Fehler im IPCC-Bericht?

In den Medien werden derzeit einige Fehler – und angebliche Fehler – des letzten IPCC-Berichts (“AR4”) herumgereicht, zusammen mit reichlich Verzerrungen und professioneller Propaganda von Gruppen, die die Klimaforschung diskreditieren wollen. Höchste Zeit, die Spreu vom Weizen zu trennen: Welche dieser Fehler sind real, welche nicht? Und was bedeutet das für das IPCC und die Klimaforschung im Allgemeinen?

Beginnen wir mit einigen grundlegenden Fakten über das IPCC. Anders als viele meinen ist das IPCC keine große Organisation. Tatsächlich beschäftigt es nur zehn Vollzeitmitarbeiter in seiner Geschäftsstelle bei der World Meteorological Organisation in Genf und ein paar Angestellte, die technische Unterstützung für die Vorsitzenden der drei IPCC-Arbeitsgruppen und der National Greenhouse Gas Inventories Group leisten. Die eigentliche Arbeit leisten unbezahlte Freiwillige – tausende Wissenschaftler von Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit, die als Autoren oder Reviewer bei der Erstellung des IPCC-Berichtes mithelfen. Auf diese Weise ist ein großer Teil der relevanten wissenschaftlichen Gemeinschaft beteiligt. Die drei Arbeitsgruppen sind:

Working Group 1 (WG1), die sich mit den physikalischen Grundlagen des Klimas befasst, wie sie sich den Klimatologen darstellen.

Working Group 2 (WG2), die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme und Gesellschaften bezieht, die von Sozialwissenschaftlern oder Ökologen auf der Basis der eigentlichen Klimaprognosen analysiert werden.

Working Group 3 (WG3), die sich mit Möglichkeiten befasst, den Klimawandel zu begrenzen. Hier arbeiten unter anderem Ökonomen und Energieexperten mit.

Die Assessment Reports werden alle sechs oder sieben Jahre veröffentlicht, und es dauert etwa drei Jahre, sie zu schreiben. Jede Arbeitsgruppe veröffentlicht einen der drei Bände des Berichts. Im Brennpunkt der aktuellen Vorwürfe steht der vierte Assessment Report, veröffentlicht 2007. Jeder einzelne der drei Bände hat knapp 1000 eng bedruckte Seiten, geschrieben von über 450 Haupt- und etwa 800 Nebenautoren, von denen die Mehrzahl zum ersten Mal an einem IPCC-Bericht mitgearbeitet hat. Es gibt drei Begutachtungsstufen mit mehr als 2500 Reviewern, die insgesamt 90.000 Kommentare zur Rohversion beisteuerten. All diese kann man, zusammen mit den Antworten der Autoren, öffentlich einsehen (hier und hier).

Fehler im IPCC Fourth Assessment Report (AR4)

Soweit es uns bekannt ist, wurde bisher erst einer – allenfalls zwei – echte Fehler im Bericht gefunden:

Himalaya-Gletscher: Im Regionalkapitel Asien in Band 2, das Autoren aus der Region geschrieben haben, stand fälschlicherweise, dass 80% der Himalaya-Gletscher sehr wahrscheinlich bis 2035 verschwunden sein werden. Das ist natürlich nicht die eigentliche IPCC-Prognose zum Gletscherrückgang, die man in Band 1 des Reports nachlesen kann. Dort findet man ein völlig valides, 45 Seiten langes Kapitel über Gletscher, Schnee und Eis, verfasst von weltweit führenden Gletscherexperten (darunter unser Kollege Georg Kaser aus Österreich, der diesen Fehler zuerst entdeckte). In Kapitel 10 („Global Climate Projections“) handeln ebenfalls mehrere Seiten vom zukünftigen Rückgang der Gletscher, dort werden die Prognosen genutzt, um den Anstieg des Meeresspiegels zu berechnen. Das Problem ist also nicht, dass die IPCC-Experten eine falsche Vorhersage gemacht hätten, sondern dass ein WG2-Kapitel sich eben nicht auf die Vorhersage der IPCC-Kollegen verlassen, sondern eine unzuverlässige externe Quelle zitiert hat. Der Fehler ist bereinigt, wenn man auf Seite 493 des WG2-Berichts ganze zwei Sätze streicht.

Meeresspiegel in den Niederlanden: Der WG2-Bericht schreibt „Die Niederlande sind ein Beispiel für ein Land, das sehr anfällig sowohl für einen Meeresspiegelanstieg als auch für Flusshochwasser ist, weil 55% ihres Gebiets unter dem Meeresspiegel liegen.“ Den Satz lieferte eine Holländische Regierungsbehörde, die Netherlands Environmental Assessment Agency. Sie hat bereits eine Korrektur veröffentlicht, nach der dieser Satz lauten sollte: „55 Prozent der Niederlande sind von Überschwemmungen bedroht; 26 Prozent liegt unter dem Meeresspiegel und 29 Prozent ist anfällig für Flusshochwasser.“ Es zählt gewiss zu den peinlicheren Episoden seiner Geschichte, dass das holländische Parlament vorletzten Montag das IPCC in einer erhitzten Debatte dafür geißelte, eine Zahl abgedruckt zu haben, die die holländischen Regierung selbst geliefert hatte. Zusätzlich merkt das IPCC an, dass es verschiedene Definitionen für „unter dem Meeresspiegel“ gibt. Das holländische Verkehrsministerium nutzt die Zahl 60% (unter dem Höchststand bei Sturmflut), während andere 30% angeben (unter dem mittleren Meeresspiegel). Unnötig zu sagen, dass die konkrete Zahl für die Schlussfolgerungen des IPCC keine Bedeutung und auch nichts mit Klimaforschung zu tun hat. Es ist fraglich, ob man dies überhaupt als Fehler des IPCC zählen sollte.

Einige andere Fragen

Afrikanische Ernteerträge: Der Synthesebericht des IPCC stellt fest: “In einigen Ländern könnten bis 2020 die Ernten aus Regenfeldbau um 50% zurückgehen.” Dafür wird korrekt auf Kapitel 9.4 von WG2 verwiesen, wo es heißt: „Zusätzliche Risiken in anderen Ländern, die durch den Klimawandel verschärft werden könnten, schließen stärkere Erosion, Ernteverluste bei Regenfeldbau um bis zu 50% im Zeitraum von 2000 bis 2020 und geringere Wachstumsperioden bei Feldfrüchten ein (Agoumi 2003).“ Die Agoumi-Referenz ist zutreffend und auch korrekt angegeben. Trotzdem skandalisiert die Sunday Times, in einem Artikel von Jonathan Leake, die Frage als „Africagate“ – hauptsächlich weil die Studie von Agoumi nicht durch den Peer Review gegangen ist (siehe auch unsere Anmerkungen zur „grauen“ Literatur weiter unten) sondern vom International Institute for Sustainable Development und dem Climate Change Knowledge Network stammt. Finanziert wurde sie von der US Agency for International Development. Der Bericht, geschrieben vom marokkanischen Klimaexperten Professor Ali Agoumi, ist eine Zusammenfassung technischer Studien und Forschung, die zur Erstellung der National Communications dreier Länder (Marokko, Algerien und Tunesien) an die United Nations Framework Convention on Climate Change durchgeführt wurde, und ist eine völlig legitime IPCC-Referenz.

Bemerkenswert ist, dass Kapitel 9.4 folgendermaßen weitergeht: “Es ist allerdings möglich, dass Anpassung diese negative Effekte reduzieren könnte (Benhin 2006).” Es folgen ein paar Beispiele, und dann heißt es: „Allerdings werden nicht alle Veränderungen des Klimas und der Klimavariationen negativ sein, da Feldbau und Wachstumsperiode in einigen Gebieten (zum Beispiel Teile des Äthiopischen Hochlands und des südlichen Afrikas und Mosambik) durch den Klimawandel sich verlängern könnten, dank einer Kombination aus gestiegenen Temperaturen und veränderten Regenfällen (Thornton et al. 2006). Milde Klimaszenarien sagen weitere Vorteile für afrikanisches Ackerland voraus, für bewässerte Farmen und besonders in trockenen Regionen.“ (Übrigens sind die eher entwarnenden Benhin- und Thornton-Zitate ebenfalls „graue“ Literatur, aber darüber hat sich niemand beschwert. Könnte es sein, dass die IPCC-Kritiker mit zweierlei Maß messen?)

Für uns klingt Kapitel 9.4 nach einer ausgewogenen Bewertung von Risiken und Chancen, basierend auf den zu jener Zeit verfügbaren Erkenntnissen – kaum Anlass, wild “Africagate!” zu schreien. Wenn man das IPCC hier kritisieren kann, dann dafür, dass diese Ergebnisse für den kurzen Synthesebericht zu stark eingedampft wurden, so dass Nuancen und Relativierungen verlorengingen – speziell der Aspekt, dass das Risiko einer Dürre (definiert als eine Reduktion der Regenfälle um 50%) „durch den Klimawandel verschärft werden könnte“, wie es in Kapitel 9.4 heißt – statt vom Klimawandel verursacht zu werden.

Trends bei Katastrophenschäden: In der Sunday Times beschuldigte Johnathan Leake (wieder) das IPCC, den Klimawandel fälschlicherweise mit Naturkatastrophen in Verbindung zu bringen. In einer Stellungnahme verweist das IPCC auf Fehler in Leakes „irreführender und gegenstandsloser Geschichte“ und besteht darauf, dass das IPCC eine „ausgewogene Behandlung eines komplizierten und wichtigen Themas“ geliefert habe. Wir stimmen hier mit dem IPCC überein, jedoch enthielt WG2 eine diskutierbare Graphik von Robert Muir-Wood (allerdings nicht im Report selbst, sondern im Online-Zusatzmaterial). Als Quelle wurde ein Paper von Muir-Wood zitiert, das nicht die Graphik enthält, sondern die Analyse, auf der sie basiert. Muir-Wood selbst erklärte öffentlich, dass das IPCC seine Ergebnisse ausgewogen dargestellt hat und es angemessen war, sie im Bericht zu zitieren. (Siehe dazu auch den vorigen KlimaLounge-Beitrag.)

Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes: Unterstützt durch „Recherchen“ des „Klimaskeptikers“ Richard North hat (schon wieder) Leake „Amazongate“ ausgerufen, mit einer Geschichte über eine Aussage des WG2 über die Zukunft des Amazonas-Regenwalds. Das betreffende IPCC-Statement lautet: „Bis zu 40% der Amazonas-Wälder könnten drastisch auf selbst kleine Rückgänge der Niederschläge reagieren; das bedeutet dass die tropische Vegetation, Wasserhaushalt und Klimasystem in Südamerika sehr schnell von einem stabilen Zustand in einen anderen wechseln könnte, nicht notwendigerweise mit einem graduellen Übergang zwischen dem heutigen und einem zukünftigen Zustand (Rowell und Moore, 2000).“ Leake hat ein Problem mit dem Zitat von Rowell und Moore, einem Bericht des WWF.

Die Geschichte geht auf zwei Blogbeiträge von North zurück, in denen er zuerst behauptete, dass der WWF-Bericht die ihm zugeschriebenen Aussagen gar nicht enthalte. Da diese These sofort widerlegt wurde, behauptete North anschließend, dass der hinter dem WWF-Bericht stehende Artikel (1999 von Nepstad et al in Nature) sich nur auf die Effekte von Abholzung und Feuer bezog, nicht aber auf Trockenheit. Nepstad selbst hat als Reaktion auf all diese Behauptungen klargestellt, dass die Darstellung des IPCC völlig korrekt ist. Das einzige Problem ist, dass das IPCC den WWF-Bericht zitiert und nicht direkt die ihm zugrunde liegende Fachliteratur. Diese peer-reviewten Studien sind die Basis für die IPCC-Einschätzung ser Empfindlichkeit des Amazonasbeckens gegenüber Dürre. Untersuchungen der Korrespondenz zwischen Leake, Wissenschaftlern und einem BBC-Reporter (hier, hier und hier) zeigen, dass Leake bewusst Erklärungen von Nepstad und einem anderen Experten, Simon Lewis, ignoriert oder verzerrt wiedergegeben hat und seine falsche Geschichte trotzdem veröffentlichte. Diese Kritik an IPCC entbehrt jeglicher Grundlage.

Graue Literatur: In seinem vierten Bericht zitiert das IPCC etwa 18.000 Quellen, von denen die große Mehrheit aus wissenschaftlicher Fachliteratur besteht. Das IPCC hat klare Richtlinien für die angemessene Verwendung so genannter „grauer“ Literatur, typischerweise Berichte von anderen Organisationen oder Regierungen. Besonders für die Arbeitsgruppen 2 und 3 (manchmal aber auch für WG1) sind „graue“ Quellen unverzichtbar, da sie viele wertvolle Daten enthalten: Berichte von nationalen Statistikbehörden, der International Energy Agency, der Weltbank, UNEP und so weiter. Das ist besonders wichtig für regionale Effekte in den am wenigsten entwickelten Ländern, wo erfahrene Experten oft weder die Gelegenheit noch die Motivation haben, in internationalen Fachzeitschriften zu publizieren.

Berichte von Nichtregierungsorganisationen können ebenfalls verwendet werden (wie zum Beispiel bei Himalaya und Amazonas), aber jede Information muss sorgfältig überprüft werden (im ersteren Fall wurde diese Richtlinie nicht befolgt). Schließlich ist es Aufgabe des IPCC, Informationen zu bewerten und nicht einfach alles zusammenzustellen was es findet. Diese Bewertung erfordert ein kritisches Urteil, Überprüfung und sorgfältige Gewichtung sich widersprechender Indizien, und einen kritischen Blick auf die verwendeten Methoden, die zu den vorliegenden Resultaten führten. Deswegen braucht man auch führende Experten für die Zusammenstellung des Berichts – und nicht zum Beispiel studentische Hilfskräfte, die eine Literaturübersicht erstellen.

Verzerrungen in den Medien

Für diejenigen, die sich mit der Arbeit des IPCC und den wissenschaftlichen Grundlagen auskennen, ist die gegenwärtige Diskussion in den Medien in weiten Teilen einfach absurd und surreal. Journalisten, die nie auch nur einen Blick in den IPCC-Bericht geworfen haben, zeigen sich nun empört, dass auf Seite 493 in Band 2 eine falsche Zahl erscheint. Wir haben Fernsehteams getroffen, die einen Bericht über die Fehler des IPCC-Berichtes drehen wollten, und die erstaunt waren, wenn sie einen der schweren Bände in der Hand hielten – sie hatten sie noch nie gesehen. Diese Leute gestanden freimütig, dass sie keine Möglichkeit haben, sich selbst ein Urteil zu bilden: sie könnten nur berichten, was ihnen darüber erzählt wird. Und es gibt gut organisierte Lobbyorganisationen mit ausgezeichneten PR-Möglichkeiten, die dafür sorgen, dass den Journalisten die „richtige“ Geschichte erzählt wird. Das erklärt auch, weshalb manche Berichte darüber, was angeblich im IPCC-Bericht drinsteht, einfach durch Nachlesen im Bericht widerlegt werden können. Unglücklicherweise ist das IPCC als Freiwilligen-Initiative mit einer minimalen Infrastruktur nicht gut positioniert, um Misinformation und Propaganda schnell und effektiv zu begegnen.

Ein nahezu universelles Motiv der Berichterstattung über den Himalaya-Fehler war, dass es sich dabei um eine der zentralen Vorhersagen des IPCC-Berichts handelt – offenbar um den Fehler schlimmer ertscheinen zu lassen als er eigentlich war. Tatsächlich aber taucht die Vorhersage weder in einem der Summaries for Policy Makers, noch im Synthesebericht auf (was zumindest zum Teil erklärt, warum er seit Jahren niemandem aufgefallen ist). Keiner der uns bekannten Medienberichte hat darüber berichtet, dass es in Band 1 (wo Vorhersagen über physikalische Veränderungen auch hingehören) eine ausführliche und völlig korrekte Diskussion des Gletscherschwundes gibt.

Offensichtlich haben interessierte Gruppen nach dem Publikwerden der Himalaya-Geschichte die IPCC-Bände besonders sorgfältig durchkämmt, in der Hoffnung, weitere peinliche Fehler zu finden. Tatsächlich ist dabei kaum etwas ernsthaftes aufgetaucht, aber das bisschen, das zu Tage kam, wurde prompt zu „Seagate“, „Africagate“, „Amazongate“ und so weiter aufgeblasen. Es gibt hier eine gewisse Parallele zum Diebstahl der CRU E-Mails, wo in tausenden Mails wenig gefunden wurde, aber ein paar Sätze aus dem Kontext gerissen und misinterpretiert wurden, um sie zu „Climategate“ aufzublasen.

Wie Tim Holmes glasklar analysiert hat, scheint es ein paar aktive Anführer dieser Misinformationsparade in den Medien zu geben. Jonathan Leake gab den Ton an, doch seine Geschichten enthalten diverse Fehler, Falschdarstellungen und manipulierte Zitate. Außerdem gibt es ein beträchliches Kontingent von "Ich-auch!"-Journalisten, die derartige Geschichten einfach verfielfältigen, ohne sich angemessen über das Thema zu informieren. Typischerweise berichten sie von verschiedenen „Vorwürfen“ wie die gegen das IPCC – oder sie berichten, dass der Mail-Diebstahl am CRU zu „Vorwürfen der Datenmanipulation“ führte. Genau genommen ist das nicht einmal falsch, aber sollte es nicht die Aufgabe von Journalisten sein, solche Vorwürfe zu prüfen, bevor sie sie einfach übernehmen?

Leake attackierte bereits im Januar die wissenschaftliche Arbeit von einem von uns (SR) in einem Sunday Times-Artikel. Der Beitrag war ziemlich einseitig und enthielt eine Reihe inhaltlicher Fehler, um deren Korrektur SR bat. Er hat weder eine Antwort erhalten, noch wurden die Fehler korrigiert. Zwei von Leake zitierte britische Wissenschaftler – Jonathan Gregory und Simon Holgate – schrieben ihm unabhängig voneinander nach Erscheinen des Artikels, dass sie grob falsch zitiert worden seien. Einer von ihnen schrieb, dass er nach der Erfahrung mit Leake „abgeneigt sei, noch einmal mit einem Journalisten über irgend ein Thema zu sprechen“.

Muss das IPCC sich ändern?
Das IPCC hat bis jetzt sehr gute Arbeit gemacht, aber es gibt natürlich Raum für Verbesserungen. Zum Beispiel könnte der Review-Prozess besser organisiert sein. Bis jetzt durfte jeder Reviewer nach Belieben jeden Teil des Manuskripts bewerten, aber es gab keine Koordination in dem Sinne, dass, sagen wir, ein Gletscher-Experte speziell aufgefordert wurde, noch einmal das WG2-Kapitel über Asien zu prüfen. Eine solches Verfahren hätte zum Beispiel den Fehler mit den Himalaya-Gletschern gefunden. Ein weiteres Problem war, dass die Berichte aller drei Arbeitsgruppen fast gleichzeitig fertig werden mussten, was es zum Beispiel für WG2 sehr schwierig macht, die eigenen Erkenntnisse auf den Schlussfolgerungen der Arbeitsgruppe 1 aufzubauen. Dieser Punkt wurde für den fünften IPCC-Bericht bereits verbessert, dort soll der WG2-Bericht sechs Monate nach der Fertigstellung des WG1-Berichts komplettiert werden.

Außerdem offenbarten die Fehler, dass das IPCC keinen Mechanismus zur Publikation von Errata hat. Da in einem 2800-Seiten-Dokument Fehler unvermeidlich sind, muss es einen Weg geben, Fehler zu korrigieren, sobald sie gefunden werden.

Ist die Klimaforschung zuverlässig?

Einige Presseberichte haben den Eindruck erweckt, dass nun auch grundlegende Ergebnisse der Klimaforschung in Frage gestellt seien. Zum Beispiel ob die Menschheit tatsächlich das Klima verändert, Gletscher schmelzen und den Meeresspiegel steigen lasse und so weiter. Das IPCC betreibt selbst keine Forschung, und deswegen erlauben eventuelle Fehler des IPCC auch keine Rückschlüsse über die Qualität der zugrundeliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse. Eine unangemessene Literaturquelle oder ein redaktioneller Fehler in Bericht untergräbt offensichtlich nicht die Klimaforschung selbst. Die grundlegenden Ergebnisse der Klimaforschung auf der Basis der jüngsten Anschuldigungen gegen den IPCC anzuzweifeln entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da kein einziger der tatsächlichen und angeblichen Fehler im Bericht der Arbeitsgruppe 1 steht, wo es um die Klimaforschung im eigentlichen Sinne geht.

Fairerweise muss man anmerken, dass die Klimaforscher der Arbeitsgruppe 1 eine wesentlich leichtere Aufgabe haben als ihre Kollegen der WG2 und WG3. Wir studieren ein System, das von den wohlbekannten Gesetzen der Physik regiert wird, es gibt reichlich harte Daten und wissenschaftliche Studien, und die Wissenschaft ist vergleichsweise ausgereift. Der Treibhauseffekt wurde schon im Jahre 1824 von Fourier entdeckt, und schon 1859 maß Tyndall die Wärmeabsorption durch CO2 und andere Gase. Die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber CO2 berechnete Arrhenius erstmals im Jahr 1896, und in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts waren die physikalischen Grundlagen des Klimasystems weitgehend verstanden.

Impliziert all das “politisierte Wissenschaft“, absichtliche Täuschung oder eine Tendenz zum Alarmismus auf Seiten des IPCC? Wir denken, dass solche Anschuldigungen jeglicher Grundlage entbehren. Im Gegenteil, eine große Gruppe (tendenziell konservativer) Wissenschaftler, die versucht, einen Konsens in einem politisch bedeutsamen gemeinschaftlichen Dokument zu erreichen, wird sich grundsätzlich nur auf zurückhaltende Schlussfolgerungen einigen können. Tatsächlich war, bevor die letzte Mediendebatte ausbrach, das eigentliche Diskussionsthema unter Experten, ob der vierte IPCC-Bericht einige Folgen des Klimawandels unterschätzt hat. Darunter sind so entscheidende Aspekte wie der Meeresspiegelanstieg oder der Rückgang des arktischen Meereises (siehe auch die entsprechenden Kapitel der Kopenhagen-Diagnose), bei denen die Daten zeigen, dass sich die Situation schneller ändert als vom IPCC erwartet.

Insgesamt gibt der IPCC-Bericht den den gegenwärtigen Stand der Klimawissenschaft sehr gut wieder. Es gab ein paar einzelne Fehler, die eingestanden und korrigiert wurden. Das eigentliche Problem ist ein anderes, nämlich das die öffentliche Wahrnehmung des IPCC und der Klimaforschung durch die mediale Berichterstattung massiv verfälscht wurde. All diese „gates“ – Africagate, Amazongate, Climategate und so weiter – sind keine Skandale des IPCC oder der Klimawissenschaft. Vielmehr sind sie die peinlichen Schlachtrufe eines Medienskandals, in dem einige Journalisten die Öffentlichkeit mit völlig übertriebenen oder ganz erfundenen Pseudo-Skandalen irregeführt haben. Viel zu viele sind ihnen dabei naiv und willig gefolgt, ohne die Farce zu durchschauen.

P.S. Gerade ist das neue Buch The Climate Crisis der Realclimate-Autoren David Archer und Stefan Rahmstorf herausgekommen, das die wichtigsten Schlussfolgerungen des AR4 (alle drei Bände) allgemein verständlich darstellt. Keine der echten oder angeblichen Fehler sind in diesem Buch enthalten, da keine der umstrittenen Aussagen wichtig genug war, um in dieser 250-Seiten-Zusammenfassung aufzutauchen.

Update 24. März: Der Forscher Simon Lewis hat eine offizielle Beschwerde bei der britischen Press Complaints Commission eingelegt gegen den falschen Sunday Times Artikel zum Amazonas. 

Update 29. März: IPCC-Chairman Rajendra Pachauri hat einen lesenswerten Beitrag zum Thema im Guardian publiziert.

Update 5. Mai: Greenpeace hat gerade eine lesenswerte Dokumentation zu den Hintergründen der Attacken auf Klimaforscher in den letzten 20 Jahren publiziert.

Dieser Artikel ist eine Übersetzung des Beitrags IPCC errors – facts and spin des Realclimate-Autorenteams.

Links:

Bei den Scienceblogs fragt der Physiker Jörg Rings: Warum streiken die Klimaforscher eigentlich nicht?

Guardian-Artikel von Jeffrey Sachs zu den Hintergründen des Medienskandals

33 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nur kleine Fehler?

    Wenn man in den letzten Monaten die Presse beobachtet hat kann man den Eindruck bekommen dass es sich keinesfalls um Fehler im IPCC Bericht handelt, sondern es um bewusste Desinformation der Öffentlichkeit geht.

    Z.B. weiß IPCC Chef Pachauri seit Jahren von dem Himalaya-Fehler, hat aber offenbar eine Korrektur verhindert und andersdenkende Wissenschaftler der „Voodo-Science“ bezichtigt. Warum tut der Mann das? Vieleicht weil sein eigenes Institut aufgrund des fehlerhaften IPCC Reports 5 Millionen für einen Forschungsauftrag abkassiert hat? Größtenteils vom deutschen Steuerzahler finanziert.

    Seit Monaten wird darüber berichtet, dass es möglicherweise gravierende Manipulationen bei der Ermittlung der globalen Durchschnittstemperatur geben soll. Es sind ca. 75% der Meßstationen aus der Berechnung genommen worden, vor allem solche die keinen Erwärmungstrend zeigen. Warum hört man Seitens des IPCC dazu kein Sterbenswörtchen? Immerhin geht es um die „Geschäftsgrundlage“ vom Emissionshandel und EEG weltweit. Da sind zig Milliarden Gewinne für eine kleine Zahl multinationaler Konzerne und Großbanken bereits angefallen, bezahlt u.a. den Stromkunden in den Industrieländern.

    Weiterhin darf die Frage erlaubt sein, warum renomierte Klimaforscher wie v. Storch die Auflösung des IPCC fordern, wenn da alles angeblich mit rechten Dingen zugeht. Auch das Nobel-Kommitee bedauert inzwischen die Preisvergabe an das IPCC.

    Es wäre gut wenn die Öffentlichkeit endlich die volle Wahrheit erfahren würde. Die Gras-drüber Taktik wird nicht aufgehen.

    [Antwort: Problem ist halt nur, dass das meiste von dem, was Sie hier sagen, nicht stimmt. Sie müssen letztlich eine Wahl treffen. Entweder Sie halten das Wissenschaftssystem zwar nicht für fehlerfrei, aber grundsätzlich für glaubwürdig. Oder Sie halten es für grundsätzlich korrupt und glauben (und wiederholen) dafür lieber unkritisch alle möglichen Behauptungen von „Klimaskeptiker“-Websites (wie es leider auch einige Journalisten tun, siehe Artikel). Letzteres können Sie natürlich gerne tun, ich würde Sie dann einfach nur für schlecht informiert halten. Stefan Rahmstorf]

  2. Klimasystem verstanden???

    „in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts waren die physikalischen Grundlagen des Klimasystems weitgehend verstanden“ ???

    Noch heute erscheinen alle paar Wochen Artikel in denen auf komplett neue Effekte hingewiesen wird, die das Klima beeinflussen, oder die das Klimasystem sogar total umkrempeln (man denke hier z.B. an den kürzlich entdeckten Einfluss der Meeresströmungen)
    All das erweckt für mich nicht den Eindruck, dass das Klimasystem wirklich komplett verstanden ist, genauso wie die Diskussionen der Wissenschaftler die sich ja offensichtlich auch nicht einig sind, was zum Beispiel den tatsächlichen Anstieg der Meeresspiegel angeht.
    Tatsache ist, dass der IPCC sich solche (offensichtlichen) Fehler in einem öffentlichen Bericht eigentlich nicht leisten sollte, wenn er seine Glaubwürdigkeit behalten will.

    [Antwort: Seit 20 Jahren erforsche ich den Einfluss der Meeresströmungen auf das Klima – mir ist nicht bewusst, dass der erst kürzlich entdeckt worden sein soll. Aber Sie haben Recht: natürlich gibt es noch viele Aspekte des Klimageschehens, die man nur unzureichend berechnen kann, wie etwa den künftigen Meeresspiegelanstieg. Trotzdem sind die Grundlagen auch da verstanden: man weiß, welche Faktoren den Meeresspiegelanstieg verursachen. Gedacht hatten wir in dem Text oben aber vor allem an die Grundtatsache, dass CO2 ein Treibhausgas ist und das Klima aufheizt, und dass der Mensch mit seinen Emissionen die Konzentration dieses Gases erhöht – diese Dinge waren seit den 1950ern verstanden. Stefan Rahmstorf]

  3. Die Diagnose ist schon richtig, IPCC hat sich mit seinen Zukunftsprognosen in die politische Küche begeben (wer die Hitze scheut, sollte das nicht tun) und dort läuft die Auseinandersetzung nicht nur mit Sachargumenten und Logik sondern auch über Emotionen, Vorurteile und Verdächtigungen. Das liegt daran, dass nur wenige in der Lage sind, die quantitativen Prognosen des IPCC zur Welttemperatur persönlich zu verifizieren. Das wird dann ausschließlich eine Sache der Vertrauenswürdigkeit. Also geht es darum, die Glaubwürdigkeit des IPCC zu beurteilen. Welche Interessen verfolgen Repräsentanten des IPCC, welche diejenigen die dies stützen? Diese Fragestellung ist legitim, denn in der Politik ist es ein üblicher Mechanismus Ängste zu schüren um daraus politische Vorteile oder Ablenkungen zu erlangen. Das Verdächtigen oder Rumbohren in potentiellen Schwachstellen ist auch ein sinnvoller Test, denn vielleicht fliegt dabei ja auch etwas auf, man nicht erwartet hat.

  4. Ein paar Anmerkungen zum Buch und 4AR

    Ich habe mir das im Beitrag erwähnte neue Buch „The Climate Crisis“ von David Archer und Stefan Rahmstorf gekauft und bin stark beigeistert. Ein absolutes „Muß“ für jeden, der sich aktiv an der Klimadiskussion beteiligen will. In knapper und gut verständlicher Form wird hier das Wissen des 4. IPCC Berichts (AR4) zusammengefaßt und durch Ergebnisse der Folgejahre ergänzt. Dankenswerterweise beschreiben die Autoren die einzelnen Themen mit (fast) all ihren Graustufen. Der Rote Faden ist zwar die allgemeine IPCC-Interpretationsweise, jedoch werden in diesem Buch auch die Schwachstellen relativ offen diskutiert. Wenn die Datenlage eine klare Interpretation nicht erlaubt, dann wird dies klar gesagt. Ein Qualitäts-Gradmesser von wissenschaftlichen Büchern ist für mich persönlich auch die Menge von Unterstreichungen, die ich während des Lesens vornehme. Eine kleine Marotte von mir. Ich bin derzeit bis zum Ende des 5. Kapitels und Seite 104 vorgedrungen, und wenn ich so zurückblättere, dann habe ich sicher ein Drittel des bisherigen Textes unterstrichen. Ein absoluter Rekord für mich! Und dies ist sicher schon das zehnte Klimabuch, das ich lese. Ein spannendes Thema am Puls der Zeit. In diesem Buch wird auf kleinstem Raum eine Vielzahl von klimatischen Zusammenhängen aufgezeigt, die man anderswo nicht bis kaum beschrieben sieht. Ich bin schon sehr auf die zweite Hälfte des Buches gespannt.

    Selbstverständlich habe ich aber auch ein paar Anmerkungen bzw. Ergänzungs- und Korrekturvorschläge für die nächste Auflage (Kapitel 1-5):

    1) Der Titel „The Climate Crisis“ muß vermutlich aus Marketing-Sicht sein und passt natürlich auch zur im Buch vertretenen Interpretation der Datenlage. Andere, ebenso ernst zu nehmende Klimaexperten, sehen in der aktuellen Erwärmung eher eine Fortsetzung der natürlichen Klimaentwicklung, wobei es in den vergangenen 10.000 Jahren immer wieder zu vergleichbaren Erwärmungsphasen gekommen ist. Der Titel überzieht daher möglicherweise.

    2) Auf Seite 4 wird die Einschätzung des AR4 dargestellt, dass CO2 seit 1950 für das Global Warming zuständig ist. An dieser Stelle wäre die Erwähnung abweichender Einschätzungen sicher angebracht, um die ganze Bandbreite der Klimadiskussion abzubilden. Insbesondere scheint dieser Startpunkt ungünstig gewählt zu sein, da die Erwärmung zwischen 1950-1975 pausierte. Gegen Ende dieser Phase warnten die Experten vor einer drohenden neuen Eiszeit.

    3) Auf Seite 6 wird der Anstieg des CO2 in den Zwischeneiszeiten erwähnt. Ich finde es grob irreführend, wenn an dieser Stelle nicht der zeitliche Verzug zwischen den beiden Größen genannt wird, der die Temperatur als Auslöser für eine ozeanische CO2-Ausgasung herausstellt (Henne/Ei).

    4) Auf Seite 8 wäre die Nennung anderer Modelle nützlich, in denen der Wasserdampf/Wolken Feeedback und die CO2-Klimasensitivität sehr viel geringer eingeschätzt wird (z.B. Lindzen mit 0,5 Grad C pro CO2-Verdopplung).

    5) Auf S. 14 sowie 34-36 wird eine Entkopplung zwischen Sonnenaktivität und Temperaturentwicklung seit den 1970ern postuliert. Svensmark & Friss-Christensen (2007) konnten hier jedoch nach Herausfilterung von El Nino, Vulkanausbrüchen und NAO eine gute Korrelation der Troposphären- und Ozean-Temperaturen mit der Sonnenaktivität zeigen. Die Sonnenaktivität blieb während dieser Zeit auf einem hohen Niveau, und gerade hat sogar Phil Jones das Fehlen eines statistisch relevanten Temperaturanstiegs für die letzten 15 Jahre erklärt. Man sollte daher mit der Sonne nicht so hart ins Gericht gehen, zumal CO2 und Temperaturen von 1950-1975 alles andere als eine ideale Korrelation zeigten.
    Etwas später wird auf der Seite von Modellierungsergebnissen geredet. Prinzipiell: Wenn man keinen Feedback-Mechanismus in die Modelle einbaut, kann auch keine signifikante solare Steuerungskomponente herauskommen (dies gilt auch für die Abbildung 3.18/Temperaturmodellierung mit und ohne CO2, die damit an Aussagekraft verliert). Das Vorhandensein eines positiven Feedback-Mechanismus sensu Svensmark ist jedoch sehr wahrscheinlich, ist doch die solare Steuerung des Klimas der letzten paar 1000 Jahre mittlerweile deutlich erkennbar (so steht es sogar im Buch auf S. 38 sowie 43 !!). Warum wird die Forschung von Svensmark im Solar-Abschnitt S. 34-36 ignoriert? Ich habe die Hauptpunkte hierzu mal zusamengetragen:

    http://www.klimaargumente.de/s3.htm

    6) Auf Seite 41 wird die Einmaligkeit der der aktuellen Temperaturerhöhungsrate postuliert. Man sollte von dieser Argumentation allmählich abkommen. Ähnliche Temperatursteigerungsraten hat es wohl auch vor der Römischen und Mittelalterlichen Wärmephase gegeben, sowie ab 1860 und 1910 (hier fehlen übrigens zwei gelbe Striche in Abbildung 3.1).

    7) Auf S. 43 wird behauptet, die Sonnenaktivität wäre konstant während des Abkühlunsgphase in den 1940ern bis 1970ern geblieben. Wenn man sich die „total irradiance“ Kurven in der Literatur anguckt (z.B. Hoyt & Schatten 1997, Soon 2005 etc.) dann sieht man, dass die Sonnenstrahlung sehr gut mit dem Temperaturverlauf korreliert. Kann dies Zufall sein?

    8) In Abbildung 3.7 auf S. 51 ist der Palmer Drought Severity Index abgebildet. Für welches Zeitintervall gilt die Karte? In diesem Zusammenhang sollte auf jeden Fall das „Green Sahara“ Phänomen diskutiert werden. Während des holozänen Temperaturmaximums, mit Temperaturen die höher waren als heute, hatte sich in der Sahara eine savannenhafte Vegetation ausgebreitet.

    9) Auf Seite 56 werden interne Klimaoszillationen wie z.B. die NAO diskutiert. Hier wäre ein klares Statement zum möglichen Antrieb nützlich. Ist es wirklich ein rein interner, autozyklischer Antrieb? Laut Latif ist der Einfluß externer Antriebe auf NAO und PDO noch unklar. Dies sollte Erwähnung finden.

    10) Auf Seite 63 wird erklärt, die Physik des Treibhauseffektes wäre gut unter Kontrolle und der beobachtete Temperaturanstieg würde gut mit den Modellen übereinstimmen. Dieser Satz spiegelt nicht den aktuellen Diskussionsstand wider. Laut einigen Autoren haben wir nur 15-40% des aus den Modellen postulierten Temperaturanstiegs in den letzten 100 Jahren gesehen (z.B. Schwartz et al. 2010 sowie Lindzen 2005). Zudem sind die Feedback Mechanismen von Wolken und Wasserdampf noch immer schlecht verstanden, wie Sie selber schreiben.

    11) Auf Seite 78 wird das Abschmelzen des Kilimandscharo in den Kontext der Klimaerwärmung gestellt. Nach Kaser & Mote (2007) ist dieses Abschmelzen jedoch eher Folge der anhaltenden Trockenheit und hat mit dem Temperaturanstieg nichts zu tun. Desweiteren sollte man aus aktuellem Anlaß das Himalaya Statement auf S. 180 überprüfen, wo von Wasserproblemen ab 2050 geredet wird, obwohl es den Gletschern doch erst sehr viel später an
    den Kragen geht.

    12) Auf Seite 96 wird die Einmaligkeit des aktuellen Meeresspiegelanstiegs dargelegt. Gerade weil wir für vorangegangene Wärmeperioden keine guten Daten haben (z.B. Mittelalterliche Wärmeperiode), sollte man mit derartigen Aussagen lieber vorsichtiger sein.

    13) Ganz am Ende des Ozean-Versauerungskapitels wird kurz erwähnt, dass es in der Erdgeschichte schon sehr viel höhere CO2-Gehalte gegeben hat. Dies gilt insbesondere für das Mesozoikum, das sich geologisch durch eine Dominanz von Flachwasserkarbonaten mit üppigen Korallenriffen auszeichnet. Offensichtlich hat der saure Ozean den kalkbbildenden Organismen nichts anhaben können. Der Erklärungsversuch durch ominöse Pufferung erscheint hier eher hilflos. Auch hier gelten natürlich chemische Gleichgewichtsregeln, die nicht achtlos über Bord geschmissen werden sollten, auch wenn es zunächst unbequem erscheint.

  5. only one question

    warum findet man in den IPCC Reporten nur solche Fehler, welche Richtung Dramatisierung tendieren?

    Ich meine, wieso tauchen da nicht andere „Fehler“ auf, wie Himalaya Gletscher werden bis 3250 kaum schmelzen, od. die positiven Auswirkungen der Erwärmung im Vergleich zu den 60ger Jahren beschleunigen das Wirtschaftwachstum. Od. die CO2 Anreicherung zeigt überwiegend stark positive Entwicklungen in der Biosphäre und trägt maßgeblich zur Ertragsteigerung bei Getreideernten bei…usw.

    Also, wenn man Fehler findet, dann sind diese eigentlich immer mit dem gleichen „Vorzeichen“ versehen. Haben andere Fehler keinen Platz?

    [Antwort: Nun gibt es, wie oben erläutert, ganze zwei Fehler, wobei die fragliche Zahl für Holland von einer holländischen Regierungsbehörde falsch zugemeldet wurde und an keiner IPCC-Folgerung irgendetwas ändert. Sie reden also hier also von einem Fall – dem Himalayafehler – aus dem Sie eine Verallgemeinerung ableiten. Und – wie im Artikel erwähnt – halten wir es für ein gravierenderes Problem, dass das IPCC den Meeresspiegelanstieg deutlich unterschätzt hat. Stefan Rahmstorf]

  6. Medien, Wissen und Nicht-Wissen

    Die Artikel in Daily Mail, Sunday Times etc. sind zum Teil bewusst irreführend, da gebe ich den Autoren recht. Natürlich sind Aussagen mit Festlegungen, gar Angaben von Jahreszahlen (z.B. 2035) immer besonders vulnerabel und falls sich herausstellt, dass sie nicht stimmen können, ein lohnendes Ziel für Häme in einem populären Medium. Denn jeder kann sich an so einem Fehler freuen, auch wenn er sich noch nie für Klimafragen interessiert hat.

    Es ist also kein Zufall, dass die Angriffe der Presse den Bercht der WG1 ausgespart haben. Die wissenschaftlichen Grundlagen der Klimawissenschaft eignen sich offensichtlich nicht für die Daily Mail.
    Sobald aber im Kapitel über die wissenschaftlichen Grundlagen Vermutungen geäussert werden, stellen sich sehr wohl Fragen.
    Die Erwärmung in der 2.Hälfte des 20.Jahrhunderts soll ohne anthropogene Treibhausgase kaum erkärbar sein, nur weil Vulkanismus und Sonnenaktivität diesen Temperaturanstieg nicht erklären können? Sind denn alle Faktoren bekannt, die auf das Klimasystem einwirken? Könnte nicht auch eine langperiodische Klimavariabilität einen Beitrag geleistet haben?
    Rein phänomenologisch unterscheiden sich die Erwärmungsphasen 1860-1880,1910-1940 und 1975-1998 jedenfalls kaum.

    [Antwort: Lieber Herr Holzherr, eine globale Temperaturveränderung, die über wenige Zehntel Grad hinausgeht, können Sie grundsätzlich nur mit einer Veränderung der Strahlungsbilanz des Planeten erklären: irgendwo muss die Wärme ja herkommen, 1. Hauptsatz der Thermodynamik (Energieerhaltung). Deswegen ist „langperiodische Klimavariabilität“ keine physikalische Erklärung, wenn Sie nicht dazu sagen, was der Mechanismus in der Strahlungsbilanz ist (z.B. ein solarer Zyklus). Nun wissen wir aber aus Messdaten, was in den letzten Jahrzehnten die Strahlungsbilanz verändert hat: es ist der Anstieg der Traubhausgase. Die natürlichen Veränderungen der Strahlungsbilanz (Sonne, Vulkanaerosole) gehen nun mal in abkühlende Richtung. Stefan Rahmstorf]

    Das Unbestrittene – dass CO2 ein Treibhausgas ist – und das Behauptete – dass eine stark positive Rückkoppelung den CO2-bedingten Temperaturanstieg verstärkt – lassen sich für den Nichtfachmann nicht leicht aus dem Bericht der WG1 auseinanderhalten.
    Eigentlich müsste man mit dem immer stärker werdenden Treibhauseffekt einen fast linearen Temperaturanstieg in den nächsten Jahrzehnten erwarten. Zu beobachten ist aber ein treppenförmiger Anstieg und die Klimasensitivität, die aus den Beobachtungen folgt, deckt sich nicht mit den Werten, die sich aus den Interglazialen errechnen.

    [Antwort: Das letztere kann ich nicht nachvollziehen, was meinen Sie? Alle seriösen Abschätzungen der Klimasensitivität, die ich kenne (der IPCC-Bericht listet 13 Studien) kommen zu konsistenten Ergebnissen. Der „treppenförmige“ Anstieg ergibt sich aus der Überlagerung der diversen bekannten Atriebssfaktoren. Stefan Rahmstorf]

  7. @Innerhofer

    Das ist sehr einfach: Es gibt Fehler in beide Richtungen. Fehler in der einen Richtung werden von den ernsthaften Wissenschaftlern ausführlich diskutiert, damit eventuelle Schlussfolgerungen auch gut abgesichert sind. Fehler der anderen Richtung werden von selbstverliebten Möchtegerns unreflektiert durch die Gegend krakeelt, weil sie grad zur eigenen Ideologie passen.

    Das ist der Unterschied.

  8. Nicht zu überbietende Scheinheiligkeit

    „warum findet man in den IPCC Reporten nur solche Fehler, welche Richtung Dramatisierung tendieren?“

    Substanz zur Entwicklung seit dem AR4 findet sich hier: http://www.copenhagendiagnosis.com/

    Bei den Fehlern wird eine Mücke zu einem Elefanten gemacht und eine unverantwortliche Presse macht in geradezu dümmlicher Weise mit.

    Manche Leute machen sich gar nicht erst die Mühe nach Mücken zu suchen, siehe: John Houghton has never said what he is quoted as saying („Unless we announce disasters, no one will listen“), http://scienceblogs.com/…l_camp_is_winning_1.php

    Auf die Frage woher er das Zitat von Houghton hätte antwortet Benny Peiser („Achse des Blöden“), er hätte es in Houghtons Büchern gelesen. Darauf angesprochen, dass es dort nirgends zu finden sei, labert er daher: „I’ve seen it printed in many books. He is well known for making these statements. I’ve used that quote on many occasions from one of the books on climate alarmism. If he makes the claim that he never said this then he has to clarify that.“

    Fazit: Einige Quellen lügen, andere sind vertrauenswürdiger. Es ist Aufgabe eines Reporters auf diese Unterschiede hinzuweisen und nicht den Lügnern eine Plattform zu bieten. Wer das nicht schafft sollte sich einen anderen Beruf suchen, wo er der öffentlichen Diskussion über die zentrale Herausforderung unserer Zeit weniger Schaden zufügt.

  9. Die Menge an Fehlern bzw. Ungenauigkeiten in den aktuellen IPCC-Berichten bewegt sich offensichtlich im Promille-Bereich, was für Meta-Studien oder fachübergreifende Untersuchungen einen deutlich niedrigen Wert darstellt.

    Die Gründe für die immens hohe Fixierung auf diese wenigen Problempunkte in den Medien hat vier Gründe:

    Das Thema „Klimaänderung“ ist so komplex, dass eine fundierte Darstellung -auch nur einzelner Aspekte- eine umfangreiche und zeitintensive Recherche erfordert.

    Aufgrund der zunehmenden Reduzierung von wissenschaftlichen Fachkräften in vielen Redaktionen und dem Zwang zu möglichst aktueller Darstellung ist diese Recherche nicht möglich.

    Die Lösung für den gestressten Redakteur sind daher komplett ausformulierte Artikel, die er mehr oder weniger unbearbeitet übernehmen kann.

    Diese Artikel werden von -na nennen wir sie mal „finanziell potenten“- Institutionen hilfreich zur Verfügung gestellt, die im Auftrag der Energiewirtschaft, der Automobillobby u.ä. eine kritische Auseinandersetzung mit der momentanen Energieproduktion hintertreiben. Dieselben Strukturen trifft man übrigens auch bei der „Peak Oil“-Diskussion an.

    Und noch eine Anmerkung:
    Ich möchte mich gegen die Bezeichnung „Klimaskeptiker“ aussprechen als Bezeichnung für Personen, die ohne ein wissenschaftlich fundiertes Modell die beobachteten Klimaänderungen und ihren Bezug zu menschlichem Handeln negieren. Ich bevorzuge den Begriff „Leugner“.

    Dazu ein Zitat der UK Skeptics, einer Organisation von Wissenschaftlern, die sich u.a. kritisch mit Glaubenssystemen auseinandersetzen:

    We are nothing to do with opposition, activist, or denialist groups who wrongly refer to themselves as ’skeptics‘ because they adopt a position of non-belief (eg global warming skeptics, vaccine skeptics, etc).

    zitiert nach einem engagierten Kommentar im Guardian:
    http://www.guardian.co.uk/…ange-sceptics-science

  10. Anmerkung zu Muir-Wood

    >Trends bei Katastrophenschäden: […] Als Quelle wurde ein Paper von Muir-Wood zitiert, das nicht die Graphik enthält, sondern die Analyse, auf der sie basiert. Muir-Wood selbst erklärte öffentlich, dass das IPCC seine Ergebnisse ausgewogen dargestellt hat und es angemessen war, sie im Bericht zu zitieren.<

    Das ist falsch, und ich befürchte das wissen sie auch. Muir-Wood und seine Co-Autoren haben bei der Veröffentlichung ihres Papers explizit geschrieben, dass der vom IPCC AR4 in der erwähnten Grafik konstruierte Zusammenhang zwischen Temperaturanstieg und Unwetterschadenzunahme NICHT erwiesen ist. Zitat Muir-Wood et al.: „In sum, we found statistical evidence of an upward trend in normalized losses from 1970 through 2005 and insufficient evidence to claim a firm link between global warming and disaster losses.“

    [Antwort: Nun – ich habe das Paper ja im vorigen Beitrag etwas ausführlicher zitiert, Sie zitieren eine andere Stelle mit ähnlicher Aussage. Wie gesagt, der Zusammenhang war marginal statistisch signifikant, daher die Aussage „no firm link“. Was vom IPCC ja auch entsprechend differenziert diskutiert wurde. Unsere Leser können ja aus dem Vergleich der Zitate im vorigen Beitrag selbst urteilen, ob sie darin einen Skandal sehen. Stefan Rahmstorf]

  11. @Binikowski

    „Weiterhin darf die Frage erlaubt sein, warum renomierte Klimaforscher wie v. Storch die Auflösung des IPCC fordern, wenn da alles angeblich mit rechten Dingen zugeht.“

    v. Storch ein renommierter Klimaforscher? Der ist doch eher eine Labertante:

    http://www.wissenschaft-online.de/…amp;_z=859070

    Statt Forscher über die Medien mit Unterstellungen zu diffamieren, sollte von Storch lieber durch Sachargumente und eigene Forschungsarbeiten überzeugen. Wenn ihm unsere Meeresspiegelzahlen nicht gefallen, sollte er eine eigene Abschätzung des globalen Meeresspiegelanstiegs vorlegen. Dann könnte man sachlich darüber diskutieren, was methodisch überzeugender ist:

    http://www.spektrumdirekt.de/artikel/1016996

  12. „Problem ist halt nur, dass das meiste von dem, was Sie hier sagen, nicht stimmt. Sie müssen letztlich eine Wahl treffen. Entweder Sie halten das Wissenschaftssystem zwar nicht für fehlerfrei, aber grundsätzlich für glaubwürdig. Oder Sie halten es für grundsätzlich korrupt“

    Also Herr Rahmstorf, ich denke Sie machen es sich zu einfach. Welches von meinen genannten Argumenten stimmt denn nicht?

    Es geht auch nicht um den Glauben an die ergebnisoffene Wissenschaft im Allgemeinen, sondern um eklatante Ungereimtheiten in der Klimaforschung im Besonderen. Kein anderer Wissenschaftszweig wird öffentlich derart kontrovers diskutiert.

    Wieso soll ich mich für eine Seite entscheiden? Ich will nur wissen was bei den einzelnen Kritikpunkten wirklich wahr oder was Spekulation ist. Mehr nicht.

    Fakt ist: Die öffentliche Klima-Debatte läuft völlig aus dem Ruder und daran ist das Verhalten der IPCC-nahen Wissenschaftler in der Öffentlichkeit mitschuldig. Abhilfe kann hier nur noch vollständige Offenheit und tabulose Diskussion aller strittigen Punkte schaffen.

    Alles andere macht die Sache noch verfahrener. Das ist nicht nur für die beteiligten Klimaforscher ein Riesenproblem. Noch wichtiger ist die Frage welche Schlüsse die Politiker aus diesem PR-Desaster ziehen? Denen geht es nämlich nicht um wissenschaftliche Wahrheit sonder um Machterhaltung, Wiederwahl und Versorgungsposten.

    Alle Beteiligten dieser Diskussion setzen sich für eine lebenswerte Umwelt für unsere Kinder und Enkel ein. Es kann doch nicht sein dass wegen akademischer Streitigkeiten über den Weg das Ziel völlig aus dem Auge verloren wird.

    Es ist doch z.B. letztendlich völlig wurscht ob das CO2 eine entscheidende Rolle spielt oder nicht, ob die Temperaturen nun um 0,8 oder o,9 Grad gestiegen sind. Fest steht dass so oder so massiv aufgeforstet, neue Energiequellen erschlossen, Energie eingespart und auf nachhaltigere Landwirtschaft umgestellt werden muß.

    Diesen lebensnotwendigen Maßnahmen droht durch die desaströse Klimadebatte eine möglicherweise fatale Verzögerung, weil u.a. die erforderlichen Gelder falsch eingesetzt werden. Stichworte CO2-Abscheidung, Zertifikatehandel, Klimakonferenzen usw.

  13. AR4

    :
    As an example, an updated version of the analysis done by Comiso (2003), spanning the period from November 1978 through December 2005, is shown in Figure 4.8. The annual mean ice extent anomalies are shown. There is a significant decreasing trend in arctic sea ice extent of –33 ± 7.4 × 103 km2 yr–1 (equivalent to –2.7 ± 0.6% per decade), whereas the Antarctic results show a small positive trend of 5.6 ± 9.2 × 103 km2 yr–1 (0.47 ± 0.8% per decade), which is not statistically significant.

    Ist das auch ein Fehler, od. etwa nicht?

    Ich sehe zu mindest bei der antarktischen Meereisausdehnung genau so viel Signifikanz wie bei der arktischen.

  14. Skeptiker

    Robert Kühn hat eine gute Anmerkung gegen die Bezeichnung „Klimaskeptiker“ gemacht, der ich mich anschließen möchte. Ich schätze die Aufklärungsarbeit der „Skeptiker“ (z.B. der GWUP) zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften sehr. Der englische Begriff „denialism“ passt hier wirklich besser: „Denialism is choosing to deny reality as a way to avoid an uncomfortable truth“ (Wikipedia).

  15. Irreführung

    Sie schreiben: alle sind ihnen willig gefolgt bei der Beschreibung von Pseudoskandalen. In Ihrem Artikel reiten Sie auf die beiden erkannten Fehler im Klimabericht des IPCC herum. Aber die wahren Fakten ignorieren auch Sie in Ihrer Litanei. Der wahre Skandal ist die willkürliche Entfernung der Messstationen auf der gesamten Welt. Wobei die eigentlich aussagekräftigen Stationen in freier Natur ohne Einfluss unnatürlicher Wärmequellen etc., abgebaut oder ignoriert wurden. Für die Datenerhebung werden Staionen in Städten herangezogen, die neben klimaanlagen oder bspw. an Startbahnen von Flughäfen stehen usw. usw.! Die Einzige Messstation in der Antarktis seht neben einer schwarzen Piste in einer ständig wachsenden Ansiedlung. So wird klimaerwärmungspropaganda gemacht, bzw. Datenerhebungen zugunsten von Horrorzenarien erstellt.
    Mr. Jones vom CRU ist zurückgetreten unter anderem, weil er die Hockey-Stick Grafik erst zu Gunsten der Erwärmung verändert hat und dann zugeben musste,das es keine Erwärmung seit 1995 gibt. Nun hat er LEIDER die gesamten Daten verschusselt. Sie schauen sich nur die eine Seite der Medaille an, das ist Typisch. Skeptiker hingegen werden seit Jahren mit verdrehten Fakten bombadiert. Wer hat hier eigentlich ein Wahrnehmungsproblem? Und die beste Fragen zum Schluss: Wo ( an welchen Instituten) und als was arbeiten die Autoren des Artikels auf dieser Seite eigentlich? Und wer finanziert diese Institutionen?
    Als Letztes machen Sie noch Werbung für Ihr Buch.
    P.S. Die zusammengetragen Daten in den IPCC Berichten wurden größtenteils von Studenten erarbeitet. Ich möchte nicht deren Motivation in Frage stellen, aber das ist vergleichbar, wenn unsere gesamte Wirtschaft von Auszubildenen geführt würde. Und keiner hinterfragt deren Arbeit.
    MFG Claus Plikat

    [Antwort: Diese Sachen glauben Sie wirklich? Wow! Stefan Rahmstorf]

  16. topic?

    »Wenn kein Charakter mehr geduldet wird, sondern nur der Gehorsam, geht die Wahrheit, und die Lüge kommt.«

    – Ödön v. Horváth

  17. @Gunnar Innerhofer

    „Ich sehe zu mindest bei der antarktischen Meereisausdehnung genau so viel Signifikanz wie bei der arktischen.“

    Betrachten Sie doch einmal statt dem Zeitraum 1978-2005 die Jahre vor 1978. Durch das Auftreten der Weddell-Polynya 1973-1976 (der seitdem größten Klimaanomalie in der Südhemisphäre) ist der Trend deutlich verschieden:

    http://www.ipcc.ch/ipccreports/tar/wg1/fig2-16.htm

    Der Satellitenzeitraum erfasst die Variabilität sicher noch nicht vollständig.
    Aus den letzten 30 Jahren antarktischer Meereisfläche lassen sich jedenfalls keine signifikanten Trends ableiten, weder in die eine noch in die andere Richtung. Arktis und Antarktis lassen sich nicht so einfach vergleichen, dazu sind die Bedingungen viel zu verschieden.

    Zu den Vor-Satellitenzeiträumen siehe auch:

    http://www.nature.com/…/n6646/full/389057a0.html

    http://www.sciencemag.org/…bstract/302/5648/1203

  18. Noch so eine Labertante

    Ingolf Baur, der Moderator dieser Sendung fordert sinngemäß: Weg mit dem IPCC Monopol, wir brauchen ein Klima-Wiki, vielleicht findet dann endlich einer dieser Schreiber heraus, dass der Treibhauseffekt doch nicht so gut wissenschaftlich nachgewiesen ist wie bisher angenommen und das wäre ein schönes Ergebnis: http://www.3sat.de/…ano/umwelt/141882/index.html (Komplette Sendung in der Mediathek)

    Bis dahin müssen wir uns allerdings mit dem real existierenden Wiki begnügen, das sich mit den Außenseitermeinungen zum Klimawandel beschäftigt: various popular media occurrences of climate-related nonsense, http://www.realclimate.org/…ex.php?title=RC_Wiki

  19. So tragisch

    Tja, die Presse hat die AGW-Geschichte geliebt (und tut es z.T. immer noch) und die Geschichte gross gemacht.

    Was ihr aber nicht bedacht habt: Das Blatt kann sich wenden und die Presse kann es toll finden, die Geschichte zu runterzureissen.

    So ist das. Mit den Medien.

  20. Externe versus Interne Antriebe

    Zitat: „eine globale Temperaturveränderung, die über wenige Zehntel Grad hinausgeht, können Sie grundsätzlich nur mit einer Veränderung der Strahlungsbilanz des Planeten erklären: irgendwo muss die Wärme ja herkommen“.
    Einwand und Antwort: Interne Aenderungen des Erdsystems (Land,Wasser,Atmosphäre) können die Strahlungsbilanz sehr wohl verändern, auch wenn Sonneneinstrahlung, Treibhausgase und Vulkanismus sich nicht ändern. So ist es nicht auszuschliessen, dass phasenhafte Veränderungen wie AMO,PDO,ENSO auch mit einer veränderten Bewölkung einhergehen. Spekulativ (ich weiss nicht ob das wirklich möglich ist) könnten besonders intensive tropische Stürme Wasserdampf in die Stratosphäre transportieren mit dem Effekt einer Treibhausgaswirkung über mehrere Jahre.

  21. globale CO2 Regulation

    ohne jetzt auf möglichen Fehlern herum zu reiten, darf ich einen anderen, vielleicht wichtigeren Beitrag einwerfen.

    Das best case Szenario sieht wohl eine baldige globale Einigung über verbindliche Verträge zum Thema CO2 Emissionen.

    Sollten diese wirklich in den nächsten Jahren vatraglich gefestigt werden, muss man sich gleichzeitig fragen, wie lange werden solche Verträge eingehalten?

    Die Geschichte zeigt uns, wie wertvoll solche und andere, weltpolitische Veträge sein können. Oft halten sie Jahre, oft auch nur Monate, wenn überhaupt. Sind wir heute diesbezüglich wirklich weiter, kann man heute davon ausgehen, dass solche Veträge über Dekaden bestand haben könnten? Ich bin mehr als skeptisch.
    Was passiert, wenn die kommende Generation mit anderen globalen Themen zu stark konfrontiert wird, welche das Thema CO2 in den Hintergrund drängen, bzw. das Thema Klima. CO2 wird wohl lange großes Thema bleiben, weil es ja so sehr fossil gebunden ist…

    Wenn man wie ich wenig dauerhaft verbindliches in diesen CO2 Abmachungen vermutet, kann man davon ausgehen, dass der gesamte ausgeüpte Druck nur für kurzfristige Wettberwerbsvorteile einzelner Staaten und Iteressengruppen ausgelegt ist. Globale vertragliche Abmachungen über 50, ja 100 Jahre, auch wenn sie immer wieder neu definiert werden, sind doch ziemlich illusorisch, denken sie nicht?

  22. Zur Frage der Wahrheit

    In der Klimadiskussion (und nicht nur hier, siehe auch oil peak u.a.), werden ja nun langsam regelrechte Glaubenskämpfe ausgetragen. Meine naturwissenschaftliche Ausbildung und mein Faktenwissen zu Meßreihen, Meßstandorten, Auswertungsverfahren usw. reichen nicht aus, um eine gerichtsfeste beweiskräftige Wahrheitsanalyse vorzunehmen. Aber ein 40-jähriges Berufsleben in Wirtschaft und Politik haben mich einiges gelehrt. Zum ersten: Jede Politik basiert auf wirtschaftlichen Interessen. Anders geht es gar nicht, denn der Wirtschaftskreislauf ist die Basis unserer materiellen Existenz (zumindest auf dem heute erreichten Lebensniveau) und der Staat/die Politik hat hierfür die Sicherheit zu bieten. Zum zweiten: Die gegenwärtige globale Ökonomie basiert auf dem Zwang zur Erzeugung von Profit (Mehrwert). Zum dritten: Die öffentliche Meinung wird durch die Medien gemacht, die in der Regel Bestandteil der Ökonomie sind. In den letzten Jahren kommen relativ unabhängige Meinungsräume über das Internet hinzu. Relativ unabhängig, weil auch hier Interessensgruppen über Blogger ihre Meinung einbringen. Es ist also so ein Ding mit der unabhängigen Wahrheit.
    Nun zum casus Klima. Die alten Römer (gerade groß in Mode) haben bei Streitfällen gefragt „qui bono?“ Auf der einen Seite des Wissenschaftsstreites steht eine große Zahl akademischer Forscher mit einer Unmenge von Meßdaten, die sich bemühen, sachlich zu argumentieren und auf die Argumente der Gegenseite einzugehen (wenn auch manchmal verspätet und nicht frei von Irrtümern). Nach allem, was ich erkenne, ist der hier dargestellte Wissensstand Konsenes in der akademischen Gemeinde. Auf der anderen Seite stehen auch Akademiker, die aber oft Vertreter aus der Wirtschaft oder ihr nahestender Einrichtungen mit dem dahinterstehenden Machtpotential sind. (Ja, ja, ich höre schon: Das ist wieder so eine unbewiesene Behauptung! Aber man kan heute sehr gut Lebensläufe recherchieren) Hier wird die Sache nun kompliziert. In den Skeptiker-Blogs wird den „Klimawarnern“ Panikmache vorgeworfen; die Skeptiker könnten also die Vertreter der „alten Technologien“ sein. Genau so können die „Klimawarner“ verkappte Vertreter der „neuen Technologien“ sein. Wer ist hier also Vertreter von wem? Nun da frage ich mich, wer die Chose bezahlt und was auf dem Spiel steht. Die „alte Technologie“ ist ein Billionengeschäft, in der Politik/den Medien bestens vernetzt und hat in der Geschichte bewiesen, wozu deren Vertreter fähig sind. Die Technologien sind ausgereizt, in den Werken ist ein unvorstellbares fixes Kapital gebunden.
    Die neuen Technologien entwickelten sich erst rasant nach den Erkenntnissen der Klimaforschung und stellen heute immer noch eine relativ schwache Ökonomie dar, die am Subventionstropf hängt. Medienmacht ist hier marginal. Diese Gegenüberstellung ist natürlich kein Wahrheitsbeweis für die eine oder andere Seite, macht mich aber doch sehr stutzig bei der Betrachtung des Argumentaionsstils und der Aggresivität der Klimaskeptiker/Leugner.
    Schaut man sich dann noch die Wissenschaftsgeschichte an, kommen einem déjá-vu-Erlebnisse.
    Immer hatte in der Vergangenheit eine Neuerung gegen die alte Wissenschaft zu kämpfen. Nur beim behandelten Problem geht es nicht darum, ob heute oder morgen die Dampfmaschine ihren Betrieb aufnimmt, Eisenschiffe schwimmen können oder die Leute in der Eisenbahn wegen Geschwindigkeitsrausch in Ohnmacht fallen ö. ä.
    Eine zu späte Reaktion der Gesellschaft kann heute die Zivilisisation vor solche ökonomische Probleme stellen, daß sie daran zerbricht. Heute könne wir nicht demokratisch abstimmen oder ewig warten, welche Temperaturreihe eintritt. Heute muß man den Mut haben, dem allgemein in der Wissenschaft anerkannten Konses zum beginnenden Klimawandel zu vertrauen und entsprechend politisch zu handeln.

  23. Wenn der Klimaleugner …

    nicht nur aus den Fingern Gesaugtes von sich gibt, sondern zur Tat schreitet, dann wundert er sich:

    I’ll have to admit I was a little astounded at the agreement between Jones’ and my analyses, especially since I chose a rather ad-hoc method of data screening that was not optimized in any way.

    http://wattsupwiththat.com/…ace-temperature-set/

    Der Normalfall ist aber:

    February 25, 2010: Shame

    Two of the most prominent claims of global warming denialists have been proven wrong.

    http://tamino.wordpress.com/2010/02/25/shame/

  24. lieber Herr Mistelberger

    ich, und vielleicht auch Herr Rahmstorf, dürfen sie höflichst darauf hinweisen, dass es so etwas wie „Klimaleugner“, wie sie es auszudrücken pflegen, gar nicht gibt. Es gibt sogar so gut wie niemanden der nicht weiß, das Klimawandel existiert und die Natur des Klimas an sich darstellt und das es vor allem in den letzten Dekaden wärmer geworden ist.

    Sie meinen vielleicht mich und andere, welche am Anteil der CO2 Emissionen am Wandel ihre Kritik aussprechen und uns mit der gängigen Darstellung der Klimasensitivität des CO2 nicht zufrieden geben.

    Auch sie sollten sich vielleicht abgewöhnen, mit solchen Kraftausdrücken Argumente zu überbrücken.

  25. Klimakatastrophe abgesagt

    Wie viele kalte Winter wird es noch benötigen, bis langsam auch dem letzten Bürger auffällt, dass es schon seit Jahren keine nennenswerte Erwärmung mehr gibt. Die Politiker, die mit wissenschaftlicher Hilfe den CO2-Gaul reiten, bis er tot ist, müssen sich dann warm anziehen. Svensmark und Lindzen sind nur der Anfang. Wie lange wollen Sie noch Märchen erzählen, Herr Rahmstorf? Das Ende des PIK hat schon angefangen, Sie merken er nur noch nicht.

    [Antwort: Kennen Sie den Unterschied zwischen Wetter und Klima? Der Januar 2010 war global der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren, übertroffen nur noch vom Januar 2007 (Bodendaten der NASA). In den Satellitendaten war es sogar der wärmste Januar überhaupt. Stefan Rahmstorf]

  26. Es gibt sie alle
    Aus dem Glossar von RealClimate:

    CLIMATE DENIALIST: a person who probably knows anthropogenic climate change is happening, but claims it is not, for various motives, such as financial or political considerations. They might change their claims if there is some financial or political advantage in doing so.

    CLIMATE CONTRARIAN: a person who refuses to accept that anthropogenic climate change is happening, most likely because of psychological conditions, such as inflexibility, a desire to be different, or fear of political or economic repercussions if people try to mitigate anthropogenic global warming. They probably will not change their mind, no matter how much evidence is provied.

    CLIMATE SKEPTIC: a person who has not yet been convinced anthropogenic global warming is happening, but is open to being convinced if presented with the evidence. There are very few legitimate climate skeptics left.

    Apropos: Deniers, Deniers

    Crock of the Week

    http://www.youtube.com/user/greenman3610

  27. Hut ab, Herr Rahmstorf, …

    dass Sie es als Wissenschaftler auf sich nehmen, so mit der Meinung einzelner zu kämpfen und dabei neutral zu bleiben. Ein Kollege aus dem – einfacheren – Fachgebiet der Wettervorhersage

  28. Jürgen wanninger

    Lindzen und Svensmark sind anerkannte Wissenschaftler die durchaus diskutiert werden , aber wie kommen Sie auf den Trichter , dass deswegen eine Wissenschaft wegen deren Veröffentlichung in Ihren Grundfesten erschüttert wird .
    Erst einmal wird über die Relevanz diskutiert und dann gehen deren Ergebnisse in die IPCC Berichte ein und können diese beinflussen .
    Wenn Sie sich nur auf diese AGW-skeptischen Studien einlassen , müssen Sie sich nicht wundern ,wenn Ihnen Sektierertum der wissenschaftsähnlichen Art vorgeworfen wird .

  29. @ Karl Mistelberger

    Sehr geehrter Herr Mistelberger,

    ich empfehle Ihnen diesen Artikel mal zu lesen um zu verstehen.

    http://www.guardian.co.uk/…cepticism-style-guide

    Kurz zusammengefasst wehren sich die Skeptiker gegen die Bezeichnung „Leugner“ aus folgendem Grund:

    That simple, single act, recognizing that the term is erroneous, distasteful due to its holocaust denier connotation, and unrepresentative of the position on climate change of many who simply want the science to be right and reasonable solutions enacted would be a watershed event in mending fences. (Anthony Watts)

    MfG
    D. Eikholt

  30. Antarktis Fehler?

    Ich sehe nur Fehler bei wattsupwiththat.com. Die seriösen NASA- und NSIDC-Meldungen werden aus dem Zusammenhang gerissen und tendenziös umgedeutet. Es lohnt sich, die Quellen und FAQs zu studieren.

    http://nsidc.org/…s/faq.html#wintertimeantarctic
    http://nsidc.org/…haracteristics/difference.html

  31. @Lars

    dankr für den Hinweis, dass es sich lohnen könnte, etwas zu studieren.
    Wäre aber nicht unbedingt notwendig gewesen.
    Bleiben wir kurz bei der Antarktis. Ich kann Diagramme selbt ganz gut lesen, denke ich und ich sehe seit ca. 30a eine leichte Zunahme der Meereisfläche. Die jährlichen Schwankungen sind so groß, dass man statistisch nicht sauber von Signifikanz sprechen kann und wenn, dann nur von einer Zunahme.
    Die Erklärung, die Antarktis würde sich nicht (noch nicht) erwärmen, weil das O3 abgenommen hat, ist doch nicht mehr als eine nette Vermutung. Zum einen ensteht das sg. Ozonloch gerade wegen dem „zirkumpolaren vortex“ und es existiert schon viel länger, als es populär wurde. Die damaligen Bodenmessungen zeigten extrem tiefe Werte in bestimmten Wochen des Jahres (Okt, Frühling über SHK), wurden aber meist als Messfehler interpretiert, bis sie dann von Sat. Messungen bestätigt wurden. Das Ozonloch ist großteils ein natürliches Phänomen und kann nicht dafür verwendet werden, „the lack of warming“ zu erklären. Man verdreht hier Ursache und Wirkung.
    Gerade über der Antarktis müsste durch die tiefen Temperaturen und den geringen Wasserdampfgehalt ein deutliches CO2 Signal zu messen sein, wenn CO2 ein so starkes IR forcing auf bodennahe Niveaus hätte, wie behauptet wird.

  32. Danke für diesen Artikel

    Herzlichen Dank an diese gut lesbare und klare Zusammenstellung der streitbaren Punkte. Ich bin promovierte Kognitionspsychologin, die gerade versucht, sich zum Thema Klimawandel (als komplexes System begriffen, das einen Otto-Normal-Bürger überfordert) einzulesen. Selbst mit dem Verstehen der Diskussion gut herausgefordert, zeigt sie meines Erachtens einen sehr wichtigen Punkt im generellen Geschehen wissenschaftlichen Forschens und seiner Wahrnehmung in der Öffentlichkeit: Die Kluft zwischen HiTech Forschung mit all ihren Errungenschaften und dem Verständnis derselbigen beim Rest der Welt (also alle Nicht-Wissenschaflter) wird immer grösser.
    Da es sich beim KLimawandel zusätzlich um ein emotional besetztes (da letztendlich existenzbedrohendes) Thema handelt, ist die Presserezeption zwar traurig, aber verständlich. Wer die Fakten nicht versteht (wer liest schon 2800 Seiten?), versucht sich eben emotional vor Bedrohung zu schützen (uns wär ja allen lieber, Sie und allemsamt beim IPCC würden sich täuschen). Was m.E. in allen Wissenschaftsbereichen Not tut, ist nicht nur ein Referat für Öffentlichkeitsarbeitum sich gegen unlautere Journalisten zur Wehr zu setzen, sondern eine viel weiter begriffene Schnittstelle, eine Art Übersetzungsleistung im Bindeglied: Wissenschaft – Aufbereitung (Komplexitätsreduktion, Erklärung, Übersetzung in fachtermini-freie Sprache)- Öffentliche Wertschätzung. Was helfen schon alle Erkenntnisse der Welt,wenn man sie vom Elfenbeinturm nicht auf den Boden gesellschaftlicher Realität kriegt? Auch wenn Ihre Beiträge (hier im Blog, Taschenbuecher, usw) einen ersten guten Beitrag leisten, vielleicht mal das der Regierung vorschlagen: Einrichtung von Kommunikationsstellen, die wissenschaftl. Ergebnisse einer EInrichtung für die Veröffentichlung an fachfremdes Publikum aufbereiten. Die Entfremdungstendenz ist übrigens nicht nur bei Klimaforschung zu beobachten, nur interessiert das bei weniger existenzgefährtenden Themen niemanden (wen stört es schon z.B., das verschiedene computationale Modelle zum Kurzzeitgedächtnis für zufällige Buchstabenfolgen zu verschiedenen Vorhersagen kommen?) Insofern ist die Brenzligkeit der Klimadaten nicht nur ihr Fluch, sondern auch ein Segen. Dass soviel Interesse besteht, birgt ja auch die Chance ausserhalb des Elfenbeinturms wirklich was zu bewegen. Viel Glück.
    (ich schreibe aus Argentinien, wo wir das alles noch viel verschärfter haben, da schaut Sie der Lebensmittelverkäufer, dessen 7. Plastiktüte Sie leise fluchend ablehnen, ganz erstaunt an.. KLima…was? gibt´s ein Problem?)

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