Eine kurze Frage an: Hermann Cuntz

Wie entspannend ist ein Spaziergang durch einen synthetischen Neuronenwald?

 

Auf jeden Fall entspannter als ein Einkaufsbummel durch die Frankfurter Innenstadt – und für mich persönlich auch interessanter. So wie ich dank des Frankfurter Straßennetzes von den Geschäften auf kürzestem Wege zur Paulskirche, dem Zoo oder dem Senckenbergmuseum laufen kann, so gibt es auch im Gehirn eine effiziente Art, Nervenzellen zu verknüpfen. Cuntz_Bernstein_Calendar_2016_klein
Diese erlaubt eine möglichst schnelle Informationsweiterleitung zwischen den Zellen. Computermodelle, die solche optimalen Strukturen vorhersagen, zeichnen genau die baumartigen Strukturen auf, wie wir sie von den Nervenzellfortsätzen im Gehirn kennen. Die Abbildung zeigt einen ganzen „Wald“ von synthetisch generierten Dendritenbäumen. Genau so muss man sich die Vernetzung zwischen den Pyramidenzellen in unserer Großhirnrinde vorstellen. Mithilfe einer Virtual-Reality-Brille können wir in meinem Labor durch diesen künstlichen Neuronenwald in 3D spazieren. Das vergegenwärtigt sehr anschaulich die vollendeten Schaltkreise aus denen wir bestehen – und ist für mich immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis.

 

Hermann Cuntz, Bernstein Preisträger 2013

Hermann Cuntz, Bernstein Preisträger 2013

 

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