Die Kopenhagen-Diagnose

Report

Heute wurde die Copenhagen Diagnosis publiziert – ein Update zur Klimaentwicklung und Klimaforschung für die Verhandler in Kopenhagen, das von 26 Kollegen im Laufe der vergangenen zwölf Monate erarbeitet wurde (full disclosure: ich war auch dabei, ebenso wie KlimaLounge Kollege Martin Visbeck). Federführend waren Forscher der University of New South Wales in Sydney. Zusammengefasst werden auf sechzig Seiten die relevantesten neuen Daten und Studien aus der Fachliteratur, von den aktuellen Emissionen über Atmosphäre, Ozeane und Eismassen bis hin zu Zukunftsprojektionen.

Nebenbei nimmt der Bericht sich auch einigen der am häufigsten gestellten Fragen an (die ja auch hier in den Leserkommentaren immer wieder auftauchen): Gibt es eine "Pause" bei der globalen Erwärmung? Ist der Treibhauseffekt schon gesättigt? Kühlt die Antarktis sich ab? Wie ist der Zeitablauf zwischen CO2 und Temperatur in den antarktischen Eiskerndaten zu erklären? Sind wir vielleicht nur in einem natürlichen Aufschwung nach Ende der "Kleinen Eiszeit"? Hat sich das Klima nicht schon immer geändert?

Einige der wichtigsten Folgerungen des Berichts sind:

  • Die globalen fossilen CO2-Emissionen waren im Jahr 2008 rund 40% höher als noch 1990.
  • Es gibt keine Anzeichen für eine signifikante Abflachung des globalen Erwärmungstrends. Die Temperaturentwicklung ist vollkommen konsistent mit den Modellprojektionen des IPCC.
  • Der Massenverlust der beiden großen Eisschilde in Grönland und der Antarktis beschleunigt sich.
  • Der Anstieg des Meeresspiegels wurde vom IPCC unterschätzt. Neue Projektionen liegen um die 1 Meter bis 2100, im Extremfall sogar bis zu 2 Meter, mit einem weiteren Anstieg in den folgenden Jahrhunderten.
  • Zögern beim Klimaschutz kann zu irreversiblen Schäden führen, wenn Kipp-Punkte im Klimasystem ausgelöst werden.
  • Spätestens 2015 bis 2020 muss der Gipfel der globalen Emissionen erreicht sein und sie müssen zu fallen beginnen, wenn die anthropogene Erwärmung noch auf 2 ºC begrenzt werden soll. Noch in diesem Jahrhundert muss eine dekarbinisierte Gesellschaft mit nahezu Nullemissionen erreicht sein.

Der volle Bericht mit vielen Bildern und Grafiken ist unter www.copenhagendiagnosis.org herunterladbar oder auch online als flip-book lesbar.

Update (27.11.): In den letzten Tagen hatten wir alle Hände voll zu tun mit den Medienanfragen zur Copenhagen Diagnosis, das Interesse aus aller Welt war überwältigend und die zahlreichen Berichte auch weitgehend gut. Eine Ausnahme bildete mal wieder Uli Kulke in der Welt, der schrieb: "Jetzt würde es zum Ende des Jahrhunderts um sieben Grad wärmer als zu Beginn der Industrialisierung, also nicht mehr nur um vier Grad, wie bisher prognostiziert" – gefolgt von der üblichen Polemik gegen die Horrorszenarien der Klimaforscher. Nur: die Copenhagen Diagnosis hat überhaupt keine neuen Temperaturszenarien präsentiert (da gibt es auch weder für Korrekturen noch oben, noch nach unten, einen Grund), sondern wir geben dort exakt die Originalszenarien aus dem letzten IPCC-Bericht von 2007 wieder. Der IPCC-Bericht hatte eine Erwärmung um 1,1 bis 6,4 ºC von 1990 bis 2095 projiziert (je nach Emissionen, siehe Summary for Policy Makers Seite 13) – was 2 bis 7 ºC bis 2100 gegenüber dem vorindustriellen Niveau entspricht (Kulke zitiert hier nur die obere Grenze der Unsicherheit, als sei dies die Prognose). Leider kein Einzelfall, siehe z.B. hier den Abschnitt "Werden Fehler korrigiert?" Bei einigen Autoren der Welt gehört es zur Methode, die Aussagen der Klimawissenschaft erst falsch darzustellen, um dann kräftig gegen das selbst entworfene Zerrbild zu polemisieren.

Update 12.12.: In den Medien haben sich – nicht überraschend – pünktlich zum Klimagipfel auch wieder die bekannten Verharmloser des Klimawandels zu Wort gemeldet. Dabei zeigt sich einmal mehr, wie dürftig die Argumente auf dieser Seite sind – genau betrachtet handelt es sich überhaupt nicht um nachvollziehbare Argumente, sondern es wird eine diffuse Verschwörungstheorie angeboten, die von den gestohlenen CRU-Mails bis zur Copenhagen Diagnosis reicht. Ich habe dies hier gestern bei spektrumdirekt kommentiert.

Zur Kritik an der Diagnosis erreichte uns auch eine Stellungnahme von Professor England, dem Direktor des Climate Change Research Centre der University of New South Wales in Sydney, das die Copenhagen Diagnosis initiiert hat. Wir dokumentieren sie im Wortlaut:

These comments surprise me.  Here in Australia there’s been strong support for the report from the major national climate laboratories such as the CSIRO and the Bureau of Meteorology.  Hans Von Storch’s claim that results were "cherry picked" is odd: much of the report simply summarises recent observations of important climate parameters, such as ocean and air temperature, sea-ice coverage, land-ice and sea-level.  I challenge him to come up with key climate parameters that were ignored in the report.

The claim that the facts were dramatized is also surprising: to give two examples, the Copenhagen Diagnosis cites an upper-limit estimate of sea-level rise of 2 meters by 2100 – this is well under the 5 meters worst-case scenario argued by some credible climate scientists. And on the future development of tropical storms it is more reserved than the IPCC AR4: while the latter concluded that a future increase in storm intensity is likely, the Copenhagen Diagnosis merely concludes that "we have as yet no robust capacity to project future changes in tropical cyclone activity."

The Copenhagen Diagnosis was based on peer-reviewed science and nothing more.  This appraisal by Hans Von Storch suggests he is out of touch with the latest climate research.

 

PS Noch ein Lesetipp zu einem ganz anderen Thema, das gerade in den Medien zirkuliert: dem Diebstahl von tausenden persönlichen Mails aus einem britischen Klimainstitut. Dazu trifft Christopher Schrader in der Süddeutschen heute mit seiner Analyse genau ins Schwarze: Ein Fest für Klimaskeptiker.

Den sogenannten Klimaskeptikern sind diese Einblicke ein Fest. Sie versuchen schließlich seit langem, Zweifel an dem in Fachkreisen anerkannten Wissen über den globalen Klimawandel zu schüren. Die persönliche Integrität der Forscher anzugreifen, haben sie schon öfter versucht. Diesmal machen sie sich den Reiz der persönlichen E-Mails zunutze, um die öffentliche Meinung über die Klimaforschung zu diskreditieren – ausgerechnet zwei Wochen vor dem Klimagipfel in Kopenhagen.

Und zum Inhalt der geklauten Mails (übrigens sind da auch etliche von mir dabei – die wegen mir auch jeder gerne lesen darf) schreibt Schrader:

In diesen Diskussionen setzen sich die am Mailverkehr beteiligten Forscher auch immer wieder mit Veröffentlichungen und Anfragen ihrer Kritiker auseinander, die gerne mit öffentlichen Beschuldigungen, politischer Einflussnahme und zusammengeschusterten Aufsätzen agieren. In diesem Zusammenhang fällt auch gelegentlich ein böses Wort.

Groß entschuldigen müssen sich die Forscher allerdings nicht. Zeugen der bitteren Auseinandersetzungen, in die sie verwickelt waren, verwundert eher, wie beherrscht die Wissenschaftler sogar in E-Mails an Freunde mit Skeptikern umgehen.

Wen es genauer interessiert, was konkret in den Mails steht und in welchem Zusammenhang, der sollte die Zusammenstellung der Union of Concerned Scientists lesen (auf Englisch).

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Meine Diagnose ist eher, dass für 2050 ein 30% Anstieg der CO2-Emissionen trotz Billionen Subventionen für Klimainvestoren wahrscheinlich ist.

  2. Hacker-Angriff

    Das einzige was der Diebstahl der E-Mails zeigt, ist dass die Skeptiker nun endgültig die Sachebene verlassen haben.

    Außerdem ging der Schuss gewaltig nach hinten los, denn die E-Mails zeigen, dass es eben keine geheime Absprachen gibt und über einige Details sehr wohl kontrovers diskutiert wird.

    Und dass man über Menschen, die einem das Leben schwer machen, in privaten (!) E-Mails nicht mit ehrfürchtigen Respekt überschüttet, wird wohl auch niemanden überraschen.

  3. Hektik vor Kopenhagen?

    Ich als Laie denke ja auch, dass wissenschaftliche Korrektheit wichtiger sein muss als die Darstellung. Trotzdem erlaube ich mir einfach mal ein bisschen Kritik, ich werde ja hoffentlich nicht der einzige (noch)nicht-Wissenschaftler sein, der die hochkomprimierten Ergebnisse der ganzen Arbeit liest:
    Kann es sein, dass die Website eher hektisch aufgebaut wurde? Unter „Summary“ ist z.B. die deutsche Version falsch verlinkt. Und als ich dann einen korrekten Link auf die „Kurzdarstellung“ gefunden hatte, irritierten mich Rechtschreibung („seid 1990“) und Anführungszeichen („kritische Punkte») …

    [Antwort: Sie haben recht – die Übersetzungen aus dem Englischen wurden unter Zeitdruck von einem Übersetzungsbüro in Australien erstellt; ich habe die Kollegen in Sydney auch schon auf die Probleme mit der deutschen Zusammenfassung hingewiesen. Stefan Rahmstorf]

  4. Ein Fest für Klimaskeptiker?

    Für mich sind die redlichen Klimaforscher – und die wurden wohl alle ausgehorcht – die wahren Helden unseres Jahrhunderts:
    Aufrecht den Sachverhalt ansprechen, auch wenn das kompliziert, nicht gleich medientauglich ist und die Aussagen nicht optimistisch sind.
    Ich konnte zwei Klimaforscher persönlich kennenlernen in den vergangenen Jahren (Prof. Latif und Prof.Graßl) und kann den Eindruck der Integrität nur voll bestätigen.
    Diese Leute sollten nicht aufgeben, obwohl Erasmus von Rotterdam gesagt hat:
    Der Mensch ist anfälliger für die Täuschung als für die Wahrheit.

  5. Zur teilweise verzerrten Berichterstattg

    In den Kieler nachrichten hieß es, bis 2100 könnte der Meeresspiegel um 7-15 Meter steigen. Dazu lapidar: Die Stadt wird dann unbewohnbar. (Artikel leider nicht online)
    Da hat wohl der Redakteur die Zeiträume verwechselt. Kein Wunder, wenn Leser verunsichert sind bei solcher Berichterstattung.
    Was mich aber besonders nervt: Ich schreibe wegen der falschen Zahlen einen Leserbrief und erhalte null Reaktion.

  6. Maskierung des Erwärmungstrends?

    Guten Tag,

    in letzter Zeit wurde ja öfter darauf hingewiesen, dass gerade in den letzten Jahren die schwache Sonnenaktivität und eventuell eine Schwankung in der Ozeanzirkulation den langfristigen Erwärmungstrend überlagert haben könnten.

    Vielleicht gibt es noch einen dritten Maskierungsfaktor, nämlich ein wieder zunehmendes „global dimming“ (wie zwischen 1950 und 1970)? Mir ist zumindest aufgefallen, dass in den letzten Jahren, als der Verbrauch fossiler Rohstoffe sehr stark angestiegen ist, diese Entwicklung viel stärker als früher von der Kohle getrieben war, während die Bedeutung von Öl und Gas relativ kleiner geworden ist.

    Nach den Daten des BP Statistical Review of World Energy June 2009 ist der Verbrauch von Kohle in den letzten zehn Jahren um ca. 48% angestiegen, der von Gas nur um ca. 35% und der von Öl gar nur um 11%.

    Das dürfte viel damit zu tun haben, dass die Elektrifizierung Chinas ganz überwiegend durch Kohle stattfindet. China allein steht für mehr als 40% des Weltverbrauchs an Kohle.

    Doch wie gut sind die Ruß- und Schwefelfilter der chinesischen Kraftwerke?

    Und selbst wenn sie sehr gut wären, müsste das Verbrennen von zusätzlichen(!) ca. 2,2 Milliarden Tonnen Kohle pro Jahr (seit 1998 gerechnet) nicht trotzdem einen „dimming-Ruß-Effekt“ haben?

    Und wenn das so ist, wann wird der CO2-Effekt den Dimming-Effekt wieder übersteigen?

  7. Ein Fest für Klimaskeptiker?

    Wie geht es den Klimaforschern, die ständig mit Argusaugen von den Vertretern des mächtigsten Industriekomplexes der Welt beobachtet werden? Ich glaube, dass hier der Forschungsgegenstand ungleich politischer ist als in vielen anderen Bereichen.
    Wie gehen diese Forscher damit um, dass ihnen jederzeit kleinere Fehler unterlaufen können, die von der Gegenseite gnadenlos medial ausgeschlachtet werden?

  8. was ich nicht ganz verstehe

    ist zB, warum man die aktuelle Temperatur Entwicklung nicht im Rahmen der maximalen Dekadenvariationen des Holozäns zeigt (+/-1,5°C).

    Sehe ich mir unter diesem Blickwinkel den 150a T Verlauf an, zeigt sich ein Bild, welches hier zu sehen ist.

    http://i47.tinypic.com/5bpkdt.png

    Was ist daran falsch?

    [Antwort: Wie kommen Sie auf Dekadenvariationen des Holozäns in Höhe von +/-1,5°C in der globalen Temperatur? Stefan Rahmstorf]

  9. @Holozän

    hier, ganz brav aus WIKI:

    http://de.wikipedia.org/…imestamp=20061012205152

    wie ich schrieb: die max. Dekadenvariationen und da kann man doch sagen, dass z.B. die Höhepunkte ein paar 1000a früher und zur Depression der kleinen Esizeit knapp 3°C auseinander liegen. Vielleicht auch nur über Land der NHK, aber die Größenordnung ist entscheidend. In ein paar hundert Jahren werden „wir“ vielleicht das 20. Jahrhundert auch nur als einen kurzen „Ausrutscher“ nach oben sehen, außer sie und das IPCC haben Recht, was mir aber erlaubt sein darf, schwer in Zweifel zu ziehen.

    [Antwort: Lieber Herr Innerhofer, manchmal hilft es, die Beschreibung einer Abbildung zu lesen. Da steht: es handelt sich um 8 lokale Kurven, die keine Variationen kürzer als 300 Jahre auflösen. Eben gerade keine dekadischen, globalen Klimavariationen. Eine ausführliche Diskussion dieser Klimavariationen im Holozän und deren Ursachen (hauptsächlich die astronomischen Zyklen, die auch die Eiszeiten verursacht haben) finden Sie übrigens im IPCC-Bericht, Kapitel 6. Man sieht auf der Grafik sehr deutlich, wie wir vor rund 10.000 Jahren aus der letzten Eiszeit gekommen sind und dann den langsamen Abkühlungstrend über die letzten 6-8 tausend Jahre, der aufgrund der Erdbahnzyklen vor allem für die mittleren bis hohen Breiten der Nordhalbkugel typisch ist.
    Stefan Rahmstorf]

  10. links aus der Süddeutschen Zeitung

    Ich verfolge, als „Nicht-Naturwissenschaftler“, seit 1988 die Wissenschaft über Klimaveränderungen. Die „klimalounge“ ist dabei eine der allerwichtigsten Ressourcen, zumal ich mich eingehend mit den „Skeptikern“, die ja keine sind, beschäftige, eine mühsame, oft elende Lektüre. Danke für den link aus der Süddeutschen – das ist auch ein schönes Korrektiv zu andern Veröffentlichungen der gleichen Zeitung. Der schwedische Autor Lars Gustafsson etwa räsonnierte im Feuilleton vor 2 Jahren wohlfeil darüber, wie toll doch die Klimaerwärmung sein könnte (immer mit diesem seltsam überheblichen Unterton von manchen Kulturwissenschaftlern…). Und Sonja Margolina erklärte in der SZ den Lesern, die ganze Debatte sei eine „grosse Erzählung“, der man sich zu widersetzen habe. Ein postmodernes Gewäsch, in dem die Klimavernderungen wie vorher „die große Erzählung des Kommunismus“ behandelt wird. Man wird teilweise fassungslos, wenn man solche „steilen Theorien“ ohne jeden Hintergrund (außer einer gewissen Reaktion von Kulturwissenschaftlern, beleidigt zu sein, daß Naturwissenschaftler es wagen, mehr über das Thema zu wissen^^) liest. Herr Maxeiner übrigens ist weiterhin von seinem Weltbild überzeugt. Auffallend aber, daß die taz, die um 1995-2006 durchaus auch teilweise Positionen wie von Maxeiner/Miersch, Singer oder Lomborg vertreten hat, nun kürzlich diese absurde website (achgut.de) erstmals „Achse des Blöden“ nannte. In den Medien ist es halt ein Wellenreiten; jedes Thema wird nach kurzer Zeit „langweilig“ und dann durch eine nächste Mode ersetzt. Das ist wohl der Hauptgrund, warum diese „Skeptiker“ überhaupt so zäh ihren Unsinn weiter publizieren. Und sich natürlich über Hacker-Angriffe freuen, wie immer mit erstaunlich wenigen Argumenten.

  11. Hockeyschlägerdiagramm

    Hier wird mehrmals über Skeptiker hergezogen, diese seien keine Wissenschaftler.

    Wie Wissenschaftlich ist denn das Hockeyschlägerdiagramm vom 3. IPCC Bericht, welches im 4. Bericht wieder entfert wurde?!? (*) Und überhaupt der ganze Aufbau der IPCC Berichte errinnert mich mehr an einen Rhetorikunterricht denn an Physik.

    (*) Das Hockeyschlägerdiagramm entstannd durch Rekonstruktion der Temperatur der letzten 2000 Jahre anhand von Baumringen. Leider zeigten die Baumringe von 1980 bis heute eine Abnehmende Temperatur, darum wurden die Daten durch Thermometerdaten ersetzt. Das Diagramm findet sich im 3. IPCC Bericht auf Seite 134, Fig2.20. Im 4. Bericht ist das diagramm nicht mehr zu finden.
    Die Berichte 3 und 4 können auf http://www.ipcc.ch heruntergeladen werden (Berichte 1 und 2 sind nicht digitalisiert, und auch als hardcopy momentan nicht erhältlich!)

    [Antwort: Leider sind fast alle Ihrer Behauptungen falsch, bis auf Ihren Link zum IPCC. Warum schauen Sie nicht selbst einmal dort nach? Dort würden Sie zum Beispiel herausfinden, dass der „Hockeyschläger“ von Mann, Bradley und Hughes 1999 keineswegs aus dem 4. Bericht „entfernt“ wurde, sondern dort in Abb. 6.10 auf Seite 467 zusammen mit allen seither neu hinzugekommenen Klimarekonstruktionen gezeigt wird (es ist die Kurve mit dem Label „MBH1999“). Sie würden dort auch lernen, dass es sich um eine Multiproxy-Rekonstruktion handelt, die keineswegs nur auf Baumringdaten beruht (und übrigens auch unter Weglassung aller Baumringdaten zum im Wesentlichen gleichen Klimaverlauf kommt). Und Sie könnten lernen, dass in dem damaligen Hockeyschlägerdiagramm nichts weggelassen oder durch Thermometerdaten ersetzt wurde, sondern es wurde die volle mit den damals vorhandenen Proxydaten mögliche Rekonstruktion gezeigt (die bis 1979 lief), gemeinsam mit den in einer andersfarbigen Kurve gezeigten und klar gekennzeichneten Thermometerdaten ab 1900.

    Wir ziehen hier nicht „über Skeptiker her“ – müssen aber gelegentlich darauf hinweisen, dass von dieser Seite immer wieder allerhand unsinnige Falschbehauptungen verbreitet werden, wie die in Ihrem Kommentar. Stefan Rahmstorf]

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