IMAG0772

9 einfache Wege umweltbewusster zu leben – Nummer 8 macht dich richtig sauer!

Niemand den ich kenne würde mich spezifisch als „grün“ bezeichnen. Ich habe kein Problem mit rechtlich einwandfreien Tierversuchen. Ich finde Kohlekraftwerke schlimmer als Atomkraftwerke. Ich habe wenig Probleme einen Bus statt einen Zug zu verwenden. Ich fliege zu Urlaubszielen. All das passt weder in ein grünes Parteiprogramm noch in die alternative Szene die in Heidelberg mit dem SUV zum Bioladen fährt.

Trotzdem halte ich mich für umweltbewusst. Eine meiner Mitbewohnerinnen meinte einst spöttisch „Du bist so ne richtige Ökotante.“ Der Grund war, dass ich statt teurem Markendesinfektionsmittel etwas Essig-Essenz oder verdünnten Spiritus bevorzugte. Wenn ich überhaupt irgendetwas desinfizierte. Denn, das bemängelte sie auch, ich halte übermäßige Desinfektion für dumm. Sie ist umweltschädlich und züchtet resistente Keime heran.

Und weil ich mich wieder einmal aufgeregt habe, dass sinnfreie, umweltschädliche Dinge in der Werbung wieder trenden wollte ich hier mal die bescheuertsten auflisten. Listen verkaufen sich schließlich auch gut und sind nicht umweltschädlich.

 

  1. Mein Lieblingsgräuel sind Flüssigwaschmittel. Während ich mit dem Aufkommen der Schwarzwaschmittel noch totaler Fan war, weil ich viele schwarze Sachen zu waschen habe, kam ich schnell wieder davon ab. Der Grund war erstmal, dass es schlechter wusch. Außerdem siffte es am Deckel herum. Aber warum waschen die flüssigen Waschmittel schlechter als die Pulver? Das Problem liegt zunächst einmal am Entkalker. Pulverwaschmittel enthalten mineralische Entkalker, die die Ionen, die das Wasser „hart“ machen wegfangen. Diese Ionen machen ansonsten die Tenside, die Reinigungsstoffe im Wasser, unwirksam. Flüssigwaschmittel enthalten stattdessen einfach mehr Tenside. Und dadurch sind sie auch deutlich umweltschädlicher. Ihnen fehlen auch Enzyme, natürliche Biomaschinen, die diverse Dreckarten einfach zersetzen. Zu dem kommt natürlich noch die Hartplastikverpackung, die auch deutlich größer sein müssen als Pulver, da Flüssigwaschmittel meistens weniger Anwendungen beinhalten. Wer die Flüssigwaschmittel deshalb verwendet, weil sie keine weißen Pulverreste auf der Kleidung hinterlassen, der sollte sich mal mit der Wasserhärte in seiner Stadt auseinandersetzen. Danach sollte man das Waschmittel entsprechend der Anleitung dosieren.
  2. Die Plastiktüte. Vor drei Jahren sollte ich kurz vor Weihnachten noch Einkäufe erledigen. Als ich an der Kasse stand fiel mir auf, dass ich die Taschen zu Hause vergessen hatte. Also kaufte ich eine Tüte. Als ich zu Hause ankam sah meine Mutter mich entsetzt an: „weißt du nicht wie teuer die Tüten sind?“ So hatte ich das beigebracht bekommen. Tüten sind teuer. Dass sie nur 35 cent teuer sind war dabei nicht relevant. Meine Mutter hatte das so verinnerlicht, dass sie mir das Geld für die Tüte vom Einkaufgeld abzog. Und letztendlich finde ich, Tüten sollten viel teurer sein. Denn sie sind nichts als Müll. Und ja, Plastiktüten werden mehr und mehr reduziert. Eine Frau die vor mir an der Kasse in der Drogerie stand war darüber schon fast entrüstet, dass es dort keine kostenlosen Tütchen mehr gab. Die kleinen flimsigen Dinger, die danach direkt wieder im Müll landen, weil sie sich zu nichts eignen. Imposanterweise sind Plastiktüten in einigen Ländern Zeichen des Wohlstands. Als ich auf der Krim war (damals noch Ukraine) bekam ich, egal was ich kaufe, alles in einer Plastiktüte. Selbst Piroggen und eine Flasche Krimsekt, der die dünne Plastiktüte sofort zerriss. Versuche die Plastiktüte abzulehnen scheiterten kläglich. Ohne Plastiktüte Dinge zu verkaufen war ein Affront. Auf dem Aj Petri fanden sich Plastiktüten an Geländern und in Bäumen. Als Zeichen des Besuchs, nicht zur Müllentsorgung.

    IMAG0772

    Aj-Petri und die komische Art, Plastiktüten zu hinterlassen.

  3. Während die Plastiktüten langsam den Rückzug beginnen findet sich ein alter Freund wieder in den Regalen. Die Dose. Ich meine damit spezifisch Getränkedosen, vornehmlich jene die hochbeworbene Trendgetränke enthalten. Es ist nicht so einfach ist zu entscheiden, ob eine Mehrweg-Flasche, die zurückgeschickt, gewaschen und wieder ausgeliefert wird wirklich besser ist als eine Dose, die neu produziert, dann ausgeliefert und dann recycelt wird. Das kommt stark auf den Transportweg an. Vor allem da Dosen leichter und stapelbarer sind. Das Problem ist aber, dass es keine Regelung gibt, aus wieviel recyceltem Aluminium die Dose zu bestehen hat.
  4. Die Einweg-PET-Flasche ist wahrscheinlich der größte Hoax den man sich vorstellen kann. Zum Umdenken brachte mich eine Folge der Sendung mit der Maus. Natürlich wusste ich, dass der Automat, der meine PET-Flasche entgegennimmt und mir Pfand zurückgibt, die Flasche nicht wieder befüllt. Ich dachte das PET wird geschmolzen und es werden neue Flaschen draus gemacht. Leider ist dem aber nicht der Fall. Das recycelte PET eignet sich zum Großteil nur noch für Polyesterfasern. Und warum überhaupt Einwegflaschen kaufen? Nach der Maus-Folge verbannte ich das PET-Wasser aus dem Supermarkt aus meiner Küche. 19 cent für 1,5 Liter? Für Wasser dasselbe Wasser wie aus dem Hahn nur mit etwas Sprudel? Also erweckte ich mein altes Soda-Stream Gerät wieder zum Leben. Ich musste weniger Getränke schleppen, frisches Wasser kam aus dem Hahn und ich musste es nur aufsprudeln. Und auch ohne Sprudel ist das Trinkwasser in Deutschland genießbar. Einzig und allein für das Kochen von Tee und Kaffee setze ich für das harte Heidelberger Wasser einen Filter ein.

    2013-03-20 10.49.26

    Glasflaschen. Nur die Spielzeugpistole ist aus Plastik.

  5. Kurz und knapp: Spüli verwenden wir zu hoch dosiert. „Ein Teelöffel reicht für einen ganzen Abwasch“ steht auf der Flasche. Und wieviel verwenden Sie? Die waschaktiven Substanzen, Tenside, sind nicht sonderlich umweltverträglich. Man kann das Spüli einfach verdünnen. Ich verwende dazu gerne eine Pumpflasche, aber in der Sparvariante kann man zum Beispiel die Vorhergänger-Spüliflasche nehmen.
  6. Reden wir über Damenhygieneprodukte. Als ich irgendwann durch die Abteilung mit eben jenen Produkten ging, fand ich dort neue lila Plastiktütchen. Diese absolut blickdichten Tütchen haben den Sinn, die Damenhygieneprodukte diskret zu entsorgen. Denn mit nichts geht das besser als mit Plastik. Wickelte man früher die Tampons noch in Lagen Klopapier müssen diese nun in teurem Plastik ihr Ende finden, die teilweise sogar beduftet sind. Nur, damit niemand merkt, dass man eine gesunde Frau ist. Wie man meine Freundin @Vrouwelin twitterte: „Mit der Scham junger Mädchen ist viel Geld zu verdienen.“ Für mich legte sich in diesem Moment im Supermarkt im Kopf ein Schalter um und ich schwor den Wegwerfartikeln komplett ab. Stattdessen wand ich mich der bunten, glitzernden Welt kleiner Silikontässchen zu (ich habe darauf verzichtet, Produkte zu verlinken, zur Information habe ich aber einen Wikipedia-Artikel verlinkt). So entsteht fast gar kein Müll mehr und sie bieten andere Vorteile über die man sich selbst informieren kann.
  7. Kommen wir zu meinem Lieblingsthema. Shampoos. Ich könnte darüber Aufsätze schreiben, wenn ich denn wollte. Ich fasse mich hier kurz, denn wir beziehen uns rein auf den Umweltschutz. Kennen Sie das, wenn Ihre Haare bei Regen plötzlich flügge werden? Dieser „Frizz“? Nun, ich habe etwa einen Meter Haare auf dem Kopf und kenne Frizz fast gar nicht. Das liegt unter anderem daran, dass ich vor sieben Jahren alle stark beworbenen Markenshampoos aus meinem Bad entfernt habe. Der Grund sind Silikone. Silikone sind Filmbildner. Sie legen sich um das Haar und machen es geschmeidigt, kämmbar und glatt. Blöd nur, das einige Silikone wasserlöslich sich und bei Regen abgewaschen werden. Noch dümmer ist aber, dass Silikone nicht bakteriell abgebaut werden. Keine Sorge, sie werden trotzdem aus dem Abwasser wieder entfernt und sie sind chemisch so inert, dass sie den Mikrororganismen auch nicht schaden. Aber brauchen wir sie wirklich? Es gibt deutlich günstigere Shampoos, Spülungen, Kuren und so weiter, die ohne Silikone auskommen. Übrigens finden sich Silikone auch in allen möglichen Cremes, vor allem für „Anti-Aging“, damit sich die Haut glatter anfühlt. Dieser Effekt funktioniert leider nur für einige Stunden, dann ist die glättende Silikonschicht verbraucht und man muss erneut cremen. Und lassen Sie sich nicht täuschen: „Bessere“ Silikone gibt es nicht.
  8. Wo wir schon bei Kosmetik sind: Schmieren Sie sich auch Plastik auf die Haut? Doch, ja, wahrscheinlich schon. Vielleicht haben Sie sich damit auch schon die Zähne geputzt. Denn Mikroplastik, unter dem Namen Polypropylen oder Polyethylen wird gerne in Kosmetika als Schleif- oder Bindemittel eingesetzt. Zum Beispiel in Peelings, Duschgel, Make-Up oder eben Zahnpasta. Da sich Mikroplastik mit verschiedenen Giften anreichern kann und von Meerestieren jeder Größe gefressen werden kann wäre es sinnvoll den Einsatz so weit wie möglich einzuschränken. Zum Glück haben schon einige Kosmetikhersteller darauf reagiert. Wem es zu lästig ist, auf der Packung nachzuschauen kann sich entweder der Naturkosmetik zuwenden oder einfach einen Peelinghandschuh oder eine Bürste für den Schleifeffekt verwenden.

    2015-05-02 17.22.19

    Fisch der zu viel Mikroplastik gegessen hat.

  9. Das gute alte Küchentuch. Auch das, so hat mir meine Mutter das eingebläut, ist teuer. Man verwendet es daher nur für wirkliche Einmalanwendungen. Um Flecken auf dem Boden zu entfernen oder um den Mülleimer abzuwischen. Ansonsten war die Küchenrolle heilig. Um so verwunderter war ich, als ich merkte, dass diverser WG-Genossinnen und Genossen es verwendeten als sei es ein simples Wegwerfprodukt. Ich finde immer noch, man kann an diesen Küchenrollen sparen. Wozu gibt es Spüllappen? Aber der Verbrauch an Papier steigt ständig. Wer nicht darauf verzichten möchte sollte zumindest auf die richtigen Rohstoffe achten.

 

Bonus:

10. Ich wurde in den Kommentaren gebeten noch Folgendes nachzutragen: Den Rasierhobel. Es mag etwas antiquiert und eventuell etwas gefährlich klingen, aber Rasierhobel sind den Plastikrasierern – ob nun zum Einmalgebrauch oder mit Wechselklingen –  um Vieles überlegen. Zwar ist er in der Erstanschaffung deutlich teurer, das ganze spart man aber bei Klingen. Denn die Lebensdauer des Hobels kann mehrere Jahrzehnte betragen. 10 Klingen kosten zwischen 1 und 2 Euro. Für mich persönlich fällt dabei auch der Rasierschaum weg. Wenn man einmal den richtigen Winkel gefunden hat gleitet die (wirklich scharfe) Klinge butterweich über die Haut. Es erfordert aber ein bisschen Übung. Wie das für den Bart funktioniert kann ich leider nicht erklären, da ich selbst keinen habe. Aber laut der Twitteruserin @Kamelschwalbe soll dies ganz einfach sein. Außerdem sei selbstgeschlagener Rasierschaum das einzig Wahre.

Anna Müllner

Veröffentlicht von

1ife5cience.de

Mein Name ist Anna Müllner, ich bin irgendwie so Mitte 20 und wohne in einer beschaulichen Neckarstadt mit einem hübschen Schloss. Nach meinem Abitur beschloss ich Biologie zu studieren. Das tat ich zunächst an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die weder in Bonn ist, noch am Rhein aber einer der drei Campusse liegt wirklich an der Sieg. Das letzte Jahr dieses Studiums verbrachte ich in Schottland, an der Robert-Gordon University of Aberdeen wo ich ein bisschen in die Biomedizin und die Forensik schnuppern durfte. Danach entschied ich mich für ein Masterstudium an der Universität Heidelberg in Molekularer Biotechnologie und seitdem ich das hinter mich gebracht habe versuche ich mich an einer Promotion.

25 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr feiner Artikel. Zwei Nachfragen habe ich, vielleicht kannst du sie beantworten? Als FollowUp, sozusagen:

    zu 1. Wie verhält es sich eigentlich mit Weichspüler? Liegt da eine ähnliche Problematik vor? Jetzt mal abgesehen von den Plastikflaschen; Pulverspüler habe ich bisher irgendwie noch nicht entdeckt.

    zu 7. Da auch zur Kategorie der „ich habe etwa einen Meter Haare auf dem Kopf“-Menschen gehöre, kenne ich das Problem der vergniesgnaddelten Spitzen. Kannst du mir – ggfs selbsterfahrene – Empfehlungen geben?

    Beste Grüße
    Peter

    • Anna Müllner

      Zu 1. Weichspüler hat Kationische Tenside die der Aufrauhung durch die Tenside im Waschmittel entgegenwirken. Das macht die Wäsche dann weicher. Ich nehme aber seit Jahren keinen Weichspüler mehr. Harte Wäsche kann wieder mit der falschen Dosierung des Waschmittels auf die Wasserhärte zusammen hängen. Zur Not hilft oft auch ein Schuss Essig in den Weichspülgang.

      Zu 7. Für die Spitzen nehme ich eine protein- und ölreiche Pflege. Entweder selbst einen Leave In aus zB WeizenProtein, Öl und Wasser mischen (da muss man etwas rumprobieren) oder eine reichhaltige Spülung oder Kur aus dem Naturkosmetikbedarf nur in die Spitzen geben und da lange einwirken lassen. Für zwischendrin nehme ich auch gerne etwas Creme (Ich schwöre auf die Alverde Körperbutter, aber das ist nur meine Meinung. Es funktioniert im Prinzip mit jeder Creme) für die Spitzen. Auch ganz angenehm ist zum Beispiel Kokosöl. Alles wirklich gering dosieren. Lieber zu wenig als zu viel und dann eben nochmal nachlegen.
      Wenn die Spitzen schon kaputt sind hilft nur die Schere mit einem Splissschnitt. Die lassen sich nicht reparieren. Das kann man bei langen Haaren gut selber machen.

  2. Anstatt „9 einfache Wege umweltbewusster zu leben, hätten sie auch Anna Müllner als Hausfrau und Konsumentin titeln können, denn solche Überlegungen machen sich wohl viele. Nur haben sie noch etwas mehr Hintergrundwissen.

    Selber halte ich nicht allzuviel vom umweltbewussten Einkaufen, denn nicht der Konsument hält die Umwelt intakt sondern der Gesetzgeber, der Produkte verbieten sollte, die die Umwelt schädigen.
    Anders verhält es sich mit dem Überkonsum und falscher Verwendung an und für sich guter Produkte: Zuviel Spülmittel, zu aggressiver, den Treibstoff in die Höhe treibender Fahrstil und so weiter und so fort. Beim Autofahren hat man bereits herausgefunden, dass ein selbstfahrendes Auto allein über einen ökonomischeren Fahrstil bis zu 15% Treibstoff einsparen würde. Vielleicht braucht es ja den Haushaltsroboter, damit Produkte sinnvoll und sparsam eingesetzt werden und Speisen hygienisch, bekömmlich, in den richtigen Mengen und gesund zubereitet und gekocht werden. Der Mensch scheint einfach zu dumm dafür zu sein.

    • Also – als Hausmann und Konsument sehe ich das eigentlich eher wie Anna. Natürlich hat der Gesetzgeber eine Pflicht zum Schutz der Umwelt, aber zumindest in einer Demokratie sollte der Gesetzgeber dem Volk folgen. Und „umweltschonend“ ist ein sehr weit gefasster Bereich: sollte der Gesetzgeber zum Beispiel Batterien verbieten (ganz sicher nicht umweltschonend), oder Plastiktüten (ebenso)?

      Verbraucher haben meiner Meinung nach durchaus die Pflicht, vernünftig zu handeln und dabei auch den Umweltgedanken zu berücksichtigen – das kann langfristig zum Erfolg führen, ohne dass der Gesetzgeber einschreiten muß (in England wurde hier z.B. mit Plastiktüten oder Freilandhaltung sehr viel erreicht).

    • Auch ich gebe Gunter auf voller Linie Recht. Der Gesetzgeber kann nicht alles regeln und soll es auch gar nicht, zumal sinnvolle und notwendige Gesetzte durch Lobbyarbeit verhindert werden oder sich sogar ins Gegenteil verkehren und Europa macht das Ganze auch nicht unbedingt einfacher.
      Deshalb ist der mündige Verbraucher mehr gefragt denn je, das „kleinzureden“ ist ein falsches Signal. Und umweltbewusstes Verhalten an unsere Kinder weiterzugeben sollte für alle Eltern einen hohen Stellenwert haben.
      Wer nur auf auf den Gesetzgeber und auf moderne Technik baut, baut oft auf Sand. Beide(s) sind stark Kapital getrieben und jenem sind Renditen wichtiger als unsere Umwelt, auch wenn es – leider viel zu wenige – Beispiele gibt, bei denen beides zu seinem Recht kommt. Oft spielen dann die Gesetzgeber wieder nicht mit, siehe Windkraft in Bayern.

      Danke Frau Müllner für Ihren Blog, das geht in die richtige Richtung. Ich vermisse nur zwei in meinen Augen sehr wichtige Anregungen für das umweltbewusste Leben:
      – mehr Fahrrad fahren als Alternative zum Auto für die Kurzstrecken
      – Focus auf erzeugernahe Produkte, gerade bei Lebensmittel

      • Anna Müllner

        Dann wären es eigentlich 100 Punkte geworden. Mindestens. Mir ging es um einfache, kleine Änderungen um Alltag. Das Fahrrad ist je nach Strecke keine kleine Änderung, mit dem Fahrrad zum nächsten Bauernhof zu fahren um da Milch zu kaufen sicherlich auch nicht. Es ist außerdem eine Verhaltensänderung und keine richtige Produktalternative.

  3. Kunststofflastige Mehrklingenrasiersysteme und die umweltfreundlichere Alternative „Rasierhobel“ hätten Sie erwähnen können.
    Meine Enttäuschung über Ihr Weglassen dieser Rubrik ist nicht in Worte zu fassen.

  4. Nur Nummer 8 macht richtig sauer???

    9 Wege zeitgeistlich-bewußtseinsbetäubt im Kreislauf des geistigen Stillstandes seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ weiter zu leben, denn mit Verstand zur Entwicklung von eindeutig-zweifelsfreiem Verantwortungsbewußtsein in reiner / menschenwürdiger Vernunft und einer wirklich-wahrhaftigen Welt- und Werteordnung OHNE … hat dies auch nichts zu tun – Möglichkeiten von und zu geistig-heilendem Selbst- und Massenbewußtsein, statt zynisch-hierarchiesche Funktionalität im Glauben an „Individualbewußtsein“ auf stets systemrationaler Schuld- und Sündenbocksuche!?

    Ein Zusammenleben OHNE Konsum- und ProfitXXXXXX* ist absolut machbar!!!

    *Edit durch Autorin: Bitte verwenden Sie dieses Wort nicht als Abwertung.

    • Und nun noch ein Nachtrag zu unserem Konsum- und ProfitXXXXXXXX, Nr. 11:

      Nanopartikel, die unser Leben in dieser Welt und „Werteordnung“ NOCH SCHÖNER machen sollen 😉
      In Tierversuchen haben diese Partikel die Blut-/Hirnschranke überwunden und massiv Krebs erzeugt. Sie sind so hübsch klein und haltbar, daß sie über das Grund-Wasser überall hinkommen und wegen ihrer Haltbarkeit ZUNEHMEND anreichernd wirken – Bio heißt deshalb nun auch Bio-Nanotechnologie, oder sollte es noch Wasser geben welches ohne Nano daherkommt!?

        • Tja, oft haben die Menschen keine Wahl, denn Nano steckt in Arznei-, Nahrungs-, Wasch- / Körperpflegemitteln und sonstigen Produkten die auch auf dem Müll und somit in den Wasser-Kreislauf geraten – E 171 ist so ein Nano-Zusatzprodukt.

          Die einzig vorbildlich-nachahmenswerte Alternative, für eine wirklich-wahrhaftige / menschenwürdige Welt- und Werteordnung, ist der Weg zu einer konsequent-kompromisslosen Kommunikation OHNE … – Die URSACHE aller symptomatischen Problematiken unseres „Zusammenlebens“ wie ein Krebsgeschwür, ist der nur im Zeitgeist „freiheitliche“ WETTBEWERB um …, also …!? 😉

  5. zu 7) Haare kurz zu schneiden, würde die Umwelt mit deutlich weniger Haarpflegeprodukten und heißem Wasch-/Spülwasser belasten – aber das ist von mir wohl viel zu kompliziert gedacht.

    Mich erinnert dieser Beitrag an eine Bekannte: Diese fliegt mit ihrer Familie seit Jahren nicht mehr mit dem Flugzeug in Urlaub – aus Umweltgründen!!! (Diese Familie unternimmt ihre Flugreisen seitdem ausschließlich zum Zweck von Völkerverständigung – um den Kontakt zu anderen Kulturen zu pflegen)

  6. Überhaupt keinen Abfall mehr erzeugen und überhaupt keine Ressourcen mehr verbrauchen wäre die ultimative Lösung. Brain-Uploading und anschliessendes Leben in einer Software-Simulation würde ein solches Leben ohne Haarewaschen, Rassieren etc. ermöglichen, Reisen wären virtuell oder falls real beständen sie darin, dass ein paar Gigabytes an Daten (die Repräsentation der eigenen Person) in Glasfaserkabeln unter dem Atlantik (z.B. Londen und New York) mit beinahe Lichtgeschwindigkeit „teleportiert“ würden. Dass Menschen freiwillig ihr jetztiges Erdleben gegen ein solches simuliertes Leben eintauschen würden, ist allerdings unwahrscheinlich, ausser es bliebe ihnen wegen einer unheilbaren Krankheit (z.B. dem Alter) keine andere Wahl. Ohne weiteres liesse sich wohl auch ein Paradies simulieren und das erst noch mit den obligaten 72 Jungfrauen.

    Doch irgendwann sollte es sogar in unserer realen Erdwelt keine Abfälle für immer mehr geben. Dann nämlich, wenn alles zu 100% rezykliert wird. Das ist durchaus möglich. Irgendwie lässt sich das meiste wiederverwenden, wenn auch das neue Produkt mit dem alten nicht viel gemein haben muss. Ein „Rasierhobel“ muss ja nicht als „Rassierhobel“ wiedergeboren werden.

  7. Lars Fischer

    Zum Thema Bart kann ich als Messerbenutzer beisteuern, dass es ohne Rasierschaum deutlich unangenehmer ist und schneller Schnittverletzungen gibt. Weiß aber nicht, ob das für den Hobel auch gilt.

  8. @Lars Fischer
    @Anna Müllner

    Rasiermesser (5/8″) hatte ich auch mal im Gebrauch. Das unagenehme Hautgefühl während und nach der Rasur ist ähnlich, wenn keine Seifenschaumunterlage vorhanden ist.
    Allerdings wurden viele Rasierseifen mit Palmöl gesiedet.

  9. Ein Flug in den Urlaub:
    5.000 Kilometer hin und zurück sind zusammen 10.000 Kilometer.
    4,5 Liter oder 4 Kilogramm Kerosin pro 100 Kilometer und Fluggast.
    400 Kilogramm Kerosin pro 10.000 Kilometer und Fluggast.
    45.000.000 Joule pro Kilogramm Kerosin.
    18.000.000.000 Joule pro 400 Kilogramm Kerosin.
    31.557.600 Sekunden hat ein Jahr.
    570 Watt oder Joule pro Sekunde kontinuierlicher Energieverbrauch ein ganzes Jahr lang.
    Damit könnte man viele Glühbirnen betreiben.
    Aus 400 Kilogramm Kerosin könnte man viele Plastikbeutel und Plastikflaschen herstellen.
    Plastikbeutel und Plastikflaschen haben nach ihrer Verwendung immer noch einen Heizwert.

    • David Mc Kay kommt in Sustainable Energy without the hot air für eine jährliche Flugreise London – Cape Town – London auf einen Energieverbrauch von 30 Kilowattstunden Energie pro Tag allein für das jährliche Fliegen. Er schreibt dazu:

      Let’s make clear what this means. Flying once per year has an energy
      cost slightly bigger than leaving a 1 kW electric fire on, non-stop, 24 hours
      a day, all year.

      Ich bin deshalb überzeugt, dass Fliegen irgendwann durch den Transport in evakuierten Röhren ersetzt wird, womit man nicht nur wesentlich schneller am Ziel ist sondern auch bis zu 50 Mal weniger Energie für eine Strecke verbraucht.

  10. Zu 1: Pulverwaschmittel enthält so viel Wasserenthärter, dass es überall funktioniert. Also sogar bis Härtebereich 4. Flüssigwaschmittel enthält keinen Wasserenthärter, muss also jenseits von Härtebereich 1 extrem hoch dosiert werden, um noch ein passables Waschergebnis zu erzielen.

    Aber es gibt auch Wasserenthärter in Pulverform. Unser Wasserwerk liefert Härtebereich 3. Wir verwenden Flüssigwaschmittel und geben die entsprechenden Dosis Wasserenthärter dazu. Das Flüssigwaschmittel dosieren wir dann wie für den Härtebereich 1 empfohlen.

    Damit hält eine Packung Flüssigwaschmittel extrem lang, unser Abwasser hat nicht mehr Wasserenthärter als nötig und das Waschergebnis ist besser als bei Pulverwaschmittel.

    Zu 10: Ich habe einen Rasierhobel eine Woche lang ausprobiert, für meine tägliche Rasur. Am Ende der Woche sah ich aus, als hätte ich einen Igel geknutscht — im Gesicht hatte ich mehr Plaster als Haut. Danach bin ich reumütig zum Systemrasierer mit Schwingkopf zurückgekehrt. Umwelt hin oder her, für Grobmotoriker ist der Systemrasierer eine großartige Erfindung! Übrigens brauche ich beim Rasieren mit dem Systemrasierer keinen Rasierschaum — weder aus der Dose, noch selbstgeschäumt. Es reicht aus, unmittelbar vor der Rasur die Haut (bzw. die Barthaare) nass zu machen — was man beim Waschen ja sowieso tut.

    • Anna Müllner

      Dann braucht man nur noch eine Alternative für die Enzyme, die im Flüssigwaschmittel nicht enthalten sind und wieder mit mehr Tensiden ausgeglichen wird. Bei Weißwaschmittel sind auch keine optischen Aufheller vorhanden. Den Wasserenthärter gebe ich auch zum Pulverwaschmittel dazu und dosiere dann für weiches Wasser. Unabhängige Tests von Stiftung Warentest bezeugen weiterhin schlechtere Waschergebnisse für Flüssigwaschmittel. Was dazu kommt ist noch die Hartplastikverpackung.

      Ich kann zur Bartrasur wie gesagt wenig sagen. Hautirritationen kommen entweder vom falschen Winkel oder von rostigen/schartigen/schlechten Klingen.

  11. Gäbe es in der sog. „zivilisierten Welt“ keine gesellschaftlichen Normen bezüglich Aussehen, Auftritt, Pflege und des Konsumverhaltens, bräuchten wir keine Kosmetik, Pflegeartikel oder Waschmittel. Leider wurden wir so erzogen, dass die Befriedigung unserer Konsumbedürfnisse einen zentralen Bestandteil unseres Lebens ausmacht. Wir können nicht viel dagegen tun. Und falls wir etwas dagegen tun, wird dies von der breiten Gesellschaft auf irgendeine Art und Weise sanktioniert.

    Wie dem auch sei, die Änderung des eigenen Konsumverhaltens ist so sinnvoll, wie im Rahmen einer Klimakonferenz eine Obergrenze für die Erderwärmung auf 2 °C zu setzen. Es ist eine noble Intention, aber leider funktioniert das so nicht.

    Umweltbewusstes leben ist so gesehen nicht möglich, weil es immer jemanden geben wird, der die eigenen Bemühungen zunichte macht. Schreiben Sie doch mal darüber, wie Sie Ihren 60jährigen Nachbarn oder Nachbarin überzeugen konnten, nicht mehr mit warmen sondern mit kaltem Wasser (ohne Shampoo) zu duschen. Verstehen Sie, was ich meine?

Schreibe einen Kommentar




Bitte ausrechnen und die Zahl (Ziffern) eingeben

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
-- Auch möglich: Abo ohne Kommentar. +