Vorglühen für Deidesheim

Alljährlich treffen sich die SciLogger in Deidesheim, um sich über Bloggen und Wissenschaft auszutauschen. Aber auch ernsthafte Themen wie die traditionelle Weinprobe und das Einführen einer Frauenquote stehen diesmal auf dem Programm.

 

Auch dieses Jahr meint es das Wetter wieder gut mit uns; besser sogar, wir dürften trotz des kalten Windes weniger Winterjacken zu sehen bekommen als beim letzten Mal (Sci11: Wieder kein Sex, Religion und Klimawandel). Die TeilnehmerInnenliste ist länger als je zuvor und sofern der Geist von Deidesheim nicht wieder die Anreise einiger Kollegen sabotiert (Eilmeldung: Geist von Deidesheim sabotiert Bloggertreffen!), dürfte es gesellig werden.

Etwas trist stimmt allerdings die Männer-Frauen-Quote. Das Wort „TeilnehmerInnenliste“ war also eher ein Euphemismus. Woher Wissenschaftsbloggerinnen nehmen, wenn nicht stehlen? Oder wo überhaupt stehlen? Empfehlungen per E-Mail an die SciLogs-Redaktion sind stets willkommen.

Da es inzwischen selbst in Norwegen die Frauenquote gibt, hat sich eine geheime Kommission auf dem streng abgeschotteten Vortreffen im Hotel Panorama in Neustadt an der Weinstraße (8. Stock, Dachterrasse) einer politischen Agenda für die SciLogs verpflichtet: Erstens, Frauenquote; zweitens, Aufklärung der Dönermorde des Weintraubendiebstahls von Deidesheim; drittens, keine Kopfschmerzen am Sonntag!

Nachdem wir uns als WissenschaftsbloggerInnen etabliert haben und festgestellt haben, dass wir die Welt verändern können (Wir verändern die Welt!), wollen wir vom geheimen Vorglühkomitee diese Missstände nicht länger hinnehmen. Da wir sowieso (vielleicht mit Ausnahme von unserem über den Islam bloggenden Kollegen Hussein Hamdan) schon kollektiv den medizinischen Rat (Weltkrebstag: Mit Alkohol Glas für Glas zum Tumor) unserer Bloggerin Trota von Berlin missachten, läuft uns dafür die Zeit davon.

So waren auch die Rieslinge aus Neustadt und Mußbach zwar von frischem Holunderduft geprägt, doch charakterlos im Abgang. Nur ein Weißburgunder sowie ein lilafarbener Schal einer Französin konnten den Abend noch retten. Da ging die Sonne auf, ein ganzes Bouquet erfüllte das Glas mit Noten blumiger Düfte. Werden die Weine aus Deidesheim die Tradition verteidigen? Bleiben Sie gespannt, Sie erfahren es bald bei den SciLogs!

P.S. Von meinem Bloggerkollegen Arvid Leyh kam der ergänzende Hinweis, dass er auch keinen Alkohol trinkt und sich damit ebenfalls an die Gesundheitsempfehlung hält. Es sind also schon zwei.

Stephan Schleim

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Menschen-Bilder: Mensch, Gesellschaft und Wissenschaft Stephan Schleim blickt über den Tellerrand von Psychologie sowie Hirnforschung und diskutiert, was die Forschungsergebnisse eigentlich bedeuten, wie sich Gesellschaft und Wissenschaft zueinander verhalten. Stephan Schleim hat an den Universitäten Mainz und Frankfurt u.a. Philosophie, Informatik und Psychologie studiert (Magister Artium, 2005). Nach einem Praktikum am Max Planck-Institut für Hirnforschung und einem Forschungsbesuch am California Institute of Technology ging er an die Universitätskliniken Frankfurt und Bonn, wo er mit der funktionellen Magnetresonanztomographie moralische und juristische Entscheidungen untersuchte. Sein ausgeprägtes theoretisches und ethisches Interesse führte zu mehreren Publikationen im Bereich der Neurophilosophie und Neuroethik. Am Institut für Kognitionswissenschaft in Osnabrück wurde er 2009 mit seiner Doktorarbeit "Norms and the Brain" promiviert. Seit Oktober 2009 war er Forscher in der Abteilung für Theorie und Geschichte der Psychologie an der Universität Groningen, seit 2010 als Assistant Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Vom Oktober 2012 bis März 2013 war er Professor für Neurophilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2015 ist Stephan Schleim Associate Professor in Groningen. Seit 2005 ist Stephan Schleim auch als Wissenschaftsjournalist aktiv, veröffentlicht in verschiedenen deutschprachigen Medien mit Übersetzungen ins Italienische, Niederländische und Portugiesische. 2008 erschien sein erstes Buch "Gedankenlesen – Pionierarbeit der Hirnforschung", 2011 sein Buch "Die Neurogesellschaft – Wie die Hirnforschung Recht und Moral herausfordert."

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Na!

    …das mit den Dönermorden, dem Islamblogger und der Frauenquote hat sich jetzt aber schon ein wenig politisch inkorrekt angehört…

    MFG
    Dr. Webbaer

  2. @ Webbaer: Satire

    Vielleicht ist Ihnen schon in der Einleitung daran, dass ich die Weinprobe als „ernsthaftes Thema“ bezeichne, aufgefallen, dass es sich hierbei um einen satirischen Beitrag handelt.

  3. Satire…

    hätte der Schreiber dieser Zeilen jetzt nicht erwartet, verblüffend!

    Waren Sie nicht zuletzt in Japan um „Hirn-Blut-Schranken“ zu betrachten? Gelang dies?

    Ansonsten: Benzin ist teurer als Rotwein! – Lassen Sie es sich gut gehen, …, nebenbei natürlich auch ein wenig schulen, loge!

    MFG
    Dr. Webbaer

Schreibe einen Kommentar




Bitte ausrechnen und die Zahl (Ziffern) eingeben