Klimapause, zum Zweiten…

Vor einigen Wochen haben wir hier über die Diskussion über die angebliche Pause bei der Erderwärmung berichtet. Im letzten Spiegel hat sich nun Gerald Traufetter des Themas angenommen. Tenor des Artikels: Ich stünde mit meiner (hier in der KlimaLounge vertretenen) Ansicht weitgehend alleine da. Wer jedoch meinen Beitrag und den Spiegel-Artikel aufmerksam liest, der wird feststellen: diese These beruht allein auf einer Verwirrung über die unterschiedlichen Zeiträume.

Der erste und wichtigste Punkt in meinem Artikel war ja, dass es über kürzere Zeiträume aufgrund der natürlichen Variabilität zu Stagnation der globalen Temperaturen kommen kann – da stimme ich zu 100% mit dem geschätzten Kollegen Latif überein, der im Spiegel sagt:

Wir müssen der Öffentlichkeit erklären, dass die Temperaturen durch die Treibhausgase nicht von einem Rekord zum anderen eilen, sondern natürlichen Schwankungen unterliegen.

Genau dieses versuche ich in Punkt 1 meines KlimaLounge-Beitrages.

Der zweite Punkt meines Beitrages war, dass die oft gehörte These:

Die Erderwärmung ist ins Stocken geraten: Seit zehn Jahren steigt die globale Durchschnittstemperatur nicht weiter an.

(erster Satz des Spiegel-Artikels) so nicht stimmt. Denn für die letzten zehn Jahre gilt dies nur dann, wenn man die Arktis ausklammert – also nicht global. Dieser Analyse widerspricht in dem Spiegel-Beitrag niemand, und ich stehe damit auch nicht alleine da, wie behauptet wird, sondern dies wird von den meisten Kollegen geteilt (wie u.a. die in wenigen Tagen erscheinende Copenhagen Diagnosis zeigt, ein von 26 führenden Klimatologen erarbeitetes Update zur Klimawissenschaft).

Der Spiegel-Artikel konstruiert hier leider einen Scheinwiderspruch, weil er dann im Weiteren nicht mehr von den letzten zehn Jahren, sondern von "den letzten Jahren" und dann expliziter von "den vergangenen fünf Jahren" spricht, in denen der Trend in der Tat negativ ist. Das zeigt auch die Grafik in meinem oben genannten KlimaLounge-Beitrag. Nur – über 5 Jahre ist dies nichts Ungewöhnliches, sondern im Laufe der letzten 30 Jahre immer wieder einmal vorgekommen, ohne dass dies zu großen Diskussionen oder einer nachhaltigen Pause in der globalen Erwärmung geführt hat.

Vor allem erklärt über die letzten fünf Jahre schon der Übergang von dem solaren Maximum in 2002 zum derzeitigen tiefsten and längsten solaren Minimum seit Beginn der Satellitenmessungen weitestgehend das Fehlen einer Erwärmung (siehe Lean und Rind 2008), worauf ja auch der Titel des Spiegel -Artikels ("Das Schwächeln der Sonne") hinweist. Da dies ein Zyklus mit einer Periode von im Mittel elf Jahren ist, wird dieser solare Effekt aber auch nicht zu einer längeren Pause in der Erderwärmung führen (Lean und Rind 2009).

Als letztes bringt der Spiegel-Artikel noch eine dritte Zeitskala ins Spiel: nämlich die der "Klimawette", also der von uns hier diskutierten Prognose von Latif und Koautoren (Keenlyside et al, Nature 2008). Diese bezieht sich spezifisch auf den Mittelwert über den Zeitraum 2000-2010, der laut Keenlyside et al kühler werden soll als der Mittelwert 1994-2004 (*). Hier geht es also gar nicht um einen Trend innerhalb der letzten zehn Jahre, wie in meinem KlimaLounge-Beitrag, geschweige denn um einen Trend innerhalb der letzten fünf Jahre wie in Traufetters Spiegel-Artikel, sondern um die Frage: werden die Jahre 2000 bis 2010 im Mittel kühler als die Jahre 1994 bis 2004? Das wäre für 10-Jahresmittel in der Tat sehr ungewöhnlich und stünde im Widerspruch zu den Klimamodellen, die so etwas (anders als eine Stagnation innerhalb eines 10-Jahres-Zeitraumes) nicht zeigen. Bislang sieht der Zwischenstand hier so aus (und zwar auf Basis der HadCRUT3-Daten, also denen mit dem Loch in der Arktis, weil dies der von Keenlyside et al verwendete Datensatz ist):

Mittelwert 1994 bis 2004: 0,36 ºC.

Mittelwert 2000 bis einschließlich Oktober 2009: 0,43 ºC. 

(angegeben jeweils als Abweichung von der Basisperiode 1961-1990, siehe auch die Fußnote.) Damit die von Keenlyside et al prognostizierte Abkühlung noch eintritt, müssten die verbleibenden 12 Monate im Mittel -0,19 ºC oder kälter sein – also satte 0,6 Grad kälter als der Mittelwert seit 2000! Ein solcher Temperatursturz ist in den 160 Jahren der HadCRUT3-Zeitreihe noch niemals aufgetreten. Um die von Latifs Team prognostizierte Abkühlung für äußerst unwahrscheinlich zu halten, muss man daher kein "düsterer Prophet" sein, wie Traufetter mich (durchaus diffamierend) nennt, und auch kein Pokerspieler. Man muss einfach nur rechnen können.

  (*) Wir folgen hier der Definition zehnjähriger Intervalle jeweils ab Anfang November, wie sie in der Publikation von Keenlyside et al vorgenommen wurde. Der Zeitraum reicht also vom 1. November des ersten Jahres bis zum 31. Oktober des letzten Jahres. 2000-2010 bedeutet also: der Zeitraum vom 1. November 2000 bis zum 31. Oktober 2010.

Weblink: Georg Hoffmann hat letztes Jahr eine vergleichbare Analyse der Klimawette vorgelegt – allerdings auf Basis der GISS-Daten. Im Wesentlichen kommt da natürlich das Gleiche heraus, Georg hat auch eine schöne Grafik dazu. Möglicherweise würden Journalisten weniger Fehler machen, wenn sie ab und zu bei den Weblogs von Forschern vorbeischauen würden?

Stefan Rahmstorf

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Entscheidend ist doch nur der Trend

    Ich frage mich, für was derartige Diskussionen unter Wissenschaftlern dienlich sind. Viele Leser des zitierten Spiegel-Artikels werden in den darin liegenden Aussagen durchaus wieder Gründe finden, dass die Thematik Klimawandel in ihren Auswirkungen eben doch nicht fassbar sein könnte.

    Dies aber führt zu nichts anderem als einer Legitimation für ein „weiter so“, weil ja eventuell doch nicht so schlimm kommen könnte, wie uns immer suggeriert wird.

    Ich will eine aktuelle Aussage von H.P. Dürr zitieren. Er schreibt:

    „Die vielfältigen Krisen, mit denen wir
    heute konfrontiert sind und die uns zu
    überfordern drohen, sind nichts anderes,
    als der Ausdruck einer geistigen Krise
    im Verhältnis von uns Menschen
    zu unserer lebendigen Welt.“

    Wenn klar ist, dass aufgrund unseres Treibens z.B. die Pole schmelzen und die Ozeane immer weniger CO2 aufzunehmen in der Lage sind, dann ist es doch völlig unerheblich, ob die Erderwärmung eine kurze Pause einlegt oder nicht.

    Entscheidend ist doch nur der Trend und somit die damit verbundenen Herausforderungen an uns. Treffender als H.P. Dürr kann man es fast nicht mehr sagen – das müssen doch auch die Klimawissenschaftler wissen.

    Wäre es dann nicht angebracht, dass aus sie das ihre dazu tun?

    Wir alle sind letztendlich doch nur Bewohner dieses wunderschönen Planeten – aber die mit der größten Verantwortung.

    „Unser individuelles Handeln beeinflusst auch wieder die gesamte gesellschaftliche Verfasstheit und verändert die sich ständig dynamisch wandelnde Potenzialität der lebendigen Wirklichkeit.“, sagt H.P. Dürr

    Muss es nicht darum gehen, in allem was wir mit unserem Tun nach Außen geben?

  2. Was ist denn jetzt los

    „Vor allem erklärt über die letzten fünf Jahre schon der Übergang von dem solaren Maximum in 2002 zum derzeitigen tiefsten and längsten solaren Minimum seit Beginn der Satellitenmessungen weitestgehend das Fehlen einer Erwärmung (siehe Lean und Rind 2008), worauf ja auch der Titel des Spiegel -Artikels („Das Schwächeln der Sonne“) hinweist.“

    Was? Ich dachte, jeder der behauptet, die Sonne hat einen grossen Einfluss auf das Klima, ist ein spinnerter Astrologe??

    [Antwort: Ich bin Koautor einer Reihe von Fachpublikationen, bei denen es um den Einfluss der Sonne auf das Klima geht, und auch im IPCC-Bericht wird er ausführlich diskutiert (z.B. Kapitel 6). Mit Astrologie hat dies nichts zu tun! Stefan Rahmstorf]

  3. Zitate

    @Herr Rahmstorf,
    auf die Zitate der Herren Latif und Marotzke gehen Sie hier nicht speziell ein, warum eigentlich nicht ?
    Das sind doch Aussagen zu denen man Stellung beziehen sollte in einem solchen Artikel, oder ?

    [Antwort: Ich bin immer vorsichtig mit Kommentaren über Dinge, mit denen Kollegen – meist ohne Kontext, nicht immer ganz richtig – in Zeitungen zitiert werden. Ich habe aber einmal bei Jochem Marotzke nachgefragt. Seine Aussage bezog sich auf die letzten 8, nicht 10 Jahre – also auf 2001-2008. Lässt man die kühlen Jahre 1999 und 2000 weg, bekommt man in der Tat einen leicht negativen Trend. Ungewöhnlich ist das über 8 Jahre allerdings nicht – allein seit 1980 hat es fünf 8-Jahres-Zeiträume mit einem negativeren Trend gegeben. Daher komme ich immer wieder auf den Kernpunkt zurück: für einen robusten Klimatrend muss man längere Zeiträume betrachten, mindestens 15-20, besser noch wie IPCC 25 Jahre. Stefan Rahmstorf]

  4. Klimapause

    Ich fürchte, solche Klarstellungen interessieren eine kleine Gruppe von Klima-Zynikern herzlich wenig.

    Die wollen unter stark vereinfachten Annahmen und gezielt-verzerrenden Zitierens aus beliebigen Artikeln ihr eigenes Süppchen kochen.

    Die Behandlung des Themas in diversen Blogs belegt das in eindeutiger Weise.

    Besonders aktiv ist diese Gruppe im Moment mit den angeblich „sensationellen Enthüllungen“ aus den gehackten Dateien des CRU.

  5. re Fritz

    „Ich dachte, jeder der behauptet, die Sonne hat einen grossen Einfluss auf das Klima, ist ein spinnerter Astrologe??“

    Klar ist die Sonne EINER DER dominierenden Einflußfaktoren auf das Klima. Ohne sie hätten wir gar keins…

    Das ist erstes Semester Klimageographie.

    Ich sag’s mal einfach:

    Jeder Klimatologe, der behauptet, die Sonne hätte keinen großen Einfluß aufs Erdklima, ist nicht ernstzunehmen. Aber diese Leute spielen in der Praxis keine Rolle.

    Und jeder, der behauptet, mehr als nur der lunatic fringe der Klimatologen würde den Einspruch der Sonne abstreiten, ist ein Scharlatan, der Sie mit Falschinformationen in die Irre führen will. Und von solchen Leuten gibt es eine ganze Menge.

    Wenn Sie wüßten, wie viel von den „Klimawahrheiten“, die da so kolportiert werden, einfach nur erstunken und erlogen ist! Z.B. das Märchen von der üppigen Vegetation in „Grünland“. Die isländischen Annalen und die Saga von Erik dem Roten zeichnen da ein ganz anderes Bild – und das sind die Originalquellen.

    Den „ideologischen Gegner“ dämonisieren, indem man ihm Dinge in den Mund legt oder unterstellt, die mit der Realität nichts zu tun haben… kommt Ihnen diese Methode nicht irgendwie bekannt vor?

    Also bitte in Zukunft etwas mehr fide, sed cui vide. Nichts ungeprüft übernehmen, immer nach den Quellen fragen.

  6. Journalisten

    Sehr geehrte Prof. Rahmstorf, auch ich bin im Bereich der Wissenschaft (in einem anderen Feld) tätig und kann Ihre Einschätzung der Qualität der Arbeiten der üblicher Weise auf SPON, FAZ u.a. tätigen Journalisten bestätigen.
    Glücklicher Weise bietet das Internet durch das hohe Maß an Transparenz eine gute Möglichkeit, der schlampigen Recherche und Ausdrucksweise der Massenmedien einen kritischen Spiegel vorzuhalten. Der kritische Leser sollte sich sehr viel stärker auf Plattformen wie den wissenslogs bewegen, um Informationen aus erster Hand zu erhalten.

  7. Ist der Treibhauseffekt schon gesättigt

    Gibt es einen Artikel, der – für einen Laien verständlich – die Absorptionsbanden von CO2 erklärt?

    MfG

    [Antwort: Siehe
    hier, allerdings auf englisch. Stefan Rahmstorf]

  8. Ist der Treibhauseffekt schon gesättigt?

    Die in Ihrem Blog behandelte Frage, ob der Treibhauseffekt schon gesättigt ist, hat auch mich seit langen sehr interessiert. Ich habe nämlich bereits vor Jahrzehnten das Büchlein „Atmosphären“ gelesen, das in der Reihe „Geowissen kompakt“ des Enke-Verlag im Jahre 1985 erschienen ist und in dem der Treibhauseffekt anhand eines einfachen Strahlungstransportmodells sehr klar mit einem Minimum an Mathematik dargelegt wird. Die Ausführungen dazu haben mich wirklich überzeugt. Die Autoren R.M. Goody, J. Walker kommem zum Ergebnis, daß der Temperaturanstieg auf der Erdoberfläche mit etwa der 4. Wurzel der optischen Dicke des Treibhausgases (bezogen auf die Wärmestrahlung) anwächst. Die optische Dicke entspricht hierbei der Anzahl der Schichten, die die Wärmestrahlung vollständig absorbieren. Dieses Argument zeigt, daß von einer Sättigung des Treibhauseffekts mit Erreichen der vollständigen Absorption der Wärmestrahlung durch die Treibhausgase (optische Dicke =1), nicht die Rede sein kann. Die Temperatur der Erdoberfläche steigt auch dann noch weiter an (wenn auch immer schwächer), wenn sich die Konzentration des Treibhausgases über diesen Wert hinaus noch vervielfacht.
    Damit müßte eigentlich der entsprechende Einwand der Klimaskeptiker (wenn ich alles richig verstanden habe) widerlegt sein. Da wundert es mich allerdings, daß in dem Buch „Klimawandel und Klimadynamik“ von Prof. Latif auf Seite 53 dem Einwand der Klimaskeptiker teilweise recht gegeben wird. Dort wird nämlich gesagt: wenn die Konzentration des Treibhausgases so groß ist, daß die Zentren der Absorptionslinien die Wärmestrahlung vollständig absorbieren, geht von diesen Linienanteilen bei weiterer Erhöhung der Treibhausgaskonzentration kein weiterer Klimaeffekt mehr aus. Auch Prof. Crutzen hat glaube ich in einem seiner Bücher eine ähnliche Ansicht geäussert.
    Mir scheinen also in der Fachwelt zwei widersprüchliche Ansichten zu diesem Thema zu geben. Oder ist man in jüngster Zeit von dem oben zitierten Transportmodell abgewichen? Mich würde Ihre Ansicht dazu interessieren.

    Mit freundlichen Grüssen,

    Karl Bernhardi, München.

  9. Fieberpause

    Ich verstehe nicht, dass der Spiegel-Artikel diese „Erwaermungspause“ so heraushebt. Manche in der Oeffentlichkeit sagen nun „seht, die Erwaermung macht Pause, alles ist in Ordnung“

    Nur, wenn jemand 38 Grad Fieber hat und dieses Fieber in der letzten Woche nicht gestiegen ist, dann wird keiner sagen „alles ist wieder in Ordnung“

    Diese webseite zeigt schoen, dass man hier einfach keinen Abkuehlungstrend an die Temperaturkurve anpassen kann: http://hot-topic.co.nz/keep-out-of-the-kitchen/

  10. Beschleunigung

    Hallo Herr Rahnsdorf,

    Sie haben bereits 1999 eine Klimakatastrophe im Sinne einer sich beschleunigenden globalen Erwärmung mit steigenden Meeresspiegel binnen 100 Jahren prognostiziert.
    In einer Ihrer Antworten auf einen Leserbeitrag dieses Blogs lese ich nun, dass Sie heute 2009 für sich nicht in Anspruch nehmen eine sichere Prognose der globalen Durchschnittstemperatur der nächsten 10 Jahre machen zu können. Weiter erklären Sie, dass Sie die heutigen Computermodelle anzweifeln was ja einen Wissenschaftler auszeichnet.
    Nehmen wir an, Ihre Zweifel sind berechtig und die Temperatur sinkt. Damit sich ihre alte Prognose als richtig erweist müsste der Temperaturanstieg ab 2020 eine extreme Steigung haben, viel steiler als etwa 1969-1999. Eine derartig schnelle Trendumkehr ist auf Grund der
    Trägheit des Systems nicht möglich.
    Mit Aussagen zur Entwicklung der nächsten 10 Jahre stellen Sie auch Ihre Prognose von 1999 in Frage. Zusammengefasst entsteht bei mir der Eindruck, Sie haben ihre These von 1999 bereits widerrufen.

    Freundliche Grüße

    Christian Hartmann

    [Antwort: Vielleicht können sie kurz erklären, was ich 1999 konkret prognostiziert habe (mit Quellenangabe)? Ich kann Ihre Argumente nicht ganz nachvollziehen. Stefan Rahmstorf]

  11. Reflektion der Wärme durch CO2

    Sehr geehrter Herr Ramstorf,
    ich bin durch eine Anfrage beim WDR3, Quarks & Co. auf diese Seite verwiesen worden. Durch Lektüre Ihrer Stellungnahmen bin ich zu der Ansicht gelangt, daß Sie den nötigen Background besitzen, mich auch über die Grundlagen aufzuklären, die mich umtreiben. Sehen, Sie, wenn ich mir einen Ausschnitt des Himmels aufzeichne und maßstäblich die Fläche des CO2 eintrage, dann ist diese Fläche so gering in Relation, daß ich Probleme habe, mir vorzustellen, wie diese Fläche eine so immense Wärmemenge reflektieren können soll. Oder ist die Menge nicht groß? Und erwärmt sich das CO2 bei der Refektion? Wenn ja, warum steigt es dann nicht auf und gibt die Wärme nach außen ab?
    Ich bin sicher, daß es hierzu saubere Messungen und Rechnungen gibt, die die Grundlage des ganzen Problems plausibel machen.
    Vielen Dank im voraus.

    Wolfgang Landmann

    [Antwort: Lieber Herr Landmann, CO2 reflektiert keine Wärmestrahlung, sondern absorbiert sie und re-emittiert sie in alle Richtungen. Das sind elementare Grundlagen, die z.B. schon John Tyndall bekannt waren, der diesen Effekt für verschiedene Gase im Jahr 1859 in seinem Labor vermessen hat. Ich empfehle für solches Grundwissen einfach einen Blick in ein Klimatologie-Lehrbuch. Eine gute Einführung online ist z.B. auch dieser deutschsprachige Artikel von Bakan und Raschke. Stefan Rahmstorf]

  12. @Stefan Rahmstorf

    Sie schreiben

    Denn für die letzten zehn Jahre gilt dies nur dann, wenn man die Arktis ausklammert – also nicht global. Dieser Analyse widerspricht in dem Spiegel-Beitrag niemand, und ich stehe damit auch nicht alleine da, wie behauptet wird, sondern dies wird von den meisten Kollegen geteilt

    Im Spiegel-Artikel steht jedoch:

    Die Forscher des Hadley-Zentrums hätten für das Loch einfach den globalen Durchschnittswert eingesetzt und damit ignoriert, dass es in der Arktis bedeutend wärmer geworden sei, kritisiert Rahmstorf. Doch eine Nasa-Arbeitsgruppe vom Goddard Institute for Space Studies in New York, das den Sonderfall Arktis im Sinne von Rahmstorf berücksichtigt, kommt für die vergangenen fünf Jahre auf eine ähnlich flache Temperaturkurve wie die britischen Kollegen.

    Inwiefern paßt das zusammen?

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