Das Meerfelder Maar

Das nahe der Stadt Manderscheid gelegene Meerfelder Maar ist, zumindest vom Maarkessel her, das größte Maar der Westeifel. In seine Maße sind wirklich beeindruckend. In Südost-nordwestlicher Richtung misst es 1480 Meter, quer dazu immer noch 1200 m. Am Nordrand befindet sich ein annähernd halbmondförmiger See.

Meerfelder Maar

Das Meerfelder Maar. Eigenes Foto

Entstanden ist das Meerfelder Maar in einem bereits vorhandenen kleinen Bachtal, dem Meerbach. Bei der Explosion des Maares wurde viel Tuff in die Umgebung geschleudert. Dies wurde anschließend vom Meerbach teilweise wieder in den eingetieften Maarkessel hinein geschwemmt. Auf dem Schwemmkegel steht das heutige Dorf Meerfeld.
Der Maarsee war in früheren Zeiten deutlich größer. Im 19. Jahrhundert wurde Wasser durch einen Stollen geleitet und der Seespiegel abgesenkt, um Land zu gewinnen.

Alter des Meerfelder Maars

Wann das Maar entstanden ist, lässt sich nicht mit abschließender Sicherheit sagen. Eine im Hinkelsteinmaar erbohrte, rund 10 cm mächtige Tephralage wird dem Meerfelder Maar zugeschrieben. Im Pollenprofil ist diese Tephralage rund 11 350 Jahre alt. Da aber die zugehörigen Tephralagen in der Umgebung des Hinkelsteinmaars mit 0,5 bis 1 m deutlich mächtiger sind, scheint es sich bei der erbohrten Lage vermutlich um umgelagertes Material zu handeln. Zumindest wenn man davon ausgehen kann, dass die Schichten im geschützten Maar nicht schmaler sein können, als in der Umgebung. Daher wird heute im Allgemeinen von mindestens 30 000 Jahren, eventuell auch von 40 000 Jahren ausgegangen, ausgehend von Radiokohlenstoffdatierungen an Holzstücken in der Grube Deudesfeld von 28 750 Jahren respektive 41 290 Jahren.

Meerfelder Maar

Der Maarsee mit der Grenze zur besonderen Schutzzone auf der linken Seite. Eigenes Foto.

Auffällige Randstörungen

Interessant ist das Meerfelder Maar auch, weil es einen fast einzigartigen Einblick in die Entstehung großer Maarkessel gibt. Fast am gesamten Kraterrand ist das umgebende Devongestein aufgeschlossen, so dass deutlich eine Verkippung randnaher Schollen beobachtet werden kann. Dabei blieben die Schollen auch bei teilweise erheblichen Verkippungen intakt. Vergleichsmessungen mit ungestörten Gebieten außerhalb des Kessels zeigen Verkippungen von bis zu 30 oder sogar 90°. Die zugehörigen Randstörungen können an einigen Stellen als schwacher Knick in der Landschaft erkannt werden. Im Nordosten werden die Randstörungen von mächtigen Tephraablagerungen überdeckt. Die Explosionen haben also die Bildung des Maarkessels und den Einbruch der Schollen überdauert.

Maarexplosionen

Die Tephra des Meerfelder Maars ist bekannt für ihre großen Olivinbomben. Daneben kommen auch basaltische Fragmente vor. Typischerweise haben jedoch Bruchstücke aus Unterdevon den Hauptanteil. Manche sind sogar fossilführend. Teilweise finden sich auch Buntsandsteinbruchstücke in der Tephra, zumindest im östlichen Fächer, der bis Manderscheid reicht. Der unterschiedliche Gehalt an Buntsandstein könnte ein Hinweis auf zwei Ausbruchszentren sein. Dies wird auch durch magnetische Messungen gestützt.
Wie heftig die Explosionen gewesen sein müssen, zeigt neben der Größe der beiden Auswurffächer, 5 km für den westlichen und immer noch 3,5 km für den östlichen, die Größe der Blöcke. Im rund 1 km entfernten Deudesfeld kann man Blöcke von gut 1 m³ finden, die jedoch keine Einschlagmarken in die unterlagernden Tephren gerissen haben. Sie wurden also allem Anschein nach nicht ballistisch, sondern wurden durch Druckwellen, so genannte Base Surges an ihren Ablagerungsort transportiert.

Der Maarsee

Der flache Maarsee ist in den vergangenen Jahren durch starke Nährstoffzufuhr aus dem angrenzenden Ort überdüngt gewesen. Mehrere Maßnahmen wurden getroffen, um die Wasserqualität im See wieder zu verbessern. So wurden die Orte Meerfeld und Bettenfeld an die Kanalisation angeschlossen. Der Meerbach wurde umgeleitet, so dass dessen stark überdüngtes Wasser nicht mehr in den See gelangen konnte. Weiterhin wurden die an den See angrenzenden Flächen aufgekauft und extensiv bewirtschaftet. Düngemitteleinsatz in unmittelbarer Seeumgebung wurde verboten.
Im See selber wurde sauerstoffarmes und nährstoffreiches Tiefenwasser entfernt. Der Erfolg dieser Maßnahmen stellte sich schnell ein, als die Blaualgenblüte, welche den See sehr trüber machte, zusammenbrach. Seit 1986 ist der See ein Naturschutzgebiet.

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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