Hurrikane in der Morgenpost

In der Morgenpost erschien gestern ein Artikel von Ulli Kulke, an dem sich sehr schön einige der Mechanismen analysieren lassen, mit denen "Klimaskeptiker" in den Medien regelmäßig die Leser zu verwirren suchen. Schon der Titel ist klassisch: "Gibt es wirklich mehr Stürme?" Denn Journalisten wie Kulke wissen ja, ganz im Gegensatz zu uns Klimatologen, was "wirklich" mit dem Klima los ist. Nämlich:

Viele sagen, der Klimawandel sorge für immer mehr und stärkere Unwetter. Doch tatsächlich besagt die Statistik etwas ganz anderes.

Welche Statistik das besagt, dazu kommen wir noch. Zunächst werden von Kulke auf suggestive Weise die Einschätzungen renommierter Wissenschaftler und die Publikation von Fachartikeln in die Nähe gezielter Angstmache gerückt, etwa wenn er schreibt, dass die Tropenstürme Angst machen und der Nature-Artikel von Elsner et al. "zielsicher zum erwarteten Saisonhöhepunkt platziert" wurde. Man muss nur in das Paper schauen – die Autoren haben es am 25. Januar eingereicht, und jeder, der den Review-Prozess kennt, der weiß, dass gar nicht absehbar ist, ob der Artikel dann im Mai, September oder Dezember erscheint (oder gar nicht) – das hängt vor allem von den Fachgutachtern ab. Forscher reichen einfach dann einen Artikel bei Nature ein, wenn sie mit der Arbeit daran fertig sind.

Dagegen werden die Aussagen eines einzelnen Skeptikers unkritisch als ausgemachte Wahrheit präsentiert. Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, auch die Stimmen von Skeptikern in einem solchen Artikel zu zitieren – allerdings sollte für die Leser erkennbar sein, dass es sich eben nur um einzelne Stimmen handelt. Und deren Renommee und Position sollte nicht künstlich überhöht werden. Der erste Kronzeuge von Kulke ist Chris Landsea, den er vorstellt als "wissenschaftlichen Direktor des National Hurricane Center der USA". Seltsam – laut Organigramm des NHC (und laut US-Medien) ist Landsea einfach "Science and Operations Officer" im "Technical Support Branch" des National Hurricane Center.

Sein zweiter Kronzeuge ist "der deutsche Hurrikan-Experte Thomas Sävert". Fachpublikationen zum Thema hat Sävert allerdings keine. Soweit ich erkennen kann, handelt es sich um eine Privatperson, die eine Website zu Naturgewalten betreibt, von Erdbeben über Meteoriten bis zu Vulkanen. Auf dieser Website findet man heraus, dass Säverts Aussagen zu Hurrikanen "stark angelehnt an die amerikanische Version von Chris Landsea" sind. Und auf Landseas home page findet man eine deutsche Fahne als Link zur "German version" seiner Seite – dieser Link führt… auf die Seite von Sävert. Sävert ist offenbar einfach jemand, der die home page von Landsea ins Deutsche überträgt.

Doch Kulke präsentiert uns Landsea und Sävert wie zwei unabhängige Experten, die das Gleiche sagen. So wird aus einer Einzelstimme von Landsea gleich eine breiter geteilte Einschätzung konstruiert.

Die Kernaussage ist:

Die Hurrikan-Aktivitäten haben über diesen Zeitraum – der in etwa identisch ist mit der Periode, in der laut Weltklimarat IPCC der Mensch zum Klimasünder wurde – in keiner Hinsicht zugenommen, weder was die Anzahl noch was ihre Stärke angeht.

Das ist also die eingangs zitierte Statistik – von Kulke gefunden in einer Tabelle auf der home page von Thomas Sävert. Die Widerlegung mehrerer in Nature und Science erschienener wissenschaftlicher Studien, und Basis seiner Gewissheit, was "wirklich" mit dem Klima los ist.

Es handelt sich bei der Tabelle um einen Datensatz, der nur die Hurrikane erfasst, die auf die Küste der USA getroffen sind – ein kleiner Bruchteil der weltweiten Tropenstürme. Dass diese Zeitreihe keinen Trend aufweist, ist lange bekannt. Schon 2005 hat der amerikanische Hurrikanforscher Kerry Emanuel vom MIT darauf hingewiesen, dass diese Untermenge der Hurrikandaten schlicht zu klein ist, um einen statistisch signifikanten Trend zu erwarten – siehe seinen damaligen Beitrag, in dem er dies durchrechnet und zum Schluss kommt:

An analysis of the wind speeds at landfall of hurricanes also shows no long-term trend. This is not at all surprising, simply because there are far too few landfalling events to begin to see any trends. As mentioned above, the data of landfalling hurricanes in the U.S. is less than a tenth of a percent of the data for global hurricanes over their whole lifetimes.

Kulke wärmt damit einfach ein Jahre altes Argument auf, das in der Forschergemeinde aus guten Gründen wenig Gewicht hat, und tut so, als widerlege dies die seither in der Fachliteratur erschienenen Datenanalysen. Der IPCC-Bericht ist im letzten Jahr unter voller Berücksichtigung dieser Daten genau zum gegenteiligen Schluss wie Kulke gekommen – ein seriöser Artikel hätte diese Kleinigkeit wohl erwähnen müssen. Den Datensatz für die Gesamtzahl der Hurrikane im Atlantik haben wir ja in Hurrikane und Klima bereits gezeigt – auch in der von Landsea vorgeschlagenen Fassung.

Am Ende seines Artikels kommt wieder Kulkes Lieblingsthese:

Was das laufende Jahrzehnt angeht, ist ohnehin die Frage, inwieweit dies zu irgendeinem Beweis dienen kann. Seit 1998 ist es, auch nach Einschätzungen einiger Experten des IPCC, nicht mehr signifikant wärmer geworden.

Dies haben wir hier bereits ausgiebig diskutiert. Fängt man die Trendbestimmung nicht 1998 (also in einem besonders warmen Jahr) sondern zum Beispiel 1999 an, ging es besonders steil bergan mit den Temperaturen. Beide Trends, ob ab 1998 oder 1999, sind statistisch nicht signifikant, da der Zeitraum dafür zu kurz ist (damit ist Kulkes Satz oben übrigens wortwörtlich korrekt, aber irreführend). Zudem ist die Logik verquer. Wenn im laufenden Jahrzehnt, dem wärmsten Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, besonders viele starke Stürme auftreten, dann stützt das natürlich die These, dass die Erwärmung stärkere Stürme fördert – ganz unabhängig davon, ob es nun innerhalb dieses Jahrzehnts einfach nur konstant warm war oder die Temperaturen noch weiter gestiegen sind.

Eine kritische Diskussion von Klimastudien in den Medien ist notwendig und willkommen, und Landsea gehört zu den ernst zu nehmenden Forschern, deren Stimme man hören und deren Argumente man abwägen sollte. Wozu ein unkritisches Übernehmen der Pressemitteilungen von Klimainstituten führen kann, haben wir gerade auf RealClimate am aktuellen Beispiel Meeresspiegel diskutiert. Eine kritische Diskussion kann aber nicht darin bestehen, dass ein Journalist die Interpretation stets in eine bestimmte, ihm politisch genehme Richtung hindreht und es dabei mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt.

Bei einem derartigen Artikel hat der normale Zeitungsleser praktisch keine Chance, sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden. Er kann nicht wissen, dass Landsea gar nicht "wissenschaftlicher Direktor des NHC" ist. Er kann nicht wissen, dass Sävert wohl kaum ein "Hurrikanexperte" ist, sondern einfach jemand, der Landseas Website ins Deutsche überträgt. Und er kann nicht wissen, wie die Fachwelt und der IPCC den nur sehr begrenzt aussagekräftigen Datensatz einschätzen, der ihnen von Kulke als "der zuverlässigste" vorgestellt wird. Auf solche Grundfakten muss ein Zeitungsleser sich aber verlassen können. Nach meiner Überzeugung sind daher hier die Redaktionen in der Verantwortung, in deren Interesse es doch eigentlich liegen sollte, dass ihre Leser mit verlässlichen und wahrhaftigen Informationen versorgt werden

p.s. Der Artikel war auch in der Welt am Sonntag abgedruckt.

Links: Weitere Beispiele ähnlicher Artikel von Ulli Kulke sind hier und hier besprochen, sowie im Buch Wie bedroht sind die Ozeane?

Update 1.12.08: NOAA zum Abschluss der Saison: Atlantic Hurricane Season Sets Records

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

32 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Kulke, Lossau und Konsorten

    Hallo, Herr Rahmstorf,

    Respekt, dass Sie sich immer noch zu derartiger Gelassenheit durchringen können – ich an Ihrer Stelle hätte schon längst alles hingeschmissen.

    Ich weiß auch nicht, was die „Welt“ bzw. „Morgenpost“ (ist ja alles eine Redaktion, und für die Wissenschaft ist in jedem Fall Norbert Lossau verantwortlich) immer wieder reitet. Erst kürzlich gab es dort eine „Topstory“ (http://www.welt.de/…-Forscher-ins-Schwitzen.html), in der den kruden Ansichten des Lehrers Beck wieder einmal reichlich Raum eingeräumt wurde. Angeblich soll er die Forscher sogar „ins Schwitzen“ bringen.

    Das Muster ist immer das gleiche und beispielsweise von der Bildzeitung wohlbekannt: Fakten werden so selektiert und gedreht, bis sie irgendwie in das eigene Welt-Bild passen. Wenn man genauer hinschaut, ist es aber meist eine Luftnummer, für die kein Journalist mit Ansätzen von Qualitätsdenken seinen Namen hergeben würde.

    Was Herrn Kulke betrifft: Wenn er nicht gerade über den Klimawandel schwadroniert, präsentiert er gerne auch mal die Gentechnik als Heilsbringerin schlechthin. Scheinbar ist der Mann ein echter Allround-Fachmann – womöglich kann er auch Hämorrhoiden durch Handauflegen heilen. Und falls nicht, kennt er garantiert einen „Experten“, der so etwas vermag.

    Nochmal: Respekt!

    Herzlichst
    Bernd Kremer

  2. Na ja, die messtechnische und statistische Basis sowie das Wissen über die natürliche Variabilität für die Häufigkeit von Stürmen ist doch ziemlich mager, vielleicht sollte man erstmal weiter beobachten und dann spekulieren. Das Thema ist damit eher untauglich für den politischen Eifer in der einen oder anderen Richtung. Wer damit anfängt sollte sich aber auch nicht wundern, wenn es dann emotional und unqualifiziert weiter geht.

  3. Hurrikane und Wissenschaft

    Guten Tag Herr Rahmstorf,

    Herr Von Storch erklärte noch vor einigen Monaten, dass die Stürme in Europa nicht signifikant zugenommen hätten. Er rechnet aber mit einer Zunahme für die nächsten Jahrzehnte.

    Hurrikane die in den USA die Küste erreichten haben statistisch nicht zugenommen: http://www.aoml.noaa.gov/…seanaturepublished.pdf Man sieht das hier auf der zweiten Graphik.

    Die Frage ob Hurrikane und andere tropische Stürme zugenommen haben ist zumindest höchst umstritten: http://www.naturgewalten.de/hurrikan/g3.html

    Einer der Hauptautoren dieser FAQ ist Herr Chris Landsea selbst, der sich vor einigen Jahren beschwert hat, dass beim IPCC Leute über sein Fachgebiet bestimmen, die keine Spezialisten sind. Deshalb hat er den IPCC verlassen : http://sciencepolicy.colorado.edu/…a_leaves.html

    Ich versteh nicht wieso man in letzter Zeit Klimawissenschaft mit „Skeptizismus“ verwechselt?

    Was soll man als Laie überhaupt noch glauben.? Ist vielleicht Michael Mann jetzt ein grösserer Spezialist als Herr Landsea?

    Kerry Emmanuel, ein anderer Hurrikanspezialist geht sogar davon aus, dass diese Stürme durch die Erwärmung nicht weiter zunehmen: http://www.chron.com/…mpl/tech/news/5693436.html

    „One of the most influential scientists behind the theory that global warming has intensified recent hurricane activity says he will reconsider his stand.“

    Lieber Herr Rahmstorf, so sympathisch ich Sie auch finde, ich kann ihre Argumente in keiner Weise nachvollziehen… 🙁

    Hochachtungsvoll,

    Eddy aus Luxemburg

  4. Am Ende des Artikels von Herrn Kulke wird auch passend zur aktuell von den Medien aufgeheizten Stimmung gegen Großkonzerne in Richtung der Münchner Rück gehetzt.

    Dabei ist die Versicherungsbranche alles andere als glücklich über die sowohl in ihrer Intensität und als auch in der Häufigkeit zunehmenden Naturkatastrophen. Die Komplexität der Transformation von Extremwetterrisiken in sinnvolle Prämien einer Elementarschadenversicherung erweist sich nicht selten als unlösbare Aufgabe, die mehr einem Glücksspiel als einer seriösen aktuarischen Kalkulation entspricht.

    Die Warnungen bzgl. der Klimaerwärmung von Seiten der Versicherungsindustrie sind somit nicht allein dem Streben nach höheren Prämien geschuldet, sondern dienen vor allem auch dem Erhalt der Versicherbarkeit von Elementarrisiken.

    Letzteres wird freilich von Herrn Kulke unter den Tisch gekehrt, da es nicht in die wohlkonstruierte Pseudo-Argumentationskette hineinpasst.

  5. Kulke

    Kulke ist
    [Bitte keine Beleidigungen. Danke.
    Die Redaktion.]
    , darauf kann man sich sicher schnell einigen. Die Frage, die sich mir stellen, sind andere:
    1) Ist Kulke eine extreme Ausnahme? Wuerde zB ein Gesundheitsexperte aehnlich viele bewusste Verdrehungen und Fehler in einem beliebigen Artikel zum Thema Gesundheitsreform finden oder ist das Thema Klima besonders mit Kulkes geschlagen?
    2) Haben die Kulkes dieser Welt einen spuerbaren und messbaren Einfluss?
    3) Ist das Abwatschen der Kulkes dieses Planeten hilfreich, um eine rationale Diskussion zu foerdern oder eine Vergeudung von Zeit? (letztere Frage habe ich fuer mich mal mit ja beantwortet, bin aber nicht sicher).
    Grusz Georg

  6. Landse

    @Herr Ramstorf
    #Christopher Landsea, formerly a research meteorologist with Hurricane Research Division of Atlantic Oceanographic & Meteorological Laboratory at NOAA, is now the Science and Operations Officer at the National Hurricane Center. He is a member of the American Geophysical Union and the American Meteorological Society. He earned his doctoral degree in Atmospheric Science at Colorado State University. Over the years, his work has involved the general hurricane FAQ currently on the National Hurricane Center website and the Atlantic hurricane reanalysis. He has been focal on the link between global warming and hurricane intensity change.#
    http://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Landsea

    Außerdem hat er dem IPCC den Rücken gekehrt, also Grund genug, ihn hier abtzwatschen, um in Hoffmann’schen Jargon zu bleiben.
    „Er ist“ hätte gereicht, „er ist einfach“ ist (mal wieder) herabwürdigend.
    Er hat zum Thema publiziert
    http://www.aoml.noaa.gov/…ndsea/landsea_bio.html
    auch da hat er sich nichts vorzuwerfen.
    Also schlecht recherchiert von Kulke, aber mehr nicht. Landsea ist vom Fach, wenn auch vielleicht nicht auf Ihrter Seite.
    Thomas Sävert ist Meteorologe und Geophysiker, wie ein paar Klicks im Internet ergeben – folglich nicht ganz ahnungslos.
    #WO HURRIKANE IN EUROPA MÖGLICH SIND
    (Thomas Sävert, Hurrikan-Experte bei Meteomedia)
    http://www.extremwetterkongress.de/media/Bericht_EWK2007_M_Jaeneke.pdf

    http://www.meteomedia.ch/…;no_cache=1&lang=0
    Analysen von und mit Sävert.

    Es werden in den Medien genug Horrormeldungen über den s.g. Klimawandel und seine Folgen vorgesetzt, daß der geneigte Zeitungsleser durchaus in der Lage sein sollte festzustellen, daß eben noch Fragen offen sind, die Akten nicht geschlossen sind. Sie sollten dem Zeitungleser dieses Urtilsvermögen durchaus zugestehen und nicht versuchen ihm vorzuschreiben, was er denken / nicht denken soll.
    Andernfalls muß ich dann annehemn, das es Ihnen nur um Deutungshoheit geht, weniger um die Sache.

    #Er kann nicht wissen, dass Landsea gar nicht „wissenschaftlicher Direktor des NHC“ ist#
    Das muß er garnicht wissen, denn es ändert an seinen Aussagen nichts.
    [Bitte verzichte Sie auf bloße Unterstellungen. Vielen Dank.
    Die Redaktion.

  7. Klimafolgenforscher kein Klimatologe

    Rahmstorf ist KEIN Klimatologe, sondern ein Klimafolgenforscher.

    Solange er diese Differenzierung nicht präzise vornimmt, sind seine Thesen kaum ernst zu nehmen…!!

  8. Trend

    @Herr Rahmstorf

    #Dies haben wir hier bereits ausgiebig diskutiert. Fängt man die Trendbestimmung nicht 1998 (also in einem besonders warmen Jahr) sondern zum Beispiel 1999 an, ging es besonders steil bergan mit den Temperaturen.#

    Die Nullinie, von der aus „Anomalien“ berechnet liegt ja bei ca. 14°C, dem Temp. Durchschnitt der Jahre ca. 60-90 ?

    Wieso bedarf es dieses Durchscnitts ?
    Wir haben doch den s.g. natürlichen Treibhauseffekt, der uns eine Erwärmung von -18°C (ohne Athmosphäre) auf 15°C (mit Athmosphäre) beschert.
    Es sollten doch sinnvoller Weise und der Logik folgend diese 15°C als Basis von welchen Anomalien immer genommen werden.
    Wer die mittlere Temperatur 1960-1990 als Basis bestimmt macht nichts anderes als eine willkürliche Festlegung um eine bestimmte Aussage zu dokumentieren. Diverse Institute verwenden andere Jahre als BAsis mit abweichenden Anomalien.
    Das beweist in meinen Augen die ganze Scharlatanerie der s.g. „Klimawissenschaft“ wie sie z.B. vom IPCC und PIK oder, oder, oder vetreten wird.

  9. Wer ist hier Hurrikanexperte???

    Hallo,

    ich empfinde den Text in diesem Blog als mittlere Frechheit. Wer behauptet, dass die Zusammenarbeit mit Herrn Landsea nur in Abschreiben besteht, kennt weder mich noch meine Internetseiten und die deutsche Version der Hurrikan-FAQ wirklich. Ich beschäftige mich seit ca. 25 Jahren mit Hurrikanen und denke schon, dass ich mich als Experten auf diesem Gebiet bezeichnen kann.
    Wer übrigens Hurrikane nur von den 1980er Jahren bis heute untersucht, kann nur auf eine Zunahme kommen, da die 1980er Jahre sehr ruhig waren. Der Zeitraum ist viel zu kurz, um eine wirklich fundierte Aussage treffen zu können.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Thomas Sävert

    [Antwort: Lieber Herr Sävert, vielleicht zur Klärung: ein wissenschaftlicher Experte ist für mich jemand, der auf einem Gebiet Forschung betreibt, was in der Regel durch entsprechende Fachpublikationen dokumentiert ist. Herr Landsea ist ein solcher Experte für Hurrikane. Ich bin es nicht – ich habe zahlreiche Fachpublikationen im Bereich Klimaforschung, aber nicht zu Hurrikanen. Sie haben in den relevanten Datenbanken der Fachpublikationen keine Spuren hinterlassen (weder zu Hurrikanen noch zu anderen Themen), sodass ich Sie nicht in dem Sinne zu den wissenschaftlichen Experten gerechnet habe, wie es Herr Landsea ist. Das ist keine Kritik an Ihnen oder an Ihrer sehr interessanten Website, sondern an Herrn Kulke, der, wie ich meine, hier den Lesern seines Artikels einen falschen Eindruck vermittelt. Sollten Sie jedoch eigene Forschungsarbeiten zum Zusammenhang von Hurrikanen und Klimawandel getätigt haben, würde ich mich freuen, wenn Sie uns mehr dazu berichten können.

    Ansonsten geht es natürlich in der Sache um die Daten und nicht um Personen. Mein Punkt steht unverändert: Herr Kulke hätte die nur sehr begrenzt aussagekräftige Datenreihe der Hurrikane, die in den USA auf Land getroffen sind, nicht als definitiven Beleg dafür präsentieren dürfen, dass es insgesamt keine Zunahme gibt. Sind wir uns über diesen Punkt einig?

    Ihren letzten Punkt, dass man nicht nur die Daten ab 1980 betrachten sollte, teile ich voll und ganz – deshalb habe ich ja in meinem Artikel hier auf Klimalounge verschiedene Datenreihen ab 1870 gezeigt. Was ich dort sage deckt sich übrigens im wesentlichen mit den Aussagen des im letzten Jahr publizierten IPCC-Berichts und ist insofern nicht besonders neu oder kontrovers. Stefan Rahmstorf]

  10. Experte Sävert

    Herr Sävert,
    ich finde ihre Seite prima gemacht, einen Haufen Links, schoene Bilder und ich bin Sache in einem umgangssprachlichen Sinne sind sie Experte. Andererseits: Wieviele wissenschaftliche Veroeffentlichungen zu dem Thema haben sie verfasst? Was genau besagen ihre ARbeiten zum Thema Erhöhung der Ozeantemperatur und Zusammenhang zu Hurrikananzahl und -intensität?
    Welche Methoden haben sie dafuer entwickelt?
    Falls die Antwort auf solche Frage immer wieder nur ist: Das habe ich da und da gelesen, dann werde sie doch eingestehen muessen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Ihnen einerseits und Landsea oder Emanuel andererseits?

    Die „Frechheit“, von der Sie sprechen, besteht vielleicht gerade darin, diesen Unterschied nicht mehr wahrnehmen zu wollen.

  11. Wieso muss man wissenschaftliche Veröffentlichungen nachweisen um als Experte zu gelten? Viele Wissenschaftler arbeiten in der freien Wirtschaft und dürfen und/oder wollen ihre Forschungsergebnisse überhaupt nicht veröffentlichen.

    Vieleicht wäre es ratsamer für Prof. Rahmstorf gewesen, sich vorher mit Herrn Sävert in Verbindung zu setzen um dessen Reputation abzuklopfen.

  12. Zum Expertentum von Landsea und Sävert

    @ Fischer

    Wer sind die grössten Hurricanespezialisten? http://en.wikipedia.org/…tional_Hurricane_Center „Senior hurricane specialists
    Dr. Lixion Avila, specialist since 1987″

    Und was hat sie publiziert? http://adsabs.harvard.edu/abs/1996GeoRL..23.1697L „Downward trends in the frequency of intense Atlantic hurricanes during the past five decades“

    Und mit wem zusammen? Ja, Mit Chris Landsea! Was Ludmilla Carone auf ihrem Blog erzählt ist absolut unterste Diksussionskultur.

    „Die Hurrikan-Spezialisten stehen etwas weiter oben und wie man genau sieht: Landsea ist nicht darunter.“

    Ist jetzt der Direktor eines Instituts der grösste Spezialist? Oder ist es der, der auf dem Gebiet am längsten und intensivsten forscht?

    Aus Wikipedia (zu C. Landsea) :

    „2007 NOAA Administrator’s Award for „establishing and administrating the Joint Hurricane Testbed, NOAA’s first U.S. Weather Research Program testbed, accelerating research into operations, greatly improving forecasts.“ [1]
    United States Department of Commerce Bronze Medal Award for Superior Federal Service (Oct 2000)(co-recipient) for „issuing the accurate and first official physically based Atlantic Seasonal Hurricane Outlooks for the 1998/1999 seasons, based upon new research“[2]
    American Meteorological Society’s Banner I. Miller Award (May 1993)(co-recipient) for the „best contribution to the science of hurricane and tropical weather forecasting published during the years 1990 – 1992.“

    Ich denke, dass sich dazu eigentlich jeder Kommentar erübrigt. Ausserdem finde ich das ungerechtfertigte Herabwürdigen von Wissenschaftlern einfach umöglich, ob das jetzt Chris Landsea betrifft oder Stefan Rahmstorf.

    Freundliche Grüsse

    Eddy

  13. „Forscher reichen einfach dann einen Artikel bei Nature ein, wenn sie mit der Arbeit daran fertig sind.“

    Ach, wenn es sich um wichtige Veröffentlichungen handelt, dann kann es schonmal vorkommen, daß ein Papier ein paar Jahre vorher eingereicht wird, bevor nach etwas Druck die zugehörigen Supplementary Informations nachgeschoben werden … die der Arbeit eigentlich widersprechen.

    http://bishophill.squarespace.com/…us-paper.html

    Herr Rahmstorf, Sie präsentieren den Lesern hier einen wirklich rührig-naiven Blick auf den Wissenschaftsbetrieb. Doch jeder Leser, der selbst einen Job hat, weiß, wie es in der beruflichen Wirklichkeit zugeht: Opportunistisch, intrigant und bisweilen unglaublich unverfroren.

    Bin mal gespannt, ob dieser Kommentar veröffentlicht wird.

  14. Unter der Lupe

    @Rahmstorf:
    Es wird Zeit den vorliegenden Blog-Beitrag mal unter die Lupe nehme.

    Sie bemängeln den Titel des Zeitungsartikels, doch hätten Sie zum gleichen Thema einen nicht minder „klassischen“ Titel gewählt: vielleicht „Mehr Stürme durch Klimaerwärmung“, oder so ähnlich. Was ist am Titel „Gibt es wirklich mehr Stürme?“ auszusetzen? Etwa, das jemand wagt, eine Frage zu stellen?

    Ihr Einwand:
    „Denn Journalisten wie Kulke wissen ja, ganz im Gegensatz zu uns Klimatologen, was „wirklich“ mit dem Klima los ist.“

    Dazu legen Sie Kulke folgenden Satz in den Mund, DEN ER SO NICHT GESAGT HAT (auch nicht sinngemäss): „Viele sagen, der Klimawandel sorge für immer mehr und stärkere Unwetter. Doch tatsächlich besagt die Statistik etwas ganz anderes.“

    [Antwort: Folgen Sie dem Link zu Kulkes Artikel in Zeile 1 meines Artikels oben – ich habe dieses Zitat mit cut-and-paste direkt und wörtlich daraus entnommen. Stefan Rahmstorf]

    Das Wort „tatsächlich“ hat Kulke IN GANZ ANDERER WEISE VERWENDET: „Die gefühlte Zunahme von Hurrikans ist da, in Anzahl und in Stärke. TATSÄCHLICH sind jedoch Zweifel angebracht.“

    Kulke redet von ZWEIFEL, Herr Rahmstorf, nicht von Gewissheit! Von Ihrem Vorwurf bleibt also nicht mehr übrig als reine Polemik.

    Ihr Einwand:
    „Zunächst werden von Kulke auf suggestive Weise die Einschätzungen renommierter Wissenschaftler und die Publikation von Fachartikeln in die Nähe gezielter Angstmache gerückt (…)“

    Das Wort „Angst“ kommt ein einziges Mal in diesem Artikel vor: „Die Saison 2008 der atlantischen Wirbelstürme jagt ihrem Höhepunkt entgegen, und sie macht ANGST.“ Aus dem weiteren Text geht hervor, dass Kulke meint, ein Team der Florida State University hätte sich dies zunutze gemacht – nicht aber das dieses Team die Angst erst ERZEUGT hätte, wie Sie unterstellen.

    Ihr Einwand:
    „Dagegen werden die Aussagen eines einzelnen Skeptikers unkritisch als ausgemachte Wahrheit präsentiert.“

    Pardon, das stimmt einfach nicht! Ich habe den Artikel mehrmals gelesen und ich kann nicht erkennen, wo Kulke irgenwo den Eindruck zu erwecken sucht, die von Ihnen kritisierten Aussagen seien die „ausgemachte Wahrheit“. Diese Ihre Feststellung ist haltlos, Herr Rahmstorf !

    Im übrigen handelt es sich bei diesem „einzelnen Skeptiker“ nicht um irgend jemanden, wie Sie selbst zugestehen: „(…) und Landsea gehört zu den ernst zu nehmenden Forschern, deren Stimme man hören und deren Argumente man abwägen sollte.“ Na bitte!

    Ihr Einwand:
    „Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, auch die Stimmen von Skeptikern in einem solchen Artikel zu zitieren – allerdings sollte für die Leser erkennbar sein, dass es sich eben nur um einzelne Stimmen handelt.“

    Tut er doch, Namen werden genannt! Von einzelnen Stimmen kann man insofern nicht reden, als dass es z.Zt. etwa 20 aktuelle Theorien zur globalen Sturmentwicklung gibt, die zu widersprüchlichen Schlussfolgerungen im Hinblick auf den Zusammenhang zur postulierten Klimaerwärmung kommen. Kulke hat es nur versäumt, darauf hin zu weisen.

    Ihr Einwand:
    „Doch Kulke präsentiert uns Landsea und Sävert wie zwei unabhängige Experten, die das Gleiche sagen. So wird aus einer Einzelstimme von Landsea gleich eine breiter geteilte Einschätzung konstruiert.“

    Entschuldigung, Wenn zwei das gleiche sagen, dann sind das ZWEI (Einzel-)Stimmen, Herr Rahmstorf!

    Herr Sävert hat sich zu seiner fachlichen Qualifikation ja schon zuvor deutlich geäussert! Völlig unbehelligt ist das davon, was Kulke schreibt: „Der deutsche Hurrikan-Experte Thomas Sävert hat sie (die Statistik über alle Hurrikans sein, die seit 1850 die Küste der USA heimsuchten) auf seiner Homepage nach den Daten von Chris Landsea in einer Tabelle zusammengestellt.“

    Ihr Einwand:
    „Kulke wärmt damit einfach ein Jahre altes Argument auf, das in der Forschergemeinde aus guten Gründen wenig Gewicht hat, und tut so, als widerlege dies die seither in der Fachliteratur erschienenen Datenanalysen.“

    Kulke tut keineswegs so, als WIDERLEGE er etwas, sondern er macht auf ZWEIFEL aufmerksam, die aus der „Forschergemeinde“ kommen (in Form von Studien).

    Ihr Einwand:
    „Der IPCC-Bericht ist im letzten Jahr unter voller Berücksichtigung dieser Daten genau zum gegenteiligen Schluss wie Kulke gekommen.“

    Na, das ist doch nur eine Nebelkerze, Herr Rahmstorf ! IPCC-Berichte beruhen auf Konsens. Konsens aber ist ein Kriterium zur politischen Entscheidungsfindung, nicht zur Bewertung wissenschaftlicher Forschung. Ergo sind in IPCC-Berichten gezogene Schlüsse wissenschaftlich angreifbar.

    Ihr Einwand:
    „Wenn im laufenden Jahrzehnt, dem wärmsten Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, besonders viele starke Stürme auftreten, dann stützt das natürlich die These, dass die Erwärmung stärkere Stürme fördert“

    Aber Herr Rahmstorf, ich wundere mich! Ein Jahrzehnt ist doch kein klimarelevanter Zeitraum!

    Ihr Einwand:
    „Bei einem derartigen Artikel hat der normale Zeitungsleser praktisch keine Chance, sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden. (…) Er kann nicht wissen, dass Sävert wohl kaum ein Hurrikanexperte ist“.

    Wenn der normale Zeitungsleser nicht wissen kann, was von Sävert zu halten ist – nun, dann befindet er sich mit seiner Unwissenheit ja in Ihrer guten Gesellschaft, Herr Rahmstorf ! Schön übrigens, dass Sie das Wörtchen „fundiert“ eingeschoben haben. So gestehen Sie zu, dass sich der normale Zeitungsleser sehr wohl eine Meinung bilden kann. Und zwar eine, die Ihren klimatischen Vorstellungen nicht zwanghaft folgen muss.

    Vereinzelte, nicht IPCC-konforme Zeitungartikel, wie der von Ihnen verrissene, sind Ausdruck einer lebendigen demokratischen Gesellschaft, die abweichende Ansichten aus gutem Grunde(!) zulässt. Dem wollen Sie sich doch nicht etwa in den Weg stellen, Herr Rahmstorf?

  15. Leugnung

    Die Leugnung eines von der Menschheit verursachten Klimawandels erinnert mich ein bisschen an die Leugnung von manchen Menschen bis hin zu Südafrikas Präsident Mbeki, dass HI-Viren die Krankheit AIDS verursachen, was bereits fatale Folgen für Tausende hatte. Einen ähnlichen Fehler beim Thema Globale Erwärmung zu machen wäre um einiges fataler.

  16. @Rahmstorf: Entschuldigung meinerseits

    Sie haben völlig recht! Der folgende Vorwurf meinerseits an Ihre Adresse ist eindeutig falsch! Ich habe dummerweise den Absatz über dem grossen Foto übersehen. Das ist sehr ärgerlich. Ich bitte um Entschuldigung und ziehe ihn selbstverständlich ohne wenn und aber zurück:

    Dazu legen Sie Kulke folgenden Satz in den Mund, DEN ER SO NICHT GESAGT HAT (auch nicht sinngemäss): „Viele sagen, der Klimawandel sorge für immer mehr und stärkere Unwetter. Doch tatsächlich besagt die Statistik etwas ganz anderes.“

  17. Leugnung hier, Konsens dort

    „I tell people I was born a Hindu who believes in reincarnation. It will take me the next six lives to neutralize my carbon footprint. There’s no way I can do it in one lifetime.“

    (Rajendra Pachauri, Vorsitzender des IPCC seit 2002, mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang gewählt)

    http://blogs.news.com.au/…hief_leave_it_to_later

  18. Leugnung

    @Robert

    Über diesen Punkt der Diskussion sind wir lange raus.
    Mit unschlichewn „Leugnern“ würde sich ein Wissenschftler wie Herr Rahmstorf niemals einlassen.
    Was hat, nebenbei, HIV mit Klima zu tun ?
    „Leugner“ als Begriff hat hier wahrlich überhaupt nichts zu suchen
    Fest steht, wie die Diskussion hier läuft, das es zu vielen Punkten Klärungs- und Forschungsbedarf vorliegt.
    WEr primitiv mit der Leugner-Keule kommt, ohne was sachliches beizuragen – dem sag ich tschüß

  19. Herr Rahmstorf,
    vielen Dank für Ihre interessanten Beiträge zum Thema Hurrikane und zu dem Artikel in der Morgenpost. Ihre differenzierte und klare Art zu schreiben hilft mir immer wieder, mich in verschiedenen Klimafragen zurechtzufinden, keine der neuen Publikationen zu Themen die mich interessieren zu übersehen und gleichzeitig einen guten Überblick zu behalten. Vielen Dank!
    @Krishna Gans
    Ich empfinde es als sehr störend, dass in Ihren Posts, die ich gelesen habe, regelmäßig persönliche Angriffe stehen. Herr Rahmstorf bemüht sich hier, Hintergründe aufzuschlüsseln und Differenzierungen vorzunehmen. Er teilt sein Wissen (und seine Zeit)mit uns- er schreibt niemandem vor, was er zu glauben hat. Das kann er gar nicht.
    Dass Sie dann auch noch einem anderen, der hier im Blog kommentiert, „Tschüß“ sagen, hat aber nochmal eine andere Qualität.Ich wünsche mir mehr Belege, mehr Sachlichkeit und einen anderen Umgangston Ihrerseits.

  20. Sachlichkeit

    @Kristine

    Den Kommentar, den Sie meinen, haben Sie auch gelesen, ja ?
    Um was ging es in diesem Kommentar ?
    Hurrikane oder Diffamierungen ?
    Letzteres braucht hier kein Mensch.
    Und solche Vergleiche die dort herangezogen wurden sind hier auch schon, zurecht wie ich meine, gelöscht worden.
    Wer so „kommentiert“ ist eigentlich keine Diskussion wert.
    Oder wollen Sie sich auf die gleiche Stufe herabbewegen ?

  21. Hurrikane und außertropische Zyklon

    Lieber Herr Prof. Rahmstorf,

    In Zusammenhang mit der Debatte über die mögliche Zunahme von Hurrikanen durch die ansteigenden Wassertemperaturen im Atlantik möchte ich auf eunen sehr interessanten Beitrag im Forum der Wetterzentrale hinweisen. Dort hat der Meteorologiestudent Felix Welzenbach (Homepage http://www.wetteran.de/) eine kurze synoptische Analyse veröffentlicht, in der es um ein außertropisches dynamisches Tief geht, das sich möglicherweise bald in einen Wirbelsturm verwandeln könnte!

    Link: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?2,1431720

    Mir selbst war im Juli diesen Jahres auf Satellitenbildern ein wirbelsturmähnliches Wetterphänomen über der Nordsee (!) aufgefallen, über das ich seinerzeit auf meinem Blog berichtete:

    http://wetterwechsel.wordpress.com/…der-nordsee/

    Viele Grüße
    Jens Christian Heuer

  22. OT: Die Skeptiker haben gewonnen!

    Sollte sich das, was gestern bezüglich des Ausgasens des Methanhydrats im Spiegel stand
    http://www.spiegel.de/…tur/0,1518,580213,00.html für größere Teile des Eismeeres als korrekt erweisen, können wir uns die weiteren Diskussionen sparen. In dem Fall können wir konstatieren, das die Skeptikergemeinde gewonnen hat, da es ihr gelungen ist, zusammen mit der Erdöl-Lobby die notwenigen Massnahmen so lange herauszuzögern bis der Tipping-Point überschritten ist. Denn dies ist – falls das beobachtete Phänomen grossflächig auftritt, der Fall.
    Da kann man all jenen, die sich hier und anderswo engagiert haben, um die wissenschaftlichen Fakten bezüglich des Klimawandels zu bezweifeln und in Abrede zu stellen, nur „gratulieren“. Denn für den Fall ist das Thema „was können wir tun“ durch.
    Unter der o.g. Einschränkung sollten man diese Leute dann aber auch zur Verantwortung ziehen.

  23. Methan etc.

    @ Fritz Müller

    Sie schreiben:
    „Sollte sich das, was gestern bezüglich des Ausgasens des Methanhydrats im Spiegel stand für größere Teile des Eismeeres als korrekt erweisen, können wir uns die weiteren Diskussionen sparen.“

    Das Wort „Sollte“ sollte in diesem Zusammenhang wohl eher fett geschrieben werden.
    Seitdem man das Methan als noch schlimmeren „Klimakiller“ ansieht als das CO2 mehren sich auch für dieses Gas die Horrorszenarien. Auch für das Methan gilt hier: Durch unseren menschlichen Einfluss gefärden wir unseren Planeten massiv.

    Die zunehmende Haltung von Rindern, der Nassfeldreisanbau, Deponiegase und die gloabale Erwärmung führen demnach zu einem Ansteigen dieses gefürchteten „Treibhausgases“.

    Einzig die Natur mag sich nicht so recht an die Szenarien halten. So ist bei den Gehalten an Methan in der Atmosphäre seit etwa 2000 kein Anstieg zu beobachten. Die Gehalte stagnieren bei etwa 1800 nmol/mol. ( http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/iadv/ ) Und das trotz gestiegener Reisproduktion, gestiegener Rinderproduktion und auch trotz ständiger Horrormeldungen von sich auflösendenn Feldern mit Methanhydraten.

    Vielleicht sollten sich die beteiligten Wissenschaftler doch einmal fragen, ob eventuell mit den zugrunde liegenden Modellen etwas nicht in Ordnung ist.

  24. Methanhydrat-Hysterie

    Neulich war im TV ein Bericht über eine Forschungsmission im Mittelmeer. Der Aufwand, um eine kleine Probe Methanhydrat unbeschadet vom Meeresboden in über 2.000 Meter Tiefe auf das Schiff zu bekommen, war unglaublich. Das Material muß beim Fördern nämlich unter hohem Druck und niedrigen Temperaturen bleiben.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Methanhydrat-Förderung jemals wirtschaftlicher sein wird als Öl, Gas oder selbst regenerative Energieträger.

    In dem Bericht wurde auch gezeigt, dass Methanhydrat fast ausschließlich an den Schnittstellen der tektonischen Platten vorkommt und nur der Teil austritt, der sich unmittelbar unter dem Meeresboden befindet.

    Da ca. 99% vom Meeresboden weitgehend unerforscht ist, mutet es schon ziemlich seltsam an, wenn ohne jede historische Vergleichsdaten ein aktuelles Problem konstruiert wird, das man so oder so überhaupt nicht beeinflussen kann.

    Na ja, Hauptsache die Forschungsgelder fließen und man liest seinen Namen in der Presse…

  25. Methan

    @Fritz Müller
    Was haben die „Skeptiker“ damit zu tun ?
    Seit Jahren nerven die Klimawissenschaftler mit der Gefährlichkeit des CO2, erfinden den Ablaßhandel für dieses Gas, das nicht mal als Schadstoff in der urbanen Luft gemessen wird.
    Und jetzt sind Skeptiker daran schuld ?
    Sinnvoller wäre es, die Kosten die entstehen und entstanden sind durch die „Bekämpfung“ aktueller und zukünftiger Erwärmungen, denjenigen in Rechnung zu stellen, die die Erwärmung als drohend und zu bekämpfen dramatiesiert haben und durch die Natur und die Tatsachen wahrscheinlich widerlegt werden.

  26. ein neuer Aspekt zu SST-Hurricanes

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    nach Ihrem interessanten Vortrag am AWI, hier ein paar Gedanken zur Entwicklung der Hurrikanes im Nord Atlantischen Basin:

    ich stimme Ihnen (bzw. Emanuel etc.) zu, dass es eine signifikante Korrelation zwischen den Wassertemperaturen (SST) im tropischen Nord Atlantik und Hurrikane Eigenschaften (mean intensity, counts, …) gibt.

    Und ich bin auch davon ueberzeugt dass die SST’s in dieser Region waermer werden, (e.g. Projektionen der CMIP3 Modellaeufe) und dass Teile der rezenten Erwaermung auf CO2 Erhoehung zurueck zu fuehren sind. (e.g. Attributionsstudien wie Santer, 2006 PNAS).

    Soweit so gut, nur reicht dies um auf einen anthropogenen Einfluss auf die Hurricanes zu schliessen ?
    Ich denke nicht.

    Interessanterweise korreliert die Intensitaet der Hurricanes besser mit der SST Anomaly
    zwischen den Basins (tropischer Atlantik – IndoPazifik) als mit den Atlantik SST’s.
    (GEOCHEMISTRY GEOPHYSICS GEOSYSTEMS, VOL. 9, Q04V01, doi:10.1029/2007GC001844, 2008
    Nonlocality of Atlantic tropical cyclone intensities, Kyle L. Swanson)

    Auch die Anzahl der Hurricanes laesst sich besser beschreiben wenn man den IndoPacific mit ins Boot nimmt.
    Abgesehen von der Statistik gibt es hierzu auch physikalische Argumente (WindScherung, troposphaerische Temperatur etc.)

    Wenn man nun dieses statistische Modell (z.B #Hurricanes = a+b*(lokale SST-IndoPacific SST)) verwendet kann man die
    Vergangenheit sogar besser beschreiben als mit dem lokalen (#Hurricanes = a+b*Lokales SST) Modell.
    Die Zukunft sieht aber dann anders aus da der anthropogene Einfluss vermutlich homogen auf alle Basins wirkt und nach diesem simplen Modell keinen Einfluss hat.

    Dieses statistische Modell besagt also dass natuerliche Schwankungen im Atlantik einen grossen Einfluss
    auf die Hurricanes haben da diese nur die lokalen Temperaturen beeinflussen, dagegen globale Einfluesse
    weniger Einfluss haben.

    Zusammenfassend kann man also auch von der Daten / statistischen Seite leider keine eindeutige Ausage ueber zukuenftiges Klima und Hurricanes treffen. (Beide statistische Modelle
    zeigen keine Kausalitaet, und die
    dynamischen Modell haben wiederum andere Probleme)

    Gruss
    Thomas Laepple

  27. Thomas Laepple – Modellierung am AWI

    *Dieses statistische Modell besagt also dass natuerliche Schwankungen im Atlantik einen grossen Einfluss
    auf die Hurricanes haben da diese nur die lokalen Temperaturen beeinflussen, dagegen globale Einfluesse
    weniger Einfluss haben.*

    Ich denke das sehen Herr Rahmstorf und das PIK ganz anders. Globaler AGW beeinflusst die Hurricane weniger als natürliche Schwankungen mit lokalen Temperaturunterschieden. Schön, dass die Modelle vom AWI dazu beitragen das Bild der Klimamodelle zu relativieren.

    Die Zukunft der Hurricane ist also ein Buch mit 7 Siegeln.