Oeschger, Mann!

Die meisten Forscher würden wohl stolz als Highlights ihrer Karriere auf das eine oder andere Paper zurückblicken, das mehr als einhundert mal zitiert wurde (nach ISI Web of Science). Nicht so der Physiker Michael Mann von der Penn State University – im jugendlichen Alter von 46 Jahren kann er bereits zwanzig Fachpublikationen mit je über 100 ISI-Citations vorweisen. Zu den (bisherigen) Highlights des brillanten US-Klimaforschers zählen sogar zwei Papers mit über 700 Citations!

altSo ist es nicht überraschend, dass Mann hier in Wien bei der großen jährlichen Tagung der European Geosciences Union (über zehntausend Teilnehmer) gerade die Oeschger-Medaille verliehen wurde, eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Klimaforschung. Sie ist benannt nach Hans Oeschger, dem großen  Pionier der Eisbohrkernforschung aus Bern, dessen Name in den Dansgaard-Oeschger-Ereignissen verewigt ist (das sind abrupte eiszeitliche Klimawechsel, zu denen ich auch einige Forschungsarbeiten publiziert habe). Mike Mann hielt (wie bei der EGU üblich) einen wissenschaftlichen Vortrag anlässlich der Preisverleihung, der bei einigen Doktoranden, mit denen ich danach plauderte, auf Begeisterung stieß, vor allem auch wegen seines lockeren und erfrischenden Vortragsstils (leider gibt es keinen Webcast, aber die Folien zum Vortrag findet man hier).

Ich will hier nicht wie in einer Laudatio die vielfältigen Leistungen meines Forscher- und Bloggerkollegens Mike Mann beschreiben (das kann man bei Realclimate nachlesen). Dem Zeitungsleser ist Mann vermutlich vor allem durch eine seiner frühen Pionierarbeiten aus den 1990er Jahren bekannt, nämlich die manchmal „Hockeyschläger-Kurve“ genannte Temperaturrekonstruktion aus Proxydaten für die vergangenen Jahrhunderte. Einer seiner Koautoren dieser Studie, Ray Bradley, wurde übrigens bereits 2007 mit der Oeschger-Medaille ausgezeichnet.

altMann hat allerdings nicht nur viel wissenschaftlichen Respekt und Anerkennung erlebt, sondern wurde wegen seiner für manche politisch inopportunen „Hockeyschläger-Kurve“ eine der Lieblingszielscheiben der „Klimaskeptiker“. Die Geschichte der bizarren Angriffe aus dem Skeptiker-Lager erzählt er in seinem aktuellen Buch The Hockey Stick and the Climate Wars, dessen martialischer Titel leider nicht unberechtigt ist. Als der junge Nachwuchsforscher in den 1990ern diese Arbeit anfertigte, ahnte er sicher nicht im entferntesten, was auf ihn zukommen würde – nur wenige Arbeiten der Wissenschaftsgeschichte dürften derart intensiv auf mögliche Fehler und Schwächen abgeklopft worden sein. Dass sie allen Angriffen nicht nur standhielt, sondern durch zahlreiche spätere Arbeiten in ihren wesentlichen Aussagen bestätigt wurde (inklusive 2006 durch eine Kommission der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA), ist ein Tribut an Manns wissenschaftliche Qualitäten. Trotz allem gilt es immer noch als Glaubensbekenntnis der „Klimaskeptiker“-Szene, den „Hockeyschläger“ für Betrug oder zumindest für ein statistisches Artefakt zu halten – auch in Fritz Vahrenholts aktuellem Buch „Die kalte Sonne“ kann man die wilden Verschwörungstheorien dazu wieder einmal lesen. (Ein wenig mehr zum „hockey stick“ in diesem früheren KlimaLounge-Beitrag.)

Wer Mann im O-Ton hören will, dem empfehle ich sein Rundfunk-Interview, das er kürzlich Chris Mooney gab.

 

p.s. Von der EGU-Tagung gäbe es noch viel zu berichten, wenn zwischen den vielen Vorträgen nur ein wenig mehr Zeit bliebe. Kleines Schmankerl: eine neue Analyse von Richard Allan und Kollegen belegt anhand von Satelliten- und Ozeanmessungen, dass die globale Erwärmung auch in den letzten zehn Jahren weiter fortgeschritten ist. Satellitenmessungen des Strahlungsbudgets der Erde und Temperaturmessungen der über das ganze Weltmeer verteilten autonomen ARGO-Sonden zeigen übereinstimmend, dass die Erde in dieser Zeit netto ca. 0,5 Watt pro Quadratmeter an Wärme aufgenommen hat. Davon zeigt sich in diesem Jahrzehnt nur weniger in Form steigender Oberflächentemperatur und mehr ist im Ozean „verschwunden“ (dem dominanten Wärmespeicher). Das ist konsistent mit unserer eigenen Folgerung, dass die natürliche Schwankung von El Niño zu La Niña-Bedingungen hauptverantwortlich dafür ist, dass der Kurzzeit-Temperaturtrend über die letzten zehn Jahre geringer ausfällt. Unter La Niña-Bedingungen kommt im tropischen Pazifik kaltes Wasser an die Oberfläche, wodurch der Ozean mehr Wärme aufsaugt und die Oberflächentemperaturen etwas kühler sind.

p.p.s. Dazu habe ich eben noch Pressemitteilung und Paper online gefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stefan Rahmstorf

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Michael Mann und der Hockeystick, ENSO

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    Es war eine gute Idee diesen Artikel zu schreiben!
    Die Oeschger-Medaille ist eine große Ehre und Michael E. Mann hat sie wirklich verdient!! Seine Jahrtausend-Temperaturrekonstruktion für die Nordhalbkugel, die er zusammen mit zwei Kollegen im Jahre 1999 veröffentlichte (M.E.Mann,R.S.Bradley, M.K.Hughes: „Northern Hemisphere Temperatures During the Past Millennium: Inferences, Uncertainties, and Limitations“, Geophysical Research Letters, 1999) war meines Erachtens eine echte Pioniertat. Die Auswertung von Baumringen, Korallen und Eisbohrkernen als Proxys einerseits und von instrumentellen Temperaturmessungen andererseits ergab die berühmte „Hockeystick-Kurve“, die zeigte wie außergewöhnlich die (menschengemachte) globale Erwärmung im 20. Jahrhundert (und da vor allem in der 2. Hälfte) tatsächlich war.
    Die Auswertung und Zusammenführung der Daten geschah auf sehr gut durchdachte Weise:
    Die Proxydaten wurden soweit irgend möglich mit Temperaturmessungen abgeglichen und so überprüft. Instrumentelle Temperaturdaten gab es immerhin ab 1854, vereinzelt sogar noch weiter zurück bis ins 18. Jahrhundert. Die Baumringdaten reichten bis 1980. Das längere Kurvenstück aus den Proxydaten und das kürzere Kurvenstück aus den Temperaturmessungen überlappen sich also ein ganzes Stück, was für die Richtigkeit des „Hockeysticks“ spricht! Bei den Bäumen der Einfluss des CO2 als Dünger von dem Einfluss der Temperaturtur auf das Wachstum der Bäume getrennt. So profitieren Bäume, die in hohen Lagen wachsen ganz besonders von mehr CO2 und täuschen dann mit ihren breiten und dichten Wachstumsringen einen zu hohen Temperaturanstieg vor.
    Zwei Beispiele dafür wie sorgfältig Mann und sein Team arbeiteten!! Das alles und noch viel mehr kann man in dem Paper nachlesen, das auch Online verfügbar ist. Es lohnt sich!
    Zum Schluß noch eine inhaltliche Frage zu Ihrem Artikel:
    Sie schreiben da von Ihrer eigenen Folgerung, „dass die natürliche Schwankung von El Niño zu La Niña-Bedingungen hauptverantwortlich dafür ist, dass der Kurzzeit-Temperaturtrend über die letzten zehn Jahre geringer ausfällt. Unter La Niña-Bedingungen kommt im tropischen Pazifik kaltes Wasser an die Oberfläche, wodurch der Ozean mehr Wärme aufsaugt und die Oberflächentemperaturen etwas kühler sind.“
    Könnte das nicht mit der Pazifischen
    Dekaden Oszillation (PDO) zusammenhängen? Die Muster der Wassertemperaturen im Pazifik ähneln sich bei der PDO und ENSO auffällend, finde ich. El Niño scheint mir mit der positiven Phase der PDO (PDO+)vergleichbar, La Niña mit der negativen Phase (PDO-). Die Oszillationen der PDO dauern allerdings deutlich länger als die von ENSO. Steuert die PDO vielleicht ENSO? Begünstigt PDO+ womöglich El Niño (bzw. lässt sie stärker ausfallen) und entsprechend PDO- die La Niña?

    Viele Grüße
    Jens Christian Heuer

  2. Transition to ENSO-neutral conditions

    Ein Forcing von 0,5 W/m2 pro Jahrzehnt ist eine enorme Geschwindigkeit, mit der die Wärmeaufnahme der Erde voranschreitet, wenn man bedenkt, daß eine Verdopplung des CO2-Gehaltes von 280 auf 560 ppm einem Forcing von 4 W/m2 entspricht.(Wie ist jetzt der Konsens unter Klimaexperten: 3°C über vorindustriellem Niveau ?) Irgendwann werden die Ozeane diese zwischengespeicherte Energie wieder verstärkt an die Luft abgegeben, was in den letzten Jahren ja nicht so war.

  3. Klimaskeptiker gegen Klimawandelleugner

    Lieber Herr Rahmstorf,

    ist es nicht an der Zeit, endlich das positiv besetztes Wort „Klimaskeptiker“ in Rente zu schicken bzw. das passendere „Klimwandelleugner“ zu benutzen, analog: climate sceptic versus climate denier/denialist?

    Denn einmal hat das Skeptikersein eine ehrbare Geschichte von ca. 2 Millennien, die von den Leugnern somit sprachlich missbraucht wird.

    Hinzu kommt, Sie und etwa M. Mann werden wie Sie wissen im englischen als „warmist“ diffamiert. Dies zeigt auf, wie sehr die Nichtwissenschaft mangels Beweise auf Polemik setzt.

    Das Substantiv „Leugner“ trifft den Gegner empfindlich, denn erstens billigt man ihm damit keine ehrbare Tradition mehr zu, zweitens jaulen diese Leute im Internet absurderweise zumindest in den USA, dass sie somit auf einer Stufe mit Holocaustleugnern gestellt werden (als wenn irgendwer das Wort „Leugner“ hierfür reserviert hätte.)

  4. ?

    Aus ihrer Pressemitteilung:

    „Global climate change results from an imbalance between the amount of sunlight absorbed by Earth and the thermal radiation emitted back to space.“

    Ähmm, habe ich richtig gelesen?

    Ich dachte es wäre so, dass es eine Strahlungsbilanz gibt welche sagt, dass „REIN und RAUS“ immer gleich sein müssen. So ist es wohl auch, geht ja gar nicht anders…

    Nun denn, durch die Anreicherung an IR absorbtionsfähigen Molekülen in der Troposphäre erhöht sich das Level, aus welchem das Strahlungsgleichgwicht erzwungen wird. Das führt unweigerlich zu einer Erhöhung auch der bodennahen Lufttemperatur, warum, muss ich hier hoffentlich nicht erklären.

    Die Aussage, eine „unausgeglichene Strahlungsbilanz“ würde zu dieser Erwärmung führen ist irreführend, denn nur der Zustand der ausgeglichenen Strahlungsbilanz führt erst zu der Erwärmung innerhalb der Troposphäre, welche mittelfristig zu beobachten wäre.

    MFG

    Christian Zenkl, WETTERCAFE Innsbruck

    [Antwort: Sie haben richtig gelesen: um das Klima (vor allem auch die Ozeane mit ihrer großen Wärmekapazität) zu erwärmen, müssen Sie selbstverständlich Wärmeenergie zuführen – genau wie wenn Sie ihr Teewasser aufheizen wollen. Die kommt daher, dass wegen des zunehmenden Treibhauseffektes weniger Wärme ins All abgestrahlt wird als wir von der Sonne aufnehmen. Die Strahlungsbilanz ist daher derzeit nicht ausgeglichen. Das muss nicht nur wegen der Energieerhaltung (1. Hauptsatz) so sein, sondern Satellitenmessungen zeigen auch, dass es tatsächlich so ist. Wenn der Treibhauseffekt eines Tages nicht weiter zunimmt, dann wird sich irgendwann ein neues Gleichgewicht auf einem höheren Temperaturniveau einstellen. In diesem Gleichgewicht ist die Strahlungsbilanz dann wieder ausgeglichen (daher ist es ein Gleichgewicht). Während das Klima sich aber aufheizt, ist es notwendigerweise nicht im Gleichgewicht. Stefan Rahmstorf]

  5. @ wettercafe / Rahmstorf 30.04.2012

    Lieber Herr Rahmstorf,

    danke für ihre Antwort.
    Ich schrieb allerdings über die Strahlungsbilanz der Tropopsphäre und hier passiert ja gerade wegen dem zu erhaltenden Gleichgweicht der Strahlungsflüsse die Erwärmung, die Zunahme der Tropophausenhöhe und die Abkühlung der Stratosphäre etc. Das die Ozeane heute wahrscheinlich noch etwas kühler sind, als sie es sein sollten ist wohl auch so was wie mit den meisten Gletschern im Alpenraum, auch diese werden sich bei theoretisch gleichbleibenden klimatischen Bedingungen noch deutlich zurückziehen.
    Nur, so gesehen befindet sich das globale Klima dann niemals im Gleichgewicht, denn ein konstantes Klima gibt es nicht und gab es nie.

    [Antwort: Die Troposphäre allein ist sehr weit von einem Strahlungsgleichgewicht entfernt, da sie stark von unten durch fühlbare und latente Wärme beheizt wird. Das Konzept des Strahlungsgleichgewichts macht nur Sinn für das Klimasystem als Ganzes, denn es gibt ja die Bilanz zwischen aufgenommener und abgegebener Strahlung für unsere gesamte Erde an. Die Arbeit von Allan et al. zeigt, dass das System in den letzten Jahren netto Strahlung aufnimmt und dass dadurch vor allem das Meerwasser weiter aufgeheizt wird – letzteres zeigen die Tausenden von autonomen Floats des ARGO Projekts. Jim Hansen wies in seinem Vortrag in Wien (ebenfalls über die Energiebilanz unseres Planeten) darauf hin, wie bemerkenswert diese positive Wärmebilanz mitten in einem tiefen anhaltenden Sonnenminimum ist. Würden Sonnenschwankungen unser Klima kontrollieren, dann würde man eine positive Wärmebilanz in den Sonnenmaxima und eine negative in den Sonnenminima erwarten. Durch die erhöhte Treibhausgasmenge in der Atmosphäre ist die Strahlungsbilanz aber durchweg positiv, der Planet „saugt Wärme auf“ quer durch die Sonnenmaxima und Minima hindurch. Stefan Rahmstorf]

  6. Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    Dass Herr Mann den Preis verdient hat, steht außer Frage, obwohl man ihm durchaus einige kleinere fachliche Ungenauigkeiten im Hinblick auf den „Hockey-Stick“ vorwerfen kann.
    Meines Wissens beinhaltet die Arbeit dazu in keiner Weise, dass jede Pflanze, und dazu gehören Bäume nunmal, neben der Temperatur auch von anderen Parametern abhängig ist, wie zum Beispiel Wasserhaushalt (ich wüsste nicht, dass Daten der Niederschläge vorlagen, die man hätte herausrechnen können), Sonnenscheindauer (auch Statistiken der Bewölkung sind für den entsprechenden Zeitraum eher weniger vorhanden) etc.
    Kurios finde ich in dieser Beziehung aber, dass nicht berücksichtigt wurde, dass es für Pflanzen Optimaltemperaturen gibt, die bei Überschreitung den gleichen Wachstumseffekt haben wie beim Unterschreiten. Es ist also nicht zwingend gegeben, dass eine Verkleinerung der Baumringe tatsächlich ein Hinweis für kältere Temperaturen ist. Genauso gut kann es zu warm gewesen sein.

    Da wir gerade bei Pflanzen sind:
    Wieso ignoriert die Klimatologie eigentlich, dass ein tatsächlich ausgeglichener Strahlungshaushalt fatal für diesen Planeten ist? Schließlich muss irgendwie der Lebenskreislauf am Laufen gehalten werden, was mit einer ausgeglichenen Bilanz über längere Sicht nicht möglich ist. Chlorophyll ist in der Lage ca. 2..5% des Sonnenlichts zu verwerten. Das macht ungefähr 3..7 W/m². Hochgerechnet auf den gesamten Planeten lässt den Schluss zu, dass eine positive Strahlungsbilanz von 0,5 W/m² durchaus im Bereich eines tatsächlichen (Temperatur-)Gleichgewichts ist.
    Nur scheint das wohl einigen Klimaforschern nicht aufgefallen oder nicht bewusst gewesen zu sein. Bisher jedenfalls gibt es dazu keinerlei verwertbares Material, dass entsprechende Zusammenhänge einbezieht.

    Ich hoffe, dass in dieser Richtung noch nachgebessert wird.

    [Antwort: Lieber Herr Radefahrt, bei Klimarekonstruktionen aus Baumringen nimmt man bevorzugt solche, wo das Wachstum temperaturlimitiert ist, z.B. nahe der Baumgrenze im Gebirge. Und natürlich ist man sich bewusst, dass Temperatur nicht der einzige Einflussfaktor ist. Man testet ja die Korrelation der Baumringe mit der Temperatur: zuerst für einen Kalibrierungszeitraum, dann noch mit einem unabhängigen Validierungszeitraum. Es ist für mich oft ein wenig erstaunlich, für wie naiv manche Laien in Leserkommentaren die Forscher halten, die sich schon lange professionell mit solchen Fragen beschäftigen, aber in der Laienvorstellung die einfachsten Dinge dabei übersehen haben sollen.

    Zu der via Photosynthese gespeicherten Energie: das allermeiste davon wird ja nur vorübergehend gespeichert, auch die Biosphäre erreicht ja ein gewisses Gleichgewicht, wo die Primärproduktion ausgeglichen wird durch den Abbau der Biomasse, sodass netto die Biomasse nicht zunimmt. Daher entsteht dadurch auch kein Ungleichgewicht im Strahlungshaushalt der Erde. Stefan Rahmstorf]

  7. „Klimawandelskeptiker“ ist meiner Ansicht nach der richtige Ausdruck.
    Die Ausdrücke -„leugner“ … -„gläubige; das hat mir zuviel fanatisch Sektiererisches an sich.
    Es soll ja nicht verboten sein, diverse klimawissenschaftliche Erkenntnisse „skeptisch“ zu betrachten und zu hinterfragen.
    Ich bin also ein „Klimawandelgläubiger“ mit hang zur Skepsis grins.
    Soll sich jeder anhand verfügbarer, überprüfbarer Datengrundlagen sein eigenes Bild machen.
    Man siehts ja bei den Mondlandeverschwörungstheoretikern: Kommen mit „Argumenten“ daher, welche unbedarfte Laien zwar schwer beeindrucken, aber physikalisch, fundierter Gegenargumentation nichts entgegenzusetzen haben.

  8. Bezeichnung für Klimawandelleugner

    Meiner bisherigen Erfahrung nach sind die sogenannten „Skeptiker“ in aller Regel(aber nicht auschließlich) Agenda-gesteuert und somit „Leugner“, da sie an Aufklärung nicht interessiert sind, sondern daran, dass die Kommunikation der wissenschftlich gefundenen Sachlage an die Bürger nicht gelingt (bestimmte Industriezweige haben daran kein Interesse). Dazu streut man verwirrende „Informationen“ und behauptet jemand zu sein der an Aufklärung Interesse hat.
    Mein Lieblingswort für viele (wohl für die meisten) sogenannten „Skeptiker“ wäre daher „Confusniks“ (von Englisch, confusion=Verwirrung), da das in aller Regel das angestrebte Ziel ist – Verwirrung der Bürger, damit aus Erkenntnis der Sachlage nicht Handlung wird.

  9. Skeptiker vs. Leugner

    Skepsis ist bereits von vorn herein in den wissenschaftlichen Prozess eingebauter Aspekt. Wissenschaft IST Skepsis, und die gründlichsten Intellektuellen Schlachten gibt es oft innerhalb der Arbeitsgruppen, die an Ihren Publikationen arbeiten. Wissenschaft stellt sich immer selbst in Frage. Sonst ist sie keine Wissenschaft. Definitionsgemäß. Was den Begriff „Leugner“ angeht… es gibt den Begriff „Selbstverleugner“. Es gibt auch den Begriff „Vital Lies“, den Daniel Goleman in seinem gleichnamigen Buch als einen psychologischen Selbstschutzmechanismus im Angesicht einer unerträglichen Wirklichkeit beschreibt. Möglicherweise werden die Klimawandel – jawohl – Leugner von zukünftigen Historikern als Repräsentanten einer kulturellen Selbstverleugnung angesehen (so es solche Historiker überhaupt geben sollte, angesichts von Extremszenarien, wie sie etwa Jim Hansen an die Wand malt). Vielleicht werden sie aber auch als Repräsentanten einer absurden, bösartigen Maschinerie angesehen, der ohne jedes Mitgefühl selbst der Extremfall der völligen Vernichtung zukünftiger Lebensgrundlagen für die kurzfristige Vermehrung eines komplett virtuellen Geldvermögens gleichgültig ist. Noch eine Variante: man mag ihnen schlicht mangelnde Kompetenz zuschreiben – und das weitgehende Fehlen von Phantasie. Die totale Fehleinschätzung der Lage. Mir sind Skeptiker willkommen, wer aber aus fachlichen oder zeitlichen Gründen die Fakten nicht ansatzweise einordnen kann – und das ist bei der Komplexität der Problematik praktisch jeder – der soll bitte froh sein, daß unabhängige Experten wie Micheal Mann, Stefan Rahmstorf oder z.B. Raymond Pierrehumbert sich die Zeit nehmen und uns die Angelegenheit kompetent erklären.

  10. komisch, wie sich alle hier einig sind, dass die „kilimaleugner“ auch die mondlandung leugnen. ich bin auch ein überzeugter „klimaleugner“ und habe jahrelang die ipcc berichte gelesen, deren abstracts für politiker unzulässige schönredereien wissenschaftlich gar nicht so klarer sachverhalte zeigen. man weist gar nicht auf das low level of scientific understanding bei den wolken hin, etc. etc.

    dass ihr euch über mangelnde publizität und akzeptanz eures klimawandels bei politik und medien beklagt ist vollends unerklärlich, hängen dich beinahe 100 prozent der regierungen und medien eurem glauben an.

  11. Extremereignisse …

    Die enorme Klimaänderungsgeschwindigkeit, wie wir sie jetzt erleben, ist vielfach wissenschaftlich abgesicherter Konsens.
    Ich muß nicht auf Berichte oder Reportagen in Wochenzeitschriften warten, um mich zum Thema auf dem laufenden zu halten.
    Mir ist letztlich egal, zu welchen Schlüssen andere „Laien“ kommen.
    Seit den kürzlichen Starkregenereignissen mit verheerenden Murengängen in Österreich ist „Klimawandel“ plötzlich wieder ein Thema…

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