Befand sich Nanothermit zwischen den Trümmern des World Trade Centers?

Am 4 April 2009 wurde von einem Team um Nils Holger Harrit, einem dänischen Chemiker von der Universität Kopenhagen, eine Studie mit dem Titel:“Active Thermitic Material Discovered in Dust from the 9/11 World Trade Center Catastrophe“ in der Zeitschrift Open Chemical Physics Journal veröffentlich.

Darin soll die angebliche Ansewesenheit von Nanothermit in Staubproben aus dem Trümmern des World Trade Centers nachgewiesen werden und damit die kontrollierte Sprengung der Gebäude. Dabei werden als ungewöhnlich aussehende rot-graue Chips beschriebene Stoffe angeführt, die aus 4 Staubproben isoliert wurden. Da sie ca. 0,1 % der Gesamtmasse ausmachen, wurde die Gesamtmasse der Chips von HARRIT et al. (2009) auf rund 10 Tonnen geschätzt. Diese Chips, Lackpartikeln nicht unähnlich, sollen Analysen zu Folge aus Aluminium, Eisen, Eisenoxiden, Sauerstoff sowie Kohlenstoff bestehen. Die Herkunft der Proben selber ist durchaus nicht unproblematisch. Eine Probe wurde rund 10 Minuten nach dem Kollaps des zweiten Turmes von einem Einwohner Manhattans als Souvenier aufgesammelt, zwei dann am nächsten Tag gesammelt und die vierte dann erst eine Woche später. Wo und unter welchen Bedingungen die Proben die Zeit zwischen der Sammlung und der Analyse verbrachten, ist nicht geklärt.

Über die Qualität der Zeitschrift, in der diese Studie veröffentlich wurde, kann man ohne Probleme streiten. Anhänger verschiedener Verschwörungstheorien verweisen dabei gerne darauf, dass die Zeitschriften der Bentham publishing Gruppe doch einem Peer Review Prozess folgen und also voll zitierfähig seien. Bei einer näheren Betrachtung scheint es mit dem Review aber nicht allzu weit her zu sein, denn in einer Schwesterzeitschrift, dem The Open Information Science Journal, gelang es einem Autor ohne Probleme, einen vollkommen computergenerierten Text unterzubringen.
Vorerst möchte ich mich hier aber einigen Problemen und möglichen methodischen Schwächen widmen, die mir in der Studie von HARRIT et al. (2009) aufgefallen sind und die vornehmlich die verwendete Analytik betreffen:

 

Fig. (3b, c (Abbildung. 1)) are, respectively, a secondary electron (SE)
image and a backscattered electron (BSE) image of the same
group of particles, using a scanning electron microscope
(SEM) without a conductive coating over the sample. It can
be seen in the SE image that the red layer of the particles has
very bright regions caused by a slight accumulation of
charge under the electron beam, owing to the relatively poor
conductivity of the red layer (see Discussion section).
(HARRIT et al., 2009)  

 

 Partikel, die mit einem Magneten aus der Probe 2 extrahiert wurden. Die lichtmikroskopische Aufnahme a)  zeigt die Lage der roten und grauen Partikel. B) ist eine Sekundärelektronenaufnahme des Rasterelektronenmikroskops, c) eine Rückstreuaufnahme. Auffällig die Aufladung in Abbildung 1 b). (HARRIT et al., 2009)

Abbildung 1: Partikel, die mit einem Magneten aus der Probe 2 extrahiert wurden. Die lichtmikroskopische Aufnahme a)  zeigt die Lage der roten und grauen Partikel. B) ist eine Sekundärelektronenaufnahme des Rasterelektronenmikroskops, c) eine Rückstreuaufnahme. Auffällig die Aufladung in Abbildung 1 b). (HARRIT et al., 2009).

Aufladung muss nicht zwangsläufig schlechter Leitfähigkeit geschuldet sein. Es bedeutet hier schlicht, dass die auftreffenden Elektronen nicht so schnell abgeleitet werden, wie sie vom Elektronenstrahl nachgeliefert werden. In den betreffenden Bildern sind es auch topographisch herausgehobene Punkte, an denen sich die Aufladung findet. Ein Problem, dass sich häufig bei nichtmetallischen Proben ab einer bestimmten Korngröße findet. Aus diesem Grund werden Proben für die Bilderzeugung meist mit Gold, Proben für die Mikroanalytik mit Kohlenstoff beschichtet. Eine weitere Möglichkeit, wenn man unbeschichtete Proben benötigt, wäre die Verwendung von Elektronenmikroskopen, die über einen so genannten VP-Modus (VP = variable Pressure) verfügen. Hier wird die Probenkammer vom Hochvakuum der Elektronenkanone abgekoppelt und mit einem variablen und deutlich niedrigeren Vakuum versehen. Hierdurch kann man die Aufladung an den Proben deutlich verringern.  

 

A higher-magnification BSE image of the corner of one
of the chips, shown in Fig. (4) (Abbildung 2), allows for closer examination
of the difference in grayscale intensity of the two layers and
confirms the higher average atomic number of the gray layer.
The red material also shows specks and other heterogeneities,
in marked contrast to the smooth gray layer.
(HARRIT et al., 2009)

 

Rückstreuaufnahme in hoher Vergrößerung von einem der Chips aus Abbildung 1. Die rote Schicht erscheint aufgrund ihrer niedrigeren durchschnittlichen Ordnungszahl dunkler als die darunter befindliche graue Schicht (HARRIT et al., 2009)

Abbildung 2: Rückstreuaufnahme in hoher Vergrößerung von einem der Chips aus Abbildung 1. Die rote Schicht erscheint aufgrund ihrer niedrigeren durchschnittlichen Ordnungszahl dunkler als die darunter befindliche graue Schicht (HARRIT et al., 2009).

Einige der hellen Punkte auf der roten Schicht beruhen allerdings wohl auf Aufladung von feinen Partikeln.

Was bildet ein Rasterelektronenmikroskop eigentlich ab? Im Gegensatz zu konventionellen Lichtmikroskopen und Transmissions-Elektronenmikroskopen liefert das REM keine direkten Bilder, d.h. es existiert kein Strahlengang zwischen der Probe und dem erzeugten Bild. Das signalerzeugende und das signalverarbeitende System sind beim REM getrennt. Das gezeigte Bild ist ein synthetisches Abbild der auf der Probenoberfläche erzeugten Wechselwirkungen zwischen den auftreffenden Elektronen und der Probenoberfläche, während die Probenoberfläche mit einem gebündelten Elektronenstrahl abgerastert wird. Die beschleunigten Primärelektronen (PE) treffen auf die Probenoberfläche, dringen dort ein und werden dort elastisch oder unelastisch  gestreut. Bei der elastischen Streuung werden die eintreffenden Primärelektronen durch die positiven Atomkerne abgelenkt, ändern ihre Bewegungsrichtung, erleiden dabei aber keinen signifikanten Energieverlust. Treten diese Elektronen nach einfacher oder auch mehrfacher Streuung wieder aus der Probe aus, so werden sie als Rückstreuelektronen (RE oder englisch BSE = back scattered electrons) bezeichnet. Die Ablenkung kann in vergleichsweise großem Winkel erfolgen, so dass die RE  weit vom Auftreffort des primären Elektronenstrahls wieder aus der Probe treten können. Die Energie der Rückstreuelektronen liegt mithin im Bereich der PE-Energie. Je nach eingesetzter Beschleunigungsspannung der PE und des Probenmaterials kann die Austrittstiefe T der Rückstreuelektronen schwanken (0,05 µm für Gold bei 10 keV PE-Energie und 6 µm für Kohle bei 30 keV PE-Energie). Das Verhältnis des Rückstreuelektronenstroms zum Primärelektronenstrom wird als Rückstreukoeffizient η bezeichnet und ist stark von der Atomzahl des Probenmaterials abhängig, da mit steigender Atomzahl die Wahrscheinlichkeit steigt, eintreffende Primärelektronen mit einer einzelnen Ablenkung im großem Winkel zu streuen. Da der Energieverlust so geringer ist als bei leichteren Atomen mit kleineren Atomzahlen, bei denen mehrfache Streuung unter kleineren Winkeln vorherrscht, erscheinen Minerale mit schweren Atomen unter dem BSE-Detektor heller. Der Kontrast beruht also auf der unterschiedlichen Fähigkeit, Elektronen abzulenken und damit auf der Atomzahl im jeweils vom Elektronenstrahl getroffenen Bereich der Probe.

 

The chemical signatures found in the red layers
are also quite consistent (Fig. 7)(Abbildung 3), each showing the presence
of aluminum (Al), silicon (Si), iron (Fe) and oxygen (O), and
a significant carbon (C) peak as well.
(HARRIT et al., 2009).

 

: EDX-Spektren der roten Schicht. a = Probe 1, b = Probe 2 usw.

Abbildung 3: EDX-Spektren der roten Schicht. a = Probe 1, b = Probe 2 usw. (HARRIT et al., 2009)

Die Autorenwollen also wirklich Sauerstoff und Kohlenstoff per EDX nachgewiesen haben. Da hege ich erhebliche Zweifel. Verwendet wird ein SiLi-Detektor. Aber die Autoren lassen offen, ob das Gerät mit normalem Beryllium-Fenster, einem dünnem Be-Fenster ausgerüstet oder gar fensterlos ist. Sollte die EDX-Einheit über ein handelsübliches, 8 µm starkes Be-Fenster verfügen, so lassen sich keine Peaks unter 1 keV nachweisen. Also auch kein Sauerstoff und kein Kohlenstoff. Denn  dieser Energiebereich wird vom Be-Fenster absorbiert.

Dazu eine kleine Exkursion in die energiedispersive Mikroanalytik:

Bei Wechselwirkung der PE mit dem starken positiv geladenen elektrischen Feld (Coulomb-Feld) eines Atomkerns der Probe verlieren sie einen Teil ihrer ursprünglichen Energie und emittieren dabei die Röntgen-Bremsstrahlung. Über das kontinuierliche Spektrum der Bremsstrahlung lagert sich das elementspezifische charakteristische Spektrum. Dieses Röntgenspektrum ist im Gegensatz zu dem Bremsspektrum für das jeweilige Probenmaterial charakteristisch und entsteht dadurch, dass auftreffenden PE durch inelastische Stöße Elektronen aus den inneren Schalen der Atome der Probe herausschlagen können. Trifft das eintreffende Elektron beispielsweise auf ein Elektron der K Schale und schlägt es heraus, so verlassen beide Elektronen in der Regel das Atom. Die in der K-Schale entstandene Elektronenlücke kann jetzt durch das Nachrücken eines Elektrons der  L-Schale wieder aufgefüllt werden, wobei die überschüssige Energie dieses Elektrons gequantelt in Form eines Röntgenphotons mit der Wellenlänge der Kα-Linie des betreffenden Elements emittiert wird. Wird die L-Schale jetzt durch ein Elektron der M-Schale aufgefüllt, wird die Lα-Linie emittiert. Würde die erste Lücke in der K-Schale nicht durch ein Elektron der L, sondern der M-Schale ersetzt, so wird die Kβ Linie emittiert. Auf diese Weise kommen alle Schalen des Atoms zur Ausstrahlung ihrer charakteristischen Linie. Vermag das anregende erste Elektron nur ein L-Elektron aus der Schale zu entfernen, so werden nur die jeweils  L-, K-, N-, usw. Linien emittiert. Die Linien der Röntgenserien treten dabei im Gegensatz zu den optischen Linien alle gleichzeitig auf. Die Verwendung energiedispersiver Analysesysteme (EDX) in Verbindung mit Rasterelektronenmikroskopen ist eine Standardmethode in der Geologie oder der Bodenkunde (POTTS et al., 1995). Die Genauigkeit der energiedispersiven Mikrosonde für die Hauptelemente oberhalb 1 Atom-% ist vergleichbar mit derjenigen, wie sie für die wellenlängendispersiven (WDX) Systeme angegeben wird (DUNHAM AND WILKINSON, 1978; REED AND WARE, 1975; WICKS AND PLANT, 1983).  Dabei hat das EDX-Spektrometer gegenüber den WDX-Systemen neben den günstigeren Kosten auch den Vorteil, dass EDX jeweils das komplette Röntgenspektrum auf einmal aufnimmt und es so ermöglicht, die jeweiligen Energiebänder mit den interessierenden Röntgenpeaks auszuwählen.
Die für die EDX verwendeten Detektoren bestehen aus einem Halbleiter, meist Silizium, aber manchmal auch Germanium, bei dem das Valenzband vollständig mit Elektronen aufgefüllt ist. Wird nun eines dieser Valenzelektronen aus dem Valenzband auf das nächst höhere Energieband, das so genannte Leitungsband gehoben, wird das Material leitfähig. Gleichzeitig bleibt eine Elektronenlücke quasi als mobile positive Ladung zurück. Die Energielücke zwischen dem Valenzband und dem Leitungsband beträgt für Silizium 1,1 eV. So haben bei Raumtemperatur Elektronen kaum ausreichend Energie, diese Lücke zu überspringen und der Halbleiter daher eine vergleichsweise geringe Leitfähigkeit.  Wird jetzt ein Röntgenphoton absorbiert, werden Auger-Elektronen freigesetzt. Bei dem Auger-Effekt wird bei der Auffüllung einer ionisierten inneren Elektronenschale durch ein äußeres Elektron keine charakteristische Röntgenstrahlung abgegeben, sondern die frei werdende Energie wird auf ein Elektron einer äußeren Schale übertragen, welches das Atom darauf als so genanntes Auger-Elektron verlässt.
Die freigesetzten Elektronen geben ihre Energie unter anderem auch dadurch ab, dass sie Valenzelektronen über die Energielücke in das Leitungsband heben. Also löst jedes eintreffende Röntgenphoton einen kurzen elektrischen Impuls durch freigesetzte Elektronen und Elektronenlücken aus, welche unter einer angelegten Spannung zur entgegen gesetzten Richtungen wandern. Die mittlere Energie, die zur Erzeugung eines Elektronen – Elektronenlücke Paares benötigt wird, liegt im Falle von Silizium bei 3,8 eV. (REED, 1996). Die Größe des erzeugten elektrische Impulses wird durch die Anzahl der erzeugten Elektronen – Elektronenlücke Paare bestimmt, welche der Energie des erzeugenden Röntgenphotons geteilt durch 3,8 eV entsprechen. Damit erzeugt ein Al Kα Photon mit einer Energie von 1,487 keV im Mittel 391 Elektronen – Elektronenlücke Paare, während ein Ni Kα mit einer Energie von 7,477 keV hingegen 1970 Elektronen-Elektronenlücke Paare erzeugt. Die jeweilige Energie der Röntgenimpulse kann also durch Messung der erzeugten elektrischen Impulse bestimmt werden. Um unerwünschten negativen Effekten von Unreinheiten im Silizium vorzubeugen, werden Si Detektoren mit Lithium dotiert. Diese Detektoren werden als Si(Li)-Detektoren bezeichnet. Diese Detektoren bestehen gewöhnlich aus einer rund 3 mm dicken Silizium Scheibe mit einer Fläche von 10 mm2. Die vordere Oberfläche ist mit Gold beschichtet, um eine Spannung anlegen zu können. Die Rückseite ist mit einem Feldeffekt-Transistor (FET) verbunden, welcher als Vorverstärker fungiert. Detektor und FET sitzen auf einem kupfernen Kältefinger, dessen anderes Ende durch flüssigen Stickstoff gekühlt wird und liegen innerhalb eines evakuierten und isolierten Behälters, eines so genannten Cryostats, dessen Funktion grob der einer Isolierkanne ähnelt und der sicherstellen soll, dass im Bereich des Detektors gleichmäßig kalte Temperaturen vorherrschen (Abbildung 4). Die Röntgenstrahlen treffen auf den Detektor durch ein dünnes Fenster aus Beryllium, welches für gewöhnlich rund 8 µm dick ist und den Detektor von der Probenkammer abschirmt. In dieser Dicke kann es dem atmosphärischen Luftdruck standhalten, so dass die Probenkammer problemlos belüftet werden kann. Allerdings absorbiert es in dieser Ausführung Röntgenstrahlen unterhalb von 1 keV. Dieses führt zu einer verringerten Effektivität des EDX Detektors bei Röntgenstrahlen niedriger Energie, wie sie für Elemente unterhalb von Natrium charakteristisch sind. Manche EDX-Mikrosonden verwenden daher entweder ultradünne Be-Fenster, welche dem Luftdruck nicht standhalten würden und daher ebenso wie fensterlose Detektoren zur Sicherheit vor dem Belüften der Kammer verschlossen werden müssen. Fensterlose Detektoren sind zusätzlich noch empfindlich gegenüber Lichteinflüssen und eindringender Verschmutzung.

Es wäre also bei allen Informationen über die verwendete Analytik von erheblicher Wichtigkeit gewesen, festzustellen, ob der Detektor ein Be-Fenster besitzt und wenn ja, welches.

Aufbau eines EDX-Detektors. Modifiziert nach REED (1996)

Abbildung 4: Aufbau eines EDX-Detektors. Modifiziert nach REED (1996).

 

At still higher magnifications, BSE imaging of the red
layer illustrates the similarity between the different dust
samples. BSE images of small but representative portions of
each red-layer cross section are shown in Fig. (8)(Abbildung 5). The results
indicate that the small particles with very high BSE
intensity (brightness) are consistently 100 nm in size and
have a faceted appearance. These bright particles are seen
intermixed with plate-like particles that have intermediate
BSE intensity and are approximately 40 nm thick and up to
about 1 micron across.
(HARRIT et al., 2009)

 

In diesem Fall ist es sehr schade, dass für die Untersuchung der Staubproben keine Röntgenpulveranalysen angefertigt wurden. Denn das hätte uns einige Spekulationen über die Natur der Strukturen ersparen können. Denn bei den „plate-like structures“ scheint es sich mit guter Wahrscheinlichkeit um Tonmineralpartikel oder vergleichbare Schichtsilikate zu handeln. Dafür sprechen neben der sehr guten und leicht erkennbaren Spaltbarkeit (der Papierturm artige Aufbau) auch die Elementgehalte an Silizium und Aluminium. Inwieweit das verwendete Gerät auch den Sauerstoff wirklich detektierte, halte ich für sehr fraglich. Vermutlich basiert die Elementkarte auf berechnetem Sauerstoff. Abgesehen davon spricht die Anwesenheit von Sauerstoff auf den Si- und Al-Positionen auch für die Anwesenheit eines Alumosilikates.

Rückstreuelektronenbild der roten Schicht der Staubproben 1 – 4 in a – d (HARRIT et al., 2009).

Abbildung 5: Rückstreuelektronenbild der roten Schicht der Staubproben 1 – 4 in a – d (HARRIT et al., 2009).

 

The XEDS maps, several of which are shown in Fig. (10b-f)
(Abbildung 6), indicate by color, the degree to which the particular
 elementis present at or near the surface from point to point across the
area. The results indicate that the smaller particles with very
bright BSE intensity are associated with the regions of high
Fe and O. The plate-like particles with intermediate BSE
intensity appear to be associated with the regions of high Al
and Si. The O map (d) also indicates oxygen present, to a
lesser degree, in the location of the Al and Si. However, it is
inconclusive from these data whether the O is associated
with Si or Al or both. (HARRIT et al., 2009)

 

 Die Frage, ob der Sauerstoff nun an Aluminium oder an Silizium  gebunden ist, zeigt meiner Meinung nach eigentlich nur eines: Dass die Autoren sich absolut keine Gedanken über die möglichen Formen gemacht haben, in denen die Elemente auftreten. Als Alumosilikate treten sie nämlich gemeinsam in einem Mineral auf. Erstaunlich, dass diese Erkenntnis bei der im Autorenteam versammelten wissenschaftlichen Kompetenz nicht aufgekommen ist. Ebenso deutet auch die Form der hellen eisenreichen Partikel auf die Anwesenheit eines Minerals hin. Dafür sprechen auch die EDX-Spektren, welche von den Tonmineral-artigen Bereichen oder den Fe-reichen Partikeln angefertigt wurden. Der Verdacht, dass ein Teil der C-Spektren, so das Gerät diese denn überhaupt detektieren konnte, auf Streuung zurückzuführen ist, liegt ebenfalls nahe.

Die Darstellung der flächenhaften Verteilung der Elemente wird auch in der Geologie standardmäßig verwendet. Was aber stellen diese Bilder eigentlich dar und wie kommen sie zu Stande?

Nimmt man die Intensitäten der charakteristischen Röntgenstrahlung eines Elementes auf, während sich der Elektronenstrahl schrittweise über die Probe bewegt, kann man die räumliche Verteilung des betreffenden Elements erfassen. Die Genauigkeit der Messung hängt fast linear von der Verweilzeit (dwell time) des Elektronenstrahls über dem Probenpunkt ab. Wird der Elektronenstrahl in einem rechteckigen Muster über die Probe geführt, erhält man eine zwei-dimensionale Karte der Verteilung des jeweiligen Elements. Zwar geben auch die Rückstreu-Elektronen Informationen über die chemische Zusammensetzung der Probe, aber diese Information basiert auf der mittleren Atomzahl der Elemente, aus der die Probe zusammengesetzt ist und gibt keine echte elementspezifische Information wieder. Die Aufnahmezeit für Röntgenstrahlen ist erheblich länger als sie für die Abbildung mit Elektronen üblich sind, da die Röntgensignale um einige Größenordungen schwächer sind. Für die Kartierung mit Hilfe der charakteristischen Röntgenstrahlen kommen sowohl wellenlängendispersive als auch energiedispersive Spektrometer zum Einsatz. Die einfachste Form der chemischen Kartierung (Chemical Mapping) stellt die Röntgenstrahlen-Punkt-Abbildung dar. In diesem Fall wird für jedes detektierte Röntgenphoton ein heller Punkt auf der Abbildung dargestellt. Sind Spektrometer und Elektronenstrahl synchronisiert, korreliert die Dichte der dargestellten Punkte mit der Konzentration des jeweils ausgewählten Elements in der Probe. Durch die Einführung digitaler Aufnahmegeräte wurde es möglich, die Anzahl der aufgenommenen Röntgenphotonen quasi als Helligkeit des Elektronenstrahls darzustellen. Das entstehende Bild ist aus Bildelementen (pixels = picture elements) aufgebaut, welche jeweils definierte x und y Koordinaten besitzen. Auf jeder Pixelposition verweilt der Elektronenstrahl eine bestimmte Zeit, die Verweilzeit oder dwell-time für die Aufnahme der Röntgenphotonen. Je mehr Pixel das entstehende Bild hat, desto besser wird die Bildqualität, aber ebenso verlängert sich die gesamte Aufnahmedauer, was wieder die dwell-time begrenzt.
Die seit BISDOM (1981) etablierte Methode der chemischen Kartierung hat sich im Zuge der Entwicklung moderner, computergesteuerter Elektronenmikroskope hin zu ausgefeilten, die einzelnen Elemente durch eine jeweilige Farbe repräsentierenden Karten gewandelt. Diese Karten stellen keine quantitativen oder halbquantitativen Elementkonzentrationen dar, sondern geben die zweidimensionale Elementverteilung der ausgewählten Elemente im Gesteinszusammenhang wieder. Einen detaillierten Überblick über die Methode geben HACHMANN et al. (1996) sowie HACHMANN & TIETZ (1998).

Rückstreuelektronenbild (a) und Elementverteilungsbilder (b-f) der roten Schicht und der Elemente Eisen, Aluminium, Sauerstoff, Silizium und Kohlenstoff. Zur Detektierbarkeit der Elemente Sauerstoff und Kohlenstoff wurde bereits alles gesagt.  Die Überschneidung der Aluminium- und Siliziumverteilung ebenso wie die Form der betreffenden Areale deutet für mich auf die Anwesenheit von Tonmineralen. Aus HARRIT et al. (2009)

Abbildung 6: Rückstreuelektronenbild (a) und Elementverteilungsbilder (b-f) der roten Schicht und der Elemente Eisen, Aluminium, Sauerstoff, Silizium und Kohlenstoff. Zur Detektierbarkeit der Elemente Sauerstoff und Kohlenstoff wurde bereits alles gesagt.  Die Überschneidung der Aluminium- und Siliziumverteilung ebenso wie die Form der betreffenden Areale deutet für mich auf die Anwesenheit von Tonmineralen. Aus HARRIT et al. (2009).

 

Again it was observed that the thin sheet-like particles are rich in Al
and Si whereas the bright faceted grains are rich in Fe. Both
spectra display significant carbon and oxygen, which may be
partially due to the beam spreading and receiving an overlapping
X-ray signal from the matrix material as well as particles
below the surface. The beam energy (20 keV) is such
that the volume of material from which the X-ray signal is
generated is larger than the particles. Hence, some Al and Si
[…] may not be inherent in the faceted
grains, and some Fe […] may
not be inherent in the plate-like particles.
(HARRIT et al., 2009)

 

Was ist dazu noch zu sagen? Ein weiteres Problem der Mikroanalytik ist die so genannte Anregungsbirne. Also der Bereich, in dem durch den Elektronenstrahl die charakteristischen Röntgenstrahlen erzeugt werden. Dieser kann, besonders bei hohen Beschleunigungsspannungen oder sehr großen Vergrößerungen (und kleinen Partikeln) zum Teil erheblich größer sein, als das Gebiet, welches man zu analysieren gedenkt. Die empfangenen Röntgenstrahlen stellen dann eine Mischanalyse des Zielgebiets und seiner Umgebung dar. Zur Detektierbarkeit bzw. Nicht-Detektierbarkeit von Sauerstoff und Kohlenstoff hatte ich mich bereits ausgelassen. Zusätzlich kommen bei dieser Art der Proben noch andere Effekte wie eine eventuelle Abschirmung der Röntgenstrahlen durch die Topographie zum tragen, denn die Proben sind ja nicht poliert. Sekundäre Anregung durch Röntgenstrahlen kann dabei auch aus nicht direkt unter dem Elektronenstrahl befindlichen Gebieten Röntgenfluoreszenz auslösen, welche dann vom Detektor aufgenommen und somit fälschlich dem analysierten Areal zugerechnet wird. Bei eigenen Analysen trat in diesem Fall einmal eine signifikante Menge Aluminium in ansonsten Aluminium-freien Mineralen auf, die rätselhaft schien. Die Lösung des Rätsels war sekundäre Röntgenfluoreszenz verschiedener Aluminium-Bauteile der Probenkammer und des Probentellers. Möglicherweise verhält es sich hier auch mit dem Kohlenstoff, so er denn detektierbar ist. Man sollte in diesem Fall nicht ganz außer Acht lassen, dass die Proben auf Tabs aus Leitkohlenstoff aufgebracht waren.

 

The consistently rhombic-shaped, faceted appearance of
the iron-rich grains strongly suggests that they are crystalline.
(HARRIT et al., 2009)

 

Ja, das sollte man vielleicht annehmen. Erstaunlich, dass diese Frage aber keine ernsthaften Konsequenzen nach sich zieht. Man könnte sich doch, nur so als Beispiel, die Frage stellen, welche kristalline Phase man denn hier hat? In welchem Mineral kann denn Eisen in mehr oder weniger rhombischer Form auftreten? Leider ist die Form aufgrund der hohen Vergrößerung nicht ganz klar erkennbar, aber Hämatit kommt beispielsweise in rhomboedrischen oder auch tafeligen Kristallen vor. Auch hier hätte eine Röntgenpulveranalyse sicher einiges an Klarheit geschaffen.

 

Red/gray chips were soaked in methyl ethyl ketone (MEK) for 55
hours with frequent agitation and subsequently dried in air
over several days. The chips showed significant swelling of
the red layer, but with no apparent dissolution.
(HARRIT et al., 2009)

 

Hört sich ein wenig nach Tonmineral an. Könnten quellfähige Tonminerale in org. Lösungsmitteln quellen? Durchaus. Tonminerale zeichnen sich durch eine hohe Absorptionsfähigkeit von allen möglichen anorganischen, aber auch organischen Stoffen aus. Wenn also meine Theorie über die Anwesenheit von Tonmineralen stimmt, so dürfte weder die fehlende Lösung noch das Aufquelle wirklich überraschen.

 

It was discovered in this process
that a significant migration and segregation of aluminum had
occurred in the red-chip material. This allowed us to assess
whether some of the aluminum was in elemental form.
(HARRIT et al., 2009)

 

Mal abgesehen von der kleinen Frage, wie ein organisches Lösungsmittelelementares Aluminium von anderen anorganischen Stoffen trennen will. Mit Hilfe einer Röntgenanalytik, die sich auf die charakteristischen Röntgenstrahlen der Elemente stützt, auf die Art der Bindung oder eventuelle elementare Form zu schließen, halte ich für schlicht und ergreifend unmöglich. Ich vermisse in diesem Zusammenhang auch ein einfaches Elementverteilungsbild der selben Position vor und nach der MEK Behandlung. Nur dann kann man auch wirklich über eine eventuell erfolgte Elementverlagerung urteilen.

 

Prior to soaking the chip in MEK an XEDS spectrum was
acquired from an area of the red-layer surface. The resulting
spectrum, shown in Fig. (14)(Abbildung 7), produced the expected peaks
for Fe, Si, Al, O, and C. Other peaks included calcium, sulfur,
zinc, chromium and potassium. The occurrence of these
elements could be attributed to surface contamination due to
the fact that the analysis was performed on the as-collected
surface of the red layer. The large Ca and S peaks may be
due to contamination with gypsum from the pulverized wallboard
material in the buildings.

 

Energiedispersives Spektrum der roten Schicht vor der MEK-Behandlung. Bemerkenswert sind die Cr und Zn Peaks, die laut Aussage von HARRIT et al. (2009) in den roten Bereichen vorkommen können. Die großen Ca und S Peaks werden auf Kontaminationen mit Gips aus dem Trümmern der Gebäude zurückgeführt (HARRIT et al., 2009).
Abbildung 7: Energiedispersives Spektrum der roten Schicht vor der MEK-Behandlung. Bemerkenswert sind die Cr und Zn Peaks, die laut Aussage von HARRIT et al. (2009) in den roten Bereichen vorkommen können. Die großen Ca und S Peaks werden auf Kontaminationen mit Gips aus dem Trümmern der Gebäude zurückgeführt (HARRIT et al., 2009).

Leider wurden vor der MEK-Behandlung keine Elementverteilungsbilder und nach der MEK-Behandlung keine Elementspektren (von der selben Stelle) aufgezeichnet. Das erschwert den Vergleich in meine Augen absolut unnötig.(oder sollte das beabsichtigt sein?). Denn so haben wir keinerlei Informationen über eine Elementverteilung vor der Behandlung. Daher ist eine Interpretation hier wohl durchaus als gewagt zu betrachten. Die Vermutung über die Calcium und Schwefelpeaks kann ich durchaus teilen. Gips (CaSO4 * 2 H2O) kommt in modernen Gebäuden allenthalben verwendet. Möglich, dass auch die anderen, untergeordnet auftretenden Elemente wie Zink, Chrom oder Kalium auf Verunreinigungen beruhen.

XEDS maps were acquired from the swollen red material
[…], in order to determine the locations
of various elements following the MEK treatment. The
data shown in Fig. (15)(Abbildung 8) illustrate regions where iron, aluminum
and silicon are concentrated. Furthermore, the data indicate
that wherever silicon or iron is concentrated, oxygen
is also concentrated.
On the other hand, there also exist regions
where the aluminum is concentrated but where the
oxygen may not accompany it commensurately
(HARRIT et al., 2009)

Wie bereits des öfteren angemerkt halte ich die Elementverteilungskarten (und Spektren) von Sauerstoff und Kohlenstoff für extrem fragwürdig und würde, bevor nicht hinreichend geklärt wurde, über welches Fenster der Detektor verfügt, darauf keine weitreichenden Interpretationen aufbauen. Oft berechnet die Elektronik entsprechende Gehalte an Sauerstoff, um die detektierten Elemente in Oxidformangeben zu können. Das bedeutet für Silizium eben SiO2 oder für Aluminium Al2O3. Hier ist es dann wieder schade, dass die Autoren es versäumt haben, aus den Peaks die quantitativen Elementgehalte zu berechnen und stattdessen nur qualitative Analysen präsentieren. Zumindest in den Bereichen ab 1 Atom-% erreicht die Genauigkeit der energedispersiven Systeme gut diejenige der wellenlängendispersiven Mikrosonde (DUNHAM and WILKINSON, 1978; REED and WARE, 1975; WICKS and PLANT, 1983). Aus diesem Grund ist die alleinige Verwendung qualitativer oder nur halb-quantitativer Angaben in meinen Augen unverständlich.

Rückstreuelektronenbild und Elementverteilungsbilder der roten Schicht nach der Behandlung mit MEK. Ich persönlich halte die Elementkarten für Sauerstoff und Kohlenstoff nach wie vor für fragwürdig. Mit guter Wahrscheinlichkeit handelt es sich um entweder berechnete Verteilungen oder um Artefakte. Abbildung aus HARRIT et al. (2009)

Abbildung 8: Rückstreuelektronenbild und Elementverteilungsbilder der roten Schicht nach der Behandlung mit MEK. Ich persönlich halte die Elementkarten für Sauerstoff und Kohlenstoff nach wie vor für fragwürdig. Mit guter Wahrscheinlichkeit handelt es sich um entweder berechnete Verteilungen oder um Artefakte. Abbildung aus HARRIT et al. (2009).

Abgesehen davon: Wenn ich mir das RE-Bild und die Elementverteilungsbilder anschaue, scheint die Verteilung auch von der Topographie der Probe abhängig zu sein. Zumindest das Eisen scheint sich in kleinen Körnchen auf der Oberfläche zu befinden.

Focusing the electron beam on a region rich in silicon,
located in Fig. (15e Abbildung 8e), we find silicon and oxygen and very
little else (Fig. 16). Evidently the solvent has disrupted the
matrix holding the various particles, allowing some migration
and separation of the components. This is a significant
result for it means that the aluminum and silicon are not
bound chemically.(HARRIT et al., 2009)

Ich halte es für sehr gewagt, hier auf den Elementverteilungsbildern eine so weitreichende Interpretation aufzubauen. Ja, es scheint, das Silizium und Aluminium in jeweils unterschiedlichen Gebieten vorkommen. Ob und wie aber das Lösungsmittel dabei eine Rolle spielt, könnte nur ein Vergleich mit dem Zustand der betreffenden Region _vor_ der Behandlung zeigen. Der aber fehlt hier. Und daraus nun auf eine chemische Bindung der beteiligten Elemente zu schließen, ist, vorsichtig gesagt, reine Phantasie. Auch eine höhere Vergrößerung analog zu Abbildung 9 wäre sinnvoll, um die strukturellen Veränderungen und eventuelle Elementverlagerungen –verluste der Tonmineral-ähnlichen Strukturen zu erfassen. Auch dies wurde leider versäumt. Tonminerale, mit ihrer teilweise extrem hohen Kationen-Austauschkapazität können ohne Probleme Elemente an ihre Umgebung abgeben, vorausgesetzt, Tauschpartner und entsprechende Lösungsmittel stehen zur Verfügung.

Energiedispersives Spektrum der Si-reichen Region. Abbildung aus Harrit et al. (2009). Die Spektren für Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O) liegen unterhalb von 1 keV und sind daher von Geräten mit Beryllium-Fenster nicht detektierbar. Dank moderner Elektronik werden sie aber oft dennoch dargestellt. Es ist dann aber riskant, darauf weitergehende Interpretationen aufzubauen.

Abbildung 9: Energiedispersives Spektrum der Si-reichen Region. Abbildung aus Harrit et al. (2009). Die Spektren für Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O) liegen unterhalb von 1 keV und sind daher von Geräten mit Beryllium-Fenster nicht detektierbar. Dank moderner Elektronik werden sie aber oft dennoch dargestellt. Es ist dann aber riskant, darauf weitergehende Interpretationen aufzubauen. Abbildung aus HARRIT et al. (2009).

The next XEDS spectrum (Fig. 17 Abbildung 10) was acquired from a
region that showed a high concentration of aluminum. Using
a conventional quantification routine, it was found that the
aluminum significantly exceeded the oxygen present (approximately
a 3:1 ratio). Thus, while some of the aluminum
may be oxidized, there is insufficient oxygen present to account
for all of the aluminum; some of the aluminum must
therefore exist in elemental form in the red material. This is
an important result.(HARRIT et al., 2009)

 Hier gilt das vorher gesagte über die Detektierbarkeit von Sauerstoff. Abgesehen davon finde ich die verwendete Bescheunigungsspannung von nur 10 kV relativ niedrig für die Analytik. Denn dadurch wird das verwendete Röntgenenergiespektrum auf den bereich von 0 bis maximal 5 keV beschränkt. Dieser Wert liegt sehr Nahe am möglichen Absorptionsbereich eines Beryllium-Fensters. Hier auf etwaige Oxidationsstufen von Aluminium schließen zu wollen, ist ein vergleichsweise schmales Brett. Fraglich, ob es sich hier wirklich um ein verifizerbares Ergebnis handelt, geschweige denn um ein wichtiges.

Energiedispersives Spektrum von einer Aluminium-reichen Region der roten Schicht nach der MEK-Behandlung. Die Verwendung von nur 10 kV Beschleunigungsspannung für analytische Zwecke ist vergleichsweise ungewöhnlich und beschränkt die Aufnahmefähigkeit des EDX-Systems von vorneherein auf Energiespektren bis maximal 5 keV. Damit würde man bei Detektoren mit Beryllium-Fenster (ja, ich weiß, ich neige dazu, mich zu wiederholen) gefährlich nahe am Limit von 1 keV liegen. In diesem Fall wären nur die Spektren von Magnesium, Aluminium und Silizium verwendbar.

Abbildung 10: Energiedispersives Spektrum von einer Aluminium-reichen Region der roten Schicht nach der MEK-Behandlung. Die Verwendung von nur 10 kV Beschleunigungsspannung für analytische Zwecke ist vergleichsweise ungewöhnlich und beschränkt die Aufnahmefähigkeit des EDX-Systems von vorneherein auf Energiespektren bis maximal 5 keV. Damit würde man bei Detektoren mit Beryllium-Fenster (ja, ich weiß, ich neige dazu, mich zu wiederholen) gefährlich nahe am Limit von 1 keV liegen. In diesem Fall wären nur die Spektren von Magnesium, Aluminium und Silizium verwendbar. Abbildung aus HARRIT et al. (2009).

Oxygen is very consistently found in high concentration
with the iron in the red material even after soaking in MEK
solvent (Fig. 15 Abbildung 8), and in Fig. (18 Abbildung 11)
an abundance of oxygen isfound relative to iron. Based
 on quantification of the XEDSspectra, and after
accounting for oxygen fractions to trace elements,
it is found that the Fe:O ratio for the spectrum in Fig.
(18) is approximately 2:3. This indicates that the iron is oxidized
and apparently in oxidation state III, indicating that Fe2O3, or
perhaps an iron (III) oxo-bridged polymer, is present.
(HARRIT et al., 2009)

Abgesehen von der (hier schon öfters erwähnten) Problematik mit der Detektion von Sauerstoff: Ich hatte weiter oben ja schon angemerkt, dass mich die Form der eisenreichen Partikel an Hämatit-Kriställchen erinnert. Hämatit ist nichts anderes als der Mineralname für Fe2O3. Auch die charakteristische Farbe der roten Schicht ist ein weiterer Hinweist, denn es reichen schon geringste Spuren von Hämatit aus, um andere Stoffe intensiv rötlich zu färben. Aus diesem Grund wird es auch gerne als Pigment verwendet. Eine Röntgenpulveranalyse hätte hier also manche Spekulationen erspart. Schade, dass die Ergebnisse der Quantifizierung nicht tabellarisch dargestellt wurden. Das wäre sicher auch ganz interessant gewesen.

Energiedispersives Spektrum einer der eisenreichen Regionen des mit MEK behandelten roten Chips, aufgenommen mit einer Beschleunigungsspannung von 15 kV (HARRIT et al., 2009). Neben Eisen auch hier Aluminium und Silizium, weil die Anregungsbirne möglicherweise über die Fe-reichen Körnchen hinausreicht und Umgebungsmaterial die entsprechenden Energiespektren liefert. Ein Energiespektrum eines Hämatitschüppchens auf Tonmineralen würde ziemlich ähnlich aussehen

Abbildung 11: Energiedispersives Spektrum einer der eisenreichen Regionen des mit MEK behandelten roten Chips, aufgenommen mit einer Beschleunigungsspannung von 15 kV (HARRIT et al., 2009). Neben Eisen auch hier Aluminium und Silizium, weil die Anregungsbirne möglicherweise über die Fe-reichen Körnchen hinausreicht und Umgebungsmaterial die entsprechenden Energiespektren liefert. Ein Energiespektrum eines Hämatitschüppchens auf Tonmineralen würde ziemlich ähnlich aussehen. Abbildung aus HARRIT et al. (2009).

The existence of elemental aluminum and iron oxide leads
to the obvious hypothesis that the material may contain thermite.
(HARRIT et al., 2009)

Das halte ich für keinen wirklich zwingenden Schluss. Hier wäre vielleicht ein weiterer Hinweis für alle angebracht, die sich weniger mit explosiven Materialien befassen, warum elementares Aluminium und Eisenoxide den Verdacht so nahe legen und welche Explosivstoffe daraus bestehen oder vergleichbare Reststoffe hinterlassen.  Abgesehen von den von mir oben erwähnten Problemen, die Detektierbarkeit von Sauerstoff betreffend.  Und außerdem stellen Aluminium ebenso wie Eisenoxide im Hochbau häufig verwendete Materialien dar und die Flugzeuge bestanden zu einem sehr großen Teil aus Aluminium, dass möglicherweise sogar selber in Brand geriet. Ihr Auftreten in den Trümmern sollte also eigentlich keine Überraschung sein. Mein bisher nicht widerlegter Verdacht ist folgender: Bei den roten Schüppchen handelt es sich um eine auf mineralischen Pigmenten (Hämatit) basierende Farbe, in der auch Tonminerale verwendet wurden.  Ein Abgleich mit beispielsweise Rostschutzmitteln hätte einen Erkenntnisgewinn bringen können.

Auch zur Differentialkalorimetrie wäre noch einiges zu sagen. Zum einen wurde diese nicht, wie sonst üblich, unter Schutzgas, oder zumindest einmal im Sauerstoff-Anstrom und ein zweites Mal unter Schutzgas durchgeführt, sondern unter normaler Atmosphäre. Ob die beobachtete heftige Reaktion gegen meine These von den Tonmineralen spricht? Nun, Tonminerale enthalten oft mehr oder weniger lose gebundenes wasser, was sie bei Erhitzen dann recht spontan abgeben.

Bisdom, E. B. A. H., 1981. Submicroscopy of weathered rocks. PUDOC, Centre for Agricultural Publishing and Documentation, Wageningen, The Netherlands.

Dunham, A. C. and Wilkinson, F. C. F., 1978. Accuracy, precision and detection limits of energy dispersive electron microprobe analysis of silicates. X-ray Spectrometry 7, 50-56.

Hachmann, W. and Tietz, G. F., 1998. Chemical Mapping of Weathering Stages in Laterites. Mikrochim. Acta (Suppl.) 15, 237 – 246.

Hachmann, W., Tietz, G. F., and Victor, J., 1996. Chemical Mapping – a Modern Tool Combining Chemical Composition of Minerals / Rocks with Petrographic Features. . Geociencias, Re. Univ. Aveiro 10, 63 – 87.

Harrit, N. H., Farrer, J., Jones, S. E., Ryan, K. R., Legge, F. M., Farnsworth, D., Roberts, G., Gourley, J. R., and Larsen, B. R., 2009. Active Thermitic Material Discovered in Dust from the 9/11 World Trade Center Catastrophe. The Open Chemical Physics Journal, 7-31.

Potts, P. J., Bowles, F. W., Reed, S. J. B., and Cave, M. R., 1995. Microprobe techniques in the earth sciences. Chapman and Hall, London.

Reed, S. J. B., 1996. Electron Microprobe Analysis and Scanning Electron Microscopy in Geology. Cambridge University Press, Cambridge.

Reed, S. J. B. and Ware, N. G., 1975. Quantitative electron microprobe analysis of silicates using energy-dispersive X-ray spectrometer. Journal of Petrology 16, 499-519.

Wicks, F. J. and Plant, A. G., 1983. The accuracy and precision of routine energy dispersive-electron microprobe analysis of serpentine. X-ray Spectrometry 12, 59-66.

 

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Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

30 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schöne Sache

    Den Unsinn mit dem Thermit durfte ich auch schon mal auseinandernehmen. Ich habe ja den Verdacht, dass dahinter ganz einfaches Kalkül steckt: Das ganze soll gerade eben wissenschaftlich genug klingen, um den Gläubigen ein paar Vortragshonorare abzuluchsen.

  2. Guter und ausführlicher Beitrag!

    Als in Sachen Thermit Unbewanderten drängten sich mir beim Lesen dieser Verschwörungstheorie zwei Fragen auf. Erstens, sämtliche genannten Elemente sind Teil von Zement und Beton, selbst die Sulfate werden als Zuschlagstoff für Zement benutzt und Baustähle enthalten immer einen geringen Kohlenstoffgehalt. Wenn ich deinen detaillierten Beitrag richtig gelesen habe (ich gebe zu ihn der Länge wegen etwas überflogen zu haben) dann erfolte keine Unterscheidung, ob es sich um Stoffe handeln könnte, die in jedem Gebäude aus Stahl und Beton massenhaft vorhanden sind. Selbst Cr (Stahllegierungen) und Zn (feuerverzinkte Stähle) finden im Bau ihre Anwendung.
    Zweitens, selbst wenn die Hypothese stimmen sollte, dass sich Thermitreste unter den Trümmern befinden, würde das nicht für eine „Sprengung“ sprechen. Einmal explodiert das Zeug nicht und des weiteren wird Thermit sehr häufig bei der baulichen Handhabung von Stählen, zum Trennen als auch Verschweißen, benutzt. Bekanntes Beispiel ist wohl das Verbinden von Schienensträngen im Bahnbau. Es könnten, rein spekulativ, also Reste aus der Bauphase der Gebäude sein.

  3. Grüße aus der Anderswelt

    Den WissensLogs meinen herzlichen Glückwunsch zur Aquise des kompetenten Bloggers und dem Blogger viel Spaß bei der neuen Herausforderung! Der erste Beitrag ist ja ein gelungener Einstand…

    Mit energetischen Grüßen und einem herzlichen Chi heil verbleibt von der Anderswelt des Sheng Fui

    Lorenz Meyer

  4. Ich finde es sehr gut dass jemand diese Staubanalyse kritisch begutachtet hat, und uns damit zeigt dass das Ergebnis dessen verfälscht ist.

    Ehe ich es vergesse:
    Ein sehr lustiger Zeitgenosse hat ein paar Fragen an sie Herr Ries:

    „Wo ist die Laborarbeit von Dr. Gunnar Ries, um die Laborarbeit von Dr. Jones, Dr. Farrer und den paar anderen Wissenschaftlern, die auch nicht nur alle als Profs rumlabern, zu widerlegen???

    Kennt Dr. Gunnar Ries Nanothermit und Methoden, wie man es klassifiziert und untersucht?“
    http://board.gulli.com/…harrit/401/#post12559204

    Klären sie ihn doch bitte einmal auf.

  5. @ rene

    ich glaube, in den verlinkten Forum hast du die passende Antwort schon bekommen. Nur soviel: Wenn du nicht verstehst, dass Harrit und Co ihre eigenen Methoden, besonders deren Limitierungen, nicht verstanden haben, ist das dein Problem.

  6. Geschichten aus 1001 Nacht

    Verfahren aus den Jahren 1981 und 1996 sind nicht relevant für Nanothermit. Es ab noch kein Nanothermit damals. Sie Mikroanalytik ist genau. Dieser Beitrag lügt hierzu.

  7. @ Andreas Frisk

    Starke Worte, denen aber keine weiteren Argumente folgen. Es ist einer Mikroanalytik vollkommen egal, was sie analysiert, Und ja, sie ist genau. Sogar sehr genau. Aber sie hat eben auch ihre Grenzen. Und wer sich auch nur ansatzweise mit den Funktionen beschäftigt, der weiß das. Wenn Du meinen Beitrag aufmerksam gelesen _und_ verstanden hättest, dann wäre dir nicht entgangen, dass diese „alten“ Publikationen nichts anderes als die Grundlagen der energiedispersiven Mikroanalytik beschreiben. Die Physik war auch damals die selbe wie heute oder morgen.

  8. Diskussion

    „Truth does not fear investigation!“

    Das sollte auch für die 9/11 Truther gelten.

    Selbst wenn jedoch kein Nanothermit im Staub gewesen sein sollte wäre 9/11 wegen der Fülle an Indizien und gerichtlich verwertbaren Beweisen nach wie vor ein Inside Job.

    Und selbst wenn 9/11 so abgelaufen wäre, wie das Establishment behauptet, wäre es trotzdem kein Grund für die Kriege in Afghanistan und Irak sowie Nacktscanner, Biometrieausweise, Kameras, und überhaupt den ganzen Stasi-2.0-Dreck und die Terrorpanikmassenhysterie.

    Es sind letztendlich Eure Freiheiten und Bürgerrechte, die Ihr da für Chimären in den Wind schießt. Aber das merken die Dummköpfe erst, wenn sie im Faschismus aufwachen und es zu spät ist.

    Nanothermit hin oder her – das ganze ist erheblich, erheblich komplexer!

  9. Das klingt doch schonmal ganz vielversprechend. Das einzige, was mich defintiv stört ist die sache, dass hier allem Anschein nach die Fähigkeit zum lesen stark eingeschränkt war. Zumindest bei harrit und Co, wenn sie denn zweifeln, ob ich das Equipment habe. Ein einzige schneller Blick im Internet hätte hier geholfen.

    http://www1.uni-hamburg.de/mpi/main/equipment.html

    http://www.uni-hamburg.de/geol_pal/rem.html

    Abgesehen davon: Es ging hier vornehmlich um die Diffraktometrie.

  10. Ist das ein Ja?

    Dann leiern wir die Sache an!

    „vornehmlich um die Diffraktometrie“
    Das habe ich auch so verstanden, allerdings bin ich kein Wissenschaftler, verstehe mithin die Grenzen DIESER Methodik nicht, weiß aber, dass zuletzt auch Prof. Jones Diffraktometrie-Bilder der rot/grauen Chips bei der Konferenz in SF präsentiert hat.

    Heißt das im Umkehrschluß, das andere Untersuchungsmethoden prinzipiell nicht in Frage kommen?

    Übrigens hat Prof. Harrit angeboten, persönlich nach HH an die Uni zu kommen, und eine Präsentation zum Thema zu halten. Natürlich nur, wenn das ohne Widerstände hinzubekommen ist!

    Herr Ries, Sie haben meine E-Mail. Sie finden auch meine Telefonnummer schnell im Netz. Sie können mich jederzeit kontaktieren!

  11. Vor allem:

    Einige Bilder aus der Studie zeigen freundlicherweise den Maßstab im Mikrometern an.
    Doch ungefiltert ist die Gemeinde der Verschwöricker der Ansicht, derlei „Beweisfotos“ mit Nanopartikeln in Verbindung bringen zu wollen.
    Kein ausgetriebener Kohlenstoff auf Stahlträgern, der überhaupt auf eine Detonation an sich schließen lässt. Keine Erklärung für den Verlust von Kontaktfläche durch Gel in einem „Nanothermit-Gel-Pack“ … und so viel Aluminium, das in den Augen der „VTler“ nie nimmer nicht von der Fassade stammen könnte …

    Gruß
    Holo

  12. ?

    „Bei den roten Schüppchen handelt es sich um eine auf mineralischen Pigmenten (Hämatit) basierende Farbe, in der auch Tonminerale verwendet wurden.“

    Zündet eine auf Hämatit basierende Farbe, die Tonminerale enthält, auch bei ca. 430°C in einer exothermen Reaktion? 😉

    „When ignited in a DSC device the chips exhibit large but narrow exotherms occurring at approximately 430 °C“

  13. Tonnen von geschmolzenen Stahl

    Wo sollen denn die Energien und vor allem die Temperaturen zum schmelzen des Stahles herkommen?
    Von den sauberen Cuts (perfekter Winkel) an den Stahlsäulen ganz zu schweigen ihr Genies.
    1000 anderen Ungereimtheiten.
    Warum gab es keine internationale Untersuchung?
    Warum wurden die Spuren soschnell vernichtet von einer Sprengweg-Firma?
    Demolition INC

    Fragen ohne Ende

    Die einfache Antwort lautet:

    Inside Job

  14. Dr. Gunnar Ries widerlegt

    siehe:
    http://www.911-archiv.net/…-veroeffentlicht.html

    WTC-Staubproben lägen in Hamburg zur Untersuchung durch Dr. Ries seit längerer Zeit bereit!

    Dr. Niels Harrit, Universität Kopenhagen, wäre zu einer öffentlichen Diskussion mit Dr. Ries an der Universität Hamburg bereit.

  15. @ Georg Lehle

    Netter Versuch. Nur leider liegen hier soweit ich weiß, keine Staubproben bereit. Und was eventuelle Podiumsdiskussionen angeht, so mag man sich an die offiziellen Stellen der Uni HH wenden. da habe ich definitiv keine Aktien drin.

    Vielleicht sollte sich der Verfasser des betreffenden Blgposts, auf das du abzielst, erst einmal ansatzweise mit der Materie der Mikroanalytik befassen, bevor er sich so aus dem Fenster lehnt. Ich glaube außerdem, dass hier die Bedeutung, die dieses Thema für mich hat, eindeutig überbewertet wird.

  16. Wenn es angeblich kein Nanothermit war,

    ..Wie kamen dann die schrägen schnittstellen an die Träger?
    Und wie konnten dann die Gebäude komplett zerstört werden???
    was bei Stahl ja schon schwer zu glauben fällt, denn Stahl zerbröselt und verbiegt sich nicht einfach so!?
    Vor allem nicht in Bereichen, wo gar keine erhöhte Temperatur geherrscht hat!
    Und das gilt ganz besonders beim WTC 7, ob man jetzt so kleinkariert ist und sich auf Naopartikel suche begibt…
    Es ist doch schon sehr schwer einen anderen Grund als eine kontrolierte Sprengung zu nennen, für eine derart saubere Zerstörung des Gebäudes!
    Die paar Feuerchen können es unmöglich gewesen sein!
    Wenn jemand schon kontrolierte Sprengungen gesehen hat, und dann will jemand ihm weissmachen das ein paar Feuer praktisch dasselbe erreichen???
    Wieso wird dann nicht immer so abgerissen??
    Das spart doch immense Kosten, die ganzen Kurse für Sprengmeister
    kann man sich sparen :-).
    Beim WTC 7 brauchte man dazu nicht einmal das Kerosin, das nach den offiziellen Schwachsinns- angaben ja bis zu 2000° erreichen kann!?
    Schon allein diese Tatsache, läßt ja wohl allergößte Zweifel am Offiziellen Teppichmesser Märchen aufkommen, abgesehen von den 1000 anderen Unstimmigkeiten!!!

  17. Viel Gechwefel ohne Beweis für etwas

    Es soll wohl den Eindruck erwecken als wüßten Sie um was es hier geht. Aber es reicht nicht aus hier Studentenwissen von irgendwelchen Normblättern abzukopieren. Besorgen Sie sich das nötige Material und bleiben Sie beim Thema. Dann bringen Sie bitte den Vortrag in den korrekten Zusammenhang. Was glauben Sie denn wie die Einstürze der Tower zustande gekommen sind ? Etwa durch das bischen Flugzeugbenzin ? Was hat die STAHLKONSTRUKTION zum schmelzen gebracht ? Und wieso ist Gebäude 7 auf gleiche Weise ohne nennenswerte Beschädigung eingestürzt? Haben Sie darauf Antworten ? Ich glaube nicht.

  18. zur Differentialkalorimetrie

    Zur DDK: Wäre das ein wasserhaltiges Tonmineral gewesen, das wärend der Messung – meinetwegen auch explosionsartig – das Wasser dampfförmig verliert, würde das DDK keinen exothermen Peak aufzeichnen wie bei Harrit, sondern einen endothermen. Wie ein DDK funktioniert, sollte dem Autor bekannt sein.

    Frage am Rande: die gefundenen Chips sind beim Einsturz der Tower entstanden?

  19. sehr interessanter Beitrag

    vielen Dank für Ihre Ausführungen,

    ich bin zwar auch in Strukturanalysen etwas bewandert, fand das Original-Paper aber dann doch etwas zu „kompliziert“.

    Was ich mich jedoch beim Lesen des Papers gefragt hatte:

    Wo sind entsprechende Negativ- bzw. Positiv-Kontrollen, die man zur Analyse doch normalerweise heranziehen sollte?

    Oder ist das in so einer Arbeit unüblich?

    Herzliche Grüße,

    MM

  20. fehlende Antwort

    Es wurde gefragt:

    „Bei den roten Schüppchen handelt es sich um eine auf mineralischen Pigmenten (Hämatit) basierende Farbe, in der auch Tonminerale verwendet wurden.“

    Zündet eine auf Hämatit basierende Farbe, die Tonminerale enthält, auch bei ca. 430°C in einer exothermen Reaktion? 😉

    „When ignited in a DSC device the chips exhibit large but narrow exotherms occurring at approximately 430 °C“

    Haben Sie keine Antwort hierzu?

  21. Wir spielen jetzt…

    Propaganda-Bingo!

    Unter Ausnutzung vom weiter unten liegenden Text (w.u.v.T.) wollen wir nun herausfinden, wie gut wir darin sind, VT und Thruter zu entlarven 🙂

    So spielt man das: Wenn Sie einen Text von einem VT vorliegen haben, lesen Sie es aufmerksam durch und anschliessend ordnen Sie einzelnen Aussagen zu den Punkten des w.u.v.T.

    Natuerlich kann man auch Texte wie z.B. „Befand sich Nanothermit zwischen den Trümmern des World Trade Centers? 29. Januar 2010 von Gunnar Ries in Skeptische Ecke“ dieses Spiels unterziehen. Was daraus kommt, ist recht wundersam 🙂

    Hier der w.u.v.T.:

    Auszug aus dem Buch Versklavte Gehirne von Dipl.-Psych.Heiner Gehring:
    Zehn Grundsaetze, um eine Propagandakampagne zu erkennen.

    (1) Probleme werden aufgebauscht oder verharmlost, unwichtige Einzelaspekte herausgestellt oder wichtige Einzelheiten durch eine Flut nebensaechlicher Information vernebelt;

    (2) fuer ein Problem wird ein einziger Loesungsweg als richtig und alle Anderen als belanglos hingestellt;

    (3) Nutzung von Generalisierungen wie z.B. „die Politiker“, „unsere Buerger“, „die Gewerkschaften“;

    (4) es werden uebertriebene Bewertungen genutzt wie z.B. „nach strengsten wissenschaftlichen Standards“ oder „das umfangreichste Reformvorhaben“;

    (5) Nutzung von Polarisierungen und unzulaessigen Vereinfachungen;

    (6) als Argumente werden extreme Einzelfaelle herangezogen;

    (7) Erweckung des Eindrucks, etwas sei bereits weit verbreitet wie z.B. „immer mehr Menschen sind dafuer“ oder „jeder zehnte Buerger“;

    (8) an sich wertfreie Worte werden mit einer anruechigen Faerbung versehen wie z.B. „Sozialstaat“ oder „Fruehrentner“;

    (9) Behauptungen werden beliebig und damit logisch falsch verbunden; und

    (10) es wird mit Stimmungen gearbeitet wie z.B. Angst, Unsicherheit, oder Schuld.

  22. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker (obligatorische Distanzierungsklausel)

    Man muss doch etwas naiv sein, wenn man glaubt, dass Nonens-Papers es nicht in Peer-Reviewte Journale schaffen (auch in solche mit hohem Impact-Faktor). Schätzungen gehen davon aus, dass über 70% der Papers das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Im Wissenschaftsbetrieb gibt es genauso Nepotismus, wie woanders, und es spielt auch die Politik hinein, wie woanders. Nicht unbedingt jetzt beim Feld-Mykologen, der z.B. die Phylogenetik des Lilastieligen Rötelritterlings untersucht, aber bei vielen anderen. Erkenntnisse, die aus verschiedenen Gründen „brisant“ sind, erscheinen in etablierten Medien erst nach einer Latenzzeit (hier gilt oft: je brisanter, desto länger)… sie tauchen aber sehr viel früher in den sogenannten „alternativen Medien“ auf, und firmieren dort als Verschwörungstheorien – nicht selten treiben sie da natürlich auch die buntesten Blüten und machen Transformationen durch. Warum ist das so? Es hat etwas mit Fallhöhe zu tun und mit Cluster-Phänomenen. Zwar will z.B. in der Medienwelt jeder der Erste sein, der investigativ etwas aufdeckt, auf der anderen Seite möchte man nicht riskieren, dass man als Depp dasteht, wenn man als einziger vorgeprescht ist, und niemand nachzieht – das ist direkt nach 09/11 sehr oft passiert, diese „vorpreschen“, auch von etablierten, deutschen Journalisten. Deshalb versichert man sich, indem man einen Mix aus gängigen Meinungen und Informationen anbietet, oder, wie in vielen Fällen, eine Thematik gar nicht mehr anspricht. Wer keine Fallhöhe mehr hat, weil er z.B. in der Branche längt diskretitiert wurde, lebt frei nach Wilhelm Busch sehr ungeniert, und packt dann meist alle heißen Eisen auf einmal an. Was ist mein Fazit? Nehmt die alternativen Medien ein bisschen mehr ernst, und glaubt nicht jedem Wissenschaftler, der was daherlabert – die sind genauso dumm wie jeder nichtwissende Durchschnittsmensch, und manchmal sogar noch etwas dümmer, weil er sich ob seines Spezialgebietes „wissend glaubt“.

  23. @Kesselmann

    Ich bin kein Verschwörungstheoretiker (obligatorische Distanzierungsklausel)

    Aber selbstverständlich nicht.

    Nehmt die alternativen Medien ein bisschen mehr ernst

    Danke für den Tipp. Ab sofort werde ich auch die Verblödungshilfen Nachrichten des Doof-im-Kopp-Verlages lesen und mir die neuesten Videos bei ViaVeto und Alpenrepublik.tv angucken.

    LÜGENPR… – ach nee, das gehört jetzt nicht hierhin.

    und glaubt nicht jedem Wissenschaftler, der was daherlabert – die sind genauso dumm wie jeder nichtwissende Durchschnittsmensch, und manchmal sogar noch etwas dümmer, weil er sich ob seines Spezialgebietes „wissend glaubt“.

    Genau. Weiß man ja schließlich seit Peter Sellers‘ Rolle in Dr. Seltsam, dass diese Wissenschaftler alle nicht ganz gar sind.

  24. „und glaubt nicht jedem Wissenschaftler, der was daherlabert – die sind genauso dumm wie jeder nichtwissende Durchschnittsmensch, und manchmal sogar noch etwas dümmer, weil er sich ob seines Spezialgebietes “wissend glaubt”.“

    Danke das ist auch mein Fazit! Gilt nämlich für die AE911Truth Wissenschaftler. Sehr zutreffendes Abschlussplädoyer.

  25. Es gab offenbar eine Win-Win-Situation zwischen den Initiatoren der Anschläge und der US-Regierung, die mit den Republikanern ja bekanntlich in besonderer Weise für die Interessen des MIK (Militärisch Industriellen Komplex) stehen.
    Die Geheimdienste hatten offensichtlich rechtzeitig Wind von der Sache bekommen und setzten den Präsidenten daraufhin in Kenntnis.
    Und genau hier beginnt nun der mögliche offizielle Verrat:
    Man gibt sich unwisssend, spielt das Spiel einfach mit und macht mahnende Zeitgenossen einfach mundtot (wie den Sicherheitschef, der zum WTC versetzt wurde und dann in den Trümmern den Tod fand).
    Man erinnere sich auch an die Mimik und das Verhalten von Präsident Bush, als er während eines Kindergartenbesuches über die Anschläge informiert wurde. Es machte auf mich den Eindruck, als wenn er dabei gerade nichts Neues bzw. Ungewöhnliches erfahren habe.
    Auch die Tatsache, daß sich der US-Präsident ausgerechnet zu Beginn der Anschläge im Kreis von Kindern in einem Kindergarten zur Märchenstunde aufhielt, läßt eine Art von „Regie“ zur Imagepflege an genau diesem schrecklichen Tag vermuten und kann somit als Indiz für das Vorwissen einer kleinen Gruppe Eingeweihter in Betracht gezogen werden.
    Alle Welt konnte nun sehen, zu was der Islam nun fähig war…, ohne die Mitwirkung der eigenen Elite, sei es auch nur durch Vertuschung, preiszugeben.
    Die USA marschierten daraufhin im Irak und Afghanistan ein und mahnten dabei mit der „Allianz der Willigen“ die Teilnahme ihrer Verbündeten a n.
    Jetzt – 15 Jahre später – ist die Sicherheitslage im Irak und Afghanistan absolut kritisch / besorgniserregend.
    Mit dem IS und dem Zerfall Syriens sind infolge weitere Konfliktherde entstanden, die sich nun auch in Europa zunehmend als destabilisierend auswirken.
    Wenn es der Plan von Alledem jedoch ist, die EU und den EURO zu schwächen, damit sich der US-Dollar als alleinige Weltwährung behaupten kann, sollten wir jedoch äußerst skeptisch werden und unsere gemeinsame Außenpolitik in der EU deutlich zielstrebiger friedensorientiert wahrnehmen.
    Europa darf nicht Kriegsgebiet werden, um den Preis fragwürdiger Interessen anderer Mächte.
    Die Lügen, die im Wahlkampf in GB verbreitet wurden und dann zum BREXIT führten, sind ein weiteres Indiz für das wahre Ansinnen dieser Leute.
    Man muß daher heute leider feststellen, daß die Welt unsicherer geworden ist und der „Nutznießer“ in Gestalt des MIK zusammen mit den Weltherrschaftsplänen seiner Regierung dafür eine sehr hohe und entscheidende Verantwortung zukommt.

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