Sir Patrick Moore 1923-2012

„I tried to do one thing, to interest other people in astronomy, show them what a marvelous study it is. Bring them into it, as a hobby, probably as a profession, give them something to enrich their lives. That’s what I tried to do. Whether I managed it is for others to judge, but I tried my best.“

Patrick Alfred Caldwell-Moore starb heute, am 9. Dezember 2012 im Alter von 89 Jahren. Die Astronomie verliert mit ihm einen ihrer besten Botschafter.

Seine BBC-Fernsehsendung The Sky at Night lief über 55 Jahre mit ihm als Moderator – länger als jede andere Rundfunksendung überhaupt. Hier die 700. Ausgabe aus dem Jahr 2011, in der man auch einiges über Moore und seine eigenen astronomischen Aktivitäten erfährt.

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Einer der besten Botschafter?

    Ein guter, oder gar ein bester Botschafter sollte jemand sein, der verbindet, jemand der Menschen zusammenbringt und zu Höherem inspiriert. Nicht jemand, der diskriminiert, herabwürdigt und trennt.

    Der Mensch Patrick Moore sollte nicht allein nach seiner Fernsehsendung und nach seinen Äßerungen zur Astronomie beurteeilt werden. Zum Gesamtbild eines Menschen gehört alles, was er macht, sagt, denkt, tut und ausspricht.

    Ich bin ganz bestimmt nicht dafür, das Ansehen eines Menschen nach seinem Tod in den Schmutz zu zerren. Aber andererseits finde ich auch nicht, dass man dort Lob bringen sollte, wo es nicht angebracht ist.

    Wenn ich mich zu diesem Mann äußern müsste, dann käme da so viel Negatives zusammen, dass es besser ist, es bei einem einfachen „Rest in Peace, Patrick Moore“ bewenden zu lassen.

  2. Die politischen Ansichten des P. Moore

    Du beziehst dich wohl auf die politische Haltung Moores, die mit „konservativ im schlechtesten Sinne“ noch freundlich umschrieben ist. U.a. deshalb habe ich auch auf den enlischen Wikipediaartikel verlinkt, nicht auf den deutschen, der das Thema nämlich ausblendet. Hier noch mal der Direktlink: http://en.wikipedia.org/…m_and_political_beliefs

    Nun ging es mir bei diesem Blogpost aber nicht darum, einen Nachruf zu schreiben. Das hat Christian Wolf auf SUW-online getan, immerhin ist er mit einem Satz auf Moores politische Haltungen eingegangen. Ich hätte das etwas ausführlicher gemacht, und vielleicht mache ich das auch noch in einem späteren Artikel. Das braucht aber mehr Zeit, zumal ich Wikipedia insbesondere in einem solchen Fall nicht vertraue und die einzelnen Quellen selbst überprüfen muss.

    Dass nämlich jemand, der sich mit Astronomie beschäftigt, also jener Wissenschaft, die keine Grenzen kennt, gleichzeitig in einer derart beschränkten Gedankenwelt zu Hause ist, ist in der Tat bemerkenswert und ungewöhnlich. Das gehört mal ausführlich beleuchtet.

    Nur in einem kurzen Blogpost am Todestag eines Mannes, der sich für die Popularisierung der Astronomie ohne Zweifel verdient gemacht hat, passte es nicht hinein, und deshalb habe ich nach kurzem Nachdenken darauf verzichtet.

  3. @jan

    Nur in einem kurzen Blogpost am Todestag eines Mannes, der sich für die Popularisierung der Astronomie ohne Zweifel verdient gemacht hat, passte es nicht hinein, […]

    Das kann man so sehen. Es geht ja auch nicht darum, an dieser Stelle allzu explizit zu werden. Deswegen habe ich das auch nicht getan. Wer Details wissen will, findet sie schnell selbst heraus. Patrick Moore selbst hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg.

    Andere Blogger haben in Nachrufen beide Seiten der Medaille dargestellt, ohne dabei respektlos zu werden, so wie Phil Plait und Martha Henson.

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