Schon wieder ein Meteorit – diesmal USA?

Gestern erst berichtete ich von einem wahrscheinlichen Meteoritenfall auf Bali Anfang Januar, da erreichen mich Nachrichten aus den USA. Am Dienstagmorgen (Ortszeit) ist möglicherweise im Nordwesten des Landes ein weiterer Meteorit niedergegangen.

Mehrere Augenzeugen berichten von einem sehr hellen Feuerball am Morgenhimmel des 19. Februar. Gegen 05:45 Ortszeit (13:45 MEZ) erschien der blau-grün leuchtende Bolid und explodierte mit einem gewaltigen Lichtblitz und begleitet von einem donnernden Geräusch. Auch die Überwachungskamera eines Krankenhauses nahm die Leuchterscheinung auf.

Ein Flugzeugpilot berichtet, dass er einen Einschlag auf der Erdoberfläche wahrgenommen habe. Demzufolge sei der Meteorit im US-Bundesstaat Washington niedergegangen. Auch ein Autofahrer behauptet, den Einschlag gesehen und trotz seines Autoradios auch gehört zu haben. Daraufhin habe er mehrere Lichtblitze und ein „großes Loch im Erdboden“ gesehen – so zumindest heißt es in dem oben verlinkten Bericht. Dort heißt es allerdings auch, dass bislang weder ein Meteorit noch ein anderes Objekt gefunden wurde.

Die Beschreibungen der meisten Augenzeugen klingen sehr nach einem sehr hellen Meteor. Meist explodieren und verdampfen die kosmischen Eindringlinge vollständig. Nur manchmal erreichen ihre Reste den Erdboden – unsichtbar im freien Fall, dem sogenannten Dunkelflug. Ein kraterbildender Einschlag ist eher selten. Was wie eine Explosion in der Nähe aussieht, spielt sich in Wahrheit weit entfernt in der Atmosphäre ab. Die Aussagen des Piloten und des Autofahrers sind aber ungewöhnlich. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob es tatsächlich einen Meteoriteneinschlag gegeben hat.

Nachtrag: Dieses Video lässt vermuten, dass der Meteor bereits über der Erdoberfläche verloschen ist. Warten wirs ab…

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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