Hinter den Kulissen des Forums (3)

Adrian Dudek, Foto: Marlene Knoche

Mit der Bootsfahrt am Mittwoch Nachmittag kommt auch mein dritter Einblick hinter die Kulissen des Forums. Beim und nach dem Abendessen auf dem Boot, habe ich wieder zwei kleine schöne Dinge aufgeschnappt, die ein Teil des Forums sind.

HLF-Blogger und Young Researcher Adrian Dudek (Blog-Team Englisch) zeigt mit einem Lächeln und seinem zu einem Kopfschmuck umfunktionierten Tischschmuck, die ausgelassene Stimmung, die während der Bootsfahrt geherrscht hat.

Barry Cipra, Foto: Marlene Knoche

Ein paar Plätze weiter hat uns Barry Cipra, Journalist auf dem Forum, ein Spiel gezeigt, das er erfunden hat. Der Name, den dieses Spiel erhalten hat, ist „Coercion“ (dt.:Zwang). Dieser Name rührt vom Spielprinzip – die beiden teilnehmenden Spieler geben dem gegnerischen Mitspieler vor, was sie zu tun haben und zwingen ihn damit, eine bestimmte Handlung auszufüren.

Coercion Spielfeld 5×5, Grafik: Marlene Knoche

Gespielt wird das Spiel von zwei Personen mit jeweils einer Spielfigur auf einem quadratischen Spielbrett, das n*n Quadrate enthält. Wobei sich laut Erfinder Cipra ein 5*5 Feld als am besten geeignet für ein kurzweiliges Spiel herausgestellt hat, bei dem man den Überblick nicht verliert. Das Feld, das sich in der Mitte befindet, ist sowohl Start als auch Ziel. Die restlichen Felder, die als Spielfelder dienen, sind zu Beginn eines Spiels leer.

Zu Beginn des Spiels befinden sich die Spielfiguren in der Mitte des Spielfeldes (Start- und Zielpunkt). Der erste Spielzug wird vom ersten Spieler ausgeführt, indem er den Spielstein des Gegners auf ein beliebiges freies Feld auf dem Spielbrett legt. Da dieses Feld noch leer ist, bestimmt der zweite Spieler nun, was der erste Spieler tun muss. Dabei hat er die Möglichkeit, die Spielfigur in eine beliebige Richtung (Oben, Unten, Rechts oder Links) zu schicken. Dafür wird auf das Feld, auf dem sich die Spielfigur der zweiten Person befindet ein Pfeil gezeichnet, der in die entsprechende Richtung zeigt. (siehe Animation)

Animation erste Spielzüge, Animation:Marlene Knoche

Im weiteren Verlauf des Spiels entscheiden die Spieler abwechselnd, wo der Gegner seine Spielfigur hinbewegen soll. Dabei gelten folgende Regeln:

  • Ist das Feld leer, darf der Spieler die Richtung für den Gegner neu bestimmen.
  • Ist auf dem Feld bereits ein Pfeil vorhanden, muss der Gegner in die Richtung ziehen, die der Pfeil vorgibt. Dies gilt auch, wenn der Gegner auf dem entsprechendem Feld steht.
  • Ist die Figur am Rand des Spielfeldes und soll in die Richtung des Rands gehen, so wird die Figur auf die gegenüberliegende Kante gesetzt.

Spielzug am Rand, Animation: Marlene Knoche

Diese Spielzüge – die mit steigender Anzahl von gefüllten Feldern immer länger und komplexer werden – werden dann solange ausgeführt, bis einer der Spieler auf dem Ausgangsfeld landet.

Was das Spiel ebenso interessant macht, ist, dass jeder Spielzug auch nach dem Spielen noch nachvollziehbar ist. Coercion kann gut spontan und unterwegs gespielt werden – einzige Vorraussetzung sind ein Blatt Papier, auf welches das Spielfeld gezeichnet wird, zwei Spielfiguren, z.B. Münzen, und ein Stift zum Zeichnen der Pfeile. Es macht sehr viel Spaß und lohnt sich definitiv, das Spiel selbst auszuprobieren!


Nachtrag:

Barry Cipra empfielt übrigens, das Spiel mit Post-it’s zu spielen, auf dem die Pfeile gezeichnet sind. Das ermöglicht, dass das Spielfeld und die Pfeile jederzeit wiederverwendet werden können und man nicht für jede Runde ein neues Spielfeld zeichnen muss.

Ebenso interessant ist ein kleines Theorem, das Cipra dazu aufgestellt hat:

„No matter how the players lay down arrows, eventually one of them is guaranteed to win – that is, you can’t fall into a cycle in which the players wind up making the same move over and over without an end.“ B.Cipra

Egal, wie die Mitspieler ihre Pfeile positionieren, besteht die Garantie, dass eine Person schließlich gewinnt. Es besteht keine Möglichkeit, dass sie in einen Kreislauf fallen, bei dem sie die gleiche Bewegung immer und immer wieder ausführen. – Dieses Spiel ist also auch aus mathematischer Sicht spannend.

Veröffentlicht von

ist Masterstudentin der Informatik an der Hochschule Zittau/Görlitz. Die gebürtige Zittauerin bloggt auf Sanguinik.de über Kunst, Informatik und verschiedene Veranstaltungen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für Kultur und organisiert unter anderem den Linux Stammtisch in Görlitz. Auf Twitter ist sie unter @SanguinikDE zu erreichen.

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