Hirndoping in den USA

Es gibt fast keinen amerikanischen College-Studenten mehr, der für die Prüfung nicht Ritalin nimmt. (Prof. Dr. Henning Scheich, Magdeburg, auf einer Tagung der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt am 25. April, ca. 21 Uhr)

Kürzlich hatten wir es hier mit zwei „Medienschelten“ zu tun (eins, zwei), welche den unkritischen Umgang von Journalisten des öffentlich-rechtlichen Fernsehns monierten. In beiden Fällen waren nicht nur die Statements der Experten sehr selektiv ausgewählt, sondern fanden sich sogar Faktenfehler in den Beiträgen: Beispielsweise war davon die Rede, 25 Prozent der Schüler oder Studenten würden sich bereits mit Psychopharmaka für ihre Prüfungen „dopen“.

Kürzlich hörte ich einen Vortrag Henning Scheichs, Professor am Leibniz Institut für Neurobiologie in Magdeburg, in dem er unter anderem die Ergebnisse seiner tierexperimentellen Forschung vorstellte. In der Diskussion wurde ich dann sehr hellhörig, als es plötzlich um das Thema „Hirndoping“ ging. Das lag nicht fern, hatte Herr Scheich doch Daten vorgestellt, die dafür sprachen, dass seine Versuchstiere durch die Implantation von Elektroden ins Gehirn bei Lernaufgaben besser abschnitten als die Tiere der Vergleichsgruppe. Bei elektrischer Stimulation der Belohnungszentren im Gehirn sei es sogar so weit gegangen, dass die Tiere nichts mehr taten als sich durch das Betätigen eines Hebels selbst zu stimulieren. Dies wurde eindrucksvoll mit einem Video vorgeführt und man fragte sich, was wohl ein Mensch machen würde, dem auf diese Weise die elektrische Stimulation seiner Belohnungszentren ermöglicht würde.

In der Diskussion sagte Herr Scheich schließlich auch, in Amerika (gemeint sind wohl die Vereinigten Staaten) gebe es fast keinen College-Studenten mehr, der nicht für die Prüfung Ritalin® nehme – ein Medikament, das seit Jahrzehnten zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung verschrieben wird. Sein Wirkstoff, Methylphenidat, unterliegt aufgrund seines Missbrauchpotenzials den üblichen Einschränkungen für Betäubungsmittel. Ritalin® wird oft als Beispiel für eine Substanz genannt, mit der man seine Aufmerksamkeit steigern könne, obwohl die wissenschaftlichen Daten in Studien mit gesunden Versuchspersonen hierfür nicht eindeutig sprechen.

Der wesentliche Punkt ist aber nicht, dass es hier um Ritalin® geht, sondern die Aussage, fast niemand mehr verzichte darauf. Schon mehrmals sind mir auf wissenschaftlichen Tagungen Statements unangenehm aufgefallen, in denen es beispielsweise hieß: Jeder zweite meiner Studierenden betreibt bereits „Mind Doping“. Herrn Scheichs Aussage enthält nun keine konkrete Angabe, suggeriert aber doch eine Verwendung im Bereich oberhalb der 90 Prozent. Wie kommen die Professorinnen und Professoren auf diese Zahlen? Für welche Gruppen sollen sie repräsentativ sein? Selbst eine Umfrage unter Wissenschaftlern, an der hauptsächlich Naturwissenschaftler aus den USA teilnahmen, kam nur auf ca. zehn Prozent regelmäßige Einnahme von Stimulanzien.

Solche Zahlen bergen das Risiko, zwei Sachverhalte suggerieren, für die es noch keine belastbaren wissenschaftlichen Daten gibt: Erstens, dass die Substanzen wirklich bei Gesunden wirken (denn warum sonst würden sie so viele nehmen?) und zweitens, dass sie nicht gefährlich sind (denn sonst würde sie niemand über längere Zeit hinweg nehmen). Ich glaube, wenn in naher Zukunft tatsächlich immer mehr Schüler und Studenten illegal zu den Stimulanzien greifen, dann haben die falschen und suggestiven Berichte der Journalisten und Wissenschaftler einen nicht unerheblichen Beitrag daran – der Faktenfehler wird zur self-fulfilling prophecy.

An dieser Stelle mag ein Blick auf die Tatsächlichen Zahlen ernüchternd sein. Ich zitiere hier gerne ein Studie von Sean McCabe und Kollegen, die 2005 in der Fachzeitschrift Addiction erschienen ist. Die Zahlen sind zwar nicht mehr die jüngsten, doch ist eine Besonderheit der Studie, dass sie unter Teilnahme von knapp 11.000 Studierenden an über 100 verschiedenen Colleges quer über die Vereinigten Staaten durchgeführt wurde. Außerdem arbeiten die Forscher an einer Institution, die sich auf Substanzmissbrauch spezialisiert hat, sind also Experten auf dem Gebiet.

4,1 Prozent der Studierenden hatten innerhalb des letzten Jahres, 2,1 Prozent innerhalb des letzten Monats illegal zu Stimulanzien gegriffen.

Insgesamt hatten damals 6,9 Prozent der Befragten angegeben, jemals in ihrem Leben Stimulanzien (wie Methylphenidat) missbraucht zu haben, 4,1 Prozent hatten sie innerhalb des letzten Jahres ausprobiert und nur noch 2,1 Prozent gaben an, es innerhalb des letzten Monats getan zu haben. Von 25 oder gar über 90 Prozent keine Spur. Interessant ist auch eine Grafik, welche den Verbreitungsgrad an den jeweiligen Colleges deutlich macht. Hier sieht man, dass „Mind Doping“ an der Mehrheit der Colleges kein großes Problem war und nur an einem einzigen von über 100 ein Viertel der Studierenden angegeben hatte, einmal innerhalb des letzten Jahres illegal Stimulanzien konsumiert zu haben. Außerdem war ihre Motivation keineswegs nur das „Doping“ – wie das unter jungen Leuten so ist, wollten manche auch bloß Spaß haben und gaben als Grund für den Konsum beispielsweise an, sich „high“ zu fühlen.

Hirndoping in den USA - Verbreitung an den verschiedenen CollegesNach McCabe und Kollegen 2005, 100

Mir scheint, eine Aufklärung der Zielgruppen ist dringend nötig, in der Fakten und Mythen sauber auseinander dividiert werden.

Quelle: McCabe, S. E., Knight, J. R., Teter, C. J. & Wechsler, H. (2005). Non-medical use of prescription stimulants among US college students: prevalence an correaltes from national survey. Addiction 99: 96-106.

 

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www.schleim.info

Menschen-Bilder: Mensch, Gesellschaft und Wissenschaft Stephan Schleim blickt über den Tellerrand von Psychologie sowie Hirnforschung und diskutiert, was die Forschungsergebnisse eigentlich bedeuten, wie sich Gesellschaft und Wissenschaft zueinander verhalten. Stephan Schleim hat an den Universitäten Mainz und Frankfurt u.a. Philosophie, Informatik und Psychologie studiert (Magister Artium, 2005). Nach einem Praktikum am Max Planck-Institut für Hirnforschung und einem Forschungsbesuch am California Institute of Technology ging er an die Universitätskliniken Frankfurt und Bonn, wo er mit der funktionellen Magnetresonanztomographie moralische und juristische Entscheidungen untersuchte. Sein ausgeprägtes theoretisches und ethisches Interesse führte zu mehreren Publikationen im Bereich der Neurophilosophie und Neuroethik. Am Institut für Kognitionswissenschaft in Osnabrück wurde er 2009 mit seiner Doktorarbeit "Norms and the Brain" promiviert. Seit Oktober 2009 war er Forscher in der Abteilung für Theorie und Geschichte der Psychologie an der Universität Groningen, seit 2010 als Assistant Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Vom Oktober 2012 bis März 2013 war er Professor für Neurophilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2015 ist Stephan Schleim Associate Professor in Groningen. Seit 2005 ist Stephan Schleim auch als Wissenschaftsjournalist aktiv, veröffentlicht in verschiedenen deutschprachigen Medien mit Übersetzungen ins Italienische, Niederländische und Portugiesische. 2008 erschien sein erstes Buch "Gedankenlesen – Pionierarbeit der Hirnforschung", 2011 sein Buch "Die Neurogesellschaft – Wie die Hirnforschung Recht und Moral herausfordert."

21 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. @ Wissenschaftler im „Wissenssumpf“

    Lieber Herr Schleim,
    bei solchen Erlebnissen, klappt das mit der Schonkost doch ganz schwer, gell? 😉

    Aus unserem letzten Dialog:
    Sie: „Danke; ich glaube nur, ich muss echt aufpassen, um nicht so zu wirken, als würde ich alles durch den Dreck ziehen; also hin und wieder mal Schonkost? :-)“
    Ich: „Schonkost“ 😉 ist auch schön, wenn es bedeutet, dass Studienergebnisse sauber zustande gekommen sind und wissenschaftlich gesehen tatsächlich ein „Fortschritt“ stattgefunden hat.

    Ich hätte da sogar einen „entschuldigenden“ Gedanken…Werner Große hat hierzu ja auch schon einige Facetten angesprochen:

    Auch Wissenschaftler können nicht alle Studien lesen und da diese ab und an ja auch in den populärwiss. Medien schmökern, laufen sie Gefahr dort am Rande „Wissen“ zu sammeln, ohne sich später daran zu erinnern, woher es stammte. So wird es „arglos“ in die eigene Wissenschaft „eingebaut“.

    Und ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht auch davon betroffen sind. Ich befürchte sehr, dass Kenner uns hier und da auch unseres Wissensanteils, des nicht-wissenschaftlich begründeten Wissens, überführen könnte.

    So ist es – vor allem für die „Wissensriesen“, jene Professoren ganz oben, immer wichtig, um Kritik zu bitten und sich mit ihr auseinandersetzen, damit aus dem Munde eines Wissenschaftlers möglichst wenig „Fehl-Wissen“ gelangt…..

    Unsere Korrektur machen wir uns(hoffentlich)gegenseitig… ;-))

    P.S.: Ich bin immer noch irritiert, wenn ich die jüngsten Kommentare ganz oben suchen muss. Als Blogleserin habe ich mich bereits schon so an das Scrollen gewöhnt ;-), dass meine rechte Hand automatisch scrollt….und mein Hirn nachher sagt….nein, nicht (ist wohl das, was das Libet-Experiment eigentlich aussagt, aber ich kann hier versichern, dass mein Beitrag einem willentlichen Entschluss entstammt und dafür meine rechte Hand nur der „Handlanger“ war 😉

  2. gut beobachtet und kommentiert

    Ich bin Stephan Schleim sehr dankbar, dass er dieses Thema „Gehirn-Doping“ und überhaupt das sorglose Umgehen mit Zahlen so genau betrachtet. Denn es sind unglaublich viele Märchen unterwegs im Reiche der Wissenschaften.
    Was Ritalin angeht, so habe ich selbst eine interessante Beobachtung im Selbstversuch gemacht (nachzulesen auf meiner Website unter „http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=280).
    Weil ich an so etwas ähnlichem wie ADHS schon seit der Kindheit leide („Zappel nicht so herum“ war ein typischer Ausruf meiner Mutter – in der Schule still zu sitzen war immer eine Qual für mich), habe ich mir vor einigen Jahren, schon Mitte 60, aus reiner Neugier von einem Neurologen Ritalin verschreiben lassen.
    10 mg pro Tag (= eine Standardtablette) war mir zu viel. Also habe ich jede Tablette in sechs etwa gleichgroße Stücke zerbrochen und eines der Teile am Morgen nüchtern eingenommen (also rund 1,6 mg).
    Die Wirkung ist erstaunlich: das ist wie ein kleiner Kick, eine Art „Aufhellung der Stimmung“, die deutlich wahrnehmbar ist; zugleich hilft mir die Wirkung, mich besser zu konzentrieren.
    Wenn ich bedenke, dass ein Standard-Verschreibung für Kinder (!) nicht selten 3 x 10 Milligramm täglich beträgt – also die 18fache Dosis – dann muss ich mich schon sehr wundern. Für mich grenzt das an Kriminalität. Denn es besteht kein Zweifel:
    „Alles ist Gift – die Dosis macht´s, ob es heilt oder [schädlich] wirkt“ – so ungefähr formulierte es Paracelsus schon vor Jahrhunderten.
    „Nix dazuglérnt – oder zu geldgierig“ -das ist meine Frage an die Pharmaindustrie.

  3. GehirnDoping

    Weist Brendan Maher, der Autor des Nature-Artikels, nicht darauf hin, dass die Einnahme von Wirkstoffen zur kognitiven Leistungssteigerung in Zukunft ähnlich wie die Schönheitschirurgie zunehmen wird, wenn bioethische und psychologische Bedenken überwunden werden?

    Sagten nicht 80 Prozent, dass gesunden Erwachsenen die Einnahme von leistungssteigernden Medikamenten möglich sein sollte.

    Gaben nicht 69 Prozent an, dass sie bei der persönlichen Verwendung auch leichte Nebenwirkungen akzeptieren würden.

  4. @ Armand: Schonkost & Tatsachen

    Liebe Frau Armand,

    Sie haben da schon recht; eigentlich hätte ich den Artikel auch schon früher gebracht, hatte ich ihn doch gleich nach der Tagung geschrieben. Gerade um den Eindruck des ewigen Meckerns zu vermeiden, habe ich dann aber noch drei andere Beiträge dazwischen geschaltet.

    Die Erfahrung, von der Herr Große spricht, habe ich auch schon gemacht. Beispielsweise meinte ich mich für einen populären Artikel daran zu erinnern, dass man 1950 Albert Einstein bei einem EEG-Experiment mal an die Relativitätstheorie, mal an die Newtonsche Mechanik hat denken lassen, um im Vergleich der Hirnwellen bestimmte Unterschiede zu entdecken.

    Da ich mir aber nicht ganz sicher war, habe ich in einer Quelle nachgelesen und dort gesehen, dass tatsächlich nicht nur Einstein, sondern auch John von Neumann und Norbert Wiener untersucht wurden und es nicht um den Vergleich der physikalischen Theorien ging, sondern man schauen wollte, ob diese Genies ein besonderes Muster der Hirnwellen haben.

    Also eine ganz andere wissenschaftliche Frage, als diejenige, die ich mir in der Erinnerung zusammen gereimt hatte; außerdem fand ich in der Quelle dann auch heraus, dass die Ergebnisse dieses Experiments nie veröffentlicht wurden; also hat man wahrscheinlich keinen Unterschied festgestellt.

    Entsprechend musste ich dann meine Textstelle anpassen.

    Auch wenn irren menschlich ist, haben doch meines Erachtens alle Vortragenden, Berichterstatter usw. die Verpflichtung, ihre Tatsachenbehauptungen ordentlich zu recherchieren; und gerade für die Diskussion zum Enhancement fällt es immer wieder auf, dass ganz viele einfach nur reißerische Zahlen nennen, nie auch nur eine Quelle.

    Deshalb schreibe ich hier diese Beiträge.

  5. @ vom Scheidt: Dosis und Verantwortung

    Lieber Herr vom Scheidt,

    schön, dass Sie hier Ihre eigene Erfahrung einbringen.

    Es ist ja generell umstritten, inwiefern man ADHS überhaupt mit Medikamenten behandeln sollte — von deutschen Ärzten höre ich meistens, dass man es wenigstens erst einmal mit anderen Möglichkeiten ausprobieren sollte, bevor man die Pillen verordnet.

    Letztlich liegt das in der Verantwortung der Ärzte, vor allem der Psychiater, wie sie mit diesen Medikamenten umgehen. Mangels besserer Kenntnis möchte ich denen nicht in ihr Handwerk hineinpfuschen. Ich glaube schon, dass viele Ärzte nicht einfach nur schnell die Pillen verschreiben, sondern vor allem auch ihren Patienten helfen wollen.

    Interessant auch, dass Sie von der Stimmungsaufhellung berichten; das ist durchaus plausibel, auch mit einem Blick auf Ergebnisse der pharmakologischen Studien. Das zeigt außerdem, dass es sehr schwer ist, für Methylphenidat mit einem Plazebo zu kontrollieren, da die Person es wahrscheinlich ganz deutlich wahrnimmt, ob sie den Wirkstoff bekommen hat oder ein Zuckerstück (oder was man eben sonst nimmt).

    An die ganz große Debatte, wie man mit den Betroffenen umgehen soll, vor allem den Kindern, will ich mich jetzt hier nicht dran wagen; das ist ein sehr komplexes Thema.

    Viele Grüße

    Stephan Schleim

  6. @ Falk: Analogien

    Hallo Herbert,

    ich frage dich umgekehrt: Hältst du es nicht für bedenklich, wenn sich im letzten Jahr ganze 7.500 junge Frauen im Alter von bis zu 20 Jahren in den USA die Brüste vergrößern ließen?

    Ethische Entscheidungen sollte man nicht der Markt- und Meinungsforschung überlassen.

    Es wird noch andere Gelegenheiten geben, bei denen wir uns ausführlicher über die Ethik des Enhancements streiten können.

    Viele Grüße

    Stephan

  7. @ Armand, P.S. Scrollen & Klicken

    Gerade weil ich das Scrollen, und vor allem auch das Klicken, wenn eine Seite erst einmal voll ist, so nervig finde, stehen bei mir die jüngsten Beiträge oben; so handhaben wir es ja auch mit den Blogs.

    Ich finde das viel komfortabler und natürlicher so; Sie können das für Ihren Blog auch einstellen. Schließlich will man manchmal ja nur schauen, ob es einen neuen Beitrag gibt, und muss dann nicht immer bis ans Ende klicken und scrollen.

  8. @Stephan, Meerwassernasenspray

    Hallo Stephan,

    „Brain Enhancement“ (cooler Begriff, muss ich mir merken) der einfachen Art genieße ich momentan – frische Seeluft atmen und den freien Blick aufs Meer genießen.

    Die Wirkung ist erstaunlich und braucht keinem besonders erklärt werden der sie kennt.

    Ich habe sogar schon versucht die Wirkung zu verlängern. Bei mir im Schrank stehen zwei Fläschchen Meerwassernasenspray. Dort stehen sie schon längere Zeit. Es ist irgendwie nicht das Gleiche.

    Meerwassernasenspray gibt es überall und rezeptfrei. Bei Ritalin® ist die Situation (noch) anders.

    Ein Gedanke ist mir bei der Erwähnung von Brustvergrößerungen gekommen. Die zeitliche Entwicklung:
    68er – warum eigentlich BH?
    Mitte der 80er – Push Up
    Jetztzeit – operative Brustvergrößerungen

    68er – Gras … – Leistungsdruck? wasn das?
    Mitte der 80er – speedige Mittel zur Leistungssteigerung
    Jetztzeit – BrainPushing (BrainWashing?) fürs Informationszeitalter

    Was solche Substanzen betrifft, habe ich einen einfachen Selbstschutz: eine Abneigung gegen Mittel, welche mir die volle Kontrolle über meinen Körper oder mein Bewusstsein entziehen.

    Viele Grüße
    Herbert

  9. @ S.Schleim: Handmuskeldoping? 😉

    Mit dem Scrollen ist das eher eine Gewohnheit. Da die meisten Blogs die Kommentare zeitlich nacheinander, d.h. von oben nach unten haben, muss man sich umstellen, wenn es andersherum ist….eigentlich eine banale Sache, wenn wir nicht solche „Gewohnheitstiere“ wären, weshalb uns wohl auch unsere freiwillige Entscheidung abspenstig gemacht werden soll 😉

    Sie haben Recht, als Blogbesitzer ist es sehr angenehm, wenn das letzte Kommentar oben steht.

    Als Leserin, welche die Kommentare zum Beitrag studieren möchte, bin ich es gewohnt, von oben nach unten zu lesen, da dies in 95% der Blogs so üblich ist….und nu muss ich mich hier „ungedopt“ anstrengen, und meine „geistige“ Energie zum Doping meines Handmuskels verschwenden…..weil der Blogbesitzer zeitsparend und effektiv vorgeht…. ;-)….(Scherz ;-))))

    Spass beiseite: ….es kommt auf die Perspektive an….

    Off topic: Ihr Buch „Gedankenlesen“ steht in zweifacher Ausführung in unserer Unibiliothek (Bielefeld) 😉 und vermutlich nicht nur dort…..

    Back on Topic:Da ich ein leicht „hyperaktives“ Naturell habe, muss ich mich mit Kaffee „dopen“ und er wirkt…

    Und wie sieht es mit dem „Dopingmittel“ Alkohol aus?…. Manche wollen damit ja ihren Geist lockern und ihre kreative Ader gedeihen lassen…bis dann auch da die „Macht der Gewohnheit“ zuschlägt…
    Heißt es nicht „Intelligenz säuft“???

    So gesehen sind das ja auch Stimulanzien…….

  10. @ Armand: 5% für Flexibilität

    Liebe Frau Armand,

    wenn das stimmt, was Sie schreiben, dann sehen Sie meinen Blog und die Reihenfolge der Kommentare als Chance, die Flexibilität und, wie man so schön sagt, Plastizität des Gehirns zu fördern. Ich denke, es ist nicht speziell für die Besitzer der Blogs komfortabler, sondern für alle, die rege midtiskutieren und deshalb die neuesten Beiträge nicht erst nach langem Scrollen und Klicken finden müssen.

    Sicher kann man über Alkohol kritischer diskutieren, als wir es oft tun; meistens kommen dann Analogieargumente wie diejenigen, die behaupten, wenn wir Alkohol erlauben, dann müssen wir auch X erlauben, das nachweislich viel harmloser ist.

    Dabei wird oft übersehen, dass das nur ein Argument im Hinblick auf die Konsistenz von Gesetzen ist und gar nichts, aber auch rein gar nichts über die ethische Zulässigkeit einer dieser Praktiken aussagt.

  11. @ Alkohol

    😉 @Plastizität – ein schlagkräftiges Argument….“Blogging-Brainjogging“ 😉

    Bzgl. des Alkohols, so schätze ich, liegen wir nahe beeinander,denn ich wollte meine Anmerkung eher auch in der Ecke der ethischen Fragen untergebracht wissen…..

    Auch wenn Alkohol eine gesellschaftlich tolerierte Droge ist, so reihe ich sie in die Gruppe der Stimulanzien ein. Denn: besorgt verfolge ich den zunehmend sorgloseren Umgang von Jugendlichen mit alkoholischen Getränken. Ich bin keine Drogenexpertin, frage mich aber, ob die alkoholische Gefährdung nicht gemeinhin unterschätzt wird und wurde…..

    Die Stimulanzien- und Drogenfrage trägt für mich bislang einen einseitigen Fokus, denn es wird nur darüber diskutiert, was noch nicht „in“ ist. Der bereits vorhandene „Stimulanziengebrauch“ wird dabei indirekt vernachlässigt….

    Und hirnphysiologisch haben Alkohol, Drogen, Stimulanzien doch alle eine ähnliche (verwandte) Wirkung…oder bin ich hier falsch informiert?

  12. Hirndoping

    Ja Wissenschaftler sind eben auch nicht gefeit gegen die Fehler, die sie gerne nur bei anderen sehen; will sagen ungenauer Umgang mit Zahlen und Fakten… doch weil wir gerade bei einem Blog über Psychologie und Gehirne sind… Passiert so etwas nicht genau dann, wenn wir emotional prädisponiert sind? Will damit sagen, ich erkenne unter der europäischen Intelligenzia wieder einmal einen virulenten Anti-Amerikanismus der viel zu leicht in die Ecke, „die da drüben, diese ungebildeten, drogensüchtigen Fastfoodjunkies“ der die objektive Betrachtung von Daten sehr gerne hinten anstellt wenn eine Teilinformation doch viel besser in das eigene Weltbild passt.

  13. Oxytocin

    Gerade gelesen – ohne Kommentar
    Der Bauch in unseren Köpfen
    Warum vertrauen wir anderen Menschen? Und warum tun wir es auch dann, wenn die Vernunft uns etwas anderes sagt? Weil auch unser Gehirn nur ein Spielball von Hormonen ist.
    Von Kathrin Zinkant

  14. @ Stindl: USA

    Das gilt in bestimmten, auch intellektuellen Kreisen, bestimmt als en vogue, die Vereinigten Staaten als Projektionsfläche für alles Schlimme und Böse zu verwenden.

    Ich erinnere mich noch an die Demonstration, als George W. Bush ausgerechnet das verschlafene Mainz besucht hat, wo ich studierte. Viele hatten da anti-amerikanische Slogans auf ihren Plakaten. Ich hatte es hingegen damit versucht: „I do like the USA but I don’t like their war president.“

    Ganz gleich ob mit oder ohne Brain Doping, ich wünsche mir, dass da mal wieder etwas mehr Vernunft einkehrt; aber das gilt meines Erachtens für beide Seiten!

  15. @ Oxytocin & Studie

    ..wobei Börsen- und Finanzspekulationen sowieso nicht verstandesgesteuerte Aktivitäten sind…. Gibt es da nicht irgendwo noch eine Studie wonach diese „Komponenten der Spielsucht“ enthielten?

    Das Oxytocin wirkt bei allen besonders gut, welche im Gebrauch der Frontalhirnzonen sowieso völlig ungeübt sind….;-))
    Insofern überrascht mich die Studie nicht. Die Übertragbarkeit auf andere Vpn und Messparameter – so schätze ich – wird problematisch sein…

  16. Gehirndoping

    Gehirndoping ist in den USA bereits Gang und Gebe. Es ist absehnbar, dass dieser Trend schnell nach Europa schwappen wird. Im Internet gibt es schon auf den Schwarzmarkt erhältliche Medikamente wie Modafinil, Ritalin etc.

  17. Die Webseite supermenschen.info informiert und regt zur Diskussion über ethische, gesellschaftliche und rechtliche Aspekte des Hirndopings an. Am 9. September 2015 findet ab 17:00 Uhr ein Videochat über gesundheitliche Aspekte des Hirndopings statt. Es diskutieren unter dem Link https://www.youtube.com/watch?v=FZTAz4J9Iug

    • Prof. Dr. Ortwin Renn: u.a. Sozialwissenschaftler und Risikosoziologe an der Universität Stuttgart
    • Lea Thies: Redakteurin für “Journal und Kultur” bei der Augsburger Allgemeinen
    • Dr. Bernward Siegmund: Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie an der LWL-Klinik Lengerich
    • Karsten Strauß: Arzt und Sozialpädagoge, Suchttherapeut und Mitbegründer von “Strauß und Partner- Institut für Suchtmedizin”

    Moderator ist Frank Ulmer des Kommunikationsbüros Frank Ulmer Stuttgart. Der Videochat ist Teil des ELSA Diskursprojektes “Junge Menschen und ihr Umgang mit ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen der Leistungssteigerung durch Hirndoping”, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Durchgeführt wird das Projekt vom IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, politik-digital e.V. und dem Kommunikationsbüro Ulmer.

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