.

  19. Arroganz und blasierte Borniertheit

    Vielen Dank, Herr Dihlmann und Quirin.

    Ich will einfach mal Gefühle äußern: Ich finde es empörend, wie hier mit Wissenschaft umgesprungen wird auf einem Wissenschaftsblogportal, vielleicht dem seriösesten, das es in Deutschland gibt.

    WENN ich mich zur Thematik auf einem WISSENSCHAFTSPORTAL wie diesem äußere, dann sollte ich ein PAAR Blicke in aktuelle Wissenschaftsliteratur zuvor geworfen haben. Ich sollte etwa mal das Buch von Detlef Rost in der Hand gehabt haben, auf das sich ja auch Sarrazin bezieht.

    Und manches andere studiert haben, etwa den Aufsatz „Natural History of Ashkenazi Intelligence“ (2005), auf den sich Steven Pinker bezogen hat. Etc. pp. pp.. Es gibt doch inzwischen eine RIESIGE Wissenschaftsliteratur zu dem Thema.

    Ich habe deshalb für vieles Verständnis. Für DIESEN Blogbeitrag, insbesondere für seinen Tonfall nicht. Was für eine Arroganz aus diesem Blogbeitrag spricht, das läßt sich schon kaum noch mit Worten kennzeichnen.

    Der Bloginhaber ist kein Politiker, zum Glück. Da Politiker aber ähnlich arrogant über SACHARGUMENTE hinweggehen, ja, über ganze Wissenschaftsdisziplinen, machen sie sich mitschuldig an dem Aufstauen eines unglaublichen Vulkans, der unter uns brodelt.

    Dem Gedanken des Humanismus wird durch ARROGANZ nicht gedient. Niemals. Durch Arroganz nicht, durch Borniertheit nicht und durch besserwisserisches, sich immer schon richtig plaziert glaubendes Gutmenschentum auch nicht, nach dem Motto: Wo ich bin, ist das Gute. Denn das Gute kann ja wohl nicht bei Dingen sein, die ich selbst nicht kenne und verstehe.

  20. dreisatz-Herr Sarrazin schafft sich ab

    Die Feststellung, dass der dargelegte Dreisatz kein Dreisatz ist, ist zunächst nur von formaler vernachlässigbarer Bedeutung!
    Auch dass Herr Sarrazin inhaltlich „Dreisatz“ mit Logik (Aussagelogik) verwechselt, ist ebenfalls nebensächlich!
    Aber das Grundgesetz der Logik sagt: Aus einer falschen Annahme ist es nicht möglich, eine einzige richtige bzw. wahre Aussage herzuleiten!
    Daraus folgt nach den Gesetzen der Logik: „aus zwei Tatsachen, die man nicht hinterfragt, eine logische Schlussfolgerung zieht“, dass das Ergebnis den gleichen Wahrheitswert besitzt, wie die nichthinterfragten Annahmen!
    Wer nicht bereit ist, seine Annahmen zu hinterfragen, negiert seine alle eigenen logischen Schlussfolgerungen selbst!
    Kurz gesagt, der Wahrheitsgehalt aller „Lehrsätze“ oder Thesen von Herrn Sarrazin ist so hoch wie seine Grundannahme seines Buches: „Die Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent erblich“!
    Der Rest ist Esoterik oder Glaubenssache!
    Mit dieser Logik (trotz aller Vorhandenen Probleme) schafft er sich selbst ab!

  21. Eigene Insuffizienz

    Genau umgekehrt wird gerade ein Schuh daraus. Die Ängstlichen, Dummen kann man wohl so pauschal nicht sagen, sind die Linken und Gutmenschlein. Aus meiner Erfahrung handelt es sich bei denen gerade um Leute, die die Verantwortung für ihr Tun gerne auf andere übertragen, die von „humanen“ Gesellschaften faseln, womit sie aber eigentlich nur die Verminderung von Leistungsdruck meinen, der dann natürlich von ihnen weicht. Es ist das Prinzip des „Einäugigen unter den Blinden“. Es handelt sich um eine Übertragung / Projektion der Bedürfnisse von Linken und Gutmenschlein auf von ihnen als schwach ausgegebene Minderheit, denen man doch helfen müsse. Und diejenigen, die am lautesten nach der Hilfe für andere krakeelen, wollen für ihr „verantwortungsbewußtes gesellschaftliches Tun“ dann auch einen kräftigen Obolus aus der Gemeinschaftskasse „abhaben“. Denn seien wir doch einmal ehrlich, die Gutmenschlein bürden der Allgemeinheit ihren Multikulti-Traum auf, womit sie doch eigentlich nur das eigene Insuffizienzgefühl bedienen, und verlangen von Menschen, deren Traum das nicht ist, das zu bezahlen.

    Das noch zu meinem vorherigen Beitrag, den das System wohl zerhechselt hat. An den Autor des Artikels gerichtet:


    g. Selektive Beobachtung. Treffer zählen und Nieten vergessen.

    Na klar, die wenig faule Tomate aus dem Kompost herausziehen und als repräsentativ erklären, ist sicherlich der bessere Weg. Nicht daß ich nach dem bisherigen Auftreten von Frau Özkan oder Fourutan(?) besonders große Achtung vor der Kognition dieser Damen hätte. Doch offensichtlich intellektuell unterbelichtet sind sie schon einmal nicht – aber natürlich sind sie keineswegs repräsentativ für ihre Volksgruppe, die zum Großteil aus Ziegenhirten und fahrenden Händlern besteht – oder in Deutschland aus Kindern und Hartz-IVern.


    h. Bei Statistiken: War die Probenmenge groß genug, um die Aussagen zu treffen?

    Ja, ein ganzer Erdteil macht uns vor, wieviel Kulturelles oder eben wenig eine Population hervorbringen. MIr fallen da Kaffee, Döner, Bauchtanz ein – und der Islam selbst…au weia!


    i. Irrtümer über Statistik. Ist es wirklich alarmierend, wenn die Hälfte der Amerikaner einen IQ unter dem Durchschnitt hat, wie Präsident Eisenhower fand?

    Ja, das ist schlimm. Denn das hilft, eine Unkultur zu kultivieren, oder wollen Sie dem Leser auch noch weismachen, daß ein stetig steigender BMI und daß McDonalds sowie Plastikautos von voranschreitender Zivilisation zeugen?

  22. Blinder Fleck

    Interessanter als das was in der Veröffentlichung von Sarrazin steht, ist ja eher sogar noch was nicht drinsteht und bei einer sachorientierten Darstellung reingehört.

    Wenn man aus derartig grob verkürzter Darstellung auch noch Auflage generieren kann, wird mir schon ein wenig Bange um das Land der Dichter und Denker.

    Der blinde Fleck von Herrn Sarrazin ist ausserordentlich groß.

  23. @Ralph Dihlmann

    1. wie kommen sie darauf, daß der beitrag anonym, sei? – weil ich kein bedürfnis habe, meine tatsächliche email preiszugeben?
    2. den artikel frau steins hatte ich, vermutlich, freitag gelesen. so gut, daß ich ihn jetzt nochmals lese und hier zitiere, war er nicht. wenn sie sich nicht sicher sind (was sie auch sollten!), ob sie lieber meiner oder herrn badings polemik glauben schenken, so müssen sie sich leider die mühe machen und den GANZEN originaltext selber lesen. dies empfiehlt sich, ganz nebenbei bemerkt, ohnehin grundsätzlich, um irgendwo mitzureden. der artikel ist bereits im hier kommentierten blogbeitrag verlinkt. die übrigen artikel finden sie am kiosk ihres vertauens, oder vielleicht auch schon auf zeit-online.

    3. zum thema arroganz. genau diese hat mit in den kommentaren gestört und verannlasst meinen, großspurigen, senf abzugeben.
    der bürger beweist mit seiner ausführung zu h wie sehr er sich auskennt und auch wo seine gesinnung steht. außerdem scheinen ihm gutmenschen viel wichtiger zu sein als die debatte, oder?

    naja, viel spaß noch euch!
    ick muß ma jetze lieber noch schnell zum türken, gemüse koofen, dafür sorgen, daß deutschland weiter zerfällt, weil ich direkt dafür sorge, daß ein kluger deutscher keinen proffessorenplatz bekommt, oder so.

  24. Zweifel

    Na, gut, nach all dem Gerede, wer hat denn jetzt noch Zweifel, daß die Gene die mit Abstand wichtigste Determinante für den Intellekt sind?

    Alles andere läßt sich empirisch doch auch gar nicht belegen, wer anderes behauptet, ist doch mit dem Klammerbeutel gepudert.

    Klar, „die Wissenschaft“ kann so viele statistische Tricks und Sperenzche vollführen, bis es der gerade herrschenden Ideologie / Politik in den Kram paßt – daß ja nur die Fördermittel weiter fließen!

    Praktischen Wert suchen wir für derartige „Forschungsergebnisse“ indes vergeblich.

    Wer glaubt es denn noch anders? Die selbst ernannte Wissenschaft folgt wie das angebliche Recht der Politik und nicht umgekehrt.

    Ich plädiere sowieso dafür, nur die Fakten schaffenden Fächer als Wissenschaften anzuerkennen. Wenn ein Chemieingenieur eine besonders stark deckende Farbe entwickelt, dann braucht er dafür keine Statistiken zu dehnen. Wir können direkt sehen, was er vollbracht hat. Oder der Elektroingenieur, der einen besonderen Prozessor entwickelt, der verhindert, daß die Reifen blockieren, was dann ABS genannt wird…

    Ansonsten lehne ich als freier Mensch ab, die freiheitsfeindliche und fortschrittsunterdrückende Ideologie namens Islam finanziell unterstützen zu müssen. Weiters lehne ich es ab, für Einwanderer teilenteignet zu werden, damit dieses Multikultiexperiment finanzierbar ist.

    Und nun? Habe ich kein Recht dazu? Wie steht es mit meiner Würde? Ich wüßte mit meinem Geld anderes anzufangen. Oder bin ich als Individuum dann Verfügemasse, wenn es die „richtige Ideologie“ vorschreibt?

    Und, ja, einem Deutschen in Not finanziell beizustehen, erkenne ich an, weil ich Staaten als Schicksalsgemeinschaften gleicher Tradition, Geschichte, Kultur und Identität ansehe. Die Unterstützung meines Landsmannes ist aus dem Kalkül heraus motiviert, daß ich nur in einem gesunden Allgemeinwohl beste Überlebenschancen habe.

    Eine primitive Einwandererschar, die eine gewaltverherrlichende Ideologie mit sich trägt und zu verbreiten sucht, sehe ich als eine direkte Bedrohung meiner Selbst. Ich will mich nicht damit auseinandersetzen müssen – und ich darf das fordern, ich bin im Recht, denn im Zweifel bitten die Multikultipäpste mich für derartige soziale Experimente zur Kasse, ich muß also auch noch gegen meinen Willen mit meinem Eigentum geradestehen! Das ist doch absurd!

    Ach, worum ging es noch? Um Gene? Ja, Türken sehen anders aus, aber das macht die Kultur, die Umgebung vielleicht noch, hat nüscht mitte Gene zum Tun – alles andere wäre auch ein reaktionärer Verfall in den Biologismus…. – Mann, Mann, Mann, manch einer hier stößt aber derart an die Grenzen seiner intellektuellen Fähigkeiten – dabei ist es mir nun fast egal, ob das hauptsächlich seiner Kindheit oder seiner genetischen Mitgift durch die Eltern geschuldet ist.

  25. Skepsis

    Wenn man sich mal ansieht, was hier für Kommentare fallen, kommen selbst mir als Open Access befürworter in der Forschung zweifel, ob man das wirklich machen sollte.
    Forschung/Wissenschaft wird da per se abqualifiziert, man darf nicht mal seine Eignen Studie mehr verteidigen.
    Ganze Forschungsverbände, die sich nicht von der Politik/Debatte instrumentalisieren lassen wollen, werden als Inquisitoren hingestellt, wenn sie den Forschungsstand sachlich darstellen…

    Was ist hier eigentlich los…

  26. @ alle Sarrazin-Verteidiger:

    Sarrazin hat doch selbst in einem Interview seinen Umgang mit Fakten offenbart – warum wird das ignoriert?
    Ich zitiere:
    „Thilo Sarrazin behauptet also etwas, von dem er schlicht und einfach nichts weiß. Wenn man aber keine Zahl hat, erklärte Sarrazin dem Reporter weiter, muss »man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch«.“
    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/…zeigen/33007/

    Also ich sage dazu nur eins: Pfui.

  27. dreisatz-logik

    Herr Sarrazin-Können Sie Ihre Annahme beweisen???

    Die Glaubwürdigkeit von Herrn Sarrazin bei seinen Anhängern stützt sich auf drei Säulen:
    1. Objektive Statistiken
    2. Mathematischer Exaktheit
    3. Strengster Logik
    Das ein Bundesbänker das Wort Dreisatz mal falsch verwendet ist sehr erstaunlich, aber vielleicht ein “bischen” menschlich, aber dass er dabei gleichzeitig auch noch die Grundlagen der Logik negiert, entzaubert seinen Mythos der Objektivität, der mathematischen und logischen Exaktheit absolut vollständig!

    Es ist leicht nachzuweisen, dass alle wichtigen Aussagen, alle seine Thesen, seine angeblichen logischen Folgerungen in seinem Buch eine einzige Basis besitzen: “Die Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent erblich”!
    Seine Aussagen zur Intelligenz von Untersichten, Oberschichten, von Muslimen, Bildungsfähigkeit von Kindern, Ökonomischer Wert von Menschen, Folgerungen zur Vermehrung, Verringerung der durchschnittlichen Intelligenz, der geistigen “Verblödung” eines Volkes basieren alle auf der Annahme: “Die Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent erblich”!
    Herr Sarrazin hat Volkswirtschaftslehre studiert, er verfügt über gute mathematische und logische Kenntnisse, er „täuscht“ also mit Scheinlogik ganz bewußt und dem unbestechlichen Dreisatz, damit sein wissenschaftliches Kartenhaus nicht mit einer einzigen Frage einstürzt, können sie Ihre Annahme beweisen?

    P.S. “ An den Dreisatz“, glauben wir alle, diesen Glauben haben wir in der Schule gelernt!!!!!

  28. Arnd

    Intelligenz ist selbstverständlich erblich. Und zwar zu 100%. Die Spezies Homo Sapiens vererbt ihre Intelligenz ständig an ihre Nachkommen. Es kann gar nicht darum gehen ob Intelligenz erblich ist, sondern nur wie groß die genetisch bedingten Intelligenz-Variationen innerhalb der Population sind. Da eine Zahl zu nennen ist allein schon deshalb schwer, weil niemand richtig sagen kann was Intelligenz eigentlich ist.

    Political correct ist die Aussage dass jeder in etwa das gleiche Potential hat, das mit der gleichen Förderung dann auch zu sehr ähnlichen IQs führt.

    Ich bin immer seeehr skeptisch wenn eine Aussage wegen der political correctness getroffen wird.

  29. Probleme verschwinden nicht dadurch,

    dass es keine allgemein anerkannte Daten dazu gibt

    @Physiker: „seinen Umgang mit Fakten offenbart – warum wird das ignoriert?“

    Werter Physiker,

    haben Sie eigentlich noch nie eine Polit-Talkshow gesehen? Da sagt Politiker A, die Mehrheit der Bürger wolle die Entscheidung XY und Politiker B antwortet genauso selbstbewusst, die Mehrheit der Bürger wolle genau das Gegenteil von XY. So etwas muss Sie doch in den Grundfesten Ihres Politikverständnisses erschüttern, da müsste doch mindestens einer wegen Falschaussage eingebuchtet werden – oder wie gehen Sie damit um?

    Sarrazin hat seine Einschätzung darüber artikuliert, wie hoch die Ablehnung des Staates in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe ist. Er hat nie behauptet, dass es eine repräsentative Statistik dazu gäbe, die er wiedergebe.

    Deshalb hat der Autor des von Ihnen verlinkten SZ-Magazin-Artikels auch keinen Skandal aufgedeckt, den bislang keiner gesehen hätte, auch wenn er sich alle Mühe gibt, diesen Anschein zu erwecken.

    Jeder Politiker arbeitet mit geschätzten Prozentzahlen, um ein von ihm gesehenes / vermutetes Problem oder Meinungsbild der Bevölkerung in die politische Auseinandersetzung einzubringen.

    Das mag er aus Bequemlichkeit machen, um rhetorisch zu glänzen oder schlicht und einfach, weil es keine harten Daten zu einem Problem gibt oder gar geben kann.

    Ihre Schlussfolgerung, wenn jemand in Prozent redet, muss es auch eine ordentlich erhobene Statistik geben, wo er dass her hat, zeigt doch gerade das Fatale des Blogeintrags von Gunnar Ries, Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens in die Politik zu übertragen.

    Selbst wenn Sarrazin jetzt Fehler und einseitige Interpretationen nachgewiesen werden können, ist das von ihm behandelte Problem ja nicht plötzlich aus der Welt.

    Um mal ein Beispiel aus einem weniger verfänglichen Politikfeld zu nehmen:

    Vor einigen Jahren machte Greenpeace eine sehr spektakuläre Aktion, um die beabsichtigte Versenkung einer Öl-Bohrinsel in der Nordsee zu verhindern. In der Kampagne unterlief Greenpeace ein fataler Rechenfehler bei der Aufsummierung der in den Tanks noch vorhandenen Schadstoffe.

    Der Bohrinsel-Betreiber und seine Unterstützer greinten damals laut auf: seht her, was das für eine lügnerische Organisation ist, deshalb ist auch die Aktion gegen die Versenkung ohne Legitimation.

    Und heute noch wehren sich viele Unternehmen, wenn sie von Greenpeace angeprangert werden, mit dem Hinweis, ach, das sind doch die, die damals bei der Bohrinsel mit falschen Zahlen operiert haben.

    Nach Ihrer Logik müssten auch Sie alle Aktionen von Greenpeace für falsch erklären, weil diese Organisation damals falsch gerechnet hatte.

    Im Übrigen transportiert der SZ-Magazin-Artikel, von dem Sie ja offenbar so fasziniert sind, dass Sie ihn gleich in mehreren Posts verlinken, mit seiner „Halt’s Maul“-Schlussfolgerung ein höchst zweifelhaftes Demokratieverständnis, wenn denn überhaupt eines.

  30. Dreisatz von Thilo und der Klapperstorch

    Zwei statische Tatsachen, ein Dreisatz und ein Dorfdepp!!

    Wenn ich statistisch exakt erfasst habe, dass meine Frau immer genau zu dem Zeitpunkt ein Kind bekommt, wenn ein Klapperstorch über mein Haus fliegt und ich den Klapperstorch auf Alimente verklage, mache ich mich zum Dorfdeppen!

  31. @ Quirin:

    „So etwas muss Sie doch in den Grundfesten Ihres Politikverständnisses erschüttern, da müsste doch mindestens einer wegen Falschaussage eingebuchtet werden – oder wie gehen Sie damit um?“
    Darf man das nicht auch „Pfui“ finden, wenn sich herausstellen würde, dass einer dieser Politiker *absichtlich* Fantasiezahlen in die Welt setzt um einen wissenschaftlichen Schein vorzugaukeln? Sie argumentieren doch sonst so leidenschaftlich für die Meinungsfreiheit – ich finde die geäußerte Einstellung Sarrazins in diesem Interview widerwärtig.

    „Ihre Schlussfolgerung, wenn jemand in Prozent redet, muss es auch eine ordentlich erhobene Statistik geben, wo er dass her hat, zeigt doch gerade das Fatale des Blogeintrags von Gunnar Ries, Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens in die Politik zu übertragen.“
    Jeder darf Politiker nach seinen eigenen Kriterien beurteilen, und sie dann gegebenenfalls abwählen. Einen Politiker, der meint, er hätte alleine aufgrund von Vermutungen solange Recht bis ihn jemand widerlegt, wähle ich jedenfalls nicht.

    „Selbst wenn Sarrazin jetzt Fehler und einseitige Interpretationen nachgewiesen werden können, ist das von ihm behandelte Problem ja nicht plötzlich aus der Welt.“
    Doch. Sarrazin hat zugegeben, dass er sich die Zahlen zu diesem „Problem“ nur ausgedacht hat um seine Meinung durchzusetzen. Das Problem zu dieser erfundenen Behauptung kann also gar nicht existieren.

    „Nach Ihrer Logik müssten auch Sie alle Aktionen von Greenpeace für falsch erklären, weil diese Organisation damals falsch gerechnet hatte.“
    Greenpeace hat nicht *vorsätzlich* erfundene Zahlen in die Welt gesetzt – zumindest hat das Greenpeace nicht behauptet.

    „Im Übrigen transportiert der SZ-Magazin-Artikel, von dem Sie ja offenbar so fasziniert sind, dass Sie ihn gleich in mehreren Posts verlinken, mit seiner „Halt’s Maul“-Schlussfolgerung ein höchst zweifelhaftes Demokratieverständnis, wenn denn überhaupt eines.“
    In unserer Demokratie gilt die Meinungsfreiheit auch und gerade für Journalisten/Kommentatoren – selbst wenn diese überspitzt dazu auffordern sich zurückzuhalten, wenn man (zugegebenermaßen) keine Ahnung hat. Ich finde diese Argumentation nachvollziehbar – Sie nicht?

  32. Warum dürfen bei Wissenslogs eigentlich Leute bloggen, die in einem so kurzen Text mehr als ein Dutzend Rechtschreibfehler einbauen?

  33. @Physiker

    „dieser Politiker *absichtlich* Fantasiezahlen in die Welt setzt um einen wissenschaftlichen Schein vorzugaukeln?“

    Ich habe offensichtlich vergeblich versucht, das Argument anzubringen, dass Politik Politik ist und nicht Wissenschaft. Wenn jemand mit Prozentzahlen operiert, ist er nicht unbedingt Wissenschaftler oder „gaukelt wissenschaftlichen Schein“ vor. Das ist alleine Ihre Interpretation, die Sie für allgemeingültig erklären.

    „Sie argumentieren doch sonst so leidenschaftlich für die Meinungsfreiheit – ich finde die geäußerte Einstellung Sarrazins in diesem Interview widerwärtig.“

    Ich spreche Ihnen diese Empfindung doch gar nicht ab. Allerdings sollten Sie dann genauso empört sein, wenn ein anderer Politiker mal genauso freihändig mit Zahlen operiert, um eine Politik durchzusetzen, deren Zielsetzung Sie teilen.

    „Sarrazin hat zugegeben, dass er sich die Zahlen zu diesem „Problem“ nur ausgedacht hat um seine Meinung durchzusetzen. Das Problem zu dieser erfundenen Behauptung kann also gar nicht existieren.“

    Angenommen, Sie hätten Recht und das Problem existierte gar nicht, warum empören Sie sich dann so über Sarrazin? Er wäre dann ja nur ein Hütchenspieler und die wahren Deppen wären jene, die bei dem Spiel mitmachten. Dann müssten Sie konsequenterweise die Bürger und Politiker, die jetzt so ausgiebig über Verbesserungen bei der Integration diskutieren, für bekloppt erklären, weil die ein gar nicht existentes Problem besser lösen wollen.

    „Greenpeace hat nicht *vorsätzlich* erfundene Zahlen in die Welt gesetzt – zumindest hat das Greenpeace nicht behauptet.“

    Vorsatz zu erkennen ist immer ein Problem, solange man nicht in die Köpfe der Menschen schauen kann. Sie gehen von einem Versehen aus, weil Sie Greenpeace nichts Böses unterstellen, Shell hingegen glaubte Vorsatz zu erkennnen.

    „In unserer Demokratie gilt die Meinungsfreiheit auch und gerade für Journalisten/Kommentatoren – selbst wenn diese überspitzt dazu auffordern sich zurückzuhalten, wenn man (zugegebenermaßen) keine Ahnung hat. Ich finde diese Argumentation nachvollziehbar – Sie nicht?“

    Nein. Ich will keinen Oberaufseher haben, der mich einfach aus einer politischen Diskussion ausschließen kann, wenn er der Meinung ist, ich hätte von etwas keine Ahnung.

  34. Tolle Tips

    Ja, wahrlich Ihr Schlaumeier. Wenn Ihr doch wisst wer Mumpitz erzählt dann sagt es doch bitte auch öffentlich. Frau Naika Foroutan sollte Eure primäre Adresse sein um verbessertes Zahlenverständnis zu beschwören. Setzt Euch in die Talkshows und erklärt den Menschen wie sie von den Medienanstalten hinters Licht geführt und verblödet werden sollen. Mit der Erkenntnis die sich aus diesem Sammelsurium an Phrasen ergibt könnt Ihr bestimmt auch leicht nachweisen das Eure Meinung genauso analysiert auf Nichts oder das Gegenteil davon reduziert werden kann. Völlig gegenstandsloses eifriges Geschwätz. Frei nach dem Motto: Ohne Ziel ist jeder Weg richtig.

  35. Tausend Schubladen ….Schrank fehlt

    Wenn Sie etwas zusammenhängendes über das Thema, welches Sie vorhatten zu bewerten, wissen wollen dann lesen Sie sich bitte einmal den Bericht des dänischen Psychologen Nikolai Sennels durch. Er hat tausende Fallstudien zu verbuchen und spricht nicht nur leeres Wortgedresche.

    Wenn man überhaupt etwas sagen kann, so kann man es auch klar sagen. (Wittgenstein)

    Alles andere ist Tautologie.

  36. Sarrazin und Stern:
    Hier behauptet jemand, der mit Genetik und Intelligenzforschung beruflich zu tun hatte, dass Frau Stern ihre eigenen Thesen in dem Moment meinte widerrufen zu sollen, als sie in Sarrazins Buch (möglicherweise missverständlich bzw. ungeschickt) zitiert wurden:

    https://phinau.de/jf-archiv/archiv10/201037091053.htm

    Dieser Autor behauptet auch, dass mit Rücksicht auf die Karriere kein Professor jemals diese These bestätigen wird, es sei denn, Leute kurz vor der Pensionierung. Da gehört es offenbar zum guten Ton, sich von Sarrazin zu distanzieren. Und er sagt: „Der Diskurs ist vollkommen ideologisiert worden.“
    Ich bin ziemlich sicher, Frau Stern und Herr Sarrazin hatten sehr ähnliche Dinge beschrieben mit unterschiedlichen Worten. Jetzt ist die Zeit der Wortklauberei. Aber offenbar ist Intelligenz zu einem Teil „genetisch bedingt“, und Gene kommen nun mal zu einem gewissen Teil aus dem biologischen Erbe. Natürlich gibt es auch andere Einflüsse, auch zufällige Veränderungen.

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