Extrem heiß!

Extreme Hitze nimmt weltweit stark zu – das zeigen Auswertungen der Messdaten. Diese Zunahme ist eine logische Folge der globalen Erwärmung.

Europa erlebt derzeit die zweite große Hitzewelle dieses Sommers. Am 5. Juli wurde laut Deutschem Wetterdienst eine in Deutschland nie zuvor gemessene Temperatur erreicht: 40,3 °C in Kitzingen. Doch bereits einen Monat später, am 7. August, wurde dieser Jahrhundertrekord erneut eingestellt. Die Washington Post sprach von einer historischen Rekordhitzewelle. Wie die folgende Grafik zeigt, liegt der Schwerpunkt der Temperaturanomalie heute über Osteuropa.

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Abb. 1 Temperaturabweichung vom Mittelwert 1979-2000. Quelle: Climate Reanalyzer

Bei einer einzelnen Hitzewelle mag man noch darüber spekulieren, ob sie vielleicht einfach dem Zufall des Wettergeschehens geschuldet sein könnte. Schaut man die Temperaturdaten jedoch in ihrer Gesamtheit an wird sofort klar, dass extreme Hitze seit Jahrzehnten systematisch und stark zunimmt. Das zeigt die folgende Grafik.

2014-05-13_series_obs-sigma

Abb. 2 Prozentsatz der globalen Landfläche, auf der die Monatstemperaturen eine, zwei oder drei Standardabweichungen über dem örtlichen klimatischen Mittelwert 1950-1980 lagen. Zwei Standardabweichungen (orange) könnte man als „sehr heiß“ bezeichnen, drei Standardabweichungen (dunkelrot) als „extrem heiß“. Quelle: Coumou and Robinson 2013.

Danach war es von 1950-1980 in jedem Monat typischerweise auf 1 bis 3 % der Landfläche sehr heiß (orange), inzwischen trifft dies auf 10 bis 20 % der Landfläche zu. Extrem heiß (rot) war es bis 1980 fast nie, inzwischen herrschen ständig auf einigen Prozent der Landfläche solche außergewöhnlichen Bedingungen.

Diese Zunahme extremer Hitze ist leicht mit dem globalen Erwärmungstrend zu erklären. Nehmen wir einmal folgendes an: der Mittelwert der Temperatur steigt wie beobachtet, die zufälligen Wetterschwankungen um diesen Mittelwert herum bleiben dagegen unverändert. D.h. die statistische Verteilungsfunktion der Temperaturen verschiebt sich in Richtung wärmer, behält aber ihre bisherige Form. Dann kann man leicht ausrechnen, in welchem Ausmaß Hitzeextreme zunehmen sollten. Die beobachtete Zunahme ist konsistent mit dieser einfachen Annahme.

Welche Rolle spielt der (übrigens zuerst von unserem Institut vorhergesagte) El Niño, der derzeit im tropischen Pazifik herrscht? Ein Blick auf Abb. 2 legt nahe, dass sich in Jahren nach einem El Niño Hitzeextreme besonders häufen, z.B. 1983, 1998 und 2010. Andererseits ist auch offensichtlich, dass El Niño hier nicht der dominante Effekt ist. So hat der El Niño 2005 praktisch keine Spuren in der Statistik hinterlassen. Und in den Jahren 1950-1980, in denen es natürlich auch viele El Niño Ereignisse gegeben hat, gab es nie so viel Hitze wie heute schon in jedem „normalen“ Jahr ohne El Niño. Der Hauptgrund für die aktuelle Häufung von Hitze ist also schlicht die von uns verursachte globale Erwärmung.

 

Weiterführende Links

Eine Analyse der Häufigkeit von monatlichen Hitzerekorden liefern Coumou et al. 2013. Dort zeigen wir, dass solche Rekorde heute bereits rund fünfmal so oft auftreten, als dies durch Zufall in einem stationären Klima der Fall wäre.

Unser Spektrum-Artikel „Klimarekorde“

Nature Climate Change: „A decade of weather extremes“

 

Literatur

  1. D. Coumou, and A. Robinson, "Historic and future increase in the global land area affected by monthly heat extremes", Environ. Res. Lett., vol. 8, pp. 034018, 2013. http://dx.doi.org/10.1088/1748-9326/8/3/034018

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

150 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. bis auf wenige Verschwörungstheoretiker wird auch niemand behaupten, dass die anthropogene Anreicherung der Atmosphäre mit Treibhausgasen nicht zur globalen Erwärmung beiträgt. In Folge treten auch mehr „Hitzetage“ auf, je nach Definition und Region.

    Die interessante Frage ist freilich, wie hoch ist der natürliche Anteil im Vergleich zum anthropogenen-
    Wir kennen dazu auch die Graphiken aus den IPCC Reporten, welche den globalen T Trend über das 20. Jahrhundert als „flat line“ ohne Steigung zeigen, sofern man vulkanische Ereignisse… eliminiert und das Treibhausgas Forcing aus den Modellen entfernt. Die Erwärmung bis knapp Mitte des Jahrhunderts von rund 0,4°C geht in diesen Modellen fast völlig unter. Auch das zeigt die Schwächen der Modelle deutlich auf.

    Nun beginnen viele dieser Klimareihen nach der kältesten Klimaepoche der letzten fast 10.000 Jahre, der sg. Kleinen Eiszeit, wo teils recht gut bekannte und unbekannte „Klimatreiber“ für eine ausgesprochen kühle Witterung sorgten, welche zumindest auf der NHK in weiten Teilen zu stark unterkühlten und feuchten Sommern führten und den Menschen viele Probleme bereitet haben.

    Seit über 100 Jahren wird eine Nordverlagerung der Klimazonen (NHK) beobachtet. Das Subtropenhoch mäandert über europäischen Längengraden über das Sommerhalbjahr Richtung Norden. Wir verzeichnen gerade die letzten Dekaden einen deutlichen Anstieg des Luftdruckes, der Sonnenscheindauer und als konsistente Folge muss auch die Temperatur über Land dabei ansteigen, wenn eben deutlich mehr Sonnenstrahlung absorbiert wird. Siehe dazu z.B. die HISTALP Klimareihen.
    Ich würde mich freuen, wenn von der Klimawissenschaft wieder Beiträge erscheinen, welche natürliche, dekadische Klimavariationen nicht außer Acht lassen oder maßlos unterdrücken.

    MfG chze

    • Sie liefern hier eine sehr verzerrte Darstellung der Realität – dekadische Klimavariabilität wird überhaupt nicht unterdrückt sondern ist ein großes Thema in der Klimaforschung. Nur die Schlussfolgerungen, die die Forscher ziehen, scheinen Ihnen nicht zu gefallen – nämlich dass der anthropogene Anteil an der Erwärmung seit 1950 dominant ist. Der IPCC-Bericht grenzt den natürlichen Anteil in diesem Zeitraum auf maximal – 0,1 bis + 0,1 °C ein (er kann natürlich auch negativ sein, z.B. wegen der fallenden Sonnenaktivität).

      • richtig, die Schlussfolgerungen gefallen mir ganz und gar nicht. Weil es keine ausreichenden Erkenntnisse dazu gibt. Man kann doch nicht einfach hergehen, und mit „Stellschrauben“ zur Sonnenaktivität, zu El Nino, La Nina, Vulkanismus…natürliche Klimaschwankungen modellieren. Was dabei raus kommt, habe ich oben bei „flat line“ angesprochen.

        Sehr eigen finde ich auch die Vorstellung, dass eine seit einigen Jahren leicht „schwächelnde“ Sonne zu einer Abkühlung beitragen könnte. Das solare Forcing ist in einigen Studien zwischen LIA und heute so marginal unterschiedlich, dass man damit auf direktem Wege so oder so keine messbaren Klimaänderungen erzeugen könnte. Auch hier gröbste Unterschiede und Unsicherheiten, siehe z.B diese Studie:
        Fröhlich 2000 aktual., Wagner u.a. 2007
        https://www.zamg.ac.at/cms/de/images/klima/bild_ip-klimawandel/klimasystem/antriebe/2-2-5_1_solarkonstante
        An der Oberfläche über 1W/m² Differenz, das ist um Faktoren mehr, als in auch von ihnen verwendeten Studien. Kann man dann einfach so sagen, wir wissen ausreichend genau über dieses Forcing bescheid?

        Wenn das solare forcing die letzten Jahre etwas schwächer sein sollte, als vor 1-2 Dekaden, ist es immer noch höher, als vor einigen Dekaden und durch die Trägheit des Systems, insbesondere der Ozeane, wo die Sonnenstrahlung weit eindringt und im Mittel zu über 90% absorbiert wird, so kann die Erwärmung auch nach einem Maximum länger anhalten, wie Europa nicht am 21 Juni am wärmsten ist, sondern im Juli, August. Dieses Forcing ist immer noch deutlich höher, als vor vielen Dekaden, das ist wesentlich entscheidender, als kurzfristige Schwankungen und wir wissen offensichtlich nicht, wie groß dieses wirklich ist und von irgendwelchen indirekten Einflüssen (Wolken, Cloud Projekt CERN etc) reden wir noch gar nicht.
        MfG chze

        • Korrekt ist, dass die Abschätzungen der Amplitude der vergangenen Sonnenschwankungen erheblich divergieren. Das heißt aber nicht, dass man mit „irgendwelchen Stellschrauben“ irgendetwas modelliert, sondern der Ansatz ist, diese Unsicherheit systematisch zu berücksichtigen indem man das Klimamodell mit den verschiedenen publizierten Varianten durchrechnet, wie wir es z.B. in Feulner&Rahmstorf getan haben.
          Aktuell schätzen die Astronomen die Stärke der Sonnenschwankungen am unteren Ende dessen ein, was so früher so publiziert wurde: http://www.rtcc.org/2015/08/11/astronomers-trash-sunspot-theory-of-global-warming/
          Die dominante Schwankung der Sonnenaktivität ist der ca. 11-jährige Schwabezyklus, dessen Effekt auf die globale Temperatur nur rund 0,1 Grad beträgt -das ist schon ein deutlicher empirischer Hinweis darauf, wie schwach der Effekt von Sonnenschwankungen ist.
          Es gibt eine thermische Trägheit der Ozeane, aber die Vorstellung, dass die globale Temperatur aufeinmal 30 Jahre nach dem Höhepunkt der Sonnenaktivität deshalb noch zu steigen beginnt und auch 60 Jahre danach immer noch ansteigt ist schlicht Unsinn.

          • ich weiß es nicht, vielleicht können sie das besser abschätzen, mit dem solaren Forcing bzw. mit der Trägheit. Wenn es jahreszeitlich Wochen bis Monate sind, wie ist es dann auf dieser klimatologischen Skala?

          • Die thermische Trägheit (die hauptsächlich vom Ozean kommt) ist natürlich mithilfe von Klimamodellen untersucht worden, eine aktuelle Studie ist die von Caldeira und Myhrvold 2013 (http://iopscience.iop.org/1748-9326/8/3/034039/article). Nach einer abrupten stufenförmigen Änderung im Antrieb sind in den Modellen nach 30 Jahren typischerweise 60-80% der Reaktion der Oberflächentemperatur erfolgt. Aus zwei Gründen ist dies ein absolutes unteres Limit was die Reaktion des Klimas auf einen Anstieg der Sonnenaktivität bis 1950 betrifft. (1) Die Klimamodelle überschätzen höchstwahrscheinlich die thermische Trägheit, weil der Ozean dort aufgrund der groben Gitterauflösung zu stark durchmischt ist. Das weiß man durch Vergleich mit hoch aufgelösten Ozeanmodellen, die aber noch zu viel Rechenaufwand erfordern, um sie routinemäßig in gekoppelten Klimamodellen zu verwenden. (2) Die Sonnenaktivität ist nicht plötzlich im Jahr 1950 angestiegen sondern sehr allmählich in den Jahrzehnten zuvor. Ich würde also davon ausgehen, dass bestimmt 90% der Temperaturreaktion auf diesen Anstieg bis zum Jahr 1980 vorbei war, als die globale Erwärmung im ernst erst begann. Der Anstieg der Sonnenaktivität vor 1950 hat also zur Erwärmung ab 1980 praktisch nichts beigetragen.

          • danke für diese Informationen.

            Ich denke, auch beim direkten solaren Forcing wäre es kein Fehler, einfach ca. 30 jährige Mittel heran zu ziehen. Dabei wird deutlich, dass die letzten zwei dieser Zeit Fenster etwa gleich auf liegen und sich signifikant von den Dekaden bis Jahrhunderten davor abheben. Die Amplitude sei mal dahingestellt, ich kann nur das eine mehr glauben, als das andere und habe keinen Zugang, diese Fragen eigenständig zu beurteilen.

            Wie sie schreiben, sind sicherlich auch die Oberflächen Temperaturen der Ozeane interessant, aber was passiert mit der Thermohalinen Zirkulation? Das ist ja genau eine ihrer Expertisen, wenn ich ihren Lebenslauf korrekt interpretiere. Was kann über Jahrzehnte und länger mit dem Klima passieren, wenn wir einen Zeitraum von mind. 50 Jahren hatten, wo die ozeanische Absorption von Sonnenstrahlung deutlich höher war, als wahrscheinlich tausend (e) Jahre davor. Oder anders, kann nicht diese tief eindringende Strahlung mehr zu der geschätzten Energieaufnahme der Ozeane bis etwa 2000m (700m) Tiefe beigetragen haben, also der nun etwas nachhinkende IR Strahlungsfluss von der Oberfläche Richtung All?
            MfG chze

        • Meine Meinung dazu: Man sollte nicht so ohne weiteres alles glauben, was man als Diagramm angeboten, vor allem nicht, wenn darauf „merkwürdige Zufälle“ zu sehen sind. Die 3 Diagramme bei zamg.ac.at sind mir ein gutes Beispiel dafür.
          1. Finde ich es sehr ambitioniert, über 7009 Jahre die Sonneneinstrahlung beinahe jahrgenau auf deutlich besser als +-0,1% genau anzugeben. Das wäre statthaft wenn der zufällige Fehler jedes Messpunktes kleiner etwa +-0,01% wäre. Ist das wirklich so genau rekonstruierbar?
          2. Von den 7009 Jahren sind 6977 rekonstruiert, lediglich 32 per Satellit gemessen. Und genau zu Beginn der Satellitenmessung beginnt die Sonne wieder mit nahezu deckungsgleiches 11jährigen Zyklen „als hätte sie von der Entwicklung der Satellitentechnik gewusst“. Hat sie natürlich nicht, umso interessanter wäre es, mehr über die Datenbasis der 6977 Jahre Rekonstruktion zu erfahren.

  2. Nicht nur heisser sondern auch variabler werden die Sommer gemäss The role of increasing temperature
    variability in European summer
    . Es sollen also vermehrt regnerische und kühle Sommer mit sehr heissen Sommern abwechseln. Da ja Starkniederschläge auch zunehmen scheint diese Prognose nicht abwegig. Sommer mit Starkniederschlägen und Überschwemmungen sind im allgemeinen eher kühl. Schon im nächsten Sommer kann dann wieder ein neuer Hitzerekord aufgestellt werden.

  3. Das amerikanische Militär bereitet sich auf ein Jahrhundert der Klimakatastrophen und Ölkriege vor, man wird auch weiterhin auf fossile Energie setzen, weil man die wirtschaftlichen Interessen der westlichen Welt nicht gefährden möchte:

    7.8.2015 – Pentagon prepares for century of climate emergencies and oil wars

    US Army research reveals the military’s latest strategies to safeguard the global fossil fuel system from threat of scarcity and climate disruption.

    The US Army is preparing for a new era of war for oil

    While energy has always played a role in military conflicts, US military experts believe the geopolitics of energy, land and water is increasingly central to who rules, or ruins, the world.

    Two research documents published in recent months by the US Army reveal the military establishment’s latest thinking in startlingly frank terms. The research not only lends credence to environmental warnings about how climate change will fuel political instability, but also vindicates concerns about how looming resource shortages could destabilise the global economy.

    … Fossil fuels are here to stay

    The SSI report contains significant tensions with the US Army’s proposed energy security strategy. A paper by Karen Smith-Stegan, Professor of Renewable Energy and Environmental Politics at Jacobs University in Bremer, Germany, warns that there are major risks with an energy strategy centred on renewables, largely due to China’s monopoly on rare earth minerals critical for solar panels, wind turbines, electric cars and batteries.

    The report does, however, take note of ongoing US Army and Pentagon efforts to increase resilience and efficiency, while reducing the military’s energy and resource footprint.

    But this is against the backdrop of protecting US interests in a global system that, the report presumes, will remain heavily dependent on fossil fuels for the foreseeable future.
    “Burgeoning demand in China, India, and across the developing world may cause oil prices to remain stubbornly high, increasing the cost of fuel-intensive military operations in remote, austere environments,” the report warns.
    It predicts not just continuing, but intensifying dependence on fossil fuels across the global economy.

    Demand in poorer, developing countries will be met mostly with fossil fuels, “exacerbating human-induced climate change and potentially intensifying the effects of natural disasters. Additionally, as fossil fuel production in the Western hemisphere expands exponentially, there will be corresponding increases in global fossil fuel movements.”

    Increased vulnerability to terrorism and natural disasters will accompany “more traditional state-versus-state security competition over limited fossil fuel resources,” especially among poorer countries…

    http://www.blacklistednews.com/Pentagon_prepares_for_century_of_climate_emergencies_and_oil_wars/45538/0/38/38/Y/M.html

    Möchte jemand was dazu sagen? Mir fällt langsam nicht mehr viel ein… ausser vielleicht:

    Good luck!

      • @Stefan Rahmstorf

        Nun ja, das Thema ist extreme Hitze- und bei solchen Meldungen über das Pentagon ist damit zu rechnen, dass es künftig noch wesentlich heisser wird, nicht wahr? Während wir kleinen Leute uns den Kopf zerbrechen, wie man dem Klimawandel am besten begegnet, ist für die USA längst klar „Fossile Fuels are here to stay“- ehrlich gesagt komme ich mir angesichts der Realpolitik langsam ziemlich lächerlich vor…

      • @Stefan Rahmstorf

        Wissen Sie, was das Fatale ist? Ich kann die USA bzw das amerikanische Militär verstehen. Es geht um den unbedingten Erhalt des globalen Status Quo. Der militärisch-industrielle Komplex (Eisenhower lässt grüssen) wird sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Was ist das Wichtigste, um den Status Quo in einer waffenstarrenden Welt zu erhalten? Richtig:

        Waffen, Militär, Flugzeugträger, Panzer, Kampfflugzeuge usw usw usw. Die kann man nichtmal eben mit Windkraft, Solarenergie oder gutem Willen antreiben, da braucht es Öl, Öl und nochmals Öl. Öl ist die Lebensenergie des militärisch-industriellen Komplex. Und das gilt nicht nur für die USA, das gilt für sämtliches Militär der Welt. Allein das amerikanische Militär ist übrigens einer der grössten Ölverbraucher der Welt.

        Wohin man auch schaut, die Katze beisst sich an allen Ecken und Enden selbst in den Schwanz. Um die globalen Probleme wirklich langfristig zu lösen, müssten die reichen und mächtigen(?) Industrienationen vorneweg vom Saulus zum Paulus, vom revolverschwingenden Welteroberer zum Blumenkind mutieren. Wer die Weltherrschaft will, der muss nunmal Gewalt anwenden und Gewalt macht nunmal Dreck. Man kann nicht beides haben:

        Die gewaltmässige Ausbeutung von Erde und Mensch und gleichzeitig eine saubere, gesunde Umwelt- eine solche Quadratur des Kreises, eine solche Hybris werden auch die emsigsten Technologie-Experten nicht bewerkstelligen.

  4. Die Nennung einer einzelnen Stadt wie Kitzingen finde ich nun doch nicht so sinnvoll, vermutlich entwickelt sich auch dort städtebaulich und mikroklimatisch einiges zum Negativen, mehr Flächenversiegelung, Asphalt, weniger Grün, mehr Autos und so weiter. Das ergibt sicherlich einen messbaren Temperatureffekt!

    • Das ist ja nur ein einzelner vom DWD genannter Rekordwert. Selbstverständlich ist die globale Erwärmung durch Temperaturzeitreihen belegt, aus denen der städtische Wärmeinseleffekt sorgfältig herauskorrigiert ist – dazu gibt es jede Menge Fachliteratur. Kitzingen ist aber auch nur eine kleine Gemeinde von 20.000 Einwohnern, da dürfte das keine Rolle spielen.

    • @Jürgen Bucher

      Diese Entwicklungen gibt es überall in deutschen Städten und tragen ganz sicher zu einer Verschärfung der Situation bei , sind aber nicht zu trennen von der Gesamtproblematik , weil sie Teil des fehlenden , allgemeinen Bewußtseins sind.
      Auch der Sparzwang der Kommunen spielt dabei eine wesentliche Rolle , und der ist wiederum Teil der verfehlten Gesamtpolitik , die kein Stück Weitblick mehr an den Tag legt.

      • Diese Entwicklungen gibt es überall in deutschen Städten und tragen ganz sicher zu einer Verschärfung der Situation bei , sind aber nicht zu trennen von der Gesamtproblematik , weil sie Teil des fehlenden , allgemeinen Bewußtseins sind.
        Auch der Sparzwang der Kommunen spielt dabei eine wesentliche Rolle , und der ist wiederum Teil der verfehlten Gesamtpolitik , die kein Stück Weitblick mehr an den Tag legt.

        Wenn ich mir die globalen Strukturen so ansehe, dann hatte Sisyphos es leicht im Vergleich zu Herrn Rahmstorf et al. Das gesamte System müsste vom Kopf auf die Füsse gestellt werden. Man hofft immer noch darauf, dass die Wirtschaft, die „unsichtbare Hand des Marktes“ die anstehenden Probleme lösen wird… Manchmal frage ich mich, ob da überhaupt noch irgendjemand am Ruder sitzt oder ob die Maschine längst ohne ihre Herren einfach immer weiterläuft 😎

        • Den Markt würde ich noch nicht abschreiben , allerdings nicht in der „netten“ Form. Die Explosion von Lebensmittelpreisen könnte mit die erste Auswirkung sein , die wir im Westen direkt zu spüren bekommen . Nachdem wir die Katastrophen in anderen Teilen der welt erfolgreich ignoriert haben.

          • Die Explosion von Lebensmittelpreisen könnte mit die erste Auswirkung sein , die wir im Westen direkt zu spüren bekommen . Nachdem wir die Katastrophen in anderen Teilen der welt erfolgreich ignoriert haben.

            So wirds kommen. Man hatte wohl gedacht, man könne die Gewinne der Globalisierung einstreichen und die Kosten einfach ignorieren bzw „externalisieren“- ein fataler Irrtum. DIe Erde ist nunmal rund, what goes around comes around.

  5. Pingback: Update on climate models and heat waves [Greg Laden's Blog] | Gaia Gazette

  6. Nochmal zum Thema Sonneaktivität. Dazu schreibt sinexx: „Klimawandel: Doch kein Einfluss der Sonnenaktivität?
    Vermeintlicher Anstieg entpuppt sich als Methodikfehler bei der Sonnenfleckenzählung
    Die Sonnenaktivität hat weniger Einfluss auf die aktuelle Klimaerwärmung als angenommen. Denn ausgerechnet die Zeitreihe der Sonnenaktivität, die für einen Anstieg sprach, enthielt offenbar methodische Fehler, wie die Internationale Astronomische Union (IAU) berichtet. Nach einer Neukalibrierung der Methode geben nun historische Sonnenflecken-Beobachtungen keinerlei Hinweis mehr auf einen signifikanten Anstieg der solaren Aktivität seit Beginn der Industrialisierung.“

    Der ganze Text ist hier: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19176-2015-08-10.html

    • Die Sonnenaktivität variiert in Bezug auf die von der Sonne abgestrahlte Energie sowieso nur sehr wenig. Der Einfluss des Sonnenzyklus und der Sonnenaktivität auf das irdische Klima sollte deshalb sehr gering sein. Selbst wenn man das variable Sonnenspektrum mit zeitweise deutlich höherem UV-Anteil hinzunimmt, sind maximal 0.1 bis 0.2 Grad Einfluss auf die Oberflächentemperatur zu erwarten.

  7. Korrigierte Version meines Kommentars von vor wenigen Minuten

    Lieber Herr Rahmstorf, liebe Kommentator(innen),
    abgesehen von El Nino und La Nina und der globalen Durchschnitts-temperatur werden hier nur Temperaturbeispiele aus Europa genommen – trotzdem mein Lob für die gute und diesmal auch zivilisierte Diskussion im Forum ! In Indien beklagt man jährlich über 1000 Hitzetote – dieses Jahr sogar bereits 2000. Für die Klimahistoriker unter Ihnen dürfte auch die Tatsache interessant sein, dass 1834 auf der Nordhalbkugel auch ein sehr heißer Sommer war (relativ kurz nach der Kleinen Eiszeit) – außerdem möchte ich im eurasischen Raum an den Steppensommer 1947 erinnern. Jetzt eine Frage an die Experten : was sind Ihre Bemerkungen zu 1983, 2003 und 2015 im Vergleich – ich bin mal gespannt auf Ihre Antworten !

    • Hallo Herr Denzer, schön, dass Sie wieder „an Bord“ sind. Mein Beitrag mag unmaßgeblich sein, aber wenn ich aus den von Ihnen genannten Jahreszahlen die zeitlichen Abstände bilde, komme ich auf 113, 36, 20 bzw. 12 Jahre. Immer kürzere Zeiträume zwischen den Hitzewellen, das finde ich schon bedenklich!

  8. Pingback: "Medium Rare" – Probability of a Super-Sized El Nino Grows | Eco Friendly Business Info

  9. > Jürgen Bucher, 12. August 2015 17:38
    > Die Nennung einer einzelnen Stadt wie Kitzingen finde ich nun doch nicht so sinnvoll, vermutlich entwickelt sich auch dort städtebaulich und mikroklimatisch einiges zum Negativen, mehr Flächenversiegelung, Asphalt, weniger Grün, mehr Autos und so weiter. Das ergibt sicherlich einen messbaren Temperatureffekt!

    A study has been undertaken to analyze the behavior of record high and low values
    of temperature since the early 1950s for 30 locations spread across Europe. When establishing
    the ratios of the number of record Tmax to record Tmin values in each year, it is seen that there
    is a sharp increase in these ratios in the most recent decade.

    http://www.unige.ch/climate/Publications/Beniston/CC2015.pdf

    • Hallo Olga!

      Es gab Zeiten, da habe ich den Spiegel gern gelesen. Allerdings, seitdem sich der Spiegel permanent als Klimaskeptiker- bzw Leugner outete, sich mit halbgaren Attacken gegen Herrn Rahmstorf und seriöse Klimaforschung blamierte und in dem Käseblatt mehr BMW- und Mercedes- Werbung als alles andere zu finden ist, verzichte ich voll und ganz auf den Spiegel 🙂 Rudolf Augstein dreht sich permanent im Grab rum, fürchte ich…

      MfG,
      Nemesis

  10. Pingback: Das Beste der Woche – Lesetipps zum Samstag › Digital Diary – Claudia Klinger

  11. Extrem heiß!

    naja, global 0,32°C über dem Klimamittel und regional mal zu warm, mal zu kalt. Völlig unspektakulär.

    • Und Sie werden jetzt natürlich auch begründen, warum das „völlig unspektakulär“ ist, Sie müssen ja irgendwelche objektiven Beurteilungsmaßstäbe haben. Außerdem werden Sie sicherlich den Beweis antreten, dass alle weiteren zu erwartenden Erwärmungstendenzen erdsystemmäßig völlig problemlos sind (oder ggf. gar nicht eintreten werden).

      Ich bin der Auffassung, dass wir den Klimawandel wissenschaftlich so weit verstanden haben, dass jegliche Begründungs- und Beweislast (für konträre Schlussfolgerungen oder Skeptiker-Positionen) komplett auf Ihrer Seite liegt.

      Schauen Sie sich übrigens mal bei http://www.swisseduc.ch den Gletscherschwund an!

      • Nein Herr Bucher,

        ich denke nicht, dass die langfristige Erwärmung keine gröberen Probleme verursachen wird, nur ist die bisher eingetretene wenig spektakulär, im Gegenteil, sie ist z.B. im Alpenraum ein schon häufig dagewesenes Ereignis. Oben hat das „wettercafe“ ganz gut beschrieben, lesen sie einfach.
        Wir finden heute bäume an einigen Gletschern, welche in der Römerzeit, der MWP und weit früher im Holozän dort gewachsen sind, wo heute noch Eis liegt.
        der Gletscherschwund war in den Alpen zwischen ca. 1920 und 1950 dramatischer als heute. ok, damals waren sie auch noch tiefer gelegen und weit größer als heute, aber egal.

        Die Winter in den meisten Regionen der Alpen sind die letzten 30 Jahre und knapp 1 grad kälter geworden, die Sommer dagegen haben sich noch kräftiger erwärmt, um gut 1,5 grad und im Jahresmittel ist der Trend auch weiter steigend. Wir erkennen hier deutlich den Einfluss natürlicher Klimaschwankungen und diese werden leider von vielen Menschen vernachlässigt oder peinlichst kleingemacht. man weiß viel zu wenig über die Feedbacks und co2 alleine kann bei einem anstieg von 300 auf 400ppm nur wenige 1/10 grad an Erwärmung ausmachen, das wissen sie sicher.
        heute wird alles auf anthropogen geschoben, jedes Wetter, jede Witterung und jede Klimaänderung. Das ist falsch!

        Die USA mit seinem Klimahelden Obama haben soeben Ölbohrungen in der Arktis genehmigt. sie sehen also, wohin der Hase wirklich läuft….

        • @Rudolf Klar

          Die USA mit seinem Klimahelden Obama haben soeben Ölbohrungen in der Arktis genehmigt. sie sehen also, wohin der Hase wirklich läuft….

          So ist es. Das Pentagon hat kürzlich verlauten lassen „Fossil Fuels are here to stay“ (angeblich wegen den armen, hungernden Menschen in der sog. 3. Welt) und das amerikanische Militär bereitet sich auf ein Zitat „Jahrhundert der Klimakatastrophen und Ölkriege“ vor. Der angebliche Klimaheld Deutschland steht übrigens auch nicht wirklich besser da. So what… wir haben ja noch sooooo viel Zeit… oder?

  12. Es gibt übrigens immer wieder Leute, die mir sagen, das mit dem Klimawandel sei doch nur “rote Propaganda” 🙂 Mit derlei “Argumenten” wird die Debatte um den Klimawandel hübsch politisiert^^ Allerdings, dummerweise schert sich die Natur nicht um Politik. A propos “rot”:

    Wer sich traut und der WIRKLICHKEIT ins holde, rote Antlitz schauen möchte, der wage einen Blick auf den DÜRRE-Monitor Deutschland:

    http://www.ufz.de/index.php?de=33328

    Das sieht doch wirklich praktisch flächendeckend hübsch ROT aus. Dürre scheint nicht mehr nur in Kalifornien oder Afrika ect ein Thema zu sein…

    • […]wage einen Blick auf den DÜRRE-Monitor Deutschland:[…] Dürre scheint nicht mehr nur in Kalifornien oder Afrika ect ein Thema zu sein…[…]

      Im Weltwasserbericht der UNESCO, (Siehe PDF-Seite 25) Ist Deutschland in derselben Farbe wie Spanien eingezeichnet als „Vulnerability“:

      http://unesdoc.unesco.org/images/0023/002318/231823E.pdf

      Demnach ist sogar Portugal und Italien besser dran als Deutschland. Kann das sein?

      […] http://www.ufz.de/index.php?de=33328
      Ja, Aber April 2014 war sogar noch roter.

      • Nichts für ungut, meine ehemalige Deutschlehrerin von vor 40 Jahren hätte erstmal gesagt „Farben darf man nicht steigern“ – ich mache es trotzdem immer wieder gern 😉

        In der Tat, April 2014 ist wesentlich roter als Juli 2015, das ist aber nicht gleichbedeutend damit, dass der Boden absolut gesehen trockener war. Die Farbstellung bezieht sich auf die Bodenfeuchtigkeit relativ zu den identischen Zeiträumen der Vorjahre. Und weil diese im Juli jedes Jahr relativ niedrig ist, obwohl Juli und August vielerorts die regenreichsten Monate im Jahr sind.

      • Und dennoch gibt es genügend Leute in Deutschland, die die Fakten recht gelassen sehen, nach dem Motto “ Rot ist nicht gleich rot in verschiedenen Ländern, Dürre ist sehr relativ“ und “ El Nino heizt den Pazifik nicht auf, im Gegenteil, er kühlt ihn ab. Cool oder?“:

        http://tinyurl.com/o9mxdyc

  13. Betr. Abb. 2

    ES wäre interessant, auch zu erfahren, auf welchem Anteil der Landfläche die Temperatur unter der globalen Mitteltemperatur lag. Aus der Graphik ist ja nur zu ersehen, dass die Temperatur auf dem übergroßen Anteil der Landfläche nicht mehr als 1 Sigma über der Mitteltemperatur lag. Das sagt nicht viel aus. Im übrigen hielte ich es für besser, wenn bei der in der Abbildung behandelten Fragestellung die Temperaturabstände in Grad Celsius angegeben würden und nicht in Einheiten der Standardabweichung, unter der man sich so ohne weiteres ja nichts vorstellen kann.

    • Die Standardabweichung ist ein Maß dafür, wie selten und ungewöhnlich eine Temperatur ist, und darum ging es in dieser Fachpublikation. Man kann das nicht einfach in eine Temperatur übersetzen, weil diese an jedem Ort der Erde anders ist. In den Tropen sind z.B. die Schwankungen generell viel kleiner als in mittleren Breiten, sodass eine Standardabweichung in den Tropen einer kleineren Temperaturanomalie entspricht. Trotzdem kann man natürlich genau so eine Grafik machen, die zeigt, welcher Teil der Landfläche 1 °C, 2 °C oder 3 °C über oder unter dem Mittelwert liegt. Karten dieser Anomalien finden Sie für jeden einzelnen Monat z.B. auf der GISTEMP Website der NASA.

  14. Liebe Kommentatoren und Kommentatorinnen,
    zunächst möchte ich Jürgen Bucher für den netten Willkommenskommentar danken und mich dafür mit einer Buchempfehlung bedanken, für das sein Autor Bill Bryson vor 10 Jahren den Descartes Preis der Europäischen Union verliehen bekam – da dieses Buch für alle Kommentator(inn)en von Interesse sein wird und da darin unter anderm auch Wärme und Atmosphäre sehr
    gut beschrieben werden, richtet sich dieser Kommentar nicht nur an Jürgen Bucher sondern an alle Teilnehmer(innen) in diesem Forum :

    Bill Bryson „Eine kurze Geschichte von fast allem“ (Taschenbuchausgabe von 2005 kostet 10 €)

    http://www.buecher.de/shop/weltraum/eine-kurze-geschichte-von-fast-allem/bryson-bill/products_products/detail/prod_id/12427507/

  15. Hallo Olga, Hallo Nemesis,
    der Artikel aus dem Spiegel, den Olga ausgesucht hat, ist gar nicht mal so schlecht. Der Autor
    Axel Bojanowski ist zwar nur Diplom-Geologe, hat aber mit Gabriel Vecchi (NOAA) eine gute Korrespondenz. Generell muss man auch sagen, dass bei einer vor 2 Jahren durchgeführten Befragung von 11oo Klimaforschern die meisten davon mit der Berichterstattung in den Medien
    zufrieden waren – leider muss man auch vermerken, dass fast alle Wissenschaftsjournalisten keine wirklichen Klimaexperten sind. Ihr beide habt doch Humor : Wenn man die CDU als
    schwarzen Körper betrachtet, die alles absorbiert, bei welchen Parteien (Linke = tiefrot, SPD = rot, Grüne = grün und FDP = gelb) sind dann in Bezug auf Emissionen die heißesten und die coolsten
    Typen ?

    • @Dr. Horst Denzer

      … der Artikel aus dem Spiegel, den Olga ausgesucht hat, ist gar nicht mal so schlecht. Der Autor Axel Bojanowski…

      Und beim nächsten kalten Winter ruft der Spiegel dann wieder die neue Eiszeit aus. Sorry, mit dem Spiegel bin ich fertig. Auch der Name Axel Bojanowski ruft in mir nicht wirklich Begeisterung hervor.

      … dass bei einer vor 2 Jahren durchgeführten Befragung von 11oo Klimaforschern die meisten davon mit der Berichterstattung in den Medien zufrieden waren…

      Tatsächlich?! Also ich werde erst dann mit der Berichterstattung in den Medien zufrieden sein, wenn auf allen Kanälen 24Std. am Tag nichts anderes mehr berichtet wird, denn erst dann hat der Klimawandel den Stellenwert in den Medien, den er verdient. Präsident Obama hat übrigens kürzlich auf die Frage, weshalb der Klimawandel in den Medien derart unterrepräsentiert sei, geantwortet:

      “ Nackte Angst.“

      Wenn man die CDU als schwarzen Körper betrachtet, die alles absorbiert, bei welchen Parteien (Linke = tiefrot, SPD = rot, Grüne = grün und FDP = gelb) sind dann in Bezug auf Emissionen die heißesten und die coolsten Typen ?

      Ich persönlich stehe sämtlichen Parteien gleich fern, denn die Politik wird nicht von Parteien/Politikern bestimmt, sondern allein vom Geld- „GELD regiert die Welt“, das ist eine Binsenweisheit.

  16. Kaum jemand wird bezweifeln, dass die Treibhausgase eine Temperatursteigerung bewirken, unsicher ist jedoch die Größe der CO2-Sensitivität. Dass Hitzerekorde auch bei geringen Sensitivitäten zu erwarten sind, ist trivial. Die Aussagen der Modellierungen zu CO2-Sensitivität sind zur Zeit eher „nicht widerlegbare“ Hypothesen.

  17. Kann man denn aufgrund erforschter physikalischer Zusammenhänge und Gesetze und auch mit Hilfe von Experimente denn nicht wenigstens die Frage beantworten, wie stark ceteris paribus die Temperatur steigt, wenn der CO2-Gehalt, sagen wir, um 100 ppm zunimmt? Und das könnte man denn doch als Klimasensitivität definieren?

    • Da dies vom Strahlungstransfer in der Atmosphäre abhängt (letztlich von der Höhe, aus der die Strahlung ins All entweicht, und dem vertikalen Temperaturgradienten in der Troposphäre) können Sie das nicht im Labor nachstellen.

  18. Herr Klar, Ihre Antwort (siehe weiter oben) ist wieder einmal bemerkenswert unpräzise formuliert („wir finden heute“, „in den meisten Regionen“ etc.), vage Vermutungen und selbst aufgestellte Beurteilungsmaßstäbe („ich denke nicht“, „Das ist falsch!“, usw.). sind keine ausreichenden kausalen Begründungszusammenhänge. Diese Vorgehensweise zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Ihrer bisherigen Diskussionsbeiträge!

    Ich bin selbst ein Laie in diesen Themengebieten, aber ich will – und das unterscheidet uns voneinander – Dingen exakt und in einem konsistenten Gesamtzusammenhang auf den Grund gehen. Es ist äußerst problematisch, sich von einem bereits feststehenden Endergebnis her selektiv Daten präsentierend sozusagen zurückzubegründen.

    „Wir erkennen hier deutlich den Einfluss natürlicher Klimaschwankungen“ – nein, erkenne i c h zumindest nicht ohne weiteres! Welche Ursachen für Bäume an Gletschern in der Römerzeit usw. und die erwähnten 1,5 Grad usw. könnte es denn ganz generell geben? Waren die behaupteten Zusammenhänge auf der ganzen Welt so? Sie müssen endlich globale und regionale Phänomene argumentativ unterscheiden lernen. Was ist z.B. mit den Niederschlägen, die sind doch bei Gletschern immer analytisch zu berücksichtigen? Auf welche Untersuchungen stützen Sie sich, solche historischen Daten zu erheben muss doch unfassbar schwierig sein? Welche der potentiellen Einflussfaktoren können Sie mit welchen Begründungen ausschließen?

    Im Prinzip frage ich bereits nach dem von Ihnen verwendeten glaziologisch-klimatischen Erdsystemmodell (was wirkt wie wann weshalb auf was warum mit welchem Ergebnis?) – ohne geht nämlich gar nichts.

    Jetzt mal ganz unabhängig von Ihnen: „Measurement without theory“ ist sozusagen eine Kernessenz der gesamten Skeptikerbewegung. Dadurch wird Spielraum eröffnet für schier unbegrenzt sinnloses Herumkorrelieren und die ganze scheinheilige Dauernachfragerei, die sich selbstverliebt in irrelevante Details verästelt. Auf eine kritische Gegenfrage habe ich von denen übrigens noch nie eine Antwort bekommen!

    • Herr Bucher,

      googlen sie z.b nach Patzelt oder Nicolussi et al und sie werden etliche Studien finden, welche sich mit dem alpinen Klima beschäftigen und wo nachgewiesen wurde, dass die Baumgrenzen zu ca. 273 der Zeit über das holozän höher lagen, als heute und die Gletscher teils wesentlich kleiner waren, als aktuell.
      Diese zeitriehen passen zudem ganz gut mit jenen aus Grönland und anderen Teilen der NHK zusammen und es ist sonnenklar, dass zumindest über das warme Halbjahr ein deutlich wärmeres Klima geherrscht haben muss, die Winter T sind dabei nicht zu bestimmen, weil sie fast gar keinen Einfluss auf Gletscher bzw. Baumgrenzen haben.
      Auch heute sind die Sommer viel wärmer, als zu Beginn der Messreihen zum Ende der kleinen Eiszeit die Winter allerdings sind in der großen Alpeneregion (HISTALP) seit knapp 50 Jahren nicht weiter milder geworden und Alpen sich über die letzten 30a sogar um knapp 1 Grad abgekühlt. gleichzeitig posaunen einige Alarmmisten vom ende des Wintersports in den alpen oder sehen diesen in die höchsten Regionen weichen. tzzzz und noch dazu sind die Schneefälle über 1000m, dort wo Skilauf beginnt, eher häufiger und stärker geworden, als zb. in den späten 80ger und 90ger Jahren. das ist Klimatologie, nicht ein pauschales wegsehen und natürliche Klimavariationen bewusst zu unterdrücken oder wegzuzaubern.

      • Hallo Herr Klar, ich habe vermutlich eine gewisse Affinität zur Glaziologie abbekommen, seit ich vor 25 Jahren einmal in eine Spalte des Oberaargletschers gefallen bin (sowas ist jedenfalls eine prägende Erfahrung). Ich wäre durchaus geneigt, mich etwas intensiver mit der Thematik „Klima und Gletscher“ zu befassen – um vom „Neuling“ zum „fortgeschrittenen Anfänger“ (Wikipedia: „Kompetenzstufen“) zu mutieren.

        Jetzt erklären Sie mir aber bitte vorher (und zwar wissenschaftlich ambitioniert), was Sie eigentlich unter einer „natürlichen Klimaschwankung“ verstehen. Ist das Kausalgesetz bei diesem Phänomen ausgeschaltet? Hat das etwas mit der „Unschärferelation“, dem „großen Attraktor“ oder dem „Schmetterlingseffekt“ zu tun?

        Spaß beiseite! Ich vermute, dass Sie ohne Definitions-Bezug zu einem physikalisch konsistenten Erdsystemmodell schnell in diverse Schwierigkeiten kommen werden!

        • richtig Herr bucher,
          denn diese Schwierigkeiten bestehen immer noch und wenn viele Wissenschaftler so weiter machen, wie die letzten 10-20 Jahre, dann wird diese Grundlagenforschung eben erst dann wieder forciert werden, wenn der AGW Hype nachlassen sollte. Was aber wohl sehr lange dauern könnte und somit für spätere Generationen das sein wird, was die Generationen vor uns für wissenschaftlich wertvoll hielten. Ein Forcing aus einem CO2 Antrieb zu modellieren ist ja relativ einfach und wie Prof. Rahmstorf so treffend schreibt, ist es zwar unmöglich zu berechnen, wo im „Kochtopf“ die Blasen aufsteigen, aber in Summe wird er wärmer, wenn man Energie zuführt.
          Die Probleme dabei sind offensichtlich, trotz globaler Erwärmung gibt es Zonen, wo selbst der 100a Trend negativ ist (siehe hier bei Klimalounge) oder das „nesting“ in RCM`s, wo zum Beispiel für den alpinen Raum (Winter, D,J,F) eine modellierte Erwärmung von rund 1K über die letzten 30a raus kommt, die Realität jedoch eine fast gleich hohe Abkühlung zeigt. Sie können sich die Folgen denken, wenn es nun in den kommenden 30a tatsächlich wieder um 1K wärmer werden sollte, wir dann im alpinen Winter über 60a gar keine Erwärmung sehen. Mit allen Konsequenzen…heute reden ein paar Alarmmisten den Skisport tot, weil sie statt Daten Simulationen betrachten und es bleibt dabei, natürliche Klima Variationen wie es sie immer gegeben hat und geben wird, sind großteils völlig unverstanden und es bleibt nur zu hoffen, dass auf dem Wege X irgendwas mit AGW zu modellieren zufällig (wie so oft in der Wissenschaft) etwas viel subtileres erkannt wird.

          • Sehr geehrter Herr Klar,

            woraus schließen Sie denn dass die AGW-Forschung falsch ist? Inwiefern ist z.B. dies hier http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Klima%C3%A4nderungen_in_den_Alpen inkonsistent? Es gibt wie Sie sicher wissen ja nun genug Paper zum AGW, welche primären Erkenntnisse deklarieren Sie denn als falsch? Die Paläoklimatologie? Die planetare Klimatologie? Die Höhe des aktuellen Treibhauseffektes von rund 33 ° C? Dass es an wenigen(!) Orten oder Zeiten lokal kälter würde (durch die sich ändernde interne Umverteilung von Wärme), wird als interne Variabilität ja von keinem Klimawissenschaftler abgestritten, und die Alpen erwärmen sich ja nun überdurchschnittlich. Da ist nirgendwo ein Beleg gegen AGW. Bezüglich dessen müsste es angesichts der stichfesten Pro-AGW-Belege ja doch viel stärkere Gegenargumente (Sie nennen es Schwierigkeiten, und was haben Skisport-Alarmisten damit zu tun?) geben, um auf Ihre Position zu kommen. Und diese Argumente würden mich hier sehr interessieren.

            Im Übrigen unabhängig davon vielen Dank für die von Ihnen eingebrachten Details zu den Alpen! Das war ein sachliches Nebenthema und ich lerne gern dazu ^^

            Beste Grüße, Jonas

          • @Rudolf Klar

            … heute reden ein paar Alarmmisten den Skisport tot, weil sie statt Daten Simulationen betrachten…

            Klar, dumm nur, dass die „Alarmisten“ direkt aus dem Lager der Betreiber des Winterports in Deutschland stammen 🙂 Hier die aktuelle Lage auf der Zugspitze (mit 2962m immerhin der höchste Berg Deutschlands):

            Zugspitze: Das Ende eines Gletschers

            http://www.wzforum.de/forum2/read.php?6,2241661

            Desweiteren siehe zB:

            http://tinyurl.com/pqwy4ur

            Ski-Weltcup-Rennen in Garmisch finanziell bedroht

            http://www.br.de/themen/sport/inhalt/wintersport/ski-weltcup-garmisch-finanzen-100.html

            … usw usw usw. Ihnen und mir tut das zum Glück ja erstmal nicht weh, wir betreiben ja keinen Winterport. Ich persönlich mache sowieso lieber Urlaub am Meer, Meer gibts ja mehr als genug 🙂

    • Zu den berühmten Bäumen an den Gletschern in der Römerzeit – die haben wir jetzt auch wieder!

      Ich komme gerade von einem Alpenurlaub zurück und habe ein bissl die Augen aufgehalten. Auf den abgeschmolzenen Sanden der Pasterze wachsen gerade Kiefern, sie sind zwar erst im 2-3 Jahr aber großflächig vorhanden. Ein Jahrzehnt und da ist auf 2200 Metern ein hübscher niedriger Wald.

      Buchen habe wir bis 2000 Meter Höhe gefunden, – auch noch in sehr klein, ab 1900 Metern allerdins schon bis 5 Meter hoch, Nadelbäume wachsen gerade bis 2400 Meter(sichtbar, also schon ein bissl größer). Diese Beobachtungen sind aus dem Zillertal, also noch Nordalpen.

      Die Gletscher selber sind noch lange nicht an einem Gleichgewichtspunkt angekommen (wo Zuwachs und Abschmelzen sich die Waage hält), sondern immer noch in extremen Tempo auf dem Rückzug, wie man an unbewachsenen Seitenmoränen, Toteisgebieten und Abbrüchen z.B. leicht sieht.

      Zu den immer wieder postulierten extrem hohen Temperaturen in der Römerzeit – zumindest Ötzi war damals noch nicht einen Sommer lang aufgetaut – sonst hätten wir ihn nicht in den 90ern gefunden, als er auftaute.

      • Zu den immer wieder postulierten extrem hohen Temperaturen in der Römerzeit – zumindest Ötzi war damals noch nicht einen Sommer lang aufgetaut – sonst hätten wir ihn nicht in den 90ern gefunden, als er auftaute.

        Das gesamte „Argument“, die Alpen hätten früher schon Gletscherschmelzen erlebt, ist schon angesichts der Tatsache, dass es heute rund 750 Millionen Einwohner in Europa gibt (deren Trinkwasser von den Alpengletschern abhängt), ein vollkommen lächerlicher, ja sträflicher Strohmann, nichts weiter.

      • dazu einige Klarstellungen:

        “ Auf den abgeschmolzenen Sanden der Pasterze wachsen gerade Kiefern, sie sind zwar erst im 2-3 Jahr aber großflächig vorhanden. Ein Jahrzehnt und da ist auf 2200 Metern ein hübscher niedriger Wald.“

        An der Pasterze bildet sich viel Toteis, wird wohl so ein Blockgletscher werden, an der Seite zum Glockner jedenfalls, wo das Eis nun schon um gut 30m höher ist, wegen der Schuttauflage und auch darauf kann dann was wachsen, dass dauert in solchen Höhen aber doch etwas länger, als sie vermuten.

        „Nadelbäume wachsen gerade bis 2400 Meter(sichtbar, also schon ein bissl größer). Diese Beobachtungen sind aus dem Zillertal, also noch Nordalpen.“

        die Zillertaler Alpen gehören zu den Zentralalpen und dort ist die Baumgrenze um ca. 300-500m höher, als in den Nordalpen.

        „Die Gletscher selber sind noch lange nicht an einem Gleichgewichtspunkt angekommen (wo Zuwachs und Abschmelzen sich die Waage hält), sondern immer noch in extremen Tempo auf dem Rückzug“

        Das betrifft nur jene Gletscher, welche noch weit hinunter reichen. Um 3000m Seehöhe hatten wird die letzten Jahre meist recht ausgeglichene Bilanzen, heuer sieht es wieder schlechter aus, wo man das abschmelzen älterer Firnfelder beobachten kann.

        „Zu den immer wieder postulierten extrem hohen Temperaturen in der Römerzeit“

        Für den Alpenraum sind das nachgewiesene Fakten, dass es zur RWP und MWP deutlich milder war, als die letzten Dekaden, zumindest über das Sommerhalbjahr.

        „Ötzi war damals noch nicht einen Sommer lang aufgetaut – sonst hätten wir ihn nicht in den 90ern gefunden, als er auftaute.“

        Ötzi wurde gefriergetrocknet und dann eingeschneit. Ötzi lag auch nicht in einem Gletscher, sondern in Toteis. Ötzi sagt wenig über die Gletscher zu seiner Zeit und danach aus. Ein schneearmer Winter und ein heißer Sommer wie 1991 haben gereicht, um die Mumie frei zu legen und man weiß nicht, ob sie nicht schon früher kurzzeitig frei (Schmelzwasser) rum gelegen ist.

        • @Rudolf Klar

          Um 3000m Seehöhe hatten wird die letzten Jahre meist recht ausgeglichene Bilanzen, heuer sieht es wieder schlechter aus, wo man das abschmelzen älterer Firnfelder beobachten kann.

          Ich empfehle Ihnen einen Blick auf das Schicksal der Zugspitze (2962m), der Fernergletscher ist bereits Geschichte, der kommt nicht wieder, was weg ist, ist weg:

          Zugspitze: Das Ende eines Gletschers

          http://www.wzforum.de/forum2/read.php?6,2241661

          Im Übrigen:

          3.8.2015 – Gletscher schmelzen im Rekordtempo

          http://www.tagesschau.de/ausland/gletscher-101.html

        • Herr Klar, mit Ihrer Antwort (auch vom 1. September 2015) kann ich eigentlich überhaupt nichts anfangen, Sie müssen doch zumindest ansatzweise beschreiben können, was Sie unter einer „natürlichen“ Klimaschwankung verstehen. Es gibt das rein thermodynamische System als solches und die externen Faktoren (Vulkanismus, Erdbahnparameter, Sonnenaktivität, menschliche Einflüsse).

          Welche spezifischen Zyklen gibt es warum in welchen Zeiträumen? Welche Schwankungen verursacht das thermodynamische System allein? Wie interagieren die Systeme? Vermutlich spielt Kohlendioxid eine eminente Rolle bei positiven (und negativen?) Rückkopplungsprozessen! Wie kommen Wendepunkte zustande? Gibt es Messprobleme? Das hat für mich Priorität, Statistik kommt später!

          Bei uns Ökonomen überlagern sich z.B. in der Konjunkturtheorie verschiedene Zyklen (Juglar- und Kitchin-Wellen, eventuell Kondratieff-Zyklen). Ein Problem dabei ist sicherlich das hohe Aggregationsniveau der Modelle. Auch in der Klimatologie? Kein vernünftiger Ökonom würde ohne Mikrofundierung der makroskopischen Modelle Theoriebildung betreiben. Tjalling Koopmans, der bei uns Ökonomen die „measurement-without-theory“-Debatte losgetreten hat, war übrigens beides, Ökonom und Physiker.

          Das „Optimum der Römerzeit“ dauerte wohl etwa von 100 v.Chr. bis 500 n.Chr. Eine derartige Erwärmung spielt sich doch nicht einfach „irgendwie“ oder zufällig ab, da muss es doch verursachende Faktoren geben. Meine Erwartungshaltung ist jedoch nicht, dass die Wissenschaft darauf heute schon eine perfekte Antwort hat.

          Es ist in jeder Hinsicht problematisch, dass Sie eine von Ihnen nicht einmal ansatzweise verstandene Erwärmungsphase als bequemes Argumentations-Vehikel so eben schnell mal in die heutige Zeit oder in die Zukunft übertragen. Ihre Traumwelt könnte sich ja auch ganz andersrum entwickeln! Sie sollten sich schon etwas ambitionierter um eine Antwort bemühen!

          • Herr Bucher,
            Klimatologie und Ökologie sind nicht vergleichbar.
            Unser Klimasystem ist nun mal durch und durch dynamischer Natur.
            Es ist zwar möglich, über die Strahlungsbilanz eine ausreichend genaue globale Mitteltemperatur zu bestimmen und über Änderungen der IR Strahlungsflüsse wiederum globale Mittel an Temperatur Änderungen halbwegs genau zu berechnen, jedoch wird es beinahe unmöglich, Temperatur und Witterungsänderungen in regionalen Skalen zu berechnen.

            Was ist denn nun so halbwegs bekannt? Ok, blicken wir über das Holozän, so hatten wir zumindest in Mitteleuropa immer wieder markante Klimaschwankungen und die T lag hier zu rund 60% der Zeit über dem Mittel der letzten 30a. Man kann explosive Vulkanausbrüche recht gut über deren Kühlwirkung beurteilen und vielleicht auch noch die Änderungen der direkten Insolation, bzw. die Änderungen der regionalen Einstrahlung nach Jahreszeiten und astronomischen Paramatern. Jede Änderung kann wiederum andere beschleunigen oder bremsen. Mehr Insolation in hohen nördlichen Breiten kann den Schnee im Frühjahr etwas schneller schmelzen lassen, es kommt mehr Feuchte schneller in die allgemeine Zirkulation, diese regnet irgendwo ab und verändert das Muster der planetaren Wellen. Regionen kommen häufiger unter Hochdruckeinfluss, trocken aus und erwärmen sich. Das wiederum führt zu mehr Zyklogenese im Alpenraum, es schneit stärker und häufiger, trotz globaler Erwärmung. In Sibirien kommt es zu mehr Wind, die Bäume richten ihre Blätter häufiger gegen sie Sonne, die Albedo steigt stark an, es kühlt ab bzw. es folgen negative und positive Feedbacks zu allen kleinen „Störungen“. Die Sonne wird etwas stärker (alles nur theoretisch als Bsp. jetzt) und erwärmt die ersten dutzend m der Ozeane. Die Thermohaline Zirkulation befördert über hunderte Jahre mehr Energie, Wärme durch die Weltmeere und irgendwann und irgendwo kommt diese verstärkt an die Oberfläche und lässt vorübergehend Eisschilde schneller schmelzen. Dadurch wird diese Zirkulation wieder verändert, über Europa bilden sich im Sommer mehr stratiforme Wolken, es kühlt rasch und wirksam ab. Das lässt den Wind in Sibirien wieder schwächer werden und es wird dort wieder feuchter und wärmer usw usw.
            Man weiß viel zu wenig über Klimaänderungen und es bedarf KEINER Störung von Außen um zumindest regional und auch global Klimaänderungen im dynamischen System zu erzeugen. Verstanden?

          • Eine globale Temperaturveränderung, wie wir sie derzeit erleben, muss nach dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik (Energieerhaltung) immer einen Grund in der globalen Energiebilanz haben. Wenn es wärmer wird, muss die Wärmeenergie irgendwo her kommen. Für die moderne globale Erwärmung ist diese Frage seit Jahrzehnten wissenschaftlich geklärt: die zusätzliche Wärmeenergie im System kommt daher, dass die von uns in die Atmosphäre geblasenen Treibhausgase die Abstrahlung von Wärme behindern und daher zu einer netto Aufnahme von Wärmeenergie führen. Kein seriöser Wissenschaftler bezweifelt dies, da es messbar, physikalisch gut verstanden und bestens belegt ist.

          • Herr Klar, Sie meinen vermutlich „Ökonomie“ und nicht „Ökologie“. Beide Erfahrungsobjekte, Klima und Wirtschaft, sind komplexe Systeme, und Systemeigenschaften entstehen immer über die Funktionsweise und die Interdependenz von Teilsystemen. Beide Systeme sind dynamisch und zyklisch mit langfristigen Trends. Warum soll es beim Erkenntnisprozess keine gemeinsamen grundlegenden methodologischen Probleme geben?

            Haben Sie schon einmal etwas von Kybernetik oder Allgemeiner Systemtheorie gehört? Gibt es Statistik oder Mathematik nur in der Klimatologie? Wie gut ist Ihr ökonomisches Basiswissen? Ich kenne keine Wissenschaft, wo so intensiv über Methodenfragen oder über eine Mikrofundierung makroskopischen Modelle diskutiert wird. Friedrich von Hayek (Nobelpreis 1974) – ich habe ihn noch gekannt und bin später an der Uni Freiburg zwei Jahre in seinem ehemaligen Arbeitszimmer gesessen – hat zum Beispiel intensiv an einer allgemeingültigen „Theorie komplexer Phänome“ gearbeitet.

            Auch diverse Physiker, um nur mal Hermann Haken, Manfred Eigen, Ilya Progogine oder Tjalling Koopmans zu nennen (immerhin drei sind Nobelpreisträger) scheinen zumindest anderer Ansicht als Sie zu sein.

            Ihre restlichen Ausführungen sind nicht mehr als „Hätte, hätte Fahrradkette“! Alles bleibt nebulös. Was wissen Sie denn jetzt konkret über das „Optimum der Römerzeit“? Aufgrund welcher Ursachen könnte es ausgelöst und durch welche Rückkopplungsprozesse dynamisch weiterentwickelt worden sein? Können Sie dabei auf Kohlendioxid als Variable verzichten? Mit welcher Begründung übertragen Sie diese spezifische Wärmephase als Erklärungsmuster einfach so schnell mal irgendwie in die heutige Zeit?

            Wenn Sie meine Ausführungen genauer lesen, werden Sie feststellen, dass ich nicht behauptet habe, dass ein globaler Erwärmungsprozess eines externen Anstoßes bedarf.

          • hier behauptet doch niemand Gegenteiliges, weder Herr Klar noch ich. Wenn wir dabei den IR Strahlungsfluss von der Oberfläche bzw. der unteren Atmosphäre Richtung All betrachten leuchtet ein, dass dieser nur dann die Bilanz erfüllen kann, wenn die IR S.Leistung, sprich die Temperatur der Emittenten ansteigt. Die Werte für jede CO2 Verdopplung sind inkl. der Spannen recht gut bekannt. In der Stratosphäre nimmt die IR Strahlungsleistung Richtung All heute allerdings zu mit entsprechendem Sinken der T.

            Es muss (kann) aber nicht nur dann wärmer werden, wenn von außen oder über Treibhausgas Anreicherung Energie oberflächennah dazu kommt, es reicht auch die interne Dynamik des Systems Oberfläche-Atmosphäre!

            MfG chze

          • Es kann im globalen Mittel nur dann wärmer werden, wenn von irgendwo Wärme zugeführt wird. Entweder durch die Strahlungsbilanz oder aus der im Ozean gespeicherten Wärme. Letzteres ist nicht der Fall, denn die im Ozean gespeicherte Wärme nimmt seit Jahrzehnten zu und nicht ab. Daher liegt die globale Erwärmung an der veränderten Strahlungsbilanz, und die wird nun mal vor allem vom Menschen verändert durch die steigende Treibhausgasmenge in der Luft. Regionale Unterschiede in der Erwärmung liegen vor allem an der unterschiedlichen thermischen Reaktion von Meer- und Landflächen (Land erwärmt sich stärker und schneller) und natürlich teils auch an der Dynamik, d.h. veränderten Windverhältnissen und Meeresströmungen.

          • lieber Nemesis,

            auch ich denke, dass eher knapp 100% aller Klimawissenschafter wissen, dass mehr CO2 in der Atmosphäre zu einem verminderten IR Strahlungsfluss von der Oberfläche Richtung all führt und zwar so lange, bis die Oberfläche die Strahlungsbilanz über eine T Erhöhung wieder ausgleicht. Ihr Link zu diesen ominösen 97% wird leider oft zitiert, sagt aber wenig aus. Es fehlen die wichtigen Fragen und Antworten. Viele Wissenschafter gehen davon aus, dass die Erwärmung bisher eben zu einem geringeren Teil anthropogen ist und dass auch die noch zu erwartende mäßiger ausfallen wird. Bitte pauschalieren sie nicht immer auf mich ein, nur weil ich ein kritisch denkender Meteorologe bin, welcher eventuell weit mehr Verständnis für all diese Klimafragen mitbringt, als sie selbst. Lesen sie die IPCC Reporte und zwar NICHT die Summaries, sondern die ganzen Studien der WG1. Die lesen sich eher wie ein „Skeptikerhandbuch“ und in den Zusammenfassungen sehen sie dann viele likely usw. was von ihnen und Politikern und NGO´s und so weiter völlig falsch interpretiert wird.

            http://www.climatechange2013.org/

          • Der IPCC-Bericht – immerhin ein Konsensdokument von Hunderten Klimaforschern und daher stets sehr vorsichtig – grenzt den natürlichen Einfluss auf die Erwärmung seit 1950 auf +- 0,1 °C ein – er spielt also eine völlig untergeordnete Rolle und kann auch negativ sein (wegen der Abnahme der Sonnenaktivität seit 1950), in welchem Falle der anthropogene Anteil an der gemessenen globalen Erwärmung sogar mehr als 100% beträgt.

          • nein, dass tut er nicht. Das zeigen „nur“ Modell Simulationen und das hat nichts mit irgendeinem Konsens zu tun. Fragen sie doch einfach mal hundert x beliebige Klimaforscher ob sie der Meinung sind, seit 1950 beträgt der natürliche Anteil an der Erwärmung maximal 0,1°C.

          • Sehr geehrter Herr Klar,

            ich kenne die IPCC Reporte und ich darf Ihnen sagen, dass ich sie für zu konservativ halte. Allerdings bin ich kein Klimaforscher und auch kein Meteorologe, ich bin Generalist, ich betrachte den Planeten Erde systemisch und den negativen Einfluss gewisser Zeitgenossen auf die Ökologie des Planeten als absolut verheerend, längst nicht nur im Hinblick auf das Klima. Viele Prognosen des IPCC wurden im Laufe der Zeit nicht nach unten, sondern nach oben korrigiert. DIe massive, rücksichtslose Ausbeutung des Planeten hat einen Preis, den man nur zu gerne auf die nachfolgenden Generationen abwälzen möchte. Diese Rechnung wird jedoch nicht aufgehen. Die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden höchst unangenehm werden, wer die Augen aufmacht, der kann das unschwer erkennen. Wissen Sie, ich brauche nichtmal die Wissenschaft, um zu realisieren, mit welcher Naivität und Ignoranz die moderne Zivilisation den Planeten Erde behandelt, für mich genügt ein Blick aus dem Fenster.

          • @Rudolf Klar

            Übrigens, wenn Sie Meteorologe sind, dann ist Ihnen sicher auch bekannt, dass die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) im Jahr 2013 darauhinwies, dass die Erde in den zehn Jahren von 2001-2010 beispiellose Klimaextreme erlebte, mit einer 2.000 %igen Zunahme hitzebedingter Todesfälle:

            WMO – The global Climate 2001 – 2010 – A Decade of Climate Extremes – Summary Report

            http://library.wmo.int/pmb_ged/wmo_1119_en.pdf

          • Falsch! Nemesis,

            jetzt stapften sie in die unterste Schublade der AGW Fanatiker: Hitzetote!

            Sie wissen zwar über Klimatologie genau nur das, was ihnen von ihren Liebling Seiten vorgekaut wird und haben mit Sicherheit keinen einzigen WG1 Report je gelesen, dafür fehlt ihnen einfach der physikalische Zugang.

            Millionen Europäer „flüchten“ im Sommer in den Süden, in teils um etliche grade wärmere Klimate, und? Hitzetote, mit Nichten sie Träumer!
            Dort wo uralte Menschen, meist schon todkrank wegen mitteleuropäischen Hitzewellen sterben, ist das eine ganz natürliche Sache, welche nur von der AGW Lobby in fantastische höhen und Seltsamkeiten getrieben wird. Denken sie bitte ein wenig nach, bevor sie wieder unreflektierten Käse posten, danke.

          • Der Hitzesommer 2003 hat in Europa rund 70.000 Hitzetote gefordert. Habe gerade gestern in meinem Vortrag in Messkirch die Mortalitätsstatistik für Baden-Württemberg gezeigt – die Sterberate war während der Hitzewelle in allen Altersgruppen ab 45 Jahre statistisch sifnifikant erhöht. Sie finden die Daten auch in unserem Buch „Der Klimawandel“.

          • Herr Rahmstorf,
            niemand muss wegen Hitzewellen wie 2003 oder 2015 sterben.
            Alten kranken Menschen ist oft einfach nicht mehr zu helfen und jede kleine weitere Belastung für eben zum Tod. Das liegt in der Natur. Jüngere und vielleicht auch gesündere überleben auch die heftigsten Hitzewellen ohne größere Probleme, wenn sie nicht zu viel falsch machen. Es stimmt, dass viele Menschen bzgl. längerer Hitze noch viel zu wenig sensibilisiert sind und so passiert es, dass einige „unnötige“ Opfer zu beklagen sind. Was sagen eigentlich die Pensionsversicherungsanstalten zu Hitzewellen?

            Aber, der entscheidende Punkt ist doch der. So wie heuer und 2003 haben Hochdrucklagen in dieser Region zumindest 90% der Hitze verursacht und ein diesbezüglich verschwindend geringer Teil kann über den erhöhten IR Anteil dazu kommen und es ist überhaupt nicht berechenbar, ob in einem weiter anthropogen aufgewärmten Klima sich die sommerlichen Großwetterlagen weiter nach dem Trend der letzten 40a häufen werden, oder eben im natürlichen Klimazyklus wieder wo anders häufiger auftreten werden. Die Winter in den Alpen (ab 800m, Histalp Daten) sind z.B die letzten 30a um knapp 1°C KÄLTER geworden, was die regionale Überlagerung der natürlichen Einflüsse ganz klar unterstreicht!

          • Monatliche Hitzerekorde haben sich bei uns etwa verfünffacht gegenüber einem stationären Klima (also ohne globale Erwärmung). Dies entspricht genau (a) dem globalen Durschschnittswert (auch weltweit beobachen wir eine Verfünffachung) und (b) der statistischen Erwartung in Anbetracht des beobachteten mittleren Erwärmungstrends, wenn man unveränderte Wetterschwankungen um den Mittelwert herum annimmt. Natürlich kann es regionale Abweichungen geben, aber gerade in unserer Region beobachten wir genau die Zunahme an solchen Hitzeextremen, die man ohne besondere lokale Abweichungen aufgrund der globalen Erwärmung erwartet. Siehe Coumou, D., A. Robinson and S. Rahmstorf, 2013: Global increase in record-breaking monthly-mean temperatures. Climatic Change, doi:10.1007/s10584-012-0668-1.

          • @Rudolf Klar

            Na, also wenn Sie als Meteorologe nichtmal mehr der Weltorganisation für Meteorologie vertrauen… was vermuten Sie denn hinter den Aussagen der WMO hinsichtlich all der Hitzetoten? Eine Weltverschwörung? Oder wie erklären Sie sich als Meteorologe jene Festellung der WMO hinsichtlich all der Hitzetoten?

            Im Übrigen möchte ich Sie bitten, sich mit gewissen ad hominem- Angriffen zurückzuhalten:

            Sie wissen zwar über Klimatologie genau nur das, was ihnen von ihren Liebling Seiten vorgekaut wird und haben mit Sicherheit keinen einzigen WG1 Report je gelesen, dafür fehlt ihnen einfach der physikalische Zugang… sie Träumer!… Denken sie bitte ein wenig nach, bevor sie wieder unreflektierten Käse posten…

            Derlei Ausfälle sind völlig inakzeptabel. Unterlassen Sie das bitte und halten Sie sich bitte an das Gebot der themenbezogenen Sachlichkeit. Wenn Ihnen die Aussagen der Weltorganisation für Meteorologie als Meteorologe nicht zusagen, dann wenden Sie sich bitte an die WMO.

            MfG,
            Nemesis

  19. Pingback: Hitze, Schweiss, Stromnetzprobleme. Der Sommer 2015 | 123energie Blog

  20. @Stefan Rahmstorf

    Ich habe noch mal eine Frage. Sie schreiben:

    „Nehmen wir einmal folgendes an: der Mittelwert der Temperatur steigt wie beobachtet, die zufälligen Wetterschwankungen um diesen Mittelwert herum bleiben dagegen unverändert. D.h. die statistische Verteilungsfunktion der Temperaturen verschiebt sich in Richtung wärmer, behält aber ihre bisherige Form. “

    Ich würde dies einmal gern nachvollziehen, kenne aber nicht die Parameter, die Sie für die Verteilung – wahrscheinlich doch eine Normalverteilung – zugrunde gelegt haben. Ich habe es einmal mit den Juni-Temperaturen von 1880 bis 2015 probiert und komme dabei auf einen Mittelwert von knapp 13 ° C und eine Standardabweichung von 0,32 ° C. Für mich eine überraschend kleine Standardabweichung, aber wohl auch nicht die, die Ihrer Abbildung 2 zugrunde liegt?

  21. @Nemesis :
    Kurze Bemerkung zu der von Ihnen angebenen Quelle in Ihrem Kommentar vom 12.08.2015 :
    Blacklisted News würde ich nicht unbedingt als seriöse Quelle und in keinem Fall als objektive Quelle bezeichnen. Außerdem werden Kriege um Wasser viel stärker als Kriege um andere Rohstoffe die Zukunft bestimmen, woran sehr viele Staaten und nicht nur die USA Schuld tragen !

    • Fakt ist, dass (nicht nur) das amerikanische Militär gnadenlos vom Öl abhängig ist, die können und werden nicht auf Sonne und Wind ect umsteigen. Allerdings: Der globale Kampf um Wasser ist bereits in vollem Gange und er wird von Tag zu Tag heftiger werden. Ein Fakt, den auch zB ein Herr Rudolf Klar mal ins Auge fassen sollte- die Zukunft wird garantiert nicht lustig.

    • Auch dazu kann ich etwas Interessantes beitragen: Robert Laughlin entwickelt in seinem Buch „Der Letzte macht das Licht aus – Die Zukunft der Energie“ eine sehr düstere Perspektive unserer zukünftigen Energieversorgung. „Die Krise unzureichender Energievorräte wird schrecklich sein“, schreibt er zum Beispiel im Vorwort der deutschen Ausgabe (es gibt ein ZEIT-Interview dazu).

      Ich kann ihm in seiner Analyse nur bedingt folgen, aber als Physik-Nobelpreisträger sollte man ihn ernst nehmen: Macht man das, dann gibt es einen weiteren gravierenden Grund, von den fossilen Energieträgern wegzukommen.

      Übrigens: Robert Laughlin? Ist das nicht der mit dem Rostbraten und dem SPIEGEL-Interview? Ja, ja, man kann die Geschichte leicht googeln! Sie bestätigt wieder mal meine Hypothese, dass die Physiker (vielleicht noch vor uns Ökonomen) die hintergründig-humorvollsten aller Wissenschaftler sind!

  22. Eine der Hauptursachen, dass die Mehrheit in den reichen Industriestaaten die unangenehme Wirklichkeit des Klimawandels schlichtweg ignoriert, ist die Strategie der Verdrängung und Leugnung der eigenen Verantwortung, ein Phänomen, das in der Psychologie als „kongnitive Dissonanz“ bezeichnet wird.

    Folgendes 2 1/2 Minuten Interview auf der Strasse irgendwo in Norddeutschland bietet einen profunden Einblick in die psychologische Verfassung des Durschnittsbürgers:

    Doppelmoral beim Klimawandel

    https://www.youtube.com/watch?v=aibXTtdO274

    Wer die Aussagen der Passanten aufmerksam rezipiert, der muss zu dem Schluss kommen, dass jene kognitive Dissonanz des Durchschnittsbürgers jede rationale Auseinandersetzung mit der Klima-Thematik ad absurdum führt. Solange die Haltung der Durchschnittsbürger, also der Mehrheit, sich nicht ändert, gibt es keine Hoffnung auf eine Bewältigung der anstehenden ökologischen und klimatischen Probleme.

    • „Kognitive Dissonanz“ heißt wohl, dass jemand ein Ungleichgewicht zwischen seiner Haltung, seinen Werten, Einstellungen etc. und dem Zustand der immerhin wahrgenommenen realen Außenwelt empfindet.

      Wir Ökonomen kennen aber auch – sozusagen als eine Art Vorstufe – die sog. „rationale Ignoranz“ (für mich eine bloße Variation des homo oeconomicus). Immer mehr Menschen gehen Problemen bereits im informatorischen Vorfeld aus dem Weg, viele – vor allem junge Leute – „zappen“ sich geradezu um all das herum, was irgendwie nach Information riecht. Wenn ich gar nichts weiß, werde ich auch keine kognitiven Dissonanzen haben!

      Interessant ist auch, wie Menschen auf empfundene kognitive Dissonanzen reagieren: a.) Versuch einer Änderung der Außenwelt (dürfte beim Klima etwas schwierig sein), b.) Anpassung der eigenen mentalen Modelle an die Realität (Idealfall) und c.) die selektive Informationsaufnahme bis hin zur dauerhaft verzerrten Außenwahrnehmung durch allerlei kognitive Selbstbetrügereien.

      Für eine objektive Beschreibung der Außenwelt ist die Wissenschaft zuständig (Methodologie, Kritischer Rationalismus, Reduktionismus, HO-Schema usw.). Klimaskeptiker sind bei c.) zu verorten, für weitergehende Schlussfolgerungen sollte das Kognitive-Dissonanz-Modell dann aber doch noch etwas verfeinert werden!

      • Vielen Dank für Ihre überaus zutreffende Analyse des bestehenden Systems. Wir dürfen gespannt sein, was geschieht, wenn sich der Traum vom Schlau-raffen-land als Tischlein-deck-dich, Goldesel-streck-dich, Knüppel-aus-dem-Sack entpuppt 🙂 Für Interessierte hier das heutzutage überaus verbreitete Phänomen der kognitiven Dissonanz en Detail:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz

        • Bezüglich des „bestehenden Systems“ werden am Ende unsere Ansichten vermutlich deutlich differieren. Ich bin der Auffassung, dass eine vernünftige Analyse von Wirtschaftssystemen instrumental nur über den sog. „methodologischen Individualismus“ erfolgen kann (von kollektivistischen Ansätzen halte ich überhaupt nichts). Wir Ökonomen deduzieren aus Verhaltensannahmen und sind der Überzeugung, dass Menschen auf Anreize reagieren. Googeln Sie zum Beispiel mal nach „Neue Institutionenökonomik“ oder „Transaktionkostentheorie“ (um zu erkennen, wie weit man mit solchen Ansätzen kommen kann).

          Meine Darstellung von „kognitiver Dissonanz“ und „rationaler Ignoranz“ ist nicht ganz konsistent. Vielleicht kennt jemand eine Psychologin, die freundlicherweise für etwas Ordnung sorgt. Gerne hätte ich auch eine tragfähige Verbindung zu einem soziologisch-psychologisch fundierten Ideologiebegriff. Unser spezifischer ökonomischer Ansatz – Ideologie als Vehikel zur Einsparung von Informationskosten – taugt für eine fundierte Analyse von Skeptiker-Verhalten nicht viel.

          • Die fixe Idee, dass Ökonomie, welcher Colour auch immer, eine Wissenschaft sei, kommt den wirtschaftlichen Interessen einzelner Individuen, Banken und multinationalen Grosskonzernen sicher sehr zugute- allerdings ist Ökonomie keine Wissenschaft:

            http://www.washingtonpost.com/business/10-reasons-why-economics-is-an-art-not-a-science/2013/08/08/7c501020-ffb5-11e2-9711-3708310f6f4d_story.html

            Der gesamte Betrieb der Ökonomie ist ein einziger Hokuspokus, der nur dazu dient, den äusserst trügerischen Eindruck zu erwecken, die Gier des Einzelnen sei wissenschaftlich zu rechtfertigen. Ich sehe ein gewaltiges, weltumspannendes, wankendes Kartenhaus aus buntbedrucktem Papier, nichts weiter. Sobald der Klimawandel weltweit richtig einschlägt (wir sind noch ganz in den zärtlichen Anfängen), werden die Renditen den Spekulanten wie Sand zwischen den Fingern zerrinnen, denn dann wird Geld schlicht nichts mehr wert sein, die globalisierte(!) Weltwirtschaft hängt ua in hohem Masse von halbwegs verlässlichem Wetter/Klima und sozialer Stabilität ab. Geld kann man nicht essen, so einfach ist das.

            Einer der folgenschwersten Irrtümer der Menschheitsgeschichte ist die Annahme, man könne mithilfe der Propaganda und wirtschaftlicher Macht den Planeten, die Natur kontrollieren- dieser Irrtum, dieser Grössenwahn wird ein schnelles Ende finden, todsicher.

          • Gerne hätte ich auch eine tragfähige Verbindung zu einem soziologisch-psychologisch fundierten Ideologiebegriff…

            A propos „Ideologie“: Ich sehe ein gewaltiges, weltumspannendes, wankendes Kartenhaus aus bunt bedrucktem Papier in meiner Glaskugel^^:

            … Gott ist tot – die symbolische Ordnung des Kapitals

            Im Jahr 1921 stellte Walter Benjamin die These auf, dass im „Kapitalismus eine Religion zu erblicken sei“. Er diene der Befriedigung derselben essentiellen Sorgen, Qualen und Unruhen, auf die ehemals die so genannten Religionen Antwort gaben, so seine prägnante Zusammenfassung.

            Gut 70 Jahre später war dieser Befund kaum weniger aktuell. Jean Ziegler attestierte den sich rasant entwickelnden Finanz-Kapitalismus eine genauso große Macht wie vor ihm Benjamin: „Es ist das zunehmend in den Händen weniger monopolisierte, immer stärker multinational sich ausdehnende Finanzkapital, das unserem Planeten ein fast homogenes Kollektivbewusstsein, ein einheitliches Gesetz des Handelns, universale Referenz-‘Werte’ aufzwingt. Spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 widerspricht dieser Einschätzung wohl kaum jemand mehr. Der Kapitalismus ist die vorherrschende normative Werte- und Gesellschaftsordnung in der westlichen Geographie und bemächtigt sich weltweit kontinuierlich weiteren Peripherien. Dies ist die inhärente Logik der stets fortschreitenden Kapitalakkumulation…

            Hingegen beschreib der französische Politiker und Schriftsteller Frantz Fanon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Parallelen zwischen mittelalterlichen Kirchenapparat sowie seiner Priesterschaft und der kapitalistischen Medien- und Unterhaltungsindustrie: Beide hatten bzw. haben die propagandistische Funktion, die Bürger in Unwissenheit über die realen Herrschaftsverhältnisse zu halten. Damit griff Fanon die Kritik Adornos und Horkheimer auf seine Weise auf:

            „ In den kapitalistischen Ländern schiebt sich zwischen die Ausgebeuteten und die Macht eine Schar von Predigern und Morallehrern, die für Desorientierung sorgen. Das Unterrichtswesen, gleichgültig, ob weltlich oder religiös; die Ausbildung von moralischen Reflexen, die vom Vater auf den Sohn übertragen werden; die vorbildliche Anständigkeit von Arbeitern, die nach fünfzig Jahren guter Dienste mit einer Medaille bedacht werden; die allgemein ermunterte Liebe zur Eintracht und zur bürgerlichen Bravheit – all diese geradezu ästhetischen Formen des Respekts vor der etablierten Ordnung schaffen um den Ausgebeuteten eine Atmosphäre der Unterwerfung und Entsagung, welche den Ordnungskräften ihre Arbeit beträchtlich erleichtert…

            http://le-bohemien.net/2014/02/13/geld-und-gott-kapitalismus-als-religion/

            http://thumbs.dreamstime.com/z/one-dollar-bill-back-close-up-4696304.jpg

            http://www.crimethinc.com/books/work/iww.jpg

            MfG,
            Nemesis

  23. Hallo Nemesis. Hallo Herr Bucher,
    sind Sie keine Durchschnittsmenschen und glauben Sie, dass Sie mit Arroganz andere von Ihren Ansichten überzeugen können ? Vielleicht sollten Sie sich einmal über Folgendes Gedanken machen. Der geschäftliche Teil des nächste Klimagipfels in Paris wird vom zum WBCSD gehörenden LCTPI organisiert. Googeln Sie mal ! Zum LCTPi gehören 82 Global Players der Privatunternehmen, unter anderem Shell. Wie Sie wissen, steht Shell den fossilen Energieträgern nicht negativ gegenüber ! Nun machen Sie sich doch bitte einmal Gedanken darüber, was es damit auf sich hat und ziehen Sie Ihre logischen Schlussfolgerungen selbstständig und ohne meine Hilfe. Mal sehen, ob Sie besser sind als der Durchschnittsmensch, der übrigens als der scheinzufriedenen Bürger mit durchschnittlichem Einkommen definiert wird !

    • Hallo Herr Denzer, Ihre Kritik an meiner Person verstehe ich jetzt überhaupt nicht, vielleicht können Sie etwas konkreter werden. Was empfinden Sie als arrogant? Für mich sind Klimaskeptiker arrogant, und ich kann gerne darlegen, warum ich das so empfinde. Auch mit Ihren restlichen Ausführungen kann ich nichts anfangen (was habe ich mit Shell zu tun?), einen sinnvoll-informativen Bezug Ihrer Darstellung – zu was auch immer – sehe ich nicht!

    • Sehr geehrter Herr Denzer,

      ich habe eine dezidierte Meinung über den IPCC, die ich aber hier nicht kundtun werde 🙂 Seien Sie versichert:

      Ich weiss, dass GELD die Welt regiert, dahingehend sind wir, Sie und ich, uns vollkommen einig. Ich verspreche Ihnen, dass pekuniäre Interessen, ganz egal, von welcher Seite, sehr bald absolut keine Rolle mehr spielen werden.

      Nun machen Sie sich doch bitte einmal Gedanken darüber, was es damit auf sich hat und ziehen Sie Ihre logischen Schlussfolgerungen selbstständig und ohne meine Hilfe. Mal sehen, ob Sie besser sind als der Durchschnittsmensch, der übrigens als der scheinzufriedenen Bürger mit durchschnittlichem Einkommen definiert wird !

      Nun, ich persönlich bin im Ghetto aufgewachsen und ich lebe immer noch im Ghetto, ich mag das, denn im Ghetto lernt man extrem schnell und effektiv, sich auf das Wesentliche im darwinschen Überlebenskampf zu konzentrieren 😎 Mein Einkommen bewegt sich am unteren Existenzminum, will sagen:

      Ich habe nichts zu verlieren, ich habe (aus weiser Vorraussicht) nichtmal Kinder in diese Welt gesetzt. Ich persönlich bin an der Klimadebatte hauptsächlich interessiert, weil ich sehen möchte, wie lange sich Gier und Ignoranz des bestehenden Systems noch halten werden… Ich verspreche Ihnen:

      Nicht mehr lange.

  24. Hallo Herr Bucher,
    zunächst einmal herzlichen Dank für Ihr Feedback. Ihre Fragen zu Arroganz und Shell möchte ich wie folgt beantworten. Wenn man Menschen von etwas überzeugen will, darf man sie nicht diffamieren, wie Sie es in mehreren Kommentaren getan haben. Damit verstärken Sie nur den
    Widerspruch beim Gegenüber und erzeugen Agression statt Verständnis, wie z.B. in Ihrer Korrespondenz mit Herrn Mohammed, der als Anhänger vom PIK in dieses Forum eingetreten ist aber als Gegner vom PIK dieses Form verlassen hat (auf Grund vieler und nicht nur Ihres Kommentars). Die Transformation eines Pik – Anhängers in einen PIK -Gegner war bestimmt nicht Ihre Intension.
    Um Sie aber auch zu loben : vorbildlich war Ihre Korrespondenz mit Herrn Rudulf Klar – mein Respekt !
    Dass Shell; Statoil und andere Petro- und Energiekonzerne über den LCTPi den nächsten
    Klimagipfel in Paris mit organisieren, zeigt deutlich, dass diese Öl- und Energiemischkonzerne
    (fossile Treibstoffe, Energieerzeugung aus Öl, Gas, Photovoltaik, Biomasse und Wind) sich fette
    Subventionen für ihre „nachhaltigen“ Energieträger von den Regierungen erhoffen. Es ist jedoch ein Irrglaube anzunehmen, dass Shell und Statoil dadurch weniger Öl fördern oder verbrennen werden. Von einigen engagierten Wissnschaftlern abgesehen, geht es also bei diesem Gipfel nur
    offiziell um eine wie immergeartetet „Rettung des Klimas“ aber de facto um den weltweiten
    Ausbau eines Geschäftes mit zukünftigen Investitionen von 90 Billionen USD (1 Billion = 1000 Milliarden, 1 Milliarde = 1000 Millionen) innerhalb von 15 Jahren. Daher nehmen auch Vertreter der Weltbankan diesem Klimagipfel teil und auch die Regierungen müssen kräftig investieren. Ich wollte eigentlich, dass Sie vom selber Ihre Schlussfolgerungen ziehen, weil ich nicht bevormunden will, aber Sie haben mich gefragt und ich antworte Ihnen hiermit.

    • “ Wenn man Menschen von etwas überzeugen will, darf man sie nicht diffamieren“

      Üblicherweise verstehen sich alle Menschen, die in solche Diskussionen eintreten, als rationale Wesen, die nur den besseren Argumenten folgen. Stattdessen reagieren aber fast alle zumeist wie kleine Kinder, die auf stur schalten, wenn Ihnen etwas nicht in den Kram passt.

      Eigentlich wollte ich aber nicht kleine Kinder kränken, sondern darauf aufmerksam machen, dass jeder Einzelne selbst verantwortlich dafür ist, sein Urteil rational zu bilden und zwar möglichst unabhängig von der „Darreichungsform“ der Argumente. Sind wir zu solch einer Abstraktionsleistung im Diskurs fähig oder sind wir doch nur alles große Trotzköpfe?

  25. @Nemesis :
    Über Ihren guten und sympathischen Kommentar vom 10. September 2015 um 17:08 Uhr habe ich mich sehr gefreut !

    mit freundlichen Grüßen
    Horst Denzer

  26. Kalifornien, das Herz des angloamerikanischen Kapitalismus erlebt zZt die schlimmste Dürre seit Beginn der historischen Aufzeichnungen, eine vernichtende Dürre, die laut Prognosen der NASA ect noch lange andauern wird. Und der Wiege der modernen Zivilisation ergeht es nicht besser. Das Ende Babylon’s,- so jedenfalls prognostiziert es Stefan Rahmstorf in einem aktuellen Interview:

    10.9.2015 – Syrien: Erst die Dürre, dann der Bürgerkrieg

    … Der fruchtbare Halbmond östlich des Mittelmeers war die Wiege der Zivilisation, im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris entstanden vor 12.000 Jahren zuerst Ackerbau und Viehzucht – und in der Folge die erste Städte. Was ist seine Zukunft?

    Klimamodelle sagen einen anhaltenden Trend zu immer stärkerem Wassermangel in dieser Region vorher. Schon 2008 warnte deshalb eine Studie, der fruchtbare Halbmond werde als solcher verschwinden.

    http://www.fr-online.de/syrien/syrien-erst-die-duerre–dann-der-buergerkrieg,24136514,31773606.html?dmcid=sm_tw

  27. @ Paul Stefan :
    Ihre Frage „Sind wir zu solch einer Abstraktionsleistung im Diskurs fähig oder sind wir doch nur alles große Trotzköpfe?“ haben Sie in dem 1. Abschnitt Ihres Kommentars schon selber beantwortet. Dass die „Darreichungsform“ von Argumenten eine große Rolle spielt, sehen Sie zum Beispiel am Erfolg von rhetorisch begabten Demagogen. Ein weiteres Handicap von Menschen bezüglich Akzeptanz von Argumenten ist im 1922 erschienenen Buch „Public Opinion“ von Walter Lippmann beschrieben worden. Lippmann war während des 1. Weltkriegs vom amerikanischen Präsidenten beauftragt worden, zu erkunden, wie man die Kriegsbegeisterung des Volkes steigern könnte. Dies hatte er 4 Jahre nach dem 1. Weltkrieg in „Public Opinion“ veröffentlicht. Die Kernaussage war : man braucht eine Sache nur oft genug zu wiederholen, damit sie geglaubt wird, egal wie vernünftig oder unvernünftig diese Sache ist. Ich bin Ihnen trotzdem dankbar für Ihren Kommentar, weil so eine Diskussionskultur natürlich wünschenswert wäre doch seien Sie zu sich selber ehrlich. Wenn Ihnen jemand in der „Darreichensform“ Sie seien ein weltfremder Spinner geantwortet hätte, hätten Sie dann diese Ausdrucksweise genauso positiv aufgenommen wie meine Darreichungsform ?

      • so langsam wird es aber wirklich Zeit, dass sie nicht alles verdrehen und verwechseln, liebes Nemesis. Kein halbwegs vernünftiger Klimaforscher oder Meteorologe wird oder hat behauptet, dass es bei mehr CO2 im globalen Mittel nicht wärmer wird. Ihr Link sieht ja fast dramatisch aus, dass liegt aber nur an der 1/10° Einteilung der Ordinate. Folgen nun wie üblich bald zwei kühlerer La Nina Jahre, verlängert das nur den Trend der stagnierenden globalen T. Wir hinken den Modellen immer weiter hinterher. Das hat nix mit Leugnen zu tun, sondern viel mehr mit einem begabten Blick auf die Realität, welcher ihnen völlig abhanden gekommen scheint.

        • Sehr geehrter Herr Klar,

          „Das hat nix mit Leugnen zu tun, sondern viel mehr mit einem begabten Blick auf die Realität, welcher ihnen völlig abhanden gekommen scheint.“

          Die von mit verlinkte Grafik ist von der reichlich konservativen, amerikanischen Wetterbehörde NOAA, die Grafik zeigt im Übrigen Realwerte, die mit Modellen rein garnichts zu tun haben. Wenn Ihnen die gezeigte Realität nicht zusagt, wenden Sie sich bitte an die NOAA^^ Im Übrigen sind Ihre bisherigen Kommentare derart unsachlich und beleidigend, dass ich sie künftig ignorieren werde.

          MfG,
          Nemesis

  28. Die JMA zieht nach: August 1st. 2015 (+0.45°C), 2nd. 2014 (+0.33°C), 3rd. 1998 (+0.28°C), 4th. 2013, 2012, 2009 (+0.23°C) (Referenzperiode 1981-201)
    http://ds.data.jma.go.jp/tcc/tcc/products/gwp/temp/aug_wld.html

    was natürlich ebenfalls zum deutlich wärmsten Sommer seit Beginn der Messungen führt:
    http://ds.data.jma.go.jp/tcc/tcc/products/gwp/temp/sum_wld.html
    1st. 2015 (+0.42°C), 2nd. 2014 (+0.32°C), 3rd. 1998 (+0.28°C), 4th. 2012, 2010 (+0.23°C)

  29. Frage an Herrn Rahmstorf

    Gibts es eigentlich so ein Art „integrierte“ Tagestemperatur für D, oder A oder andere gebiete/Länder.
    So könnte man dann wirklich sagen dieser Tag war der heißeste, oder X,Y° heiß.
    Einfach die Durchschnitte der X Tagesmittel der Wetterstationen hernehmen gibt sicher ein sehr ungefähres Bild, aber man hat doch zeitliche und räumliche Lücken.

    Oder kann man davon ausgehen, dass dies zwar viel Arbeit machen würde, aber nicht mehr viel zusätzliche Erkenntnis bringen würde, und deshalb den Aufwand nicht wert ist.

  30. @Rudolf Klar

    „Alten kranken Menschen ist oft einfach nicht mehr zu helfen und jede kleine weitere Belastung für eben zum Tod.“

    Ich halte Ihre Aussagen für reichlich zynisch.
    Sterben werden wir alle einmal. Manche der Opfer der Hitzewelle hätten aber noch länger leben können. Es lag natürlich nicht nur an der Hitzewelle, dass 2003 so viele Menschen gestorben sind, sondern dass die Gesellschaft und die „Verantwortlichen“ davon überrascht und überfordert war. Hätte man sich rechtzeitig um diese Menschen gekümmert, hätten viele wahrscheinlich überlebt.

    Je stärker die globale Erwärmung voranschreitet, umso schwieriger wird es, sich selbst und hilfsbedürftige vor Hitzewellen zu schützen.

  31. Hallo zusammen,
    die zurück liegende Woche hat sich nun gerade mal von seiner sehr kühlen Seite gezeigt; am Mittwoch hat es hier im Flachland (60m üNN) Schnee gegeben. Da kommt bei mir doch spontan die Frage auf, ob wir uns hier und anderswo nicht zusehr in die Höchstwerte verbeißen und die Tiefstwerte außer acht lassen.
    Mittwoch (14.10.2015) Mittag zeigte mein Außenthermometer 2,8°C an. War das ein Kälterekord? Wie ist der in der hitzigen Debatte um den globalen Temperaturanstieg zu bewerten? Steht uns wieder mal ein sehr kalter Winter bevor?
    VG

    • Wissen Sie was, Herr Bothe, Mark Twain hat einmal folgendes geschrieben:

      „Im Lauf von 176 Jahren hat sich der Untere Mississippi um 246 Meilen verkürzt. Das macht im Durchschnitt eineindrittel Meilen pro Jahr. Deshalb kann jeder besonnene Mensch, der nicht blind oder schwachsinnig ist, sehen, dass der Untere Mississippi im altoolitischen Silur – nächsten November ist es gerade eine Million Jahre her – über 1.300.000 Meilen lang war und wie eine Angelrute über den Golf von Mexiko hinausragte. Und umgekehrt kann jeder sehen, dass der Untere Mississippi in 742 Jahren nur noch eindreiviertel Meilen lang sein wird und dass dann Cairo und New Orleans ihre Straßen zusammengelegt haben und unter einem gemeinsamen Bürgermeister bequem weitermachen werden.“

      Soll ich Ihnen noch etwas mitteilen?

      Bei uns im Dorf hat es letzte Woche einen Anstieg der Schwerkriminalität um tausende von Prozent gegeben. Ich zitiere direkt, was dazu unter der Überschrift „Vandalismus“ in der regionalen Presse erschienen ist: „Bei einem Blumengeschäft in der Friedhofstraße wurde ein Kürbis zerstört.“ Jawoll, so weit ist es mit uns gekommen, außerdem wurde „in der Schillerstraße ein Blumenkasten umgeworfen.“ Wenn das Bundeskriminalamt seine Untersuchungen abgeschlossen hat und die GSG9 wieder weg ist, werde ich für Herrn Rahmstorfs Blog exklusiv weiter über diese unfassbaren (mit Sicherheit auch klimatologisch relevanten) Vorgänge berichten.

      Mark Twain hat noch lapidar vermerkt: „Wissenschaft hat etwas Faszinierendes an sich. So eine geringfügige Investition an Fakten liefert so eine reichen Ertrag an Voraussagen.“

        • Bei meinem eigenen Beitrag ging es mir vor allem auch um die beliebte „Rosinenpickerei“ (ich würde humorvoll vorschlagen, dass wir ab jetzt von „Kürbispickerei“ sprechen, wenn die Rosinen sehr groß sind). Der von Ihnen empfohlene Artikel „Global Warming hat Geburtstag!“ ist jedenfalls sehr interessant.

          Kleiner Tipp an die Klimaforscher: Eine häufigere Verwendung des „ceteris-paribus“-Begriffs könnte viele Darstellungen vereinfachen und erleichtern.

          Über das Große und Ganze weiß ich immerhin seit 1990 Bescheid, weil der Ökonom Bruno Fritsch in einem Kapitel „Veränderung der Atmosphäre: physikalische Aspekte und politische Implikationen“ seines Buchs „Mensch – Umwelt – Wissen“ alle relevanten Erkenntnisse der damaligen Klimaforscher mustergültig weiterkommuniziert hat. Auch die Abkühlungsphase „von 1940 bis 1970“, „während einer Periode zunehmender CO2-Emissionen“ wird von ihm bereits diskutiert.

          Die Namen Flohn, Schönwiese/Diekmann und Crutzen sind mir von damals her noch im Kopf. Immerhin gab es auch schon 1988 einen Zwischenbericht der Bundestags-Enquète-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“.

          Die physikalischen Grundlagen auf der Ebene von Naturgesetzen – und damit die zwingende langfristige oder ceteris-paribus-Wirkung von CO2 – sind sowieso schon seit Jahrhunderten völlig eindeutig herausgearbeitet. Mir ist aufgefallen, dass in diesem Forum von Skeptikerseite noch nie eine Attacke dagegen geführt wurde.

          Auf der Ebene komplexer Wechselwirkungen, wo alle Faktoren sich laufend verändern, kann ich mit „geeignetem“ Zeithorizont, Rosinen(Kürbis-)Pickerei, Extrapolation à la Mark Twain und nicht durch ein konsistentes Erdsystemmodell gestütztes Herumkorrelieren in diversen geschlossenen Zirkeln viel kurzfristig wirksame Zustimmung bekommen.

          Der Fachbegriff für diese Methode ist „sonking“ (scientification of non-knowledge)!

        • Ist schon putzig (sorry), wie hier versucht wird, mir den Versuch der linearen Extrapolation zu unterstellen, nur weil ich fragte, warum man in den Medien und sonstwo praktisch immer nur auf den T-Höchstwerten herum reitet und damit die kommende Klimakatastrophe zu bestätigen sucht, die Negativrekorde aber weglässt oder kleinredet.
          Und im Moment scheinen die auf Basis der Physik rechnenden Modelle sich immer weiter von der Realität zu entfernen, nämlich der Pause im Anstieg der Globaltemperatur seit Ende der 90er Jahre.
          Schau’n wir mal, wie das noch weiter geht …
          VG

          • Ich denke nicht, dass man meinen Beitrag auf einen Extrapolations-Vorwurf reduzieren kann. Mir geht es in diesem Forum immer wieder um die Frage, wie man methodisch-vernünftig in einer komplexen Welt wissenschaftlich fundierte Aussagen gewinnen kann.

            Auch jetzt greifen Sie wieder einen einzelnen „Kürbis“ heraus, statt die Gelegenheit zu nutzen, einmal über grundlegende Systemzusammenhänge fundiert nachzudenken.

            Um was es mir geht (z.B. konsistentes Erdsystemmodell), haben Plöger/Böttcher in ihrem Buch „Klimafakten“ auf andere Weise wie folgt dargestellt:

            Bei vielen Skeptikerargumenten erfahre man, „dass alles nicht so funktioniert, wie es die Klimaforschung darstellt – eine schlüssige Theorie, wie denn dann alles zusammenspielt, wird aber nicht geliefert.“

            „Schlüssig“ bedeute in diesem Fall „eine Theorie zu präsentieren, die alle beobachteten Klimafakten ohne einen menschlichen Einfluss durch unsere Treibhausgasemissionen global und gemeinsam erklärt.“

            Und: „Spricht man beispielsweise dem Kohlendioxid seine Klimawirkung ab, so ist es nicht mehr möglich, die Klimavergangenheit unseres Planeten zu erklären.“

            Wenn Sie meine Argumentation noch einmal selbstkritisch nachlesen, werden Sie feststellen, dass Ihre Pausen-Philosophie in sich nicht logisch ist. Ceteris paribus und physikalisch zwingend steigt die globale Durchschnittstemperatur immer dann, wenn der atmosphärische Kohlendioxidgehalt zunimmt.

            Aufgrund der vielen anderen relevanten Systemfaktoren (methodisch sinnvolles Vorgehen: partielle Aufhebung der ceteris-paribus-Argumentation bis hin zum komplexen Simulationsmodell) kann die Temperatur jedoch über gewisse Zeiträume nicht nur stagnieren, sondern sogar sinken. Vielleicht ist die zusätzliche Wärme ja aber auch bei ganz anderen Systemelementen (etwa dem Ozean) „untergekommen“?

            An der grundlegenden Aussage ändert sich in jedem Fall nichts, ohne die CO2-Wirkung hätte ggf. eine kühlere Phase ja noch viel stärker ausfallen können!

          • ein „Lückenfüllen“ ist immer problematisch und wenn man das nach den Daten der ECMWF (DMI) machen würde, käme für die Arktis eine geringere T Anomalie raus. Zudem fehlen diese Daten schon seit jeher in den Hadley Berechnungen und diese Fläche von ca. 3-4% des Planeten kann keinen sichtbaren Einfluss auf die gezeigte HADCRUT Kurve haben. Für diese Fragen wäre es auch besser, eine ca. 50a Reihe zu zeigen, denn bei Start am Ende der Kleinen Eiszeit geht diese Entwicklung wirklich fast unter, vor allem dann, wenn man lineare Trends verwendet.. Die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft redet vom „Hiatus“ nur am PIK darf dieser nicht besprochen werden. Sehr interessant.

          • Was darf nicht besprochen werden? Ich selbst habe zwei Fachpublikationen zum Thema publiziert. Diese kommen zu einem Ergebnis, das völlig kompatibel ist mit fast allen anderen Studien: wir sehen hier natürliche Schwankungen, die sich dem globalen Erwärmungstrend überlagern, vor allem aufgrund von El Niño. Wir sehen aber keine signifikante Veränderung des globalen Erwärmungstrends. Oder können Sie mir eine einzige Studie nennen, die eine solche signifikante Änderung belegt?

          • Herr Rahmstorf,

            wenn wir einen Erwärmungstrend von 1850 bis heute betrachten, ist diese Abflachung der letzten 15 Jahre sicher nicht in der Lage, die lineare Regression zu beeinflussen, jedenfalls nicht signifikant. Das steht außer Zweifel.

            Es wird jedoch signifikant, wenn sie den linearen Trend von 1980 bis 2000 zeigen oder jenen von 1980 bis heute. Die Erwärmung hat sich verlangsamt, auf gar keinen Fall beschleunigt.

            Ich verstehe auch nicht, warum einige Wissenschaftler immer diese ENSO Phasen dermaßen überstrapazieren, als wenn es sonst nichts mehr gäbe, was unser Klima auf Jahre und Dekaden beeinflussen könnte. Was meinen sie überhaupt unter natürlichen Variationen? Die häufig positiven ENSO Phasen während der schnellen Erwärmung von eben ca. 1980 bis 2000, oder die seither etwas weniger positiven seither?
            Die steile Phase soll also rein AGW bedingt gewesen sein und die 15 flachen Jahre sind natürlich. Kommt ihnen das alles nicht ein bisschen komisch vor?

            Übrigens ist es nicht in Ordnung, jeden globalen Trend im 19. Jahrhundert beginnen zu lassen. Wenn man den anthropogenen Anteil best möglich ermitteln will, reichen rund 50 Jahre, denn erst seither sind die THG Konzentrationen so hoch, dass man überhaupt von einem nennenswerten IR Forcing sprechen kann. In allen GCM`s geht auch die wohl natürliche Erwärmung von ca. 1910 bis 1940 völlig unter, diese war aber genau so steil wie die letzte und es gibt noch immer ein paar Menschen welche behaupten, heutige Klimasimulationen wären halbwegs brauchbar.

        • diese Ansage:

          Stefan Rahmstorf
          28. Oktober 2015 3:56
          Was aber nicht die globale Temperatur ist, ein großer Teil der Arktis fehlt, und wenn man diese Lücke füllt

          Ist so was von dämlich, dass für mich klar ist, dieser Rahmstorf hat von Klimatologie kaum keine Ahnung. Wegen politischen Interessen werden solche Idioten, ich kann es leider nicht höflicher nennen, zu Beratern und was weiß der Kuckuck ernannt. Eifrige Streber, genauer Dummköpfe wie immer, aber wenn der Zeitgeist gerade passt, haben diese Versager die Chance, ihre Klappe weit aufzureißen. Das vergeht wieder, wir alle in der Klimatologie hoffen, ehest möglich.

          So was von zum Kotzen ist das ganze Forum hier, Wissenschaftler rotieren im Grabe, wenn sie solche Polemik lesen, erfahren würden. Wie kann man sich nur als akademisch gebildeter Mensch für solch einen schäbigen Alarmismus hergeben?
          Hoffentlich zahlen ihre Lobbys wenigstens eine satte Prämie für den Scheiß , den sie publik machen versuchen.
          Sie sind für mich ein Dummkopf und wir werden ihre Beraterfunkton ab sofort so was von in Frage stellen, dass sie sich demnächst um eine andere Anstellung sorgen sollten. Ganz im Ernst, so was wie sie ist das Kontraproduktivste, was sich die Klimatologie bisher nur vorstellen konnte Schwachkopf!

          • Meiner Erfahrung nach kann man Kompetenz schon sehr gut aufgrund von Äußerlichkeiten festmachen.
            Rechthaber und Fanatiker zeichnen sich in der Regel durch einen rüden Ton und ein äußerst aufbrausendes Wesen aus. Da hält man besser Abstand.

          • Offensichtlich nützen alle Appelle an einen sachlichen Diskussionsstil nichts. @Rudolf Klar, @wettercafe: Sie haben Zweifel an bestimmten Punkten, z.B. dass die Pole keinen Unterschied machen würden? Warum rechnen Sie uns dann nicht vor, dass das auch wirklich so ist? Immerhin erwärmt sich die Arktis ja deutlich schneller als das Globale Mittel.
            @Bothe: Eine verlinkte Grafik wäre schön, dass man Ihre Behauptung die Prognosen widersprächen der Realität, besser nachvollziehen kann.

            Insgesamt bleibt bei mir hier der Eindruck haften, dass einige „Kritiker“ mit ihren bis hin zu unter die Gürtellinie gehenden Ad-Hominem-Angriffen viel zu emotional in Bezug auf Klimatologie sind, als dass sie auch nur entfernt in der Lage wären, objektive Beiträge leisten zu können. Herr @Klar „Dummkopf, Schwachkopf, Versager, keine Ahnung“& Korruptionsvorwurf und @wettercafe „Nordkorea, Diktatur“ – wohlgemerkt eine Debatte, wenn sie denn aufkäme, endet dort auch gern mal tödlich.

          • Da es sich bei diesem Blog um ein wissenschaftliches Forum handelt, sollte der Debattenbeitrag des Herrn Klar auch nach wissenschaftlichen Kriterien geprüft werden.

            Als erstes fällt auf, dass diese (beklagenswert kurze) Studie offenbar keine Fachbegutachtung (Peer review) durchlaufen hat. Diese Sachlage wird durch die Beobachtung gestützt, dass in dem Paper des Herrn Klar keine verwertbaren Quellen, Querverweise und Referenzen aufgeführt sind und ebenso auf die übliche formale Einteilung (Abstract, Introduction, Discussion, Materials and Methods, Results) aus unerfindlichen Gründen verzichtet wurde. Zwar könnte man bei einigermaßen gutem Willen so etwas wie ein Summary konstatieren („Schwachkopf“), das aber nur aus dem Kontext des Geschriebenen zu erschließen ist, hingegen nicht auf einer wissenschaftlich strigenten Basis beruht.

            Soweit erkennbar, vertritt Herr Klar mit seiner Studie eine Gegenposition zu Herrn Rahmstorf und gleichzeitig damit zur gesamten akademisch geprägten Klimatologie. Auch wenn der Verfasser in dankenswerter Weise bemüht war, seine Gedankengänge als Open Access zu veröffentlichen, werden sich der von ihm angestrebte hohe Impact Factor und die damit verbundenen Citations der Fachwelt auf exakt „Null“ belaufen.

            Unter diesem Aspekt wäre es empfehlenswert, wenn Herrn Klar seine künftigen Veröffentlichungen auf wissenschaftliche Relevanz überprüfen und sich nach Möglichkeit im Rahmen einiger Jahre tiefer in das ihn bewegende Thema einarbeiten würde.

  32. resümierend muss ich feststellen, dass hier eine Klima Diskussion Kultur herrscht, wie ich sie mir in der ex DDR oder im heutigen Nordkorea vorstellen kann.

    Debatte nicht erwünscht, Kritik verpönt, man hat gefälligst den gebetsmühlenartigen AGW Katstrophen Szenarien zu folgen und der Diktator hat immer recht, egal wie dynamisch das zu betrachtende Klimasystem auch sein mag, egal wie groß in allen Fragen dazu die Unsicherheiten sind, das wird alles unterdrückt, damit ja niemand auf die Idee kommt, den Sinn des Großen Ganzen dahinter kritisch zu hinterfragen.
    Dabei wäre genau das der einzige richtige Weg, um wertvolle, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Hier jedoch dominiert die Politik in Form einer astreinen Diktatur.

    • Für jemand, der nicht den Mut hat, seinen Namen zu nennen, habe Sie eine etwas übersteigerte Anspruchshaltung an andere. Sie postulieren, vermuten und behaupten viel, bei den Begründungszusammenhängen hapert es dann aber regelmäßig gewaltig.

      Und deswegen sollen Jahrzehnte an beeindruckender Klimaforschung revidiert werden? Geht`s nicht eine Nummer kleiner? Schauen Sie mal weiter oben, was ich aus Plöger/Böttner – wie auf Sie zugeschnitten! – zitiert habe.

      Mein Vorschlag: Jetzt gehen Sie mal in sich, arbeiten Ihre Sichtweise der klimatischen Gesamtzusammenhänge detailliert aus und stellen Sie das dann alles mit einem Link hier zur Diskussion.

      Vorher bitte ich Sie aber, zur Frage, wie in komplexen Systemen (spezifisch, aber auch ganz generell) „wertvolle, wissenschaftliche Erkenntnisse“ methodologisch korrekt gewonnen werden können, Stellung zu nehmen.

      Das würde mich dann jetzt – vor Ihrer klimatologischen Ausarbeitung – schon mal genauer interessieren!

  33. Sehr gut, Herr Rahmstorf, wenn Sie solche Kommentare wie die vom 28.10. von Herrn Klar und vom 29.10. von wettercafe stehen lassen. Da kann sich jeder, der will, ein Bild machen, wer hier auf welchem Niveau diskutiert.

  34. Zum Thema „Rudolf Klar“ noch folgendes: Ich bezweifle, dass das eine einzelne Person ist. Mir scheint es sich um eine frustrierte, abgehängte Gruppe in einer meteorologischen Organisation zu handeln (könnte ich sogar noch geographisch präzisieren), die sich wegen einer mehr realitätsbezogenen Änderung der Institutspolitik an den Rand gedrängt fühlt.

    Eine weitere psychologische Deutung: Gero von Randow hat in der Zeit vom 3. Juni 2015 in einem Artikel „Ich bin auch wer, Arschloch! – Der Hass auf Politiker und Promis speist sich aus Aufmerksamkeitsneid“ eine weitere interessante psychologische Deutung diverser Verhaltensweisen beigetragen. Die Erkenntnis eigener Irrelevanz und Bedeutungslosigkeit kann, wenn sich etwa personale Angriffsflächen bieten, zu diversen heftigen Frustreaktionen führen.

    Es ist offensichtlich, dass ähnliche psychologische Mechanismen für die gesamte Skeptikerszene gelten!

  35. Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    mein letzter Kommentar an Herrn Rudolf Klar und wettercafe war wohl etwas zu zynisch ausgefallen, weshalb Sie ihn offenbar nicht veröffentlicht haben. Mal ehrlich:

    Ich verfolge diese ganze unselige Klimadiskussion seit nunmehr gut 30 Jahren. Während ich das hier schreibe, drängt sich mir auf penetrante Weise eine BMW-Werbung ins Blickfeld, die etwa 1/5 Ihres Blogs einnimmt, „Teilen Sie mit uns Ihre Leidenschaft, blablabla“. Und das angesichts der Tatsache, dass man Ihnen „GRÜNE Lobbyarbeit“ unterstellt (Rudolf Klar, wettercafe ect), muhahaha. Parallel dazu denke ich an die Tricksereien der Autoindustrie, die einfach überall Ihre öligen Fingerchen im Spiel hat, insbesondere in der Politik. Wussten Sie, dass Niedersachsen 20% der VW- Aktien hält? 🙂 Angesichts der politisch-ökonomischen Filz-Kultur hierzulande und anderswo kann man doch auf die Dauer nur zynisch werden. Jedenfalls bin ich schon lange nicht mehr so blauäugig zu glauben, dass sich daran etwas ändern wird. Wir werden alle verarscht, jeden einzelnen verdammten Tag. Wenn ich die täglichen Nachrichten verfolge, weiss ich nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Ich denke, ich werde mich auch weiterhin für ein zynisches Lachen entscheiden:

    http://www.ucsusa.org/sites/default/files/images/2015/06/gw-graphic-new-york-times-1988-hansen-testimony-front-page.jpg

    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=lORAR1nvfjs

    Und wir sitzen hier immer noch, fast 40 Jahre(!) später, in der Hoffnung, es würde sich was ändern!?…………. damned.

    Wünsche allseits angenehme Weiterfahrt- solange es noch geht.

    MfG,
    Nemesis

  36. Hier mal ein paar knallharte Fakten:

    Zur Zeit beträgt die mittlere Temperaturabweichung in Deutschland 4.25K, in NRW sind’s satte 5K. Und so siehts zZt auf dem Brocken im Harz aus:

    So warm war es auf dem Brocken im November noch nie

    Auf dem höchsten Berg im Norden wurden am späten Dienstagvormittag 19,8 Grad gemessen. Das ist ein Rekord…

    http://www.abendblatt.de/region/niedersachsen/article206512827/So-warm-war-es-auf-dem-Brocken-im-November-noch-nie.html

    Und so folgt ein Rekord auf den anderen.

    Ich sage jetzt schon, genau wie im letzten Jahr, voraus:

    Der Winter 2015/16 wird wieder ein Totalausfall.

  37. @Rudolf Klar, wettercafe und Co:

    A propos „grüne Propaganda-Diktatur“ (mit Bezugnahme auf Ihre letzten „Kommentare“):

    Secrets of the climate deniers exposed: Exxon Mobil and the plot to keep the public in the dark

    Exxon’s board of directors was fully briefed by its own scientists, decades ago, on the emerging consensus that burning oil and gas may cause sea levels to rise, glacial ice to melt and a host of other generally negative consequences. Their reaction was to fund the kind of counter-information campaigns that Soviet-era propagandists would be proud of…One in-house memo stated that ‘fossil fuels contribute most of the carbon dioxide’ that was turning the earth into an overheated greenhouse, another memo showed that the company would seek to ‘emphasize the uncertainty in scientific conclusions…

    http://www.salon.com/2015/11/06/secrets_of_the_climate_deniers_exposed_exxon_mobil_and_the_plot_to_keep_the_public_in_the_dark/

    … den Hinweis auf die skrupellosen Praktiken der Autoindustrie und den damit verbundenen politischen Filz usw usw usw erspare ich uns an dieser Stelle- weiterhin gute Fahrt, solange es noch geht.

    MfG,
    NEMESIS

  38. Allein folgenden Satz aus dem oben von mir zitierten Artikel muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

    One in-house memo stated that ‘fossil fuels contribute most of the carbon dioxide’ that was turning the earth into an overheated greenhouse, another memo showed that the company would seek to ‘emphasize the uncertainty in scientific conclusions.‘

    Besser lässt sich Orwellsches Doublethink wohl kaum formulieren. Was bitteschön soll denn bei einer solchen Strategie am Ende herauskommen?! Nach meinen Informationen hatten sich die Strategen von Exxon damals offenbar gedacht “ Och, der Klimawandel ist doch prima, so werden demnächst die Schiffahrtswege der Arktis frei und wir kommen an das dortige Öl!“… und die etwaigen Probleme, die sich aus dem Klimawandel ergeben, überlässt man dann halt einfach den nachkommenden Generationen- tja, damit sind dann wohl ua WIR gemeint 🙂 Ähnliches müssen sich wohl auch die Strategen (sicher nicht nur) bei VW gedacht haben “ Och, erstmal verdienen wir ordentlich Kohle, manipulieren die Abgaswerte und den CO2- Ausstoss und dann sehen wir weiter…!“ Tja, dumm nur, dass Morgen oftmals schneller Heute ist, als man Gestern gehofft hatte.

  39. Ich weiß nicht, ob das hier 100 % zum Thema passt, aber laut FAZ vom 7. November 2015 („Ermittlungen gegen Exxon-Mobil wegen möglicher Klimalügen“) untersucht der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman derzeit, ob gegen Exxon-Mobil Klage erhoben werden kann, weil der Konzern „im Widerspruch zu seiner eigenen Forschungsarbeit Zweifel am Klimawandel angemeldet“ hat. „Auch sollen Organisationen unterstützt worden sein, die den Klimawandel leugnen.“

    Die vorläufige Antwort von Exxon ist nicht uninteressant: „Exxon erkennt, dass der Klimawandel real und verantwortungsvolles Handeln angebracht ist.“

    Das alles kann noch interessant (und teuer!) werden (man kennt ja die Unerbittlichkeit amerikanischer Justizbehörden). Offensichtlich ist auch der größte amerikanische Kohleproduzent Peabody Energy ins Visier der Ermittler geraten. Vorgeworfen wird denen, dass die ihre Investoren nicht ausreichend über die finanziellen Risiken des Klimawandels aufgeklärt haben.

    Ob es auch einmal Regreßansprüche gegen die hiesige Skeptikerszene geben wird? Die juristischen Möglichkeiten dürften eher gering sein und darüber nachzudenken ist keine Aufgabe für Wissenschaftler. Aber als betroffener Bürger werde ich jede Diskussion in diese Richtung vehement unterstützen!

    • Hallo Herr Bucher,
      [Aber als betroffener Bürger werde ich jede Diskussion in diese Richtung vehement unterstützen!]
      Ich kann diesen Ansatz gut verstehen und im Einzelfall mögen Sie damit auch Erfolg haben, z. B. wenn ein gewerbsmäßiges Interesse an der Verbreitung von Unwahrheiten evident und beweisbar ist. Allerdings werden sich die Betroffenen hinter der wertgeschätzten „Meinungsfreiheit“ verschanzen und Sie dann möglicherweise als deren Feind diffamieren wollen.

      Ich denke, dass es zielführend ist, beharrlich und sachlich den eingenen Standpunkt zu vertreten, beispw. so, wie in diesem Blog praktiziert.

      • Ja, natürlich! Ich möchte mich selbst aber auch nicht unbedingt zum Feind haben!

        Rein sachlich ist mein Beitrag wie folgt zu ergänzen:

        Zumindest die europäischen Öl- und Gaskonzerne plädieren ja mittlerweile selbst deutlich für eine Anhebung der Preise auf CO2-Emissionen: „Es müsse mehr getan werden, um die vom Weltklimarat (IPCC) angestrebte Begrenzung der Erderwärmung auf 2 Grad Celsius gegenüber dem Beginn der Industrialisierung zu erreichen“, berichtet die FAZ vom 2. Juni 2015 von einer Forderung der Unternehmen.

        Bezüglich der Notwendigkeit, mehr Energienachfrage mit weniger CO2 zu befriedigen, werden die Konzerne BG, BP, ENI, Shell, Statoil und Total auch wie folgt zitiert: „Wir wollen dabei unsere Verantwortung übernehmen“.

        Und noch was: Zum ersten Mal beurteilen die Unternehmen in Baden-Württemberg die Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit positiv. Das ergibt eine landesspezifische Auswertung des bundesweiten DIHK-Energiewendebarometers 2015. „Gegenüber 2014 gab es damit eine klare Verbesserung, die sich auch bundesweit zeigt, dort aber weniger stark ausfällt“, berichtet das aktuelle Magazin der süddeutschen Industrie- und Handelskammern (WiS 11/2015).

        Diverse Stellungnahmen von Spitzenmanagern zur Energiewende habe ich ja bereits am 10.9.2015 unter der Rubrik „Auf dem Weg zum fossil-freien Haushalt“ beigetragen.

        Insgesamt sind das doch bemerkenswerte Entwicklungen!

  40. Hier die aktuellsten Zahlen zu den positiven Abweichungen in diesem November:

    http://upload-pictures.de/bild.php/93742,tt11ZYD0R.jpg

    Alles VIOLETT. Heute, 11.11.2015, beträgt die Abweichung +6.26K(!) und die aktuellen Prognosen sagen, dass da noch was draufkommen wird. Übrigens sagen inzwischen die aktuellen Prognosen auch, dass der kommende Winter mit einer Wahrscheinlichkeit von 60% ähnlich ausfallen wird, wie die letzten beiden „Winter“. Tja, ich sag einfach mal:

    Winter ade.

    Ich bin froh, dass ich in meinem Leben noch echte Winter erlebt habe, ich werde ihn sehr vermissen… ohne richtige Winter wird das in Deutschland/Europa demnächst bös trocken werden 🙁

  41. Die globale Erwämung macht Ernst:

    Die Temperaturen der JMA zeigen für den Oktober einen riesigen Sprung – zwischen 1st. 2015 (+0.53°C) und 2nd. 2014 (+0.34°C) liegen satte 0,19°C.
    http://ds.data.jma.go.jp/tcc/tcc/products/gwp/temp/oct_wld.html

    Genauso drastisch sind die Daten des GISS: zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen liegt die Anomalie über einem Grad C, mit 1,04 über dem Referenzzeitraum. http://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v3/GLB.Ts+dSST.txt

    Ein Beitrag von tamino dazu: https://tamino.wordpress.com/2015/11/17/october-a-scorcher/

    Der El Nino, der für die Wärmeumverteilung gesorgt hat, soll inzwischen bis Anfang des nächsten Somers dauern – und wenn man überlegt, dass die globalen Temperaturen erst mit 1-4 Monaten Verzögerung auf die ENSO reagieren, wird auch 2016 ein heißes Jahr werden. http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/analysis_monitoring/lanina/enso_evolution-status-fcsts-web.pdf (jeden Montag aktualisiert – Stand 16.12.15)

  42. Die NOAA-Daten für Oktober sind da: http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201510

    Wärmster Oktober mit 0.98°C über Referenz – größte Abweichung aller Monate bisher.
    Wärmster Oktober über Land.
    Wärmater Oktober über Ozean.
    Und das jeweils zusmmen als auch in in beiden Hemisphären.

    Highlight: Für die Abweichungen von den bisherigen Rekorden über Land (+0.17°C) und über Ozean (+0,15°C) gilt: „This margin is larger than the uncertainty associated with the dataset.“

    Geht weiter mit year-to-date: „The first 10 months of 2015 comprised the warmest such period on record across the world’s land and ocean surfaces, at 0.86°C (1.55°F) above the 20th century average, surpassing the previous record of 2014 by 0.12°C (0.22°F). This margin is larger than the uncertainty associated with the dataset.“

    http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/2015/10/supplemental/page-2

    Weia.

  43. Ich habe hier einen Link für eine weiter spannende Diskussion :

    http://tidesandcurrents.noaa.gov/sltrends/sltrends.html

    Frage an die Experten : Werden eigentlich immer noch wie noch in den 1990er Jahren Pegelstände zur Ermittlung des Meeresspiegels herangezogen oder gibt es modernere Methoden ?
    Noch eine Empfehlung an Maggi : Rudolf Klar hat sich zwar in einem Kommentar sehr beleidigend
    ausgedrückt aber da er ansonsten über einen längeren Zeitraum sehr sachliche Kommentare geschrieben hatte, sollte man jetzt nicht auf ihn einschlagen – dies war ein Ausrutscher, den er wahrscheinlich inzwischen selber bereut. Herr Klar diskutieren Sie weiter und teilen Sie Maggi die
    von ihr angeforderten Links mit- andere in diesem Forum hatten sich manchmal genauso beleidigend geäußert – nobody is perpect !

    mit freundlichen Grüßen, Horst Denzer

    • Vielen Dank für den Link! Wirklich traurig und schmerzhaft. So ist das wohl, wenn in einer Gesellschaft GELD schlichtweg ALLES regiert 🙁 Ich bewundere die Wissenschaftler an der Klimafront, ich hätte wahrscheinlich längst hingeschmissen, nach dem Mottto „Macht Euren Sch…. doch allein!“… allerdings hab ich auch nix zu verlieren, Nachkommen hab ich auch keine.

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