Klimaforschung: Auf Herz und Nieren geprüft

Eine Demokratie braucht unabhängige, öffentlich geförderte Forschung. Diese muss transparent und offen sein und sich einer regelmäßigen kritischen Untersuchung und Bewertung stellen. Das Potsdam-Institut hat seine 7-jährige Evaluierung gerade mit der Bestnote „exzellent“ bestanden.

„Ist dieses Pestizid krebserzeugend? Wie wirksam ist dieses Medikament?“ Wem würden Sie bei solchen Fragen eher vertrauen: der Forschung des Herstellers dieser Produkte? Oder unabhängigen Forschern an öffentlichen Hochschulen und Forschungsinstituten?

Genau, ich auch. Deshalb bin ich ein großer Anhänger der öffentlich geförderten Forschung. Das gilt natürlich auch für die Klimaforschung, wie jüngst das Beispiel Willie Soon wieder einmal gezeigt hat. Soon war über viele Jahre durch methodisch schlechte Forschung und seltsame öffentliche Statements aufgefallen. So wollte er 2003 in einer Studie die Temperaturrekonstruktion von Mann und Kollegen für das letzte Jahrtausend widerlegt haben (die als „Hockeyschläger“ bekannt wurde – mehr zu dieser Geschichte hier) und machte später die Sonne für die globale Erwärmung verantwortlich (und wurde so zu einem der wichtigsten Kronzeugen des prominentesten deutschen „Klimaskeptikers“ Fritz Vahrenholt). Wie die New York Times im Februar auf ihrer Titelseite enthüllte, wurde Soon dafür die ganze Zeit von diversen Energiefirmen bezahlt, die ihm insgesamt 1,2 Millionen Dollar für die in einem seiner Verträge als „deliverables“ bezeichneten fragwürdigen Studien zahlte. Diesen Interessenkonflikt hatte er in einer ganzen Reihe von Fachpublikationen entgegen der Regeln der Fachzeitschriften verschwiegen.

Für eine funktionierende Demokratie ist es von essenzieller Bedeutung, dass die Bürger Zugang zu Wissenschaft haben, die keinen Partikularinteressen von irgendjemandem dient. Wissenschaft, die allein der Allgemeinheit und der Suche nach der Wahrheit verpflichtet ist.

Transparenz und Kontrolle

Solche Forschung muss notwendigerweise durch die Öffentlichkeit finanziert werden. Umgekehrt hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, ob die Mittel auch gut eingesetzt werden. Öffentlich geförderte Forschung muss also nicht nur ihre Ergebnisse öffentlich und ihre Mittelverwendung transparent machen. Sie muss sich auch in regelmäßigen Abständen gründlich evaluieren lassen, wie gut die geleistete Forschungsarbeit im Vergleich zum internationalen „state of the art“ ist.

Neubau_604x300Der energieoptimierte Forschungsneubau des PIK.

Das 1992 gegründete Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) wird als Institut der Leibniz-Gemeinschaft alle 7 Jahre evaluiert, und vor einigen Wochen wurde die jüngste Evaluierung abgeschlossen. Eine solche Evaluierung beginnt mit einer umfangreichen schriftlichen Dokumentation der eigenen Arbeit, die wir vorlegen mussten – dieser Bericht umfasste über 500 Seiten. Eine international besetzte Evaluierungskommission mit führenden Forschern aus den relevanten Fachgebieten (in unserem Fall kamen sie aus den USA, Australien, Großbritannien, den Niederlanden sowie von fünf deutschen Universitäten) prüft diese Dokumentation und verbringt zwei Tage am Institut. Dabei sprechen die Kommissionsmitglieder mit sehr vielen Mitarbeitern, von den Doktoranden (ohne Beisein der „Chefs“) bis zu den Abteilungsleitern und dem Direktor, diskutieren die aktuellen Forschungen und stellen kritische Fragen, um möglichen Defiziten auf die Spur zu kommen (auch z.B. was Arbeitsklima, Qualität der Doktorandenbetreuung usw. angeht). Auf dieser Basis werden das Institut und seine Abteilungen am Ende bewertet. Nach dem Urteil der Gutachter hat sich das PIK zu einem der weltweit führenden Institute für Klimawissenschaft entwickelt. Hervorgehoben wurde dabei neben der Forschungsleistung auch die wichtige Rolle des Instituts in der wissenschaftlichen Politikberatung. Wir freuen uns sehr, dass das PIK ebenso wie die von Wolfgang Lucht und mir geleitete Abteilung Erdsystemanalyse mit der Bestnote „exzellent“ bewertet wurden.

Spitzenpublikationen

Kern der Arbeitsleistung eines Forschungsinstituts sind natürlich dessen Forschungsergebnisse, die in Fachpublikationen in den begutachteten internationalen Wissenschaftsjournalen präsentiert werden – unsere „Vielzahl von exzellenten Publikationen in renommierten Fachzeitschriften“ wurde ausdrücklich von den Gutachtern gelobt. Das einzige objektive Maß für die Bedeutung derartiger Publikationen ist letztlich die Häufigkeit, mit der die Studien von anderen Forschern wiederum in ihren Studien zitiert werden. Dass das PIK hier sehr gut dasteht hatte bereits vor einem Jahr eine bibliometrische Untersuchung der deutschen Klimaforschung durch die Universität Flensburg gezeigt (siehe Exzellente Deutsche Klimaforschung, Spektrum der Wissenschaft online, 13.3.2014). Diese Untersuchung konzentrierte sich auf die Spitzenforschung, nämlich auf die zehn am meisten zitierten Studien deutscher Forscher zum Thema „Klima“ aus jedem der vorangegangenen zwanzig Jahre – zusammen 200 Fachpublikationen aus den Jahren 1994-2013. In diesem Zeitraum wurden insgesamt mehr als 18.000 Studien deutscher Forscher zum Klima publiziert, es geht hier also um die besten ~ 1 Prozent. Das PIK war an 35 dieser 200 Studien beteiligt, gefolgt vom Max-Planck-Institut in Hamburg mit 26 (siehe die folgende Grafik aus der Datendokumentation der Studie).

Sommer_Abb1 

Anzahl Top-Publikationen der drei führenden deutschen Klimaforschungsinstitute aufgeschlüsselt nach 5-Jahres-Perioden. (Quelle: Bernd Sommer, Universität Flensburg)

Wer einen Eindruck von der Vielfalt der deutschen Spitzenforschung zum Klima bekommen möchte, dem empfehle ich die Lektüre der oben verlinkten Datendokumentation, denn dort sind alle Top 200 Studien aufgelistet. Die vorherrschenden Themen könnten Manchen überraschen: der größte Anteil (rund ein Viertel) untersucht das Paläoklima. Bei diesem Thema war die deutsche Forschung in den ersten zehn Jahren vor allem bei den Sedimentbohrungen in der Tiefsee stark, später verlagert sich dies mehr zu den Eisbohrungen. Auch Modellrechnungen zum Paläoklima sind gut vertreten. Zwei weitere starke Themenfelder sind die Biogeochemie (die sich etwa dem Kohlenstoffkreislauf und anderen Stoffkreisläufen widmet) sowie die Folgen des Klimawandels auf die Biosphäre. Danach folgen mit etwa gleich starken kleinen Anteilen Auswertungen von Beobachtungsdaten, Zukunftsprojektionen (also Szenarien der künftigen Klimaentwicklung) sowie Studien zu natürlichen Klimaschwankungen (El Niño, dekadische Schwankungen und Sonnenaktivität).

Im internationalen Vergleich gehört die deutsche Klimaforschung zur Weltspitze – in der Anzahl der Fachpublikationen liegt sie hinter den USA und Großbritannien auf Rang 3. Ich bin sicher nicht ganz unparteiisch – aber ich meine, die deutschen Steuerzahler können sehr zufrieden sein mit der Klimaforschung, die sie finanzieren. Pro Bundesbürger kostet die institutionelle Förderung des PIK übrigens 18 Cent im Jahr.

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

64 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Man macht sich als Außenstehender vielleicht keine großen Gedanken über die Bedeutung dieser Evaluierungen. Ich arbeite ja mit Jürgen Kurths zusammen und habe zumindest indirekt den hohen Aufwand mitbekommen (ganz direkt kenne ich ihn auch noch persönlich vom Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg). Daher: meinen herzlichen Glückwunsch und wünsche sieben Jahre Ruhe davor!

  2. Ich schließe mich den Glückwünschen an. Sie haben aber auch mein Bedauern, für den bürokratischen Aufwand der damit wohl mit einer solchen gelungenen Evaluierung einhergeht. Der wackere Klima-„Skeptiker“ hat es da leichter. Eine Verschwörungstheorie umfasst selbstverständlich sowohl auch die Kontrolleure der „Verschwörer“.

  3. Wem würden Sie bei solchen Fragen eher vertrauen: der Forschung des Herstellers dieser Produkte? Oder unabhängigen Forschern an öffentlichen Hochschulen und Forschungsinstituten?“ 🙂

    Genau das ist die Gretchenfrage, deshalb lese ich Ihren Klimablog und eben nicht zB EIKE oder sonstige Lobbykuriositäten.

    Für eine funktionierende Demokratie ist es von essenzieller Bedeutung, dass die Bürger Zugang zu Wissenschaft haben, die keinen Partikularinteressen von irgendjemandem dient. Wissenschaft, die allein der Allgemeinheit und der Suche nach der Wahrheit verpflichtet ist.

    So ist es. Vielen Dank für Ihre aufklärerische Arbeit, herzlichen Glückwunsch und alles Gute für Ihre weiteren Projekte!

  4. Erst einmal Glückwunsch zur Bestnote. Ich habe da noch eine Frage zu der Aussage:

    „Solche Forschung muss notwendigerweise durch die Öffentlichkeit finanziert werden. Umgekehrt hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, ob die Mittel auch gut eingesetzt werden. Öffentlich geförderte Forschung muss also nicht nur ihre Ergebnisse öffentlich und ihre Mittelverwendung transparent machen.“

    Sind denn alle der veröffentlichten Paper, speziell die „high ranking“ Paper, auch der bezahlenden Öffentlichkeit zugänglich?

    Ansonsten weiter so, wünscht ein begeisterter Leser des Blogs.

    • Sie sprechen die „open access“ Frage an: viele Studien erscheinen in Fachzeitschriften, die sich über Abonnements finanzieren und die man als Nichtabonnent z.B. in einer Uni-Bibliothek lesen kann. Gratis online findet man auch bei solchen Zeitschriften praktisch immer die Zusammenfassung (Abstract) und auch die Email-Adresse des Hauptautors – bittet man diesen per Mail um ein Exemplar des Papers, wird man es in der Regel zugeschickt bekommen. Viele Forscher (auch ich) haben ihre Papers auch frei zugänglich auf ihrer home page – viele Zeitschriften erlauben das, wenn auch meist nicht sofort nach dem Erscheinen des Papers. Und wir unterstützen generell in unserem Institut die Wahl von „open access“ Zeitschriften, die für jedermann gratis zugänglich sind (aber dafür dann oft teurer für die Institute der Autoren sind, die Publikationskosten bezahlen müssen). Ich selbst bin auch im editorial board einer open access Fachzeitschrift tätig.

    • Was Herr Rahmstorf schreibt, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Vor allem den Passus, dass Naturwissenschaftler „nicht beißen“. Mit anderen Worten. Wenn man den Verfasser einer interessanten Studie per E-Mail anschreibt und um ein PDF des Papers bittet, bekommt man es in der Regel auch.

      Noch eine kleine Ergänzung zum Thema: Während „Nature“ und „Science“ den Full-Text-Zugang zu den dort veröffentlichten Studien sehr lange unter Verschluss halten, hat man bei „PNAS“ nach etwa einem halben Jahr freien Einblick.

      Und noch ein Tipp, der bei brandaktuellen Papern selten funktioniert, aber ansonsten ganz brauchbar ist: Bei Google Scholar den Titel einer Studie eingeben und die Ergebnisse entsprechend prüfen, ob irgendwo die vollständigen Daten zur Verfügung stehen. Oft findet man das komplette Paper bei einer Universität, einer Library oder als „authors copy“ im Web.

      • Kann ich leider so nicht immer bestätigen. Von der Charite etwa wurde ich diesbezüglich schon häufiger enttäuscht. Gerade wenn man bei kleinen Beobachtungsstudien nachfragt, bekommt man nicht sehr viel bis gar nichts zu sehen….

        MfG

        PS Ansonsten natürlich Zustimmung von mir und einen Glückwunsch oben drauf.

  5. Herr Rahmstorf, Sie wissen aber schon, dass die Wirkung von Medikamenten jeweils durch Studien des Herstellers belegt werden muss?

  6. Bravo!
    Ich bin weiterhin sehr dankbar, dass Sie sich sowohl um gute Forschung bemühen (deren Qualität ich als Nichtfachmann selbstverständlich nicht beurteilen kann) als auch fundierte Beiträge im politischen Meinungskampf für den Klimaschutz leisten.
    Raimund Kamm, Augsburg

  7. öffentlich geförderte Forschung mag in vielen Bereichen sehr wertvoll sein.
    Allerdings schließt das nicht aus, dass auch die „öffentliche Hand“, sprich die Regierungen ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen. In Sachen Klima bzw. Energie ist es offensichtlich, dass speziell in Deutschland ein hochgradiges politisches (öffentliches?) Interesse besteht.

    Warum sollte eine von Energiefirmen geförderte Klimastudie schlechter sein, als eine öffentlich geförderte? Oder ist gar eine von der Windlobby geförderte Studie besser, als wenn jemand seine Gelder von der viel zitierten Öllobby bekommt?

    Im Falle von M. Mann will ich gar nicht das Ganze nochmals aufrollen, klar ist jedoch, dass in seiner NHK Darstellung der fortführende Proxy Verlauf der letzten Dekaden (Abkühlung) durch instrumentelle Messungen ersetzt wurde (steile Erwärmung). Dieses Verfahren hält jemand für seriös? Ich sicher nicht und ich halte auch den immer wieder verbreiteten Mythos, die Öl Lobby würde gezielt die Klimaforschung torpedieren für verzichtbar.

    • Was wollen Sie genau sagen? Welches eigene Interesse hat denn die Bundesregierung? Und wollen Sie etwa behaupten, diese Interessen der Bundesregierung beeinflussen irgendwelche Forschungsergebnisse von Universitäten und Instituten?

      Zu den Proxies: bekanntlich reagiert das Wachstum der Bäume seit Mitte des 20. Jahrhunderts auf multiple anthropogene Einflüsse, Luftverschmutzung, bodennahes Ozon etc. und ist daher kein guter Temperaturindikator mehr. Das ist aber für die Beschreibung der Temperaturentwicklung kein Problem, da wir ja für das 20. Jahrhundert ohnehin gute Thermometermessungen haben. Was daran unseriös sein soll, diese Messdaten zu verwenden, erschließt sich mir nicht.

      • gut,
        ich will mit ihnen nicht über die Proxes bzw. deren Handhabung in Mann´s NHK Darstellung streiten, sprengt 1. den Rahmen und führt zu nix.

        Zur Deutschen Bundesregierung:
        jeder kennt z.B deren Entscheidungsfreudigkeit hinsichtlich Atomenergie. Nicht lange her, da hieß es Raus aus dem Ausstieg. Dann kam der Tsunam in Japan und der Gau bei Fukushima. Kurz darauf hieß es plötzlich. Raus aus dem Raus vom Ausstieg. Alles binnen weniger Jahre.
        Jedenfalls ist klar, dass sich die Deutsche Bundesregierung den EE verschrieben hat und vom Atomstrom mittelfristig weg kommen will. Das der Strompreis in D mittlerweile ein Niveau erreicht hat, welches langsam volkswirtschaftlich bedrohlich werden könnte, ist eine Folge der EE Politik bzw. der anti Atom Politik, oder etwa nicht?
        Wenn ich als Regierung nun EE massiv Fördern will, muss ich auch jene Studien fördern, welche mir sozusagen Recht geben. Dazu gehört auch eine Klimapolitik, welche als zusätzliche Rechtfertigung bedrohliche Klimaszenarien erkennt, wenn man nicht schnellst möglich die Deutschen CO2 Emissionen reduziert. Dabei ist es für das Klima global oder auch regional völlig unerheblich, wie viel Deutschland selbst emittiert.
        Jedenfalls hat die Deutsche Bundesregierung momentan nicht das geringste Interesse an Klimastudien, welche eine eher gemäßigte Erwärmung für kommende Generationen zeigt obwohl es diese Ansätze innerhalb der Klimawissenschaft sehr wohl gibt. Das sind nicht ihre pauschal verteufelten „Skeptiker“. Vielleicht sind ja deshalb sie od. Hr. Schellnhuber sg. Berater der Bundesregierung und weniger ein H. Von Storch z.B?

        • Sie glauben ernsthaft, die Bundesregierung würde aus Interesse an den erneuerbaren Energien so in die Klimaforschung an Universitäten und Forschungsinstituten eingreifen, dass dabei „genehme“ Forchungsergebnisse herauskommen? Sorry, aber das ist eine weltfremde Verschwörungstheorie.
          Ich denke ihr Beispiel vom Wiedereinstieg und dann Wiederausstieg aus der Atomenergie belegt eher, dass die Bundesregierung eigentlich wieder Atomkraft wollte, unter dem Druck der öffentlichen Meinung nach Fukushima aber eine Rolle rückwärts gemacht hat. Wie fadenscheinig die Laufzeitverlängerung begründet war, hat übrigens Brigitte Knopf hier bei Klimalounge damals schön herausgearbeitet.
          Nennen Sie mir die Fachpublikationen, wo Herr von Storch „eine eher gemäßigte Erwärmung für kommende Generationen zeigt“?

          • bemühen sie sich bitte der Etikette. Wenn sie mich für einen weltfremden Verschwörungstheoretiker halten, ist das ihre Sache. Dann müssen sie sich aber auch gefallen lassen, dass ich sie für einen Realität scheuen Klima Alarmmisten halte und ihre Dispute mit H. Von Storch kann jeder im Internet googlen…

            Der öffentliche Druck war also ihrer Meinung nach „schuld“ am neuerlichen Atomausstieg. Diesen hätte jede noch so schwache Regierung ganz einfach ignorieren können, mit dem Argument niederschmettern, dass es sich in Japan um einen extrem starken und seltenen Tsunami in Folge eines extrem starken und seltenen Erdbebens gehandelt hat, wobei kein einziger Toter in Folge radioaktiver Verstrahlung zu beklagen war, alle wegen dem Mega Tsunami. Sagen wir es so, den Ideologen der Regierung Merkl kam die Katastrophe ganz recht um ihre Pläne einzuleiten und freilich nützte man die „Gunst der Stunde“ bzw. die Manipulation der Massen mit eifriger Unterstützung der immer schon Kernkraft feindlichen Medien.

          • Lieber Herr Klar, ich habe nicht Sie als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet, sondern eine These als Verschwörungstheorie. Das ist der Unterschied zwischen einem ad-hominem und einem Argument zur Sache. Wir bevorzugen hier immer die Diskussion zur Sache – wenn Sie eine Aussage von mir „alarmistisch“ finden, dann ist das in Ordnung, insofern sie diese Aussage konkret benennen. Darüber kann man dann sachlich diskutieren, ob diese Kritik berechtigt ist.
            Dass ich mit Herrn von Storchs öffentlichen Äußerungen nicht immer einverstanden bin, ist unseren KlimaLounge Lesern gut bekannt; es ging bei Ihrer Aussage aber um Forschungsergebnisse – daher meine konkrete Frage, wo denn Herr von Storch in seiner Forschung, eben in Fachpublikationen, zu einer „eher gemäßigten“ Erwärmung kommt? Ich kenne eine solche Studie von ihm nicht, und merke, dass auch Sie hier die Antwort schuldig bleiben.

        • @Rudolf Klar

          Leider ist es wirklich so, dass Ihre Beiträge eine zunehmende „Verschwörungs-Schlagseite“ aufweisen. Beim Thema der angeblich „ferngelenkten“ bundesdeutschen Studien scheinen Sie völlig zu vergessen, dass die Forschungsresultate der Klimatologie – ebenso wie die jeder anderen naturwissenschaftlichen Disziplin, sei es Astrophysik oder Molekularbiologie – heutzutage auf breiter internationaler Ebene in zahlreichen Fachjournalen über Jahre hinweg diskutiert, verglichen und zitiert werden. Es würde sehr schnell auffallen und ein entsprechendes Echo nach sich ziehen, wenn bestimmte Studien aus der Reihe tanzen und statt physikalischen Resultaten politisch motivierte Wunsch-Ergebnisse liefern – es sei denn, Sie gehen davon aus, dass die Bundesregierung auch Dutzende von Universitäten und Institute in den USA, Kanada, Großbritannien und vielen anderen Ländern „unter Kontrolle“ hat.

        • Lieber Herr Klar, ist es für Sie unvorstellbar, dass die Bundesregierung ihre Berater nach ihrer fachlichen Expertise aussucht? Von den im Artikel genannten 200 Top-Publikationen der deutschen Klimaforschung der letzten 20 Jahre sind 12 von Prof. Rahmstorf – damit liegt er auf Rang 1, vor dem Nobelpreisträger Paul Crutzen. (Offenbar ist er zu bescheiden, das hier zu sagen.) Herr von Storch hat es nur mit einer Publikation in diese Exzellenzliste geschafft – im Jahr 1999, und auch nicht als Erstautor. Wen würden Sie denn als Berater wählen, wenn Sie in der Regierung wären? Die besten Forscher? Oder die bequemsten Experten, die Ihnen erzählen, dass alles in Butter ist und sie an der Politik nichts verändern müssen und damit auch keine unpopulären Konflikte mit betroffenen Interessengruppen durchstehen?

          • lieber Hr. Brunkhorst,
            ich will die Kompetenzen des PIK od. von prof. Rahmstorf hinsichtlich Publikationen im Rahmen der Klimafolgen Forschung nicht in Frage stellen oder gar kritisieren.
            in Zeiten der speziell in Deutschland jedoch extremen öffentlichen Aufmerksamkeit hinsichtlich Klimawandel bzw. Klimafolgen ist es auch nicht sehr verwunderlich, wenn Institute, welche sich genau darauf spezialisiert haben, wesentlich mehr publizieren, als andere, welche meinetwegen mehr Grundlagenforschung betreiben. Egal wie sie es drehen, die Anzahl von Publikationen sagt zumindest kurzfristig noch nichts über deren Nachhaltigkeit und Qualität aus. Übrigens werden die meisten Aufträge ja ausgeschrieben, es wäre schlimm, wenn öffentliche Stellen einzelne Institute von sich aus bevorzugen. Nur betreiben ja nur wenige Einrichtungen Klimamodelle, da wird die Luft dann eben dünn und wer so was hat, der macht, der bringt dann auch weit mehr Publikationen raus, als andere.

    • @Rudolf Klar

      … und ich halte auch den immer wieder verbreiteten Mythos, die Öl Lobby würde gezielt die Klimaforschung torpedieren für verzichtbar.

      Sie halten Fakten für verzichtbar? Ich nicht, siehe zB:

      The political activities of the Koch brothers include the financial and political influence of Charles G. and David H. Koch on United States politics. This influence is seen both directly and indirectly via various advocacy and lobbying organizations in which they have an interest…

      The Koch brothers have played an active role in opposing climate change legislation. Climate-change policy directly affects the profitability of Koch Industries. In 2011, the EPA reported that Koch Industries „emitted over twenty-four million tons of carbon dioxide“, as much as is typically emitted by five million cars. A study from the Investigative Reporting Workshop at American University reported that „[I]n 2011 and 2012, Koch Industries Public Sector LLC, the lobbying arm of Koch Industries, advocated for the Energy Tax Prevention Act, which would have rolled back the Supreme Court’s ruling that the Environmental Protection Agency (EPA) could regulate greenhouse gases.“

      The Koch Foundation is a major funder of the Berkeley Earth Surface Temperature project, an effort to address the criticism of records of the earth’s surface temperatures. At least two of the project’s seven scientists are seen as climate change skeptics by many in the climate science world…

      http://en.wikipedia.org/wiki/Political_activities_of_the_Koch_brothers#Climate_change

      Und hier:

      Not just the Koch brothers: New study reveals funders behind the climate change denial effort

      To uncover how the countermovement was built and maintained, Brulle developed a listing of 118 important climate denial organizations in the U.S. He then coded data on philanthropic funding for each organization, combining information from the Foundation Center with financial data submitted by organizations to the Internal Revenue Service. The final sample for analysis consisted of 140 foundations making 5,299 grants totaling $558 million to 91 organizations from 2003 to 2010…

      http://phys.org/news/2013-12-koch-brothers-reveals-funders-climate.html

      Und diese Daten beziehen sich lediglich auf die USA… also für mich jedenfalls sind gewisse Fakten ganz entscheidend 😎

      MfG,
      Nemesis

      • @Rudolf Klar

        Sehr geehrter Herr Klar, ich würde mich über eine Antwort Ihrerseits hinsichtlich der Finanzierung gewisser „Climate Denier“- Kreise wirklich sehr freuen. Sie hatten ja weiter oben (ohne jeden Beleg) behauptet, das sei doch alles nur ein „Mythos“… also wenn die Diskussion weiterhin in dieser Weise geführt wird, wie soll ich dann von meiner von Ihnen so bezeichneten „Schwarzmalerei“ Abstand nehmen? Bitte überzeugen Sie mich anhand harter Fakten vom Gegenteil ansonsten sehe ich leider keinerlei Veranlassung, von meiner pechschwarzen Prognose auch nur einen Millimeter abzuweichen 🙂

        MfG,
        Nemesis

        • Das Geschäft der Koch Brothers und der gesamten „Climate- Denier- Conspiracy“- Vertreter dient doch nur einem einzigen Zweck:

          Verunsicherung, Zweifel in der Bevölkerung zu streuen. Ich persönlich sehe keinen Grund, auf solche Leute überhaupt noch zu reagieren. Herr Klar zB wirft irgendwelche halbgaren Fragen auf und wenn genügend unbeantwortete Fragen der Gegenseite im Raum stehen, dann verschwindet er und der nächste Kandidat steht auf der Matte. Dieses Spiel ist langweilig, führt zu rein garnichts, lächerlich, es dient nur dem Zweck, die Diskussion um den Klimawandel so lange wie irgendmöglich zu stören und politische Entscheidungen zu verzögern bzw zu sabotieren…

          Der Klimawandel wird sich durch solche Strategien und Taktiken jedenfalls nicht beeindrucken lassen, dem Klima ist es egal, wie und ob der Mensch handelt oder nicht handelt- wetten dass? 🙂

        • Lieber Nemesis,
          ich weiß nicht, was der Ausdruck „Deniers“ hier zu suchen hat, dennoch werde ich versuchen, ihre Frage halbwegs zu beantworten.
          Ja, es existieren wirklich ganz sonderbare Leute, welche insbesondere über das Internet sehr viel Unsinn hinsichtlich Klima und den Einfluss von sg. THG verbreiten. Da gäbe s Leute, welche quasi gar keinen zusätzlichen THE sehen, andere, welche glauben, mehr CO2 würde den Planeten kühlen oder auch begutachtete Studien wo behauptet wird, die sg. IR Gegenstrahlung oder DLR würde den 2. HS der Thermodynamik verletzen. Sie können beruhigt sein, nicht davon wird von mir auch nur ansatzweise vertreten.
          Es gibt aber auch Forscher, welche grob formuliert behaupten, der natürliche Einfluss an der Erwärmung über das 20. Jahrhundert wurde unterschätzt, die weitere Erwärmung dürfte sich eher am unteren Rand der heutigen GCM´s bewegen und bis dato gibt es eigentlich keine signifikant negativen Folgen der Erwärmung, im globalen Mittel gesehen, weil es eben auch positive Veränderungen gibt. Das wäre dann auch in etwas meine grundsätzliche Vorstellung und vielleicht versuchen sie sich nicht zu einseitig zu informieren bzw. versuchen sie nicht zu reflexartig auf gemäßigte oder kritische Aussagen bzw. Studien hinsichtlich AGW zu reagieren. Das würde niemanden schaden.

          • @Rudolf Klar

            Ok, wenn Sie evt meinen, der Klimawandel hätte auch positive Seiten, dann stimme ich dem zu (und sei der Klimawandel am Ende auch nur für die Bakterien positiv):

            Es gibt erhaltende und es gibt zerstörende Kräfte- beide Kräfte sind natürlich und notwendig und ich bin mit beiden Kräften vollkommen einverstanden, ich persönlich habe nichts zu verlieren, aber ich komme der Verantwortung meines eigenen Handelns nach, indem ich mich, soweit möglich, im materiellen Verzicht übe. Wie auch immer der Klimawandel für uns und für die etwaigen Nachkommen ausgehen mag, Leben und Tod sind natürlich.

          • @Rudolf Klar

            Die böse, grüne Klimaverschwörung nimmt offenbar bizarre Formen an, selbst das amerikanische Militär scheint darin verwickelt zu sein:

            http://greenfleet.dodlive.mil/climate-change/

            Also, wenn selbst schon das amerikanische Militär „grüne, gutmenschliche Weltverbesserung“ propagiert, oh Mann, oh Mann, dann boxt der Papst im Kettenhemd 🙂

  8. @ Rudolf Klar
    >Jedenfalls ist klar, dass sich die Deutsche Bundesregierung den EE verschrieben hat und vom Atomstrom mittelfristig weg kommen will. Das der Strompreis in D mittlerweile ein Niveau erreicht hat, welches langsam volkswirtschaftlich bedrohlich werden könnte, ist eine Folge der EE Politik bzw. der anti Atom Politik, oder etwa nicht?<

    Es führt etwas vom Thema weg. Doch als Ökonom, der ich mich seit Jahrzehnten um ordnungspolitische Regeln wie ökonomische Anreize bemühe, um unsere Wirtschaft weniger gesundheitsschädlich und umweltzerstörerisch sondern nachhaltig zu machen, möchte ich hierzu zwei Gedanken äußern:
    1. Deutschland hat höhere Strompreise als beispielsweise Frankreich. In Deutschland haben wir vor fünfzehn Jahren bei der ökologisch sozialen Steuerreform die Belastung der Umwelt durch Energieverbrauch mit etwas höheren Abgaben („Ökosteuer“) belegt und dafür Abgaben auf die menschliche Arbeit (hier Rentenversicherungsbeiträge) gesenkt. Dabei werden jedoch immer noch nicht die Folgekosten für Klimawandel oder Atommüll ausreichend internalisiert; also nicht, wie es ein fairer Wettbewerb erfordert, den Verursachern angelastet.
    Deutschland hat nach der Liberalisierung des Strommarkts im Jahr 1998 durch die Weiterentwicklung des aus der Kohl/Genscher Zeit stammenden Stromeinspeisegesetz mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) die finanziellen Grundlagen geschaffen, dass sich Investitionen in umweltschonende Kraftwerke lohnen. Vor 1998 wurden übrigens die Investitionen in Atom- oder Kohlekraftwerke durch staatliche Strompreisfestsetzungen ähnlich gefördert.
    Damit ist Deutschland heute auf dem Weg, sich eine umweltschonende und mittelfristig sehr preiswerte Elektrizitätsversorgung aufzubauen. Frankreich, Russland oder die USA hingegen lassen ihre Atomkraftwerke laufen ohne die erforderlichen Rückstellungen für die Atommüllbeseitigung zu bilden. Gerade in den USA und in Russland wird auch Gas, Öl und Kohle ohne „Rücksicht auf Verluste“ gefördert. Für die Schäden und Folgelasten sollen die Nachkommen aufkommen.
    2. Dennoch ist Deutschland eine der exportstärksten Volkswirtschaften der Erde. Ganz konkret: In Frankreich, Russland oder den USA sind die Strompreise niedriger als in Deutschland. Und dennoch liegen diese Länder im internationalen Wettbewerb gegenüber Deutschland bei Autos, Maschinen usw. weit zurück. Auch ist Deutschlands Handelsbilanz sehr viel besser als die von Frankreich, Russland oder der USA.

    Und in 10 oder 20 Jahren werden uns die meisten Länder um unsere nachhaltige und preiswerte Stromversorgung beneiden.

    Raimund Kamm, Augsburg

  9. @R. Klar
    Aus der Sprunghaftigkeit der Politik zu folgern, dass sie zB. die Klimaforschung benutzt, damit sie die „gewünschten“ Ergebnisse zur Subventionierung von erneuerbaren Energien liefere, gehört m.M. nach ins Reich der Irrtümer, um es dezent zu sagen.
    Ebenso gut könnte man mutmaßen, die Klimaforschung sei ein heimlicher Helfer der Atomindustrie, denn bei der Erzeugung von Atomstrom wird nur sehr wenig CO2 emittiert. Die Atomlobby hat sich dies schon zunutze gemacht und Atomkraftwerke in großen Anzeigen als „Klimaschützer“ deklariert, eine Sichtweise, über die man sehr wohl diskutieren kann, auch wenn sie hier etwas verkürzt dargestellt wird.
    Und es besteht ja nicht nur hierzulande eine große Übereinstimmung unter den damit befassten Spezialisten, dass die Klimaerwärmung durch CO2 ein Faktum ist, nein diese Erkenntnis hat sich international durchgesetzt, also auch in Ländern ohne „Energiewende“.

    Ich kann auch nicht erkennen, dass der Strompreis „volkswirtschaftlich bedrohliche“ Dimensionen erreicht hätte. Der hiesigen Volkswirtschaft geht es vergleichsweise gut. Und mit der Öko-Steuer aus dem Jahr 1999 wurde der Konsum von Energie (also auch Strom) bwusst verteuert, um die Arbeits(neben)kosten zu senken.
    Die Möglichkeiten zur Energieeinsparung durch bewussteren Umgang mit ihr werden unterschätzt, was sich zum Beispiel am Aufschrei ablesen lässt, der durch den Blätterwald ging, als das Verbot zum Verkauf von Glühbirnen in Kraft trat.

    • Guter Punkt: auch die US-Klimaforscher in der Ära des Ölmannes George Bush sind ja zu den gleichen Erkenntnissen zur Wirkung des CO2 auf das Klima gelangt, ebenso wie chinesische Wissenschaftler im dortigen System, das immer noch massiv Kohlekraftwerke zubaut. Die Vorstellung, die Ergebnisse der Klimawissenschaft hingen von der jeweiligen Regierung ab, hält einer empirischen Prüfung nicht stand.

    • Als Pragmatiker habe ich jetzt einfach einmal kurz bei der EEX nachgeschaut. Der Großhandelsstrom-day-ahead-Preis für eine MWh (morgen 17. April 2015, 18 bis 19 Uhr) beträgt gerade einmal 38,70 Euro. Seit etwa 2011 sinken die Preise im Durchschnitt kontinuierlich, auch die Industriestrompreise – zu verdanken ist das über die „merit order“ vor allem den erneuerbaren Energien. Die Frankfurter Allgemeine (!) stellt in ihrer Beilage „Energie“ (vom 10. April 2015) soeben fest, dass „die Energiewende enorme Chancen für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft bietet.“ Deutsche Unternehmen investieren gerade sehr viel im Ausland, Hauptmotivation sind die Verbesserung des Vertriebs und die Erschließung neuer Märkte. Auch die Produktionskosten spielen wieder etwas stärker eine Rolle, da dominieren aber die Arbeitskosten. Bitte mal nicht bei aller Diskutiererei vergessen, dass das EEG in seinem § 1 als „Zweck und Ziel“ ausdrücklich den Klimaschutz, eine nachhaltige Energieversorgung, die Schonung fossiler Energieressourcen, die Weiterentwicklung von Technologien und die langfristige Internalisierung externer Effekte nennt. Mit den paar Cent der Umlage wird letzterem immerhin ein bisschen Rechnung getragen, leider noch ohne Einbezug zu erwartender Klimaschäden. Durch eine vernünftige Lebensweise und energiesparende Investitionen kann jeder Privathaushalt diese Belastungen locker überkompensieren. Auch der Zentralverband der Elektrotechnikindustrie (ZVEI) weist immer wieder gebetsmühlenhaft auf die enormen industriellen Energieeinsparpotentiale hin. Wenn es der Politik gelingt, das Problem der unrentablen Gaskraftwerke über sinnvolle Kapazitätsmechanismen zu regeln, sind wir auf gar keinem schlechten Weg!
      P.S.: Zur Atomenergie habe ich eine differenzierte Meinung, das Thema ist bezogen auf Deutschland jetzt aber durch!

  10. Lieber Herr Rahmstorf, stattliche Forschungsförderung ist leider kein Gütesiegel, ganz im Gegenteil …

    Das Wirtschaftsministerium wird für Studien und entsprechende Ergebnisse idR die BGR, oder ähnliche wirtschaftsnahe Institute beauftragen. Das Umweltministerium und Umweltbundesamt hingen das PIK, oder das Ökosinstitut … So läuft das in der Politik und mit der staatlichen Förderung. Um das zu wissen, muss man kein Insider sein.

    Und kommt bei den Studien nicht das raus, was sich die Politik, oder das Ministerium erhofft, so werden Ergebnisse einfach umgedeutet und uminterpretiert …

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fracking-umweltministerin-hendricks-deutet-gutachten-um-a-989912.html

    Das hat nicht mit Verschwörungstheorien zu tun, sondern läuft so in der Politik und Wirtschaft … Man wäre als Politiker ja auch dumm, würde man ein Institut beauftragen, dass nicht die Ergebnisse liefert, die man wünscht …

    • Die hier in der KlimaLounge diskutierten Ergebnisse der Klimaforschung sind keine von Ministerien in Auftrag gegebenen Studien zu politischen Fragen, sondern es handelt sich um freie naturwissenschaftliche Grundlagenforschung, die in der begutachteten internationalen Fachliteratur publiziert wird.
      Dass Politiker Ergebnisse in ihrem Sinne umdeuten ist klar, daran kann man wenig machen außer es öffentlich kritisieren (wie wir hier auch schon getan haben im Falle der Studie zur Laufzeitverlängerung, die klar nicht das hergab, was Frau Merkel daraus gefolgert hat).

      • Herr Rahmstorf, dass PIK bezieht diverse Fördergelder vom Umweltministerium und Umweltbundesamt, sowie Fördergelder vom Bund und Land Brandenburg … Dadurch finanziert es sich … und zwar für Forschung im Sinne der Politik und Ministerien und nicht dagegen … Entsprechend werden auch die Anträge, von allen Instituten formuliert, um Fördergelder zu erhalten …

        Die Politik vergibt keine Fördergelder für Anträge, die nicht in deren Agenda passen, …

        • @Stefan Otto

          Wenn ich mir kurz und leihweise Ihre Logik zu Eigen mache, müssten die Fördergelder, die ein Institut erhält, das zum Beispiel die Dunkle Energie bzw. die inflationäre Ausdehnung des Universums erforscht, ebenfalls mit einer politischen Agenda verknüpft sein. Leider habe ich nicht soviel Phantasie, um mir vorstellen zu können, welche Agenda das sein könnte.

          Herr Rahmstorf hat in seinem obigen Blog-Beitrag etliche Dokumente des PIK verlinkt. Darunter befindet eine Liste mit Hunderten von Arbeiten und Studien, die definitiv zur Grundlagenlagenforschung gehören und vielfach der Paläoklimatologie zuzuordnen sind. Es ist schade, dass diese Tatsache in dieser Diskussion vielfach negiert wird und statt dessen offenkundige Strohmann-Argumente verbreitet werden.

          • @ Koehrer

            Wie gesagt, die Anträge zur Forschungsförderung werden so formuliert, dass sie in die Agenda der Politik passen … Auch in der Paläoklimatologie und Grundlagenforschung … z.B. „zum Beleg des nie dagewesenen, heutigen, anthropogenen Temperaturanstiegs“ … „Zur Erforschung der negativen Auswirkungen des Klimawandels“ …. Stellen sie einmal einen Antrag um über natürliche Klimaschwankungen der Vergangenheit zu forschen, die größer waren, als die heutigen, oder einen Antrag, um die positiven Folgen des Klimawandels zu erforschen …. Da erhalten sie kein Geld … Ganz einfach weil das kontraproduktiv ist, um eine Energiewende und eine große Transformation umzusetzen … Und wenn sie soetwas veröffentlichen, dann erhalten sie in Zukunft keine Forschungsgelder mehr … Weiß jeder wissenschaftlicher Mitarbeiter an Unis und Forschungseinrichtungen …

          • Sorry, das ist weltfremd. „Stellen sie einmal einen Antrag um über natürliche Klimaschwankungen der Vergangenheit zu forschen, die größer waren, als die heutigen“ – haben wir gerade wieder gemacht (nämlich zu Eiszeitzyklen) und dafür gibt es problemlos Geld. Im Gegensatz zu einer Reihe von Anträgen, in denen wir den künftigen Klimawandel näher erforschen wollten.
            Zu Ihrer Verschwörungstheorie fehlt Ihnen auch noch ein zentrales Element: warum wollen Regierungen weltweit (ob links, rechts oder sonstwo) denn die Treibhausgasemissionen reduzieren und manipulieren die Forschung Ihrer Meinung nach entsprechend? Denn wie oben schon erwähnt, kam ja z.B. in den USA unter Bush oder auch in China auch das Gleiche aus der Klimaforschung heraus wie in Europa. Mit diesem Ziel der Emissionsreduktion verengen Regierungen doch ihren Handlungsspielraum und handeln sich jede Menge Ärger mit mächtigen Interessengruppen ein (die fossilen Energien sind global der lukrativste Wirtschaftsbereich). Weshalb nur sollten sich Regierungen das antun, wenn es in Wahrheit gar keine Klimakrise gäbe?

          • Ich denke, dass Sie von naturwissenschaftlichem und hier speziell von klimatologischem Arbeiten eine viel zu enge Vorstellung haben, die sich ausschließlich an pekuniären Gesichtspunkten orientiert (Stichpunkt staatliche Forschungsgelder).

            Zum Beispiel basiert die folgende PIK-Veröffentlichung, zu der ich einen Link gesetzt habe, auf der paläoklimatologischen Grundlagenforschung, zielt jedoch Hunderte von Millionen Jahren in die Zukunft und hat mit der gegenwärtigen Erwärmung nicht das geringste zu tun. Dennoch wurden die Autoren des Papers für diese ihre Leistung natürlich finanziell unterstützt, auch wenn die Relevanz im Hinblick auf Klimapolitik gleich Null ist (aber nicht im Hinblick auf Erkenntnisgewinn!). Diesen vielleicht wichtigsten Aspekt, der die eigentliche Triebfeder jeder Forschung ist, spielt in Ihrer rein materiell geprägten Betrachtungsweise nicht einmal im Ansatz eine Rolle.

            https://hal.archives-ouvertes.fr/hal-00297542/document

      • Zitat Stefan Rahmstorf:

        Mit diesem Ziel der Emissionsreduktion verengen Regierungen doch ihren Handlungsspielraum und handeln sich jede Menge Ärger mit mächtigen Interessengruppen ein (die fossilen Energien sind global der lukrativste Wirtschaftsbereich). Weshalb nur sollten sich Regierungen das antun, wenn es in Wahrheit gar keine Klimakrise gäbe?

        Diese Diskussion wird sicher noch sehr spannend und unterhaltsam… immerhin haben Regierungen und Wirtschaft zuvorderst ein gemeinsames Interesse:

        Profite, Profite, Profite und Wachstum, Wachstum, Wachstum.

        Bin mal gespannt, wer zuerst so richtig in die Wirklichkeit hinein erwacht, das dürfte dann recht bizarr (um nicht zu sagen: Schizophren) anmuten:

        In den USA und auch anderswo gibt es nicht Wenige, die inzwischen bereits den Umweltschützern, Klimatologen und der Obama- Regierung (manche auch den Aliens) die Schuld am Klimawandel geben 🙂

        … Die knallharte Tatsache ist:

        Wenns ums nackte Überleben geht, dann wird das alles keine Rolle mehr spielen.

  11. Ich befürchte ernsthaft, noch bevor uns der Klimawandel so richtig and den Kragen geht, haben die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft sich schlicht totgelabert 😎

  12. Mich wundert es, dass hier mehrere Kommentatoren annehmen, es gebe einen direkten Transmissionsriemen zwischen Grundlagenforschung und in der Politik beschlossenen Programmen wie der Energiewende. Die Energiewende wird zwar in Deutschland von gewissen Seiten als alternativlose Antwort auf das Klimaporoblem dargestellt. Doch nur wenige Dinge in der Poltik sind alternativlos – auch wenn uns gewisse Politiker uns das immer wieder so darzustellen versuchen.
    Wie man gar einen Forschungsschwerpunkt in der Paläoklimatologie mit Politik in Verbindung bringen will, ist mir ein Rätsel. Letztlich geht es in der Forschung um Erklärungsversuche und nicht um Handlungsrichtlinien. Natürlich gibt es auch Forschung an der Schnittstelle zwischen Poltik und Wissenschaft. Auch diese Forschung ist gerechtfertigt. Doch ihre Resultate müssen anders beurteilt werden als etwa die Forschung zur Veränderung des Golfstroms oder zu den Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Arktis.
    Wer diese Unterscheidung nicht mehr treffen kann oder will, der läuft Gefahr auch das hinterste und letzte noch zu verpolitisieren.

  13. Zur Diskussionen sind hier 2 Themenkreise miteinander verbunden: 1. Politikfragen und 2. Klimafragen.

    Zu den Politikfragen: Die Ökonomie wäre mit der richtigen Politik kein Problem. Die Produktivität erhöht sich laufend und zwar schneller als der Konsum. Infolgedessen hat sich die durchschnittliche Jahresarbeitszeit der Erwerbspersonen von ca. 2000 h um 1960 auf heute ca. 1000 h halbiert. Diese Arbeitszeitverkürzung wurde realisiert durch kürzere Arbeitszeiten, mehr Urlaub, hohe Arbeitslosigkeit. Wenn die Arbeitszeit nicht entsprechend reduziert wird, kann man die Vollbeschäftigung auch durch zusätzliche Beschäftigung erreichen – siehe WTB-Plan in der Weimarer Zeit. Also ökonomische „Argumente“ gegen die Energiewende sind ein Witz.

    Zu 2. Dem Klima. Ich habe mal die Klimazusammenhänge anders als üblich dargestellt: http://www.ing-buero-ebel.de/Treib/Klima.pdf
    Zur Klimasensitivität siehe Folien 58 bis 61 auf Basis gesicherter Meßwerte.

    Also weder Klimaalarmismus noch ökonomische Probleme. Änderungen haben meistens Vorteile für Viele – sind aber leider oft mit Nachteilen für Wenige verbunden. Und von den Wenigen kommt der Widerstand.

    MfG

  14. Also weder Klimaalarmismus noch ökonomische Probleme. Änderungen haben meistens Vorteile für Viele – sind aber leider oft mit Nachteilen für Wenige verbunden. Und von den Wenigen kommt der Widerstand.

    Vielen Dank für diese ausserordentlich präzise und zutreffende Feststellung!

  15. eigenartiges Forum,

    hier wird es schnell langweilig. Kommentare werden nach belieben der Admins veröffentlicht und das meist erst nach Tagen Wartezeit. So kann keine sinnvolle Diskussion zustande kommen!

    Vielleicht ist eine kritische Diskussion gar nicht erwünscht, denn wenn man sich so ansieht, was z.B ein Nemesis hier an Kampfpostings betreiben darf und das dieser teils erschreckende Schund nicht durch die Zensur fällt, so kann einem schon auffallen, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Ein reines Propaganda Mittel?

    Alles, wenn auch noch so primitiv, was den Klimaalarm irgendwie hofiert, wird veröffentlicht, x fach hintereinander auch ohne Bezug zum Thema, kritische Stimmen werden zensuriert oder bekämpft. Ist das die politische Agenda des PIK? Ist das der Anspruch auf „Science Blog“? Das hat ja nichts mehr mit Wissenschaft zu tun und diese Ansicht muss man auch dem Web Betreiber so weiter geben, denn das ist sicher nicht Ziel der Plattform gewesen und kann es auch niemals sein!

    • Sehr geehrter Herr Klar,

      wenn Sie dieses Forum hier als langweilig oder gar unlauterer Zensur unterworfen sehen, dann empfehle ich Ihnen das Forum von EIKE, da gibt es ganz bestimmt keine Zensur und da sind alle Ihrer Meinung 🙂

      A propos „Kampfpostings“:

      Wenn ich zB auf die Tatsache aufmerksam mache, dass Kalifornien (40 Millionen Menschen) vertrocknet, dass der gesamte Südwesten der USA vertrocknet, dass die Menschen in Sao Paulo (11 Millionen Menschen) ab Juli diesen Jahres vollkommen ohne Wasser dastehen werden und wenn ich darauf aufmerksam mache, dass das Auftauen des Permafrosts eine katastrophale Gefahr für die gesamte moderne Zivilisation darstellt usw usw, dann entspricht das schlicht den Tatsachen 🙂 Ich empfehle Ihnen dringend:

      Achten Sie einfach nur konzentriert auf die kommenden Geschehnisse nur in Sao Paulo und in Kalifornien in diesem Jahr und achten Sie darauf, wie sich das auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken wird. Achten Sie auf die Entwicklungen, die noch in diesem Jahr geschehen werden und Sie werden vielleicht den Klimawandel nicht mehr ganz so „völlig unaufgeregt“ betrachten, wie Sie das wortwörtlich an anderer Stelle bereits unzweideutig zum Ausdruck gebracht haben 😉

      MfG,
      Nemesis

      • lieber Nemesis,

        ich antworte ihnen noch ein letztes mal…

        ..ganz sicher werde ich nicht bei EIKE diskutieren und noch mehr sicher bin ich mit denen dort nicht einer Meinung. Ihnen (auch der EIKE Besatzung) fehlt völlig die Gabe zur Differenzierung. Nur weil ich teils kritisch gegenüber dem Mainstream auftrete, bin ich kein Physik Denier und schon gar kein Verschwörungstheoretiker. Merken sie sich das bitte.

        Und, die Menschheit wird sicher nicht untergehen, egal ob eine große Eiszeit kommt oder eine dramatische Erwärmung. Beides würde große Probleme verursachen, aber ich bin überzeugt, dass kommende Generationen gute Ideen haben werden, um die „Natur“ etwas zu bändigen. Bilden sie sich bitte niemals ein, dass wir heute auch nur ansatzweise wissen könnten, was die Menschen in 20, 50 oder gar 100 Jahren zu Stande bringen werden oder welche Probleme bzw. Lösungen dann existieren werden.

        Ihr unzählige male wiederholtes Beispiel mit Kalifornien zeigt nur, dass sie alles glauben und am ende doch wenig über Klimatologie wissen. Die Trockenheit dort kann durchaus auf rein natürliche Klimavariationen zurück zu führen sein, nichts davon muss mit dem bis dato leicht erhöhten THE zu tun haben. Der Trend kann sich wieder Richtung feuchteren Klima ändern, auch wenn der zunehmende THE langfristig für eine zunehmende Trockenheit regional sprechen könnte.
        Bitte glauben sie auch nicht zu fest an die überstrapazierte Propaganda, die Öl Lobby würde mit Kräften gegen die Klimaforschung arbeiten. Das ist großteils frei erfunden, passt jedoch haargenau in die wenig subtile Denkweise der AGW Fanatiker.

        Schönen, sonnig warmen Tag noch!

          • ich kann im verlinkten Artikel nicht viel Objektivität finden.
            Das zeigt sich schon bei der Formulierung über die sg. Tabaklobby bzw. die genannten Menschen dahinter. Keiner sagt, das Rauchen wäre nicht schädlich, einige sagen, die Gesundheitsgefährdung beim gemäßigten Passivrauchen würde häufig maßlos überzogen dargestellt und nennen diverse Studien dazu junk science. Wahrscheinlich zu Recht.

            Warum sollte die viel zitierte Öl Lobby sich auch völlig aus dem Thema raus halten? Immerhin werde die heute ja als die Bösen hingestellt, welche für jedes Unwetter usw. verantwortlich sind. Millionen fleißige Arbeiter dieser Branche verdienen es genau so geschützt zu werden, wie die emsigen Bienen der Windkraftbranche z.B.

            Es behauptet auch kaum wer, dass die Verbrennung fossiler Energie nicht zu einer Erwärmung beiträgt, die Frage ist halt, wie stark und die viel wichtigere Frage: warum soll man regional Kosten und Einschränkungen od. die Diskreditierung ganzer Industriezweige in Kauf nehmen, wenn der Nutzen für das globale Klima gegen Null tendiert? Wir sehen doch keine reale Option, dass in China oder in Zukunft Ländern wie Indien etc. die Nachfrage an fossiler Energie sinken wird, im Gegenteil, also wird trotz der Installation vieler EE Anlagen kein nennenswerter Klimaschutz zu erreichen sein.

            Von staatlicher Seite gibt es heute keine Förderungen für Studien, welche sich kritisch mit dem Thema AGW beschäftigen. Da dies jedoch genauso wichtig wäre, muss das Geld eben von Interessensgruppen kommen und das ist völlig normal und gut so. Die vollen IPCC Reporte lesen sich eh wie ein Skeptiker Reporte, erst die von Funktionären und Politikern formulierten Summaries werden zu dem, was dann von vielen Medien, NGO´s etc. nochmals missbraucht wird und in Milliarden Köpfen dieser Welt als unumgängliches Klimaschreckgespenst herum geistert.

          • dann wäre wenigstens geklärt, dass EXXON nur 7 Mio. $ spendet, also knapp 1%.

        • @Rudolf Klar,

          ich antworte ihnen noch ein letztes mal…

          Vielen Dank auch für das Gespräch.

          MfG,
          Nemesis

        • @Rudolf Klar

          … aber ich bin überzeugt, dass kommende Generationen gute Ideen haben werden, um die „Natur“ etwas zu bändigen.

          Das ist exakt der Grössenwahn, der uns in die jetzige Situation gebracht hat. Klar, wenn Arbeitnehmer nicht parieren, werden sie in HartzIV gesteckt und wenn die Natur nicht pariert, dann wird sie „gebändigt“ 🙂 Achten Sie einfach auf die kommenden Ereignisse und sogar Sie werden realisieren, wer hier wen „bändigt“ 🙂

          Ihr unzählige male wiederholtes Beispiel mit Kalifornien zeigt nur, dass sie alles glauben und am ende doch wenig über Klimatologie wissen. Die Trockenheit dort kann durchaus auf rein natürliche Klimavariationen zurück zu führen sein, nichts davon muss mit dem bis dato leicht erhöhten THE zu tun haben. Der Trend kann sich wieder Richtung feuchteren Klima ändern

          Ich empfehle Ihnen dringend, sich besser zu informieren:

          Climate change is having a profound impact on California water resources, as evidenced by changes in snowpack, sea level, and river flows . These changes are expected to continue in the future and more of our precipitation will likely fall as rain instead of snow. This potential change in weather patterns will exacerbate flood risks and add additional challenges for water supply reliability…

          http://www.water.ca.gov/climatechange/

          Hier zur Abwechslung mal ein paar wirtschaftliche Aspekte (erfahrungsgemäss einer jener Faktoren, die bezeichnenderweise auch die Skeptikerszene brennend interessiert 🙂 ):

          Drought, Climate Change and California’s Multibillion-Dollar Problem

          http://www.forbes.com/sites/tomzeller/2015/04/03/drought-climate-change-and-californias-multibillion-dollar-problem/

          Und hier ein ganzer Berg Papers zum Klimawandel in Kalifornien:

          http://tinyurl.com/jw97o5e

          … nu ja, ich weiss längst, wir können dieses Ping-Pong-Spiel endlos fortsetzen, wenns Ihnen Freude bereitet 😉 … wir könnten uns genausogut über die Dürre in Arizona, Nevada, Colorado, Australien, Chile, Kolumbien, Brasilien, Pakistan, Indien, Spanien, Griechenland usw usw usw unterhalten und Sie würden ständig neue Strohmänner aus der Tasche ziehn…. merken Sie nicht, dass genau diese Denier-Strategie uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt sind ?!? Ganz ehrlich: Ich beneide die Denier-Fraktion absolut nicht um diese Verantwortung 😎

          Alles Gute für Sie, MfG,
          Nemesis

  16. @Rudolf Klar:

    „Wenn ich als Regierung nun EE massiv Fördern will, muss ich auch jene Studien fördern, welche mir sozusagen Recht geben. (…)
    Jedenfalls hat die Deutsche Bundesregierung momentan nicht das geringste Interesse an Klimastudien, welche eine eher gemäßigte Erwärmung für kommende Generationen zeigt …“

    Das sind Ihre Aussagen und das sind keinesfalls Beiträge zu einer „sinnvollen Diskussion“. Ich halte solche haltlosen Vorwürfe für unwürdig einer seriösen Diskussion.

  17. Sowohl der Artikel als auch sämtliche Kommentare gefallen mir sehr gut. Kontroverse Diskussionen auf sachlicher Basis halte ich generell und gerade in Bezug auf Umweltveränderungen für sehr notwendig. Meine Fragen betreffen nun die korrekte Terminologie in der Kontroverse über die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur bis 2100. Bekanntlich enthält die Erdatmosphäre zur Zeit 0,04 % (400 ppm) CO2. Experten streiten nun darüber, in wie weit Verstärkungseffekte (sogenannte Klima-Rückkpplungseffekte) bis 2100 zu einer maximalen
    Temperaturerhöhung von 0,1 °C bzw. einer minimalen Temperaturerhöhung von 3 °C führen.
    Die Vertreter der Theorie von maximal 0,1 °C werden von der anderen Seite als Klimaskeptiker,
    die Vertreter der Theorie von mindestens 3 °C werden von ihren Kontrahenten als Klimaalarmisten bezeichnet. Da für eine sachliche Auseinandersetzung eine von beiden Seiten akzeptierte Terminologie erforderlich ist, nun meine Fragen :
    1) Sind Klimaskeptiker und Klimaalarmisten von beiden Seiten akzeptierte Begriffe oder nur Kampfbegriffe ?
    2) Wenn Kampfbegriffe, wie lautet die korrekte Terminologie ?
    Über Antworten würde ich mich sehr freuen !
    mit freundlichen Grüßen, Horst Denzer

    • Lieber Herr Denzer, ich denke Sie verkennen die Situation. Können Sie mir einen einzigen Experten nennen, der bis 2100 nur eine Erwärmung von maximal 0,1 °C erwartet? Auf diese wissenschaftliche Quelle bin ich gespannt!
      p.s. Falls Sie englisch lesen können: dieser Artikel ist passend zu Ihrer Frage gerade gestern erschienen!

  18. Lieber Herr Rahmstorf,
    vielen Dank für die schnelle Antwort. Die maximal 0,1 °C Angabe hatte ich vor 1-2 Jahren einem
    Artikel entnoommen, der die Kontroverse zwischen den Klimawissenschaftlern bis zum Jahr 2010 zusammengefasst hatte. Leider hatte ich mir weder Artikel noch Verfasser notiert aber sobald ich (hoffentlich !) diesen Artikel wieder gefunden habe, werde ich Sie darüber informieren. Was mein Englisch betrifft, so arbeite ich seit Jahrzehnten in einer großen japanischen Firma, in der die Kommunikation hauptsächlich in Englisch stattfindet. Bezüglich des von Ihnen beigefügten Artikel würde ich gerne Ihre Meinung zu Richard Tol hören
    mit freundlichen Grüßen, Horst Denzer

  19. Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    so im Schnitt einmal jährlich werfe ich einen Blick auf den Klimablog. Ich halte diesen Abstand für ausreichend, um mich über den aktuellen Stand der Debatte zu informieren. Der vorliegende Artikel gibt mir allerdings einen Anlass mich „fremdzuschämen“.
    Wissenschaftler sind scheinbar, vielleicht ähnlich wie Künstler, von einer überdurchschnittlichen Eitelkeit gekennzeichnet. Trotzdem wäre es wünschenswert diese Eitelkeit etwas weniger offen zur Schau zu stellen.
    Die Verneinung politischer Einflussnahme auf den Wissenschaftsbetrieb in der EU und besonders in Deutschland ist für jeden, der die Art und Weise, wie Gelder im Wissenschaftsbetrieb verteilt werden, geradezu absurd. Wenn man Evaluierungsverfahren bestehen möchte, sollte man tunlichst manifestierte Glaubensformen der Politik und Wissenschaft bestätigen. Eine Evaluierung kann nicht bestanden werden, wenn wissenschaftliche Arbeiten entgegen des allgemein als WAHR angenommen Grundsatz verstoßen. Gallilei wäre in unserem modernen Wissenschaftsbetrieb wahrscheinlich nicht über einen drittklassigen Lehrstuhl mit geringsten Mitteln in irgendeinem Provinznest hinausgekommen. Sie haben das Glück auf der WAHR-Seite zu stehen.

    Noch eine Frage am Schluss. Warum meinen Sie und Ihr Institut, dass der Neubau energieoptimiert sei? Sehr lustig übrigens, wie voller Stolz auf den Seiten Ihres Instituts vermeldet wird; dass „dass für den Neubau ca. 3000 Kubikmeter Beton und ca. 700 Tonnen Stahl “ verbaut wurden (https://www.pik-potsdam.de/services/infothek/telegraphenberg-d/forschungsneubau/publikationen-und-berichte/5-bauinformation). Genau so sieht nachhaltiges Bauen eben aus. Viel Beton, teure Architektur und vermeintliche Efiizienz und sogenannte Nachhaltigkeit. Und genau so funktioniert Klimaschutz in Deutschland: mehr, noch mehr – aber ganz doll effizient bitte. Bin ganz gespannt auf die Effizienzdaten Ihres Neubaus – wird ja wohl von Jülich aus betreut.

    Was bleibt als Fazit: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter komt man ohne ihr!

    • Die Verneinung politischer Einflussnahme auf den Wissenschaftsbetrieb in der EU und besonders in Deutschland ist für jeden, der die Art und Weise, wie Gelder im Wissenschaftsbetrieb verteilt werden, geradezu absurd.

      Volle Zustimmung. Die Einflussnahme zB der Klimawissenschaft auf die Politik und auf das öffentliche Bewusstsein ist offenbar so gewaltig, dass überall alles vollgepflastert ist mit Windrädern und Sonnenkollektoren, draussen fahren kaum noch Autos und wenn, dann höchstens extrem energiesparende Autos und der Konsum der Bürger ist auch wirklich drastisch zurückgegangen. Wie sollen da bitteschön die arme Ölindustrie, die Grosskonzerne und die Banken überhaupt noch überleben können? Ist das wirklich fair der Ölindustrie, den Banken und den Grosskonzernen gegenüber ?! 😎

    • Wunderbares Beispiel für „sonking“ (scientification of non-knowledge). Für sämtliche Ihrer düsteren Behauptungen, Vermutungen und Unterstellungen würde ich gerne auch einige Begründungen lesen. Besonders das mit Galilei interessiert mich jetzt doch etwas genauer.

      Haben Sie eigentlich Vorurteile gegen Stahl und Beton? Wollen Sie diese Werkstoffe durch Lehm, Bambus, Schilf oder sowas ersetzen? Sollen wir in die Erdlöcher zurück? Mich erstaunt immer wieder die Technologie- und Innovationsfeindlichkeit des Skeptiker-Lagers!

      Sowohl die Stahl- wie auch die Betonindustrie haben vor einigen Jahren große PR-Kampagnen gefahren (mit Anzeigen in ZEIT, Spiegel, FAZ, Stern u.a.), wo gerade die nachhaltigen Verwendungsmöglichkeiten dieser Produkte, auch mit Bezug zum Klimawandel, in den Vordergrund gestellt wurden. Manche wissen es halt besser als die Produzenten selbst!

      Das alles kann man leicht googeln, unter „Hoffentlich ist es Beton“ und „Zukunft beginnt mit Stahl“!

      • @Jürgen Bucher

        Von mir aus kann alles mit Beton und Stahl zugepflastert werden, ich hab nix dagegen. Von mir aus können soviel SUV da draussen rumfahren, wie es beliebt und solange es noch geht.

        Es gibt kontruktive Kräfte und es gibt zerstörende Kräfte, beide habe ihre volle Berechtigung, beide sind notwendig und beide haben somit meinen Segen 🙂

        • Lieber Nemesis,
          ich glaube nicht, dass wir insgesamt allzuweit auseinander liegen. Ich bin der Auffassung, dass der Flächenverbrauch in Deutschland langsam zum Stillstand kommen sollte und beim Individualverkehr denke ich, dass jede Reduktion unsere Lebensqualität nur steigern kann. Zumindest bei letzterem kann ich selbst von entsprechenden Erfahrungen berichten. Trotzdem wird es weiter Entwicklung geben, werden wir bauen und es wird Verkehr geben. Das sollte sich dann aber energieoptimiert abspielen! Der Baustoff Beton und der Werkstoff Stahl sind als solche nichts schlechtes. Es kommt darauf an, was man daraus macht!

  20. Guten Tag Nemesis,
    Sie dürften da etwas missverstanden haben. Gemeint war die Gelderverteilung im Forschungsbetrieb und diese funktioniert sehr wohl mit erheblicher politischer Einflussnahmho findete. Aber wenn Sie die Sache schon so angehen: es gibt keinen Tag an dem nicht in irgendeiner Form die Arbeit der Klimaforscher im Munde eines führenden Politikers Ihr Echo findet. Ein gewisser Einfluss scheint schon zu bestehen, gelle.
    Im Übrigen kann ich das Gejammmer über Ölindustrie, Banken und Großkonzerne nicht mehr hören. Es ist ja nicht unbedingt so, das die Solarindustrie, Windlobby und die Dämmindustrie etc.pp. keinen Einfluss hätten. Das dürfte doch eine Einflussnahme in Ihrem Interesse sein. Das es sich oftmals am Ende um die gleichen Invetsoren handelt, die in vermeintlich ach so ökologische Solarparks und parallel in gleichfalls schöngerechnete Ölsanförderung investieren, stört Sie mutmaßlich nicht.
    Von Verzicht redet keiner mehr, auch nicht vom Umbau des Wachstumssystems. Warum auch? Ist doch alles prima so. Auch für die Klimaforschung.

    • @Peter Frei

      Im Übrigen kann ich das Gejammmer über Ölindustrie, Banken und Großkonzerne nicht mehr hören. Es ist ja nicht unbedingt so, das die Solarindustrie, Windlobby und die Dämmindustrie etc.pp. keinen Einfluss hätten. Das dürfte doch eine Einflussnahme in Ihrem Interesse sein…

      Tja, mag sein, mich lässt das kalt. Für mich persönlich zählt in der Hauptsache eines:

      Ich hab mich freigehalten vom Rat Race, ich renne nicht der Kohle, der Asche, dem Geld hinterher. Es ist wohl so, dass es längst nicht jedem gelingt, sich wirklich freizumachen, man vertraut lieber kindlich auf buntbedrucktes Papier und rundes Metall. Ich habe dafür Verständnis, denn es ist nicht leicht, wirklich erwachsen zu werden, das erfordert einiges an Verzicht und Härte gegen sich selbst. Aber am Ende winkt echte Freiheit, nicht durch Geld, sondern durch Bewusstseinsarbeit und Verzicht.

      Nicht derjenige ist reich und frei, der viele Wünsche, viel Geld züchtet und ständig rastlos dem Geld hinterherrennt (Rat Race), sondern derjenige, der sich vom Viel- Wünschen befreit hat. Ich bin materiell betrachtet ein armer Schlucker, aber ich würde um nichts in der Welt mit irgendjemandem tauschen wollen. Es gibt Dinge, die kann man mit keinem Geld der Welt kaufen 🙂 Ich wünsche jedem die Kraft und den Mut, sich wirklich freizumachen von der Konsumherde 🙂

      • Es gibt dazu durchaus auch eine wissenschaftliche Diskussion. Kleiner Tipp: Bei Wikipedia gucken unter „Easterlin-Paradox“.