Fake News, gehackte Mails & Co – das kennen Klimaforscher längst

Verzerrung und Verdrehung? Falschinformationen? Verschwörungstheorien? Gehackte Mails? Das alles kennen Klimawissenschaftler seit Jahrzehnten. Was man aus den langjährigen Erfahrungen mit Klimapropaganda lernen kann.

Die Welt wacht langsam auf. „Post-truth“ wurde von den Oxford Dictionaries zum Wort des Jahres erklärt. Bei uns ist es „postfaktisch“. Endlich wird bemerkt, wie gefährlich die „Epidemie von Fake News“ (Hillary Clinton) für die Demokratie ist. Die Washington Post warnt, dass der nächste Angriff dem Bundestagswahlkampf gelten wird. Deutsche Politiker diskutieren über eine Selbstverpflichtung der Parteien gegen die Flut der Falschmeldungen.

Hass schüren, Diskurse zerstören, so lange Irrsinniges behaupten, bis niemand mehr die bizarrste Absurdität von der Wahrheit unterscheiden kann.

So beschreibt der Wiener Autor Robert Misik treffend die Strategie der Rechtspopulisten. Ich würde es schlicht Propaganda nennen.

Fake News

Verwirrung der Menschen durch Fake News ist keine Erfindung der Brexit- und Trump-Wahlkämpfe. Zum Beleg hier einige Beispiele für falsche bis irre Behauptungen, mit denen „Klimaskeptiker“ ihr Laienpublikum seit mindestens zwei Jahrzehnten verschaukeln (die Links führen jeweils auf Erläuterungen dazu):

Rahmstorf vom PIK bestätigt: Anthropogenen Klimawandel gibt es nicht!“ (Schlagzeile von EIKE und ExtremNews.) Den Treibhauseffekt kann es gar nicht geben, weil er den 2. Hauptsatz der Thermodynamik verletzt. Treibhausgase kühlen das Klima (bei einer Expertenanhörung im niedersächsischen Landtag). Seit Ende der 1990er Jahre gibt es keine Erwärmung (sagt die AfD). Grönland war im Mittelalter fast eisfrei (meint Herr Vahrenholt). Das Klima hat sich dramatisch abgekühlt, verbreiteten Daily Mail und Breitbart News kürzlich (siehe dazu das folgende Video, in dem die Meteorologin Kait Parker vom Weather Channel dem charmant entgegnet).

Ein Jahrtausendwinter steht bevor. Der Wind kann nicht zur Erwärmung tieferer Wasserschichten beitragen (behauptet einfach mal Die Welt). Die „Hockeyschläger-Kurve“ ist Betrug. Der Meeresspiegel fällt (machte uns Björn Lomborg weis).

lomborg-on-sealevelGrafik: Greg Laden, mit freundlicher Genehmigung

Und überhaupt ist der Klimawandel ein öko-marxistischer Schwindel (schreibt der Oslo-Attentäter Anders Breivik in seinem Manifest – mit Verweis auf gehackte Klimaforscher-Mails.)

Gehackte Mails

Zu den schmutzigen Taktiken im US-Wahlkampf gehörte auch die gezielte Verbreitung gehackter Emails in den Wochen vor der Wahl. Der US-Geheimdienst CIA ist inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass Russland damit gezielt die US-Wahlen zu beeinflussen versucht hat, um Trump zum Sieg zu verhelfen. (Siehe dazu die New York Times: The Perfect Weapon: How Russian Cyberpower Invaded the U.S.)

Das kennen wir. Vor dem Klimagipfel in Kopenhagen 2009 (wo das scheiterte, was dann 2015 in Paris nach 50 Jahren Zaudern endlich gelang: ein globaler Klimaschutzvertrag) tauchten plötzlich zahllose Emails aus 14 Jahren von Klimaforschern auf einem Server im russischen Tomsk auf, die von einem britischen Forschungsinstitut gestohlen worden waren. In britischen Medien wurde damals über die Rolle des russischen Geheimdienstes FSB spekuliert; der britischen Polizei ist es allerdings nie gelungen, die Urheber des Datendiebstahls zu ermitteln. Auf den Klimaleugnerblogs und in vielen Medien wurden die Mails zum „Climategate“ Skandal hochgejazzt und aus dem Zusammenhang gerissene Zitate nach Kräften ausgeschlachtet, um die Klimaforschung zu diskreditieren. Zum Beispiel titelte der Daily Telegraph: „This is the worst scientific scandal of our generation“.

Kleiner Schönheitsfehler des Hypes: in den Klimaforschermails fanden sich partout keine Hinweise auf Fehlverhalten oder Gründe für Zweifel an der globalen Erwärmung, wie volle 8 gründliche Untersuchungen später erwiesen. Das Beste, was die Klimaleugner vorbringen konnten, waren die Ausdrücke „Mike’s trick“ und „hide the decline“ – was so hingedreht wurde, als wollten Klimaforscher verbergen, dass die globalen Temperaturen in Wahrheit fallen. Was bekanntlich nicht stimmt (sie steigen) – und worum es in diesem Zitat auch gar nicht ging, wie der Kontext in der betreffenden Mail sofort zeigt.

Dennoch war die Aktion aus Sicht der Klimaleugner ein grandioser Erfolg bei der Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Das zeigt sich gerade wieder bei einem Interview, das Trump kürzlich der New York Times gab. In den Medien wurde Trump’s Aussage, er sei „offen“, vielfach so gedeutet, dass Trump womöglich seine Position zum Klimawandel überdenken könnte. Tatsächlich aber hat er Folgendes gesagt:

It’s a very complex subject. I’m not sure anybody is ever going to really know. I know we have, they say they have science on one side but then they also have those horrible emails that were sent between the scientists. Where was that, in Geneva or wherever five years ago? Terrible. Where they got caught, you know, so you see that and you say, what’s this all about. I absolutely have an open mind.

Es ist schockierend, dass ein kommender US-Präsident offenbar auf das Propagandamärchen „Climategate“ hereingefallen ist. Ich vermute, dass Trump es tatsächlich nicht besser weiß – bekanntlich hat er schon häufig nachweislich falsche Dinge behauptet, die er „aus dem Internet“ hatte. Doch gehören Leute aus seinem engsten Umfeld (wie Myron Ebell oder der designierte EPA-Chef Scott Pruitt) zu denen, die systematisch solche Fake News über das Klima verbreiten. Selbst die gediegene New York Times titelte zur Nominierung von Pruitt: „Trump Picks Scott Pruitt, Climate Change Denialist, to Lead E.P.A.“ Laut Guardian verleugnen mindestens 9 leitende Mitglieder von Trump’s Team grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel.

Erfundene Zitate

Renate Künast hat gerade Klage eingereicht, weil ihr zwecks Diffamierung ihrer Person ein erfundenes Zitat unterstellt wurde. Auch diese Taktik kennen wir längst: 2011 verbreiteten z.B. ein Klimaleugnerblog und das sogenannte „Europäische Institut für Klima und Energie“ EIKE (schon der Name ist Etikettenschwindel) die Falschbehauptung, ich hätte bei einem von einer Bundestagsfraktion organisierten Fachgespräch „Klimaskeptiker“ mit der deutschen Physik des Dritten Reiches verglichen. Das stimmt natürlich nicht – was durch eine Tonaufnahme der Veranstaltung auch belegt ist. Richtig ist genau das Gegenteil: ich hatte bei diesem Fachgespräch (dessen Thema die Strategien der „Klimaskeptiker“ waren) eine Folie mit zwei Zitaten von EIKE-Mitgliedern über Klimawissenschaftler gezeigt. U.a. mit einem des EIKE-Pressesprechers H.J. Lüdecke, der über mich geschrieben hatte: „diese Aktion von Rahmstorf zeigt Parallelen mit den  Aktivitäten der ‚deutschen Physik‘ im dritten Reich auf“ … (Gemeint war ein Artikel, in dem ich zusammen mit Fachkollegen die Thesen eines „Klimaskeptikers“ sachlich zu widerlegen gewagt hatte). Nachdem mehrere freundliche Aufforderungen, die Falschbehauptung zu entfernen, keinen Erfolg hatten, mussten wir einen Anwalt einschalten (und es wurde für den Urheber der üblen Nachrede teuer). Auf der US-amerikanischen Klimaleugner-Seite Climate Depot von Mark Morano kann man aber nach wie vor die Schlagzeile lesen: „German Warmist Rahmstorf Compares Skeptics’ Science To ‘Aryan Physics Of The Third Reich’“. Zeit und Kraft für juristische Gegenwehr im Ausland hatten wir nicht.

Drohung und Einschüchterung

Ich könnte hier eine lange Liste von Drohungen und Hassmails anführen, doch stattdessen nur vier kurze Beispiele. Nachdem der Astrophysiker Harald Lesch kürzlich in einem Video die Luft aus den Klimaleugnerthesen der AfD gelassen hatte, wurde er mit „sehr hässlichen Hassmails“ überhäuft. EIKE-Beiratsmitglied Lubos Motl ruft im Internet Geheimdienste dazu auf, physisch gegen einen führenden deutschen Klimaforscher vorzugehen „bevor es zu spät ist“, und EIKE-Pressesprecher Lüdecke verteidigt diese Äußerung. Mein US-Kollege Michael Mann bekam Drohungen gegen sich und – schlimmer noch – seine Familie. Es ging bis zu einem Brief mit weißem Pulver, der Mike Mann auf dem Höhepunkt des Anthrax-Alarms per Post zugeschickt wurde und der zur Evakuierung des Uni-Gebäudes durch die Polizei führte. Und in Australien, wo ich im letzten Winter eine Gastprofessur hatte, arbeiten die Kollegen nach anonymen Drohungen in einem verschlossenen Sicherheitsbereich der Uni, den man nur mit Chipkarte betreten kann.

Diese Einschüchterungen zeigen Wirkung. Ich kenne einige (gerade auch jüngere) Kollegen, die sich lieber nicht öffentlich zum Klima äußern, um nicht zur Zielscheibe zu werden.

Zweifel als Produkt

In der Fachwelt gibt es seit langem einen praktisch vollständigen Konsens, dass der Mensch für die globale Erwärmung verantwortlich ist. Die Physik ist verstanden, die Belege sind klar und erdrückend. Wissenschaftliche Akademien und Fachorganisationen aus aller Welt haben sich dazu eindeutig geäußert. Der bei Laien noch verbreitete Zweifel an der Klimawissenschaft ist ein Produkt mit einer Industrie dahinter. Hunderte Millionen Dollar werden jährlich von (meist fossilen) Interessengruppen in „Think Tanks“ gepumpt, die mit selbsternannten Experten und Pseudoexpertisen die Zweifel schüren. Teils sind das dieselben PR-Experten, die zuvor die Schädlichkeit des Rauchens als wissenschaftlich ungeklärt darzustellen versuchten.

Der britische Journalist George Monbiot schrieb kürzlich in einem unbedingt lesenswerten Artikel:

Mir begegnete die Maschine erstmals als ich über Klimawandel schrieb. Die Wut und Abscheu gegenüber Klimawissenschaftlern und Aktivisten erschien mir unverständlich, bis mir klar wurde, dass sie künstlich waren: dieser Hass war gekauft worden. Die Blogger und Institute, die diese Wut schürten, waren durch Öl- und Kohlefirmen finanziert.

Die Firma Exxon wusste durch konzerneigene Forscher schon vor 40 Jahren, wie schädlich ihre Produkte für das Klima sind. In den USA ermitteln derzeit die Staatsanwälte, weil Exxon die Öffentlichkeit systematisch über diese Erkenntnisse getäuscht hat.

Doch Trump, der selbst Beteiligungen an Ölfirmen hält, hat nun Exxon-Chef Rex Tillerson als Außenminister vorgesehen. Tillerson hat von Putin den Freundschaftsorden bekommen und 2012 mit Russland ein Geschäft im Umfang von 500 Milliarden Dollar zur Ölbohrung in der Arktis abgeschlossen, das derzeit wegen der Krim-Sanktionen auf Eis liegt – eines der plausiblen Motive für Putin, im Wahlkampf auf Trump zu setzen. (Zum Größenvergleich: Russlands Militärausgaben lagen 2015 bei 66 Milliarden Dollar.) Trumps Administration dürfte aggressiv das Geschäft mit fossilen Brennstoffen vorantreiben – auf Kosten der Stabilität des Klimas und der unter den zunehmenden Dürren und Extremereignissen leidenden Menschen.

Die Schwemme von bezahlter oder politisch motivierter Propaganda ist nicht nur eine Gefahr für die Demokratie. Sie ist eine Gefahr für die Lebensgrundlagen der Menschheit: ein stabiles Klima, verlässliche Ernten, eine lebensspendende Biosphäre. Sie ist ein Rückfall hinter die Zeit der wissenschaftlichen Aufklärung. Was kann man dagegen tun, und was sollte man eher lassen?

Was nicht hilfreich ist

Die Gefahr ignorieren. Durch Ignorieren geht das Problem nicht weg, Propaganda und Verschwörungstheorien im Internet schwellen dramatisch an, wie der Guardian mit vielen Beispielen und Zahlen belegt. In den sozialen Netzwerken war die populärste Klimastory des letzten halben Jahres nicht etwa ein sorgfältig recherchierter Artikel eines Fachjournalisten, sondern die #fakenews „Tens of Thousands of Scientists Declare Climate Change a Hoax“.

Normalisieren. Wenn etwa ein deutsches Nachrichtenmagazin wie selbstverständlich schreibt: „Das Europäische Institut für Klima und Energie sagt…“ dann halte ich das für eine Lesertäuschung. Die meisten Leser dürften dann glauben, es handele sich bei EIKE um eine ernst zu nehmende Quelle, gar ein Forschungsinstitut. Quellen, die systematisch Desinformation, Diffamierung oder Hass verbreiten sollten nicht wie normale, legitime Diskussionspartner behandelt werden.

Sich wegducken. Man sollte sich nicht aus Angst oder Opportunismus verstecken, wenn die offene Gesellschaft (dazu gehört auch die Wissenschaft) attackiert wird.

Falsche Ausgewogenheit. Als der Propagandafilm „The Great Global Warming Swindle“ (auch im deutschen TV als „Der Klimaschwindel“ gezeigt) mit seinen irreführenden Grafiken, Falschaussagen, fabrizierten Daten usw. im britischen Channel 4 ausgestrahlt worden war, begründete der Sender dies so: „Dies ist ein kontroverser Film, aber wir meinen es ist wichtig, dass alle Seiten der Debatte zu Wort kommen.“ Das ist nur dann richtig, wenn es tatsächlich noch eine ernstzunehmende „andere Seite der Debatte“ gibt, die ehrliche Sachargumente vorbringt. Oder wird bei Berichten über AIDS zwecks Ausgewogenheit immer auch jemand zitiert, der behauptet, AIDS werde nicht durch das HI-Virus verursacht? Das bekannte Problem der „false balance“ in den Medien hat mit dazu geführt, dass nur eine kleine Minderheit des Publikums versteht, dass es einen 97%-Konsens in der Fachwelt zum Klima gibt – eine Mehrheit glaubt fälschlich, die Klimaforscher seien in zwei etwa gleich große Lager gespalten.

Was wir tun sollten

Quellen checken! Um kein leichtgläubiges Opfer von Fake News zu werden, hilft vor allem, die Quellen kritisch zu hinterfragen. Ist eine Meldung von ExtremNews.com oder der Süddeutschen Zeitung? Eine seriöse Zeitung mit professionellen journalistischen Standards und einer zu verteidigenden Reputation ist a priori wesentlich glaubwürdiger – allerdings auch keine Garantie. Auch in Deutschland gibt es Journalisten in Mainstream-Medien, die gerne mal Behauptungen von Klimaleugner-Websites ins Blatt hieven und das (vermutlich) für kritischen Wissenschaftsjournalismus halten. Ich verzichte hier lieber auf die Nennung von Beispielen; Stammleser kennen sie ohnehin. Quellen checken heißt auch: sind zitierte Experten wirklich so renommiert wie behauptet? Das kann man heute dank Internet leicht herausfinden. Ist bei einer Meldung über ein neues wissenschaftliches Resultat eine Studie in einer begutachteten Fachzeitschrift angegeben? Was sagen Medien, deren Kernkompetenz die Wissenschaft ist?

Aufklären. Gegen erfundene Falschmeldungen hilft Aufklärung mit gut belegten Fakten. Auch ein Vorteil des Internets: alles, was ich hier im Artikel schreibe, kann ich mit Links hinterlegen, wo jeder die Belege genauer nachprüfen kann. Bei Aussagen zur Wissenschaft sind die ultimativen Belege in der Regel Studien in der begutachteten Fachliteratur. Wer gegenüber Laien starke Thesen vertritt, sie aber nicht in der Fachwelt durch entsprechende Fachpublikationen zur Diskussion stellt, dem könnte es womöglich mehr um Propaganda als um Wissenschaft gehen. Falschbehauptungen sollten die, die vom Thema etwas verstehen, aktiv kontern (aber ohne dabei den falschen Thesen mehr Prominenz zu geben).

Hintergründe beleuchten. Statt etwa Gruppen wie EIKE wie eine normale Stimme in einer Fachdiskussion zu zitieren, sollte man deren Hintergründe beleuchten. Das ist in den deutschen Medien viele Jahre kaum geschehen. Eines der wenigen positiven Beispiele ist etwa der sorgfältig recherchierte ZEIT-Artikel Die Klimakrieger, wo z.B. auch der oben erwähnte Mark Morano gewürdigt wird.

Patentrezepte dagegen, dass mächtige Interessengruppen (egal ob fossile Energielobby, Trump, Putin oder wer auch immer) durch gezielte Propaganda die Öffentlichkeit täuschen und für ihre Zwecke einnehmen, gibt es nicht. Letztlich können sich nur die Bürger der offenen Gesellschaft selbst dagegen wehren, indem sie sich nicht für dumm verkaufen lassen. Wie sagte Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.

Selbst verschuldet.

Ein Fazit der Leserdiskussion (26.1.2017)

Die angeregte Leserdiskussion unter diesem Beitrag hat aus meiner Sicht bemerkenswerte Erkenntnisse gebracht. Zwei der altbekannten Aktivisten aus der deutschen „Klimaskeptiker“-Szene im Internet haben hier ihre Top 5 der Klimaforscher Fake-News (bzw. „Lügenmärchen“) präsentiert: der langjährige anti-Klimaforschung-Blogger Michael Krüger (vermutlich ein Pseudonym) hier, sowie Michael E hier. Und was konnten sie vorbringen? Nichts außer dem bekannten Himalaya-Fehler im IPCC-Bericht von vor zehn Jahren, wo in einem Regionalkapitel auf Seite 493 des zweiten Bandes eine falsche Zahl aus einer unzuverlässigen Quelle zitiert worden war. Zwei Sätze in einem über 3000 Seiten starken Bericht mussten korrigiert werden. Wie skandalös! Alle anderen Vorwürfe der beiden Herren fielen schon auf den ersten Blick in sich zusammen (siehe meine Antworten unter den Kommentaren). Einen besseren Beleg, dass die Klimaforscher sehr solide Arbeit leisten, konnten Herr Krüger und Herr E. nicht liefern!

Weblinks

The Atlantic: How to Deal With the Lies of Donald Trump: Guidelines for the Media (Kernaussage: Falschbehauptungen klar als solche benennen – und nicht als „umstritten“, „kontrovers“ etc. umschreiben.)

Guardian: BBC climate coverage is evolving, but too slowly (Über das „false balance“ Problem der BBC.)

Das Projekt Climate Feedback leistet regelmäßig eine kritische Kommentierung von Medienartikeln durch Wissenschaftler

Klimafakten.de Seriöse Informationen auf deutsch rund ums Klima – darüber wacht ein wissenschafticher Beirat aus renommierten Forschern zahlreicher Institute

Washington Post: I’m a scientist who has gotten death threats

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

52 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für Ihren Überblick über diese Auseinandersetzung. Außerdem vielen Dank für Ihre informativen Artikel und Einblicke aus Sicht eines aktiven Wissenschaftlers.

    Die Auseinandersetzung ist meiner Meinung nach wirklich schlecht, da durch die ständige Diskussion, um die Realität des Klimawandels und der menschlichen Verursachung, von der wirklich schwere Frage der Transformation der Wirtschaft abgelenkt wurde. Diese Debatte wurde erfolgreich aufgezwungen.
    Unsere Wirtschaft basiert in vielen Teilen auf fossiler Energie und leider ist der Prozess der Energiewende in Deutschland ins Stocken geraten. Die Auseinandersetzung zu diesem Thema, wie die Ablösung fossiler Energie gelingen kann und das weltweit, ist durch die Attacke gegen wissenschaftliche Ergebnisse verzögert worden. Doch genau diese Schwierigkeit müsste gelöst werden.

  2. Vor einigen Jahren habe ich aus einem aktuellen Anlass heraus (Balkankrieg) einen Aufsatz verfasst zu „Krieg und Information“ (1999). Ich habe damals aber nicht damit gerechnet, dass er so schnell an Aktualität gewinnen würde und dass meine Befüchtungen so schnell Realität werden würden:

    Krieg ist Kommunikation mit anderen Mitteln.
    „… Der andere Schlüssel liegt in der Entwicklung, die mit Gutenbergs Buchdruck, mit Bells Telefon und Marconis Funk begonnen hat und sich in der letzten Jahrhunderthälfte lawinenartig fortgesetzt hat: die Loslösung der Information von ihrem physischen Substrat. Sie lässt sich nun beliebig zwischen verschiedenen Medien und zwischen verschiedenen Orten zu jeder Zeit übertragen und vervielfältigen, filettiert aus ihrem Zusammenhang, befreit von lebensnotwendiger Redundanz. Information ist zur Handelsware geworden und hat damit ihre eigentliche Funktion der zwischenmenschlichen Kommunikation eingebüßt. Durch die Eigenheiten mancher Medien wird die Welt abstrahiert bis zur Sinnlosigkeit und auf Schlagworte reduziert, die beliebig missverstanden, missdeutbar und missbrauchbar sind. Es ist keineswegs die Masse der Information, die den Menschen zunehmend Schwierigkeiten bereitet, sondern die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit, die fehlende Eindeutigkeit und die Widersprüchlichkeit, die Unvollständigkeit und Ungenauigkeit, alles in allem ihre schwindende Verlässlichkeit. Die Sprache kann die an sie gestellten Erwartungen nicht mehr erfüllen. Stress und Überforderung sind die Folgen und verleiten zu einer Flucht in die „einfachen Wahrheiten“ von Religionen, Heilslehren und Ideologien. Der Mensch handelt prinzipiell nicht rational auf Grund von Informationen und Fakten, sondern überwiegend „pararational“, d.h. intuitiv, emotional oder präfixiert auf Grund von Illusionen und Assoziationen, die er sich im Verlauf des Lebens durch Wahrnehmungen und Informationen gebildet hat und die von Schlagworten suggestiv ausgelöst werden. Der inflationäre Gebrauch von Superlativen und der tägliche Missbrauch des Wahrheitsbegriffes haben intellektuelle Verflachung und verzerrte Weltbilder zur Folge. Es ist vorhersehbar, dass Ängste, Psychosen, Aggressivität, Gewalt, Amokattacken und Selbsttötungen auf lange Sicht merklich zunehmen werden.“

  3. Guten Rutsch und machen Sie weiter so, Herr Rahmstorf!

    (Vermutlich werden jetzt gleich wieder Beschimpfungen diverser anderer Blogger folgen, aber ich wollte mir das jetzt nicht nehmen lassen!)

  4. Verantwortung abschieben ist das einigende Leitmotiv aller Klimaskeptiker, das habe ich in diesem Forum bereits mehrfach stringent nachgewiesen. Bei Rex Tillerson ist das nicht der Fall, der Mann übernimmt Verantwortung und hat in seinem Leben auch schon etwas Nennenswertes geleistet, deshalb ist er ja auch kein Klimaskeptiker!

  5. Was mir dabei nicht ganz klar ist, verehrter Herr Prof. Rahmstorf:
    Ist das ein Vorgeplänkel mit dem Ziel, Äußerungen von „Klimaskeptikern“ zukünftig verfolgen zu lassen?

    Immerhin verweisen Sie auf die Diskussion, „Fake News“ zu verbieten und bringen als Beispiel (teilweise aus dem Zusammenhang gerissene) Äußerungen von Skeptikern. Muss ich mir Sorgen um die Meinungsfreiheit machen?

    • Lieber Herr Kohl, das kenne ich natürlich: dass man in Ihrer Ecke reflexhaft die Meinungsfreiheit in Gefahr sieht, wenn ich meine Meinung äußere. Wo genau haben Sie jetzt von mir etwas über Verbieten gelesen?

  6. Trotz aller Fake-News, Klimaleugner-Websites und selbst klimaleugnenden Aussagen von Politikern, war die Öffentlichkeit in den OECD-Ländern schon im Jahr 2008 mehrheitlich vom menschengemachten Klimawandel überzeugt.

    Doch trotz der deutlichen öffentlichen Zustimmung zum menschengemachten Klimawandel, selbst in den USA des Jahres 2016 (siehe Pew-Umfrage Public views on climate change and climate scientists) gibt es weiterhin viele Klimaleugner, die sich regelmässig zu Wort melden und in den USA sind inzwischen sogar fast alle republikanischen Politiker lautstarke Klimaleugner. Die Wähler, das einfache Volk also, ist in den USA stärker dazu bereit, den Klimawissenschaftlern bezüglich menschengemachten Klimawandel zuzustimmen, als es die republikanischen Spitzenpolitiker in den USA sind. Hier haben wir einmal eine Umkehr der Verhältnisse: Nicht das gemeine Volk misstraut in den USA den Klimawissenschaftlern vor allem, sondern die Elite der republikanischen Politiker tut das. Wobei allerdings stark konservative republikanische Wähler mit ihren Politikern weitgehend übereinstimmen während Wähler, die sich als liberal demokratisch bezeichnen der These vom menschengemachten Klimawandel heute zu 70% zustimmen womit ihre Zustimmungsrate in den letzten 6 Jahren sogar noch zugenommen hat. Im Jahre 2016 gibt es jedenfalls zwischen republikanischen und demokratischen Wählern einen Zustimmungsunterschied zum Klimawandel von fast 40%.
    Dass in den USA des Jahres 2016 fast alle republikanischen Spitzenpolitiker Klimawandelleugner sind, macht deutlich wie weit die politische Polarisierung in den USA schon fortgeschritten ist. Sie macht nicht einmal vor wissenschaftlichen Erkenntnissen halt. Hier stellt sich die Frage: Glauben republikanische Spitzenpolitiker wie Donald Trump, Ted Cruz, Marco Rubio, Paul Ryan in Bezug auf den Klimawandel wirklich das, was sie sagen oder ist ihre Haltung zur Klimapolitik durch (wirtschafts-)politische Motive erklärbar? Das wird man wohl nie erfahren, wobei man aber durchaus davon ausgehen muss, dass viele Politiker dazu bereit sind, Meinungen aus opportunistischen und komformistischen (bleib auf Parteilinie) Gründen zu vertreten und dass nicht wenige Politiker auf beängstigende Weise verantwortungslos gegenüber der Welt und selbst gegenüber ihrem eigenen Land sind.

  7. Zitat: „Die Welt wacht langsam auf. … Bei uns ist es „postfaktisch“. Endlich wird bemerkt, wie gefährlich die „Epidemie von Fake News“ (Hillary Clinton) für die Demokratie ist.“

    Vorsicht, hierbei handelt es sich keinesfalls um ein Aufwachen der Welt!
    „Postfaktisch“ und „Fakenews“ sind vielmehr Kamfbegriffe aus Regierungskreisen und „Leitmedien“ im „Krieg um die Deutungshoheit“.
    Und um „Fakenews“ in Hülle und Fülle zu finden muss man ja auch nicht in die Sozialen Medien oder zu EIKE schauen, die findet man, wie Sie hier selbst dargelegt haben, auch reichlich in den „Leitmedien“ und das nicht etwa nur beim Thema Klimawandel.
    Noch offensichtlicher, vom „mächtigsten Mann der Welt“ und seinen Helfern(u.a. Geheimdienst) offensiv eingesetzt, und trotz mittlerweile vorliegendem Eingeständnis „nichts gefunden“ nachhaltig erfolgreich ist die „Fakenews“ von den „Massenvernichtungswaffen im Irak“.

    P.S.: Und was auch immer der russische Geheimdienst so alles treiben mag, die US amerikanischen oder deutschen Ausslassungen aus Geheimdienst oder Regierungskreisen zu den diversen Beeinflussungen, gerne durch Putin persönlich, sind glasklar in die Kategorie „Fakenews“ sprich Meinungskampf einzusortieren.
    http://www.der-postillon.com/2016/12/cia-putin-hitler.html
    http://www.der-postillon.com/2016/12/ratgeber-fake-news.html
    http://www.der-postillon.com/2016/12/erdogan-fake-news.html

  8. Die Definition dessen, was „Fake-News“ sind liegt einzig und allein in Händen des-/derjenigen, die die Deutungshoheit haben oder glauben zu haben.
    Folglich besteht die Gefahr, das widersprechende Meinungen mal eben zu „Fake-News“ deklariert werden.
    Ist natürlich in Klimafragen ein probates Mittel 😉

  9. Herzlichen Dank, Herr Professor Rahmstorf, dass Sie sich schon seit vielen Jahren mit sicherlich beachtlichem Aufwand gegen die zunehmende Lawine postfaktischer Behauptungen, speziell den Klimawandel betreffend, stemmen! Bitte machen Sie weiter so, und seien Sie sicher, dass Sie viele Unterstützerinnen und Unterstützer hinter sich haben, wenn auch leider nicht alle sich trauen, das zu zeigen. Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Menschen den Populisten und Propagandisten entschlossen mit entlarvenden Argumenten entgegentreten!
    Schöne Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch!

  10. Zahlreiche Dokumente, aus denen ersichtlich wird, was bei Exxon vor ca. 40 Jahren tatsächlich schon bekannt war, sind im Web öffentlich einsehbar, und der Inhalt mag manchen ja erstaunen. Ein Beispiel, 1978 Exxon Memo on Greenhouse Effect for Exxon Corporation Management Committee.

    Résumé: “June 6, 1978 J. F. Black sent a memo to F. G. Turpin, Vice President of Exxon’s Research and Engineering Company, that included the presentation and text Black made to the Corporation Management Committee in July 1977 after several people requested the prepared text.

    Black notes the general scientific consensus surrounding the likely manner that the global climate is influenced by mankind burning fossil fuels. Black also notes that doubling of carbon dioxide is estimated to increase the average global temperature by 1 to 3 degrees celsius, with a 10 degree celsius warming of the poles; and that more research is needed to examine the validity and significance of the predictions but that mankind has a 5 to 10 year window to obtain the necessary information.

  11. Nicht die Hetzer gegen den Klimakonsens sind wie Galileo, sondern die Klimaforscher werden verfolgt, bedroht und beleidigt. Nicht der Klimakonsens ist Klimakirche, sondern die Pseudoskeptiker erinnern an Inquisitoren, die Galileo wegen seiner Erkenntnisse bekämpften. Nicht bei EIKE & Co sind Helden zu finden, sondern Stefan Rahmstorf und viele andere Klimaforscher und Forscherinnen haben den Mut, sich dem Hass auszusetzen. Meinen Respekt dafür. Soll für mich Ansporn genug sein, wenigstens ein Bisschen Contra zu bieten der botmäßig gelikten Echolalie der abgedroschendsten *Argumente* in den *sozialen* Medien gegen den Fakt, dass der Mensch besser aufhört zu kokeln mit Erdöl und Kohle relativ hurtig.

    • Die Angst der Klimaforscher vor dem Gruppenzwang

      Wissenschaftskollegen hätten ihn nach seinem „GWPF“-Beitritt dermaßen unter Druck gesetzt, dass er die „GWPF“ wieder verlassen habe, auch aus Sorge um seine Gesundheit, hatte Bengtsson am Mittwoch mitgeteilt. Er fühlte sich an die Kommunistenverfolgung in den Fünfzigerjahren in den USA erinnert.

      Es gibt immer 2 Seiten !

  12. Propaganda , so ist es. Das heißt aber auch , daß ihre Wirkung über kurz oder lang verpuffen wird , wie schon die diverser Ideologien zuvor.
    Daher würde auch nicht die Wahrheit an sich ausbrechen , wenn man die Fake-News irgendwie kleinkriegen würde , vielmehr würde sich irgendwas Ähnliches herausbilden.

    Es ist eine alte Seilschaft , die sich da herausbildet , Martin Holzherr hat es gut beschrieben , zwischen „Eliten“ und einer breiten Minderheit in der Bevölkerung , die aus verschiedenen Motivationen heraus den Fortschritt behindern wollen.
    Es gibt aber noch eine weitere Fraktion , die leider erhebliche Vorarbeit leistet – das sind die zahlreichen illiberalen Leute , die sich im liberalen Lager eingenistet haben und dessen Glaubwürdigkeit massiv in den Schmutz ziehen , weil sie ebenfalls nur ihr eigenes Süppchen kochen und damit die offene Gesellschaft überhaupt erst angreifbar machen.

    Fake-News sind keineswegs eine Erfindung derer , die sie offen und primitiv betreiben. Schon seit zwei Jahrzehnten gibt es in Teilen der Medien eine immer größere Tendenz , den eigenen Job nicht mehr zu tun und nur noch den Interessen einer elitären Handvoll Leuten zu dienen.
    Offen gelogen wird dabei nicht so sehr , aber es wird kräftig verzerrt durch Weglassen , falsch Betonen und durch Diffarmierung seriöser Medienkritik , die nicht von rechts kommt.
    In solchen Fällen profitieren immer die unseriösen Kritiker , als vermeintlich letzter Ausweg.

    Die Klimaleugnung hat aber auch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil.
    Die Rechten haben sich damit das falsche Thema rausgesucht und verpassen gerade eine historische Chance. An dieser Stelle ist die offene Gesellschaft zu gut aufgestellt , die Schwachstellen liegen woanders.
    Die Rechten verschwenden hier ihre Ressourcen und das Potenzial , das sie als Kritiker der rückständigen Umweltpolitik hätten.

  13. Herr Rahmstorf, ein aktuelles Schulbuch (!) belegt einwandfrei den Schwindel von der Gefährlichkeit der globalen Erwärmung. Unser dazu erstelltes Video (hier: https://youtu.be/rXIUC867gzo basiert auf Aussagen und Behauptungen der offiziellen Klimaforschung und ist in 5 Tagen bereits 5.000mal aufgerufen worden. In dem Video wird auch dokumentiert, wie Ihr Kollege Schellnhuber eine IPCC-Grafik „manipuliert“, um ein angeblich empfohlenes „2-Grad-Ziel“ im IPCC-Bericht auszuweisen, was in Wirklichkeit im IPCC-Bericht 2013 nicht existiert. Auch wird im Video die „Die Erde hat 2-Grad-Fieber“-Metapher von Schellnhuber als Täuschung der Öffentlichkeit entlarvt. Sie können gerne Kritik am Video äussern, aber bedenken Sie, dass die in unserem Video aufgezeigt werden, in Aussagen und Behauptungen der offiziellen Klimafolgenforschung begründet liegen.

      • Lieber Herr Rahmstorf,
        als Laie mit noch nicht mal Abitur habe ich mir das Video (https://www.youtube.com/watch?v=rXIUC867gzo&feature=youtu.be) reingezogen. Wie so oft eine Stimmungsmache gegen den Klimakonsens, gegen die Medien und gegen Klimawissenschaftler. Für mich abstoßend die Echolalie von wegen ‚Klimakirche, Himalaya-Schwindel, Klima-Apokalyptiker‘ usw.
        Als ein mir neues Argument habe ich wahrgenommen, dass angeblich Klimaforscher und Medien schwindeln, weil sie die „absoluten Temperaturwerte“ unterschlagen. Diese sind auch mit 14,88 Grad unter dem Durchschnitt der gewöhnlich angegebenen 15 Grad globaler Durchschnittstemperatur, von der sich im politischen Konsens nicht weiter als zwei Grad entfernt werden soll.
        Daraus folgt unter nach dem Zitat des Sprechers aus dem Link ab der zwölften Minute: „Es gibt also seit 150 Jahren keinen durch den Menschen verstärkten Treibhauseffekt, weil die 15 Grad bis heute überhaupt nicht überschritten worden sind. Denn die Erde holt vielmehr seit 150 Jahren die globale Abkühlung aus der kleinen Eiszeit auf. Sie werden sich bestimmt fragen: Aber die Medien erzählen doch in den letzten Jahren laufend 2014, 2015, 2016 wären angeblich die wärmsten Jahre. Wie kann das also sein? Jaaa, die Medien täuschen genauso wie in diesem Schulbuch mit der IPPC-Grafik getäuscht wird, in der keine Absolutwerte ausgewiesen werden. So funktioniert Täuschung durch weglassen.“
        Kontext für diese Behauptung ist ein Schulbuch, in dem auf der linken Seite eine Grafik abgebildet ist mit den absoluten Mitteltemperaturwerten. Dazu ist noch eine Skala mit der Zahl der Sonnenflecke. Und eine Temperaturkurve sowie eine Kurve, die zeigt, dass die Zahl der Sonnenflecke nicht mit dem Temperaturanstieg seit der Industrialisierung korreliert. Auf der rechten Seite des Schulbuchs sieht man folgenden Text: „Der natürliche Treibhauseffekt sorgt dafür, dass die globale Mitteltemperatur in Bodennähe von 33 Grad Celsius auf 15 Grad Celsius angehoben wird.“ Damit ist aber nicht die absolute Mitteltemperatur gemeint, sondern die globale Durchschnittstemperatur, wie sie im Diskurs meistens verwendet wird.
        Als Laie würde ich mal sagen, dass es sich hier nicht um Schwindel handelt. Denn auf der linken Seite sind absolute Temperaturwerte angegeben und auf der rechten Seite die globale Durchschnittstemperatur. Vielleicht ist das Schulbuch verwirrend. Die allerhellste Kerze auf der Geburtstagstore mag ich nicht sein. Aber dass es deswegen seit 150 Jahren keinen durch den Menschen verstärkten Treibhauseffekt gibt, weil die 15 Grad bis heute überhaupt nicht überschritten worden sind mit den absoluten Temperaturwerten, die ja auch steigen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade eben die gewollte Desinformation, welche von Möchtegern-Gallileos den Medien und den Klimaforscher vorgeworfen wird. Denn egal, ob man absolute Temperaturwerte angibt oder nicht: 2014, 2015 und 2016 waren die die wärmsten Jahre. Aber mit mehr Wissen könnte ich in den sozialen Medien besser die mir neuen Argumente entkräften womöglich. Deshalb meine Fragen:
        – was genau ist die absolute Mitteltemperatur?
        – warum wird anstatt der absoluten Mitteltemperatur die zumeist globale Durchschnittstemperatur kommuniziert? [meine Vermutung: um Laien nicht zu verwirren.:-)]
        – ist es nicht falsch, dass direkt vor Beginn der Industrialisierung eine kleine Eiszeit war?
        – ist es nicht richtig, dass ohne die Treibhausgasemissionen es wegen der Sonne eher etwas kühler werden müsste?

        Lieber Herr Rahmstorf, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, meinen Respekt vor Ihrer Ar-beit, für Ihre unermüdliche Aufklärung und beste Grüße aus Berlin
        Wolf Niese

    • Klimamanifest_2007: „[…] „manipuliert“ […] angeblich empfohlenes „2-Grad-Ziel“[…], was in Wirklichkeit im IPCC-Bericht 2013 nicht existiert.“

      Wie erklären Sie sich dann, dass in eben diesem IPCC-Bericht 2013 in der „summary for policymakers“ im Kapitel „E.8 Climate Stabilization, Climate Change Commitment and Irreversibility“, Seiten 27&28, unter den Aufzählungspunkten 2&3 steht, ich zitiere:
      „Limiting the warming caused by anthropogenic CO2 emissions alone with a probability of >33%, >50%, and >66% to less than 2°C since the period 1861–1880
      , will require cumulative CO2 emissions from all anthropogenic sources to stay
      between [etc.]“
      „A lower warming target, or a higher likelihood of remaining below a specific warming target, will require lower cumulative CO2 emissions. […]“

      Und: Sind die anderen Aussagen in Ihrem Video genauso „fundiert“?

    • Sehr interessantes Video. Was ich mitgenommen habe
      * die Mitteltemperatur der Erde beträgt ohne menschliches Zutun genau 15,000°C (bei ca. 280 ppm CO2)
      * sie betrug von 1961 bis 1990 bei im Mittel 340 ppm CO2 nur noch 14,0°C

      Ergo: Mit dem CO2 und der Erdtemperatur scheint es sich wie mit der Homöopathie zu verhalten – je niedriger die Konzentration, desto höher die Wirkung.
      Ergo: Alle Messungen der letzten Jahrhunderte sind im Rahmen einer globalen Verschwörung verfälscht, keine Temperatur und kein Meerespegel stimmt, die einzige universelle Weltkonstante sind die o.g. 15,000°C.

  14. Hallo Hr Rahmstorf
    Meine fake news highlights sind:
    -Schellnhuber: in 30 Jahren werden die Himalaya Gletscher abschmelzen https://www.welt.de/debatte/kommentare/article149254589/Schellnhubers-unverhohlener-Antrag-auf-den-Nobelpreis.html

    -Latif: Es wird keine Winter mit Schnee und Eis mehr geben http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/winter-ade-nie-wieder-schnee-a-71456.html

    Bundesregierung: 18000 Fukushima Opfer:
    http://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/5-jahre-fukushima-die-mediale-kompetenzschmelze/

    Club of Rome: Im Jahr 2000 gibt es kein Öl mehr https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums

    Wollen Sie mehr aus meiner Liste?
    Auch dass sie als Kerosin Junkie der die Atmosphäre mit CO2 zuballert permanent auf Exxon & Co Eindreschen ist doch etwas „post-faktisch“.

    Aber was mach ich mir die Mühe? Vermutlich sind sie WIEDER zu feige meinen Kommentar freizugeben.

    Schöne Grüsse

    • Das ist eine ziemlich dürftige Liste.
      1. Der bekannte Himalayafehler. Wie hier bei der KlimaLounge ausführlich berichtet, hatte sich in den über 3000 Seiten starken IPCC-Bericht von 2007 eine falsche Zahl eingeschlichen, die aus einer unzuverlässigen Sekundärquelle zitiert worden war. Wo viele Menschen an einem solchen Riesenreport zusammenarbeiten, können auch Fehler passieren.
      2. Herr Latif hatte damals (vor über 16 Jahren!) geschildert, was Modelle für das Ende des Jahrhunderts vorhersagen. Woher wissen Sie, dass es falsch ist? Das Ding kommt seither auch ständig wieder.
      3. und 4. haben nichts mit Klimaforschung zu tun.
      Sie finden also aus all den Jahren eine wahrscheinlich falsche Aussage aus der Klimaforschung, den lange bekannten Himalayafehler. Schlimm!
      Über meine persönliche CO2-Bilanz können Sie sich übrigens hier informieren.
      Und hier über die Moderationsregeln der KlimaLounge.

    • Lieber Michael E.

      Wenn irgendwer behauptet, das Frau Renate Künast sagte: „Der traumatisierte Junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen.“ , dann sind das „Fake News“. Eine glatte Lüge also. So wie vor kurzem eben geschehen.

      Der Vergleich mit dem Club of Rome hinkt deshalb, weil man damals eine (falsche) Prognose erstellte, von der man aber ausging das diese korrekt sei.
      Man legte entsprechende Daten und Analysen vor, die das ganze sachlich untermauerten.

      Was Sie vergleichen ist auf der einen Seite ein Irrtum/Fehler und auf der anderen Seite eine vorsätzliche Lüge (eben Fake News).
      Wir können uns gerne darüber genauer austauschen, aber grundsätzlich vergleichen Sie hier also Äpfel mit Birnen.

      Ein anderer Aspekt ist, das man den Club of Rom und seine Prognosen, kaum mit dem IPCC und dem Stand der derzeitigen Klimaforschung vergleichen kann.
      Quantität und Qualität der Aussagen, Prognosen und Ergebnisse unterscheiden sich massiv.

      Ich weiß nicht was Sie beruflich machen, ich bin mir aber sicher das es bei Ihnen auch Kollegen gibt, die Ihren Job etwas besser oder schlechter beherrschen als Sie selber. Vielleicht sind Sie auch einer der besten. Aber nur weil Sie oder einer Ihrer Kollegen einen Fehler begangen hat, sollte das doch nichts ausreichen Ihren ganzen Berufszweig in Misskredit zu bringen. Geschweige denn Ihre ganze Arbeit die bis dato korrekt war.

      Außerdem haben Sie auch hier die Situation das Fehler und Betrug zwei verschiedene paar Schuhe sind.

      MfG

      PS

      Ich bin mir sicher das Menschen sich mit Ihrer Meinung eher auseinander setzen würden, wenn Sie diese etwas sachlicher und freundlicher formulieren würden. Seinem Gegenüber Feigheit zu unterstellen oder in als Kerosin Junkie zu bezeichnen, ist nicht gerade sonderlich Gesprächsfördernd.

      Um es mit Ihren Worten zu sagen.
      Wozu macht sich Prof. Stefan Rahmstorf die Mühe mit diesem Blog nicht nur aufklären zu wollen, sondern auch den Dialog zu suchen, wenn andere auf ihn eindreschen und dabei nicht im Mindesten auf seine Argumentation eingehen?!

    • Lieber Namenskollege,

      Ich empfehle Ihnen Schellnhubers Buch „Selbstverbrennung“. Da nimmt er kein Blatt vor den Mund und geht auch auf den Himalaya-Fehler ein.

      Und das Beste: Sie haben dann Infos aus erster Hand und brauchen in Zukunft über den Mann keinen Tratsch mehr weiterverbreiten!

    • Entschuldigung, aber wo genau gibt es im Bericht von Meadows „Die Grenzen des Wachstums“ 1972 an den Club of Rome eine Aussage, dass es im Jahr 2000 kein Öl mehr gibt? Verwechseln Sie da was mit „Global 2000“ (steht in jedem grün-alternativen Haushalt, hatte ich also nie in der Hand) oder gar mit der Hubbert`schen Peak-Oil-Hypothese (die ich nach wie vor für argumentativ konsistent halte)?

      Was Fukushima angeht, da finde ich das Spiegel-Interview mit dem japanischen Ex-Premier Kan „Die Frage war, ob Japan untergeht“

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/ex-premier-ueber-fukushima-die-frage-war-ob-japan-untergeht-a-1056836.html

      für interessanter als die i.d.R. doch etwas einfach gestrickten „Einblicke“ des Herrn Tichy.

    • Für unsere Region in Südwestdeutschland hatte Latif bisher völlig Recht. Der letzte richtige Winter mit Kälte UND Schnee war der 1996/97 mit einer Gesamtschneehöhe von ~60 cm. Seither war es in wenigen Wintern z.B. 2010 trockenkalt, ansonsten eher regnerisch. Die Gesamtschneehöhe betrug in keinem Jahr nach 1997 mehr als 15-20 cm, in 5 Wintern war sie sogar = 0. Auch für 2016/17 erwarte ich wie im Vorjahr 0 cm Schnee.

    • >> Aber was mach ich mir die Mühe? Vermutlich sind sie WIEDER zu feige meinen Kommentar freizugeben. <<

      Sagt Michael E. in sicherer anonymer Deckung.

  15. Sehr guter Artikel – vielen Dank. Ich bin der Meinung, man muss die Propagandisten, die massenhaft Falschmeldungen verbreiten mit ihren eigenen Waffen schlagen.

    Die Herrschaften setzen bots ein, die Falschmeldungen streuen!
    Also müssen wir bots einsetzen, die Fakten massenhaft streuen !
    Warum bauen wir keinen Bildschirmschoner, der Leerlaufzeiten eines Rechners nutzt, Fakten mit Quellen-Verweis postet ?

    Das einzige, was wir anpassen müssen ist die Sprache der Überschrift. Diese muss im BILD-Style sein. Hier dürfen wir keinesfalls eine falsche Zurückhaltung an den Tag legen.

    Wenn es mal wieder ein Starkregenereignis wie in Braunbach gibt, darf es in der Überschrift nicht wissenschaftlich korrekt heißen:
    „Ist das eine Auswirkung des Klimawandel ?“
    sondern
    „Klima spielt verrückt – Braunbach ist der Beweis !“
    Natürlich muss im Text darauf verwiesen werden, dass ein einzelnes Ereignis nicht als Beweis taugt, sondern nur die statistisch nachgewiesene signifikante Steigerung von Extremwetter-Ereignissen.

    Besonders angenehm ist mir der Gedanke nicht, aber wir dürfen die Stammtische nicht den Propagandisten.

    • Das wäre genau falsch , man darf sich deren Spiel nicht aufzwingen lassen , das können die sehr viel besser.
      Es mag irgendwie altbacken klingen , aber gute Inhalte sind immer noch das beste Mittel.
      Da krankt es an einigen Stellen der „offenen Gesellschaft“ , nicht jedoch beim Klimathema.
      Der Stammtisch ist ohnehin nicht zu retten , man sollte ihn weder bekehren wollen noch sollte man ihm folgen , sondern ihn politisch ausschalten.

      • Da ist etwas falsch verstanden worden. Ich möchte keine falschen Inhalte verbreiten, sondern Fakten in griffiger Form – und das massenhaft.

        Ein Beispiel aus einem verwandten Thema:

        Permanent hören wir in den Medien, dass sich Regierung und Atomkonzerne auf einen Kompromiss zur Übernahme der Kosten wegen dem Atomausstieg geeinigt haben.

        Das ist Propaganda pur, die weithin unwidersprochen bleibt, hingenommen wird. Bei der Bevölkerung wird hängen bleiben, der Atomausstieg hat uns zig Milliarden Euro gekostet.

        Die Wahrheit ist:
        Die Kosten zur Atommüllbehandlung (Lagerunger, Be- und Überwachung) sind nicht durch den Ausstieg, sondern durch den Einstieg in die Atomstromproduktion entstanden. Darauf muss man massenhaft mit griffigen Überschriften hinweisen.

        • Das Beispiel zeigt aber auch , daß die Propaganda hier wenig bringt , die Haltung in der deutschen Bevölkerung ist an dieser Stelle sehr skeptisch.

          Im Fußball heißt es oft , „eine Mannschaft habe sich das Spiel vom Gegner aufzwingen lassen“.
          Das würde auch passieren , wenn man selber boulevardeske Medienformen wählen würde , u substanzstarke Inhalte zu transportieren.
          Im Schreien ist die unseriöse Seite gut , es wäre fatal , sich dieses Milieu selber anzueignen.

  16. Die Regierung will mit aller Härte gegen die Meinungsfreiheit vorgehen, Herr Kohl, jetzt heißt es handeln:

    Berlin (dpa) – Bundesjustizminister Heiko Maas hat die Ermittlungsbehörden und Gerichte aufgefordert, die verleumderische Verbreitung von Falschnachrichten etwa in Sozialen Netzwerken hart zu ahnden.
    „Verleumdung und üble Nachrede sind nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. Das muss die Justiz auch im Netz konsequent verfolgen“, sagte der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“. Bei übler Nachrede und Verleumdung einer Person des öffentlichen Lebens drohten bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. „Den rechtlichen Rahmen sollten wir konsequent ausschöpfen.“

    Der scheidende EU-Parlamentspräsident Martin Schulz verlangte eine europäische Regelung gegen die Verbreitung von Falschmeldungen im Internet. Wenn eine freiwillige Selbstverpflichtung nicht ausreiche, müsse „der Gesetzgeber tätig werden – und zwar nicht nur national, sondern europäisch“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ich bin dafür, die Opfer zu schützen in einer strafbewehrten Form.“ Sogenannte Fake News sollten für Unternehmen wie Facebook „richtig teuer werden, wenn sie die Verbreitung nicht verhindern“.

    Die Bundestagsfraktionschefs von Union und SPD, Volker Kauder (CDU) und Thomas Oppermann (SPD), wollen nach der Weihnachtspause über Regelungsmöglichkeiten sprechen. Anlass sind eine Zunahme falscher Nachrichten in Deutschland und die Erfahrungen aus den USA: Im US-Wahlkampf hatten gefälschte Nachrichtenartikel, die zumeist zugunsten des künftigen Präsidenten Donald Trump ausfielen, Hochkonjunktur.© dpa

    • Herr Neuthe, was ich persönlich an dem Gesetzesvorschlag kritisiere ist, dass man es nur auf Menschen des öffentlichen Lebens beschränkt. Denselben Persönlichkeitsschutz hätten aber alle Menschen verdient. Davon abgesehen, wir sollten einfach zur Kenntnis nehmen, dass üble Nachrede und Verleumdung ein Unding in öffentlichen Diskussionen sind, wie auch in Internetforen. Wenn man auch gegen Urheber falscher Nachrichten vorgehen will, kann ich das genau verstehen. Juristisch gesehen wird es allerdings wohl schwierig, wenn man einen Vorsatz nachweisen will. Dann könnte auch schlechte Recherche vorgeschoben werden.

  17. ist das richtig ?

    „Seit über 100 Jahren glauben Forscher, dass Kohlendioxid für den Treibhauseffekt verantwortlich ist.
    Effekt ließ sich bisher im Labor simulieren, aber nicht in der Natur messen.
    US-Forschern gelang jetzt der Nachweis.“
    „Dieser Effekt sei außerhalb des Labors noch nie vermessen worden, betonen die Wissenschaftler um Daniel Feldman vom Lawrence Berkeley National Laboratory (US-Staat Kalifornien)“

    https://www.youtube.com/watch?v=RC80XNvyeNom.focus.de/wissen/klima/klimaschutz/endlich-bewiesen-forscher-messen-treibhauseffekt-durch-co2_id_4507677.html

  18. Hassmails und Fake News (Falschmeldungen) sind zwar unschön aber harmlos. Ein riesiges Problem ist dagegen, wenn Kriminelle sämtliche gespeicherten Daten eines Unternehmens, einer Forschungseinrichtung, einer Behörde mit Schadsoftware vernichten (eine Art Cyberware des organisierten Verbrechens) oder geschickt ein Geldkonto abräumen – die
    Möglichkeiten sind für versierte Kriminelle sehr groß. Dies sind die Hauptgefahren des Internets und es wird immer schlimmer. Falschmeldungen stellen, wenn überhaupt, nur ein Problem bei naiven oder denkfaulen Personen dar und dies war schon immer so.
    Die Älteren unter Ihnen werden sich vielleicht noch daran erinnern, wie
    nach dem 2. Weltkrieg eine Radiosendung in den USA über die Landung von Marsbewohnern eine Massenhysterie auslöste. Dies konnte man auch schon damals als einfältig bezeichnen. Daher mein Reden seit 1918, dass
    man versuchen sollte, selbstständig zu denken und nicht nur Phrasen nachzuplappern – dies gilt auch für beide (nicht nur für eine) Parteien in der Klimadebatte !

    • „Falschmeldungen stellen, wenn überhaupt, nur ein Problem bei naiven oder denkfaulen Personen dar und dies war schon immer so.“

      Sehr geehrter Herr Denzer, kann man diese Aussage auf diejenigen beziehen, die selbst Falschmeldungen produzieren? Weil davon kenne ich einige.

  19. „Diese fiktive Reportage soll bei ihrer Erstausstrahlung am 30. Oktober 1938 an der Ostküste der USA eine Massenpanik ausgelöst haben – ob dies tatsächlich der Fall war, ist zweifelhaft. Einiges spricht dafür, dass diese bis heute oft kolportierte Darstellung eine Erfindung der Boulevardpresse war.“

    Es geht doch nichts über Wikipedia! Kam aber neulich auch schon im Radio in „Der Tag und seine Geschichte“ auf BR1, dass diese bekannte Story in Wahrheit eine reine Ente war.

  20. Pingback: Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning beharren auf Abkühlung » KlimaLounge » SciLogs - Wissenschaftsblogs

    • Tja, Herr Krüger. Sie hätten Ihren Artikel mal lieber „Lügenmärchen über Klimaforscher“ genannt.

      Zu Ihrem Märchen 1: Nein, die NASA hat nicht eine eisfreie Arktis schon im Jahr 2013 für denkbar gehalten. Das war ein Forscher der US-Marine, und der prominenteste NASA-Klimatologe (und mein RealClimate Bloggerkollege) Gavin Schmidt hat das damals sofort als unbegründet zurückgewiesen.

      Zu Ihrem Märchen 2: Nein, ich habe mich keineswegs zum Thema Golfstromsystem dementiert. Eine Abschwächung des Systems habe ich seit jeher für wahrscheinlich gehalten, ein komplettes Versiegen dagegen für sehr unwahrscheinlich (bis zu 10%). Genau das sagen die von Ihnen gelisteten Zitate. Anscheinend können Sie nicht zwischen diesen beiden Dingen unterscheiden? Ich empfehle: regelmäßig KlimaLounge lesen, dann könnten Sie es.

      Zu Ihrem Märchen 3: Sie vermischen die Zeitskalen. Langfristig werden die Winter durch den wachsenden Treibhauseffekt auch bei uns deutlich wärmer; das schließt aber nicht aus, dass die überlagerten natürlichen Schwankungen (Aussage von Latif über die Phase der Nord-Atlantischen Oszillation) auch einige kältere Winter bringen können. Über kürzere Zeiträume (10-20 Jahre) können die schwer vorhersagbaren natürlichen Schwankungen lokal dominieren. Nichts daran ist ein „Lügenmärchen“, das ist einfach Stand der Forschung. Über die nächsten Wochen können ja auch Wetterschwankungen dominieren, und trotzdem sind wir sicher, dass es bei uns über die nächsten sechs Monate deutlich wärmer werden wird.

      Zu Ihrem Märchen 4: Wenn Prof Schellnhuber sagt: „Wir müssen uns auf einen Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter noch in diesem Jahrhundert einstellen“, dann gibt er schlicht den Sachstand der Meeresspiegelforschung korrekt wider. Das Gleiche sagt der letzte Bericht des IPCC, und eine systematische Befragung von 90 führenden Meeresspiegelexperten ergab das gleiche Ergebnis. Ihr „Gegenbeweis“, dass der Anstieg derzeit nur 3 mm/Jahr beträgt, ignoriert die Tatsache, dass der Anstieg sich (a) in der Vergangenheit beschleunigt hat und (b) sich bei weiterer Erwärmung weiter beschleunigen wird. Je wärmer es wird, desto schneller schmilzt das Kontinentaleis. (Das können Sie auch mit Eis aus Ihrem Gefrierfach nachprüfen.)

      Zu Ihrem Märchen 5: Wenn James Hansen einen „“Runaway Greenhouse Effect” für möglich hält, entbehrt das keineswegs jeder wissenschaftlichen Grundlage sondern es gibt eine lebendige Diskussion auch in der Fachliteratur dazu – siehe z.B. diesen aktuellen Artikel aus Scientific American sowie 2000 Fachpublikationen zu diesem Suchstring bei Google Scholar. Ich halte diese Gefahr selbst für zum Glück äußerst gering – aber dass Sie das für unmöglich halten macht es nicht zu einem Lügenmärchen, wenn einige Forscher dies für möglich halten. Genausowenig wie es ein Lügenmärchen ist, wenn James Hansen auf Dauer höchstens 350 ppm CO2 in der Atmosphäre für tragbar für die Menschheit hält. Dass wir inzwischen schon darüber liegen belegt nicht, dass die jetzige CO2-Menge auf Dauer tragbar wäre, und z.B. nicht zum Totalverlust des Westantarktischen Eisschildes und damit zu mehreren Metern Meeresspiegelanstieg führen wird.

      Danke für die schöne Illustration der Tatsache, dass man auf „Klimaskeptiker“-Websites vor allem Unsinn und unbegründete persönliche Angriffe auf Wissenschaftler zu lesen bekommt. Und wenn Sie als langjähriger „Klimaskeptiker“-Aktivist nichts Besseres finden konnten, als diese erfundenen „Top 5 Lügenmärchen der Klimaforscher“, dann ist das der beste Beweis, dass die Klimaforschung hervorragend dasteht!

  21. @ Michael Fischer :
    Herr Fischer, die Wahrheit liegt in der Mitte : von den 12 Millionen Zuhörern,
    die besagte Radiosendung 1938 gehört haben, sind natürlich nicht alle in
    Panik geraten. Aber es waren dennoch viele und die Polizei musste durch
    Aufklärung viele Zuhörer(innen) beruhigen. Mein Anliegen war es, darzustellen, dass Fake News keine neue Erscheinung sind sondern schon immer existierten und dass man durch Überdenken von Behauptungen
    es häufig (natürlich nicht immer) vermeiden kann, auf Falschmeldungen hereinzufallen ! Ich hatte mich übrigens in meinem o.a. Kommentar verschrieben : statt „nach dem 2. Weltkrieg“ mußte es natürlich „vor dem
    2. Weltkrieg heißen“ !

  22. Tatsache ist, dass die moderate Erwärmung aus der Kleinen Eiszeit heraus von knapp 1°C für uns alle von großem Vorteil ist, nur eine dramatische, beschleunigte weitere Erwärmung könnte das Blatt irgendwann wenden. Das heutige Klima schlecht zu reden, ist absurd!
    https://www.youtube.com/watch?v=TCy_UOjEir0

  23. @ Claudia :
    Danke für den Link ! An die anderen Kommentator(inn)en : bitte sehen Sie sich das Video im Link von Claudia an !. Wenn ein Nobelpreisträger Kritik äußert, sollte man dies in jedem Fall ernst nehmen und nicht aus was für Gründen auch immer auf seiner Meinung beharren – dies wäre
    unwissenschaftlich ! Ich wünsche Ihnen allen jetzt :
    Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr

  24. „Wenn ein Nobelpreisträger Kritik äußert, sollte man dies in jedem Fall ernst nehmen und nicht aus was für Gründen auch immer auf seiner Meinung beharren – dies wäre unwissenschaftlich !“

    Sehr geehrter Herr Denzer, ich finde Ihr Argument beeindruckend. Denn, wenn ein Nobelpreisträger sagt, man müsse die globale Erwärmung ernst nehmen und können als menschliche Gesellschaft nicht einfach so weiter machen, dann beharren viele trotzdem auf ihre Meinung und nehmen es nicht ernst.

  25. Als Ergänzung.

    Die Washington Post berichtet groß über: „Russian operation hacked a Vermont utility, showing risk to U.S. electrical grid security, officials say“
    https://www.washingtonpost.com/world/national-security/russian-hackers-penetrated-us-electricity-grid-through-a-utility-in-vermont/2016/12/30/8fc90cc4-ceec-11e6-b8a2-8c2a61b0436f_story.html

    Forbes schreibt dazu: „‚Fake News‘ And How The Washington Post Rewrote Its Story On Russian Hacking Of The Power Grid“
    http://www.forbes.com/sites/kalevleetaru/2017/01/01/fake-news-and-how-the-washington-post-rewrote-its-story-on-russian-hacking-of-the-power-grid/#284d516c291e

    Lieber Herr Rahmstorf, bitte lassen sie sich von der scheinbaren Analogie zw. Climategate Hacks und HRCs/DNC Email Leaks nicht dazu verleiten die Fake-News der Clinton Seite zu glauben. Alle Seiten arbeiten mit den gleichen Methoden, wenn es zu ihrer Agenda past. Politik hat nichts mit wissenschaftlicher Forschung und ihren Prinzipen der Überprüfbarkeit und Reproduzierbarkeit gemein. Vielmehr basiert politischer Erfolg auf singulären Ereignissen und ihrer Auschlachtung zu eigenen Zwecken.

    MfG
    A. Debus