Eisbär Knuts Schicksal und der Geist von Deidesheim

Während wir SciLogger uns im beschaulichen Pfälzer Weinort Deidesheim an diesem Wochenende um die Geister sorgten, sie im Weingeist suchten und mit heißen Diskussionen beschwörten, ereignete sich in Berlin ein tragischer Todesfall. Der berühmte Hauptstadtbär Knut verstarb am Samstag Nachmittag plötzlich und völlig unerwartet vor den Augen zahlreicher Zuschauer.
 
Die Todesursache ist bislang ungeklärt. Knut war erst 4 Jahre alt und damit eigentlich noch in der Bärenpubertät. Kein Alter zum Sterben. Und dennoch fiel er nach einem kurzen Taumeln plötzlich tot um. Auch Co-Blogger Bastian Greshake machte sich bereits erste Gedanken zu diesem traurigen Ereignis.
 
Ortswechsel. Bloggertreffen in Deidesheim. WissensLogger Sebastian Reusch, der dieses Jahr das erste Mal dabei sein durfte, postete soeben einen begeisterten Beitrag hierüber. Ein solches Blogger-Treffen hat er sicher noch nie erlebt. Mir ging es letztes Jahr ähnlich.
 
Zuvor hatte bereits Stephan Schleim hautnah und brandaktuell die Ereignisse des ersten Tages zusammengefasst. Ihm war dabei aufgefallen, dass irgend etwas anders war in diesem Jahr: Das mittlerweile legendäre Blogger-Treffen wurde davon überschattet, dass aus zwingenden Gründen quasi in letzter Sekunde vier wichtige SciLogger absagten. Der Hirnforscher vermutete dahinter sogar den Geist von Deidesheim, der die Blogger sabotiert haben könnte.
 
Angesichts dieser Vermutung und der Koinzidenz der Geschehnisse beschleicht mich seit kurzem eine seltsame Ahnung. Könnte es vielleicht sogar einen Zusammenhang zwischen den tragischen Ereignissen in der Hauptstadt und den plötzlichen Absagen der vier Blogger in Deidesheim gegeben haben?
 
Spielen wir das Szenario einmal durch. Am Samstag Mittag fehlten in Deidesheim vier bedeutende Blogger der ersten Stunde: Michael BlumeEdgar DahlKatja Schwab und Helmut Wicht. Außerdem abwesend: Martin Huhn, die gute Seele der SciLogs.
 
Nun nach Berlin: Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass Knut an Depressionen litt. Jedenfalls hätte er gute Gründe dafür gehabt. Er wurde als Baby von der Mutter verstoßen, sein menschlicher Ziehvater starb 2008 völlig überraschend. Bis zuletzt wurde der jugendliche Bär sowohl von seiner Mutter als auch von den beiden Tanten, mit denen er zusammenleben musste, gemobbt. Hinzu kommt erschwerend: Der Eisbär wurde nicht artgerecht gehalten.
 
Schaut man sich die Blogs der vier in Deidesheim abwesenden SciLogger an, fällt auf: Sie alle hätten ein Motiv gehabt, dem Bären etwas Gutes tun zu wollen. Und so schmiedeten vielleicht Edgar Dahl, im Zweifel immer für die Freiheit, und Katja Schwab, die Psychologin im Kampf für das Miteinander, einen gemeinsamen Plan.
 
Katja sollte den Bären auf ihre psychologische Couch locken und mit dieser List aus seinem Zwangsleben im Berliner Zoo befreien. Natürlich musste sie dem depressiven Knut dafür einen Lockvogel bieten: Ein ganz besonderes Huhn. Das wiederum konnte Michael Blume nicht tolerieren. Ein solcher Plan war mit seinem Glauben nicht vereinbar. Sofort reiste er nach Berlin, um das Schlimmste zu verhindern…
 
Am Sonntag erhielten die SciLogger ein Lebenszeichen von Martin Huhn und auch Michael Blume erschien plötzlich doch noch in Deidesheim mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht.
 
Helmut Wichts anatomische Fähigkeiten werden allerdings wahrscheinlich zurzeit dringend gebraucht, um die Todesumstände des Bären aufzuklären. Eine wichtige Mission, wenn man bedenkt, dass weltweit die Menschen um Knut weinen.
 
Ich befürchte jedoch, dass wir die wahren Zusammenhänge zwischen dem Geist von Deidesheim und dem Tod des Eisbären nie ganz verstehen werden.
 
Bezüglich des Blogger-Treffens ist allerdings auch dieses Jahr klar: Es war mal wieder spitzenmäßig. Allen Anwesenden und vor allem den Organisatoren noch einmal herzlichen Dank!

Veröffentlicht von

Dr. Karin Schumacher bloggt als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. „Bis zuletzt wurde der jugendliche Bär sowohl von seiner Mutter als auch von den beiden Tanten, mit denen er zusammenleben musste, gemobbt. Hinzu kommt erschwerend: Der Eisbär wurde nicht artgerecht gehalten.“

    Möglicherweise hatte er dadurch eine Nietzsche-Seele entwickelt und sich zusätzlich noch gesagt: „und Gott ist auch tot -was soll ich noch hier?“

  2. Oha…

    Wir sind aufgeflogen! Und in der Tat: Ich hatte schwerste Bedenken gegen ein Hühneröpfer, da dieses gegenüber den späten Standards des schwäbischen Monotheismus als Rückschritt erschien!
    🙂

    Vor den investigativen Brainlogs bleibt aber auch nix verborgen! 😉

  3. Knut, Nietzsche, Gott und Michael Blume

    Oh ja, Knut muss Nietzscheaner gewesen sein:

    „Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?“ (Aus: Die fröhliche Wissenschaft).

    In diesem Zusammenhang erscheint Michaels Rettungsaktion natürlich noch klarer. Ein Hühneropfer für einen Gottesmörder? Unmöglich.

    P.S. Michael, auch dafür sind die BrainLogs da…. 😉

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