Psychiatrie-Bibel unter Beschuss

Zurzeit wird die fünfte Ausgabe des DSM genannten Standardwerks vorbereitet, das die psychiatrische Arbeit weltweit beeinflusst. Die Veröffentlichung ist für das Jahr 2012 geplant. Doch mit dem heranrückenden Termin gerät das 1999 begonnene Projekt zunehmend unter Beschuss – aus den eigenen Reihen!

Neben dem Regelwerk der Weltgesundheitsorganisation, dem ICD, ist für den psychiatrischen und klinisch-psychologischen Bereich vor allem das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) maßgebend. Das von der (nord-) amerikanischen Vereinigung der Psychiater verabschiedete Regelwerk beeinflusst nicht nur die Diagnose psychischer Erkrankungen, sondern ist auch für das Versicherungswesen und die klinische Forschung von großer Bedeutung. Kurz gesagt, durch das DSM wird festgelegt, welche Bewusstseinszustände als krank anzusehen sind, dass die Behandlung dieser Zustände von Krankenkassen getragen und ihre Erforschung von Fördereinrichtungen finanziert wird.

In einem Bericht, der in der heutigen Ausgabe von Nature erschien, fasst die Wissenschaftsjournalistin Heidi Ledford nun einige kritische Beobachtungen zusammen. So würden die Projektleiter der früheren Ausgaben des DSM monieren, dass vor allem im Blick auf neue neurobiologische und genetische Befunde voreilige Kriterien in das neue Regelwerk integriert werden sollen. Ein Beispiel für die Voreiligkeit dieser Befunde wurde hier im Blog jüngst diskutiert. Aus der Arbeitsgruppe, in der es um Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen geht, seien inzwischen zwei Mitglieder zurückgetreten. Auch hier ging es um eine fehlende wissenschaftliche Basis: Die beiden Rebellen hätten die Auflagen der neuen Projektleiter kritisiert, eine völlig neue Form der Diagnose durchzusetzen. Demnach sollen psychische Erkrankungen zukünftig nicht mehr kategorisch – also zum Beispiel Depression ja oder nein –, sondern dimensional diagnostiziert werden. Das würde bedeuten, dass man mehr oder weniger psychisch krank sei, je nachdem, wie viele Punkte man auf einer Bewertungsskala erreiche. Die Rebellen würden es für unwahrscheinlich halten, bis zur geplanten Veröffentlichung die dafür nötige Forschung abzuschließen, und hätten deshalb ihre Arbeit niedergelegt, berichtet Ledford.

Der Entwicklungsprozess ist auch politisch unter Druck geraten. So habe eine Untersuchung gezeigt, dass mehr als die Hälfte derjenigen, die an der derzeitig gültigen Version DSM-IV mitgearbeitet haben, finanzielle Verbindungen zur Pharmaindustrie hätten. Robert Spitzer, Projektleiter des noch älteren DSM-III, kritisierte zudem die Informationspolitik seiner heutigen Kollegen. So sei ihm die Einsicht in Arbeitsprotokolle mit dem Verweis auf Geheimhaltung verwehrt worden. Heidi Ledford berichtet, dass sich die Mitglieder der heutigen Arbeitsgruppen dazu verpflichtet haben, über die Ergebnisse aus den Arbeitstreffen stillschweigen zu bewahren. Für Spitzer bedeute das einen Bruch mit älteren Traditionen. Allerdings ist dem zu entgegnen, dass über den Fortschritt der Arbeit am DSM-V auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite berichtet wird. Was aber hinter den Kulissen geschieht, das erfährt man dort freilich nicht.

Bei der Entwicklung des neuen Regelwerks geht es nicht nur um Fachdiskurse und Diskussionen, sondern auch um Einzelschicksale und Geld. Wer künftig als krank und wer als gesund angesehen wird, das wird das DSM-V im psychiatrischen Bereich beeinflussen. So wird der Psychiater Allen Frances, der am DSM-IV maßgeblich beteiligt war, mit einem kritischen Verweis auf autistische und Aufmerksamkeitsstörungen zitiert. Dass es zu einer enormen Zunahme an Diagnosen dieser Erkrankungen gekommen sei, das könne gut auf eine Änderung ihrer Definitionen zurückzuführen sein, die 1994 mit der vierten Ausgabe in Kraft getreten seien. Unterdessen versuchen manche, der Psychiatrie – dem Zeitgeist entsprechend – ein neues, neurobiologisches Gesicht zu verpassen. Andere sind hingegen Meinung, dafür fehle es noch an robusten Daten. Steven Hyman, der eine Leitungsfunktion für die Arbeit am DSM-V innehat, schlägt laut Ledford den Kompromiss vor, die neuen Kriterien als Ergänzung zu den bestehenden hinzuzufügen, anstatt sie dadurch zu ersetzen. Ob das bloße Hinzufügen neuer, klinisch nicht erprobter und wissenschaftlich vorläufiger Kriterien einen Beitrag zum Verständnis und der Behandlung psychischer Erkrankungen liefert oder bloß die Diagnose weiter verkompliziert und multipliziert, das sei hier zur Diskussion gestellt.

Quelle: Psychiatry manual revisions spark row. Nature 460 (23. Juli 2009), S. 445.

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www.schleim.info

Menschen-Bilder: Mensch, Gesellschaft und Wissenschaft Stephan Schleim blickt über den Tellerrand von Psychologie sowie Hirnforschung und diskutiert, was die Forschungsergebnisse eigentlich bedeuten, wie sich Gesellschaft und Wissenschaft zueinander verhalten. Stephan Schleim hat an den Universitäten Mainz und Frankfurt u.a. Philosophie, Informatik und Psychologie studiert (Magister Artium, 2005). Nach einem Praktikum am Max Planck-Institut für Hirnforschung und einem Forschungsbesuch am California Institute of Technology ging er an die Universitätskliniken Frankfurt und Bonn, wo er mit der funktionellen Magnetresonanztomographie moralische und juristische Entscheidungen untersuchte. Sein ausgeprägtes theoretisches und ethisches Interesse führte zu mehreren Publikationen im Bereich der Neurophilosophie und Neuroethik. Am Institut für Kognitionswissenschaft in Osnabrück wurde er 2009 mit seiner Doktorarbeit "Norms and the Brain" promiviert. Seit Oktober 2009 war er Forscher in der Abteilung für Theorie und Geschichte der Psychologie an der Universität Groningen, seit 2010 als Assistant Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Vom Oktober 2012 bis März 2013 war er Professor für Neurophilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2015 ist Stephan Schleim Associate Professor in Groningen. Seit 2005 ist Stephan Schleim auch als Wissenschaftsjournalist aktiv, veröffentlicht in verschiedenen deutschprachigen Medien mit Übersetzungen ins Italienische, Niederländische und Portugiesische. 2008 erschien sein erstes Buch "Gedankenlesen – Pionierarbeit der Hirnforschung", 2011 sein Buch "Die Neurogesellschaft – Wie die Hirnforschung Recht und Moral herausfordert."

52 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. hipp,hipp, is ja hipp borderline

    Hallo,
    wirft denn DSM IV in der Praxsis Probleme auf? Also hat der Psychiater vor Ort, oder im klinische Alltag angemeldet, dass es da Verbesserungsbedarf gibt?
    Oder gibt es mal wieder turnusmäßig Mittel und Ruhm zu verteilen?

    Mal abgesehen davon, dass das Kind vor allen Dingen, für die Krankenkasse erst mal einen Namen braucht.

    Wenn die Herrschaften, schon zumindest zum Teil, die Tradition des lernens am Objekt, für „scheints“ so bahnbrechende Erkenntnisse über den Haufen werfen wollen.

    Folgender Link zur doch noch recht unspezifischer Wirkung von Psychopharmaka:

    http://www2.i-med.ac.at/pharmakologie/info/info17-4.html

    Dann halte ich das vor dem Hintergrund, der im Moment vorherrschenden Präzision, in Diagnostik und Therapie, für mehr als bedenklich.

    Wozu soll denn die Einteilung, in mehr oder wenig krank dienen? Böse Nasen riechen da Triage.

    Ich denke jetzt ist mir vorerst übel genug, einen schönen Tag noch.

    M.f.G. Uwe Kauffmann

  2. @ Kauffmann: DSM-IV

    Das DSM-IV oder genauer gesagt das DSM-IV-TR, wie es seit Jahren vorliegt, hat sich in der Praxis bewährt. Allerdings würde wohl kaum ein Psychiater angeben, es sei perfekt.

    Warum beispielsweise kommt es vor, dass der eine Psychiater oder Psychologe eine Depression, der andere aber eine Schizophrenie diagnostiziert? Konkrete Zahlen liegen mir zwar im Moment nicht vor aber es ist erstaunlich, wie variabel die Diagnosen im Einzelfall sein können.

    Ich denke, viele Psychiater wünschen sich andere Anhaltspunkte als die üblichen „mindestens drei dieser fünf Kriterien treffen seit mehr als drei Monaten zu“-Listen, die sich nur im Gespräch mit dem Patienten und durch Beobachtung feststellen lassen; viele wünschen sich „objektive“ Kriterien. Daher ist es auch verständlich, wenn Hyman auf den Einschluss neurobiologischer Kriterien drängt — unverständlich ist es mir allerdings, wenn das dafür nötige Wissen noch gar nicht vorliegt. Schließlich wird man mit dem DSM-V ja auch wieder viele viele Jahre lang arbeiten.

  3. Weißt Du zufällig, ob es solche Auseinandersetzungen schon früher gab, als die anderen DSM ausgearbeitet wurden? Anscheinend nicht, da sich Robert Spitzer über die neuen Verhaltensweisen wundert.

    Ein Kontrollgremium gibt es wohl auch nicht. Da bleibt nur der Protest übrig und Berichte wie die von Heidi Ledford. Das kann ziemlich dünn sein.

  4. @Schleim

    Hallo,
    die Sehnsucht nach objektiven Kriterien, kann ich durchaus nachvollziehen, da geht es mir nicht anders als Ihnen.

    Selbige zieht sich aber durch viele Lebensbereiche. 🙁

    Da stellt sich für mich aber die Frage, zu welcher Dimension von Präzision der Mensch, eine Gruppe, geschweige denn eine Organisation, in der Lage ist.

    Ich denke ich habe so ungefähr einen Eindruck, was meine Präzision angeht. Das
    aber nur durch ausgiebige Beschäftigung,
    mit dem Thema.
    Und ich finde das sieht im schachspielerischem Sinne nicht gut aus.

    Vielleicht muss man als Individuum lernen, mit den systembedingten Bugs von größeren Einheiten umzugehen.

    Gruß Uwe Kauffmann

    *….siehe Wild Dueck-Blog.*)

  5. @ Martin: Geschichte des DSM

    Es gab sicher zu jeder Generation von Psychiatern auch Streitfälle; Robert Spitzer ist mir beispielsweise daher geläufig, dass er sich mit der Frage beschäftigt hat, ob Homosexualität als psychische Erkrankung anzusehen sei.

    Noch im DSM von 1968 war das so und 1974 hat schließlich die APA — durch die Initiative von Spitzer mitgetragen — beschlossen, Homosexualität als Erkrankung aus dem DSM zu streichen. Im DSM von 1952 hatte sie sogar noch als „soziopathische Persönlichkeitsstörung“ gegolten — da denkt man heute beinahe an einen Serienmörder.

    Ich denke, Auseinandersetzungen gab es schon immer aber eben auch zu anderen Fragen. Ein Medizingeschichtler kann dir sicher bessere Auskunft dazu erteilen. Die Sache mit den sexuellen Vorlieben ist von Spitzer und Kollegen selbst übersichtlich zusammengefasst worden.

    Friedman, Green & Spitzer (1976). Reassessment of Homosexuality and Transsexualism. Annual Reviews of Medicine 27, S. 57-62.

  6. @ Kauffmann: Objektivität

    Ich hatte die „Objektivität“ extra noch in Anführungszeichen gesetzt. 🙂

    Man muss sich eben vor Augen führen, wie viele Interessen hier vertreten sind. Es sitzen vielleicht Psychiater mit am Tisch, die sehr idealistisch und wissenschaftlich denken, die ihren Zweig der Medizin auf ein sicheres Fundament stellen und letztlich den Patienten helfen wollen.

    Dann gibt es aber auch Leute, die an Einfluss und Geld denken. Im Zusammenhang mit Obamas Gesundheitsreform hören wir zurzeit ja, die USA hätten das teuerste Gesundheitssystem der Welt.

    Schließlich gibt es noch diejenigen, die als Forscher Karriere machen und als große Entdecker in die Geschichte eingehen wollen. Sie denken vor allem daran, dass ihre Förderanträge bewilligt und ihre Ergebnisse in angesehenen Zeitschriften veröffentlicht werden. Das hat Steven Hyman, früherer Chef der National Institutes of Mental Health, ja selbst hervorgehoben. Da macht es sich eben gut, wenn man eine Störung erforscht, die sehr oft diagnostiziert wird und dabei noch Methoden verwendet, von denen alle glauben, sie würden das Problem in den Griff bekommen.

  7. Spitzer

    Und später hat er, aufgrund von Protesten der ex-gay-Bewegung, sich damit befaßt, ob Homosexualität veränderbar sei und kam zum Schluß, daß sie unter bestimmten Bedingungen veränderbar ist.

    Mir ging es eigentlich nur darum, ob diese Auseinandersetzungen zum DSM jetzt normal sind. Aber ich interpretiere Spitzers Aussage dahingehend, daß es eine neue „Qualität“ erreicht hat. Hätte mich auch gewundert, wenn Du darüber auch Bescheid gewußt hättetst.

    Irgendwie scheint mir dieses DSM doch recht willkürlich zu sein.

  8. Ich kann mich noch nicht mal dunkel an den Artikel erinnern. Tja, man kann nunmal nicht alles lesen, dafür reicht die Zeit nicht.

  9. @ Martin: Lesen

    Du verbringst eindeutig zu viel Zeit vor Computern. Es gibt auch noch nicht-elektronische Medien, wie sie z.B. vom Spektrum Verlag herausgeben werden. 🙂

    P.S. Carsten: Pass bloß auf mit dem Lob, sonst steigt mir das noch zu Kopfe.

  10. @ Stephan

    Witzbold! Ich lese recht häufig Bücher/Zeitschriften. So schön gemütlich ins Sofa lümmeln und dann gedrucktes lesen, das mag ich viel lieber als am Rechner.

  11. tick,tack,tick,tack…….der Hund warte

    Hallo,
    fasse mich jetzt erst mal kurz, denn ich habe heute aktuell noch eine andere Baustelle. Möchte die Inhalte hier, also erst mal sacken lassen. Mal eine hypocampale Programierung drüber laufen lassen. 😉

    @Könneker:

    Erst mal vielen Dank für die Freischaltung des Artikels.

    @Schleim:

    Herr Könneker ist eine Autorität, Sie sollten also seine Expertise durchaus ernst nehmen. 🙂

    Wenn Sie dann noch Bedarf an unnötiger Kritik haben, ich habe Ihr Video, von und mit dem Team von Vimeo noch nicht gesehen. 😉

    @Huhn:

    Mit dem Respekt vor dem Bürgermeister und dem Pfarrer, ist es wohl nicht mehr soweit her.
    Wenn ich rüde mit Ihnen umgehe, so soll dies keine Kritik an Ihrer Person sein.

    Ich weiß Ihre Beiträge durchaus zu schätzen und kann von Ihrer Weltsicht auch profitieren.

    Ich muss mich wohl noch ein bisschen an Ihnen abstoffeln. Ist aber eigentlich ein eher ungefährlicher Prozess.

    Bitte entschulden Sie mich von für meine Unreife.

    Wünsche den Herren, dann schon einmal einen schönen Start ins Wochenende.

    M.f.G.

    Uwe Kauffmann

  12. @ Kauffmann: Kritik

    Sie können meine Arbeit und meinen Auftritt im Braincast gerne kommentieren und/oder kritisieren. Das würde mich jedenfalls mehr freuen als die Diskussion über Nahtoderlebnisse, deren Zusammenhang zum Thema „Neuroenhancement“ mir nicht geläufig ist.

  13. @Knauß

    Ups,
    marsch, marsch, verdammt die haben mich am Arsch.

    ODER

    Traumatisierung könnte auch Weichei selbstreferenziell sein.

    ODER

    Es ist Krieg und ich Dummerle gehe hin.

    🙂

    Einen schönen Abend noch.

    Gruß Uwe Kauffmann

  14. zu „von Fördereinrichtungen finanziert“

    Hallo Herr Stephan Schleim!
    Ich bin auf der einen Seit dankbar für die gute Ausbildung und auf der anderen Seite froh, mein erworbenes Wissen nicht beruflich anzuwenden zu müssen. Ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen, entschieden wir uns kooperativ im gegenseitigen Einvernehmen für diese Entscheidung. Erste Frage: Wieviel Gemeinsamkeiten bestehen zwischen dem ehemaligen sozialistischen Wirtschaftssystem und dem jetzigen Wirtschaftssystem? Zweite Frage: Wie interpretieren jetzige Experten die folgenden Zeilen?

    INSPIRIERT VON DEN WERKEN DER DICHTER GOETHE UND HAFIZ
    … Seit jeher faszinieren uns Wanderungen durch Wälder, Wiesen und Felder. … Das Spiel aus Licht und Schatten bietet nicht nur für Leila interessante Motive. Auch die von Nazak fotgrafierten außergewöhnlichen Bilder beinhalten sowohl Spaß und Lebensfreude als auch Nachdenkliches und Kritik, und animieren nicht nur Ashraf immer wieder aufs Neue zum Nachdenken. … Traumhafte Landschaften, freundliche Menschen und vieles mehr gibt es aber auch in unseren jetzigen Heimat, mit Hilfe Marias und Fatimas zu entdecken. …
    Henry Kahle

  15. @ Kahle: Fragezeichen

    Ich würde Ihnen ja gerne auf Ihre Nachricht antworten, Herr Kahle, aber welche Ausbildung meinen Sie, welches Wissen, wer ist „wir“ und was hat das ganze mit dem Wirtschaftssystem oder gar den Dichtern — und vor allem: dem Thema — zu tun?!

    Fragen über Fragen…

  16. Hallo Herr Stephan Schleim!
    Ich weiss nicht, wie intensiv Sie sich mit Terrorismus beschäftigen? Terroristen sind sehr intelligente Menschen, und besitzen eine unheimliche Ausstrahlung auf andere Mitmenschen. Für mich sind von MARK A. GABRIEL, PH.D. „Islam und Terrorismus“ und von UDO ULFKOTTE „HEILIGER KRIEG IN EUROPA“, sehr von mir zu empfehlende Bücher.
    Henry Kahle

  17. @ Kahle: Kontrolle

    Weder bin ich ein Terrorist, noch kenne ich einen, noch interessiere ich mich sonderlich für das Thema. Wie Florian Rötzer kürzlich so schön in einem Online-Artikel schrieb: Das Risiko, beim Besteigen einer Leiter oder Einsteigen in ein Auto einen Unfall zu erleiden ist viel Größer als von einem terroristischen Anschlag betroffen zu sein.

    Ich halte aber Versuche der „Gedankenkontrolle“ für interessant — Gedankenlesen wird zu „Gedankenschreiben“. Bietet hier die „Sowjetische Militärpsychologie“ etwas Interessantes?

    Inwiefern das mit der Psychiatrie-Bibel zusammenhängt, das ist mir aber immer nocht nicht klar geworden.

  18. @Kahle

    Hallo,
    was macht Du denn hier? Politische Arbeit?

    Ich denke das macht der Terorist mit der Waffe?

    Du willst dich doch nicht unnütz ans Schweinesystem anbiedern oder?

    Was macht der Terorist, wenn er einer ist, übertragenen Suizid oder sonst nen Mist.

  19. Hallo Beide!
    Aufgabe des jeweiligen Staates ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen. Ich selber bin mit dem Dialektischen Materialismus groß geworden. Marx: „Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein“.
    Fantastisch finde ich nicht nur die Projektwerkstatt/Teekampagne ( http://blog.teekampagne.de/ ).
    Für mich war es Glück, Ninjutsu kennenzulernen. Es gibt das sehr interessantes Buch von A. Kim „Ninja Mind Control“ ( http://www.sportbedarf.de/ninja-mind-control-deutsche-ausgabe.html ). Nach meiner Meinung ist dieses Buch wesentlich interessanter als das Standardwerk „Sowjetische Militärpsychologie“.
    Henry Kahle

  20. @Kahle

    Hallo,
    das was Sie da ansprechen ist keine Zauberei. Man nehme einen Menschen mit narzisstischer Persöhnlichkeitsstörung entwerte den Gegner nach zimbardoschen Muster, trainiere ihm die Tötungshemmung ab und siehe da habe ich den von Ihnen beschworenen ultimativen Krieger.

    Einen gesellschaftlich untragbaren Psychopath, untragbar für jede Gesellschaft, egal nach welcher Revolution, mit welchen Zielen auch immer.

    Es ist egal ob das mit KGB,CIA oder Ninja belabelt wird. Das ist kein Heldentum, dass sind humanoide Kampfhund-Menschen.

    Ich hoffe einmal das Sie diesen Zustand, für sich persönlich nicht anstreben.

    Denken Sie daran, die Revolution frisst ihre Kinder. Hinreichende Beispiele hierfür sind die französische und die kubanische Revolution.

  21. Hallo!
    Ich muß Ihnen bedingungslos recht geben. Die Erzählungen meines Opas bestätigen Ihre Worte. Auf der einen Seite Brandenburger und auf der anderen Seite die Truppen des NKWDs. Erlebnisse anderer sind in dem Buch von Franz Kurowski „Deutsche Kommandotrupps 1939 – 1945“ Band I und II veröffentlicht. Mein Interesse, das militärisch Erlernte anzuwenden, ist so gut wie Null. Eine wesentlich schwierige Aufgabe besteht darin, Umweltbewusstsein und unternehmerische Aktivitäten miteinander zu verbinden. Und der Kreis schließt sich wieder. Original Stephan Schleim: „Das von der (nord-) amerikanischen Vereinigung der Psychiater verabschiedete Regelwerk beeinflusst nicht nur die Diagnose psychischer Erkrankungen, sondern ist auch für das Versicherungswesen und die klinische Forschung von großer Bedeutung.“
    Henry Kahle

  22. Hallo Herr Stephan Schleim!
    Herr Psychologieprofessor Rainer Mausfeld verstand es, sensible Daten verantwortungsvoll in der Öffentlichkeit darzustellen.
    Henry Kahle

  23. @ Roth: Kritiken

    Vielen Dank für diesen Hinweis, Frau Roth. Ich habe zur Frage der Geschlechteridentität nicht geforscht und kann mich daher auch nicht kompetent dazu äußern. Wenn der Fall hier ähnlich liegt wie bei Homosexualität, dann bin ich voll dafür, dies nicht als psychische Erkrankung anzusehen.

    Welche nun die „größte Kritik“ an dem Regelwerk ist, das ist sicher subjektiv unterschiedlich. Ich freue mich jedenfalls, dass Sie auf diesen Aspekt hingewiesen haben.

    In der Neuroethik untersucht man inzwischen Körperintegritätsstörungen. Haben Sie hier eine Intuition? Ist es eine psychische Krankheit, wenn ein Mensch beispielsweise den Wunsch hat, durch eine Durchtrennung des Rückenmarks zum Querschnittsgelähmten zu werden?

    Übrigens musste ich Ihr Zitat der Nachrichtenmeldung entfernen. Einen vollständigen Beitrag zu kopieren, stellt einen Verstoß gegen das Urheberrecht des Autoren und womöglich das Verwertungsrecht des Verlags dar. Sobald ich davon Kenntnis erlange, muss ich dies beheben, sonst werde ich selbst dafür verantwortlich gemacht („Störerhaftung“). Die jetzige Form der Verlinkung ist aber unproblematisch. So können die Leser den Text nach einem einfachen Klick lesen.

  24. ……..nicht über jede Weide treiben

    Sehe geehrte Frau Roth,
    vielleicht bin ich ja auch überhaupt nicht up to date, aber meines Wissens nach, ist transsexualität, sehr wohl eine Identitätsstörung.
    Dies ist auch für den Therapeuten, weil er gegen
    den einfachen Weg der Chirogie nicht anstinken kann, sehr problematisch. Leidensdruck der zur Therapie führt, ist bei diesem Klientel eher unterentwickelt.
    Nun weiss ich nicht aus welcher Ecke Sie auf diese Thematik zugegangen sind.
    Mann sollte aber nicht die Notwendigekeit zur Befreiung, die Tatsache seiner sexuellen Ausrichtung folgen zu müssen, dazu ausnutzen
    allgemeine Narrenfreiheit auszurufen.

    M.f.G. Uwe Kauffmann

  25. @Schleim, Körperintegritätsstörung

    Suchen Sie mal per Google den Artikel von Vilayanur Ramachandran ´Self Awareness: The last Frontier´. Darin wird dieses Thema kurz angesprochen.

  26. @Schleim, 2.

    Ich hab mal nachgelesen: Ramachandran spricht kurz das Thema ´Apotemnophilia = alien limb syndrome´ an.

  27. @ KRichard: Alien Limbs

    Ja, das scheint mir noch einmal etwas anderes zu sein, wenn jemand ein Körperteil als nicht mehr zu sich gehörig empfindet oder ob er durch einen operativne Eingriff beispielsweise eine Lähmung hervorrufen möchte.

    Es kann aber gut sein, dass es hier eine Überlappung gibt, wenn es beispielsweise um eine Amputation eines Körperteils geht.

  28. Alien Limbs

    Dabei wird ein Körperteil nicht nur als nicht zugehörig empfunden sondern solche Personen können den Wunsch entwickeln, dass dieser Körperteil (z.B. Arm/Bein) amputiert wird. (steht im Artikel)

  29. Hallo Allerseits.

    Ich bin positiv überrascht, dass auf meinen Kommentar eingegangen wurde, obwohl ich damit eigentlich recht spät kam.
    Herr Schleim, vielen Dank für die passende Abänderung, ich werde in Zukunft darauf achten.

    Was nun Biid, den Wunsch der Betroffenen und die Verwandtschaft mit Transsexualität betrifft, habe ich mich erst vor kurzem sehr ausführlich auf einem anderen Blog dazu geäußert, deshalb möchte ich hier einen Link zum entsprechenden Blogbeitrag von Herrn Tolmein und die entsprechenden Kommentare hinweisen.
    http://faz-community.faz.net/blogs/biopolitik/archive/2009/03/06/body-identity-integrity-disorder-und-das-selbstbestimmungsrecht.aspx

    Die Biid Verbände fordern derzeit einen Eintrag in die DSM V und versuchen auf diese Art, einem der Transsexualität vergleichbaren Behandlungsweg zu finden. Also psychologische Abgrenzung gegen andere psychische Phänomene, die ein entsprechendes temporäres Verlangen auslösen können, evtl. so etwas wie einen „Alltagstest“ und anschließende Indikation einer Chirurgischen Behandlung. Deswegen auch die Wortschöpfung „Body integrity IDENTITY disorder“

    Damit tun sie weder sich selbst noch trans- oder intersexuell Betroffenen einen gefallen. Sich selbst nicht, weil sie damit eine Welle psychologischer Entwicklungstheorien für eine angeborene Neurologische Varianz lostreten, wie sie seit 80 Jahren bei der geschlechtlichen Identität versucht wird (und das trotz bereits bestehender neurologischer Erkenntnisse bei Biid). Die Psychoanalytik wird sich auf den nächsten heiligen Gral stürzen.
    (vgl. http://badhairdaysandmore.blogspot.com/2009/03/die-suche-nach-dem-heiligen-gral.html )

    Herr Kaufmann,
    Sie zeigen sich ebenfalls in dieser Welt gefangen.
    „Dies ist auch für den Therapeuten, weil er gegen
    den einfachen Weg der Chirogie nicht anstinken kann, sehr problematisch.“

    Er kann, und er versucht es. Wie kommt ihre Profession dazu zu glauben, sie könne die Biologie übersteuern. Im Gegensatz zu 80 Jahren andauernden, erfolglosen Suche nach der psychosozialen Ursache von Transsexualität ist die Biologie mittlerweile angekommen. Über 300 Studien beweisen, dass schlicht Wahr ist, was die Betroffenen immer wieder sagen, und das Gehirn entsprechend dem gefühlten Geschlecht funktioniert. Eine Tatsache, die keine Psychotherapie übersteuern kann. Chirurgie ist hier nicht der einfachste Weg, sondern der einzig Erfolgreiche.
    ( Eine sehr gute Zusammenfasssung der Biologischen Prozesses finden sie übrigens hier bei Dr. Ronny Drantz: http://drdrantz-sciencesexuality.blogspot.com/ rechts im Blog finden sie die Links auf 10 Powerpoint Präsentationen, die das Thema verständlich zu vermitteln versuchen )

    Übrigens finde ich es ziemlich daneben, Transsexualität auf den OP Wunsch zu reduzieren, der nicht betroffenen ja so sehr die Schauer über den Rücken laufen lässt. Das leiden am falschen Geschlechtsteil ist vergleichsweises ein kleiner Punkt – die Hölle liegt bereits in der falschen Pubertät, die ja nicht nur zugelassen, sondern von vielen erst gefordert wird, könne sich doch vorher ein Kind nicht im klaren darüber sein:
    http://www.lauras-playground.com/horror_films.htm

    Wie es zu dieser seltsamen Haltung gegenüber Betroffenen kommen kann, habe ich kürzlich in einem Zeit-Leserartikel zusammengefasst:
    http://kommentare.zeit.de/user/bad-hair-days/beitrag/2009/07/20/transsexualit%C3%A4t-f%C3%BCr-journalisten-ein-tabu

    Nun aber zu der Frage, ob man Biid Betroffene entlang ihrer Wünsche behandeln sollte: So lange es sich um eine neurologische Störung handelt, wird der Leidensdruck für Betroffene nicht nachlassen. Und so lautet die richtige Frage: „Soll man diesen Leuten helfen, selbst wenn man das kaum als Hilfe versteht?“. Und ich denke mit der entsprechenden Abklärung: Ja

    Und für sie Herr Kaufmann, nach der Lehrstunde in Biologie noch ein anderer Hinweis.
    Sie meinen, eine Geschlechtsidentitätsstörung existiere sehr wohl? Dabei lässt sich die Unsinnigkeit dieser Behauptung schon wiederlegen, wenn man nur die ICD F64.0 Kriterien mal etwas genauer ansieht:

    http://badhairdaysandmore.blogspot.com/2009/01/die-unsinnigkeit-der-diagnose-f64.html

    Auf ein weiteres Paradoxon möchte ich geneigte Leser Aufmerksam machen:
    Intersexuellen Kindern wird gerne mal chirurgisch ein Geschlecht zugewiesen. In der Mehrheit wird zwar ein Treffer gelandet, was die Geschlechtsidentität betrifft (zwischen 70% und 95%, je nachdem, wen man fragt), aber diese Eingriffe werden auch von Betroffenen nur als traumatisierende Verstümmelung erfahren. Sobald das Kind sich aber selbst dazu äußern kann, was es eigentlich ist (auch bei der rein neurologischen Intersexualität, sprich Transsexualität) wird eine große Katastrophe daraus, Ethikkomissionen werden einberufen, Behandlungen mit dem Hinweis auf „Phasen“ verweigert.

    Wie ist das zu erklären?

  30. @Roth: Transsexualität

    Vilayanur Ramachandran äußert sich in seinem Beitrag ´Self Awareness:The last frontier´ auch kurz zur Transsexualität: Er meint, dass mindestens 4 unterschiedliche Aspekte für die eigene Sexualität wichtig seien: die externe Anatomie, das interne Körper-abbild im Gehirn, die sexuelle Orientierung und die sexuelle Identität (wie man von anderen gesehen wird).
    (Den Beitrag kann man per Google finden – hier ist darauf nur als Anregung verwiesen.)

  31. Herr Kaufmann?

    „Mann sollte aber nicht die Notwendigekeit zur Befreiung, die Tatsache seiner sexuellen Ausrichtung folgen zu müssen, dazu ausnutzen
    allgemeine Narrenfreiheit auszurufen.“

    Ist das ihr Ernst? Ist für sie Transsexualität eine sexuelle Ausrichtung?

    Wenn es so ist, werde ich wohl keinen Ihrer Beiträge mehr ernst nehmen können.

  32. > die sexuelle Orientierung und die sexuelle Identität (wie man von anderen gesehen wird).

    Da hat der gute Mann schon in zwei Punkten ein Problem. Vor somatischer Behandlung können transsexuelle Menschen gar nichts mit Sicherheit über ihre sexuelle Orientierung sagen – denn die ändert sich in gut 30% aller Fälle mit der Hormontherapie, und die sexuelle Identität (hier abgekoppelt von sexueller Orientierung) besteht seit der Geburt.

    Es ist irgendwie müssig, als Betroffene zu sehen, wie nicht Betroffene ihre eigenen Phantasien in das Thema einfließen lassen. Leider sind diese Phantasien häufigst sexueller Art.

  33. @ Roth: Chirurgische Eingriffe

    Sie schreiben:

    Über 300 Studien beweisen, dass schlicht Wahr ist, was die Betroffenen immer wieder sagen, und das Gehirn entsprechend dem gefühlten Geschlecht funktioniert. Eine Tatsache, die keine Psychotherapie übersteuern kann. Chirurgie ist hier nicht der einfachste Weg, sondern der einzig Erfolgreiche.

    Ich denke, beim zweiten Lesen habe ich das richtig verstanden. Am Anfang war mir die Verbindung von Gehirn und Chirurgie, also Neurochirurgie, vordergründig.

    Auch wenn Sie das wohl nicht meinten, sondern von einer Operation des Körpers sprachen, möchte ich hier mal die provokante Frage an Sie stellen, denn schließlich geht es in dem Blog ja auch um Neuroethik:

    Nehmen wir an, man würde nicht nur feststellen können, woran die Transsexualität im Gehirn liegt — und die Studien, auf die Sie verweisen, scheinen dies ja anzudeuten — und nehmen wir ferner an, durch einen neurochirurgischen Eingriff, der sehr sicher und frei von Nebenwirkungen ist, ließe sich dieser Gehirnzustand so ändern, dass der/die „Betroffene“ seine körperlich ausgeprägte Sexualität nun als die „richtige“ ansieht…

    Frage: Würden Sie so einem Eingriff zustimmen? Ich meine jetzt nicht im persönlichen Fall, sondern würden Sie es allgemein für angemessen halten, dass man Transsexuellen diese Operation anbietet?

  34. >Frage: Würden Sie so einem Eingriff zustimmen? Ich meine jetzt nicht im persönlichen Fall, sondern würden Sie es allgemein für angemessen halten, dass man Transsexuellen diese Operation anbietet?

    Nein. Es geht ja nicht nur um ein wenig fehlplaziertes Gewebe, sondern um grundlegende Eigenschaften eines Menschen. Stellen sie sich eine Welt vor, in der Probleme, welche die Gesellschaft mit Betroffenen hat, auf diese Art gelöst werden. Wollten sie in so einer Welt leben?

    Anders bei Biid. Ich könnte mir gut vorstellen wenn nur das Körperbild betroffen ist, eine Heilung in diesem Sinne von Betroffenen erwünscht sein könnte. Auch deshalb stört mich das „Identität“ in Biid.

  35. Hallo KRichard

    zu
    Vilayanur Ramachandran ´Self Awareness: The last Frontier

    „It turns out there are at least four distinct aspects of sexuality; your external anatomy, your internal brain-based body image, your sexual orientation and your sexual identity—who you think others think of you as.“

    Herr Ramachandran deutet hier Sexuelle Identität etwas anderst, als es gemeinhin getan wird – was leicht Missverständlich ist. Transsexuelle ohne Behandlung sind sich durchaus bewusst, dass sie von Aussen Aufgrund ihres falschen Körpers als das andere Geschlecht wahrgenommen werden. Auch das trägt zum Leidensdruck bei, denn nicht ganz zufällig ist das Geschlecht fast immer das erste, was wir über eine Person wissen wollen – Unterbewusst, aber nicht zu leugnen ist, dass wir eine Person je nach (wahrgenommenem) Geschlecht unterschiedlich behandeln. Gerade bei Internetbasierten Rollenspielen reagieren viele z.B. auf einem Mann mit einem weiblichen Avatar, der dies nicht gleich klar stellt, nach späterer Feststellung dann Aggresiv und fühlen sich getäuscht – einen Mann hätten sie ganz anders behandelt.

    Dass das Geschlecht aber verschiedene Ebenen hat, hat er sehr gut Erkannt. Es fehlen aber noch ein paar Anmerkungen dazu, das Geschlecht hat sehr viele Ebenen und kaum eine davon ist binär, ausser dort, wo es Bestimmt wird.

    Es gibt:
    – Das phänotypische Geschlecht
    – Habitus
    – Körperbild in Hinsicht primärer Sexualorgane
    – Körperbild in Hinsicht sekundärer Sexualorgane
    – Chromosales Geschlecht (nicht so Binär wie gemeinhin verstanden)
    – Genetisches Geschlecht (z.B. SRY Sequenz, die auch schon mal auf einem zweiten X landen kann)
    – Ausprägung der Sexualorgane
    – Gonaden
    – Geschlechtliche Identifikation
    – Gesellschaftliche Geschlechtsrolle (als Gender)
    – rechtliches Geschlecht (je nach Rechtssystem sind mehr als zwei Geschlechter mögich)
    – penetrierende oder empfangende Sexualpräferenz
    – Sexuelle Ausrichtung auf ein Geschlecht
    und und und…

    Wie Herr Ramachandran anmerkt, sind bei den meisten Menschen halbwegs Eindeutig auf einer Seite, bei Transgender, Transsexuellen und Intersexuellen aber nicht.

    Die aktuelle westliche Kultur kann mit dieser Uneindeutigkeit nicht umgehen. Sichtbar Intersexuelle Kinder werden mit bösen Folgen für die Selben zu einem eindeutigen sichtbaren Geschlecht hin operiert, wenn sie (in der Minderheit) das zugewiesene Geschlecht nicht annehmen werden sie wie auch Transsexuelle und Trangender zu „Verrückten“ erklärt.

  36. Narrenfreiheit ist manchmal die einzige

    Sehr geehrte Frau Roth,
    sehr schön das Ihnen der Kragen geplatzt ist, dass von Ihnen verlinkte Material, sehe ich mir gerne an.
    Ob Sie meine Beiträge ernst nehmen, ist für mich
    sekundär. Ich will hier etwas lernen und mich amüsieren. In Wirklichkeit habe ich auch keine ausgeprägten Anspruch darauf verstanden zu werden.
    300 Studien, sagen zuerst einmal garnichts aus, so ein bischen kommt es auch auf die Qualität der Theorie an. Sie bilden vor allen Dingen erst einmal einen empirischen Ausdruck über eine Aussage.
    Immerhin schon mal eine Tatsache, mit der man arbeiten kann. 😉

    Im Prinzip ist es mir auch egal, wer welche sexsuelle Orientierung hat. Leben und lieben ist für uns alle schwierig genug.

    Zum Thema schwierige Kindheit, es gibt viele Kinder, die vom Leben mehr als eins, auf die Fresse kriegen.

    Sexsuelle Orientierung, also Bedürfnisse, Wünsche,Moral Selbstbild und gewünschte Wahrnehmung von aussen, Freiheit und Moral, sind für alle Menschen, die nicht schon als Kleinkind sklawisch auf Ihre Geschlechterrolle geprägt worden sind, in der Pubertät immer und oft ein ein ganzes Leben lang, immer wieder ein Thema.
    Ich bin auch der Meinung, dass die Seele den Körper in einem gewissen Maße formt.
    Ich denke mal das sich hierzu Ansätze, in der Gendermainstreamingforschung finden lassen.

    Beschäftige ich mich aber im Moment nicht wirklich mit Gender, da ich meine, das die Evolution nichts zu verschenken hat.
    Wobei mich dies wiederum zwingend zu Ihren Links führt. 😉
    Sie sehen, ich komme um Sie nicht herum, vielen Dank noch einmal.

    Gruß Uwe Kauffmann

  37. Hallo Herr Kaufmann

    Mir ist nicht der Kragen geplatzt, ich habe nur die Erfahrung gemacht, das man mit Leuten wie Ihnen, die ein sehr geschlossenes Weltbild haben, erst gar nicht diskutieren kann.

    Was sich wiederum in Ihrer Antwort zeigt. Sie reden weiter von sexueller Orientierung, psychosozialer Entwicklung und Gender, und warum sie zwar (Vor Ver-)Urteilen, aber nicht bereit sind, Informationen aufzunehmen, die ihrem Weltbild wiedersprechen.

  38. jetzt bin ich aber beleidigt

    Sehr geehrte Frau Roth,

    „Mir ist nicht der Kragen geplatzt“: na weit weg war es aber auch nicht.

    „ich habe nur die Erfahrung gemacht“:

    a. Mit mir nicht!
    b. Wieviel davon? Ich bin 43
    C. Bei Ihnen konditioniert lernen das Lernen nicht?

    „Leuten wie Ihnen“mmmh…., Sie kennen mich aber seht gut!

    „die ein sehr geschlossenes Weltbild haben“: ich versuche ein schlüssiges zu
    bekommen.

    „erst gar nicht diskutieren kann.“: Ich ziehe Emphatie vor, Sprache ist nämlich sehr komplex und man versteht einen Menschen erst, wenn man sein Weltbild nachempfinden kann.
    Und da haben Sie schon recht, ich bin selbstreferenziell, aber ich zumindest, habe Kenntnis davon.

    Und diskutieren habe ich mir abgewöhnt, dass bedeutet nämlich überzeugen wollen und ich will es ja nur wissen.

    Diskutieren können Sie mit dem hier:

    http://www.brainlogs.de/blogs/blog/geschlechtsverwirrung/content/about

    Ist intellektuell auch ungefähr Ihre Gewichtsklasse.

    Für mich sind Sie ein ganz normaler Mensch, nur halt anders.

    Sie haben natürlich recht, ich bin männlich und ein Hetero, dass schränkt natürlich, wie alles was einen ausmacht die Wahrnehmung, schon stark ein.

    Ihr Weltbild ist aber wohl auch nicht vom Himmel gefallen.

    Ich lese übrigens gerade:
    Frauen und Selbstachtung – ich bin ich und ich bin O.K.

    Ein Ratgeber einer amerikanischen Psychologin (ist mir im Netz aufgefallen), kommt ganz harmlos daher, hat es aber faustdick hinter den Ohren.

    Ein Standartwerk, welches im Bücherregal eines echten Chauvies, nicht fehlen sollte. 🙂

    Bei mir gehen da zumindest reihenweise die Laternen an.

    Meiner Meinung nach schüttet die Geschlechterforschung im Moment das Kind mit dem Bade aus, wenn dies auch, für eine bestimmte Form der Menschenrechtsdisskusion, sehr nützlich sein mag.

    Wenn ich in meinem letzten Beitrag, auf Ihre Argumentation nicht eingegangen bin, so liegt das daran, dass ich im Moment leider kaum Zeit habe, was Sie auch daran
    ablesen können, das es selbst dieses Kommentars drei Tage bedurfte. Habe Ihrer Argumentation, aus zeitlichen Gründen, noch nicht folgen können. 🙁

    Wenn ich nur halb so ignorant und intolerant wäre, wie Sie annehmen, würde ich jetzt Ihre Internetpräsenz, in die Steinzeit zurückbomben.

    Ich zu mindest finde das ich Ihre doch sehr verallgemeinernde und im Ansatz beleidigende Reaktion, nicht verdient habe.
    Bösartig würde ich sagen, Sie reden
    nicht, Sie diskutieren.
    Sie leben nicht, sie kämpfen noch.

    Ich wünsche Ihnen all das Glück der Erde.
    Sie sind wohl schon kein ganz kleines Zahnrädchen.

    M.f.G. Uwe Kauffmann

  39. Verschiedenes

    > Meiner Meinung nach schüttet die Geschlechterforschung im Moment das Kind mit dem Bade aus, wenn dies auch, für eine bestimmte Form der Menschenrechtsdisskusion, sehr nützlich sein mag.

    Da sind wir einer Meinung… Als TS sind wir gerade zwischen 4 Weltbildern gefangen, und insbesondere die rein Binäre Weltsicht, wie sie die Monotheistischen Religionen Vertreten und die reine Genderlehre, wie sie die sozialen, radikalen Feministinen (2.Welle, Germaine Greer, Judith Butler) vertereten, Erdrücken uns aus zwei Richtungen. Dabei liegt die Wahrheit dazwischen.
    Sicher nicht uninteressant, für alle die sich für Neurobiologie interessieren: Die Kommunikation ist je nach Geschlecht anders, das Geschlecht von Sender und Empfänger beeinflusst es, und da ist die dazugehörige Basissprache angeboren…
    Es gibt noch ein paar andere Sachen, aber nichts hat das Geschlechterverhältnis so sehr geprägt, wie die maskuline (ich sage bewusst nicht männliche) Neigung, zu konkurrieren und sich ständig zu Messen.

    Aber ich schreibe Hauptsächlich um auf einen Beitrag aufmerksam zu machen, der mehr als eine Woche im Spamfilter fest hing, und im Kontext der voran gegangenen Diskussion interessant ist:

    http://www.brainlogs.de/blogs/blog/menschen-bilder/2009-07-23/psychiatrie-bibel-unter-beschuss#comment-5574

    Und zur letzten Frage von Herrn Schleim: Ich hab jetzt mehrfach Betroffene auf ihre Frage aufmerksam gemacht und die Antwort entspricht eigentlich immer meiner. Aber für Biid kann ich natürlich nur vermuten, es wäre aber sicher Möglich, ein paar zum Lesen dieses Threads zu bewegen.

  40. @ Roth

    Bitte entschuldigen Sie meine Zurückhaltung; aber bevor ich zum Thema etwas Falsches sage, will ich lieber nichts sagen. Wie ich bereits vorher anmerkte, ist das nicht mein Fachgebiet.

    Ich habe das Glück, mich in meinem Körper und mit seinen Geschlechtsmerkmalen wohl zu fühlen und erinnere mich an einen Fall im weiteren Bekanntenkreis meiner Eltern, wo ein Arbeitskollege, verheiratet und zweifacher Familienvater, transsexuell war und irgendwann als Frau auftrat. Damals war ich noch weit davon entfernt, mich für Psychologie zu interessieren; aber ich habe mich schon oft gefragt, wie das für die Töchter sein muss, dass der Vater jetzt eine Frau ist.

    Ich bedaure, dass einer Ihrer Beiträge im Spam-Filter hängenblieb. Das habe ich noch gar nicht mitbekommen. Leider bietet dieses Programm keine Möglichkeit, sich eine Vorschau seines Beitrags anzeigen zu lassen — was beispielsweise bei der Verwendung von Links gerne zu Problemen führt. Wenn es Schwierigkeiten gibt, dann bitte einen kurzen Kommentar hinterher setzen oder mir eine E-Mail schreiben, dann kümmere ich mich schnellstmöglich darum.

  41. @ Schleim

    „Ich bedaure, dass einer Ihrer Beiträge im Spam-Filter hängenblieb.“

    Der war aber nicht lange im Spam, den habe ich, glaube ich, sogar in meinem Urlaub aus dem Spam gefischt.

  42. @ Martin

    Danke! Ich habe, nachdem ich das gelesen habe, heute auch nachgeschaut und nichts gefunden. Daher ging ich davon aus, es müsse sich um ein anderes Problem gehandelt haben.

    Aber: Warum fischst du in deinem Urlaub Spam aus dem Papierkorb? Tsetse… Ich hoffe, du hattest trotzdem eine angenehme und erholsame Zeit.

  43. Warum? Weil ich Leser, die kommentieren nicht betrüben/irritieren will, weil sie sich vielleicht wundern, weshalb der Kommentar nicht online geht.

    Urlaub war schön, war viel in den Wäldern unterwegs.

  44. BIID

    Oben wurde gehofft, dass hier einmal ein „Betroffener“ von BIID berichtet oder besser sich an der Diskussion beteiligt.
    Zur oben abgebildeten Diskussion könnte ich gewiss einige beitragen und ich stimme überwiegend Sarah Roth zu.
    Aber die „Betroffenen“ waren und sind auf einen ICD – Eintrag des Problems nicht angewiesen, gegen den ich bin, da wir das Problem so lösen wie es Generationen vor uns getan haben: Löse Dein Problem mit einem verständnisvollen oder geldgierigen Chirurgen und schweige.
    „BIID“ als Problem haben ein paar Psychiater um Michael First aus zwei Gründen aus der Klamottenkisten gekramt:
    1. Es muß eine neue GID-Krankheit in einigen Jahren gebem,da wie bereits Frankreich und Austalien die Transsexualität aus guten Gründen als psychiatrische Diagnose verboten haben
    und
    2. Es gab und gibt Internetforen, in denen sich die „Betroffenen“ treffen. Da hätte es ja sein können, dass die Öffentlichkeit der auf die Idee hätte kommen können, die Psychiatrie kümmert sich nicht um ethisch moralisch abwegiges.
    Als „Betroffener“ lache ich über die veröffentlichten Studien mit ein paar Teilnehmern, die als statistisch tragfähig ausgegeben werden, von jedem „hart“ Wissenschaftler aber als Spekulation zurückgewiesen werden mangels Masse (jede ordentliche Wissenschaftsausbildung behinhaltet ja schon seit Jahzehnten Statistiklehre).
    Das einzige was ich positiv empfand an den bisherigen Beiträgen der Psychos war, dass ich mit meinen Vorstellungen über meinen Körper und mein Leben nicht alleine stehe. Dass in einem leider immer noch allzusehr christlich geprägten Land freiwillige Amputationen als unmoralisch gelten, das habe ich schon in meinem akademisch geprägten Elternhaus sehr früh erfahren.
    Auch ich halte die mögliche Einführung der psychiatrischen Diagnose „BIID“ sowohl für die Transsexuellen als auch die „BIID-Betroffenen“ poliisch für fatal. Auch danach wird es keine Amputationen auf Krankenschein geben. Selbst ich sehe hier berechtigte strafrechtliche Grenzen, vor allem dann, wenn jemand daher kommt und eine Amputation aus sexuellen Gründen will (ich kenne niemand, der sich deshalb eine beschafft hat, aber es soll welche geben).
    Heute wissen die Naturwissenschaften wesentlich mehr über die Entwicklung des Geschlechts und was sollte dagegen sprechen anzunehmen, dass zum gleichen Zeitpunkt der Geschlechtsbildung, die vor der Ausbildung der Geschlechsorgane liegt, nicht auch das Bild über den eigenen Körper entsteht.
    Auch wenn man mir auf der Grundlage naturwissenschaftlich fundierter Fakten sagen würde, wir können ihr Problem auch ohne Amputation lösen, würde ich darauf verzichten (mich kostet meine geplante Amputation in Deutschland 2300 Euro in Deutschland). Denn mir ist meine Identität wichtiger als dem hohlen Idealbild der Psychiatrie oder Psychologie zu entsprechen, das ich für sozial, politisch und normativ für überholt halte.
    Unser Vorteil ist, wir brauchen keine Namensänderung sondern nur einen Arzt, den wir meist in Asien oder Südamerika finden, der uns hilft. Da sind wir gegenüber den Transsexuellen im Vorteil.

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