Die populärste Trickgrafik der Klimaskeptiker

Die wohl beliebteste Täuschgrafik der Klimaskeptiker ist das „world climate widget“ des US-Bloggers Anthony Watts. Wir nehmen es unter die Lupe und zeigen, wie die Grafik korrekt aussehen würde.

Die sogenannten „Klimaskeptiker“ verfügen ja über ein Arsenal an irreführenden Grafiken, mit denen der Einfluss des Menschen auf das Klima heruntergespielt werden soll (zwei Beispiele). Besonders verbreitet ist das folgende Bild, das – regelmäßig aktualisiert – auf vielen Klimaskeptikerwebsites reproduziert ist.

altDas „world climate widget“ des US-Klimaskeptikers Anthony Watts mit unseren Erläuterungen (grün). Das Original findet man bei Watts Blog.

Wie würde eine seriöse Zusammenschau von Temperatur, CO2 und Sonnenflecken aussehen?

1. Man sollte dazu Jahreswerte der bodennahen Lufttemperatur nehmen. Die sind relevant für uns Menschen; wir leben nicht irgendwo weiter oben in der Troposphäre. Die von Watts gezeigten satellitenbasierten Troposphärentemperaturen zeigen übrigens praktisch den gleichen Erwärmungstrend wie die von den Wetterstationen gemessenen bodennahen Temperaturen (in beiden Fällen 0,17 °C pro Jahrzehnt über die letzten 30 Jahre). Allerdings ist die Variabilität bei den Troposphärendaten wesentlich größer, insbesondere die Reaktion auf El Niño (wie 1998) und die Sonnenzyklen (wir zeigen das in Foster & Rahmstorf, ERL 2011). Vor lauter Rauschen sieht man den Trend optisch weniger, zumal wenn man auch noch Monatswerte zeigt statt Jahreswerte. Wir nehmen also den bekannten Datensatz der globalen Jahrestemperaturen des Goddard Institute for Space Studies der NASA. (Mehr zu den globalen Temperaturdaten bei Spektrum.de.)

2. Man muss die Skala der CO2-Messdaten korrekt wählen für einen seriösen Vergleich mit den Temperaturdaten, damit sie dem tatsächlich von der Klimaforschung vorhergesagten CO2-Effekt entspricht. Man kann den kompliziert mit einem Klimamodell berechnen; man kann aber auch eine einfache Überschlagsrechnung machen. Heraus kommt: ein CO2-Anstieg von 280 auf 380 ppm  (entsprechend 1,7 Watt pro Quadratmeter Strahlungsantrieb) führt unmittelbar zu etwa 0,8 Grad globaler Erwärmung („unmittelbar“ weil es später noch einen zeitverzögerten Nachlauf gibt, aber wir vergleichen hier ja Temperatur und CO2 zeitgleich). So ist es z.B. in unserem Buch Wie bedroht sind die Ozeane (Seite 111) vorgerechnet.

In unserer Grafik müssen also für eine seriöse Gegenüberstellung 100 ppm CO2 auf der rechten Achse 0,8 Grad auf der linken Achse entsprechen. Das entspricht auch der besten IPCC-Abschätzung des „Transient Climate Response“ (TCR) von 2,1 °C zum Zeitpunkt der CO2-Verdopplung, denn 2,1 °C bei 280 ppm Anstieg ergibt wieder 0,8 °C pro 100 ppm, siehe IPCC Kap. 9.6.2.3. Der TCR ist kleiner als die Klimasensitivität (beste Abschätzung 3 °C für CO2-Verdoppelung), weil die Erwärmung Zeit braucht und hinter dem späteren Gleichgewichtswert „hinterher hinkt“.

Wir zeigen die Jahreswerte der berühmten CO2-Messreihe auf dem Mauna Loa in Hawaii, die 1958 begann.

3. Und zu guter letzt sollte man ehrlicherweise die Zeitreihe der Sonnenflecken zeigen (ebenfalls Jahreswerte) und nicht nur eine Momentaufnahme. Auch hier stellt sich die Frage der richtigen Skalierung (wenn sie auch nicht so wichtig ist, weil die Sonnenaktivität nur Zyklen und keinen nennenswerten Trend aufweist). Wir wählen die Skalierung, die nach der Korrelationsanalyse von Lean und Rind (2008) dem tatsächlich in den Daten feststellbaren Effekt auf die globale Temperatur entspricht, d.h. eine Amplitude des Sonnenfleckenzyklus von ca. 0,05 °C. (Mehr zum Einfluss der Sonne auf die Temperatur bei Spektrum.de.)  

Und so sieht das Bild dann aus:

alt(Grafik: Prof. Stefan Rahmstorf, Creative Commons BY-ND)

Die Trends der CO2- und Temperatur-Kurven stimmen erstaunlich gut überein. Erstaunlich ist das, weil CO2 ja nicht der einzige Einflussfaktor auf die Temperatur ist. Diese Übereinstimmung hat zwei Gründe:

(1) Die weiteren anthropogenen Einflüsse sind teilweise erwärmend (andere Treibhausgase wie Methan), teilweise abkühlend (Luftverschmutzung durch Aerosole). Beides hält sich in etwa die Waage. (Der IPCC-Bericht gibt den anthropogenen Strahlungsantrieb des CO2 alleine mit 1,7 Watt/m2 an, den aller anthropogenen Faktoren zusammengenommen mit 1,6 W/m2.)

(2) Die natürlichen Einflüsse (Vulkane, Sonnenzyklen) auf den Trend sind verschwindend gering im Vergleich zum anthropogenen CO2 (siehe z.B. Lean & Rind 2008, Foster & Rahmstorf 2011).

Die kurzfristigen Temperaturschwankungen um den Trend herum haben natürlich andere Ursachen und haben nichts mit CO2 zu tun; ich habe sie hier näher erläutert.

Da gehört schon einiges dazu, um aus der gezeigten Datenlage eine Grafik zu machen, die dem Laien vorgaukelt, CO2 sei unwichtig und die Sonne wichtig für die globale Temperaturentwicklung über die letzten sechzig Jahre! Wer mit dieser Grafik hausieren geht, hat sich aus jeder ernsthaften Sachdiskussion verabschiedet und den Weg der Täuschung beschritten.

Und wer verbreitet in Deutschland nach Kräften die unseriöse Trickgrafik von Anthony Watts? Es ist der ehemalige RWE-Manager Fritz Vahrenholt, auf dessen Kalte Sonne home page diese Grafik als Dauerillustration immer vorne drauf ist. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Wie kann jemand, der sich als Wissenschaftler präsentiert (ich bin Chemieprofessor!) mit solchen Bauernfängertricks arbeiten? Und wie kann jemand, der mit solchen Bauernfängertricks arbeitet (es ist ja keineswegs der einzige), in das Lenkungsgremium für einen Klimabericht der Technikakademie Acatech berufen werden?

p.s. Herr Vahrenholt hat jetzt eine gute Gelegenheit zu beweisen, dass er nicht absichtlich sondern nur aus Unkenntnis der grundlegenden Klimadaten mit dieser irreführenden Grafik arbeitet. Er sollte umgehend die Watts-Grafik durch unsere seriöse Darstellung der Datenkurven ersetzen. Wir stellen sie gerne zur Verfügung (creative commons, siehe oben). Hoffnung macht uns dabei, dass Vahrenholt nach unserem jüngsten Beitrag seine Falschbehauptung korrigiert hat, das diesjährige Rekordminimum beim arktischen Meereis habe nur 2% unter dem von 2007 gelegen.

Update 28.9.: Ich stolperte gerade über ein passendes Zitat, aus einer Rede des US-Kongressabgeordneten Ed Markey diese Woche zum 50. Jahrestag des Erscheinens von Rachel Carsons Silent Spring:

Rachel Carson was attacked by the chemical industry using a playbook that the tobacco industry first developed: Discredit the messenger, foster doubt and denial about the science, and call for additional research.

Whether it’s harmful chemicals, tobacco use, or climate science, all too often the affected industries employ a three-D strategy: discredit, deny, and delay.

Vielleicht erinnert es Herrn Vahrenholt an seine Jugend (Seveso ist überall).

Update 30.9.: Einer unserer Leser, Bernd Herd, hat hier ein Widget aus der obigen Grafik programmiert, das sich in der Größe anpassen lässt und transparent ist, sodass man es auf jeden Hintergrund machen kann. Siehe seine Kommentare hier und hier. So entsteht aus dem Bloggen ein echter Mehrwert – vielen Dank dafür!


altIn eigener Sache: vorgestern ist unser Buch Wolken, Wind & Wetter von der Deutschen Umweltstiftung zum Umweltbuch des Jahres 2012 gekürt worden!

                alt

 

 

 

 

 

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

53 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Trickgraphik bedeutet bewussteTäuschung

    Wenn die Klimagraphen von Anthony Watts und anderen Klimaskeptikern für Laien eine gewisse Plausibilität haben und sich zudem herausstellt, dass sie die für ihre Absichten besten Tricks – von vielen möglichen – angewandt haben, müsste man eigentlich davon ausgehen, dass diese Skeptiker selbst darum wissen, dass sie täuschen. Wer weiss, vielleicht ist Anthony Watts vom anthropogenen Klimawandel sogar mehr überzeugt als die vielen Normalbürger, die er bewusst täuscht.

  2. Gute Idee

    Würde ich sofort einbinden, wenn man das Erscheinungsbild anpassen kann, die Beschreibungen internationalisieren und sich die Grafik automatisch z.B. monatlich aktualisert.

    Fehlt nicht noch der Anstieg des Meerespiegels als Hinweis auf Konsequenzen?

    Ich bin sicher, ein unverfälschtes Klima-Widget wird sich innerhalb kürzester Zeit auf mehr Internetseiten wiederfinden als das AW Trugbild.

    [Antwort: Keine schlechte Idee – für eine solche automatische Aktualisierung fehlt mir aber leider das technische know-how. Stefan Rahmstorf]

  3. @Becker: Technische Lösung Update

    Das mit der technischen Umsetzung des Updates scheint mir nicht weiter schwer, wenn das nützlich ist.

    Vielleicht kann Herr Rahmstorf die genauen URLs der regelmäßig aktualisierten Quelldaten angeben, dann würde ich mich um eine regelmäßig automatisch aktualisierte Widget-Grafik kümmern, incl. einiger wichtiger Sprachen.

    [Antwort: Die URLs sind im Artikel oben verlinkt. Ein Update ist allerdings nur einmal pro Jahr notwendig, denn die Grafik zeigt ja mit gutem Grund Jahreswerte und keine kürzeren Schwankungen. Stefan Rahmstorf]

  4. Alternative

    Stimmt, ein jährliches Update reicht, das geht auch manuell. Dank freundlicher Hilfe gibt es einen ersten Ansatz als Google Online Chart:

    https://docs.google.com/a/arctic.io/spreadsheet/oimg?key=0AlxsbFlqmAA_dDFJUFNCRjdFU2JSRmwzWW1NZmVSNlE&oid=2&zx=nl089ojwhrgh

    Die Skalierung ist knifflich und nicht perfekt, aber für meine Zwecke reichts.

    Rohdaten sind hier: https://docs.google.com/spreadsheet/lv?pli=1&key=0AlxsbFlqmAA_dDFJUFNCRjdFU2JSRmwzWW1NZmVSNlE&f=true&noheader=true&gid=3 falls Interesse.

  5. Guter Artikel, das Wattsche Climate Widget geht mir auch immer auf die Nerven. Irgendwo ist ja jede Darstellung von zwei unterschiedlich dimensionierten Werten im gleichen Diagramm beliebig. Die Kombination über Sensitivität bzw. TCR ist eine interessante Idee. Allerdings überlege ich gerade, ob nicht eine der beiden Skalen logarithmisch sein müsste – schließlich ist die Sensitivität ja eine Temperaturerhöhung X pro Verdopplung von CO2, also nicht linear. Oder mache ich da gerade einen Denkfehler?

    Ein zweite Frage… die Klimakonträre benutzen ja gern die HadCRUT3-Daten, weil da ja der „Knick“ so schön sichtbar ist. Ich habe mal aufgeschnappt, dass diese im Vergleich zu GISS nur 80% der Erde darstellen und die Polargebiete komplett ausklammern, die sich ja gerade in den letzten 10 Jahren mit am stärksten erwärmt haben. Ist das richtig? Enthalten z. B. die bei Wood for Trees verfügbaren CRU-Daten auch arktische SSTs? Ich habe versucht, dazu mehr herauszufinden, aber man erhält teils unterschiedliche Informationen.

    [Antwort: Lieber Herr Sumfleth, korrekt, der Strahlungsantrieb von CO2 steigt mit dem natürlichen Logarithmus der Konzentration. Ich hatte überlegt, dazu eine Fußnote zu machen, aber der Effekt ist in dem Wertebereich zwischen 280 und 390 ppm so klein, dass er nicht ins Gewicht fällt (d.h. die lineare Näherung ist da sehr gut, und wird z.B. auch im IPCC-Bericht gemacht).

    Die HadCRUT3-Daten hatten in der Tat das seit Jahren bekannte „Arktis-Loch“, sind aber ja inzwischen durch die HadCRUT4-Daten abgelöst worden, die eine bessere Abdeckung der Arktis bieten und auch besser mit den anderen Datensätzen der bodennahen Temperatur übereinstimmen (NASA und NOAA). Stefan Rahmstorf]

  6. Ein paar dumme Fragen…

    hätte ich da doch noch.

    Woher weiß man, dass der Anstieg der Temperatur nicht eine Erhöhung des CO2 auslöst (zum Beispiel durch Freisetzung bisher gefrorener Gase etc.) sondern umgekehrt? Das würde mich interessieren.

    Und vor allem: woher wissen diese Klimatologen, die vor der Sache mit der Erwärmung um jeden Euro Forschungsbudget betteln mussten, eigentlich so gut Bescheid über die Sachbereiche Volkswirtschaft, Biologie, Nautik, Demographie, Soziologie…etc, etc.? Mir scheint, die können nicht das Wetter von Morgen voraussagen, aber wissen, wie der Klimawandel die Arbeitslosenquote in Tadschikistan beeinflussen wird.

    Woher wissen die, welche Folgen im Detail höhere Durchschnittstemperaturen haben werden, und, warum ist der Netto-Effekt negativ?

    Und, btw., wenn sich der Klimawandel doch nicht als Katastrophe herausstellt, weiß dann schon jemand, was uns als nächstes an den Rand der Auslöschung bringt (nach Baumsterben, Ozonschicht und eben Klimawandel)?

    [Antwort: Die meisten Ihrer Fragen (allerdings nicht die nach der Arbeitslosenquote in Tadschikistan) werden sowohl in Der Klimawandel als auch in Wolken, Wind & Wetter beantwortet – falls Sie es wirklich wissen (und sich in „Nick der Gut Informierte“ wandeln) wollen. Beispiel CO2-Anstieg: schon die Isotopenzusammensetzung verrät, das der zusätzliche Kohlenstoff in der Atmosphäre aus fossilen Quellen stammt. Außerdem haben wir doppelt soviel CO2 aus fossilen Quellen in die Atmosphäre gebracht, als wir an Anstieg dort messen – was belegt, dass das natürliche Erdsystem nicht etwa von irgendwoher CO2 in die Luft ausgegast hat, sondern im Gegenteil rund die Hälfte das CO2 aufgesaugt hat, das wir Menschen durch Verbrennung von Kohle, Öl und Gas aus der Erdkruste geholt und in die Luft geblasen haben. Stefan Rahmstorf]

  7. Auch noch ein paar Fragen

    Wie sieht es aus mit dem CH4? „Rinder Reisfelder“?
    Wie sieht es aus, mit unterirdisch „brennenden“ selbstentzündeten Kohleflözen?
    Wie sieht es aus, mit der Urwaldabholzung?
    Wie sieht es aus mit der Aufforstung?

    Wie wäre es, den Planeten mal wieder „Grün“ zu machen? Wie viel Pflanzen bedarf es, das Böse CO2 zu kompensieren?

    Stimmt es mit den Sonnen Zyklen alle 11 Jahre?

    Stimmt es, das Europa mal unter Meter Dicken Eis gelegen hat, und wenn ja, wer hat die Schmelze in Gang gesetzt?

    Ich bezweifel nicht, dass der Mensch sein zu tun hat und macht. Nur geht mir dieser panische Hype, wo es nachgewiesener Weise, auch zwischen Daumen und Zeigefinger sich abspielt, CO2 Rechte etc. pp. auf den Sender.

    Wie sieht es aus bei der Ölförderung mit dem Abfackeln des Gases aus. Siehe Nigeria. Und und und.

    Wie sieht es mit den Methan vorkommen aus die tagtäglich Mutter Natur ins Meer ablässt.

    Die Diskussion ist einfach zu einseitig. Und darum zu banal. Es geht um eines: Make Money make more Money.

    Ein schönes WE

    [Antwort: Ich empfehle nochmals unser Buch Der Klimawandel, wenn Sie die antworten wissen wollen – das haben wir geschrieben, um nicht immer von neuem die immer selben Fragen beantworten zu müssen – wozu leider die Zeit nicht reicht. Stefan Rahmstorf]

  8. @Becker Widget verfügbar

    Ich habe nun eine Software geschrieben, die diese Grafik ständig verfügbar und aktuell hält:

    http://herdsoft.com/climate/widget/image.php

    Um die Grafik anzupassen (Größe, Startjahr, Beschriftung…):

    http://herdsoft.com/climate/widget/

    Z.B.

    http://herdsoft.com/…mp;width=1000&height=80

    oder

    http://herdsoft.com/…Temperatur&co2_axis=CO2

    Die Grafik ist transparent, man kann also mit HTML/CSS-Techniken jeden beliebigen Hintergrund dahinter setzen.

    [Antwort: Super, danke, siehe Update oben. Noch ein Vorschlag: das Widget sieht nicht so gut aus, wenn man es klein darstellt (z.B. 300×200 pixel) – dazu müsste man an der Beschriftung noch etwas justieren. Ich würde auch die CO2-Kurve über die Temperaturkurve legen, sonst verschwindet sie bei kleiner Darstellung fast hinter der Temperatur, wegen deren vielen Zacken. Und vielleicht können Sie noch ein Stück Beispiel-html-code zum Reinkopieren in die eigene Website auf Ihre Seite stellen, um es Nutzern noch einfacher zu machen, das Widget einzubinden? Stefan Rahmstorf]

  9. @Climate Widget

    Streng genommen bräuchte man noch eine Skala für die Sonnenfleckenkurve. Aber das macht es vielleicht zu unübersichtlich.

    Etwas Feinarbeit beim Layout fände ich nicht schlecht. Die Kurven wirken optisch nicht gleich dick. Für die Temperaturkurve könnte ich mir auch rot vorstellen. Zahlen etwas fetter und ein bisschen mehr Abstand zu den Achsen. Skalierung schwarz statt grau. Weniger „technische“ Schriftarten (keine Konsolenschrift).

  10. Antwort Danke

    —>>>Ich empfehle nochmals unser Buch Der Klimawandel, wenn Sie die antworten wissen wollen – das haben wir geschrieben, um nicht immer von neuem die immer selben Fragen beantworten zu müssen – wozu leider die Zeit nicht reicht.“

    Als Agnostiker kann ich mir nicht vorstellen, dass es darauf 100% Antworten geben kann. Aber ich werde mir ihr Buch anschauen. Da ich bei dem Link nur positive Resonanzen lese, werde ich nachdenklich. Es lohnt sich bestimmt dort zu lesen. Ein Tipp von mir, mein Freund Achmed Khammas hat sich auch ein wenig Mühe gemacht. Falls noch nicht bekannt, http://www.buch-der-synergie.de

    Da ich persönlich seit über 7 Jahren an Wasserwirbeln forsche, stellen sich mir natürlich immer mehr Fragen, als ich Antworten bekomme. Wie gesagt, ich lese es mir durch, und versuche zu verstehen. Aber ne Antwort bekommen Sie von mir dann auch.

    Ein schönen Rest-Sonntag wünschend

  11. …weil die Sonnenaktivität nur Zyklen und keinen nennenswerten Trend aufweist…

    durchaus gibt es einen Trend in der Sonneneinstrahlung! Wir liegen auf einem Plateau, einem Jahrtausenhoch sozusagen und da man weiß, dass auch hier eine gewisse Trägheit über Dekaden ins Spiel kommt, kann man nicht einfach hergehen und die Sonne fast total vernachlässigen.

    http://www.zamg.ac.at/…be/2-2-5_1_solarkonstante

    [Antwort: Für diese Theorie müssen Sie (a) ein völlig unrealistisches Ausmaß der thermischen Trägheit annehmen, und (b) sollten Sie berücksichtigen, dass die gemessenen Veränderungen im Strahlungsantrieb der Sonne etwa einen Faktor 10 kleiner sind, als die durch den Anstieg der Treibhausgase. Weder Zeitverlauf noch Amplitude der solaren Veränderungen sind geeignet, einen substanziellen Teil der globalen Erwärmung der letzten fünfzig Jahre zu erklären. Stefan Rahmstorf]

  12. rahmstorfsche

    Sehr geehrter Hr Rahmstorf

    trick 1/2:
    „Man sollte dazu Jahreswerte der bodennahen Lufttemperatur nehmen. Die sind relevant für uns Menschen; wir leben nicht irgendwo weiter oben in der Troposphäre“

    ??? relevant für uns menschen sind nicht irgendwelche über das jahr und den gesamten globus gemittelte temperaturen. menschen müssen mit den täglichen, saisonalen und längerfristigen schwankungen der temperatur an dem ort wo sie wohnen klarkommen. und die schwanken so extrem, dass -gäbe es keine thermometer und mittelungen- niemand den ach-so-katastrophalen klimawandel je bemerkt hätte

    trick 3:
    „…Man muss die Skala der CO2-Messdaten korrekt wählen für einen seriösen Vergleich mit den Temperaturdaten, damit sie dem tatsächlich von der Klimaforschung vorhergesagten CO2-Effekt entspricht…“

    watts wählt die skala völlig korrekt: nämlich formatfüllend. hab ich im ersten semester auch so gelernt. im übrigen wäre es ein trick wenn man die darstellung von 2 unabhängingen grössen so skaliert dass ein scheinbar ofensichtlicher linearer zusammenhang optisch erzeugt wird
    trick4:
    „..Und zu guter letzt sollte man ehrlicherweise die Zeitreihe der Sonnenflecken zeigen..“
    hätten sie gesehen wenn sie auf die graphik draufgeklickt hätten

    aber schauen wir doch mal ihre grafik an:

    Rahmstorf trick 1:
    ist zwar uralt, aber manche fallen noch immer drauf rein: man zieht den plot einfach in die höhe, und schon schaut der anstieg steiler aus. hier
    http://scilogs.spektrum.de/…obale-temperatur-reloaded
    in fig. 5 ein extremes beispiel

    Rahmstorf trick 2:
    man lässt die zeit einfach bei 1950 anfangen. dh der temperaturanstieg zwischen 1900-1940, der ahnlich steil ist wie der den sie zeigen wird einfach ausgeblendet, weil er nicht zum propagierten CO2-temperaturzusammenhang passt. es werden also bewust daten weggelassen, weil sie nicht so recht zur theorie passen

    möge der leser entscheiden welche grafik „trickreicher“ ist

    [Antwort: Das können unsere Leser zweifellos entscheiden, zumal das Widget von Herrn Herd erlaubt, sich die Grafik mit einem beliebigen Anfangsjahr anzusehen. Allerdings beginnen die CO2-Messungen auf dem Mauna Loa erst in den 1950ern, weshalb ich 1950 als Anfangsjahr genommen habe. Übrigens reproduzieren die Modelle auch die Erwärmung in der ersten Hälfte des 20 Jh., es gibt da nichts, das „nicht zur Theorie passt“. Ziel hier war auch nicht ein Vergleich von Modellen mit dem realen Temperaturverlauf, das leistet z.B. der IPCC-Bericht, sondern nur eine korrekte Version der Watts-Grafik zu zeigen. Stefan Rahmstorf]

  13. Tropopause

    Ich bin immer wieder verblüfft, wie Klimaskeptiker einfachste Physik negieren. Wenn man eine Dämmschicht verdoppelt geht entweder der Wärmestrom durch die Dämmschicht zurück oder bei gleichem Wärmestrom ist die Temperaturdifferenz über der doppelten Dämmschicht doppelt so hoch.

    Das CO2 und die anderen Treibhausgase haben eine Dämmwirkung und mit mehr CO2 steigt die Dämmwirkung. Diese Dämmwirkung kann man auch mit dem II.HS. der Thermodynamik (Entropiesatz) verstehen. Zum Wärmetransport von einem wärmeren zu einem kühleren Körper ist eine Temperaturdifferenz erforderlich – und eine Temperaturdifferenz bedeutet eine Entropiezunahme. Mehr „Zwischenstationen“ (mehr Absorptions-Emissions-Paare) auf dem Weg von der Erdoberfläche ins All bedeuten eine größere Entropiezunahme. Weil die Abstrahlung der absorbierten Solarenergie eine bestimmte Mindesttemperatur (Schwarzkörperstrahlung) erfordert, kann die abgestrahlte Entropie einen bestimmten Maximalwert nicht überschreiten. Die Folge von maximal abstrahlbarer Entropie und größerem Entropiezuwachs in der Atmosphäre verlangt geringere Entropie beim Eintritt in die Atmosphäre, d.h. eine höhere Temperatur. Und wegen der hohen Sonnentemperatur ist immer noch viel Spielraum dabei, daß der Entropiezuwachs bei der Absorption von Solarstrahlung (sehr geringe Entropie) und der Emission von der Erdoberfläche nur etwas geringer wird. Allerdings ist diese qualitative Betrachtung nicht quantitativ.

    Auf der anderen Seite verstehe ich nicht, daß die Klimawissenschaftler so wenig von der Physik bringen und es damit den Klimaskeptikern leicht machen, die Physik zu negieren. Das fängt schon bei dem CO2 an. Ca. die Hälfte des menschenerzeugten CO2 verbleibt in der Atmosphäre. Klimaskeptiker sagen nun, daß die höhere CO2-Konzentration aus dem Ausgasen infolge Temperaturanstieg resultiert. Richtig ist: Ohne Temperaturanstieg könnte mehr CO2 aus der Atmosphäre verschwinden, es bleibt aber so viel CO2 in der Atmosphäre, da mit dem Temperaturanstieg die Löslichkeit abnimmt. Auch dabei tricksen die Klimaskeptiker: mehr Temperatur, mehr CO2-Ausgasung, dadurch mehr Temperatur, deshalb könne das nicht stimmen. Dabei kennt fast jeder das akustische Pfeifen: die Lautstärke am Mikrofon wird verstärkt durch die Lautsprecher wiedergegeben und mit zunehmender Entfernung vom Lautsprecher wird es leiser. Obwohl immer Mitkopplung herrscht, kommt es erst zum Pfeifen, wenn die Lautstärke am Mikrofon genau so laut oder lauter wird als die ursprüngliche Sprache, d.h. wenn der Lautstärkeregler genügend aufdreht wird.

    Eine andere Aussage ist der Strahlungsantrieb – eine virtuelle berechnete Größe, die überhaupt nicht real ist und laut IPCC nur zu Vergleichszwecken beibehalten wird. Dieser virtuelle Strahlungsantrieb macht nun die Einführung der weiteren virtuellen Größe Wasserdampfrückkopplung notwendig, um auf reale Temperaturerhöhungen zu kommen. Würde die Wasserdampfrückkopplung tatsächlich real existieren, wäre das fatal: Diese Wasserdampfrückkopplung soll eine Temperaturerhöhung ca. um den Faktor 3 bringen, das bedeutet aus der Rückkopplungstheorie (siehe akustisches Pfeifen) eine Schleifenverstärkung von 2/3, ein Entgleisen der Rückkopplung passiert bei der Schleifenverstärkung 1 und der Unterschied zwischen 2/3 und 1 ist nicht groß.

    Wesentlich ist auch, daß der Treibhauseffekt nicht nur von den Strahlungsverhältnissen abhängt, sondern auch von der Konvektion, insbesondere der Vertikalzirkulation, die durch adiabatische Druckänderungen bei der Zirkulation zu einer Temperaturabnahme mit der Höhe führt. Beim trockenadiabatischen Temperaturgradienten (ca. 9,8K/km) wäre die Konstanz des Gradienten bei beliebigen Treibhauskonzentrationen gesichert, beim feuchtadiabatischen Gradienten (ca. 6,5K/km) ist das zwar nicht so gesichert, aber mir ist keine Messung (Untersuchung usw.) bekannt, daß sich dieser Gradient geändert hat und ich halte es auch für unwahrscheinlich. Die Hauptwirkung des Wasserdampfes, der praktisch nur in der Troposphäre vorhanden ist, ist die Sicherung des feuchtadiabatischen Gradienten – auf zwei Arten: durch seine Strahlung (Haupteil der Gegenstrahlung) wird eine Oberflächentemperatur erzeugt, die für den Gradienten notwendig ist und durch seine Kondensation sorgt er für den feuchtadiabatischen Gradienten. Allerdings ist der Temperaturgradient nicht rein adiabatisch (adiabatisch bedeutet kein Wärmetransport), sondern es wird Wärme nach oben transportiert, die in Strahlung umgewandelt wird. Aber diese Abweichung von der Adiabatik ist gering: In mittleren Breiten ist die Temperaturdifferenz über der Troposphäre ca. 70 K, davon entfallen schätzungsweise weniger als 2 K auf den Wärmetransport.

    Wenn nun der Temperaturgradient in der Troposphäre konstant bleibt, wie kommt es dann zur Klimaerwärmung? Auch in der Stratosphäre existiert ein Temperaturgradient, der allerdings für eine Zirkulation zu gering ist. Auch am Boden kann man das bei einer Inversionswetterlage beobachten: Damit eine Luftschichtung instabil wird (Vertikalzirkulation) muß ein bestimmter Temperaturgradient überschritten werden – und das wird erst am unteren Ende der Stratosphäre erreicht. Da in der Stratosphäre kaum konvektiver Wärmetransport herrscht, ist der Temperaturverlauf fast allein durch den Strahlungstransport bestimmt und beschrieben wird das durch die Strahlungstransportgleichungen, die als einzigen Parameter die Absorptionslängen haben – und die ist proportional den Treibhausgaskonzentrationen. Die Temperaturwerte bleiben daher etwa gleich, wenn man die Temperaturwerte auch kleineren Abständen vom Weltallbeginn zuordnet (Fachbegriff Skalierung). Am Deutlichsten ist das zu sehen, wenn man die Höhe nicht in Längen angibt, sondern als Druck – um so größer die Höhe, um so geringer der Druck. Dann muß man die Absorptionslänge auch als Druck angeben.

    Da infolge der Skalierung der Temperaturgradient, der zum Instabilwerden der Luftschichtschichtung führt, bei geringeren Drücken erreicht wird, muß die Höhe der Grenze Stratosphäre/Troposphäre (Tropopause) steigen und das wird auch beobachtet.

    Dabei spielen die Treibhausgase die wichtige Rolle. In mittleren Breiten ist der Tropopausendruck ca. 200 mbar, auf das CO2 entfallen dabei ca. 0,12 mbar. Aussagefähig ist auch der Vergleich mit Venustropopause (fast reine CO2-Atmosphäre): ca. 0,4 mbar, Marstropopause ähnlich. Bei mehr CO2 muß sich der Partialdruck in Richtung reiner CO2-Atmosphäre ändern. Da auch noch andere Treibhausgase sind, können nur die Extremwerte sicher angegeben werden, der genauere Wert ist Beobachtung. Bei Verdopplung des CO2 könnte der Tropopausendruck konstant bleiben, d.h. der Partialdruck des CO2 müßte auf das Doppelte steigen (0,24 mbar) oder das andere Extrem: der Partialdruck bleibt konstant, dann muß der Gesamtdruck auf ca. die Hälfte sinken (100 mbar). Die Extrapolierung der gegenwärtigen Entwicklung läßt einen Partialdruck von 0,16 mbar erwarten, d.h. die Daten der Erdtropopause bewegen sich in Richtung Venustropopause. Eine logarithmischer Zusammenhang zwischen Oberflächentemperatur und CO2-Konzentration ist nur eine Näherung der Änderungen und durch keine Theorie gedeckt.

    Noch etwas zur Dicke der Stratosphäre: die Rechnung zeigt, das die Stratosphäre um so dünner wird, um so kürzer die Absorptionslängen sind (schon genannt) und um so größer die ins All transportierte Wärmemenge ist. Deswegen ist im Äquatorbereich die größte Tropoapusenhöhe und an den Polen die niedrigste. Mit dem Steigen der Tropopause wird auch die Horizontalkonvektion effektiver und der Unterschied Äquatortemperaturen / Poltemperaturen wird geringer, d.h. die Temperaturen in den Polargebieten steigen schneller als in den Äquatorgebieten.

    Mit den höheren Temperaturen und größerer offener Wasserflächen kommt auch mehr Wasserdampf in die Atmosphäre, wodurch sich in Lagen, wo noch die Temperatur dauerhaft unter 0°C liegt mehr Eis bilden kann. Deshalb ist Wachsen der Gletcher in großen Höhen und Abschmelzen in niederen Höhen kein Widerspruch – genau so wie Eisabnahme in der Arktis und (geringere!) Eiszunahme in der Antarktis kein Widerspruch ist.

    Zum Vergleich sind auch die Temperaturverhältnisse bei einer hypothetischen Atmosphäre ohne Treibhausgase hilfreich. Da eingetragene Wärme von der Atmosphäre nicht abgestrahlt werden kann, wird der größte Teil der Atmosphäre so warm werden, wie die wärmste Stelle der Erdoberfläche. Da alle absorbierte Solarstrahlung direkt von der Erdoberfläche abgestrahlt werden muß (die Atmosphäre strahlt ja nicht) wird die Temperaturverteilung an der Oberfläche so sein, als ob keine Atmosphäre vorhanden wäre (ähnlich dem Mond). Warme Atmosphäre und kalte Erdoberfläche sind kein Widerspruch, da beide durch eine dünne Inversionsschicht getrennt sind. Deren ruhende Luft ist ein schlechter Wärmeleiter.

    Noch etwas zur Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche ohne Treibhausgase. Da werden oft –18°C genannt als Strahlungsgleichgewichtstemperatur. Diese –18°C sind aber nur ein oberer Grenzwert der Durchschnittstemperatur, der nur dann erreicht würde, wenn die Erdoberfläche einheitlich warm wäre. Real wäre wegen des T^4-Gesetzes die Durchschnittstemperatur deutlich niedriger (vielleicht –50°C) – weil bei niedrigeren lokalen Temperaturen überproprtional weniger abgestrahlt wird, aber schon etwas höhere lokale Temperaturen strahlen überproportinal mehr ab (Mathematik: Höldersche Ungleichung).

    Den Treibhauseffekt kann man auch schön am abgestrahlten Spektrum sehen. In den Spektralbereichen, wo die Wärmeausbreitung durch Absorption behindert wird, ist die Strahlungsintensität in den Weltraum gering, dafür muß in den Wellenlängenbereichen, wo die Abstrahlung nicht erschwert wird (atmosphärisches Fenster) die Abstrahlung höher sein, damit die Erde über alle Wellenlängen so viel abstrahlt, wie sie Solarstrahlung absorbiert.

    In den absorbierenden Wellenlängenbereichen gibt es zwei Betrachtungsweisen, die beide das Gleiche ergeben:
    1. Der Wärmestrom zwischen einem wärmeren und kühleren Körper hängt auch von der Temperatur des kühleren Körpers ab. Da in Oberflächennähe die Temperatur der Atmosphäre steigt, ist der Wärmestrom in die Atmosphäre geringer.
    2. Die Abstrahlung von der Erdoberfläche ist in den absorbierenden Wellenlängenbereichen ebenso erhöht wie im atmosphärischen Fenster. Die abgestrahlte Energie wird in der Atmosphäre absorbiert und kommt zum großen Teil als Gegenstrahlung zurück.

    MfG

    [Antwort: Lieber Herr Ebel, das ist einfach zu lang für einen Leserkommentar! Stefan Rahmstorf]

  14. Natürliche Ursachen irrelevant

    Ich muss dem Blogger da zustimmen, die natürlichen CO2-Quellen haben kaum Einfluss auf das Weltklima, da sie natürlich sind (wer hätte das gedacht) und schon seit Millionen von Jahren exestieren. Dass das Klima immer schwankt, ist auch normal und daher kein Argument dieser Pseudo-Klimaexperten.

  15. Länge

    [Antwort: Lieber Herr Ebel, das ist einfach zu lang für einen Leserkommentar! Stefan Rahmstorf]

    Beim Schreiben war mir schon klar, das es eigentlich zu lang ist – und hatte die Befürchtung, daß deswegen die Veröffentlichung wegfällt. Ich freue mich, daß Sie es veröffentlicht haben – ich hatte nur die Gelegenheit genutzt, mal deutlich auf die Physik des Treibhauseffekts hinzuweisen und warum die Klimaskeptiker oft physikalischen Unsinn erzählen.

    MfG

  16. @Jochen Ebel: Tropopause

    Hallo Herr Ebel,

    „[…] Einführung der weiteren virtuellen Größe Wasserdampfrückkopplung notwendig, um auf reale Temperaturerhöhungen zu kommen. Würde die Wasserdampfrückkopplung tatsächlich real existieren, wäre das fatal: Diese Wasserdampfrückkopplung soll eine Temperaturerhöhung ca. um den Faktor 3 bringen, das bedeutet aus der Rückkopplungstheorie (siehe akustisches Pfeifen) eine Schleifenverstärkung von 2/3, ein Entgleisen der Rückkopplung passiert bei der Schleifenverstärkung 1 und der Unterschied zwischen 2/3 und 1 ist nicht groß.“

    Soweit ich es verstehe ist das genau die Sorge hinter dem möglichen „Runaway Greenhouse Effect“ auch genannt „Venus Syndrome“: Bei sehr hohen CO2-Anteilen könnte sich die durch Wasserdampf verursachte Rückkopplung noch ein wenig verstärken, so dass es zu einer kompletten Rückkopplung käme, die erst durch kochende Meere beendet würde.

    http://en.wikipedia.org/…naway_greenhouse_effect

    James Hansen hat diese Theorie in seinem Buch „Storms of my Grandchildren“ diskutiert. Ich hatte auch eine wissenschaftliche Arbeit über diese Möglichkeit gelesen in der das Szenario im Endeffekt als „wahrscheinlich nicht möglich, vielleicht aber doch“ eingeschätzt wurde.

    Zu einem so hohen Anteil an Treibhausgasen, dass dieses Syndrom ausgelöst werden könnte, könnte es theoretisch vielleicht kommen, wenn alle bekannten Risiken tatsächlich in vollem Maße eintreten würden. Hansen geht davon aus, dass es bei ausreichend hoher CO2-Konzentration zu einer Wiederholung des PETM-Ereignisses kommen könnte und in Folge dessen die Temperatur ausreichend ansteigen könnte um die Rückkopplung durch den Wasserdampf auf so hohe Werte zu bringen, dass ein „runaway“-Effekt möglich sein könnte.

    http://de.wikipedia.org/…3%A4n-Temperaturmaximum

    Aber ich als Laie habe den Eindruck, dass er mit dieser Meinung unter den Wissenschaftlern recht alleine steht. Aber über physikalische Gesetze wird ja nicht demokratisch abgestimmt.

    Hansen sagt, dass die Sonne seit dem PETM-Ereignis durch Alterung geringfügig stärker strahlt, was die Wahrscheinlichkeit für die Rückkopplung erhöht. Allerdings ist die Zunahme der Sonnenintensität in dieser Zeit vergleichsweise winzig. Er sagt, vor 250 Millionen Jahren war die Sonnenstrahlung 2% schwächer, was in etwa einer Halbierung des CO2-Anteils in der Atmosphäre entspräche.

  17. @Gunnar Innerhofer

    Ich fürchte, Sie unterliegen bei der Deutung Ihres „Jahrtausendhochs“ hinsichtlich der Sonneneinstrahlung einem Irrtum. Die Einbindung der Solarkonstante (y-Achse Ihrer verlinkten Grafik) in ein Langzeitdiagramm ist aus mehreren Gründen problematisch.

    So lag die Fehlerspanne bei der Bestimmung des exakten Strahlungswerts in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts noch bei ca. 5 Prozent. „Meyers Handbuch über das Weltall“ (Ausgabe 1973) verzeichnet etwa zehn damals aktuelle Referenzen, deren Angaben zwischen 1,34 und 1,46 kW/qm schwankten. Erst mit Beginn der extraterrestrischen Messungen ab 1978/79 ergab sich für die Solarkonstante ein Mittelwert von 1367 W/qm (offiziell festgelegt von der Weltorganisation für Meteorologie im Jahr 1982). Theoretisch könnte die Solarkonstante auf Basis der ermittelten Daten daher rückwirkend berechnet werden (unter Einbeziehung der verschiedenen Erdbahn-Parameter, der Milankovic-Zyklen sowie der bekannten Minima-Perioden), doch handelt es sich dabei immer um Näherungswerte mit entsprechenden Toleranzbereichen. Eine signifikante Zunahme ist daraus nicht zu erkennen.

    Zudem zeigen die Satellitendaten, dass die Solarkonstante innerhalb ihrer Oszillationsbreite und ihres quasi-elfjährigen Zyklus in den letzten Jahrzehnten absolut stabil blieb:
    http://commons.wikimedia.org/…03.jpg#filehistory

    Somit bleibt der solare Nettoantrieb als hausgemachte Komponente für die scheinbare Strahlungszunahme übrig. Dieser ist jedoch keine 1:1-Ableitung der Solarkonstante, sondern resultiert aus einer Vielzahl von zum Teil wechselnden Einflüssen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Zunahme des CO2-Äquivalent-Werts von ca. 300 ppm (vorindustriell) auf gegenwärtig rund 450 ppm.

    Diese Zunahme spiegelt sich in Form der globalen Erwärmung auch in Ihrem Diagramm punktgenau wider – nur ist die Ursache nicht eine erhöhte Sonneneinstrahlung, sondern der Eintrag anthropogener Treibhausgase in die Atmosphäre.

  18. Rückkopplungen

    Im Klimasystem gibt es unzweifelhaft Rückkopplungen. Eine Rückkopplung ist z.B. Eis-Albedo-Rückkopplung: Die Erwärmung führt zum Schmelzen von Eis, die freiwerdende Wasserfläche absorbiert mehr Solarstrahlung und das führt zu verstärkten Schmelzen.

    Das Wort „Wasserdampfrückkopplung“ hat eine große Faszination. Höhere Temperatur führt zu mehr Wasserdampf in der Atmosphäre und damit entsteht scheinbar ein Kreislauf: das Mehr an Wasserdampf bringt durch Kondensation Wärme in die Atmosphäre, das Mehr an Wärme liefert eine höhere Temperatur und das liefert mehr Wasserdampf in die Atmosphäre – bloß, das ist ein Trugschluß. Es gibt keine Wasserdampfrückkopplung – schon gar keine positive.

    In der Troposphäre haben die Strahlungseigenschaften kaum Einfluß auf den Temperaturgradienten. Selbst große Änderungen der Strahlungseigenschaften werden durch kleine Änderungen der Zirkulation kompensiert.

    Die Strahlung vom Wasserdampf ins All ist fast unabhängig von der gesamten Wasserdampfmenge. Ist die Wasserdampfkonzentration groß, wird die emittierte Wasserdampfstrahlung vom Wasserdampf selbst absorbiert, ist die Konzentration klein, passiert die Strahlung die Wasserdampfschicht und geht ins All. Nun ist die Wasserdampfkonzentration eine Funktion der Temperatur. Ist die Temperatur hoch wird also die emittierte Strahlung absorbiert, ist die Temperatur niedrig passiert die Strahlung. Also gibt es dazwischen eine Temperatur, wo Abstrahlung und Passieren zu einander passen.

    Die Strahlungseigenschaften – auch des Wasserdampfes – sind in der Stratosphäre bestimmend. Durch eine sinkende Temperatur der Stratosphäre reduziert sich prinzipiell die Wasserdampfkonzentration, was den Treibhauseffekt vermindert. Allerdings gibt es verschieden Eintragsmechanismen: Troposphären-Stratosphären-Austausch, Oxidation von Methan usw.

    Zum Entgleisen der Venus fehlen mir Kenntnisse. Vielleicht könnte die stärkere UV-Strahlung das Wasserdampfspaltung so vergrößert haben, daß eben nur noch wenig Wasser vorhanden ist. Oder wegen geringen Sauerstoffgehalts ist kaum eine Ozonabschwächung des UV und damit mehr Wasserdampfspaltung.

    MfG

  19. Solarkonstante

    @Reinhard Köhrer

    Man sollte sich nicht so in die Solarkonstante verbeissen, die wenig Auskunft über die viel wichtigeren Schwankungen des UV Anteils der Sonne gibt. Die aber sind es, die z.B. Jetsreams verändern.
    Zitat:
    Demnach beeinflusst die niedrigere UV-Einstrahlung den Wärmehaushalt der mittleren Atmosphäre und der Ozonschicht
    Zitat Ende
    Quelle

  20. @Jochen Ebel Rückkopplungen

    „bloß, das ist ein Trugschluß. Es gibt keine Wasserdampfrückkopplung – schon gar keine positive.“

    Damit befinden Sie sich offenbar in direktem Widerspruch zur etabierten Klimawissenschaft, und das ohne Referenzen zu nennen.

    Der IPCC 2007 Report meint dazu:
    „Water vapour is the most important greenhouse gas in the atmosphere.“

    http://www.ipcc.ch/…/ar4/wg1/en/ch8s8-6-3-1.html

    Klar ist, dass eine Rückkopplung nicht automatisch zu einem instabilen System führt. Aber eine Rückkopplung ist es trotzdem.

    Und der Rest Ihrer Ausführungen wirkt auf mich im Besten Fall unverständlich, aber ich bin kein Klimawissenschaftler.

    „Die Strahlung vom Wasserdampf ins All ist fast unabhängig von der gesamten Wasserdampfmenge.“ Hmm. Das weiß ich nicht, aber nach meinem Verständnis kommt es doch darauf auch gar nicht an. Wassedampf absorbiert Wärmestrahlung in vielen IR-Frequenzbereichen und lässt damit den Großteil der IR-Strahlung von der Erde gar nicht durch, resorbiert sie vielmehr Erdnah und hält damit die Erde warm.

    Die Strahlung von der Atmosphäre ist nicht entscheident, wenn man die Erde vom All aus sieht, sieht man nicht eine hell strahlende Atmosphäre, sondern das Land, das Meer und die Wolken.

  21. Bernd Herd Wasserdampfstrahlung

    „Der IPCC 2007 Report meint dazu:
    „Water vapour is the most important greenhouse gas in the atmosphere.““

    Die meiste Strahlung, die an der Erdoberfläche ankommt stammt vom Wasserdampf – aber das ist Bestandteil der Temperatureinstellung an der Erdoberfläche.

    Aber auf den Temperaturgradienten in der Troposphäre haben nur die Kondensationseigenschaftn des Wasserdampfes Einfluß – aber nicht seine Strahlungseigenschaften.

    Nennen Sie mal eine Literaturstelle, wo die Wasserdampfrückkopplung erklärt ist (aber nicht indirekt) – bis jetzt kenne ich keine. Es wird immer nur eine Wasserdampfrückkopplung unterstellt, ohne das zu begründen. Die Unterstellung geht so: Der Strahlungsantrieb (eine berechnete Größe aus der Stratosphäre bei unveränderten Umgebungsbedingungen, Troposphäre, Höhe der Tropopause usw. außer der CO2-Konzentration) wird einfach als Bodenstrahlung angesetzt. Da aber mit dieser Strahlungsleistung die hohe Temperaturänderung an der Erdoberfläche nicht erklärt werden kann, wird ein weiterer Mechanismus gebraucht ohne die Wirkungsweise dieses Mechanismus zu erklären.

    MfG

  22. @Klimarealist Solarkonstante

    „Man sollte sich nicht so in die Solarkonstante verbeissen, die wenig Auskunft über die viel wichtigeren Schwankungen des UV Anteils der Sonne gibt.“

    Die Referenzierte Studie ist wohl diese hier:
    http://www.nature.com/…urrent/full/ngeo1460.html

    Der Spiegel schreibt Dazu:
    http://www.spiegel.de/…periode-aus-a-831401.html

    „Eine Entwarnung für die Zukunft des Erdklimas sehen die Forscher darin allerdings nicht – ‚weil heute nicht nur natürliche, sondern auch anthropogene Faktoren das Klima beeinflussen‘, heißt es in einer Mitteilung des GFZ. Ähnlich äußerte sich Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Er sprach von einer ‚interessanten Studie, die einen überzeugenden Zusammenhang zwischen einem großen Sonnenminimum und windigem, kühlem Frühlingswetter in Westeuropa aufzeigt‘.

    Sie ändere aber nicht die Einschätzung, wonach große Sonnenminima nur einen kleinen Einfluss auf die globale Mitteltemperatur hätten. Bei den von den GFZ-Forschern beschriebenen Auswirkungen handele es sich lediglich um ‚regionale und saisonale Effekte mit geringen Auswirkungen auf die globale Energiebilanz‘. Deshalb sei auch nicht zu erwarten, dass ein großes Sonnenminimum im 21. Jahrhundert eine stärkere Abkühlung hervorrufen könnte als bislang angenommen.“

    Dass die Sonne, und nicht unsere CO2-Emissionen die Ursache für die beobachtete Klimaerwärmung wären, ist wohl reines Wunschdenken.

  23. @Bern Herd

    „Die Strahlung von der Atmosphäre ist nicht entscheident, wenn man die Erde vom All aus sieht, sieht man nicht eine hell strahlende Atmosphäre, sondern das Land, das Meer und die Wolken.“

    Hier wiederum liegen Sie einem Trugschluss auf, denn wenn man im Infraroten schaut (je nach Wellenlänge), sieht man sehr wohl die hell strahlende Atmosphäre. Das Infrarote ist aber gerade entscheidend für den Treibhauseffekt.
    Nur ein Kommentar zu nur diesem isolierten Sachverhalt. Ich schätze mal, die Treibhauswirkung von mehr Wasserdampf kommt von den Flanken der H2O-Absorptionsbanden, wo immer noch mehr absorbiert werden kann bei höherer Konzentration (die bereits gesättigten Bereiche wären demnach wohl unwichtig(?)).

  24. UV Strahlung

    @Bernd Herd

    Ihre Analysen zeigen, dass damals die Sonneneinstrahlung und vor allem der UV-Anteil des Lichts vorübergehend absanken. Innerhalb von wenigen Jahren veränderte dies die Luftströmungen über der Nordhalbkugel. Als Folge sanken die Temperaturen. Und vor allem in den Wintern gab es mehr Wind und Regen. Diese Reaktion der Atmosphäre habe den Effekt der Sonnenaktivität verstärkt und so zu dem abrupten Klimawechsel in Europa vor rund 2.800 Jahren geführt, berichtet das internationale Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrum Potsdam im Fachmagazin „Nature Geoscience“

    Klarer Zusammenhang mit abnehmender UV-Strahlung

  25. @Bernd Herd

    Ich wollte schon ähnliches zur solaren UV-Strahlung schreiben, aber Sie kamen mir zuvor.

    Dennoch eine kleine Ergänzung dazu. Nachdem sich in Skeptikerkreisen so langsam herumgesprochen haben dürfte, dass eine Strahlungs-/Leuchtkraftzunahme der Sonne keine allzu plausible Erklärung für die globale Erwärmung darstellt, weicht man nun offenbar auf die UV-Komponente aus (zumal sich auch die Svensmark-Hypothese der kosmischen Strahlung mehr und mehr als Sackgasse entpuppt).

    Allerdings finden sich für den Einfluss der UV-Strahlung lediglich Indizien, die für eine regionale Abkühlung sprechen. Und selbst das ist nicht in allen Fällen gewiss:

    http://scinexx.de/…aktuell-13851-2011-09-02.html

    Ich bin schon gespannt, welches Erklärungsmodell die Skeptiker als nächstes vorbringen. Vielleicht die von der Sonne emittierten Neutrinos …

  26. @Hesemann: IR Wellenlängen

    „Ich schätze mal, die Treibhauswirkung von mehr Wasserdampf kommt von den Flanken der H2O-Absorptionsbanden, wo immer noch mehr absorbiert werden kann bei höherer Konzentration (die bereits gesättigten Bereiche wären demnach wohl unwichtig(?)).“

    Ich glaube, Sie haben da völlig recht. Schauen Sie mal diese Grafik an:

    http://physics.ucsd.edu/…pheric_Transmission.png

    Die gehört zu:
    http://physics.ucsd.edu/…ipe-for-climate-change/

    Das ist eine sehr vereinfachte Berechnung der Klimasensitivität.

    Das heißt, dass man im IR-Bereich tatsächlich je nach ausgewählter Wellenlänge eine leuchtende Atmosphäre oder die darunter liegenden Landmassen und Ozeane sehen müsste.

    Man kann in dieser Grafik erkennen, dass es Wellenlängen gibt, für die Wasserdampf nur einen Teil der Strahlung absorbiert und CO2 je nach Konzentration den Rest.

  27. @Jochen Ebel: Wasserdampfstrahlung

    „Nennen Sie mal eine Literaturstelle, wo die Wasserdampfrückkopplung erklärt ist (aber nicht indirekt) – bis jetzt kenne ich keine.“

    http://www.ipcc.ch/…/ar4/wg1/en/ch8s8-6-3-1.html
    „Absorption of LW radiation increases approximately with the logarithm of water vapour concentration, while the Clausius-Clapeyron equation dictates a near-exponential increase in moisture-holding capacity with temperature. Since tropospheric and surface temperatures are closely coupled (see Section 3.4.1), these constraints predict a strongly positive water vapour feedback if relative humidity (RH) is close to unchanged.“

    Un nun beweisen Sie mir bitte (aber nicht indirekt) dass Sie leben, also das Sie Stoff- und Energiewechsel haben und sich fortflanzen können, aber nicht indirekt, indem Sie auf Ihre Kinder zeigen, sondern dadurch, dass Sie mir die physikalischen Gleichungen notieren, die belegen, dass Sie leben.

    Manche Anforderungen an Beweise sind außerhalb der Mathematik nicht sinnvoll.

    Sie nennen keine Belege für Ihre These, stellen Sie einfach so unbelegt in den Raum, akzeptieren aber keine anerkannten Quellen?

    Wenn der IPCC sagt, dass die Wasserdampf-Rückkopplung eine der wichtigsten Rückkopplungen im Klimasystem ist und dass dies mit guter Sicherheit bekannt ist, dann ist das eine sehr glaubwürdige Quelle.

    Am Rande bemerkt: Gemäß der Systemtheorie ist eine Rückkopplung ein Weg, wie der augenblickliche Wert der Temperatur über einen Rückkopplungsmechanismus die Temperatur in der Zukunft beeinflusst, im Gegensatz zu einem „Forcing“, das die zukünftige Temperatur beeinflusst, aber von der augenblicklichen Höhe der Temperatur nicht abhängig ist. Die Meisten Rückkopplungen sind negativ, einige positiv.

    Wenn also bei steigender Temperatur die in der Atmosphäre zu erwartende Menge an Wasserdampf steigt und dies den Treibhauseffekt verstärkt, dann ist das eine postive Rückkopplung im Sinne der Systemtheorie. Deswegen muss das System nicht gleich instabil werden.

  28. Wasserdampfrückkopplung

    Ich bin zwar kein Physiker und habe denzufolge auch keinen lückenlosen Überblick über den derzeit aktuellen Forschungsstand. Dennoch habe ich zu dem diskutierten Thema etwas gefunden:

    http://journals.ametsoc.org/…1175/2009JCLI3052.1

    Schönen Gruß an alle Interessierten.

  29. UV Strahlung

    @Bernd Köhrer

    Ich bin schon gespannt, welches Erklärungsmodell die Skeptiker als nächstes vorbringen. Vielleicht die von der Sonne emittierten Neutrinos …

    Na, da bin ich aber froh,das National Geographik nicht im Verdacht steht, eine Skeptiker Postille zu sein, zumal die sich ja auf auf das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches Geoforschungszentrum berufen, bzw. zitieren.

  30. IR-Absorption

    Ich besitze das Buch „Atmosphären“ vonR.M.Goody, J.C.G.Walker ,
    erschienen im Enke Verlag 1985 in der Reihe „Geowissenschaften kompakt“.
    In diesem Buch wird die Temperaturerhöhung diskutiert, die von beliebigen
    Treibhausgasen wie CO2, Wasserdampf, etc, erzeugt wird. Sie wird gleichgesetzt
    mit der resultierenden Temperaturdifferenz zwischen Erdoberfläche und der
    obersten Atmosphärenschicht, die frei ins Weltall abstrahlen kann.
    Die Autoren betrachten ein vereinfachtes Strahlungstransportmodell ohne
    Berücksichtigung der Wellenlängenabhängigkeit der IR-Absorption.
    Es wird sehr plausibel dargelegt, daß die Temperaturdifferenz etwa
    mit der 4.Wurzel aus der Anzahl der total absorbierenden Treibhausgas-Schichten
    anwächst. Demnach wächst die Treibhauswirkung mit steigender Konzentration
    der Treibhausgase unbegrenzt weiter an. Die Temperaturerhöhung stoppt also nicht,
    wenn die Mindestkonzentration für totale IR-Absorption erreicht worden ist.
    Die Temperatur wächst, wenn auch schwächer, mit der Treibhauskonzentration
    über diese Grenze hinaus an.
    Es sind also nicht nur die schwach absorbierenden Flanken der Absorptionsspektren,
    die im Falle starker Treibhausgaskonzentrationen noch zu einer weiteren Steigerung
    des Treibhauseffekts führen.
    Mich würde mal brennend interessieren, was die Fachleute zu dieser These,
    die während der 60-Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelt worden ist, sagen.
    Ist diese Ansicht noch aktuell?

    [Antwort:Siehe diesen Artikel bei Realclimate von Ray Pierrehumbert – oder natürlich Rays Lehrbuch Principles of Planetary Climate. Stefan Rahmstorf]

  31. Wasserdampf

    Ich halte es für ein Gebot der Höflichkeit, bei fremdsprachigen Texten immer davor oder dahinter die Übersetzung zu bringen, denn nicht alle Leser verstehen fremdsprachigen Text.

    Deswegen noch die Übersetzung von http://www.ipcc.ch/…/ar4/wg1/en/ch8s8-6-3-1.html

    „Die Absorption des LW-Strahlung steigt etwa mit dem Logarithmus der Wasserdampf-Konzentration, während die Clausius-Clapeyron-Gleichung eine nahezu exponentielle Zunahme der Aufnahmekapazität für Feuchtigkeit mit der Temperatur beschreibt. Da Troposphäre und Oberflächentemperaturen eng gekoppelt sind (siehe Abschnitt 3.4.1) prognostizieren diese Zusammenhänge eine starke positive Wasserdampf-Rückkopplung, wenn die relative Feuchtigkeit (RH) nahezu unverändert bleibt.“

    Auch der Abschnitt 3.4.1 bringt Nichts zu einer Rückkopplung:
    „Innerhalb der Gemeinschaft besteht Einigkeit darüber, dass für Konstrukte und aktive Analysen der Satelliten- und Radiosonden-basierten Temperaturaufzeichnungen, die Unsicherheiten über die langfristige Veränderung wesentlich sind. Änderungen in der Instrumentierung und der Protokolle durchziehen sowohl Sonden- als auch Satelliten-Aufzeichnungen und verschleiern damit die bescheidenen langfristigen Trends. Historisch gibt es keine Referenz-Netzwerk, um den Datensatz zu verankern und zu etablieren, weil viele Unsicherheiten, die sich aus diesen Veränderungen ergeben kaum dokumentiert sind und schlecht verstanden werden. Deshalb haben Untersucher scheinbar vernünftigen Entscheidungen, wie diese manchmal bekannt, aber oft unbekannten Einflüssen zu handhaben. Es ist schwierig, quantitativ vertretbare Entscheidungen darüber, welche, wenn überhaupt, der mehrfache, unabhängig abgeleiteten Schätzungen ist näher an der wahren Klimaentwicklung machen. Dies spiegelt fast ausschließlich auf die Unzulänglichkeiten des historischen Beobachtungs-Netzwerk wieder und weist auf die Notwendigkeit für zukünftige Netzwerk-Design, die den Verweis Sonden- basierte Grundwahrheiten bietet. Karl et al. (2006) bieten einen umfassenden Überblick zu diesem Thema. [Within the community that constructs and actively analyses satellite- and radiosonde-based temperature records there is agreement that the uncertainties about long-term change are substantial. Changes in instrumentation and protocols pervade both sonde and satellite records, obfuscating the modest long-term trends. Historically there is no reference network to anchor the record and establish the uncertainties arising from these changes – many of which are both barely documented and poorly understood. Therefore, investigators have to make seemingly reasonable choices of how to handle these sometimes known but often unknown influences. It is difficult to make quantitatively defensible judgments as to which, if any, of the multiple, independently derived estimates is closer to the true climate evolution. This reflects almost entirely upon the inadequacies of the historical observing network and points to the need for future network design that provides the reference sonde-based ground truth. Karl et al. (2006) provide a comprehensive review of this issue.]“

    In dem Zitat steht zwar „prognostizieren … eine … Wasserdampf-Rückkopplung“ aber wie die funktionieren soll, steht eben nicht darin – weil es sie eben nicht gibt. Ohne Wasserdampf wäre die Oberflächentemperatur sogar noch höher (http://www.mpimet.mpg.de/…/FAQs/BRPromet2802.pdf S. 11, Abb. 2-5). Der Wasserdampf sorgt nur für den feuchtadiabatischen Temperaturgradienten in der Troposphäre durch seine Kondensationseigenschaften, weil (wie ich schon schrieb) „In der Troposphäre haben die Strahlungseigenschaften kaum Einfluß auf den Temperaturgradienten. Selbst große Änderungen der Strahlungseigenschaften werden durch kleine Änderungen der Zirkulation kompensiert.“ bzw. „Die Hauptwirkung des Wasserdampfes, der praktisch nur in der Troposphäre vorhanden ist, ist die Sicherung des feuchtadiabatischen Gradienten – auf zwei Arten: durch seine Strahlung (Haupteil der Gegenstrahlung) wird eine Oberflächentemperatur erzeugt, die für den Gradienten notwendig ist und durch seine Kondensation sorgt er für den feuchtadiabatischen Gradienten.“.

    Das ändert nichts daran, daß es keine Wasserdampfrückkopplung gibt. Auch wieder wie ich schon schrieb: „Das Wort ‘Wasserdampfrückkopplung‘ hat eine große Faszination.“ – und auf diesem Niveau bewegt sich Ihr Zitat: „prognostizieren … eine … Wasserdampf-Rückkopplung“ – aber eine Beschreibung der Rückkopplungsschleife fehlt, weil es diese eben nicht gibt.

    MfG

  32. @Jochen Ebel

    In dem Artikel, auf den ich weiter oben verlinkt habe, finden sich in den References vier peer-reviewte Papers, die die Begriffe „water-vapo(u)r feedback“ bzw. „water-vapor climate feedback“ bereits im Titel tragen.

    Bei Eingabe entsprechender Keywords in der linken Leiste erhöht sich die Zahl themenverwandter Studien je nach Auswahlkriterien nochmals beträchtlich.

    Da es bekanntlich nur eine Physik gibt, aber offenbar mehrere Ansichten über die richtige Interpretation bestimmter Ergebnisse, muss irgendwo ein Fehler im System stecken.

  33. @Jochen Ebel

    Wie wir ja schon andernorts diskutiert haben, handelt es sich m.M.n. um ein semantisches Problem. Ihre Argumentation basiert auf der Tatsache, dass eine wasserdampffreie Atmosphäre (mit konstanter Konzentration langlebiger GHGs) eine höhere Bodentemperatur hervorriefe. Wir sind uns einig, dass das vollkommen korrekt ist, da die Tropopausenhöhe nicht so weit absinkt, wie es für die Kompensation des sich einstellenden trockenadiabatischen Temperaturprofils notwendig wäre. Da der Wasserdampf aber nie verschwinden kann (außer wir entfernen alle GHGs aus der Atmosphäre), haben wir es immer mit einem mehr oder weniger konstanten feuchtadiabatischen Temperaturprofil zu tun. Das ist der Ausgangspunkt.

    Wie wir ja schon andernorts diskutiert haben, handelt es sich m.M.n. um ein semantisches Problem. Ihre Argumentation basiert auf der Tatsache, dass eine wasserdampffreie Atmosphäre (mit konstanter Konzentration langlebiger GHGs) eine höhere Bodentemperatur hervorriefe. Wir sind uns einig, dass das vollkommen korrekt ist, da die Tropopausenhöhe nicht so weit absinkt, wie es für die Kompensation des sich einstellenden trockenadiabatischen Temperaturprofils notwendig wäre. Da der Wasserdampf aber nie verschwinden kann (außer wir entfernen alle GHGs aus der Atmosphäre), haben wir es immer mit einem mehr oder weniger konstanten feuchtadiabatischen Temperaturprofil zu tun. Gleichzeitig ist der LW-Rückstrahlanteil des Wasserdampfs bereits im „Grundzustand“ (klimatologisch vorindustriell) mehr als doppelt so hoch wie der des CO2, weswegen es zweifelsfrei das potenteste Treibhausgas ist. Das ist der Ausgangspunkt.

    Wenn ich nun das Forcing ändere (bspw. durch Erhöhung der GHG-Konzentrationen), ändert sich die Wasserdampfkonzentration ungefähr nach Clausius-Clapeyron und wir erhalten dadurch ebenso unzweifelhaft einen zusätzlichen Anteil LW-Rückstrahlung in der Troposphäre (siehe Absorptionsspektrum oder auch Manabe and Weatherald 1967). Das hat mit der zusätzlichen latenten Wärme überhaupt nichts zu tun. Das ist eine vollkommen andere Baustelle. Der durch die Wasserdampferhöhung hervorgerufene Strahlungseffekt entspricht übrigens nur einer zusätzlichen Bodentemperaturerhöhung um den Faktor 2. Das dritte Drittel sind andere positive Feedbacks. Sie können diesen Wasserdampfeffekt nach wie vor nennen wie sie wollen, ich sehe jedoch bis heute keinen Grund, nicht von einem Wasserdampffeedback zu sprechen (unter der sehr sinnvollen und plausiblen Annahme eines mehr oder minder konstanten feuchtadiabatischen atmosphärischen Temperaturgradients).

  34. Faszination

    Auch bei http://journals.ametsoc.org/…1175/2009JCLI3052.1 wird als Wasserdampfrückkopplung nur der Unterschied ohne und mit Berücksichtigung des Wasserdampfes genannt. Der Temperaturgradient in der Troposphäre ist überhaupt nicht genannt – aber der ist die Folge der Wasserdampfveränderung. Ohne eindeutige Trennung von gasdynamischen Veränderungen (konstanter Temperaturgradient) und weiteren Wirkungen hat die angebliche Wasserdampfrückkopplung nur wegen des Wortbestandteiles “Rückkopplung” die große Faszination – ohne eine Rückkopplung im Sinne einer systemtheoretischen Rückkopplung zu sein.

    MfG

  35. Verharmlosende Berichterstattung SPON

    Die verharmlosende Berichterstattung zum Klimawandel bei SPIEGEL

    Der SPIEGEL fällt regelmäßig durch seine schlechte und offenbar gezielt verharmlosende und verwirrende Berichterstattung auf, beim Thema Klimawandel. So fehlt bis Heute eine Klarstellung zu der angeblichen Climategate Affäre und wird auch wieder beim heutigen Beitrag von Axel Bojanowski nicht ausgelassen

    Was auf den ersten Blick aussieht wie ein kleiner Skandal der finanzielle Motivation suggerieren soll, entpuppt sich schnell als lahme Ente. Die Münchener Rückversicherung ist seit Jahren darum bemüht um auf die steigenden Schäden durch Wetter / Umweltkatastrophen im Zusammenhang mit dem Klimawandel aufmerksam zu machen. Was daran so neu sein soll weiss wohl nur die perfide Schreibe von Herr Bojanowski. Dieser zitiert klanglos Roger Pielke Junior als Forscher. Dabei ist dieser für seine Verharmlosungen bekannt siehe Pielke Jr and McIntyre Assist Christy’s Extreme Weather Obfuscation http://skepticalscience.net/…er-obfuscation.html

    Das findet bei aller anscheinlichen Ehrlichkeit jedoch keinerlei Bemerkung. Aber Hauptsache man hat einen Vorwand für Schlagworte wie „Wissenschaftler sind entsetzt“. Ansonsten ist der Beitrag reich an Behauptungen und stützt sich hier allein auf die Studien eines Roger Pielke Junior.

    Diese Person hat einen Abschluss in politischer Wissenschaft, ist also kein Klima Wissenschaftler und die Studien von Ihm gelten als höchst umstritten.

    Roger A. Pielke Jr. is a professor of environmental studies at the Center for Science and Technology Policy Research[2] at the University of Colorado at Boulder.[1]. Dr. Pielke is a prolific and controversial writer; his most recent book setting forth his views is called „The Honest Broker: Making Sense of Science in Policy and Politics,“ which was published by Cambridge University Press in 2007. His doctorate is in political science.[2]
    Some of Dr. Pielke’s comments and work have proven to be controversial. Critics note that his work has been frequently cited by „global warming skeptics,“[3] Dr. Pielke and his allies have praised his independence and called his critics „climate McCarthyists.“[4] (For more information on who the „skeptics“ are and which corporations fund skeptics, SourceWatch has created a global warming skeptic clearinghouse.)
    Dr. Pielke’s work on climate change effects has been criticized by Dr. Stephen Schneider, who said that with Pielke „one consistent pattern emerges-he is a self-aggrandizer who sets up straw men, knocks them down, and takes credit for being the honest broker to explain the mess-and in fact usually adds little new social science to his analysis. http://www.sourcewatch.org/…php/Roger_Pielke_Jr.

    Mein kompletter Kommentar zum heutigen Klima Beitrag vom Chef Verharmloser Axel Bojanowski – SPIEGEL, kann man hier nachlesen und kommentieren.

    http://climatestate.com/…ndel-bei-spiegel.html#6

  36. anthropogener Klimawandel

    Wieder einmal zeigt der US-Wahlkampf, wie starkt die industriellen Interessen im Focus stehen.
    Die wissenschaftliche Akzeptanz des menschengemachten Klimawandels wird von Mr.Romney ausgeblendet. Dies finde ich sehr bedenklich.

    siehe den Punkt Energiepolitik

    http://www.handelsblatt.com/…stupid/7240808.html

  37. Prokaryotes

    Ich frage mich was Sie mit Ihrem Journalisten-Bashing eigentlich bezwecken wollen? Im SPIEGEL steht doch nur dass es keine Beweise für eine Häufung von Extremwetterereignissen gibt und dass die Studie der Münchener Rück nicht peer reviewed ist. Es hat auch niemand behauptet dass Pielke jr. ein ausgebildeter Klimaforscher ist sondern dass er als Experte für Klimastatistiken gilt.

    Der Grund warum sich eine Zunahme der Extremwetterereignisse nicht eindeutig beweisen lässt ist ganz simpel: Der Vergleichszeitraum zur Vergangenheit ist viel zu kurz um irgendwelche Trends zu belegen. 40 Jahre flächendeckende Wetterbeobachtungen sagen eben nur etwas über diese 40 Jahre aus. Was davor war weiß niemand, jedenfalls nicht mit der erforderlichen Genauigkeit.

  38. Karsten Haustein – Semantik

    (20.10.2012, 02:01)

    Herr Haustein, über die Sachverhalte scheinen wir ja einer Meinung zu sein: Ohne Wasserdampf wäre die Oberflächentemperatur höher und der größte Teil der Gegenstrahlung wird vom Wasserdampf emittiert.

    Warum ich dann für diesen Sachverhalt den Begriff „Wasserdampfrückkopplung“ benutzen soll, erschließt sich mir nicht – besonders da mit dem Begriff „Rückkopplung“ bestimmte systemtheoretische Wirkungen verbunden sind:

    Warum sollte gerade die Kreisverstärkung 2/3 bis 4/5 sein – aber nicht die 1 erreichen dürfen? Ohne den Begriff Rückkopplung können keine falschen Schlußfolgerungen gezogen werden.

    MfG

  39. @Jochen Binikowski, Prokaryotes

    Ich stimme Prokaryotes hier zu.
    Zumindest wenn es allgemein um Extremwetterereignisse und nicht nur um Hurricans geht, sind die Wissenschaftlter hier mindestens geteilter Meinung: http://www.giss.nasa.gov/research/news/20120806/ „A new statistical analysis by NASA scientists has found that Earth’s land areas have become much more likely to experience an extreme summer heat wave than they were in the middle of the 20th century.“

    Herr Binikowski, Ihrer Aussage, man könne da keine Statistik betreiben, stimme ich nicht zu. Angenommen, ab morgen gäbe es jeden Tag einen Hurrican. Dann bräuchte ich nicht lange um nach einigen Monaten sagen zu können „Hurricans haben jüngst statistisch zugenommen.“ Man braucht nur genau dann eine entsprechend lange Zeitperiode um solche Aussagen treffen zu können, wenn die Ereignisse zu selten sind.
    Es gibt mehr als ein Paper wo Statistiker zu dem Schluss kommen dass wir jetzt schon signifikante Aussagen über geänderte Häufigkeiten von Extremwetterereignisse treffen können.

    Unabhängig davon ist es mathematisch und physikalisch plausibel, dass mit steigender globaler Durchschnittstemperatur Hitzeereignisse einer bestimmten Schwelltemperatur sich im Vergleich zu Zeiten einer vorherigen, niedrigeren Temperatur häufen. Physikalische Analysen analoger, komplexerer Kausalitäten dazu wurde auch schon zu Hurricans gemacht – mit bisher kontroversen Ergebnissen.

    Warum kann ich nun Prokaryotes Empörung nachvollziehen? Der Spiegel scheint in seiner Berichterstattung einzelne Autoren stark zu bevorzugen, die sich auf der ‚harmlosen‘ Seite von Klimafolgenabschätzung positionieren. Weder Mainstream-, also meistzitierte noch die Bandbreite der wissenschaftlichen Veröffentlichungen (in welchem Rahmen bewegen sich derzeit halbwegs plausible Abschätzungen?) werden wiedergegeben. Wobei sich das schon gebessert hat, früher hofierte Herr Bojanowski sogar hauptsächlich umstrittene Wissenschaftler die Außenseiterthesen vertreten (wie z.B. Herrn Svensmark), während er ‚alarmistische‘ Wissenschaftler vom anderen Ende des Spektrums mehr oder weniger subtil unglaubwürdig schrieb. Ersteres darf man auch machen – aber von gutem Wissenschaftsjournalismus erwarte ich insbesondere dann eine objektive und neutrale Einordnung in den internationalen Forschungskontext.

  40. Gerichte …

    Wie wir erlebt haben, kanns dieser Zeit passieren, daß Wissenschaftler ruck-zuck in den Knast wandern, wenn durch Extremereignisse Menschen ihr Leben verlieren und hohe Schäden entstehen.
    Ich gehe davon aus, daß die Italien-Urteile revidiert werden. Wenn nicht, wär das ein Wahnsinn für künftige Arbeiten von Warnstellen und Extremereignis-Voraussage-Forschung.

  41. J. Hesemann

    Ich denke es ist extrem schwierig zwischen Anzahl und Schadenshöhe von Extremwetterereignissen irgendwelche Zusammenhänge zu konstruieren. Nehmen wir z.B. den Taifun Ketsana der 2009 auf den Philippinen verheerende Schäden anrichtete. Zu diesem Zeitpunkt war das noch nicht einmal ein Taifun sondern „nur“ ein tropical storm. Also keine hohen Windgeschwindigkeiten. Dafür hat er aber innerhalb von 3 Tagen genau über Manila und angrenzende, topfebene Provinzen Regenmengen gebracht die in Deutschland pro Jahr fallen.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Typhoon_Ketsana

    Wäre er etwas schneller durchgezogen hätte es nur minimale Schäden gegeben.

    Ein anderes Beispiel ist der Zyklon NARGIS der 2008 in Burma ca. 100.000 Todesopfer forderte. Das war auch „nur“ Kategorie 3, aber der Landfall fand an der denkbar ungünstigsten Stelle statt, nämlich in einem großen und dichtbesiedelten Flußdelta. 50 km nördlich oder südlich und es wäre glimpflich verlaufen.

    Sie beklagen die angeblich einseitige Berichterstattung im Spiegel. Hierzu möchte ich auch ein Beispiel nennen: Diese Jahr gab es dort zahlreiche Berichte über die Dürre und Mißernte in den USA. Aber kein einziges Wort über die Rekordernten in anderen Weltregionen. Z.B. konnte Brasilien einen Teil seiner Maisüberschüssen nicht exportieren weil es nicht genügend Hafenkapazitäten gab.

    Egal was Bojanowski schreibt, irgendjemand kritisiert ihn immer. Ich denke als Journalist braucht man ein dickes Fell.

  42. Gibt es das beschriebene Plateau?

    Hallo Zusammen,

    hier ein Link zur dailymail vom 16.10.2012:
    http://www.dailymail.co.uk/…-chart-prove-it.html

    Sind die dort abgebildeten Temperaturen um die 14° richtig wiedergegeben? Und sind die 15/16 Jahre eine ausreichende Zeit, um von einem Plateau sprechen zu können? Müssten die hohen CO2 Emissionen nach der Jahrtausendwende nicht mehr Einfluss haben? Oder wiegen diese nicht so schwer, u.U. weil andere Faktoren mehr Einfluss genommen haben?

    Ich habe auch eine „Abrechnung“ mit J. Curry gefunden (http://tamino.wordpress.com/…mouth-inserts-foot/), die ja in dem ersten Artikel eine Rolle spielt. Hier wird die Grafik aber ab 2000 gezeigt, die die warmen Endneunziger auslässt.

    Sollte ich Sachen übersehen haben, vor allem Erklärungen auf dieser Webseite, dann bitte ich um Nachsicht. Ich freue mich über eine Aufklärung!

    Grüße

    [Antwort: Bei skeptical science gibt es dazu einen Artikel. Stefan Rahmstorf]

  43. herr rahmstorf meint: „…. Die sogenannten „Klimaskeptiker“ verfügen ja über ein Arsenal an irreführenden Grafiken, mit denen der Einfluss des Menschen auf das Klima heruntergespielt werden soll … „

    und die klimaalarmisten verfügen über ein arsenal von irreführenden graphiken, mit den denen der einfluss des menschen auf das klima heraufgespielt werden soll, zum beispiel der mann’sche hockeystick, bei dem proxy daten von baumringanalysen mit thermometer temperaturmessdaten in einer graphik kombiniert wurden

    [Antwort: Vielleicht können Sie erläutern, was daran irreführend sein soll, wenn man in einer Grafik die Messdaten (seit es sie gibt) und die Proxidaten (für die Jahrhuderte davor) zusammen zeigt? Das ist doch nur sinnvoll. Stefan Rahmstorf]

  44. Trickgrafik und Hockey-Stick

    Sehr geehrter Herr Professor Rahmstorf,

    auch einem gelernten theoretischen Physiker sollte doch bewusst sein, dass es in den Naturwissenschaften einem Kunstfehler gleich kommt, wenn man mitten in einer Messreihe das Messinstrument wechselt oder zu einem anderen Messbereich übergeht ohne gleichzeitig entstehende Fehler zu korrigieren.
    Besonders schlimm ist es jedoch, wenn das alte Instrument eine Abnahme der Werte angezeigt hätte und man mit dem neuen nun zu einer Zunahme kommt, Stichwort „Hide the decline“!

    MfG

    W. Herzog

    [Antwort: Ich fürchte, da sind Sie der Skeptikerpropagande aufgesessen, die unter diesem Stichwort allerhand Unsinn verbreitet hat – informieren Sie sich doch einmal bei einer seriösen Quelle, was es damit tatsächlich auf sich hat. Die Baumringe in manchen Gegenden korrelieren in den letzten Jahrzehnten nicht mehr so gut mit den Temperaturmessungen wie zuvor; vermutlich wachsen die Bäume wegen anderer Umwelteinflüsse (z.B. bodennahes Ozon) nicht mehr so gut. Selbstverständlich sind dort, wo man über Messungen mit Thermometern verfügt, diese ausschlaggebend. Nur in den Zeiten davor muss man auf Proxidaten (wie u.a. die Baumringe) zurückgreifen, um das Klima zu rekonstruieren. Nichts daran ist ein Kunstfehler, und das ist alles in den Papers offen und detailliert besprochen. Stefan Rahmstorf]

  45. Hide the decline

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    wollen Sie Richard Muller und Judith Curry etwa Skeptiker-Propaganda unterstellen?

    http://judithcurry.com/…02/22/hiding-the-decline

    MfG

    W. Herzog

    [Antwort: Eine seriöse Diskussion des Sachverhalts (incl. Hinweis auf Richard Mullers fehlerhafte Darstellung) finden Sie z.B. bei Sceptical Science. Stefan Rahmstorf]

  46. Pingback: Die NASA-Temperaturdaten für 2013 sind da › KlimaLounge › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  47. Sehr geehrter Herr Professor Rahmstorf,
    den diskutierten Skalierungstricks kann man m.E durch eine Befreiung vom Parameter Zeit begegnen.
    In dieser Sache habe ich drei Institute angeschrieben, s. unten, bislang aber keine Antwort erhalten. Können Sie mir antworten?
    Mit Dank und Gruß Ehrhardt

    zum Thema Erderwärmung in Abhängigkeit von der CO2-Konzentration finde ich nur Diagramme, in denen beide Größen über der Zeit aufgetragen sind. Für ein besseres Verständnis hätte ich gerne die Zeit als Parameter eliminiert. Das ist für mich sehr mühsam, zeitraubend und ungenau, da ich die Werte aus Diagrammen abgreifen muss.
    Können Sie mir ein Diagramm geben, das die Erderwärmung als Funktion der CO2-Konzentration zeigt, und zwar von ca. 1900 bis 2014? Oder können Sie mir entsprechende Quellen -möglichst im Internet- nennen?
    Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich herzlich im Voraus.

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