Rekord-Mai + Updates

Die NASA hat heute den globalen Temperaturmittelwert für Mai veröffentlicht – siehe Grafik. Der Mai war mit +0,76 °C (relativ zum langjährigen Mittelwert 1951-1980) der wärmste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Am zweitwärmsten waren gleichauf Mai 2010 und Mai 2012 mit +0,70 °C. Dieser Mai folgt den ebenfalls bereits besonders warmen Monaten März (+0.71 °C) und April (+0.73 °C). Kleine Korrekturen durch verspätet eintrudelnde Messdaten aus manchen Ländern kann es wie immer in den nächsten Wochen noch geben, in der Regel bewegen sich diese aber im Bereich von ein oder zwei Hundertstel Grad, sodass der neue Rekord wohl fest steht.

GISTEMP_May2014

Zum Vergleich: die bislang wärmste Jahrestemperatur war laut NASA +0,66 °C im Jahr 2010. Bleiben die Temperaturen also weiter auf einem so hohen Niveau wie in den vergangenen drei Monaten, könnte schon dieses Jahr wieder ein neuer Jahresrekord fällig werden. Dies dürfte stark vom weiteren Verlauf des entstehenden El Niño abhängen.

UPDATE 13:00: Die NASA warnt, dass die Daten noch vorläufig sind, weil diesen Monat noch Daten aus China fehlen – mehr als sonst üblich. Ich poste ein Update sobald ich mehr erfahre.

UPDATE 24.6.: Auch in der Analyse der NOAA ist der Mai ein neuer Rekord.

UPDATE 15.7.: Die Datenlücke in China ist inzwischen geschlossen, der Temperaturwert bleibt dabei unverändert bei +0.76 K.

Stefan Rahmstorf

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. interessant, so ein stetiger Anstieg.
    Wie viel davon könnte man dem sg. anthropogenen Klimaeinfluss zuschreiben, insbesondere bis ca. 1950 bzw. gesamte Reihe?

    • Stefan Rahmstorf

      Ab 1950 ist praktisch die gesamte globale Erwärmung anthropogen – zentrale Folgerung aus der Analyse aller Antriebsfaktoren im IPCC-Bericht. Die natürlichen Antriebe liefern ab 1950 einen flachen Temperaturverlauf. So ist z.B. die Sonnenaktivität seit 1950 praktisch konstant (außer dem 11-jährigen Schwabezyklus), seit Beginn der Satellitenmessungen 1978 sogar leicht fallend.
      Vor 1950 hat die Sonnenaktivität etwas zugenommen, und die beobachtete Erwärmung ist die Summe daraus und dem damals noch schwächeren anthropogenen Antrieb, der aber auch da schon mehr als die Hälfte ausgemacht hat. Bis 1950 betrug der anthropogene Strahlungsantrieb rund 0,57 Watt pro Quadratmeter (Unsicherheit 0,29 – 0,85, IPCC Abb. SPM.4). Die Zunahme der Sonnenaktivität betrug 0,12 W/m2 (Unsicherheit 0,06 – 0,3). Im Extremfall – geringster Wert für den anthropogenen Anteil, höchster Wert für den solaren Anteil – wäre es als 50:50 vom vorindustriellen Temperaturniveau bis 1950.

  2. Ich bin mir nicht sicher, was ich von den NOAA-Daten zu halten habe – besonders dann, wenn der Verdacht nahe liegt, dass die Auswertungen der Temperatur-Aufzeichnungen für die USA höchst fehlerhaft zu sein scheinen:

    http://wattsupwiththat.com/2014/06/29/noaas-temperature-control-knob-for-the-past-the-present-and-maybe-the-future-july-1936-now-hottest-month-again/

    Ja, stimmt, der Artikel steht auf WUWT, das ja angeblich so unseriös ist.
    Trotzdem würde ich gerne wissen, wie das NOAA aus dieser Nummer herauskommt.

    • Stefan Rahmstorf

      Hier geht es um die Frage, ob in den USA der Juli 1936 oder der Juli 2012 der wärmste war – Fakt ist, dass beide sich in den Daten um weniger als zwei Hundertstel Grad Celsius unterscheiden und damit innerhalb der statistischen Unsicherheiten gleichauf liegen, sodass man über die Rangfolge zwar trefflich aber letztlich ohne wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn streiten kann. Juli 1936 war auf dem Höhepunkt der berüchtigten dust bowl Dürre in den USA. Schaut man die Jahreswerte an, war 2012 übrigens deutlich wärmer als 1936 und das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen in den USA.

    • NOAA muss da aus gar keiner „Nummer“ herauskommen – Ihre Wortwahl unterstellt, wie schon der gesamte WUWT-Artikel, eine Manipulation oder Verschwörung. Und ja, genau wegen des hier mal wieder gezeigten Verhaltens ist WUWT auch unseriös.

      Die Berechnungen und Methoden der NOAA werden wie die bei allen anderen Temperaturreihen ständig überprüft, verbessert und verfeinert – da ändern sich nunmal im laufe der Zeit auch mal Hunderstelgrade in Monatsmitteln, und damit auch eventuell Reihenfolgen. Die „Skeptiker“ fordern doch die ganze Zeit lauthals Überprüfungen und mehr Forschung – nur wenn denen das Ergebnis nicht ins Weltbild passt wird halt nur noch lauter geschrien.

  3. Ich finde die Liste mit den monatlichen Temperaturen bei der NASA sehr interessant. Mit der Erwärmung müsste meiner Meinung nach auch zusätzlicher Niederschlag einhergehen, da warme Luft ja mehr Wasser aufnehmen kann. Gibt es denn dazu auch globale Daten? Also sowas wie der monatliche Gesamtniederschlag auf der ganzen Erde seit 1880?

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